Mein Russland

von Carola Schneider 
3,6 Sterne bei14 Bewertungen
Mein Russland
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kruemelmonster798s avatar

Elf interessante Porträts über das "Land der tausend Wirklichkeiten"

K

Sehr interessant und bewegend

Alle 14 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Mein Russland"

Russland: Land der Mythen, Projektionsfläche, Sehnsuchtsort und immer wieder auch Feindbild. Weltpolitisch stellten in den letzten Jahren die Annexion der Krim sowie Putins Eingreifen in der Syrienkrise auf Seiten Assads das internationale Machtgefüge auf die Probe, innenpolitisch herrschen Repression und eine anhaltende Wirtschaftskrise. Doch was bedeutet das für die Bevölkerung Russlands, die in Putins „gelenkter Demokratie“ lebt? Formiert sich politischer Widerstand, oder nimmt man den Status quo als gegeben hin? Wie unterschiedlich erleben Bewohner des städtischen und ländlichen Raums, im europäischen und im asiatischen Teil Russlands die Situation?
Carola Schneider, seit 2011 Auslandskorrespondentin des ORF in Moskau, zeigt in berührenden Porträts Innenansichten eines faszinierenden und zugleich widersprüchlichen Landes, das dem Westen immer noch fremd ist. Sie spricht mit Menschenrechtsaktivisten, Künstlern und kritischen Journalisten ebenso wie mit innovativen Käsebauern, Putin-treuen Jugendlichen und Befürwortern der Krim-Annexion. Schneiders Reportagen ergeben ein vielstimmiges, fein nuanciertes Bild Russlands, das von Widerstand und Resignation, Aufbruchstimmung und Regierungstreue erzählt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783218010832
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Kremayr & Scheriau
Erscheinungsdatum:01.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    kruemelmonster798s avatar
    kruemelmonster798vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Elf interessante Porträts über das "Land der tausend Wirklichkeiten"
    Elf interessante Porträts über das "Land der tausend Wirklichkeiten"

    Carola Scheider nimmt ihre Leser mit nach Russland und versucht anhand von elf unterschiedlichen Porträts das Land zu beschreiben.
    Sie schreibt in ihrem Vorwort, dass ihr Buch weder eine repräsentative gesellschaftliche Studie noch eine wissenschaftliche Analyse ist, sondern eine zutiefst subjektive Auswahl von Menschen, die sie auch ebenso subjektiv beschreibt.

    Anhand der Porträts, die völlig unterschiedliche Menschen, ihre Hoffnungen, ihre Erfahrungen, ihr Leben mit vielen Widrigkeiten zeigen, kann man Russland ein wenig kennenlernen.
    Elf Porträts sind jetzt zwar nicht viel, aber ich fand die Auswahl der Interviewpartner/-innen in ihrer Unterschiedlichkeit hat schon einen Einblick ermöglicht, was Menschen in Russland umtreibt.
    Gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin die Menschen manchmal auch nach einiger Zeit wieder getroffen hat  und berichtet, was nach dem Gespräch noch geschehen ist.

    Der Schwerpunkt liegt auf der politischen Situation und weniger auf dem Alltagsleben.

    Mein Fazit: Leicht lesbarer und interessanter - sicherlich subjektiver - Einblick in ein großes, vielschichtiges Land.


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    awogflis avatar
    awogflivor 10 Monaten
    Kaleidoskopblick auf ein weites Land

    Die Autorin macht gleich im Vorwort klar, welches Sachbuch sich der Leser nicht erwarten soll. Es beinhaltet keine allgemeine politische Analyse Russlands, sondern stellt einen sehr persönlichen Blick auf dieses widersprüchliche Land dar, der durch die Brille von Carola Schneider und der breiten Auswahl an interviewten Bekannten geworfen wird. Ich mag solche klaren Ansagen, wenn Schriftsteller*Innen gleich zu Beginn die Grenzen abstecken und dem Leser nicht zu viel versprechen.

    …. und dann wird tatsächlich genau das Zugesagte geliefert: Ein buntes Kaleidoskop an persönlichen Geschichten, Lebenssituationen, Meinungen und Problemen, die jedoch in Summe dennoch einen wirklich guten realistischen nachhaltigen Eindruck von diesem weiten, sehr heterogenen Land vermitteln. Die Wahl der Interviewpartner wurde klug vorgenommen. Da gibt es eine Menschenrechtsaktivistin, zwei Künstler, Jungunternehmer in Moskau, zwei Bauern in Sibirien, zwei Journalisten, einen Putin Propagandisten, einen prorussischen Fußballmanager von der Krim, einen Moskauer Pensionisten … So wie die Auswahl der Beispiele nicht tendenziös vorgenommen wurde, denn es werden die Geschichten und Meinungen von Putin-Fans über Putin-Indifferente bis ausgewiesene Putin-Gegner dargelegt, ist auch die Verortung der Beiträge sehr ausgewogen: es gibt sowohl einen Blick auf Sibirien, Moskau aber auch auf die Krim. Diese Struktur des Sachbuchs hat mir wirklich ausnehmend gut gefallen. Dazu zählt auch die Vorgehensweise, einige Gesprächspartner in einem Abstand von zwei Jahren erneut zu interviewen, um die Entwicklung im Land abzubilden.

    Einen der dargestellten Künstler kenne und schätze ich übrigens seit längerem. Die Autorin hat doch tatsächlich den russischen Künstler Wassilij Slonow interviewt, den ich bei der Viennafair 2013 (größte Kunstmesse in Wien) so mutig gefunden habe, da er Sotschi ironisch kritisierte und dessen Namen ich vergessen hatte, mir zu notieren.


    Leider endet das Buch völlig abrupt mit dem letzten Satz des letzten Interviews, und dies ist auch mein einziger Kritikpunkt an diesem ansonsten so hervorragenden Werk. Am Ende hätte ich mir eine inhaltliche oder strukturelle Klammer von Carola Schneider gewünscht. Ein Resümee, ein Fazit, eine persönliche Meinung, einen Ausblick, eine Begründung, warum die Autorin die Interviewpartner genauso ausgewählt hat – einfach irgendwas, das einer persönlichen Stellungnahme gleichkommt, auch wenn sie möglichst neutral formuliert sein mag, aber nicht sein muss. Hier tritt mir die Autorin einfach viel zu sehr anonym in den Hintergrund des Gesagten und fungiert quasi nur als Herausgeberin eines Straußes an Meinungen und Geschichten. Es ist mir einfach zu wenig, wenn ihr Name draufsteht, sie sollte sich einfach nicht vor einer kurzen persönlichen Stellungnahme drücken. Wahrscheinlich hätte mir sogar schon eine Danksagung an die Interviewten als strukturelle Klammer gereicht, um das Werk abzurunden.

    Fazit: Ein sehr gutes Sachbuch über Russland, das gerade weil es persönliche Geschichten und Meinungen darlegt und keine politische Analyse liefert, so einzigartig und erhellend dieses Land beschreibt.

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    K
    kabalidavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr interessant und bewegend
    Sehr interessant und bewegend

    Mein Russland 


    Dieses Buch ist wirklich sehr gelungen, denn dem Leser wird ein facettenreiches Russland dargestellt, das man so nicht erwarten würde. 
    Wie schon im Klapptext beschrieben, werden unterschiedliche Personen, Situationen und Orte aus verschiedenen Sichten vorgestellt. Sodass der Leser selbst die Chance hat, sich eine Meinung über Russland und seine Menschen zu bilden. 
    Dem Leser wird nicht nur die weltliche Welt, sondern auch die religiöse Seite Russland aufgezeigt. 
    Obwohl man schon Vieles über Russland weiß, werden im Buch weitere neue Fakten und Wissen vermittelt. 


    Fazit: Zusammenfassend ist das Buch für Russland Liebhaber und Russland Interessierte sehr lesenswert. Aber auch für die, die sich einfach so über Russland informieren und eine vielfältige Ansicht haben wollen. 

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    mannomanias avatar
    mannomaniavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Fernsehteam berichtet über Russland
    Ein Fernsehteam berichtet über Russland

    Da ich bisher nur in St. Petersburg war, praktisch die schönen Bauten, breiten Straßen und die Eremitage, eines der bedeutenden Museen der Welt gesehen habe, hat mich das Buch "Mein Rußland" sehr interessiert.

    Die Autorin hat eine gute Mischung an Menschen, Orten und Lebensumständen gewählt und auch beschrieben.
    Die Meinungen sowohl menschlich wie politisch gehen sehr auseinander. Es ist schade, daß die Kirche sich politisch "einwickeln" läßt. Der Alltag ist für die Menschen nicht einfach, die wirtschaftlichen und politischen Krisen beherrschen die Situationen.
    Russland ist ein großes, weites Land, da ist das Regieren für Putin schon sehr schwer für alle Bevölkerungsschichten einen gewissen Wohlstand zu schaffen. Die interviewten unterschiedlichen Personengruppenhaben ihre Meinungen geäußert.
    Die Reportagen haben dem Leser ein ausführliches Bild vermittelt. Besonders erfreut hat mich, daß die Reporterin mit den Fotos dem Leser die Nähe zu diesen Menschen vermittelt hat.
    Es ist herauszulesen, daß die meisten Menschen sehr heimatverbunden sind und ihre Hoffnung auf bessere Zeiten in ihren Herzen tragen...

    Fazit:
    Das Buch ist sehr interessant zu lesen, da die Leser einmal Rußland näher kennenlernen und teilweise die Mentalität der dort lebenden Menschen, die ihre Heimat genau so lieben wie wir auch unser (Deutsch)land.

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    Sikals avatar
    Sikalvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich hätte mir mehr erwartet.
    Mein Russland

    Russland ist anders – dazu muss man nicht erst dieses Buch lesen, das weiß man. Aber ist nicht jedes Land anders, jede Kultur einzigartig? Hat man als Europäer das Recht, über diese Werte zu urteilen?


    Carola Schneider hatte während ihrer Zeit in Russland immer wieder mit unterschiedlichsten Menschen zu tun, baute sich ein soziales Umfeld auf. Und aus diesem Pool hat sie nun Menschen ausgewählt, die versuchen ihre Sicht auf Russland zu erzählen. Hier findet man unterschiedlichste Personen, von der Menschenrechtsaktivistin, der Bäuerin, von Künstlern, Selbständigen u.a. Jeder für sich hat seine eigene Sicht auf Russland, seine Meinung, die entweder pro-Putin oder kontra-Putin ausfällt. Hier finde ich, hätte die Autorin nicht ausschließlich die politischen Standpunkte in den Fokus bringen sollen. Interessanter wäre es gewesen, mehr aus dem Alltagsleben zu erfahren – wie z.B. die Geschichte der Bäuerin, die ihren eigenen Käse kreiert hat.


    Doch die Autorin hat hier wohl den Schwerpunkt Politik hergenommen und viele der politischen Schwierigkeiten werden erwähnt, z.B.  ein mangelhaftes Sozialsystem, Korruption, allgemeine Unzufriedenheit mit der Regierung. Doch was unterscheidet Russland nun so sehr von anderen Ländern? Ich finde es nicht in Ordnung, mit erhobenem Zeigefinger auf Russland zu zeigen während jedes Land für sich seine Probleme hat, die politischen Veränderungen in Europa oder Amerika sind ebenso nicht zu glorifizieren.


    Natürlich kann man nicht von diesen Einzelinterviews auf die Gesamtbevölkerung schließen, nicht mal ansatzweise. Dass Russland anders ist, habe ich nun nicht gerade durch dieses Buch erfahren. Es ist zwar teilweise ganz nett zu lesen, aber so wirklich herausragend finde keine der Geschichten. Hier hätte ich mir eindeutig mehr erwartet und vergebe 3 Sterne.

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    berkas avatar
    berkavor einem Jahr
    Fernweh nach Russland - von Moskau über die Krim bis nach Sibirien


    Anhand von Einzelschicksalen erzeugt das Buch ein Abbild der aktuellen Situation in Russland. Schwerpunkt ist Moskau, die Krim ist gut vertreten aber es gibt z. B. auch einen Abstecher ins Altai-Gebirge, das ist schon Sibirien. Junge Leute die ein Cafe betreiben oder Käse erzeugen, ein Putin-Anhänger, eine Separatistin, ein Fußball-Manager, ein Künstler, einer der einen Sender betreibt - das sind noch längst nicht alle aber die Vielfalt wird deutlich.
    Das ist auch der Eindruck den ich mitnehme: viele Dinge sind im Umbruch und es gibt ebenso viele Möglichkeiten wie Probleme, beides der Größe des Landes entsprechend. Die Ansichten der geschilderten Personen werden recht neutral dargestellt, das ist auch eine der Stärken des Buches.


    Gut gefallen hat mir auch dass die Personen in einem separaten Teil abgebildet sind, dadurch werden sie etwas greifbarer.
    Die Situation in der Krim und die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland sind neben Putin Hauptthemen, daneben klingen aber viele andere Dinge an.


    Das Buch hat mir geholfen einige Dinge bezüglich Russland besser einzuordnen, und mein Interesse gefördert mir das einmal vor Ort anzusehen. Wahrscheinlich in Moskau aber noch lieber im fernen Altai-Gebirge

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    Linatosts avatar
    Linatostvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kurzweilig und ein kleiner AUsflug in das heutige Russland.
    Politisch leicht erzählt

    Mit Klappentexten ist es ja immer so eine Sache. In diesem Fall hätte ich wesentlich weniger Politik erwartet. Auch wenn ich nicht so politisch interessiert bin, war es doch eine spannende Sache verschiedene Sichtweisen auf die russische Politik zu sehen. Die Autorin hat eine bunte Mischung an Menschen raus gesucht, die sie mit ihren Lebensumständen beschrieben hat.

    Die Autorin ist hauptberufliche Journalistin. Dementsprechend flüssig und interessant war auch ihr Sprachstil in dem Buch. Nicht einmal hab ich mich gelangweilt oder durch manch lange Passagen durch gekämpft.

    Wirklich tiefgreifend ist das Buch nicht. Aber für einen kurzweiligen Ausflug in das heute gelebte Russland sehr unterhaltsam.

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    solveigs avatar
    solveigvor einem Jahr
    "Du weißt nie, was morgen passiert..."

    … lautet das Fazit des jungen Unternehmerehepaares Marjucha aus Moskau. Die Marjuchas erscheinen in einem der insgesamt elf Porträts, die ORF Korrespondentin Carola Schneider für dieses Buch zusammengestellt hat. Die Stimmen, die sie zu Wort kommen lässt, stammen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten und Berufen: Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Künstler, Rentner, Bauern. Einige sind Regimegegner, einige pro Putin, andere wiederum wollen in erster Linie in Ruhe ihr privates Dasein leben. Also scheint es auf den ersten Blick nicht viel anders als in anderen Staaten zu sein. Was macht Russland und seine Bewohner so besonders bzw. so widersprüchlich, wie es der Titel formuliert?

    Thematisiert werden u.a. die aktuelle Politik, der Einfluss der Kirche, Kultur, ökonomische Möglichkeiten  -  wobei jeder der Interviewten seine eigene Geschichte und Sichtweise äußert. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie ihre Heimat nicht verlassen möchten und ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft setzen.

    Der gegenwärtige Alltag ist für die meisten nicht einfach; wirtschaftliche und politische Krisen beherrschen das Leben der Menschen. Es scheint, als ob viele Russen ihr Selbstbewusstsein aus der Vergangenheit ziehen, aus dem Beitrag Russlands zu dem gewonnenen Weltkrieg. „Wir müssen herausfinden, wer wir sind … für uns und für die Welt“, erklärt der Pro-Putin-Propagandist Wichljanzew und wünscht sich zukunftsweisende Ideen: „Vielleicht rühren die vielen Krisen und Konflikte daher, dass wir keine großen Ideen mehr haben.“

    Das Buch ist lebendig und für jedermann verständlich geschrieben. Fotos vermitteln dem Leser noch mehr Nähe zu den Menschen, die hinter den Lebensberichten stehen. Die hier ausgewählten Reportagen sind sicher nicht repräsentativ, geben aber doch einen guten Querschnitt an Meinungen wieder.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Großartig, kann ich nur empfehlen!
    Absolute Empfehlung!

    Die Autorin erzählt in berührende Porträts die Geschichte von elf ganz unterschiedlichen Menschen, die sie im Laufe ihrer Karriere in Russland getroffen hat.

    Für mich war es sehr interessant, bereits in dem Vorwort der Autorin zu lesen, dass Russland selbst für seine Bewohner meistens unbegreiflich ist. Hier war das angeführte Zitat von Fjodor Tjuttschew sehr passend: " Man kann Russland mit dem Verstand nicht erfassen, sondern nur an das Land glauben." Darüber denke ich noch immer oft nach, obwohl die Lektüre schon wochenlang beendet habe.

    Ich will hier gar nicht so viel von den einzelnen Personen erzählen, aber eine Person ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Wassiliy Slonow, ein Künstler. Sehr gut hat mir allerdings der sarkastische Humor des Künstlers gefallen, anders kann man wohl auch nicht mit solchen "Zuständen" umgehen. Ich war hier wirklich sehr erschrocken, in welchem Ausmaß der Künstler zensiert wird, indem zum Beispiel ständig seine Ausstellungen boykottiert werden, damit er ja seine Meinung nicht öffentlich kundtun und womöglich andere "anstacheln" kann. Doch er lässt dich davon nicht unterkriegen und kämpft immer weiter für sein Recht, seine Meinung durch seine Kunstwerke weiterhin zu vertreten, er will sich das partout nicht nehmen lassen und aufgeben kommt für ihn nicht in die Tüte.

    Die Menschen, mit denen Carola Schneider gesprochen hat, sind zum Teil politisch engagiert, zum Teil aber auch ganz normale Menschen, wie zum Beispiel Bauern, ein junges Ehepaar, das für seine Selbstständigkeit gekämpft hat und Künstler. Mir hat hier sehr gut gefallen, dass die Menschen nicht nur Leute waren, die etwas zu sagen haben, sondern dass so ziemlich jede gesellschaftliche Schicht, bis auf die Oligarchen vertreten waren.

    Zu jeder Reportage gibt es eine Einladung und ein Bild bzw. Bilder, die einem den Inhalt noch näher bringen, als es die faszinierenden Berichte sowieso schon tun. Dieses Buch habe ich mehrere Male durchgelesen und werde es sicher auch noch einmal tun. Das Einzige was mich sehr traurig gestimmt hat, ist, dass viele Vorurteile, die ich Russland gegenüber hatte, mehrfach bestätigt wurden.

    Trotzdem eine absolute Empfehlung von mir für Leser, die sich für die Weltpolitik oder einfach nur für Russland an sich interessieren.

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    Kristall86s avatar
    Kristall86vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Blick auf Russland aus verschiedenen Perspektivinteressant!
    Das Leben in Russland

    Im Buch „Mein Russland“ kommen verschiedene Bürger Russlands zu Wort um ihre Meinung und ihr Leben in ihrem Heimatland zu schildern. Jede dieser Personen hat eine andere Sicht der Dinge. Egal ob politisch, kirchlich oder menschlich. Sie kommen aus den unterschiedlichsten sozialen Bereichen und Schichten und beschreiben ehrlich und ohne Maulkorb ihr Leben. Beeindruckend und erschreckend in vielerlei Hinsicht werden diese Interviews mit einige Fotos untermalt. Nichts wird weggelassen oder zensiert - hier wird die pure Realität gezeigt. Carola Schneider hat sich mit viel Angagement diesem Buch gewidmet und ein sehr interessantes Werk in der akutellen, politisch angespannten Zeit geschaffen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Verlag_Kremayr-Scheriaus avatar

    Worum geht's?

    Russland: Land der Mythen, Projektionsfläche, Sehnsuchtsort und immer wieder auch Feindbild. Weltpolitisch stellten in den letzten Jahren die Annexion der Krim sowie Putins Eingreifen in der Syrienkrise auf Seiten Assads das internationale Machtgefüge auf die Probe, innenpolitisch herrschen Repression und eine anhaltende Wirtschaftskrise. Doch was bedeutet das für die Bevölkerung Russlands, die in Putins „gelenkter Demokratie“ lebt? Formiert sich politischer Widerstand, oder nimmt man den Status quo als gegeben hin? Wie unterschiedlich erleben Bewohner des städtischen und ländlichen Raums, im europäischen und im asiatischen Teil Russlands die Situation?

    Carola Schneider, seit 2011 Auslandskorrespondentin des ORF in Moskau, zeigt in berührenden Porträts Innenansichten eines faszinierenden und zugleich widersprüchlichen Landes, das dem Westen immer noch fremd ist. Sie spricht mit Menschenrechtsaktivisten, Künstlern und kritischen Journalisten ebenso wie mit innovativen Käsebauern, Putin-treuen Jugendlichen und Befürwortern der Krim-Annexion. Schneiders Reportagen ergeben ein vielstimmiges, fein nuanciertes Bild Russlands, das von Widerstand und Resignation, Aufbruchstimmung und Regierungstreue erzählt.


    Carola Schneider

    in Bludenz/Vorarlberg geboren, schloss 1996 ihr Dolmetsch- und Übersetzerstudium für die Sprachen Französisch und Russisch ab. Bis 2001 arbeitete sie in der Politikredaktion des ORF-Landesstudios Vorarlberg. Nach Stationen als Korrespondentin in Paris und Zürich wurde sie 2011 zur Leiterin des ORF-Korrespondentenbüros in Moskau bestellt.

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