Carol Lynch Williams

 3.5 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor von Auserkoren, Veränderungen und weiteren Büchern.

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Auserkoren

Auserkoren

 (21)
Erschienen am 05.01.2012
Veränderungen

Veränderungen

 (2)
Erschienen am 01.01.2003
The Chosen One

The Chosen One

 (1)
Erschienen am 12.05.2009
The Haven

The Haven

 (1)
Erschienen am 09.04.2013
A Mother to Embarrass Me

A Mother to Embarrass Me

 (0)
Erschienen am 01.08.2003
Games You Can Play on a Checkerboard

Games You Can Play on a Checkerboard

 (0)
Erschienen am 28.12.2007
If I Forget, You Remember

If I Forget, You Remember

 (0)
Erschienen am 01.07.1999
Glimpse

Glimpse

 (0)
Erschienen am 01.05.2012

Neue Rezensionen zu Carol Lynch Williams

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MiraBerlins avatar

Rezension zu "Auserkoren" von Carol Lynch Williams

Oh, du süße Freiheit...
MiraBerlinvor 3 Jahren

Kyra ist ein Mitglied einer Sekte, die die Polygamie als etwas Selbstverständliches sieht. Sie selbst kennt nichts anderes und hat erst kein Problem damit. Doch auf einmal soll sie an ihren alten Onkel  verheiratet werden, dabei liebt sie doch Joshua. Wenn sie einen heiraten will, dann ihn. Doch damit dieser Traum Realität wird, muss sie hart kämpfen. Und eins ist klar: nichts wird danach jemals wieder so sein wie zuvor...

Mich faszinieren Sekten ziemlich, weshalb ich dieses Buch einfach lesen musste. Auf dem Klappentext steht, dass sie in einer Mormonen-Familie lebt, was mir schwer fiel zu glauben. Klar, es gibt da hin und wieder Polygamie, aber ich selbst habe einen Monat bei einer solchen Familie gelebt und habe da nicht solche Zustände erlebt und auch die Gemeinde war nicht so wahnhaft. Hier sollte man also auf keinen Fall ein falsches Bild von Mormonen bekommen!

Der Schreibstil lässt sich gut lesen, aber ist jetzt auch nicht überragend gut. Mir wird er definitiv nicht lange im Gedächtnis bleiben. Er zeichnet sich durch keine besonderen Merkmale aus, was aber auch nicht weiter schlimm ist.

Dennoch wurde die Welt sehr eindrucksvoll beschrieben und ließ einen immer wieder den Kopf schütteln. Es ist schrecklich, dass manche Menschen anscheinend so leben können! Immer wieder habe ich tiefstes Mitleid mit Kyra und ihren Geschwistern empfunden.

Leider ist das Buch recht dünn, weshalb viele Themen auch nur oberflächlich angeschnitten werden und mehr auch nicht. Das finde ich echt schade, weil dadurch auch einfach eine gewisse Tiefe fehlt. Da die Geschichte aber eher für jüngere Leser*innen ist, ist das für diese also vollkommen okay.

Insgesamt eine nette Geschichte, die einem zeigt, wie schön unser Lebenskonzept doch ist. Man muss das Buch nicht gelesen haben, aber es ist nett zum Abschalten und in gewisser Weise auch um mal wieder vor Augen geführt zu bekommen, wie schön unsere Freiheit doch ist!

Kommentare: 2
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Cadizs avatar

Rezension zu "Auserkoren" von Carol Lynch Williams

DEN will sie ganz sicher nicht heiraten...
Cadizvor 5 Jahren

„Mutter Claire und Vater haben geheiratet, als sie vierzehn und er siebzehn war.

Mutter Victoria und Vater haben geheiratet, als sie dreizehn und er neunzehn war.

Mutter Sarah und Vater haben geheiratet, als sie dreizehn und er einundzwanzig war.

Und jetzt bin ich an der Reihe. Ich. Ich soll meinen Onkel heiraten, der mindestens schon sechzig Jahre alt ist.

Für ihn bin ich bestimmt?“

********************************

Inhalt: Kyra, dreizehn Jahre jung, ist bei den „Erwählten“ aufgewachsen- einer Sekte. Sie hat drei Mütter und zwanzig Geschwister. Sie und ihre Familie leben abgeschottet von der Gesellschaft ein Gott-liebendes Leben. Kyra kennt es nicht anders. Doch als sie ihren viel älteren Onkel heiraten soll, merkt sie, dass sie aus dieser Hölle ausbrechen muss. Und dann ist da noch Joshua, in den sie sich verliebt, was schwere Folgen nach sich zieht. Ein Teufelskreis inmitten der gewaltvollen Sekte beginnt…

Zum Buch: Erschreckend, was die lebenslustige Protagonistin in dieser unschönen Geschichte durchmachen muss. Allein ihre Lebensweise mit drei Müttern, unzähligen Geschwisterkindern und Züchtigung, wenn ein Kind nicht gehorcht. Dann kommt noch der überbordende Gott-Glaube dazu und die Tatsache, dass sie ihren eigenen Onkel, der über 60 Jahre alt ist, heiraten muss, weil der „Prophet“, der Anführer der Sekte, das so bestimmt.

Unglaublich, pervers und unmenschlich ist das alles. Dass Kira sich dann von sich aus in kleinen Schritten aus diesem Wahnsinn löst, verfolgt man als Leser sehr gebannt.

„Auserkoren“ ist leicht verständlich und flüssig geschrieben, bietet verschiedenste Charaktere, eine glaubhafte Entwicklung und Schock-Momente. Somit habe ich das Buch sehr interessiert, kopfschüttelnd und mitfühlend gelesen, konnte es kaum weglegen, weil ich unbedingt wissen wollte, ob Kyra den Sprung aus der Sekte schafft. Die kleine Liebesgeschichte am Rande fand ich auch sehr ansprechend. Insgesamt ein gelungenes Buch zu einem heiklen Thema, das ich nur empfehlen kann.

Kommentare: 1
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MikkaGs avatar

Rezension zu "Auserkoren" von Carol Lynch Williams

Bedrückende Geschichte eines jungen Sektenmitglieds
MikkaGvor 5 Jahren

Pro:
Das Interessante an dem deutschen Cover ist, dass man das Gesicht des abgebildeten Mädchens nicht sieht - nur die etwas altmodische Kleidung, die gut zum Inhalt passt. Weniger zum Inhalt passt der Nagellack, denn die Heldin dieses Romans ist ein Mädchen, dem alles verboten ist, was schmückend ist. Ihr Haar muss sie stets in strenge Zöpfe flechten und diese zurückstecken, sie muss lange Kleider und dicke Strumpfhosen tragen, damit soviel Haut wie möglich bedeckt ist... Und das ist eigentlich noch das Harmloseste an der Sekte, in der sie lebt.

Lesen darf sie auch nicht, denn Bücher sind Teufelswerk - dass sie heimlich Bücher aus dem Büchereibus ausleiht, ist gefährlich, denn sie könnte dafür hart bestraft werden. Sie muss auf dem Feld arbeiten, kochen und auf ihre zahlreichen Geschwister aufpassen - ihr Vater hat drei Frauen und daher hat sie 19 Schwestern und Brüder! Aber vor allem soll sie als Mädchen den Männern der Sekte und vor allem den "Aposteln" und dem "Propheten" in Allem untertan sein. Sie darf nicht widersprechen, und sie hat kein Recht darauf, ihr Leben so zu gestalten, wie sie will - nicht einmal den Mann, den sie später heiraten will, darf sie sich aussuchen. Sie ist zwar heimlich in den jungen Joshua verliebt, aber eigentlich ist sie mit 13 ja auch viel zu jung, um an Heiraten zu denken... In der Sekte ist allerdings es nicht ungewöhnlich, dass Mädchen mit 13 heiraten und mit 14 schon Mütter sind. Die Kindersterblichkeit ist hoch, denn natürlich müssen die Mädchen die Kinder auch zuhause bekommen, ohne ärztliche Hilfe. Und wenn ein Kind krank ist, wird es sogar getötet...

Kyra wird eines Tages befohlen, zu heiraten - und zwar ihren eigenen Onkel, der schon über 60 Jahre alt ist! Als sie sich das erste Mal in ihrem Leben offen gegen den Willen des Propheten auflehnt, nimmt ein Drama seinen Lauf.

Es gibt schon einige Bücher, die sich mit dem Thema Sekten beschäftigen, aber die Autorin verpackt das Thema hier so, dass es mir unverbraucht und originell vorkam. Wir bekommen die Geschichte von Kyra erzählt, und dabei ist der Schreibstil eher schlicht, aber dennoch eindringlich. Oft hatte ich den Gedanken: Mein Gott, das ist ja furchtbar, wie kannst du so ruhig darüber sprechen, Kyra? Aber das unterstreicht ja nur, dass das Leben in der Sekte für sie das Alltägliche ist, dass sie von klein auf damit aufgewachsen ist, zu gehorchen und an den Propheten zu glauben, egal was er tut. Dass sie das Alles überhaupt hinterfragt, wenn auch nur zögerlich, grenzt schon an ein Wunder.

Mich hat die Spannung sehr schnell gepackt und dann wollte ich gar nicht mehr aufhören, zu lesen. Ich wollte SO sehr, dass sich Kyras Leben zum Besseren verändert, denn sie war für mich so lebensecht und sympathisch, dass ich nicht anders konnte, als mit ihr mitzufiebern! Auch ihren Vater, der ehrlich versucht, seinen Frauen und Kindern ein gutes Leben zu bieten, ihre leibliche Mutter und ihre Geschwister mochte ich sehr gerne - und den Propheten und ihren Onkel habe ich richtig gehasst, weil sie so scheinheilig, selbstherrlich und gewalttätig sind. Mein Lieblingscharakter war allerdings der Fahrer des Bücherbusses, denn der hat eigentlich keinerlei Grund, einem fremden Mädchen zu helfen, und tut trotzdem sein Bestes.

Kyra ist zwar in Joshua verliebt, aber eine richtige Liebesgeschichte sollte der Leser dennoch nicht erwarten - diese junge Liebe ist schlichtweg der Auslöser für die Geschehnisse, nicht das Hauptthema.

Kontra:
Dass die Geschichte oft bedrückend und schwer zu lesen war, hat mich nicht gestört, denn das Thema ist nun mal ein ernstes und trauriges. Aber ganz kurz vor Schluss passiert noch etwas, wobei ich dachte: warum? Warum musste das jetzt noch passieren? Man kann sich sicher darüber streiten, ob es nötig war oder nicht, aber für mich war es einfach zuviel.

Man kann sich auch darüber streiten, ob die Mormonen hier akkurat porträtiert werden, da sie sehr extrem dargestellt werden. ABER - es wird deutlich gesagt, dass das Leben in der Sekte unter dem vorherigen Propheten viel besser war, und dass erst der jetzige Prophet es zu solchen Extremen getrieben hat. Das heißt, es geht hier nicht mehr um eine "typische" Mormonen-Sekte, sondern um eine sehr extreme, da ein Extremist sozusagen an die Macht gekommen ist.

Genauso gibt und gab es im Christentum immer mal wieder extreme Sekten, deren Verhalten man nicht als Maßstab dafür nehmen sollte, wie der typische Christ sich verhält.

Zusammenfassung:
Wer sich für das Thema interessiert, wird das Buch sicher interessant und lesenswert finden. Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass es nur am Rande eine Liebesgeschichte ist - und dass die Autorin sich nicht scheut, schlimme Dinge geschehen zu lassen, wo der Leser sich vielleicht etwas ganz Anderes gewünscht hätte.

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