Carolin Emcke

 4,3 Sterne bei 93 Bewertungen
Autorin von Gegen den Hass, Wie wir begehren und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Carolin Emcke

Carolin Emcke wuchs in Nordrhein-Westfalen auf, studierte in Frankfurt, London und an der Harvard-Universität Philosophie, Politik und Geschichte und war von 1998-2006 als Auslandsreporterin des Spiegels in den Krisenregionen der Welt unterwegs. Seit 2007 ist sie freie Publizistin für bekannte Zeitungen wie ZEIT und Süddeutsche Zeitung und lebt in Berlin. In ihrer Autobiographie von 2013 "Wie wir begehren" schreibt sie über ihre Homosexualität und die Probleme eines Coming-Outs in unserer Gesellschaft. 2016 wurde sie auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Neue Bücher

Cover des Buches Journal (ISBN: 9783103970944)

Journal

 (1)
Neu erschienen am 10.03.2021 als Hardcover bei S. FISCHER.

Alle Bücher von Carolin Emcke

Cover des Buches Gegen den Hass (ISBN: 9783596522217)

Gegen den Hass

 (43)
Erschienen am 23.01.2019
Cover des Buches Wie wir begehren (ISBN: 9783596187195)

Wie wir begehren

 (22)
Erschienen am 16.05.2013
Cover des Buches Von den Kriegen (ISBN: 9783596162482)

Von den Kriegen

 (6)
Erschienen am 01.02.2006
Cover des Buches Ja heißt ja und ... (ISBN: 9783103974621)

Ja heißt ja und ...

 (7)
Erschienen am 22.05.2019
Cover des Buches Weil es sagbar ist (ISBN: 9783100170194)

Weil es sagbar ist

 (6)
Erschienen am 08.10.2013
Cover des Buches Stumme Gewalt (ISBN: 9783596180332)

Stumme Gewalt

 (4)
Erschienen am 01.02.2010
Cover des Buches Denk mal! 2015 (ISBN: 9783596030804)

Denk mal! 2015

 (2)
Erschienen am 24.07.2014
Cover des Buches Journal (ISBN: 9783103970944)

Journal

 (1)
Erschienen am 10.03.2021

Neue Rezensionen zu Carolin Emcke

Cover des Buches Journal (ISBN: 9783103970944)Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Journal" von Carolin Emcke

Pandemie-Tagebuch
Elenchen_hvor 24 Tagen

"Nichts jedoch jagt mir mehr Angst ein als die Auftritte derer, die nurmehr Wahn als Angst ausgeben, die sich nicht mehr scheren um das, was allen gemein ist, die keine Bezugsgrößen mehr anerkennen außer ihrer eigenen Phantasie, die ihre Wut nicht mehr erklären, sondern nur noch ausagieren wollen, immer vertikal, gegen "die da oben", gegen eine vermeintliche "Diktatur", gegen "die Medien", gegen "Bill Gates", gegen irgendein "Komplott", das bekämpft werden muss." - Carolin Emcke, "Journal: Tagebuch in Zeiten der Pandemie"


Als letztes Jahr im März der erste Lockdown aufgrund der Covid-19-Pandemie beschlossen wurde, beginnt Carolin Emcke, ein Tagebuch zu schreiben, bis in den Sommer 2020 hinein führt sie es fort, legt dann eine Pause ein und beginnt im November nochmals mit einer kleinen Rückschau. Sie hält ihre Gedanken zum aktuellen Tagesgeschehen fest, verarbeitet ihre Ängste, spendet aber auch Trost und Mut machende Überlegungen. Ich habe mich auch in diesem Buch wieder sehr wohl gefühlt mit und in Emckes Worten, sie hat mich damit aufgefangen und meine eigenen im Kopf herumschwirrenden Gedanken etwas geklärt und oft in den richtigen Kontext gebracht.


Eine Große Stärke von "Journal" ist die Aufarbeitung des Zeitgeschehens. Ich konnte mit diesem Buch einige für mich sehr einschneidende Geschehnisse im letzten Jahr Revue passieren lassen und mir dazu nochmals etwas den Kopf zerbrechen. Moria, George Floyd, Querdenker-Demos oder Donald Trump - die Autorin schafft es, in einem ganz bestimmten Ton und mit einer ganz besonderen Einordnung, die Themen, die mich bewegt haben, zu betrachten. Ich denke, dass es auch in einigen Jahren einen großen Mehrwert haben wird, dieses Tagebuch aufzuschlagen, um sich an dieses Jahr zu erinnern.


Als besonders bereichernd habe ich auch Carolin Emckes Ausführungen zu den Themen Angst und Verlust empfunden. Wir alle haben so viele Ängste in dieser Pandemie: Angst davor, uns anzustecken. Angst davor, dass ein geliebter Mensch an Corona erkrankt. Angst davor, dass ein Familienmitglied oder ein*e Freund*in an Covid-19 verstirbt. Angst davor, dass die Welt sich unwiederbringlich verändert hat. Angst davor, dass alles noch mehr aus den Fugen gerät. Und Angst vor rechten Ideologien, die sich immer weiter verbreiten - und vor Menschen, die sich dieser blindlings anschließen. Die Autorin geht auf all diese Ängste und noch mehr ein, sie findet exakt die passenden Worte und hat mich damit auch in meiner eigenen Trauer aufgefangen.


Ich möchte das Buch wirklich allen empfehlen. Egal, ob ihr einfach das letzte Jahr Revue passieren lassen wollt, um eure Gedanken ein bisschen zu ordnen oder ob ihr einfach einen kleinen Rückzug braucht, um mit der ganzen Situation ein wenig besser klar zu kommen - "Journal" bietet genau das. Ein wirklich wunderbares Tagebuch!

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Cover des Buches Ja heißt ja und ... (ISBN: 9783103974621)dominonas avatar

Rezension zu "Ja heißt ja und ..." von Carolin Emcke

Danke für jedes einzelne Wort!
dominonavor 4 Monaten

Ich halte viel von Büchern, die nicht geschwurbelt sind und wichtige Gedanken punktgenau und gleichzeitig so darstellen, dass sie emotional etwas mit einem tun und dieses Buch ist so eins. Selbst, wenn man schon Bücher zu #me too und Rassismus gelesen hat, sollte dieses Buch in die Hand nehmen, weil es sowohl trifft als auch wärmt. 

Viele Bücher zu kritischen Themen lassen einen teils ratlos und entmutigt zurück. Dieses Buch tut das nicht. Es ist Erkenntnis in Reinform, ein wichtiger Beitrag, eine wichtige Stimme, die anderen Stimmen Raum gibt. Mehr braucht es nicht, um lange im Gedächtnis zu bleiben. 

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Cover des Buches Stumme Gewalt (ISBN: 9783596180332)Orishas avatar

Rezension zu "Stumme Gewalt" von Carolin Emcke

Eine humanistische Begegnung mit der RAF
Orishavor 7 Monaten

"Niemals zu fordern, was wir wollen und brauchen, niemals einzuklagen, was wir für richtig halten, niemals zu erklären und zu beschreiben, wer wir sind oder sein wollen, weil wir es für unmöglich halten, dass es sich erfüllt, lässt uns selbst verkümmern." (Emcke, 2016:55)

Carolin Emcke war Studentin, als im November 1989, Alfred Herrhausen - Vorstandssprecher der Deutschen Bank und Patenonkel von Emcke - mit einer selbstgebauten Bombe tödlich verletzt wird.  Sie reist zur Familie und versucht - wie alle im Umfeld Herrhausens - die Tat zu verarbeiten. Die RAF bekennt sich zum Anschlag, die Täter werden nie gefunden. Doch wie verarbeitet man eine Tat, die mit Schweigen quittiert wird? Wie finden die Angehörigen Ruhe, Frieden und Antworten auf ihre zahlreichen Fragen?

Diesen Dingen begegnet Emcke mit einer Vielzahl an eigenen Fragen, Überlegungen und Gedankenspielen. Wie begegnet man der RAF? Ihrem Schweigen? Wie kann man das Konstrukt RAF begreifen? Wie (endlich) ihre zahlreichen Taten aufklären?

Sie plädiert für einen Dialog jenseits von juristischen Konsequenzen. Ein Dialog, der eben jenen offenen Fragen - die vor allem die Angehörigen der Opfer haben dürften - begegnet, der eine gesellschaftliche Aufklärung ermöglicht und das Kapitel RAF endlich aufklärbar macht. Diese Haltung ist für sich genommen bemerkenswert, denn obwohl Emcke einen Freund an die Organisation verloren hat, ist ihr Plädoyer frei von Hass, Wut, Zorn oder anderen Gefühlsregungen, die durchaus nachvollziehbar wären. Vielmehr setzt sie sich für eine Offenheit den Tätern der RAF gegenüber ein, die wahrscheinlich nur wenige Menschen jenen gegenüber walten lassen würden, die einen Menschen durch einen anderen verloren haben und damit offenbart sie ihren eigenen Humanismus.

Fazit: Ein beeindruckendes Buch, dass eine starke Frau offenbart, die nicht davor scheut, zu ihren Gedanken und Gefühlen zu stehen. Die einen Standpunkt, eine Meinung vertritt - die sicher nicht jedem gefällt. Empfehlenswert.

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Zusätzliche Informationen

Carolin Emcke wurde am 18. August 1967 in Mülheim an der Ruhr (Deutschland) geboren.

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