Carola Frentzen Abyssinia

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Inhaltsangabe zu „Abyssinia“ von Carola Frentzen

Ich habe einen Traum von Afrika ... 2008 zieht die Journalistin Carola Frentzen nach Äthiopien, um mit ihrem Lebensgefährten eine Hilfsorganisation aufzubauen. Archaische Riten und Moderne, Herzlichkeit und Offenheit, aber auch Gleichgültigkeit und Korruption – die Gegensätze des Landes lassen sich manchmal ebenso schwer ertragen wie das Scheitern ihrer Liebe. Als Carola Frentzen nach einem Jahr schweren Herzens Abschied von ihrer zweiten Heimat nimmt, hat nicht nur sie das Leben vieler Menschen verändert – auch Äthiopien hat sie vieles gelehrt.

Eine einzige große Liebeserklärung an dieses Land und seine Menschen.

— Klusi

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  • Abyssinia - Mein Jahr in Äthiopien von Carola Frentzen.

    Abyssinia

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2013 um 03:36

    Carola Frentzen, Auslandskorrespondetin in Rom, gibt ihr Leben in Europa auf, um für ein Jahr mit ihrem Lebensgefährten Alessio nach Äthiopien zu ziehen. Dort betreut sie eine Hilfsorganisation, macht viele neue Erfahrungen und lernt nebenbei Land und Leute kennen. Ich bewundere den Mut und Idealismus der Autorin. Für ein Jahr nach Äthiopien zu gehen, um dort (hoffentlich) etwas zu bewegen und das ohne recht zu wissen, was auf einen zukommen wird – das wäre nichts für mich.  Doch genau das ist es, was Carola Frentzen und ihr damaliger Lebensgefährte Alessio tun. Die beiden gründen eine Hilfsorganisation (auch NGO), die jungen äthiopischen Männern und Frauen die nötigen Kenntnisse vermitteln soll, um ein eigenes Unternehmen zu gründen und erfolgreich zu führen. Ein Jahr bleiben die beiden vor Ort, um ihr Projekt zu betreuen und lernen Äthiopien auf einen ganz neue, manchmal wunderschöne, manchmal sehr frustrierende und herzzerreißende Art und Weise kennen, die gewöhnlichen Reisenden verschlossen bleibt.  Carola Frentzen berichtet eingängig von ihrem Fernweh und davon, wie der Gedanke in ihr reifte sich von ihrem langjährigen Zuhause der ewigen Stadt loszusagen und sich Hals über Kopf in das Abenteuer Afrika zu stürzen. Sie erzählt mir von dem täglichen Chaos in Äthiopiens Hauptstadt Adis Abeba und davon wie die Afrikaner ihre Glückseligkeit in der Muße finden, während Europäer nur für die Zukunft leben und dabei die Schönheit des einzelnen Tages nicht sehen.  Sie schreibt von der Zärtlichkeit der Äthiopier, ihrer Freundlichkeit und der Kraft, welche sie aus ihren Traditionen ziehen – besonders die Beschreibung der, im Land weit verbreiteten, Kaffeezeremonie hat mich beeindruckt, so dass ich mir für die Zukunft vornehme, dieses heiße Getränk nicht mehr herunter zu stürzen, sondern gebührend zu zelebrieren. Carola Frentzen spricht aber auch die unbequemen Themen an, denn diese gehören genauso wie das Gute und Schöne zu ihrem äthiopischen Alltag. Sie erzählt von der Bürokratie, die es scheinbar darauf abgesehen hat den NGOs die Hilfsarbeit zu erschweren, von den grausamen Initiationsriten der Afrikaner, wie zum Beispiel die weibliche Beschneidung(FGM) oder das Einritzen der Augenlider bei kleinen Kindern, was dazu führen kann, dass diese Erblinden.  Sie schreibt davon, wie ihr Lebensgefährte Opfer der äthiopischen Willkürjustiz wird und nur mit Mühe seine Unschuld beweisen kann und aus dem Gefängnis entlassen wird.  Sie zeichnet ein glaubhaftes Bild von Armut und dem Teufelskreis, in den sie oft ganze Dörfer reißt - die ihre Kinder nicht in Lumpen zur Schule schicken wollen, welche dann aber ohne Ausbildung da stehen und kein Geld verdienen können, was wiederum dem Dorf zu Gute gekommen wäre.  Geschichten wie diese, von hungernden Afrikanern, die sich nicht einmal ärztliche Hilfe leisten können, von Frauen, die ihre Babys im Bauch sterben lassen müssen, da das Narbengewebe ihrer FGM sich nicht dehnen kann um das Kind frei zugeben, von perspektivlosen Khat kauenden Männern und hart arbeitenden Frauen, machen mir das Herz schwer und der Drang zu helfen wird unleugbar groß.  Was mich freut ist, dass die Autorin in ihrem Buch nicht nur von diesen Missständen erzählt sondern auch von den Menschen, die im Land sind um zu helfen. Zum Beispiel von einer amerikanischen Kosmetikvertreterin, die jedes Jahr 6 Monate nach Äthiopien reist und sich um Frauen mit Blasen-Scheiden-Fisteln kümmert, von einer Engländerin, die Familienpatenschaften an Europäer vermittelt, bei denen wirklich jeder letzte Cent an die afrikanischen Patenkinder geht und nicht für Verwaltungskosten verbraucht wird, und natürlich von ihren eigenen Mühen und Erfolgen äthiopischen jungen Menschen das Rüstzeug zu geben, mit dem sie sich aus einem Leben in Armut befreien können. Neben den vielen Informationen zu Land und Leuten, schreibt die Autorin auch von ihren privaten Gedanken, Gefühlen und der Trennung von ihrem Lebensgefährten Alessio, welche ihre Zeit in Äthiopien deutlich beeinflusst hat. So komplettiert sie ihre Erzählung und ich habe das Gefühl sie nach Afrika begleitet zu haben. Wie einem guten Freund vertraut sie dem Leser selbst ihre geheimsten Sehnsüchte und Befürchtungen an und schafft so, dass man sie nicht nur als die mutige NGO-Leiterin in Äthiopien, sondern auch als facettenreiche Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen in sein Herz schließt. Carola Frentzen geht nach einem Jahr Äthiopien zurück zu ihrer Korrespondentenstelle in der EU, im Land bleiben ihre Schüler, die sich erfolgreiche, selbstständige Existenzen aufgebaut haben.  Und ich, die ich diese Frau bewundere, wie ich selten einen anderen Menschen bewundert habe, sitze sprachlos in meinem Lesesessel, gerührt und beeindruckt zugleich. Es handelt sich hier um ein sehr lesenswertes Buch, welches ich jedem unbedingt ans Herz lege. Es ist ein besonderer Leckerbissen, für Afrika-Begeisterte. Also lies dieses Buch, wenn Du eine beeindruckende Frau kennen lernen willst. Lies dieses Buch, wenn Du das wahre Äthiopien sehen willst. Lies dieses Buch, selbst wenn Du keinen Grund dafür hast. Lies es einfach.

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  • Ein Buch, das berührt

    Abyssinia

    Schnuffelchen

    20. March 2013 um 14:03

    Inhalt:  Carola Frentzen ist eine erfolgreichen Journalistin in Rom als sie durch ihren Lebensgefährten Äthiopien besucht. Dort ist sie mit einer Realität konfrontiert, die für sie schwer zu ertragen ist. Und in ihr reift der Wunsch zu helfen. Doch einfach Geld in die Menge "zu werfen", das sieht sie auf den ersten Blick, ist keine Hilfe und so sucht sie nach einem anderen Weg. die Weg heißt Hilfe zur Selbsthilfe. Und dafür nimmt sie sich 1 Jahr frei und zieht nach Addis Abeba.  Meine Meinung:  Dieses Buch hat meine Einstellung, das es für jedes Buch die richtige und auch eine falsche Zeit gibt, voll bestätigt. Als ich dieses Buch im letzten Jahr bekommen habe, war definitiv die falsche Zeit. Ich konnte mich überhaupt nicht mit dem Buch und seinem Inhalt anfreunden. Sicher ich fand das Cover super schön und auch die Beschreibung interessant. Doch als ich es zu lesen begonnen habe, da machte es einfach nicht Klick, ganz im Gegenteil ich sperrte mich innerlich regelrecht dagegen. Warum - konnte ich selbst nicht sagen. Vor ein paar Tagen habe ich es dann durch Zufall wieder in die Hand genommen und irgendwie war jetzt die richtige Zeit für dieses Buch. Ich habe es kaum aus der Hand legen können.  Carola Frentzen beschreibt darin Ihre Eindrücke von Äthiopien, wie sie auf dieses Land und die dortigen Menschen reagiert hat. Und wie diese auf sie reagierten. Wie sie auf die Idee kam, doch ein Jahr zu verbringen und eine NGO ins leben zu rufen. Wie sie ihr erfolgereiche Karriere als Auslandskorrespondentin in Italien auf Eis gelegt hat, um ein neuen Leben in Äthiopien zu beginnen. Und vor allem erzählt sie darüber was ihr das Land gegeben hat, aber auch genommen hat.  Dabei nimmt sie einen ganz für das Land ein. Auch die Fotos in der Buchmitte helfen einem ein ganz anderes Bild dieses Landes zu bekommen, als in den Medien immer wieder zeigen.  Sie berichtet von ihren Erfahrungen mit Menschen, die sich durchs leben betteln, von Menschen, die Träume haben und diese mit aller Energie umsetzen - ihre Erfahrungen mit Bestechungen, Drohungen, aber auch mit Freundschaft und Liebe.  Ich schätze meine Schwierigkeiten kamen vor allem durch die nicht klare zeitliche Abfolge. Anfangs gab es kaum etwas, woran man eine Zeitlinie auch nur erahnen konnte, bis die Autorin plötzlich etwas von 6 Wochen erzählte, und man selbst aber das Gefühl von 6 Monaten hatte, so viel ist passiert. Auch zwischenzeitlichen Rückblenden haben mich etwas verwirrt. Ich schätze allerdings, das auch für die Autorin während der Erlebnisse nicht im gewohnten Zeitraum vergangen ist.  Insgesamt hat mich dieses Buch schockiert, berührt und mich überrascht. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr die Meinung über ein Land von den einseitigen Berichterstattung in den einschlägigen Medien bestimmt wird und wie sehr es sich dann doch von der Realität unterscheiden kann. Denn nicht alles ist so trostlos, wie es immer hingestellt wird. Äthiopien erlebt viel tragisches, doch es gibt den Mut zur Veränderungen und das ist tröstlich. Ich bin sehr froh, das ich diesem Buch noch ein Chance gegeben habe.

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  • Rezension zu "Abyssinia" von Carola Frentzen

    Abyssinia

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. December 2011 um 16:16

    In Abyssinia beschreibt die Autorin und Journalistin Carola Frentzen ihre Erfahrungen aus ihrem 1 jährigem Aufenthalt in Äthiopien. Sie hat ihr „behütetes“, organisiertes Leben innerhalb der Zivilisation Europas hinter sich gelassen um vor Ort den Menschen zu helfen, etwas zu bewegen und zu verändern. Sie teilt ihre Gedanken, ihre Ängste und Empfindungen mit dem Leser. Beschreibt ihre Zwiespältigkeit und die der Menschen in dem Land des Aufbruchs und Elends. Es gibt Reichtum und Armut, kaum etwas dazwischen. Das Elend überwiegt, nimmt die Autorin und einem selbst beim Lesen sichtlich mit. Man durchlebt unterschiedlichste Gefühle, ist bedrückt und erschüttert, hinterfragt und überdenkt sein eigenes Leben, wie gut man selbst es doch hat, trotz Unzufriedenheit an gewissen Punkten. Mit einfachen Worten beschreibt sie eingehend und sehr intensiv die Lage und Gefühle der Menschen in diesem Land. Je mehr man liest, desto mehr kann man sich in die Lage der Autorin hineinversetzen und bekommt ein Gespür für das Land und seine Bewohner. Man spürt deutlich wie sehr ihr das Land und diese Menschen ans Herz gewachsen sind, wie sie etwas verändern möchte, einen Schritt mehr in Richtung Aufbruch zu tätigen doch der Weg ist steinig und die Probleme verflüchtigen sich nicht einfach so von Heute auf Morgen. So muss auch Carola Frentzen mit Rückschlägen zurechtkommen, die ihrer Arbeit betreffend und auch ihres eigenen Lebens, diese sich aus der Entscheidung sich diese Auszeit in Afrika zu nehmen ergeben haben. Carola Frentzen zeigt in ihrem Buch Facetten des Landes, die Jenseits von dem sind was man sonst so in den Nachrichten oder Dokumentationen mitbekommt. Ein Land geprägt von bitterster Armut auf der einen Seite und unermesslichem Reichtum auf der Anderen. Korruption, Spendengelder die nicht dort zum Einsatz kommen wo sie eigentlich sollten, veraltete, teils auch grausame Sitten stehen an der Tagesordnung. Dieses Dinge sind viel zu tief verwurzelt, als das sie sich einfach so mit Hilfe und Aufklärung verändern lassen. Doch wo Dunkelheit ist, ist auch Licht und auch dieses Land hat seine schöne Seiten, diese die Autorin zum Vorschein bringt. Man kann förmlich spüren wie tief ihre Liebe zu diesem Land geht, sie ist fasziniert und verzaubert, und das überträgt sich auch beim Lesen auf einen selber. Ein Buch über Menschen die Hoffnung haben und die Ermutigung brauchen, eine kleine Hilfestellung um mehr aus dem zu machen was sie haben. „Abyssinia“ eine bewegende und beeindruckende Liebeserklärung an ein besonderes Land, von einer starken Frau die sich nicht hat unterkriegen lassen und unerschütterlich ihren Weg gegangen ist um ein besonderes Land und den dortigen Bewohnern zu helfen. Hoffnung haben und schenken, man darf niemals aufhören zu Hoffen und an Besserung zu glauben, denn so klein die Hilfe auch sein mag, sie ist von großer Bedeutung und von Nöten um diese Welt ein Stück besser zu machen.

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  • Rezension zu "Abyssinia" von Carola Frentzen

    Abyssinia

    Damaris

    05. October 2011 um 14:37

    Der erste Satz: Wieso Äthiopien? * Zusammen mit ihrem Freund war es Carola Frentzens großer Traum nach Äthiopien zu gehen. Nachdem sie allen Mut zusammennahm und ihren Arbeitgeber um eine einjährige Auszeit bat, konnte Sie sich diesen Traum für ein Jahr ermöglichen. Viele Leser werden sich gerade diesen ersten Satz fragen: "Warum gerade Äthiopien? Warum verspürt ein Mensch, trotz guter Arbeit und angenehmem Leben, den Wunsch, ein Hilfsprojekt in einem der ärmsten Länder der Erde zu betreuen?". In ihrem Buch "Abyssinia: Mein Jahr in Äthiopien" gibt Frau Frentzen darüber Auskunft und erzählt von ihrer Zeit in diesem wunderbaren Land, wo Freude und Leid so nahe beieinander liegen. Sie schildert ihre Eindrücke und räumt so manches Vorurteil beiseite. Schon ziemlich am Anfang ihrer Geschichte macht Frau Frentzen klar, warum sie das Land so liebt: * Werden sie (die Menschen in Äthiopien) je verstehen, aus welcher Welt ich komme und welche belanglosen Probleme mich plagen? Wie könnten sie es verstehen? In einer Welt, in der es so oft um Leben und Tod, um Hunger und Durst, um Malaria und AIDS geht, scheinen meine Sorgen alle so klein. Und vielleicht ist es das, was ich an Äthiopien so liebe: dass das Land nämlich die Dinge in die richtige Perspektive rückt. S. 15 * Wenn man ein Buch zur Hand nimmt und sich nach der Einführung im ersten Kapitel bereits verstohlen die Rührungstränen aus den Augenwinkeln wischt, dann scheint die Autorin alles richtig gemacht zu haben! Und ab da weiß man, diese Erfahrungsgeschichte wird nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen sein, sondern die Augen auch vor Misständen und "harter Kost" nicht verschießen. Natürlich hat jeder Leser von Äthiopien ein entsprechendes Bild vor Augen, welches die Medien zusätzlich noch unterstützen. Frau Frentzen beleuchtet in ihrem Buch aber nicht nur die schlimmen Dinge, wie Armut, Hunger und Elend, sondern zeigt auch eine Seite des Landes, die den meisten Menschen verborgen bleibt. Nämlich, dass man mit kleinen Dingen etwas bewegen kann, lustige Begebenheiten mit herzlichen Menschen, und kleine und größere Erfolgsgeschichten, die berühren. Gerade das mach die Geschichte sehr besonders. * Die Sprache ist in lockerer Erzählform geschrieben. Man gewinnt sofort den Eindruck, Frau Frentzen würde einem gegenübersitzen und, wie einer guten Freundin, die Geschichte persönlich erzählen. Dabei bleibt sie nicht allgemein, sondern geht auf die verschiedensten Dinge ein. So erhält der Leser einen sehr guten Gesamtüberblick über Äthiopien. Die Einwohner, Landesgeschichte, Politik und Einzelschicksale ergeben eine gute Mischung für diese spannende Erzählung. Außerdem konzentriert sich die Autorin nicht nur auf fremde Schicksale und Begebenheiten. Sie gewährt auch einen tiefen Einblick in ihre persönliche Gefühlswelt. Lässt einen an den Höhen und Tiefen ihres einjährigen Aufenthaltes in einem fremden Land teilhaben. Unterstrichen werden die ganzen Eindrücke von vielen farbigen Fotos in der Buchmitte. Viele Personen, die in den Geschichten im Buch vorkommen, findet man hier wieder. * Wenn man einen Erfahrungsroman schreibt, wird man nie das Interesse von allen Lesern befriedigen können. So gibt es einige Passagen in Buch, die weniger interessant erscheinen als andere. Keine Geschichte oder Erklärung ist jedoch so ausschweifend, dass der Eindruck einer Leselänge entsteht. Oft werden z.b. politische Dinge kurz zwischenerklärt, bevor es mit dem eigentlichen Kapitelthema weitergeht. * Am Schluss von "Abyssinia" ist man dann doch sehr nachdenklich. Mann fühlt sich um viel Wissen über das Horn von Afrika bereichert, erkennt aber auch, dass es nicht viele Menschen geben wird, die das Wagnis, für ein Jahr (oder länger) alles hinter sich zu lassen, um in einem komplett gegensätzlichen Land zu leben, eingehen würden. * Mehrmals musste ich feststellen, dass die Worte "nur noch die Kleider am Leibe" zu haben für Äthiopien nicht zutreffen. Hier geht die Armut manchmal so weit, dass Menschen völlig nackt herumlaufen. Oder durch die Armut verrückt geworden sind und deshalb wie Adam und Eva durch die Gegend irren. S. 61 * Persönliches Fazit "Abyssinia: Mein Jahr in Äthiopien" war für mich ein richtiges Wohlfühlbuch. Natürlich nicht im Sinne einiger schlimmen Eindrücke, die ich doch während des Lesens gesammelt habe. Mir gefiel die Art, wie mich Carola Frentzen auf ihre einjährige Reise mitgenommen hat. Manche Erzählungen haben mich tief berührt. Bei anderen musste ich wiederum schmunzeln. Frau Frentzen hat für ihre Arbeit meinen vollen Respekt. Diese Buch hat auch für mich wieder einige Dinge in die richtige Perspektive gerückt. Empfehlenswert! 4 Sterne.

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  • Rezension zu "Abyssinia" von Carola Frentzen

    Abyssinia

    CharlySunrise

    30. September 2011 um 15:59

    Meine Meinung Ich muss zugeben, am Anfang habe ich dieses Buch nur gelesen, weil ich es als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen habe. Meine Meinung hat sich während des Buches doch geändert. Wieso erfahrt ihr hier. Das Buch fängt mit der Vorgeschichte von Carola an und wie alles dazu kam, dass sie nach Afrika ziehte und das alles durchgezogen hat. Einen Spannungsbogen gibt es hier nicht, was ja klar ist. Dafür gibt es um so mehr Momente im Buch, wo man zu Tränen gerührt ist, weinen möchte vor Trauer, fassungslos ist und auch lächeln muss. All das in einem Buch vereint, ergibt eine wundervolle Lektüre, die einen belehrt, dass nicht alles auf dem ersten Blick so scheint, wie es eigentlich sein soll. Man erfährt in diesem Buch Wahrheiten über Dinge, wo man einfach nur geschockt ist und nichts dazu sagen kann. Wie soll man auch? Man hat es noch nie selbst erlebt oder gesehen. Ich finde es toll, wie unverblühmt und ehrlich alles niedergeschrieben worden ist, mit wieviel Hingabe die Autorin, verschiedene Orte und Menschen beschreibt, sodas man das Gefühl hat, direkt vor Ort zu sein. Ein völlig neues Bild von Afrika hat sich jetzt in mir eingebrannt. Ein Afrika, welches wunderschön ist, aber dennoch Probleme hat, die niemals im Fernsehen gezeigt wurden, die man sonst niemals sehen wollen würde, da man sonst Alpträume bekommen würde. Aber diese Frau hat es getan, sie hat sich alldem gestellt und es schriftlich und bildlich festgehalten und dafür verdient sie von mir den allergrößten Respekt. Natürlich hat sich das Buch ab und zu leider in die Länge gezogen, da die Beziehungssituation ausführlich dargelegt worden ist, was ich nicht sonderich prickelnd fand, es war zum Teil wichtig für das Erlebnis und somit für das Buch, aber etwas weniger hätte dem Buch gut getan. Die Autorin hat es bei mir geschafft, durch ihre direkte und ehrliche Erzählweise, mir die Augen zu öffnen und zu sehen, wie verschwenderisch wir eigentlich mit unseren Ressourcen umgehen und wie traurig das doch ist. Fazit Ein Buch, welches man unbedingt lesen sollte, da es einem die Augen öffnet und ein neues Bild von Afrika schaffen lässt. Es berührt den Leser im Herzen und man bekommt den Wunsch auch zu helfen, dabei zu sein und die Welt zu verbessern. Ich sage nicht, dass ich jetzt dadurch zu einem besseren Menschen geworden bin, das geht nicht nur durch ein Buch, aber ich behaupte von mir selbst, dass meine Denkweise, gegenüber der Welt und ihr Verhalten gegenüber ihren Ressourcen deutlich verändert hat.

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  • Rezension zu "Abyssinia" von Carola Frentzen

    Abyssinia

    Klusi

    08. June 2011 um 18:48

    Abyssinia ist ein Erfahrungsbericht der Journalistin Carola Frentzen. Die Autorin hat ihr komfortables Leben in Rom hinter sich gelassen, um für ein Jahr nach Äthiopien zu ziehen und dort, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, ein Hilfsprojekt aufzubauen. Während ihrer Zeit am Horn von Afrika hat sie Tagebuch geführt. Mit ihren Lesern teilt sie nun ihre Eindrücke und Gefühle. Sie schildert das Land und die Menschen aus einem völlig neuen Blickwinkel. Allgemein ist Äthiopien als eines der ärmsten Länder bekannt, sonst weiß man nicht viel darüber. Dieses Buch ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen. Mit der Zeit beginnt man, das Land und seine Einwohner mit der besonderen Mentalität durch die Augen der Autorin zu sehen. Man spürt hinter jedem Satz ihre Hingabe und Liebe zu diesem Teil Afrikas. Sie hat sich Äthiopien mit Herz und Seele verschrieben. Die angenehme Schreibweise macht es leicht, sich in die verschiedenen Situationen hinein zu versetzen und Äthiopien von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen. Vieles, was man über die Medien oder auch als Tourist in Erfahrung bringen kann, ist unvollkommen oder weit entfernt von der Realität. Neben bitterster Armut gibt es auch unermesslichen Reichtum, und die Autorin macht deutlich, dass die Spenden der Hilfsorganisationen nicht immer dort landen, wo sie dringend gebraucht werden. Auch den Menschen, die aktiv helfen möchten, wird es oft nicht gerade leicht gemacht. Sie berichtet einerseits über das große Elend, über Korruption und auch über grausame Bräuche und Verstümmelungen, die bei einigen Völkern noch an der Tagesordnung und auch mit vernünftigen Argumenten nur schwer auszurotten sind. Andererseits zeigt sie uns den Zauber und die Faszination, die dieses Land auf jeden ausübt, der sich wirklich darauf einlässt. Für sie ist dieser Teil von Afrika eine Art Heimat geworden, und sie hat viele Menschen dort lieb gewonnen. Zum Teil gibt das Buch sehr private Einblicke in das Leben der Autorin, denn ihr langjähriger Lebensgefährte, der selbst Halb-Äthiopier ist und das Hilfsprojekt mit ihr gemeinsam geplant hat, trennt sich von ihr. Der private Kummer macht ihre Situation nicht gerade einfach, und ihre Pläne drohen zu scheitern, aber letztendlich wächst sie an dieser privaten Krise und kann im Verlauf des Jahres sehr viel Positives schaffen. „Abyssinia“ ist die beeindruckende Geschichte einer starken Frau, die uns zeigt, dass man auch mit kleinen Schritten viel bewirken kann, es ist eine einzige große Liebeserklärung an dieses Land und seine Menschen. Die intensiven Schilderungen haben mich sehr berührt und beschäftigen mich noch nachhaltig. Sie machen es möglich, wenigstens ansatzweise zu verstehen, was Frau Frentzen an diesem Land so liebt. Es ist ein Buch, das man von Zeit zu Zeit immer wieder zur Hand nehmen wird, um die Bilder zu betrachten oder ausgewählte Passagen, vielleicht sogar die ganze Geschichte, erneut zu lesen und die Gedanken in die Ferne schweifen zu lassen, in ein Land, welches das große Geheimnis von den Ursprüngen der Menschheit in sich birgt.

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  • Rezension zu "Abyssinia" von Carola Frentzen

    Abyssinia

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. May 2011 um 20:47

    Ich bewundere den Mut und Idealismus der Autorin. Für ein Jahr nach Äthiopien zu gehen, um dort (hoffentlich) etwas zu bewegen und das ohne recht zu wissen, was auf einen zukommen wird - das wäre nichts für mich. Doch genau das ist es, was Carola Frentzen und ihr damaliger Lebensgefährte Alessio tun. Die beiden gründen eine Hilfsorganisation (auch NGO), die jungen äthiopischen Männern und Frauen die nötigen Kenntnisse vermitteln soll, um ein eigenes Unternehmen zu gründen und erfolgreich zu führen. Ein Jahr bleiben die beiden vor Ort, um ihr Projekt zu betreuen und lernen Äthiopien auf einen ganz neue, manchmal wunderschöne, manchmal sehr frustrierende und herzzerreißende Art und Weise kennen, die gewöhnlichen Reisenden verschlossen bleibt. Carola Frentzen berichtet eingängig von ihrem Fernweh und davon, wie der Gedanke in ihr reifte sich von ihrem langjährigen Zuhause der ewigen Stadt loszusagen und sich Hals über Kopf in das Abenteuer Afrika zu stürzen. Sie erzählt mir von dem täglichen Chaos in Äthiopiens Hauptstadt Adis Abeba und davon wie die Afrikaner ihre Glückseligkeit in der Muße finden, während Europäer nur für die Zukunft leben und dabei die Schönheit des einzelnen Tages nicht sehen. Sie schreibt von der Zärtlichkeit der Äthiopier, ihrer Freundlichkeit und der Kraft, welche sie aus ihren Traditionen ziehen - besonders die Beschreibung der, im Land weit verbreiteten, Kaffeezeremonie hat mich beeindruckt, so dass ich mir für die Zukunft vornehme, dieses heiße Getränk nicht mehr herunter zu stürzen, sondern gebührend zu zelebrieren. Carola Frentzen spricht aber auch die unbequemen Themen an, denn diese gehören genauso wie das Gute und Schöne zu ihrem äthiopischen Alltag. Sie erzählt von der Bürokratie, die es scheinbar darauf abgesehen hat den NGOs die Hilfsarbeit zu erschweren, von den grausamen Initiationsriten der Afrikaner, wie zum Beispiel die weibliche Beschneidung(FGM) oder das Einritzen der Augenlider bei kleinen Kindern, was dazu führen kann, dass diese Erblinden. Sie schreibt davon, wie ihr Lebensgefährte Opfer der äthiopischen Willkürjustiz wird und nur mit Mühe seine Unschuld beweisen kann und aus dem Gefängnis entlassen wird. Sie zeichnet ein glaubhaftes Bild von Armut und dem Teufelskreis, in den sie oft ganze Dörfer reißt - die ihre Kinder nicht in Lumpen zur Schule schicken wollen, welche dann aber ohne Ausbildung da stehen und kein Geld verdienen können, was wiederum dem Dorf zu Gute gekommen wäre. Geschichten wie diese, von hungernden Afrikanern, die sich nicht einmal ärztliche Hilfe leisten können, von Frauen, die ihre Babys im Bauch sterben lassen müssen, da das Narbengewebe ihrer FGM sich nicht dehnen kann um das Kind frei zugeben, von perspektivlosen Khat kauenden Männern und hart arbeitenden Frauen, machen mir das Herz schwer und der Drang zu helfen wird unleugbar groß. Was mich freut ist, dass die Autorin in ihrem Buch nicht nur von diesen Missständen erzählt sondern auch von den Menschen, die im Land sind um zu helfen. Zum Beispiel von einer amerikanischen Kosmetikvertreterin, die jedes Jahr 6 Monate nach Äthiopien reist und sich um Frauen mit Blasen-Scheiden-Fisteln kümmert, von einer Engländerin, die Familienpatenschaften an Europäer vermittelt, bei denen wirklich jeder letzte Cent an die afrikanischen Patenkinder geht und nicht für Verwaltungskosten verbraucht wird, und natürlich von ihren eigenen Mühen und Erfolgen äthiopischen jungen Menschen das Rüstzeug zu geben, mit dem sie sich aus einem Leben in Armut befreien können. Neben den vielen Informationen zu Land und Leuten, schreibt die Autorin auch von ihren privaten Gedanken, Gefühlen und der Trennung von ihrem Lebensgefährten Alessio, welche ihre Zeit in Äthiopien deutlich beeinflusst hat. So komplettiert sie ihre Erzählung und ich habe das Gefühl sie nach Afrika begleitet zu haben. Wie einem guten Freund vertraut sie dem Leser selbst ihre geheimsten Sehnsüchte und Befürchtungen an und schafft so, dass man sie nicht nur als die mutige NGO-Leiterin in Äthiopien, sondern auch als facettenreiche Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen in sein Herz schließt. Carola Frentzen geht nach einem Jahr Äthiopien zurück zu ihrer Korrespondentenstelle in der EU, im Land bleiben ihre Schüler, die sich erfolgreiche, selbstständige Existenzen aufgebaut haben. Und ich, die ich diese Frau bewundere, wie ich selten einen anderen Menschen bewundert habe, sitze sprachlos in meinem Lesesessel, gerührt und beeindruckt zugleich. Meine Empfehlung: Lies dieses Buch, wenn Du eine beeindruckende Frau kennen lernen willst. Lies dieses Buch, wenn Du das wahre Äthiopien sehen willst. Lies dieses Buch, selbst wenn Du keinen Grund dafür hast. Lies es einfach.

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