Carolin Emcke Gegen den Hass

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Inhaltsangabe zu „Gegen den Hass“ von Carolin Emcke

Rassismus, Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit – in der zunehmend polarisierten, fragmentierten Öffentlichkeit dominiert vor allem jenes Denken, das Zweifel nur an den Positionen der anderen, aber nicht an den eigenen zulässt. Diesem dogmatischen Denken, das keine Schattierungen zulässt, setzt Carolin Emcke in ihrem engagierten Essay ein Lob des Vielstimmigen, des 'Unreinen' entgegen — weil so die Freiheit des Individuellen und auch Abweichenden zu schützen ist. Allein mit dem Mut, dem Hass zu widersprechen und der Lust, die Pluralität auszuhalten und zu verhandeln, lässt sich Demokratie verwirklichen. Nur so können wir den religiösen und nationalistischen Fanatikern erfolgreich begegnen, weil Differenzierung und Genauigkeit das sind, was sie am meisten ablehnen.

Eigene Ansichten hinterfragen und ein bisschen mehr Empathie an den Tag legen. Das würde schon helfen "Gegen den Hass". Tolles Buch!

— cherisimo

Sehr wichtiges Buch in der heutigen Zeit von Hassreden, Hetze und Rassismus. Unbedingt lesen und immer schön gegenhalten!

— FrolleinJott

Jeder sollte es lesen!

— sophiekatrin

Schon das Vorwort ist grandios! Das restliche Essay steht dem in nichts nach

— Chrischan

Großartiges und wichtiges Essay über unser alltägliches Miteinander im Globalen und Lokalen. Am liebsten würde ich es auswendig lernen!

— Regenblumen

Abhandlung einer sozialphilosophischen Theorie der Demokratie. Welche Werte sollten wir leben?

— Wordmicroscope

Man kann nicht oft genug hören, sagen, lesen, was Carolin Emcke in diesem Buch klar und deutlich schreibt, wiederholt, anspricht.

— TinaLiest

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  • Parrhesia

    Gegen den Hass

    BeaMilana

    10. September 2017 um 15:10

    Obwohl ich in einem liberalen Umfeld in einer weltoffenen Großstadt in einem Staat mit der umfangreichsten Sozialabsicherung Europas lebe, also körperlich fern von Gewalt und Hass, begegnete mir in den letzten Jahren in der Presse, im Internet und der TV-Öffentlichkeit beinahe täglich eine Form von Hass, der mich zutiefst erschreckte.Woher nimmt eine kleine Gruppe sich das Recht zu behaupten, sie seien das Volk, fragte ich mich oft. Warum geballte Parolen höchster Unzufriedenheit, in denen blinder Hass schwingt gegen alles, was anders ist? Wer bedroht durch was unsere gesellschaftliche Ordnung? Carolin Emcke, Kriegsberichterstatterin, Philosophin und eine der wichtigsten Intellektuellen in diesem Lande, geht in ihrem Essay "Gegen den Hass" den jüngsten gesellschaftlichen Phänomenen nach (u.a. mit Fallbeispielen aus in Deutschland und Amerika) und seziert mit analytischem und genauen Blick Ursache und Wirkung. Der Hass, von dem in ihrem Buch die Rede ist, "ist so wenig individuell wie zufällig":"Er ist nicht einfach nur ein vages Gefühl, das sich mal eben, aus Versehen oder aus vorgeblicher Not, entlädt. Dieser Hass ist kollektiv und er ist ideologisch geformt. ( ...) Und was viel bedrohlicher ist: das Klima des Fanatismus. Hier und anderswo. Diese Dynamik aus immer fundamentalerer Ablehnung von Menschen, die anders oder nicht glauben, die anders aussehen oder anders lieben als eine behauptete Norm.""Die Annahme, dass es ein Volk aus Freien und Gleichen geben müsste, sei eine historische Fiktion." Carolin Emcke argumentiert mit Gegensätzen. Sie stellt das Sichtbare dem Unsichtbaren, der Homogenität die Vielfalt gegenüber, der Natürlichkeit die Unnatürlichkeit, das Reine dem Unreinen (die beiden zuletzt genannten Begrifflichkeiten gefielen mir nicht).Für mich ist ihr Sachbuch vor allem eins: Ein dringend notwendiger, moralischer Apell an uns, andersartige Menschen, unabhängig von ihrer Hautfarbe, Sexualität, Religiösität, sozialer Herkunft, weder zu stigmatisieren, auszugrenzen oder gar zu verteufeln, sondern als gleichwertige Menschen wahrzunehmen und anzunehmen. So endet ihr Buch in dem Apell für eine Pluralisierung der Perspektiven, eine kritische Befragung der Raster der Wahrnehmung und des Kanons des Wissens, der kulturelle Praktiken und und Überzeugungen tradiert. Emcke verweist auf den Mangel dieses Wissens in der schulischen Bildung (z.B. bei der Lektüre heutiger Schriftsteller aus anderen Ländern, um Erfahrungsräume zu erweitern), in den Behörden und stattlichen Institutionen. Focault entwickelte 1983 den Begriff parrhesia, die Idee vom Wahrsprechen. Darin geht es nicht nur darum, die Wahrheit zu benennen, sondern sie auch tatsächlich zu meinen, indem man auch bereit ist, etwas zu riskieren. Wenn es um Rassismus und die Herabsetzung von Minderheiten geht, sei es Pflicht der Zivilgesellschaft zu widersprechen, verlangt sie.Zum zivilen Widerstand gehöre auch, sich "die Räume der Phantasie zurückzuerobern" und "Geschichten vom Glück" zu erzählen, damit sich, "jenseits all der Erzählungen vom Unglück und von der Missachtung, auch die Möglichkeit des Glücks als etwas festsetzt, das es für jeden und jede geben könnte, ...". Für alle. Carolin Emcke wurde dafür 2016 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Es tut gut, Bestärkung von oben zu bekommen.

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  • Abhandlung einer sozialphilosophischen Theorie der Demokratie

    Gegen den Hass

    Wordmicroscope

    18. December 2016 um 17:37

    Abhandlung einer sozialphilosophischen Theorie der Demokratie. Emcke zeigt in den einzelnen Kapiteln differenziert, welche Werte wir leben sollten, um dem Hass in unserer Gesellschaft standhalten zu können. „Manchmal frage ich mich, ob ich sie beneiden sollte. Manchmal frage ich mich, wie sie das können: so zu hassen. Denn das müssen die Hassenden sein: sicher. Sonst würden sie nicht so sprechen, so verletzen, so morden. Sonst könnten sie andere nicht so herabwürdigen, demütigen, angreifen. Sie müssen sich sicher sein. Ohne jeden Zweifel. Am Hass zweifelnd lässt sich nicht hassen. Zweifelnd könnten sie nicht so außer sich sein. Um zu hassen, braucht es absolute Gewissheit. Jedes Vielleicht wäre da störend. Jedes Womöglich unterwanderte den Hass, zöge Energie ab, die doch gerade kanalisiert werden soll. Gehasst wird ungenau. Präzise lässt sich nicht hassen.“

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  • Ein Lob des" Unreinen", der Vielfalt und Freiheit

    Gegen den Hass

    Weltensucher

    03. December 2016 um 15:49

    „Gegen den Hass“ von Carolin Emcke ist ein politisches Sachbuch, ein engagierter Essay als Gegenreaktion auf aktuelle weltliche und nationale Vorgänge, auf das Phänomen des zunehmenden Rassismus, Fanatismus und Hasses. Die Autorin arbeitet dabei den Begriff den Hasses aus, stellt seine Funktionsweise, Ursprünge und Präventionsmaßnahmen dar und greift auf konkrete aktuelle Ereignisse und Gruppierungen (beispielsweise die Fälle Clausnitz und Staten Island oder den IS), die sie einer ausführlichen Untersuchung im Rahmen des Themas unterzieht, zurück. Dieses Buch ist keine neutrale Berichterstattung bzw. die simple Darstellung der Thematik – vielmehr ist es die klare Stellungnahme von Carolin Emcke zu diesen und jenen politischen Dingen, allesamt jedoch unter der Prämisse der Demokratie, Pluralität und individueller Freiheit. „Ein Lob des Vielstimmigen, des „Unreinen“ - weil so die Freiheit des Individuellen und auch Abweichenden zu schützen ist“. Carolin Emcke vertritt die liberale Position der Demokratie, Freiheit, Menschenwürde, Vielfalt und Toleranz – eine Position, die nicht neu ist, aber hier noch einmal auf konkrete Beispiele bezogen demonstriert wird. Die Wichtigkeit dieser wiederholten Stellungsnahme ist insofern heute umso wichtiger, selbst wenn sie „nur“ wiederholt ist, als dass das Phänomen der zunehmenden Nationalisierung, des erneuten Aufkommens von Populismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, von großer Aktualität und Erfolg begleitet wird und in ganz Europa und auch darüber hinaus zu beobachten ist. Carolin Emcke argumentiert auf politisch-philosophischer Ebene, mit den Grundgesetzen und Menschenrechten als Basis. Sie wirft immer wieder Fragen auf, bleibt bei dem zentralen Thema Hass, indem sie es an unterschiedlichen Fallbeispielen verstehen möchte und es daran analysiert. Sie spricht von „Sichtbaren“ und „Unsichtbaren“, wie Menschen, die Hass empfinden, davon verblendet sind und nur das sehen, was sie sehen wollen. Schließlich erklärt sie den Wunsch nach „Reinheit, Homogenität und Natürlichkeit“, der insbesondere von rechten, populistischen Parteien vertreten wird – und verwirft diesen, mit ihrem entgegengesetzten Wunsch nach Pluralität und Vielfalt, nach dem „Unreinen“. Es sind wenige neue, aber doch wichtige und wiederholenswerte Aspekte mit dabei. Die Aussagekraft, der allgemeine Appell, die Kritik sind gut verarbeitet worden und kommen auch beim Leser an. Was allerdings manchmal ein wenig fehlt, sind konkrete Forderungen an Beispielen – während des Lesens ist mir nämlich nur eine tatsächlich etwas Bestimmtes fordernde Äußerung, nämlich die Änderung des „Transsexuellengesetzes“, aufgefallen. Der Rest blieb eher vage dahingestellt – dadurch wird die Position von Carolin Emcke eher zu einer utopischen Sichtweise, die als beschönigtes Idealbild ein wenig realitätsfern ist. Dies ist ein wenig schade, denn ihre Auffassung des Gegenwärtigen sollte mehr haben als nur den Charakter eines Wunschdenkens, um heute tatsächlich eine große Masse an Menschen zu erreichen.

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