Carola Saavedra Landschaft mit Dromedar

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Inhaltsangabe zu „Landschaft mit Dromedar“ von Carola Saavedra

Érika hat sich auf einer namenlosen Insel verschanzt, um sie herum Vulkane, Touristen und Dromedare. Jeden Tag spricht sie ihre Gedanken und Erlebnisse auf ein Tonbandgerät - 22 Aufnahmen, die sich an Alex richten, und wenn die Sprache an Grenzen stößt, bleiben stets die Geräusche und Klänge in Érikas Umgebung. Viele Jahre waren Érika und Alex einander Vertraute, vielleicht Liebende, und definitiv ein Künstlerpaar, das nicht nur seine Arbeiten miteinander teilte, sondern auch eine Dreiecksbeziehung mit der jungen Kunststudentin Karen. Sie hat Alex und Érika voreinander beschützt und seltsamerweise wahre Nähe ermöglicht. Karens Tod wirft viele Fragen auf, und nun muss Érika wissen, wer sie ohne Alex ist und warum die sterbenskranke Karen sie verstoßen hatte. Doch nicht nur die Vergangenheit bestimmt Érikas Gegenwart, sondern auch neue Begegnungen - mit der Hausangestellten Pilar oder dem Tierarzt Dr. Adrian, der plötzlich eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielt. Und auch Bruno und Vanessa, in deren Haus Érika zu Gast ist, nötigen ihr unliebsame Wahrheiten auf. Durch ein ungewöhnliches Erzählformat, eine Mischung aus Erinnerung, Reflexion und Fantasie, gelingt es Carola Saavedra, mit klarer Sprache und in lakonischem Ton die klassische Beziehungsvorstellung infrage zu stellen. Was wir unser Selbst nennen, kann wohl niemand entwirren, aber wir können immer wieder Zuflucht suchen, und zwar auf Inseln, seien sie nun real oder frei erfunden.

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    Landschaft mit Dromedar
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    18. June 2013 um 09:26

      Auf eine namenlose Insel hat sie sich geflüchtet und sucht zu vergessen, mehr aber och zu verstehen, was geschehen ist. Viele Jahre war die Künstlerin Erika mit ihrem Partner Alex ein Künstlerpaar, das sich vertraute, möglicherweise sogar liebte. Sie teilten nicht nur selbstverständlich ihre Arbeit und ihre Ideen miteinander, sondern auch eine dritte Person, Karen, eine Kunststudentin mit der zusammen sie eine Dreiecksbeziehung führten.   Als Karen zunächst krank wird und danach stirbt, flieht Erika auf die schon erwähnte Insel und findet Unterschlupf bei Bruno und Vanessa. So wenig wie sie von diesen beiden geschont wird – sie geben Erika ehrliche Rückmeldungen, die sie erst einmal verdauen muss - schont sie sich selbst. Praktisch vom ersten Tag ihres Aufenthaltes auf der Insel spricht sie ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse auf ein Tonband. Adressat ihrer Selbstreflexionen ist der zu Hause zurückgebliebene Alex.   Langsam wird ihr die Rolle der gestorbenen Karen in der Dreiecksbeziehung klar und Erika spürt das dringende Bedürfnis nach Erkenntnis. Erkenntnis darüber, was Alex auch ohne Karen für sie bedeutet, nach welcher Form von Beziehung sie sich sehnt und warum sie die sterbenskranke Karen so von sich weggestoßen hat. Wer bin ich wirklich? Wie möchte ich leben? Sich immer wieder selbst verlierend, kommt sie sich doch mit jeder neuen Aufnahme näher und findet einen neuen Weg zurück in ein neues Leben.   Die Insel, auf die sich Erika flüchtet, kann zum Sinnbild werden für da je eigene Suchen  nach sich selbst und dem Rückzugsort, den wir dafür brauchen. Ein bemerkenswerter Roman aus Brasilien, von Maria Hummitzsch einfühlsam übersetzt.

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  • Beziehungen und Lebenslügen

    Landschaft mit Dromedar
    cosima73

    cosima73

    01. April 2013 um 16:33

    Alex und Erika, ein Künstlerpaar, eine junge Frau, Karen, die sich zu ihnen gesellt. Eine Dreiecksbeziehung, in der jeder seine Rolle hat, die er selber nicht klar erkennt, die er aber ausfüllen muss, damit die Beziehung funktioniert. Ich denke, mittlerweile hast du begriffen, dass es genau diese Momente sind, in denen alles vollkommen scheint, die den schrecklichsten Ereignissen, den schlimmsten Tragödien vorausgehen. Vielleicht hat jedes Glücksgefühl einen falschen Boden, eine künstliche Tonalität, und ist nur dazu da, einen Kontrast zu bilden zu dem, was kommt. Karen stirbt und mit ihrem Tod ändert sich alles. Die Beziehung, die schon vor Karen bestand, scheint ohne sie nun nicht mehr zu funktionieren. Ich habe grosse Angst, wie das sein wird, wir ohne Karen. Ich versuche, mich daran zu erinnern, wie es vorher gewesen war, aber ich kann es nicht. Erika flieht auf eine Insel, kapselt sich ab von ihrer Vergangenheit, von Alex. Auf einem Tonbandgerät nimmt sie ihre Gedanken, ihr ganzes Leben auf der Insel auf – sie spricht auf diese Weise zu Alex, den sie in Wirklichkeit meidet. Das Leben, das einmal war, erscheint plötzlich als sinnlos,  Kunst als wertlos. Erika sehnt sich nach den wirklichen Leben und sie sucht es sich, gibt sich hinein. Sie fühlt sich wohl, findet den ersehnten Schutz, auch wenn sie nicht weiss, wovor. Wovor hatten wir Angst? Wovon haben wir uns bedroht gefühlt? Vielleicht von uns selber? Landschaft mit Dromedar ist die Geschichte einer Suche. Erika sucht den Sinn des Lebens, sie sucht ihr Leben und sich selber. Sie hinterfragt, was war, fragt sich, was in ihrem Leben wirklich ihr Anteil war und was von aussen kam. Sie verliert sich selber in diesen Fragen, erfindet sich neu, um das Heute bestehen zu können. Und langsam findet sie so die Zuversicht, dass es ein Morgen gibt und nimmt den Weg dahin in die Hand. Mit viel Feingefühl lässt Carola Saavedra Erika ihre Geschichte in 22 Tonbandaufnahmen erzählen. Man nimmt als Leser eine Geräuschkulisse wahr, wird selber zum Zuhörer und findet sich in der Position, sich selber die Fragen zu stellen, die sich Erika stellt. Es sind Fragen des Lebens, Fragen, die jeden betreffen. „Wer bin ich? Wie will ich sein? Was ist mein Weg? Was ist die Liebe?“ Aus diesen Fragen, Gedanken und Erinnerungen entsteht ein Roman, der Lebenslügen aufdeckt und neue erschafft, um sie wieder zu durchschauen. Fazit: Ein nachdenkliches, ein tiefes Buch, eines, das Fragen stellt, einen zum sich selber hinterfragen anregt. Sehr empfehlenswert.  

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