Carola Frentzen

 3.8 Sterne bei 10 Bewertungen
Autorin von Abyssinia.
Carola Frentzen

Lebenslauf von Carola Frentzen

Carola Frentzen wurde 1970 in der Nähe von Aachen geboren. Sie studierte Romanistik in Bonn und zog Mitte der 1990er Jahre für vierzehn Jahre nach Rom wo sie als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur tätig war. Neben ihrer journalistischen Arbeit folgte sie ihrem Fernweh und reiste um die halbe Welt. 2006 besuchte sie erstmals Äthiopien und begann dort mehrere Hilfsorganisationen zu unterstützen. Nach einem Jahr in Afrika zog Carola Frentzen nach Wien, wo sie wieder als Korrespondentin arbeitete. Derzeit lebt sie teils in Deutschland, teils in Äthiopien.

Alle Bücher von Carola Frentzen

Carola FrentzenAbyssinia
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Abyssinia
Abyssinia
 (10)
Erschienen am 01.08.2012

Interview mit Carola Frentzen

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich schreibe schon, seit ich ein Kind bin, jedoch bisher meistens Kurzgeschichten und Gedichte. Zudem bin ich seit vielen Jahren Journalistin, so dass das Schreiben schließlich zu meinem Beruf wurde. Vor vier Jahren habe ich eine Schreibprobe zu meinem jetzigen Agenten geschickt und daraufhin gleich einen Vertrag erhalten. Mein erstes Buch „Abyssinia“ wurde als Projekt mit zur Frankfurter Buchmesse genommen und wird von meinem jetzigen Verlag „Blanvalet“ am 21. März veröffentlicht.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Ich liebe gute Reiseliteratur, die mich in ferne Länder entführt, und unter den vielen Autoren besonders Bruce Chatwin und Bill Bryson - vor allem, weil es letzerer immer schafft, mich zum Schmunzeln zu bringen. Seit vielen Jahren haben mich zudem Paul Auster und Milan Kundera zum Schreiben inspiriert, ebenso wie die Gedichte von Hesse, Rilke und Walt Whitman.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Die Ideen für mein Buch habe ich während meines Jahres in Äthiopien bekommen. Ich reise gern und viel und lasse mich immer wieder von Menschen und Orten inspirieren. Oft notiere ich mir einfach nur Sätze, die mir spontan einfallen oder schreibe kurz Erlebnisse auf, die mir widerfahren sind, und die ich später in mein Buch einfließen lasse.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Mein Buch ist ja noch nicht veröffentlicht, deshalb habe ich noch keine Kontakte zu meinen Lesern. Ich werde aber eine Lesereise in Deutschland machen und habe mir eine eigene Webseite eingerichtet.

Wann und was liest Du selbst?

Ich lese selbst in fast jeder freien Minute und habe immer ein Buch in der Tasche. Derzeit lese ich viel Literatur über Afrika, darunter Erfahrungsberichte und Autobiographien von Menschen aus Darfur und Ruanda. Ich lasse mir gerne von Autoren, die Dinge selbst erlebt haben, all das erzählen, was nie in die Medien kommt. Besonders gerne mag ich auch Jon Krakauer sowie Abenteuerinnen wie Karen Blixen oder „Alleinflug“ von Elly Beinhorn.

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Rezension zu "Abyssinia" von Carola Frentzen

Abyssinia - Mein Jahr in Äthiopien von Carola Frentzen.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Carola Frentzen, Auslandskorrespondetin in Rom, gibt ihr Leben in Europa auf, um für ein Jahr mit ihrem Lebensgefährten Alessio nach Äthiopien zu ziehen. Dort betreut sie eine Hilfsorganisation, macht viele neue Erfahrungen und lernt nebenbei Land und Leute kennen.
Ich bewundere den Mut und Idealismus der Autorin. Für ein Jahr nach Äthiopien zu gehen, um dort (hoffentlich) etwas zu bewegen und das ohne recht zu wissen, was auf einen zukommen wird – das wäre nichts für mich
Doch genau das ist es, was Carola Frentzen und ihr damaliger Lebensgefährte Alessio tun. Die beiden gründen eine Hilfsorganisation (auch NGO), die jungen äthiopischen Männern und Frauen die nötigen Kenntnisse vermitteln soll, um ein eigenes Unternehmen zu gründen und erfolgreich zu führen. Ein Jahr bleiben die beiden vor Ort, um ihr Projekt zu betreuen und lernen Äthiopien auf einen ganz neue, manchmal wunderschöne, manchmal sehr frustrierende und herzzerreißende Art und Weise kennen, die gewöhnlichen Reisenden verschlossen bleibt. 
Carola Frentzen berichtet eingängig von ihrem Fernweh und davon, wie der Gedanke in ihr reifte sich von ihrem langjährigen Zuhause der ewigen Stadt loszusagen und sich Hals über Kopf in das Abenteuer Afrika zu stürzen. Sie erzählt mir von dem täglichen Chaos in Äthiopiens Hauptstadt Adis Abeba und davon wie die Afrikaner ihre Glückseligkeit in der Muße finden, während Europäer nur für die Zukunft leben und dabei die Schönheit des einzelnen Tages nicht sehen. 
Sie schreibt von der Zärtlichkeit der Äthiopier, ihrer Freundlichkeit und der Kraft, welche sie aus ihren Traditionen ziehen – besonders die Beschreibung der, im Land weit verbreiteten, Kaffeezeremonie hat mich beeindruckt, so dass ich mir für die Zukunft vornehme, dieses heiße Getränk nicht mehr herunter zu stürzen, sondern gebührend zu zelebrieren.
Carola Frentzen spricht aber auch die unbequemen Themen an, denn diese gehören genauso wie das Gute und Schöne zu ihrem äthiopischen Alltag. Sie erzählt von der Bürokratie, die es scheinbar darauf abgesehen hat den NGOs die Hilfsarbeit zu erschweren, von den grausamen Initiationsriten der Afrikaner, wie zum Beispiel die weibliche Beschneidung(FGM) oder das Einritzen der Augenlider bei kleinen Kindern, was dazu führen kann, dass diese Erblinden. 
Sie schreibt davon, wie ihr Lebensgefährte Opfer der äthiopischen Willkürjustiz wird und nur mit Mühe seine Unschuld beweisen kann und aus dem Gefängnis entlassen wird. 
Sie zeichnet ein glaubhaftes Bild von Armut und dem Teufelskreis, in den sie oft ganze Dörfer reißt - die ihre Kinder nicht in Lumpen zur Schule schicken wollen, welche dann aber ohne Ausbildung da stehen und kein Geld verdienen können, was wiederum dem Dorf zu Gute gekommen wäre. 
Geschichten wie diese, von hungernden Afrikanern, die sich nicht einmal ärztliche Hilfe leisten können, von Frauen, die ihre Babys im Bauch sterben lassen müssen, da das Narbengewebe ihrer FGM sich nicht dehnen kann um das Kind frei zugeben, von perspektivlosen Khat kauenden Männern und hart arbeitenden Frauen, machen mir das Herz schwer und der Drang zu helfen wird unleugbar groß. 
Was mich freut ist, dass die Autorin in ihrem Buch nicht nur von diesen Missständen erzählt sondern auch von den Menschen, die im Land sind um zu helfen. Zum Beispiel von einer amerikanischen Kosmetikvertreterin, die jedes Jahr 6 Monate nach Äthiopien reist und sich um Frauen mit Blasen-Scheiden-Fisteln kümmert, von einer Engländerin, die Familienpatenschaften an Europäer vermittelt, bei denen wirklich jeder letzte Cent an die afrikanischen Patenkinder geht und nicht für Verwaltungskosten verbraucht wird, und natürlich von ihren eigenen Mühen und Erfolgen äthiopischen jungen Menschen das Rüstzeug zu geben, mit dem sie sich aus einem Leben in Armut befreien können.
Neben den vielen Informationen zu Land und Leuten, schreibt die Autorin auch von ihren privaten Gedanken, Gefühlen und der Trennung von ihrem Lebensgefährten Alessio, welche ihre Zeit in Äthiopien deutlich beeinflusst hat. So komplettiert sie ihre Erzählung und ich habe das Gefühl sie nach Afrika begleitet zu haben. Wie einem guten Freund vertraut sie dem Leser selbst ihre geheimsten Sehnsüchte und Befürchtungen an und schafft so, dass man sie nicht nur als die mutige NGO-Leiterin in Äthiopien, sondern auch als facettenreiche Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen in sein Herz schließt.
Carola Frentzen geht nach einem Jahr Äthiopien zurück zu ihrer Korrespondentenstelle in der EU, im Land bleiben ihre Schüler, die sich erfolgreiche, selbstständige Existenzen aufgebaut haben. 
Und ich, die ich diese Frau bewundere, wie ich selten einen anderen Menschen bewundert habe, sitze sprachlos in meinem Lesesessel, gerührt und beeindruckt zugleich.

Es handelt sich hier um ein sehr lesenswertes Buch, welches ich jedem unbedingt ans Herz lege. Es ist ein besonderer Leckerbissen, für Afrika-Begeisterte.
Also lies dieses Buch, wenn Du eine beeindruckende Frau kennen lernen willst. Lies dieses Buch, wenn Du das wahre Äthiopien sehen willst. Lies dieses Buch, selbst wenn Du keinen Grund dafür hast. Lies es einfach.

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Schnuffelchens avatar

Rezension zu "Abyssinia" von Carola Frentzen

Ein Buch, das berührt
Schnuffelchenvor 6 Jahren

Inhalt: 
Carola Frentzen ist eine erfolgreichen Journalistin in Rom als sie durch ihren Lebensgefährten Äthiopien besucht. Dort ist sie mit einer Realität konfrontiert, die für sie schwer zu ertragen ist. Und in ihr reift der Wunsch zu helfen. Doch einfach Geld in die Menge "zu werfen", das sieht sie auf den ersten Blick, ist keine Hilfe und so sucht sie nach einem anderen Weg. die Weg heißt Hilfe zur Selbsthilfe. Und dafür nimmt sie sich 1 Jahr frei und zieht nach Addis Abeba. 

Meine Meinung: 
Dieses Buch hat meine Einstellung, das es für jedes Buch die richtige und auch eine falsche Zeit gibt, voll bestätigt. Als ich dieses Buch im letzten Jahr bekommen habe, war definitiv die falsche Zeit. Ich konnte mich überhaupt nicht mit dem Buch und seinem Inhalt anfreunden. Sicher ich fand das Cover super schön und auch die Beschreibung interessant. Doch als ich es zu lesen begonnen habe, da machte es einfach nicht Klick, ganz im Gegenteil ich sperrte mich innerlich regelrecht dagegen. Warum - konnte ich selbst nicht sagen. Vor ein paar Tagen habe ich es dann durch Zufall wieder in die Hand genommen und irgendwie war jetzt die richtige Zeit für dieses Buch. Ich habe es kaum aus der Hand legen können. 

Carola Frentzen beschreibt darin Ihre Eindrücke von Äthiopien, wie sie auf dieses Land und die dortigen Menschen reagiert hat. Und wie diese auf sie reagierten. Wie sie auf die Idee kam, doch ein Jahr zu verbringen und eine NGO ins leben zu rufen. Wie sie ihr erfolgereiche Karriere als Auslandskorrespondentin in Italien auf Eis gelegt hat, um ein neuen Leben in Äthiopien zu beginnen. Und vor allem erzählt sie darüber was ihr das Land gegeben hat, aber auch genommen hat. 
Dabei nimmt sie einen ganz für das Land ein. Auch die Fotos in der Buchmitte helfen einem ein ganz anderes Bild dieses Landes zu bekommen, als in den Medien immer wieder zeigen. 
Sie berichtet von ihren Erfahrungen mit Menschen, die sich durchs leben betteln, von Menschen, die Träume haben und diese mit aller Energie umsetzen - ihre Erfahrungen mit Bestechungen, Drohungen, aber auch mit Freundschaft und Liebe. 

Ich schätze meine Schwierigkeiten kamen vor allem durch die nicht klare zeitliche Abfolge. Anfangs gab es kaum etwas, woran man eine Zeitlinie auch nur erahnen konnte, bis die Autorin plötzlich etwas von 6 Wochen erzählte, und man selbst aber das Gefühl von 6 Monaten hatte, so viel ist passiert. Auch zwischenzeitlichen Rückblenden haben mich etwas verwirrt. Ich schätze allerdings, das auch für die Autorin während der Erlebnisse nicht im gewohnten Zeitraum vergangen ist. 

Insgesamt hat mich dieses Buch schockiert, berührt und mich überrascht. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr die Meinung über ein Land von den einseitigen Berichterstattung in den einschlägigen Medien bestimmt wird und wie sehr es sich dann doch von der Realität unterscheiden kann. Denn nicht alles ist so trostlos, wie es immer hingestellt wird. Äthiopien erlebt viel tragisches, doch es gibt den Mut zur Veränderungen und das ist tröstlich. Ich bin sehr froh, das ich diesem Buch noch ein Chance gegeben habe.

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Rezension zu "Abyssinia" von Carola Frentzen

Rezension zu "Abyssinia" von Carola Frentzen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

In Abyssinia beschreibt die Autorin und Journalistin Carola Frentzen ihre Erfahrungen aus ihrem 1 jährigem Aufenthalt in Äthiopien. Sie hat ihr „behütetes“, organisiertes Leben innerhalb der Zivilisation Europas hinter sich gelassen um vor Ort den Menschen zu helfen, etwas zu bewegen und zu verändern. Sie teilt ihre Gedanken, ihre Ängste und Empfindungen mit dem Leser. Beschreibt ihre Zwiespältigkeit und die der Menschen in dem Land des Aufbruchs und Elends. Es gibt Reichtum und Armut, kaum etwas dazwischen. Das Elend überwiegt, nimmt die Autorin und einem selbst beim Lesen sichtlich mit. Man durchlebt unterschiedlichste Gefühle, ist bedrückt und erschüttert, hinterfragt und überdenkt sein eigenes Leben, wie gut man selbst es doch hat, trotz Unzufriedenheit an gewissen Punkten.

Mit einfachen Worten beschreibt sie eingehend und sehr intensiv die Lage und Gefühle der Menschen in diesem Land. Je mehr man liest, desto mehr kann man sich in die Lage der Autorin hineinversetzen und bekommt ein Gespür für das Land und seine Bewohner. Man spürt deutlich wie sehr ihr das Land und diese Menschen ans Herz gewachsen sind, wie sie etwas verändern möchte, einen Schritt mehr in Richtung Aufbruch zu tätigen doch der Weg ist steinig und die Probleme verflüchtigen sich nicht einfach so von Heute auf Morgen. So muss auch Carola Frentzen mit Rückschlägen zurechtkommen, die ihrer Arbeit betreffend und auch ihres eigenen Lebens, diese sich aus der Entscheidung sich diese Auszeit in Afrika zu nehmen ergeben haben.

Carola Frentzen zeigt in ihrem Buch Facetten des Landes, die Jenseits von dem sind was man sonst so in den Nachrichten oder Dokumentationen mitbekommt. Ein Land geprägt von bitterster Armut auf der einen Seite und unermesslichem Reichtum auf der Anderen. Korruption, Spendengelder die nicht dort zum Einsatz kommen wo sie eigentlich sollten, veraltete, teils auch grausame Sitten stehen an der Tagesordnung. Dieses Dinge sind viel zu tief verwurzelt, als das sie sich einfach so mit Hilfe und Aufklärung verändern lassen. Doch wo Dunkelheit ist, ist auch Licht und auch dieses Land hat seine schöne Seiten, diese die Autorin zum Vorschein bringt. Man kann förmlich spüren wie tief ihre Liebe zu diesem Land geht, sie ist fasziniert und verzaubert, und das überträgt sich auch beim Lesen auf einen selber. Ein Buch über Menschen die Hoffnung haben und die Ermutigung brauchen, eine kleine Hilfestellung um mehr aus dem zu machen was sie haben.

„Abyssinia“ eine bewegende und beeindruckende Liebeserklärung an ein besonderes Land, von einer starken Frau die sich nicht hat unterkriegen lassen und unerschütterlich ihren Weg gegangen ist um ein besonderes Land und den dortigen Bewohnern zu helfen. Hoffnung haben und schenken, man darf niemals aufhören zu Hoffen und an Besserung zu glauben, denn so klein die Hilfe auch sein mag, sie ist von großer Bedeutung und von Nöten um diese Welt ein Stück besser zu machen.

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