Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

von Carol Rifka Brunt 
4,5 Sterne bei88 Bewertungen
Sag den Wölfen, ich bin zu Hause
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Positiv (77):
Belladonnas avatar

Carol Rifka Brunt ist eine Wortkünstlerin und ihr Debütroman ein absolutes Lesehighlight.

Kritisch (4):
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Emotionaler Roman über Trauer und Freundschaft. Nicht gänzlich überzeugend bedingt durch die Figuren, die teilweise zu unsympathisch waren.

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Inhaltsangabe zu "Sag den Wölfen, ich bin zu Hause"

Der New-York-Times-Bestseller erstmals auf Deutsch

ZUM BESTEN BUCH DES JAHRES GEWÄHLT VON • Wall Street Journal • Oprah Magazine • Booklist • BookPage • Kirkus Reviews

EIN POETISCHER ROMAN ÜBER FAMILIE UND FREUNDSCHAFT

Manchmal verlierst du einen Menschen,

um einen anderen zu gewinnen.

Manche Verluste sind so schwer, dass sie nicht wiedergutzumachen sind. So geht es June Elbus, als ihr Onkel Finn stirbt, der Mensch, mit dem sie sich blind verstand, der ihr alles bedeutete. Doch mit ihrer Trauer ist sie nicht allein. Schon bald nach der Beerdigung stellt June fest, dass sie sich die Erinnerung an Finn teilen muss – mit jemandem, der sie mit einer schmerzhaften Wahrheit konfrontiert. Der sie aber auch lehrt, dass gegen die Bitternisse des Lebens ein Kraut gewachsen ist: Freundschaft und Mitgefühl.
»Ein überwältigendes Debüt.« O: The Oprah Magazine

»Fesselnd bis zum Ende. Dieser Roman zieht alle emotionalen Register.« Bookpage

»Eine bitter-süße Mischung aus Herzschmerz und Hoffnung.« Booklist

»Ergreifend bis zur letzten Seite.« ELLE

»Zwischen Trauer und Hoffnung – das geht unter die Haut und ans Herz ... Carol Rifka Brunts Debütroman ist schon jetzt eins der besten Bücher 2018!« Myway

»Ein Roman über Freundschaft, Familie, die erste große Liebe, das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, aber auch über Eifersucht und Trauer. Aber manchmal verlieren wir einen Menschen, um einen anderen zu gewinnen. Auch June ergeht es so. Poetisch und zum Weinen schön.« Oberösterreichische Nachrichten

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783961610075
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:Eisele Verlag
Erscheinungsdatum:23.02.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.02.2018 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Belladonnas avatar
    Belladonnavor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Carol Rifka Brunt ist eine Wortkünstlerin und ihr Debütroman ein absolutes Lesehighlight.
    Meine Rezension zu "Sag den Wölfen, ich bin zu Hause"

    Beschreibung

    New York, 1987.

    Die vierzehnjährige June Elbus ist ganz vernarrt in ihren Onkel Finn Weiss, der sich als gut gehandelter Maler etabliert hat, jedoch viel zu früh an einer Krankheit verstirbt die Junes Mutter kaum zu benennen vermag. Finn hinterlässt in Junes Leben ein großes Loch der Traurigkeit und sie hat das Gefühl mit ihrem Schmerz vollkommen alleine zu sein. Als June eine Nachricht des jungen Mannes Toby erhält, der behauptet Finn genau so sehr zu lieben, beschließt sie gegen den Willen und hinter dem Rücken ihrer Mutter eine Freundschaft zu Toby aufzubauen.

    Meine Meinung

    Schon alleine bei der Auswahl des Buchtitels „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ hat Carol Rifka Brunt ein gutes Händchen besessen, denn er ist wunderbar poetisch, lässt gefährliches erahnen und steckt voller Verheißung auf eine bewegende und mitreißende Lektüre.

    Worte für dieses Debüt zu finden, die alle Emotionen und Gedanken einfängt und nur ansatzweise meine Begeisterung abbilden, scheint mir fast unmöglich. Dennoch möchte ich mein Bestes geben und mich daran versuchen die spezielle Atmosphäre von Carol Rifka Brunt’s Geschichte zu umschreiben.

    Vor allem der Facettenreichtum ist atemberaubend! Das etwas eigenbrötlerische Mädchen June wächst mit ihrer älteren Schwester Greta in einem behüteten Elternhaus heran. Mutter und Vater sind in der Buchmacherbranche tätig, so dass die Schwestern einen großen Teil des Jahres auf sich alleine gestellt sind – schließlich ist Steuersaison und da gilt es von morgens bis abends so einiges an Papierkram zu erledigen. Die Schwestern haben vielleicht gerade deshalb eine starke Bindung zueinander, doch diese ist seit einiger Zeit beschädigt und June kann sich nicht erklären warum ihre Schwester so abweisend und kalt zu ihr ist.

    "Manches von dem, was Greta sagte, war so scharf, dass ich tatsächlich spürte, wie ihre Worte mich aufschlitzen, hinein in meinen Bauch und mein Herz." (Sag den Wölfen, ich bin zu Hause, Seite 298)

    Die wohl wichtigste Bezugsperson in Junes Leben war ihr verständnisvoller und kluger Onkel Finn, der immer ein offenes Ohr für sie hatte und eine besondere Zeit mit ihr verbrachte. Gemeinsam besuchten sie Orte die für sie eine Bedeutung hatten (z. B. The Cloisters) und tranken Tee aus einer bemalten Kanne. Doch Finns Leben wurde durch eine Krankheit ein Ende gesetzt, die in den 80er Jahren zur Stigmatisierung führte (und auch heute noch dazu führen kann). Die Rede ist von AIDS. Junes Mutter fiel der Umgang mit dieser Krankheit äußert schwer und für all das Übel machte sie Finns „besonderen“ Freund Toby verantwortlich und selbst an Finns Beerdigung schneidet sie ihn.

    June tritt dem Thema AIDS im Gegensatz zu ihrer Mutter viel aufgeschlossener entgegen und als Toby den Kontakt zu ihr sucht, ringt sie sich zu einem Treffen mit dem ihr fremden Mann, dem Finn so nahe stand, durch und lernt ihn langsam besser kennen. Es entwickelt sich eine besondere Freundschaft die June sehr viel gibt, aber schlussendlich auch sehr viel Schmerz verspricht.

    "Das Leben schien ein immer enger werdender Tunnel zu sein. Im Augenblick der Geburt war der Tunnel riesengroß und unendlich lang. […] Dann, in exakt einer Sekunde nach der Geburt, verengte sich der Tunnel bereits um die Hälfte." (Sag den Wölfen, ich bin zu Hause, Seite 316)

    Ein weiterer Strang des Gesamtkunstwerkes ist das Gemälde von June und ihrer Schwester Greta, welches Finn vor seinem Tod fertig stellte und das den Titel „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ trägt. Von diesem Bild geht eine spezielle Faszination aus, die die Charaktere von Toby, June, Greta und Finns Schwester (die Mutter von June und Greta) miteinander wie durch ein durchsichtiges Netz verbindet.

    Dieser Debütroman wird aus zahlreichen Puzzleteilen zusammen gesetzt, wie die Probleme des Erwachsen Werdens, des sich Selbst Findens, die Schwierigkeiten und Schönheiten des Geschwister Habens und dann wird auch noch die heikle Sache mit der Homosexualität und AIDS in den 80er Jahren eingewoben. Carol Rifka Brunt hat mich allerdings nicht nur mit der Geschichte von ihrer schriftstellerischen Qualität überzeugen können, sondern vor allem mit ihrem Schreibstil, bei der jede Seite wie ein frisch bezogenes Bett zum reinlegen und reinkuscheln verführt.

    Fazit

    Carol Rifka Brunt ist eine Wortkünstlerin und ihr Debütroman ein absolutes Lesehighlight.

    ---------------------------------------------------------

    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 18.09.2018

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    JayLaFleurs avatar
    JayLaFleurvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Emotionaler Roman über Trauer und Freundschaft. Nicht gänzlich überzeugend bedingt durch die Figuren, die teilweise zu unsympathisch waren.
    „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ von Carol Rifka Brunt


    Klappentext
    » Manchmal verlierst du einen Menschen,
    um einen anderen zu gewinnen. «

    "Manche Verluste wiegen so schwer, dass sie nicht wiedergutzumachen sind. So geht es June Elbus, als ihr Onkel Finn stirbt, der Mensch, mit dem sie sich blind verstand, der ihr alles bedeutete. Doch mit ihrer Trauer ist sie nicht allein. Schon bald nach der Beerdigung stellt June fest, dass sie sich die Erinnerung an Finn teilen muss – mit jemandem, der sie mit einer schmerzhaften Wahrheit konfrontiert. Der sie aber auch lehrt, dass gegen die Bitternisse des Lebens ein Kraut gewachsen ist: Freundschaft und Mitgefühl."

    Meinung
    Der Roman wurde in den Himmel gelobt, Lobeshymnen wurden gesungen und da dachte ich mir, ich versuche mich auch mal an „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“, dem Debütroman der US-amerikanischen Schriftstellerin Carol Rifka Brunt. Leider kann ich aber keine Hymne auf das Buch singen, meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Den Hype kann ich nicht so ganz nachvollziehen…

    Anfangs hatte ich große Schwierigkeiten überhaupt in das Buch rein zu kommen, völlig abzutauchen und mich der Geschichte hinzugeben rund um die trauernde June. Die Handlung siecht leider nur so dahin, was dem Ganzen an Spannung und auch an Gefühlen nimmt… Und dabei ist die tiefe, unaussprechliche Trauer von June allgegenwärtig beschrieben.

    June ist zutiefst erschüttert über den Tod ihres Onkels und versucht die Traurigkeit auf ihre eigene Art und Weise zu bewältigen. In ihrer Trauer findet sie Halt. Die schönen Erinnerungen an ihren Onkel Finn helfen ihr, tragen sie fast sanftmütig durch die schwere Zeit. Unerwartet findet sie auch bei einer anderen Person Halt, von der sich bislang nichts wusste - dem Lebenspartner von Finn, sein Name ist Toby. June kann ihre Trauer und ihre Erinnerungen nun endlich teilen und verschließt sich nicht mehr gänzlich.

    Die Sprache der Autorin ist wunderschön und sehr emotional, so filigran und feinfühlig. Auch die Protagonisten werden wunderbar feinfühlig und detailliert beschrieben. Dennoch bleiben mir die meisten Figuren fremd und - leider! - auch ein wenig unsympathisch… Das ist für mich das größte Manko an dem sonst schönen, emotionalen Roman. Viele Gefühle kamen dadurch nicht bei mir an.

    Im letzten Drittel wurde es sehr gefühlslastig, da musste selbst ich ein paar Tränen wegwischen. Genau in diesem Moment wurde mir die komplette Tragweite von June’s Trauer bewusst. Wie unterschiedlich Menschen trauern, wie sie traurig sind, das gesamte Trauerverhalten.

    Fazit
    Ein emotionaler Roman über Trauer und Freundschaft. Leider nicht gänzlich überzeugend bedingt durch die Figuren, die mir teilweise zu unsympathisch waren.
    „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ bekommt zweieinhalb von fünf Sternen. 

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    lex-bookss avatar
    lex-booksvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Etwas langatmig, aber authentisch mit einigen wunderschönen Passagen. Thema Aids nur am Rande. 3,5 Pkt.
    Solide, hätte jedoch von einer Straffung profitiert - 3,5 Pkt

    „Sag den Wölfen, ich bin zuhause“ ist der Debütroman der 48jährigen Autorin Carol Rifka Brunt, der damit in Amerika 2012 ein Überraschungserfolg geglückt ist. Für die deutsche Leserschaft wurde er erst in diesem Jahr übersetzt. Die Geschichte spielt in den 80er Jahren, bringt das Thema Aids zur Sprache und wird aus Sicht der 14jährigen June erzählt. Mit der charakteristischen Stimme einer Jugendlichen zwischen Kind- und Erwachsensein: verspielt, begeisterungsfähig, schwärmerisch, mit dem starken Wunsch nach Anerkennung.

    Bedächtig schildert die Autorin Junes Gefühle nach dem Tod ihres an Aids verstorbenen Onkels Finn, den June über die Maßen bewundert hat und für den sie zarte Liebesgefühle hegte. Offen lässt sie June ihre Erlebnisse erzählen, in einem leichten, angenehmen Schreibstil.

    Eigentlich eine wunderbare Geschichte. Aber auch schleppend. Eigenwillig, teilweise eigenartig. Ich habe lange, sehr lange an diesem Buch gelesen. Neben der stillen Schönheit vieler Passagen, weist der Roman doch einige Längen und Wiederholungen auf. Junes Schwärmereien für ihren perfekten, großartigen Onkel Finn waren mir zu zahlreich, zu aufdringlich, fast schon zu kitschig. Aus Sicht einer 14-jährigen mag diese Art der Idealisierung realistisch sein, zu lesen fand ich sie anstrengend. Aber nicht anstößig – Junes aufschauende Liebe zu ihrem Onkel ist im Grunde ganz unschuldig. Und wie ich finde nicht unnormal für ein heranwachsendes Mädchen.

    Die Handlung ist insgesamt schwer zu greifen, die Konfliktpunkte werden nur schwach inszeniert und lösen sich am Ende in Wohlgefallen auf. Überraschend für mich war, dass die Stigmatisierung, die mit der Krankheit  Aids einherging, zwar zum Ausdruck kommt, nicht aber im Fokus steht. Vielmehr geht es um das besondere Beziehungsgeflecht innerhalb Junes Familie. Die zentralen Probleme sind nicht auf Finns Homosexualität zurückzuführen, sondern haben andere Ursachen.

    Da geht es einmal um Junes verwirrende Gefühle für ihren Onkel. Und um die Beziehung zu ihrer provokanten Schwester Greta. Außerdem um die Weigerung der Mutter (Finns Schwester), Vergangenes zu bewältigen. Die Vielzahl an kleinen, gärenden, aber nicht offen diskutierten Konfliktherde wirkt echt und natürlich – hier wird weder romantisiert, noch überspitzt. In welcher Familie ist schon immer heile Welt? In welcher Familie gibt es keine Kränkungen und keinen Streit?

    So kreisen die Kapitel wie ein Helikopter um verfestigte, emotionale Enttäuschungen und Verletzungen. Und um die Sprachlosigkeit, die daraus entsteht. Zaghaft verändern sich dabei die Standpunkte der Schwestern innerhalb des Romans. Angestoßen von einem Porträt, das Finn kurz vor seinem Tod von ihnen gemalt hat. Und auch von dem eigenwilligen Tobi, Finns Lebenspartner, der von den Eltern geschnitten wird, mit dem sich June – in ihrem Wunsch nach Trauerbewältigung – jedoch heimlich trifft.

    Die Figuren sind der Autorin gut gelungen. Wobei die problembehafte, störrische Greta der freundlichen, oft unsicheren June schnell die Show stiehlt. Für mich war Greta bei Weitem die interessanteste Figur, die die Geschichte mit ihrem besonderen Konfliktpotenzial stark bereichert hat. Das man - auch das muss ich sagen - etwas stimmiger hätte auflösen können. An ihrem Verhältnis zu June zeigt sich, wie schnell sich Menschen in ihren Gefühlen und Reaktionen verrennen. Wie leicht man sich einander entfremden kann und wertvolle Beziehungen in die Brüche gehen können. Umso wichtiger ist es, sich mitzuteilen und zu versuchen, andere Standpunkte zu verstehen. Eine gute Message, in die sich die Aids-Thematik einfügt!

    Fazit: Ein ruhiges, authentisch anmutendes Buch. Interessant, irgendwie. Und eigenwillig. Lesenswert, jedoch mit Längen!

    Kommentare: 2
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    Nina_Sollorz-Wagnervor einem Monat
    Kurzmeinung: June kommt nur schwer mit Finns Tod zurecht und auch der Tatsache, das es noch jemanden in seinem Leben gab von dem sie nichts wußte.
    Sag den Wölfen, ich bin zu Hause / eine faszinierende Geschichte

    In " Sag den Wölfen, ich bin zu Hause " kommt June nur schwer über den Verlust ihres geliebten Onkels hinweg.
    Doch wie sie bemerken muss, trauert sie nicht alleine um ihn und muss mit der Tatsache erst mal klar kommen.
    Da June nicht wusste, das es da noch jemanden in Finns Leben gab. Aber sie lernt daraus auch, das aus vielen negativen Gefühlen etwas positives werden kann.
    Die Story ist atemberaubend, abwechselungsreiche und spannend. 
    Man darf mit June mitfiebern und die verschiedensten Emotionen erleben.  Es gibt einiges zum schmunzeln aber auch die ein oder andere Träne zu vergiessen. 
    Ich musste das Buch in einem Rutsch durchlesen und konnte es nicht aus der Hand legen. 
    Das Buch bekommt von mir eine Lese  / Kaufempfehlung und 5 ⭐⭐⭐⭐⭐ Sterne. 

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    kupfis_buecherkistes avatar
    kupfis_buecherkistevor einem Monat
    Kurzmeinung: ein sehr emotionales Buch über die Vielseitigkeit der Liebe
    ein sehr emotionales Buch über die Vielseitigkeit der Liebe

    Manchmal hat man diese Bücher, bei denen man schon beim Cover und beim Titel das Gefühl hast, dass man diese unbedingt lesen sollte, und man manchmal schon im Gefühl hat, dass dieses Buch einen schwer beeindrucken wird. So erging es mir mit diesem Buch. 

    Gefühlt an einem Tag verschlungen, habe ich das Buch doch recht schnell durchgelesen. 

    June und Greta wohnen mit ihren Eltern in einem Vorort von New York. Als Junes Onkel Finn 1987 an Aids stirbt, bricht für June eine Welt zusammen. Sie hat mit Greta und ihrer Mutter die letzten Wochen mit Finn verbracht, der den zwei Schwestern sein letztes Bild widmet. June hat an Finns Tod doch sehr zu knabbern, hat sie doch viel Zeit mit ihm verbracht. Doch sie muss auch feststellen, dass sie Finn doch nur einseitig kennen gelernt hat, denn als sie auf und nach der Beerdigung Kontakt aufnimmt mit Toby, Finns Lebensgefährten, erfährt sie über Finn doch viel mehr, als sie erst gedacht hat. Toby teilt mit June einige Erinnerungen und verarbeitet mit ihr Finns Tod. June muss erkennen, dass sie nicht die Einzige ist, die um Finn trauert.

    June ist sehr fokussiert auf Finns Vergangenheit, aber auch auf die aktuelle Geschichte von Toby, so dass sie kaum anderes wahrnimmt. Ihre Eltern sind sehr mit der Abwicklung der Steuerunterlagen von Kunden beschäftigt, und somit kaum zuhause. Auch Junes ältere Schwester Greta scheint sich von June zu distanzieren, und das Verhältnis zwischen beiden ist sehr gespalten. Zudem kommt, dass Greta den Druck, den sie durch den Erfolg ihrer Schauspieltalente und erfolgreichen Theaterproduktionen hat, in Alkohol zu ertränken. Greta schafft es zwar, June hin und wieder auf Parties mitzuschleifen, die im Wald hinter der Schule stattfinden. Doch June ist in ihrer eigenen Welt so vergraben, dass sie kaum merkt, dass sie das Interesse des ein oder anderen Schulkameraden geweckt hat.

    Dieses Buch erzählt fast schon leise von den Gefühlen in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Liebe ist nicht an Alter, Geschlecht oder bestimmte Menschen gebunden. Liebe kann jeden treffen, in jedem Alter. Und Liebe kann den Partner betreffen, die Familie, aber auch Freundschaften. Und wie innig diese Gefühle auch sind, sie müssen gepflegt werden, und jeder empfindet diese Gefühle anders. Auch können Gefühle in kleinen Gesten sich wieder finden, sei es ein frisch aufgebrühter Tee in einer besonderen Teekanne, ein selbst gemaltes Bild oder in kleinen Notizen. Gefühle können aber auch als Hilfeschrei in den unterschiedlichsten Situationen dargestellt werden. 

    Carol Rifka Brunt hat in ihrem Debüt sprachlich eine Welt erschaffen, die ohne groß TamTam auskommt. Brunt beschreibt die Gefühle von zwei Schwestern, die mit der Pubertät klar kommen müssen, mit der ersten Liebe, den ersten Parties, der Schule, Freizeitverpflichtungen. Aber auch der Tod spielt eine wichtige Rolle. Wie trauern Eltern um ihre Geschwister, und wie die Kinder um ihre wichtigen Bezugspersonen?

    Sag den Wölfen, ich bin zuhause: Ein sehr emotionales Buch über einen Menschen, der sein Umfeld bis über den Tod hinaus geliebt hat, und versucht hat, ihnen eine lebendige Erinnerung zu schaffen mit der Bitte, sich gegenseitig aufeinander aufzupassen. Eine Familie ist nun man nichts anderes als ein Rudel, in dem jeder für den anderen da sein sollte. 

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    Lia48s avatar
    Lia48vor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein gelungener Coming-of-Age-Roman, rund um Krankheit, Tod, Trauerbewältigung, Hoffnung, Liebe und Freundschaft.
    Ein gelungener Coming-of-Age-Roman

    INHALT:
    June ist 14 Jahre alt, als eines Tages ihr geliebter, kranker Patenonkel Finn stirbt. Finn, der immer für sie da war. Finn, mit dem sie so viel Zeit verbracht hat. Finn - ihr bester Freund und Vertrauter. June ist untröstlich.
    Die Beziehung zu ihrer Schwester Greta, ist nicht mehr dieselbe wie früher. Warum musste Finn ausgerechnet ein gemeinsames Portrait seiner beiden Nichten malen und es ihnen hinterlassen?
    Und was hat es mit diesem Mann auf, dem June seit Finns Tod plötzlich immer wieder begegnet und um den ihre ganze Familie so ein großes Geheimnis macht?

    MEINUNG:

    Ein flüssiger Schreibstil, gepaart mit einer interessanten Geschichte, ließ mich teilweise regelrecht durch die Seiten fliegen. Ich mochte, wie die verschiedenen Themen miteinander verknüpft und zu einem runden Ganzen wurde.
    Insgesamt wirkte die Geschichte auf mich durch Inhalte wie Krankheit, Tod und Trauerbewältigung, jedoch die meiste Zeit etwas düster und melancholisch, weshalb ich das Buch dann doch immer wieder zur Seite gelegt habe (was kein Negativpunkt sein soll, sondern meiner Stimmung zuzuschreiben ist). Gleichzeitig beinhaltet das Buch aber auch Themen wie Hoffnung, Liebe und Freundschaft und hat mich immer wieder emotional mitgerissen.
    Die Geschichte wird aus Junes Ich-Perspektive geschildert. June tanzt manchmal aus der Reihe und hat ein großes Herz. Genau das hat sie auf mich sehr sympathisch wirken lassen.
    Besonders berührt haben mich die Schilderungen rund um die Beziehung der beiden Schwestern.
    An anderen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang gewünscht.

    FAZIT: Ein gelungener Coming-of-Age-Roman, rund um Krankheit, Tod, Trauerbewältigung, Hoffnung, Liebe und Freundschaft.

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    Buecherliebe22s avatar
    Buecherliebe22vor einem Monat
    Kurzmeinung: gut geschrieben aber letzten Endes bin ich ein wenig enttäuscht.
    Sag den Wölfen....

    Als ich den Titel las und das Cover dazu sag, musste ich unbedingt erfahren was sich dahinter verbirgt. 
    Es hat mich fast schon magisch angezogen.
    Das Buch ist gut geschrieben, aber leider hat es mich nicht so richtig gepackt. Irgendwie ist es doch manchmal ein wenig merkwürdig, eigentlich ist das nicht das richtig Wort aber ein besseres fällt mir nicht ein. Im Grunde geht es darum wie es nach dem Tod eines geliebten Menschen weiter geht, wie man damit umgeht wenn die erste liebe stirbt und wie man als Familie wieder zusammen findet. Mit der 14 jährigen Protagonistin konnte ich mich einfach nicht hineinversetzen.
    Alles in allem gut geschrieben, aber irgendwie bin ich doch enttäuscht. Es war einfach nicht mein Buch.

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    Lovely_Lilas avatar
    Lovely_Lilavor einem Monat
    Kurzmeinung: Liebenswerte Hauptfigur, sensible Behandlung schwieriger Themen & berührende Geschichte. Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!
    Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe

    * Die Rezension enthält leichte Spoiler! *

    ~ Bücher wie „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ sind der Grund, warum ich lese. Diese wundervolle, emotionale Coming-of-Age-Geschichte hat mich tief berührt und verdient tausend Mal mehr Aufmerksamkeit, als sie erhält. Jeder, der kein Herz aus Stein hat, sollte dieses einmalige Debüt gelesen haben. Mit ihrem ruhigen, eindringlichen Schreibstil, ihrer einzigartigen, liebenswerten Protagonistin, ihren liebevoll gezeichneten Nebenfiguren und ihrer feinfühligen, sensiblen Darstellung von schwierigen Themen wie Trauer, Erwachsenwerden und Freundschaft hat sich Carol Rifka Brunt ohne Umwege in mein Herz geschrieben. „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ ist für mich ein absolutes Jahreshighlight und eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe! ~

    Inhalt


    Finn hinterlässt seinen beiden Nichten June und Greta ein liebevoll gemaltes Portrait, als er viel zu früh durch eine rätselhafte Krankheit aus dem Leben gerissen wird. Junes Patenonkel und bester Freund, der ein angesehener Künstler war, wird von June schmerzlich vermisst, schien er doch der einzige Mensch in ihrem Leben zu sein, der sie verstand. Auf der Beerdigung ihres Onkels sieht das 15-jährige Mädchen zum ersten Mal Toby, Finns „speziellen Freund“. Angeblich hat er ihren Onkel mit der Krankheit angesteckt, ist also sein Mörder. Eines Tages erhält das Mädchen einen unerwarteten Brief: Toby will sie treffen…

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Verlag: Eisele
    Seitenzahl: 448
    Erzählweise: Ich-Erzähler, Präteritum
    Perspektive: aus weiblicher Perspektive (June)
    Kapitellänge: mittel
    Tiere im Buch: ♥ Es werden keine Tiere gequält, verletzt oder getötet. Im Gegenteil, eines wird sogar gerettet.

    Warum dieses Buch?

    Von selbst hätte ich vermutlich nicht einmal zum Buch gegriffen, so manche begeisterte Rezension hat mich dann aber doch überzeugt, es zu wagen – eine der besten Leseentscheidungen, die ich je getroffen habe!

    Meine Meinung

    Einstieg (+)

    „Meine Schwester Greta und ich saßen an diesem Nachmittag Modell für ein Gemälde, das mein Onkel Finn von uns anfertigte, weil er wusste, dass er bald sterben würde.“
    E-Book, Position 24

    Dieser ruhige und doch traurige Satz bereitet einen eigentlich schon darauf vor, was für ein emotionales Buch einen hier erwartet. Dennoch fiel mir der Einstieg nicht sofort leicht, bereits nach einigen Seiten jedoch befand ich mich schon mitten im Geschehen und wollte unbedingt weiterlesen.

    Schreibstil (♥)

    Carol Rifka Brunt ist eine großartige Geschichtenerzählerin: Mit ihrem anschaulichen, ruhigen, angenehmen Schreibstil, der in genau richtigem Maße komplex ist, zaubert sie einem gleichzeitig Tränen in die Augen und ein Lächeln ins Gesicht. Ich wäre ihr überallhin gefolgt. Mit ihren emotionalen, eindringlichen, immer wieder auch poetischen und weisen Worten schrieb die Autorin sich zielsicher direkt in mein Herz und sorgte dafür, dass ich so tief in die Geschichte eintauchte, dass ich nach der Lektüre nur schwer wieder an die Oberfläche zurückfand.

    „Ich starrte angestrengt nach draußen und versuchte, ein Muster zu erkennen. Dachte, wenn ich mich richtig bemühen würde, würden sich die Einzelteile der Welt wieder zu etwas zusammenfügen, das ich verstehen konnte.“ E-Book, Position 2391

    Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (♥)

    Warum lesen wir? Warum hören wir auch nicht damit auf, wenn wir das dritte zähe, langatmige Buch hintereinander beendet haben? Ganz einfach: Weil wir immerzu, zielstrebig und ausdauernd nach der Suche nach diesem einen Buch sind – nach diesem einen, das uns vollkommen mitreißt, uns auseinandernimmt und dann neu zusammensetzt. Nach diesem Buch, das seine Spuren in unserem Herzen hinterlässt und bei dem wir uns fühlen, als würden wir endlich heimkommen. „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ war dieses Buch für mich.

    Ich habe mich schleichend mit jeder Seite mehr in diese Geschichte verliebt, konnte im Alltag an kaum etwas anderes denken, weil meine Gedanken und mein Herz sich vollkommen darin verfangen hatten. Nach dem Lesen blieb ich erstmal sprachlos zurück, war ein einziger Ball aus den verschiedensten Emotionen: Traurigkeit, Glück, Begeisterung, Wehmut, dass die Geschichte vorbei ist. Das Buch wurde vom Wall Street Journal, vom Oprah Magazine, von Booklist und Kirkus Reviews zum besten Buch des Jahres gewählt und von vielen Kritikern gefeiert – kein Wunder! Dennoch hätte dieses Buch noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient, sollte eigentlich wochenlang auf der Bestsellerliste ganz oben stehen, denn dieses Buch sollte jeder, der kein Herz aus Stein hat, gelesen haben.

    In ihrer berührenden Coming-of-Age-Geschichte, die irgendwo zwischen Jugendbuch und Erwachsenenroman anzusiedeln ist, behandelt Carol Rifka Brunt schwierige Themen wie Aids, Trauer, Freundschaft, Vorurteile, Eifersucht, Emanzipation von der Familie, Alkohol- und Zigarettenmissbrauch, Selbstfindung, Erwachsenwerden, Schuld, Wahrheit, Geheimnisse und Liebe sensibel, tiefgreifend und mit viel Feingefühl. Besonders interessant waren nicht nur das Setting in den 80er-Jahren, sondern auch die Einstellung gegenüber Aids, die damals so stark von Unwissen und Vorurteilen geprägt war. Niemand wusste, woher diese Krankheit, die eng mit dem Thema Homosexualität verknüpft wurde, übertragen wurde. Die verschiedenen Facetten der Trauer und ihre schwierige Verarbeitung (inklusive unerwarteter Weinkrämpfe) werden von der Autorin unheimlich authentisch und berührend beschrieben. Wer schon einmal einen Menschen verloren hat, der ihm sehr nahestand, wird Junes Gefühle nur allzu gut wiedererkennen.

    Wer übrigens Angst hat, dass das Thema Kunst einen zu großen Teil im Buch einnimmt, den kann ich beruhigen: Das Portrait und Finn sind ein wichtiger Aspekt im Buch, aber sicher nicht der wichtigste. Dieses Thema ist nur eines von vielen, und es wird gelungen eingewebt. Viel steckt bei diesem Buch, das voller einzigartiger Metaphern und Symbole ist, zwischen den Zeilen, wird nur angedeutet. Carol Rifka Brunt ermutigt die LeserInnen, sich voll und ganz auf dieses tiefgründige Buch einzulassen und einen genaueren Blick zu riskieren.

    „Ich blieb einfach sitzen und gestattete dieser Bestie aus Traurigkeit, sich über meine Schultern zu legen, und wartete darauf, dass sie mir ins Ohr flüsterte, warum sie da war. Und genau das tat sie. Sie kroch ganz nah heran und flüsterte es mir ins Ohr.“ E-Book, Position 2696

    Protagonistin (♥)

    Ich habe June als Protagonistin wirklich von der ersten Seite an geliebt. Ihre Zuneigung ihrem Onkel gegenüber wird so ehrlich und zart beschrieben, spiegelt so gut die Hoffnungen und Ängste einer 15-Jährigen wider, dass man nicht anders kann, als von dieser liebevoll gezeichneten Figur beeindruckt zu sein. June ist mir sofort ans Herz gewachsen, denn ich mochte so vieles an ihr: ihre treffenden Beobachtungen menschlicher Verhaltensweisen, ihre tiefgründigen, interessanten Gedanken, die Tatsache, dass sie sich für ihre kleinen Verrücktheiten nicht schämt, ihre offene Einstellung und ihren Mut, ihrem Herzen zu folgen und für ihre Überzeugungen einzustehen. Ständig will man diese ruhige, intelligente Person von ihren Mitschülerinnen und ihrer oft sehr gemeinen Schwester beschützen. Sehr gelungen fand ich, wie die Autorin diese Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenwerden eingefangen hat: Stellenweise wirkt June kindlich, fast naiv, dann wieder sehr reif. Carol Rifka Brunt hat hier eine wundervolle, einzigartige, Figur mit Fehlern geschaffen, die für mich unvergesslich ist! (Sie hat mich übrigens sehr an Suzy aus „Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“ von Ali Benjamin erinnert - wenn euch also „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ gefallen hat, kann ich euch auch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen.)

    „Ich weiß alles über die Liebe, die zu groß ist, um in einem winzigen Gefäß verschlossen zu bleiben. Die überläuft und überall herausschwappt […] “ E-Book, Position 4420

    Figuren (♥)


    Doch auch die anderen Figuren hat die Autorin bis in die Nebencharaktere liebevoll ausgearbeitet, mit Stärken, Schwächen, Sorgen und Träumen versehen. Sie entwickeln sich glaubwürdig und ihre oft sehr komplizierten Beziehungen zueinander, die nicht selten voller Spannungen sind, werden gekonnt beschrieben. Vor allem Toby, der mit der Trauer um seinen Lebensgefährten sehr zu kämpfen hat, fand ich wundervoll. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen, ich wollte ihn eigentlich die ganze Zeit nur beschützen. Einziger Verbesserungsvorschlag: Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Figuren einfach einmal offen miteinander reden, so vieles wäre dadurch leichter geworden. Auch manche Aspekte hätten noch etwas klarer ausformuliert werden können.

    Spannung & Atmosphäre (♥)

    Kennt ihr das, wenn euch ein Buch so sehr gefällt, dass ihr es eigentlich genießen und ganz langsam lesen wollt? Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch trotzdem nicht davon losreißen könnt und es gierig und maßlos verschlingt? So ist es mir mit diesem Buch ergangen, der Drang weiterzulesen (und der Wunsch nach einem Happy End) war so stark, dass ich nicht dagegen ankämpfen konnte. Dieses Buch ist eine Gefühlsachterbahn, erweckt große, nuancierte Emotionen, bricht uns ständig das Herz und tröstet uns im selben Moment. Taschentücher bereithalten!

    „Die Sonne war mit ihrem Verschwinden beschäftigt, und ich dachte darüber nach, wie viele kleine Dinge in der Welt möglicherweise auf den Schultern von etwas Schrecklichem ruhten.“ E-Book, Position 3706

    Humor (♥)

    Nicht einmal hier könnte ich das Buch kritisieren, zwischendurch hat es mich nämlich durchaus zum Schmunzeln gebracht, beispielsweise wenn wieder ein Brief vom „Verein junger Falkner“ ins Haus flatterte.

    Geschlechterrollen (+/-)

    Sowohl Greta als auch June sind selbstbewusste Mädchen, und auch ihre Mutter arbeitet hart und gleichberechtigt mit ihrem Vater in Vollzeit, was bestimmt fortschrittlich ist für die damalige Zeit. Jedoch findet sich auch stets nur die Mutter in der Küche und kocht, der Vater scheint sich am Haushalt gar nicht zu beteiligen.

    Mein Fazit

    Bücher wie „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ sind der Grund, warum ich lese. Diese wundervolle, emotionale Coming-of-Age-Geschichte hat mich tief berührt und verdient tausend Mal mehr Aufmerksamkeit, als sie erhält. Jeder, der kein Herz aus Stein hat, sollte dieses einmalige Debüt gelesen haben. Mit ihrem ruhigen, eindringlichen Schreibstil, ihrer einzigartigen, liebenswerten Protagonistin, ihren liebevoll gezeichneten Nebenfiguren und ihrer feinfühligen, sensiblen Darstellung von schwierigen Themen wie Trauer, Erwachsenwerden und Freundschaft hat sich Carol Rifka Brunt ohne Umwege in mein Herz geschrieben. „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ ist für mich ein absolutes Jahreshighlight und eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!

    Dieses Buch würde ich mir auch noch als Print in meinem Regal wünschen (werde mir diesen Wunsch vermutlich bald erfüllen), und ich werde es in der nächsten Zeit mit Sicherheit exzessiv zu Geburtstagen verschenken. ;) Betrachtet das nächste Werk von Carol Rifka Brunt als gekauft, denn ich habe eine neue Lieblingsautorin für mich entdeckt.

    Leseempfehlung: Uneingeschränkte Leseempfehlung! Ich kann euch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen: Lasst euch darauf ein, lasst euch das Herz brechen, lasst euch trösten und (ganz wichtig):  Haltet Taschentücher bereit!

    Bewertung

    Idee, Themen, Botschaft: 5 Sterne ♥
    Worldbuilding: 5 Sterne ♥
    Ausführung: 5 Sterne ♥
    Einstieg: 4,5 Sterne
    Schreibstil: 5 Sterne ♥
    Protagonistin: 5 Sterne ♥
    Nebenfiguren: 5 Sterne ♥
    Atmosphäre: 5 Sterne ♥
    Spannung: 5 Sterne ♥
    Ende: 4,5 Sterne
    Emotionale Involviertheit: 5 Sterne ♥
    Geschlechterrollen: +/-

    Insgesamt:

    ❀❀❀❀❀♥

    Dieses Buch bekommt von mir 5 absolut verzauberte Lilien und natürlich auch ein Herz – und somit den Lieblingsbuchstatus!

    Kommentare: 4
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    J
    Jasmin_Ehrenbergvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein super Buch über Trauer, Freundschaft und Liebe
    Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

    Verlag: Eisele Verlag

    Hardcover

    448 Seiten

    Erschienen am 23.02.2018

    Wurde mir als Ebook von Netgalley zur Verfügung gestellt.



    Inhaltsangabe laut Verlag:

    Manchmal verlierst du 
    einen Menschen, 
    um einen anderen zu gewinnen.

    New York, 1987: Eigentlich gibt es nur einen Menschen, der June Elbus je verstanden hat, und das ist ihr Onkel Finn Weiss, ein berühmter Maler. Als Finn viel zu jung an einer Krankheit stirbt, deren Namen ihre Mutter kaum auszusprechen wagt, steht in Junes Leben kein Stein mehr auf dem anderen. Auf Finns Beerdigung bemerkt June einen scheuen jungen Mann, und ein paar Tage später bekommt sie ein Päckchen. Darin befindet sich die Teekanne aus Finns Apartment – und eine Nachricht von Toby, dem Fremden. Wer ist dieser Mann, der behauptet, Finn ebenso gut zu kennen wie June selbst? Zunächst ist June misstrauisch, doch dann beginnt sie sich heimlich mit Toby zu treffen, und sie erfährt, dass es gegen Trauer ein Heilmittel gibt: Freundschaft und Zusammenhalt.

     

    Inhalt:

     Wir erfahren eine Geschichte, die von Trauer und Vorurteilen spricht erzählt in der ICH-Form von der Hauptprotagonistin June. June hat Ihren Onkel Finn an die Krankheit Aids verloren. In dem Jahr 1987 indem die Geschichte spielt ist Aids noch eine mit sehr vielen Vorurteilen behaftete Krankheit. Die letzte gemeinsame Zeit verbringt June mit Finn, als er ein Porträt von ihr und ihrer Schwester Greta malt. Nach seinem Tod erfährt June das Finn einen festen Partner hatte. Ihre Familie macht den Partner Toby für Finns Tod verantwortlich. Toby nimmt Kontakt zu June auf um mit ihr zusammen um Finn zu trauern. Zusammen erzählen die beiden Geschichten über Finn.

     

    Meine Meinung:

    Der Schreibstil ist sehr flüssig. Die gewählte ICH-Form ist sehr passend gewählt, es hat mir die Möglichkeit gegeben mich noch mehr in June herein zu versetzen. Jeder Charakter ist detailreich beschrieben, mir sind die Protagonisten dadurch sehr ans Herz gewachsen. Der Inhalt konfrontiert uns mit Trauer, Wut und Hass. Alles wurde gut und realistisch geschildert. Das Ende war für mich zu einfach gehalten aber es stimmt mich durchaus zufrieden. Für mich ein 4 Sterne Buch.

     

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    brauneye29s avatar
    brauneye29vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Berührendes Jugendbuch
    Berührendes Jugendbuch

    Zum Inhalt:Schwer, etwas über den Inhalt zu spoilern. Sagen wir einfach es ist eine Geschichte über: Freundschaft, Familie,, das Erwachsenwerden und -sein, die erste Liebe, Eifersucht und Trauer.Meine Meinung:Mir war eigentlich gar nicht so richtig klar, dass es einerseits eher ein Jugendbuch ist, andererseits worum es eigentlich geht. Nach der Lektüre kann ich sagen, dass es ein Buch voller Gefühl in sämtlichen Ausprägungen ist, ein Buch über Unwissenheit, Krankheit, Liebe, Familie, Freundschaft, einfach ein Buch über das wahre Leben. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr gut lesbar und es kommt keine Langeweile auf. Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und gerade auch June hat mich sehr überzeugt. Fazit:Sehr bewegendes Jugendbuch, dass auch Erwachsene fesseln wird.

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