Carola Saavedra Blaue Blumen

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Inhaltsangabe zu „Blaue Blumen“ von Carola Saavedra

Eine Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat, aber der Mann, der sie erhält und liest, der von ihnen berührt und ergriffen wird, so sehr, dass er nicht mehr zur Arbeit geht, ist gar nicht der richtige Adressat. Er selbst lebt in Trennung von seiner Frau und seinem Kind, ist ebenfalls verlassen worden und so wechselt sich seine eigene Geschichte ab mit den Briefen, die offenbar irrtümlich bei ihm landen und auf die er zu warten beginnt. Welche Wirkung werden diese Briefe über Liebe und Lust, Abhängigkeit und Verrat, über Nähe und Gewalt am Ende haben? Und wer ist ihr wahrer Adressat? Ein kluger, intensiver und leidenschaftlicher Roman über Gefühle und Sprache, über die Liebe und ihre Macht, über Trennungen und Neuanfänge.

Poetisch, aber inhaltlich um sich selbst kreisend. Die Liebe steht im Mittelpunkt, doch wo versteckt sie sich? Leider nicht mein Fall!

— sommerlese

Poetisches aber sehr irritierendes, düsteres Buch, voller Verzweiflung, überlanger Sätze und noch irritierenderem Ende

— AnjaHoiAn

:( ellenlange Schachtelsätze mit konfusen Themensprüngen ließen keine Lesefreude aufkommen. Tolles Cover, aber mehr leider auch nicht.

— suggar

Viele Wiederholungen & ein ständiges Drehen im Kreis. Ich konnte die Ergriffenheit, die den Protagonisten packt, nicht nachempfinden.

— elane_eodain

Poetisches Verwirrspiel um Briefe und der Frage, ist es die Wahrheit oder doch nur alles Phantasie? Ungewöhnlich anders, doch lesenswert.

— 19angelika63

Schöne Beschreibung von Gefühlen, jedoch eine einschläfernde Geschichte mit einem schlechten und absehbarem Ende.

— Thesulu

Nicht ganz einfach zu lesende Lektüre. Mehr Introspektive, intensiv und voller Gefühl - auf keinen Fall ein Liebesroman!

— Xirxe

Definitiv ein Roman der ganz anderen Art. Konnte mich allerdings, trotz seines poetischen Schreibstils, nicht so recht überzeugen.

— caduceus

Leider habe ich mich vom Cover täuschen lassen. Inhaltlich geht es hier nicht um eine romatische Liebesgeschichte, schade!

— janaka

Leider enttäuschend! Das kleine Lese-Highlight im mittleren Abschnitt reicht leider nicht für mehr Sterne.

— SteffiKa

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  • Um die Liebe zu besänftigen

    Blaue Blumen

    sommerlese

    20. July 2017 um 19:50

    Der Roman "Blaue Blumen" von der brasilianischen Autorin Carola Saavedra erschien 2015 im C.H.Beck Verlag.   Eine unbekannte Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat und den sie sehr geliebt hat. Die Briefe landen jedoch bei einem ganz anderen Empfänger, bei Marcos, der mit seiner Frau in Trennung lebt und mit ihr eine kleine Tochter hat. Die Briefe bewirken in Marcos eine ungeahnte Sehnsucht. Er wird von den Briefen der Unbekannten seltsam ergriffen und so sucht er die genannten Orte auf, immer in der Hoffnung, die geheimnisvolle Frau zu treffen. Dabei vernachlässigt er seine Arbeit und wartet auf den nächsten Brief. Die unbekannte A. schreibt intensive, gefühlvolle Briefe an ihren ehemaligen Geliebten und Marcos erhält sie fälschlicherweise. Auch er lebt in Trennung und kennt die Gefühle der Schreiberin, er fühlt sich von ihr wie magisch angezogen. Die Handlung in diesem Buch beschränkt sich auf die Briefe und darin wiederholen sich die Gedanken, die um diese verlorene Liebe kreisen. Gleich mal vorab, leider konnte mich der Roman nicht überzeugen und ich frage mich, welche Intention die Autorin beim Schreiben hatte. Was wollte sie damit genau aussagen? Ich bin mir darüber nicht klar geworden.  Dabei mag ich Carola Saavedras poetischen, feinfühligen Schreibstil, für ein Buch über romantische Liebe hätte das wunderbar gepasst. Aber hier geht es um eine Trennung und daher um Anklage, tiefes Bedauern und wütende Vorwürfe, die von der unbekannten Frau in langen verschachtelten Sätzen zu Papier gebracht werden. Ihre Gedanken kreisen um die Liebe, sie äußert wütend Vorwürfe und zeigt ihre bisherige Beziehung zu ihrem "Traummann" anklagend in bewegender Weise. Mir kommt beim Lesen ein Verdacht einer Abhängigkeit, einer unterwürfigen Hörigkeit dieser Frau in den Sinn.  Aufgrund des Klappentextes habe ich eine Liebesgeschichte erwartet, die nicht nur in Melancholie badet. Handlungsmäßig geschieht hier nicht viel, denn hauptsächlich schreibt sich die unbekannte Frau A. detailliert ihre Beziehung von der Seele, bzw. schildert die Gründe, warum sie geendet hat. Dabei wiederholt sie in Briefform Erlebtes immer wieder, in der Hoffnung, der Geliebte möchte das Verlorene zurückgewinnen. Immerhin kämpft sie um ihre Liebe.  "Um die Liebe zu besänftigen" (Zitat Seite 183) muss man aber nicht alles hinnehmen oder erdulden. Hier wird ein falsches Bild von Liebe dargestellt. Es ist eher eine Hörigkeit von Seiten der Frau. Das ist bei Marcos und seiner Frau nicht so. Weil Marcos in seiner Frau eher die Fordernde sieht, für seine Tochter eher Desinteresse empfindet, merkt man schnell, er ist ein Mensch, der gleichgültig und ohne echte Zuneigung lediglich versucht seine Rolle zu spielen. Auch für seine aktuelle Freundin scheint er keine großen Gefühle zu haben. Aber die Briefe rütteln ihn auf und lösen etwas in ihm aus. Auch er möchte ohne Bedingung geliebt werden. Er wird von den Briefen angezogen, doch er selbst bleibt der Mittelpunkt seiner kleinen Welt. Die intensiv geschilderten menschlichen Tiefen, Abgründe und Gefühle habe ich trotz der melancholischen Wirkung gern gelesen. Auch wenn ich nicht wie A. empfinde, so finde ich ihren Schmerz und ihre Lebenszweifel gut dargestellt. Doch auch das Ende lässt mich ratlos zurück. Leider nicht mein Geschmack. Ein ungewöhnliches Buch, das menschliche Abgründe aufdeckt und Fragen nach wahren Gefühlen nachspürt, aber mir fehlt die Kernaussage des Romans.

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    • 2
  • Literarisch gut geschrieben, überfordert jedoch

    Blaue Blumen

    AnjaHoiAn

    09. December 2016 um 15:04

    Zunächst einmal habe ich dieses Buch relativ schnell gelesen, es hat jedoch nicht wirklich Freude bereitet, da es von Sprache und Thematik eher anstrengend ist. Anstatt die Handlung, wie ich es mir gewünscht habe, abzuschließen verliert sich die Autorin in schier unendlichen Wiederholungen und verschachtelten Sätzen, die zwar literarisch sehr stilvoll sind, jedoch kaum Lesevergnügen bereiten. Hinzu kommt die soziale Inkompetenz des Hauptakteurs, welcher scheinbar aus versehen, die sehr emotionalen Briefe einer verzweifelten Frau erhält. Die Beschreibung des Akteurs verhindert jegliche Identifikation oder Mitleid mit ihm. Mich hat dieses Buch eher etwas verstört zurück gelassen, besonders weil sich das offene Ende sich meinem Verständnis entzieht.Natürlich ist das  auch Geschmacksache, mein Lieblingsbuch wird es wahrscheinlich nicht.

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  • Hält nicht, was es verspricht

    Blaue Blumen

    mermeoth

    02. September 2015 um 13:29

    Selten hat mich der kurze Text auf einer Buchrückseite derartig in die Irre geführt wie bei diesem (glücklicherweise) kurzen Roman von Carola Saavedra. Kurz gefasst geht es hier um eine Frau, die Briefe an ihren ehemaligen Geliebten schreibt, von welchem sie verlassen wurde und an dem sie ganz offensichtlich mit unerschütterlicher Liebe festhält, obwohl er ihr – ebenso offensichtlich – alles andere als gut getan hat in ihrer gemeinsamen Zeit. Diese Briefe kommen aber nie beim eigentlichen Empfänger an. Sie landen bei dessen Nachmieter, der sie, obwohl nicht an ihn adressiert, allesamt öffnet, liest und ihnen Stück für Stück verfällt. Dieser Mann ist wie benommen von den intimen Zeilen und flieht mittels des Geschriebenen aus seinem eigenen unglücklichen Alltag. Er wartet Tag für Tag, Stunde um Stunde auf diese Briefe, nichts anderes zählt mehr. Schließlich erscheint er nicht einmal mehr zur Arbeit, sondern macht sich stattdessen auf die Suche nach der Unbekannten, die sich mit ihren Worten in seinem Herz und seinem Hirn breit gemacht hat. Für mich erschloss sich die Besessenheit, die der Empfänger hier entwickelt, leider überhaupt nicht. Ich fand die Briefe furchtbar anstrengend zu lesen, sie sind mit unzähligen ermüdenden Wiederholungen gespickt, dauernd dachte ich mir, ich hätte eben diese Stelle gerade schon gelesen, was dazu führte, dass ich immer wieder ein paar Zeilen oder eine Seite zurückspringen musste, um nicht an meiner Aufmerksamkeit zu zweifeln, das störte den Lesefluss ungemein. Aber nicht nur dieser Umstand machte den Roman für mich zur Qual, ich konnte mich weder in die Gefühle der verlassenen Frau hineinversetzen, noch in ihre Gedankenwelt, noch in ihr Handeln, nicht eine Person in diesem Buch war mir auch nur ansatzweise sympathisch. Bis auf die paar Zeilen auf dem Umschlag gab es also nichts, was mir an Frau Saavedras Werk gefallen hat, daher bekommt es von mir nur den einen Stern, den ich vergeben muss, um überhaupt zu bewerten.

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  • Leserunde zu "Blaue Blumen" von Carola Saavedra

    Blaue Blumen

    Literatur

    Herzliche Einladung zur Leserunde „Blaue Blumen“ Habt Ihr Interesse an einer Leserunde zum Roman „Blaue Blumen“? http://www.lovelybooks.de/autor/Carola-Saavedra/Blaue-Blumen-1152865841-w/ Inhalt: Eine Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat, aber der Mann, der sie erhält und liest, der von ihnen berührt und ergriffen wird, so sehr, dass er nicht mehr zur Arbeit geht, ist gar nicht der richtige Adressat. Er selbst lebt in Trennung von seiner Frau und seinem Kind, ist ebenfalls verlassen worden und so wechselt sich seine eigene Geschichte ab mit den Briefen, die offenbar irrtümlich bei ihm landen und auf die er zu warten beginnt. Welche Wirkung werden diese Briefe über Liebe und Lust, Abhängigkeit und Verrat, über Nähe und Gewalt am Ende haben? Und wer ist ihr wahrer Adressat? Ein kluger, intensiver und leidenschaftlicher Roman über Gefühle und Sprache, über die Liebe und ihre Macht, über Trennungen und Neuanfänge.. Der C.H.Beck Verlag stellt freundlicherweise 15 Leseexemplare für die Leserunde zur Verfügung, die ich hier vergeben darf. Wenn Ihr mitmachen möchtet, beantwortet mir bitte bis zum 14.05.2015 folgende Frage unter dem Unterpunkt "Bewerbung": Welche Erfahrungen habt Ihr mit brasilianischer Literatur? Die aktive gemeinsame Lesephase wird voraussichtlich ab Pfingsten (je nach Versanddauer der Leseexemplare) bis Mitte Juni stattfinden. Bedingung für den Erhalt eines Leseexemplares ist die Teilnahme an der Leserunde im genannten Zeitraum und das Verfassen einer Rezension bis Ende Juni 2015. Ich werde die Gewinner der Leseexemplare am 15.05.2015 verlosen und hier bekannt geben. Bitte schaut hier nach, ob ihr gewonnen habt (es erfolgt keine Gewinnbenachrichtung per PN!), und sendet mir im Gewinnfall Eure Adresse mittels PN innerhalb von 48 Stunden. Ansonsten werde ich nachverlosen, um den zeitlichen Ablauf der Leserunde nicht zu gefährden. Ihr könnt natürlich auch gerne mit Eurem eigenen Exemplar teilnehmen. Außerdem besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Leserunde Fragen an Frau Hummitzsch, die Übersetzerin des Titels, zu stellen. Ich werde die Fragen sammeln und Mitte Juni gesammelt an den Verlag weiterleiten und die Antworten nach Erhalt veröffentlichen, sodass nach dem gemeinsamen Lesen noch die Möglichkeit einer anschließenden Diskussion besteht. Herzlichen Dank an den C.H.Beck-Verlag für die Unterstützung dieser Leserunde! Ich freue mich über eine rege Teilnahme und einen interessanten Austausch! Liebe Grüße, Literatur

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    • 272
  • Über die Wirkung von Briefen

    Blaue Blumen

    19angelika63

    Klappentext Eine Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat, aber der Mann, der sie erhält und liest, der von ihnen gepackt und ergriffen wird, so sehr, dass er nicht mehr zur Arbeit geht, ist gar nicht der richtige Adressat. Er selbst lebt in Trennung von seiner Frau und seinem Kind und so wechselt sich seine eigene Geschichte ab mit den Briefen. Die offenbar irrtümlich bei ihm landen und auf die er zu warten beginnt. Welche Wirkung werden diese Briefe über Liebe und Lust, Abhängigkeit und Verrat, über Nähe und Gewalt am Ende haben? Und wer ist ihr wahrer Adressat? „Gibt es denn wirklich etwas Wichtiges zu sagen?, wirst du dich fragen. Eine Enthüllung, ein Geheimnis? Ich antworte dir, ja, es gibt Dinge, die du nicht weißt; es gibt immer Dinge, die wir nicht wissen, ganz egal wie durchschaubar der andere auch sein mag. Ganz  egal, wie ergeben er auch ist, es gibt immer etwas Unerwartetes, etwas, das einen vielleicht überrascht, einem ein Lächeln entlockt oder Leid zufügt.“ (Seite 31) Eine Unbekannte (sie nennt sich A.), schreibt täglich Briefe an ihren Geliebten, der sie verlassen hat. Sie erzählt ihm in diesen Briefen von ihrer Liebe, ihrer Sehnsucht und ihrer Verletzlichkeit. A. erinnert sich an die Zeit mit dem Geliebten … das Kennenlernen, das Lieben, den Sex, die Streitigkeiten und den Hass bis hin zur Trennung … in der Hoffnung, dass ihr Geliebter zu ihr zurück kehrt. „Ich schreibe dir, damit du mich liest. Ganz einfach. Damit du mich liest und zurückblickst, damit du mich liest und denkst, dass es etwas verblüffendes Schönes in mir gibt, etwas, das du nicht gesehen hast, etwas, das unbemerkt an uns vorbeigegangen ist. Also, um es noch klarer auszudrücken, vorausgesetzt, das ist überhaupt möglich: Ich schreibe dir, damit du mich liest und liebst.“ (Seite 51) Marco lebt getrennt von seiner Frau und von seiner Tochter. Er findet sein Leben trostlos und hat Affären, doch nichts bedeutet ihm etwas. Dann liegt eines Tages ein blauer Brief in seinem Kasten. Obwohl er ahnt, dass dieser Brief nicht für ihn bestimmt ist, liest er ihn. Marco ist fasziniert von dem Inhalt und fragt sich wer diese Frau ist, die sich so voller Liebe nach ihrem geliebten sehnt, der sie verlassen hat. Als am nächsten Tag wieder ein Brief im Kasten liegt, liest er ihn wieder, da seine Neugier zu groß ist. Skrupel hat er ein klein wenig, doch seine Faszination überwiegt. Mit jedem Tag mehr, an dem ein Brief in seinem Kasten liegt, verfällt Marco der Briefschreiberin. Er verliebt sich in die Frau, ohne dass er sie kennt. Und erst, als sie ihren letzten Brief ankündigt, macht er sich auf den Weg und versucht heraus zu bekommen wer die Schreiberin ist. Doch nichts ist so wie es scheint … „Gestern habe ich lange darüber nachgedacht, über die Liebe, über diese Beharrlichkeit in der Liebe, als könne die Liebe uns vor allem bewahren oder zumindest vor irgendetwas, als könne die Liebe uns vor Hass bewahren, vor dem Wahnsinn und sogar vor dem Verlangen.“ (Seite 52) Das Buch fängt mit einem Brief an und wechselt sich dann immer mit der Geschichte des Empfängers ab. Die Briefe sind in einer wundervollen poetischen Sprache geschrieben und haben mich einfach umgehauen. Auch wenn die Briefe immer exzentrischer und gewagter werden. Sie enthüllen eine Liebesbeziehung die von Liebe, Hass und Gewalt geprägt ist. Ich möchte sogar behaupten, dass hier eine gewisse Hörigkeit seitens der Briefeschreiberin vorliegt. Sie kann nicht ohne ihren Geliebten, selbst nach der Trennung bittet und bettelt sie, dass er zurückkommt. Die Kapitel mit Marco zeigen auf, dass er ein trostloses Leben führt. Nichts scheint ihm zu gelingen und alles ist ihm gleichgültig. Alle stellen in seinen Augen immer nur Forderungen. Vor allem die Frauen. Sie wollen immer nur, dass er sich kümmert, Geld verdient usw. Erst als er die Briefe liest, spürt er was ihm fehlt … eine Frau, die ihn bedingungslos liebt. Eine, der er sich anvertrauen kann, eine die ihn nimmt wie er ist. Marco macht in der Geschichte eine Wandlung durch. Aufgerüttelt von den Briefen, weiß er plötzlich was er im Leben will. „Ich erinnere mich an alles, vom ersten Blick an. Irgendjemand hat mir mal gesagt, in diesem ersten Blick wäre schon alles enthalten, die Liebe, die erste Begegnung, die Wiederbegegnung, die Trennung, der Genuss, der Schmerz, das Leben und der Hass, alles, was folgt, existiert schon in diesem ersten Blick und wird dann nur noch abgespult.“ (Seite 77) Wer eine Liebesgeschichte erwartet wird enttäuscht werden. Dieses Buch ist eher ein poetisches Verwirrspiel mit der Frage im Hinterkopf ist es die Wahrheit oder ist es Phantasie. Die verschachtelten Sätze erschweren das Lesen an manchen Stellen, doch die poetische Sprache der Briefe macht das wieder wett. Alles in allem ein lesenswertes Buch, das ungewöhnlich anders ist,  aber mich nicht vom Hocker gerissen hat.

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    • 7

    Sabine17

    13. July 2015 um 14:55
  • Leider keine romantische Liebesgeschichte…

    Blaue Blumen

    janaka

    23. June 2015 um 17:59

    … wie mich das Cover und der Klappentext haben hoffen lassen. Eine unbekannte Frau schreibt ihrem Exfreund stilistisch wunderbare Briefe, die leider inhaltlich für mich immer extremer wurden. Doch diese Briefe erreichen nicht den gewünschten Empfänger sonders Marcos, dem Nachmieter. Dieser ist ganz fasziniert von diesen Briefen und auch bald von dieser unbekannten Frau, dass er sogar seine Arbeit vernachlässigt. Der Roman "Blaue Blumen" von Carola Saavedra konnte mich nicht fesseln, die Briefe haben mich als Leser immer tiefer in die Abgründe einer menschlichen Seele schauen lassen. Was haben Liebe und Leidenschaft mit Schmerzen und Erniedrigung zu tun? Für mich nichts, deshalb konnte ich mich auch nicht in die Figur der Schreiberin der Briefe versetzen. Sie bettelt um die Liebe eines Mannes und erniedrigt sich ständig in diesen Briefen. Auch mit Marcos konnte ich mich nicht anfreunden, er ist auch frisch getrennt. Sein Leben ist ganz schön trostlos, er gibt seiner Exfrau dafür die Schuld. Ihm kommt es nicht einmal in den Sinn, dass sein "Nichtstun" oder sein "Hinnehmen" entscheidend zu seinem Leben beitragen, aber nein… es haben immer andere Schuld. Sprachlich finde ich einige Stellen im Buch sehr schön, aber dann wurde mein Lesefluss durch ständige Wiederholungen unterbrochen. Das Ende ist offen und lässt mich etwas ratlos zurück… Leider kann ich diesem Roman keine Leseempfehlung geben.

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  • Blaue Blumen

    Blaue Blumen

    nataliea

    18. June 2015 um 12:43

    "Blaue Blumen" ist ein anspruchsvolles Buch, für welches man sich auch Zeit nehmen sollte. Zum Inhalt ist folgendes anzumerken: Die Unbekannte A. schreibt Briefe an ihren ehemaligen Freund. Doch dieser ist umgezogen und nun erreiche die Briefe Marco, der nun in der Wohnung lebt. Und dieser versucht nicht einmal die Briefe an den richtigen Adressaten weiterzuleiten, sondern liest sie selbst und diese faszinieren ihn so sehr, dass er sich zu der Unbekannten hingezogen fühlt. Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich und blumig. Man muss sich an diesen erst gewöhnen. Doch nach einer Eingewöhnungsphase könnte ich mich auf den Schreibstil einlassen und fand ihn zum Schluss sogar sehr passend. Sehr interessant fand ich die Gefühlswelt der beiden. Es ist wirklich detailliert beschrieben und man lernt beide Seiten somit intensiv kennen. Die Unbekannte schreibt so eindringliche und intensive Briefe, die teilweise bedrohlich und verstörend wirken und Marco kann mit Gefühlen im Allgemeinen nicht viel anfangen. Ein Gefühl wie Liebe scheint ihm völlig fremd. Und dann gibt es diese Kehrtwende in der Geschichte, in der der Leser erkennt, dass etwas mit Marco geschieht, dass er zu begreifen scheint. Als Leser muss man sich bei diesem Buch bewusst sein, dass nicht die Handlung sondern die Gefühlswelt im Vordergrund steht. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass ich anfangs Schwierigkeiten hatte in die Geschichte hineingekommen und ich beim Ende hin und hergerissen bin. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Keine leichte Kost für zwischendurch, dennoch aber lesenswert!

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  • Najaaa..

    Blaue Blumen

    Thesulu

    10. June 2015 um 18:50

    Für mich war "blaue Blumen" ein langweiliger Roman dem jede Spannung fehlte. Die Geschichte zweier unterschiedlicher Menschen, die durch Briefe aneinander geraten. Klingt eigentlich nach einem zwar schon öfter vorgekommenem Plot, jedoch mit Potential. Ich hatte mir eine Liebesgeschichte erhofft und wurde leider bitter enttäuscht. Für mich hatte der Roman keine Spannung. Beide Charaktere (die Verfasserin der Briefe kann man lediglich durch ihre Briefe charakterisieren) hatten für mich etwas unsympathisch und sehr anstrengendes, was es mir unmöglich gemacht hat mich mit ihnen zu verbinden. Positiv ist mir allerdings das Cover aufgefallen, welches mit seinem leuchtenden Blau sofort anspricht. Über den Schreibstil lässt sich streiten. Ich persönlich bin immer ein Fan von einer lebhaften und symbolischen Erzählweise. Das habe ich in "blaue Blumen" zu genüge bekommen, kann aber trotzdem sagen, dass ihre Beschreibungen teilweise wirklich schön und anschaulich sind. Leider finde ich, dass die Autorin unglaublich viele Wiederholungen benutzt hat, was das Lesen für mich echt anstrengend gemacht, und die anschauliche Erzählweise für mich kaputt gemacht hat, da sich die schönen Formulierungen 2-3 mal wiederholen. Also alles in allem leider ein nicht besonders überzeugendes Buch.

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  • Intensive Gefühle

    Blaue Blumen

    Xirxe

    07. June 2015 um 20:45

    Eine Unbekannte, genannt A., schreibt intensive, sehr gefühlvolle Briefe an ihren ehemaligen Geliebten. Doch diese gelangen in die Hände von Marco, der mittlerweile in dessen Wohnung lebt. Statt die Zeilen an den richtigen Adressaten weiterzuleiten, liest er sie selbst und fühlt sich von der Schreiberin immer stärker angezogen. Wer sich von diesen Zeilen wie auch dem Umschlagtext und dem Cover des Buches nun eine romantische Liebesgeschichte verspricht, wird böse enttäuscht werden. Die Handlung bleibt bescheiden, doch dafür liefert die Briefeschreiberin eine extrem detaillierte, introspektive Analyse des Geschehenen, das scheinbar zur Trennung führte. Wieder und wieder führt sie das Erlebte auf's Neue aus - um so den Verlorenen zurückzugewinnen? Was die Unbekannte im Übermaß zu besitzen scheint, fehlt Marco hingegen fast völlig. Seiner Ex-Frau und seiner dreijährigen Tochter scheint er nur Gleichgültigkeit entgegenzubringen, wenn nicht sogar Abneigung. Auch seiner aktuellen Freundin steht er eher unbeteiligt gegenüber ebenso wie dem Rest seines Lebens. Doch die Briefe lösen in ihm etwas aus, was sein Denken und Verhalten wandelt. Immer stärker ergreift die Unbekannte Besitz von seinen Gedanken und beginnt, sein Leben zu verändern. Und wie bei ihr stehen zusehends die Gedanken Marcos im Mittelpunkt des Erzählten, weniger das äußere Erleben. Es liest sich nicht ganz leicht, insbesondere gleich zu Beginn die Briefe. Doch je mehr ich mich auf das Buch eingelassen habe, wurde ich von dieser intensiven Art des Geschriebenen gefangen genommen. Obwohl mir dieses Empfinden von A. fern liegt, kam sie mir recht nahe und ich habe mit ihr und ihrem Schmerz und ihren Zweifeln mitgelitten. Ein außergewöhnliches, ein ungewöhnliches Buch, nichts für zwischendurch!

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  • (Pseudo-) Poetisch?!

    Blaue Blumen

    caduceus

    07. June 2015 um 18:31

    "Blaue Blumen" handelt von einer Frau, die an ihren Exfreund Briefe schreibt, um ihn wieder zurückzugewinnen. Allerdings landen ihre Briefe nicht bei diesem, sondern bei seinem Nachmieter Marcos. Dieser wiederum lebt auch gerade in Trennung von seiner Frau und seine Tochter sieht er nur am Wochenende. Mit jedem weiteren Brief den Marcos erhält, vergisst er die Welt um sich da draußen. Marcos versucht die Frau ausfindig zu machen, aber auf dem Brief befindet sich kein Absender und unterzeichnet ist er mit "A.". Wer wissen will, was die beiden mit einander zu tun haben und was in den Briefen steht, der muss natürlich das Buch lesen. Meine Meinung ist, das mir das Buch zunächst gut gefallen hat. Gerade am Anfang ist es sehr poetisch geschrieben und der Schreibstil war schön. Allerdings hatte ich Probleme mit der Handlung, weil ich keine Ahnung hatte wie sich die Geschichte entwickeln könnte. Im Normalfall ist es ja gut, wenn man nicht so recht weiß was als nächstes passiert, aber in diesem Fall hatte ich noch nicht mal eine Vermutung. Ein weiteres Problem waren für mich die beiden Hauptcharaktere. Zu "A." lässt sich schwer eine Verbindung aufbauen, da ich einfach nicht das durchlebt habe was sie (scheinbar) hat und auch manche ihrer Ansichten nicht teile. Marcos konnte ich teilweise auch nicht verstehen. Als LeserIn merkt man schnell, dass er und seine Tochter keinen guten Draht zueinander haben. Aber warum macht er dann nichts dagegen? Und auch seine Ansichten waren nicht immer mit meinen deckungsgleich. Letztlich muss ich sagen, dass einzig und allein der Schreibstil und die Neugierde auf das Ende mich "getrieben" haben das Buch zu beenden. Wäre das Buch länger gewesen, weiß ich nicht wie lange ich das durchgehalten hätte. Ich würde das Buch eher älteren/ reiferen Lesern empfehlen, die mehr Wert auf einen poetischen Schreibstil als auf eine packende Handlung legen.

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  • Blaue Briefe

    Blaue Blumen

    Estrelas

    07. June 2015 um 12:10

    Eine Frau schreibt Briefe an ihren Ex. Sie schildert darin, wie es ihr in der gemeinsamen Zeit und danach ergangen ist. Die Briefe kommen allerdings bei einem anderen Mann an und verändern sein Leben. Hinter der poetischen Sprache, die den Leser durchaus in ihren Bann zu ziehen vermag, verbergen sich menschliche Abgründe, die ihn genauso schnell herunterziehen können. Der Wandel von Liebe zu Brutalität wird mit einer unglaublichen Intensität dargestellt. Während sich manche Abschnitte menschlich nachvollziehen lassen, lassen einen andere (darunter das offene Ende) ratlos und verwirrt zurück. Das ist der Zwiespalt, den dieses Buch hervorruft - eine gewisse Faszination, aber auch Verständnislosigkeit.

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  • '[...] so viele Dinge, die ich nur getan habe und tun würde, um dir zu gefallen.'

    Blaue Blumen

    sabatayn76

    06. June 2015 um 23:32

    Inhalt: Eine Frau schreibt Briefe an den Mann, der sie verlassen hat und den sie nicht vergessen kann. Doch die Briefe erreichen einen ganz anderen Mann: Marcos, der von seiner Frau getrennt lebt, der mit seiner kleinen Tochter nicht wirklich etwas anfangen kann und der sich meist nur für sich und nicht für andere interessiert. Doch die Briefe der geheimnisvollen Frau bewegen Marcos, er sucht die in den Briefen erwähnten Orte auf und vernachlässigt bald sein eigentliches Leben. Mein Eindruck: Ich lese sehr gerne lateinamerikanische Autoren und habe mich deshalb sehr auf 'Blaue Blumen' der brasilianischen Autorin Carola Saavedra gefreut. Leider hat mich der Roman nach der Lektüre recht ratlos zurückgelassen, und ich weiß immer noch nicht, wie ich das Buch einordnen soll. Was mir gut gefallen hat, sind die Beschreibungen der Protagonisten und die Gefühle, die sie beim Leser hervorrufen (können). Zu den im Roman angerissenen Themen möchte ich nichts sagen, denn ich finde, die Schilderungen der Ereignisse und der Themen des Romans entfalten sich im Buch auf sehr gelungene Weise, und eine zu detaillierte Inhaltsbeschreibung oder eine explizite Nennung von Themen würde das Leseerlebnis trüben. Ich finde aber, dass diese Themen sehr spannend sind und dass sie von der Autorin sehr feinfühlig und überzeugend behandelt wurden. Dennoch gebe ich dem Buch nur 3 Sterne, was vor allem an der Sprache Saavedras liegt. Mir waren die Beschreibungen oft zu blumig, und ich fand den Schreibstil bisweilen ermüdend. Dabei haben mir die Passagen mit Marcos gut gefallen, aber die Briefe fand ich vor allem zu Beginn des Buches sehr anstrengend zu lesen, da ständig die gleichen Inhalte wiederholt wurden, sich ein Bandwurmsatz an den nächsten reihte und sich der Ton fast nur zwischen wütend-aggressiv und unsicher-unterwürfig bewegte. Natürlich wurde genau mit diesem Ton und durch diesen Schreibstil die Briefeschreiberin charakterisiert, und dies ist eigentlich sehr gut gelungen, aber gerne gelesen habe ich die Briefe trotzdem nicht. Mein Resümee: Weil mir das Buch in der Mitte eigentlich ganz gut gefallen hat, wollte ich dem Roman 4 Sterne geben, aber den Schluss fand ich dann wieder weniger gut gelungen. Am Ende frage ich mich immer noch, wozu das Ganze gut war, und mit diesem Gefühl, dass ich als Leser nicht recht den Sinn des Romans erkannt habe, habe ich mich letztendlich für 3 Sterne entschieden.

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  • Zeitverschwendung

    Blaue Blumen

    alasca

    Zeitverschwendung Ein Brief landet im falschen Postkasten, der falsche Empfänger liest ihn trotzdem und verliebt sich in die Absenderin. Wie das Leben zweier Menschen durch fehlgeleitete Korrespondenz verbunden werden kann, hat uns bereits Daniel Glattauer vorgemacht. Aber der Lesespaß, den man bei „Gut gegen Nordwind“ hatte, kommt in „Blaue Blumen“ nicht auf. Marcos, erfolgloser Architekt und frisch von seiner Frau getrennt, bekommt in täglicher Folge neun Briefe einer Absenderin, von der er nichts erfährt als ihr Namensinitial: A. Von Brief zu Brief gerät er mehr in ihren Bann; er entwickelt eine Obsession, die sein ganzes soziales Geflecht gefährdet. Das liegt daran, dass er sich von den starken Frauen in seinem Leben (Ex-Frau, Geliebte, selbst seine 3-jährige Tochter zählt er dazu) überfordert fühlt. Er wünscht sich "Eine Frau, die auch bereit war, zu verlieren und sich in ihm verlor. Eine Frau, die bereit war zu verzeihen." A. ist offenbar so eine Frau. Ihr „Liebster“ hat sie verlassen, und sie versucht, so scheint es jedenfalls, ihn durch ihre Briefe zurückzugewinnen. Dabei drehen sich alle Briefe um den Tag der Trennung, jeder Brief wie ein Tropfen Wasser in einem Wasserbecken, und jeder Tropfen/Brief zieht weitere Kreise, bis am Ende ein (vielleicht) vollständiges Bild des Trennungsgeschehens entstanden ist. Das klingt spannend, ist es aber nicht. Saavedras Sprache mäandriert um Bedeutungen herum, statt sie zu benennen. Der romantisch-verklausulierte, mit Wiederholungen („… wie ist es möglich?“) gespickte Brieftext mit seiner absichtlichen Ungenauigkeit und seinen pseudotiefsinnigen Verallgemeinerungen im Stil von "Ist es das nicht immer?" ging mir zunehmend auf die Nerven. Im „romantischen“ Text nicht besonders gut versteckt sind Andeutungen einer unterschwelligen Aggression, die man recht schnell versteht – nicht jedoch, warum A. ihren Liebsten wiederhaben will oder warum ausgerechnet Marcos vielleicht doch der eigentliche Adressat ihrer Elogen ist. Insgesamt war der gefühlige Sprachsalat der Briefe nicht mein Ding. Angenehmer zu lesen sind die stilistisch schlichten Passagen in der dritten Person, die Marcos´ Reaktion auf die Briefe schildern. Viel Freude macht einem das aber auch nicht, denn Marcos mit seinem unreflektierten Egoismus ist kein Sympathieträger. Keine der beiden Figuren lädt zur Identifikation ein. Zitat Saavedra in einem Interview: „Ich interessiere mich für eine Literatur, […] die den Leser als Ko-Autor sieht, die ihm Raum gibt, selbst die verschiedenen Fäden zusammenzuführen.“ Und: „Alles ist Fiktion, aber die Tatsache, dass ich mich entschieden habe, eine bestimmte Fiktion zu erzählen und nicht eine andere, sagt bestimmt viel über mich aus.“ Was sagt diese überkonstruierte, verschwurbelte Geschichte mit ihrem vielsagend-nichtssagend verrätselten Ende über die Autorin? „… ist das, was ich sage, denn auch wirklich das, was ich sage?“ Wissen wir nicht, aber mir scheint die Intention der Autorin klar – ein Thema ist die Macht der Sprache, ihre verbindende, verzaubernde, aber auch verwirrende, trennende und verletzende Natur. Ein anderes die Macht der Leidenschaft, die ebenso oft schmerzen wie beglücken kann etc. pp. Ob man dazu ein Sado-Maso-Szenario bemühen muss – ich jedenfalls kann darauf verzichten. Auch auf so unsägliche Sätze wie „Ist der physische Schmerz vielleicht eine Form von Religiosität? Eine ganz tiefe Form der Liebe?“ Die Szene, in der die titelgebenden blauen Blumen stumme Zeugen einer abstoßenden Gewaltszene werden, war mir vollends zuviel: Briefroman, die blaue Blume – soll hier das Konzept der literarischen Romantik/romantischen Liebe ad absurdum geführt werden? Aus meiner Sicht ist Saavedras Romanexperiment „Blaue Blumen“ gescheitert. Gute Idee, sprachlich und konstruktionell missglückte Umsetzung. Schade. Dieser (preisgekrönte!!!) Roman ist nichts als ärgerliche Zeitverschwendung.

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    • 4
  • völlig anders als erwartet...

    Blaue Blumen

    Gwenliest

    ... und da haben wir glaube ich auch schon das "Problem" .... nachdem ich den beschreibenden Text gelesen habe "Eine Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat, aber der Mann, der sie erhält und liest, der von ihnen berührt und ergriffen wird, so sehr, dass er nicht mehr zur Arbeit geht, ist gar nicht der richtige Adressat" hatte sich in meiner Vorstellung ein Roman aufgebaut in dem der falsche Empfänger sich verliebt die beiden kommunizieren und sich eine Liebesgeschichte entwickelt... ohne näheres zu verraten, so ist es hier nicht. Der Absender der Briefe ist unbekannt, schreibt täglich einen Brief und entblättert darin jeden Tag ein weiteres Puzzleteil einer Trennung... Leidenschaft, Hörigkeit, Brutalität, Verzweiflung... all das findet man darin. Statt einer Liebesgeschichte entsteht aus meiner Sicht hier eine Obsession, da der Empfänger sich so sehr in den Briefen verliert, dass er von heute auf morgen völlig aus seinem Leben ausbricht ... zuerst innerlich dann aber schnell auch in den anderen Bereichen seines Lebens (Freundin, Ex-Frau & Tochter, Job). Wenn die Erwartungshaltung nicht erfüllt wird ist das immer eine Sache... es kann sowohl in die positive als auch in die negative Richtung ausschlagen. Bei mir hat es erst zu Ernüchterung geführt und zum Ende hin ist es doch noch umgeschlagen. "Irgendjemand hat mir mal gesagt, in diesem ersten Blick wäre schon alles enthalten, die Liebe, die erste Begegnung, die Wiederbegegnung, die Trennung, der Genuss, der Schmerz, das Leben und der Hass, alles, was folgt, existiert schon in diesem ersten Blick und wird dann nur noch abgespult" Seite 76f Sprachlich hat mir das Buch durchaus gefallen. Die Autorin schafft es in langen verschachtelten Sätzen und ständigen Wiederholungen von Wörtern und ganzen Satzteilen (die mich persönlich wahnsinnig gemacht haben) eine unglaubliche Intensität aufzubauen, die sich bis zum Ende hin immer mehr steigert. Psychologisch ist das Buch sehr interessant... auch wenn ich den Handlungsstrang um Marcos (der falsche Empfänger der Briefe) selbst, für sehr überzogen und unrealistisch halte, andererseits funktioniert es hier auch nur so, alles andere wäre einfach seicht. Das Buch wühlt auf, aufgrund seiner leisen Töne, die durchbrochen werden von einer überrraschenden Brutalität und der Intensität ... leider finden die Emotionen hier kein Ventil.... so dass ich das Buch zugeklappt habe und mich gefragt habe ... und jetzt? Wobei das Ende schon einen gewissen Reiz auf mich persönlich ausgeübt hat. Fazit: Auch wenn mich die Handlung selbst im ersten Moment nicht ganz überzeugt hat, ist es in jedem Fall ein Buch das nachhallt, wenn man es zulässt. Der Schreibstil hat mir trotz der Wiederholungen, an die man sich gewöhnen muss, gut gefallen. Andere Bücher von Carola Saavedra würde ich mir in jedem Fall näher ansehen, aber mich vorher mehr mit dem Inhalt und anderen Lesermeinungen auseinandersetzen.

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    Blaue Blumen

    SteffiKa

    31. May 2015 um 14:18

    Eine Frau schreibt Briefe an ihren Ex-Liebhaber, die aber ein anderer bekommt. Dieser andere Mann, Marcos, ist so von den Briefen berührt, dass er sein bisheriges Leben auf´s Spiel setzt: Er vernachlässigt seine Freundin, seine Tochter, seine Arbeit. Sein ganzer Tagesablauf dreht sich um das Warten auf den nächsten Brief von "A." und die Frage, wer der richtige Adressat ist. Leider konnte ich weder einen Zugang zu der Briefeschreiberin, A., noch zu Marcos finden. Beiden scheinen bisher ein schwieriges Leben geführt zu haben und keiner der beiden hat viel Selbstbewusstsein und Vertrauen in andere Menschen. Selbst zu seiner 3-jährigen Tochter findet Marcos keinen Zugang - im Gegenteil: er findet die Besuche am Wochenende von ihr noch als lästig. Auch der Schreibstil und die Sprache waren mir teilweise viel zu poetisch und die Gedanken der beiden viel zu verworren und nicht nachvollziehbar. Lange, verschachtelte Sätze und unbootmäßg viele Wiederholungen haben mich manchesmal querlesen lassen. Lediglich der mittlere Abschnitt konnte mir positive Gefühle und Gedanken abgewinnen und ich hatte die Hoffnung: Jetzt geht´s aufwärts. Eine schöne Sprache und auch endlich etwas klarere Gedanken von A. Ich hatte den Eindruck: Jedes Mal, wenn tatsächliche Gespräche der Protagonisten stattgefunden haben oder wirklich etwas passiert ist, war die Sprache klarer und deutlicher. Und wenn´s um Gedanken und Beschreibungen ging, hat sich Carola Saaverdra wieder in verschachtelten Sätzen und Wiederholungen verloren. Auch der Schluss hat mich mit vielen offenen Fragen zurückgelassen: War es Absicht? Ein Missverständnis? Zufall? Fiktion? Und was wollte die Autorin mir sagen? Was ist die Quintessenz? Schade, denn das Cover und der Klapptext haben so viel mehr versprochen. Leider - für mich - keine Leseempfehlung!

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