Carola Hoffmann

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

Lebenslauf

Die 1959 geborene Autorin lebt und arbeitet in ihrem Geburtsort Schwerin. Nach Jahren der Verwaltungstätigkeit ist sie ihrer eigentlichen Berufung, der Arbeit mit Menschen, gefolgt und wirkt nunmehr in sozialen Bereichen. Ihre Geschichten sollen theoretische Fachliteratur zur menschlichen Psyche lebendig und verständlich ergänzen.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der Wind spielt mit der Lokustür ... (ISBN: 9783828039667)

Der Wind spielt mit der Lokustür ...

Neu erschienen am 09.02.2026 als Buch bei Frieling & Huffmann.
Cover des Buches Der Wind spielt mit der Lokustür ... (ISBN: 9783828039674)

Der Wind spielt mit der Lokustür ...

Neu erschienen am 09.02.2026 als eBook bei Frieling & Huffmann.

Alle Bücher von Carola Hoffmann

Cover des Buches Der Wind spielt mit der Lokustür … (ISBN: 9783828022263)

Der Wind spielt mit der Lokustür …

(2)
Erschienen am 01.07.2005
Cover des Buches Der Wind spielt mit der Lokustür ... (ISBN: 9783828039667)

Der Wind spielt mit der Lokustür ...

(0)
Erschienen am 09.02.2026
Cover des Buches Der Wind spielt mit der Lokustür ... (ISBN: 9783828039674)

Der Wind spielt mit der Lokustür ...

(0)
Erschienen am 09.02.2026

Neue Rezensionen zu Carola Hoffmann

Cover des Buches Der Wind spielt mit der Lokustür … (ISBN: 9783828022263)
Heidelinde12s avatar

Rezension zu "Der Wind spielt mit der Lokustür …" von Carola Hoffmann

Heidelinde12
Prädikat wertvoll

Carola Hoffmanns Roman „Der Wind spielt mit der Lokustür“, erschienen 2005, lässt in klarer, unbeirrter Sprache das Heimkind Michael selbst zu Wort kommen. Seine Stimme trägt das Buch – unverstellt, klug und manchmal schutzlos – und offenbart ein tiefes Bedürfnis nach Vertrauen, Wärme und Verlässlichkeit, das er teilweise beim stillen Holzschnitzer Kalle findet. Doch die Erwachsenenwelt reagiert mit Misstrauen und Ordnungseifer, was letztlich in Michaels Rückkehr in ein Heim für „Schwererziehbare“ mündet – ein Wort, das die Intoleranz gegenüber Andersartigkeit offenbart.

Das Buch zeigt wiederholt das Motiv des „unbequemen Kindes“, das durch seine Andersartigkeit stört und daher ruhiggestellt werden soll. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch die Erzählung und offenbart die Härte der Erziehungssysteme gegenüber individueller Verletzlichkeit.

Hoffmann zeichnet Michaels kindliche Sicht mit feinem Humor und großer Wahrhaftigkeit. Seine Beobachtung, dass Erwachsene Akten „als Haltbügel benutzen, wenn sie nicht weiterwissen“, vermittelt den Schmerz eines Kindes, das oft mehr sieht als die Erwachsenen.

Neben der Geschichte eines Heimkindes ist das Buch ein literarischer Blick in die Tiefenschichten menschlicher Verletzlichkeit und ein leises Plädoyer, zuzuhören, bevor man urteilt. Fachlich betrachtet greift es das Thema der „frühkindlichen Verlassenheit“ auf, eine Erfahrung, die das Leben prägt, auch wenn sie längst sprachlos geworden ist.

Dieses stille, eindringliche Buch wird durch Michaels unverwechselbare Stimme zu einem Werk, das lange nachhallt. Es wurde im Jahr 2005 verlegt und bleibt eine bedeutende literarische Auseinandersetzung mit emotionaler Verwundbarkeit und gesellschaftlichem Unverständnis. Sehr gern empfehle ich das Buch weiter.

 Heidelinde Penndorf

(November 2025)


Cover des Buches Der Wind spielt mit der Lokustür … (ISBN: 9783828022263)
Achtsamkeits avatar

Rezension zu "Der Wind spielt mit der Lokustür …" von Carola Hoffmann

Achtsamkeit
Unbedingt lesen!

Das Buch ist aus der Sicht des Jungen Heimkindes Michael geschrieben. Die kindlichen Gedanken, die er sich macht und seine Schlussfolgerungen sind einfach genial! "Auf die Antwort der Erzieherin. dass in Michels Akte nichts steht (er hatte nach Eltern gefragt) , sinniert der Junge: Zitat:Meine Vermutung ist, dass Akten für Erwachsene gut sind, auch wenn nichts darin steht. Im Lehrerzimmer waren ganz viele, und Große nehmen in die Hand, wenn sie nicht weiter wissen. Es ist für sie wie ein Haltegriff im Bus, wenn sie verstehen, was ich meine."  Es gibt zahlreiche Beispiele in dem Buch, die humorvoll sind, aber einen zum Denken anregen. 

Michael, der als auffällig gilt, sehnt sich nach einem Vater, den findet er in der Person des allein stehenden Schreiners Kalle. Sie freunden sich an und Kalle versucht es Michael als sein Kind anzunehmen. Aber letztendlich meinen die "Normalen", eine Erziehung in dem Kinderheim sei sinnvoller, als ein Leben bei dem "Sonderling Kalle".
Keiner, denkt daran , was Vertrauen, Liebe und Wärme für Michael bedeuten. Das, was Kalle ihm geben kann. Wichtiger sind Ordnung und Sauberkeit. Das macht schon wütend, wie Pädagogen, Richter und Beamte über das Schicksal eines Heimkindes entscheiden. Selbst der Psychiaterin, zu der Michael mehrmals gehen muss, gelingt es nicht die Entscheidung umzuändern. Sie kann sich wirklich in die Traumwelt eines Kindes hinein denken. 
Schließlich landet Michael in einem Heim für schwer Erziehbare.
In dem Dorf gibt es auch eine sehr alte Frau, die durch die Nazizeit schlimmes erlebt hat und deshalb verstört ist. Sie sitzt tagein tagaus auf einer Bank und wartet "auf den Herrn Hitler, der mit einem Bus kommt," Niemand kümmert sich um diese alte Frau. Michael nähert sich ihr und bedrängt sie auch nicht, und auch Kalle versteht die Alte, die in ihrer Vergangenheit gefangen ist.
Das Buch zeigt Menschen mit viel Empathie und hält einem einen Spiegel vor. Denn wie schnell verurteilt man jemanden als verrückt, nur weil er nicht der Norm (welche ist das eigentlich) entspricht. 
Zuletzt möchte ich noch eine Stelle aus dem Buch anfügen:
"Die Erwachsenen sollten einen Ort erfinden, wo man Angst und Traurigkeit einsperren kann, damit sie keinen Schaden anrichten. Zum Beispiel ein "Angsthaus" mit verschiedenen  Abteilungen. erste Treppe hoch geht`s zur Abteilung Traurigkeit, zweite Treppe zu den Sprachlosen, und so weiter. Die Angst sollte ganz oben untergebracht sein, aus Sicherheitsgründen, wenn Sie verstehen."
Ich kann der Autorin nur für dieses wunderbare Buch danken!

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