Carola Saavedra

 2.7 Sterne bei 27 Bewertungen

Lebenslauf von Carola Saavedra

Carola Saavedra wurde 1973 geboren und lebt heute als Autorin und Übersetzerin in Rio de Janeiro. Sie studierte in Deutschland Kommunikationswissenschaft. Für ihren Roman „Landschaft mit Dromedar“ erhielt sie 2013 den Rachel de Queiroz-Preis und war unter den Finalisten für die renommierten Literaturpreise Jabuti und São Paulo de Literatura. Die Zeitschrift „Granta“ zählt sie zu den zwanzig besten jungen Autoren und Autorinnen Brasiliens.

Alle Bücher von Carola Saavedra

Blaue Blumen

Blaue Blumen

 (24)
Erschienen am 12.03.2015
Landschaft mit Dromedar

Landschaft mit Dromedar

 (3)
Erschienen am 12.03.2013

Neue Rezensionen zu Carola Saavedra

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Rezension zu "Blaue Blumen" von Carola Saavedra

Um die Liebe zu besänftigen
sommerlesevor einem Jahr

Der Roman "Blaue Blumen" von der brasilianischen Autorin Carola Saavedra erschien 2015 im C.H.Beck Verlag.

 

Eine unbekannte Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat und den sie sehr geliebt hat. Die Briefe landen jedoch bei einem ganz anderen Empfänger, bei Marcos, der mit seiner Frau in Trennung lebt und mit ihr eine kleine Tochter hat. Die Briefe bewirken in Marcos eine ungeahnte Sehnsucht. Er wird von den Briefen der Unbekannten seltsam ergriffen und so sucht er die genannten Orte auf, immer in der Hoffnung, die geheimnisvolle Frau zu treffen. Dabei vernachlässigt er seine Arbeit und wartet auf den nächsten Brief.


Die unbekannte A. schreibt intensive, gefühlvolle Briefe an ihren ehemaligen Geliebten und Marcos erhält sie fälschlicherweise. Auch er lebt in Trennung und kennt die Gefühle der Schreiberin, er fühlt sich von ihr wie magisch angezogen.

Die Handlung in diesem Buch beschränkt sich auf die Briefe und darin wiederholen sich die Gedanken, die um diese verlorene Liebe kreisen.

Gleich mal vorab, leider konnte mich der Roman nicht überzeugen und ich frage mich, welche Intention die Autorin beim Schreiben hatte. Was wollte sie damit genau aussagen? Ich bin mir darüber nicht klar geworden. 

Dabei mag ich Carola Saavedras poetischen, feinfühligen Schreibstil, für ein Buch über romantische Liebe hätte das wunderbar gepasst. Aber hier geht es um eine Trennung und daher um Anklage, tiefes Bedauern und wütende Vorwürfe, die von der unbekannten Frau in langen verschachtelten Sätzen zu Papier gebracht werden. Ihre Gedanken kreisen um die Liebe, sie äußert wütend Vorwürfe und zeigt ihre bisherige Beziehung zu ihrem "Traummann" anklagend in bewegender Weise. Mir kommt beim Lesen ein Verdacht einer Abhängigkeit, einer unterwürfigen Hörigkeit dieser Frau in den Sinn. 


Aufgrund des Klappentextes habe ich eine Liebesgeschichte erwartet, die nicht nur in Melancholie badet. Handlungsmäßig geschieht hier nicht viel, denn hauptsächlich schreibt sich die unbekannte Frau A. detailliert ihre Beziehung von der Seele, bzw. schildert die Gründe, warum sie geendet hat. Dabei wiederholt sie in Briefform Erlebtes immer wieder, in der Hoffnung, der Geliebte möchte das Verlorene zurückgewinnen. Immerhin kämpft sie um ihre Liebe. 

"Um die Liebe zu besänftigen" (Zitat Seite 183) muss man aber nicht alles hinnehmen oder erdulden. Hier wird ein falsches Bild von Liebe dargestellt. Es ist eher eine Hörigkeit von Seiten der Frau.

Das ist bei Marcos und seiner Frau nicht so. Weil Marcos in seiner Frau eher die Fordernde sieht, für seine Tochter eher Desinteresse empfindet, merkt man schnell, er ist ein Mensch, der gleichgültig und ohne echte Zuneigung lediglich versucht seine Rolle zu spielen. Auch für seine aktuelle Freundin scheint er keine großen Gefühle zu haben.

Aber die Briefe rütteln ihn auf und lösen etwas in ihm aus. Auch er möchte ohne Bedingung geliebt werden. Er wird von den Briefen angezogen, doch er selbst bleibt der Mittelpunkt seiner kleinen Welt.


Die intensiv geschilderten menschlichen Tiefen, Abgründe und Gefühle habe ich trotz der melancholischen Wirkung gern gelesen. Auch wenn ich nicht wie A. empfinde, so finde ich ihren Schmerz und ihre Lebenszweifel gut dargestellt. Doch auch das Ende lässt mich ratlos zurück. Leider nicht mein Geschmack.



Ein ungewöhnliches Buch, das menschliche Abgründe aufdeckt und Fragen nach wahren Gefühlen nachspürt, aber mir fehlt die Kernaussage des Romans.

Kommentare: 1
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A

Rezension zu "Blaue Blumen" von Carola Saavedra

Literarisch gut geschrieben, überfordert jedoch
AnjaHoiAnvor 2 Jahren

Zunächst einmal habe ich dieses Buch relativ schnell gelesen, es hat jedoch nicht wirklich Freude bereitet, da es von Sprache und Thematik eher anstrengend ist. Anstatt die Handlung, wie ich es mir gewünscht habe, abzuschließen verliert sich die Autorin in schier unendlichen Wiederholungen und verschachtelten Sätzen, die zwar literarisch sehr stilvoll sind, jedoch kaum Lesevergnügen bereiten. Hinzu kommt die soziale Inkompetenz des Hauptakteurs, welcher scheinbar aus versehen, die sehr emotionalen Briefe einer verzweifelten Frau erhält. Die Beschreibung des Akteurs verhindert jegliche Identifikation oder Mitleid mit ihm. Mich hat dieses Buch eher etwas verstört zurück gelassen, besonders weil sich das offene Ende sich meinem Verständnis entzieht.
Natürlich ist das  auch Geschmacksache, mein Lieblingsbuch wird es wahrscheinlich nicht.

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mermeoths avatar

Rezension zu "Blaue Blumen" von Carola Saavedra

Hält nicht, was es verspricht
mermeothvor 3 Jahren

Selten hat mich der kurze Text auf einer Buchrückseite derartig in die Irre geführt wie bei diesem (glücklicherweise) kurzen Roman von Carola Saavedra.

Kurz gefasst geht es hier um eine Frau, die Briefe an ihren ehemaligen Geliebten schreibt, von welchem sie verlassen wurde und an dem sie ganz offensichtlich mit unerschütterlicher Liebe festhält, obwohl er ihr – ebenso offensichtlich – alles andere als gut getan hat in ihrer gemeinsamen Zeit. Diese Briefe kommen aber nie beim eigentlichen Empfänger an. Sie landen bei dessen Nachmieter, der sie, obwohl nicht an ihn adressiert, allesamt öffnet, liest und ihnen Stück für Stück verfällt. Dieser Mann ist wie benommen von den intimen Zeilen und flieht mittels des Geschriebenen aus seinem eigenen unglücklichen Alltag. Er wartet Tag für Tag, Stunde um Stunde auf diese Briefe, nichts anderes zählt mehr. Schließlich erscheint er nicht einmal mehr zur Arbeit, sondern macht sich stattdessen auf die Suche nach der Unbekannten, die sich mit ihren Worten in seinem Herz und seinem Hirn breit gemacht hat.

Für mich erschloss sich die Besessenheit, die der Empfänger hier entwickelt, leider überhaupt nicht. Ich fand die Briefe furchtbar anstrengend zu lesen, sie sind mit unzähligen ermüdenden Wiederholungen gespickt, dauernd dachte ich mir, ich hätte eben diese Stelle gerade schon gelesen, was dazu führte, dass ich immer wieder ein paar Zeilen oder eine Seite zurückspringen musste, um nicht an meiner Aufmerksamkeit zu zweifeln, das störte den Lesefluss ungemein.

Aber nicht nur dieser Umstand machte den Roman für mich zur Qual, ich konnte mich weder in die Gefühle der verlassenen Frau hineinversetzen, noch in ihre Gedankenwelt, noch in ihr Handeln, nicht eine Person in diesem Buch war mir auch nur ansatzweise sympathisch. Bis auf die paar Zeilen auf dem Umschlag gab es also nichts, was mir an Frau Saavedras Werk gefallen hat, daher bekommt es von mir nur den einen Stern, den ich vergeben muss, um überhaupt zu bewerten.

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Gespräche aus der Community

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Herzliche Einladung zur Leserunde „Blaue Blumen“

Habt Ihr Interesse an einer Leserunde zum Roman „Blaue Blumen“?

http://www.lovelybooks.de/autor/Carola-Saavedra/Blaue-Blumen-1152865841-w/

Inhalt: Eine Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat, aber der Mann, der sie erhält und liest, der von ihnen berührt und ergriffen wird, so sehr, dass er nicht mehr zur Arbeit geht, ist gar nicht der richtige Adressat. Er selbst lebt in Trennung von seiner Frau und seinem Kind, ist ebenfalls verlassen worden und so wechselt sich seine eigene Geschichte ab mit den Briefen, die offenbar irrtümlich bei ihm landen und auf die er zu warten beginnt. Welche Wirkung werden diese Briefe über Liebe und Lust, Abhängigkeit und Verrat, über Nähe und Gewalt am Ende haben? Und wer ist ihr wahrer Adressat? Ein kluger, intensiver und leidenschaftlicher Roman über Gefühle und Sprache, über die Liebe und ihre Macht, über Trennungen und Neuanfänge..

Der C.H.Beck Verlag stellt freundlicherweise 15 Leseexemplare für die Leserunde zur Verfügung, die ich hier vergeben darf. Wenn Ihr mitmachen möchtet, beantwortet mir bitte bis zum 14.05.2015 folgende Frage unter dem Unterpunkt "Bewerbung":

Welche Erfahrungen habt Ihr mit brasilianischer Literatur?

Die aktive gemeinsame Lesephase wird voraussichtlich ab Pfingsten (je nach Versanddauer der Leseexemplare) bis Mitte Juni stattfinden.

Bedingung für den Erhalt eines Leseexemplares ist die Teilnahme an der Leserunde im genannten Zeitraum und das Verfassen einer Rezension bis Ende Juni 2015. Ich werde die Gewinner der Leseexemplare am 15.05.2015 verlosen und hier bekannt geben. Bitte schaut hier nach, ob ihr gewonnen habt (es erfolgt keine Gewinnbenachrichtung per PN!), und sendet mir im Gewinnfall Eure Adresse mittels PN innerhalb von 48 Stunden. Ansonsten werde ich nachverlosen, um den zeitlichen Ablauf der Leserunde nicht zu gefährden.

Ihr könnt natürlich auch gerne mit Eurem eigenen Exemplar teilnehmen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Leserunde Fragen an Frau Hummitzsch, die Übersetzerin des Titels, zu stellen. Ich werde die Fragen sammeln und Mitte Juni gesammelt an den Verlag weiterleiten und die Antworten nach Erhalt veröffentlichen, sodass nach dem gemeinsamen Lesen noch die Möglichkeit einer anschließenden Diskussion besteht.

Herzlichen Dank an den C.H.Beck-Verlag für die Unterstützung dieser Leserunde!

Ich freue mich über eine rege Teilnahme und einen interessanten Austausch!

Liebe Grüße, Literatur

Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
Vielen dank. Die antworten finde ich sehr aufschlussreich! Lg
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Carola Saavedra im Netz:

Community-Statistik

in 35 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

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