Carolin Emcke Von den Kriegen

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 9 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 1 Rezensionen
(5)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Von den Kriegen“ von Carolin Emcke

Unterwegs in den Krisengebieten der Welt -- wie gehen Menschen mit Krieg und Gewalt um, was verändert sich angesichts des fremden Leids im Berichterstatter, welche Rolle kommt dem Zeugen zu? Carolin Emcke schreibt in ihren Briefen von Orten, die aus dem Blickfeld der Medien geraten sind, obwohl Krieg und Leid dort andauern: vom endlosen Bürgerkrieg in Kolumbien, von der Sklavenarbeit in den Freihandelszonen Nicaraguas, vom Überlebenskampf der Straßenkinder in der Kanalisation von Bukarest, von den serbischen Massakern an Kosovo-Albanern und den Vergeltungsanschlägen an Serben, dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September und den Kriegen in Afghanistan und im Irak.

Stöbern in Sachbuch

Wut ist ein Geschenk

Tolles Buch

Pat82

Gehen, um zu bleiben

Eines dieser Bücher, die etwas bedeuten; so viel, dass man bereits während des Lesens weiß, dass sie alles verändern. Dich selbst.Das Leben.

IvyBooknerd

Kleine Hände – großer Profit

Hinter vielen Grabsteinen verbergen sich traurige Geschichten - nein, ich meine nicht die der Begrabenen, sondern der Kinderarbeiter.

Ann-KathrinSpeckmann

Heimatlos ist nicht gleich hoffnungslos: Sehnsucht einer jungen Frau 1944/2014

Lesestoff für die junge Generation.

annegretwinterberg

Homo Deus

Hararis Buch polarisiert, regt zum Nachdenken an und lässt kaum jemanden kalt.

Bellis-Perennis

Hillbilly-Elegie

Reflektierendes, biografisches Sachbuch über die eigene Herkunft und die möglichen Gründe für eine USA unter Donald Trump! Sehr lehrreich!

DieBuchkolumnistin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Von den Kriegen" von Carolin Emcke

    Von den Kriegen
    Liisa

    Liisa

    05. May 2007 um 08:17

    Carolin Emcke ist Jahrgang 1967, studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt a.M. und Harvard und ist seit 1998 Redakteurin beim Spiegel und als Auslandsredakteurin in vielen Krisengebieten unterwegs. Als sie im Sommer 1999 nach anderthalb Monaten in Albanien und dem vom Krieg gebeutelten Kosovo zurückkehrte, wusste sie nicht wie sie für ihre Freunde das Erlebte in Worte fassen könnte. Im Versuch diese Sprachlosigkeit zu überwinden schrieb sie einen ersten Brief, den sie per E-Mail an einen Kreis von vielleicht zwanzig Freunden verschickte. Es gelang ihr, die Sprachlosigkeit so zu überwinden und das Echo ihrer Freunde fiel so aus, dass schließlich eine Art Ritual wurde. Nach jeder eindrucksvollen Reise schrieben sie einen neuen Brief. Die Briefe wurden für sie zu einer brauchbaren Form, über das Erlebte noch einmal nachzudenken und so die Rückkehr in ihr Leben in der Heimat zu erleichtern. Die Briefe basieren alle auf Reisen, die Carolin Emcke in den Jahren 1999 bis 2003 unternommen hat. Sehr persönliche Passagen wechseln mit eher essayistischen Reflexionen, politischen Kommentaren und szenischen Reportageelementen. An eine Veröffentlichung hatte sie gar nicht gedacht, doch die Reaktionen ihrer Freunde und die Erkenntnis, wie wichtig es ist Zeugnis abzulegen führten letztlich zur Veröffentlichung. Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich nur sagen: Zum Glück! Es wäre bedauerlich, wenn diese Brief auf einen so kleinen Kreis beschränkt geblieben wären. Der Leser folgt Carolin Emcke in den Kosovo, den Libanon, nach Nicaragua, Rumänien, Pakistan, Afghanistan, Kolumbien und den Irak und bekommt Einblicke gewährt die nachdenklich machen und erschüttern. Carolin Emcke berichtet einerseits sachlich wie man es von einer Journalistin erwartet fügt aber eben auch persönliche Überlegungen hinzu und stellt auch sich selbst und ihre Motive, ihre Wertesysteme und Empfindungen in Frage. Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte und muss, weil das Gelesene reflektiert sein will. Das ist keine Lektüre, die man "konsumieren" könnte, sondern eine, mit der man sich auseinandersetzen muss und die Gedankengänge, die angestoßen werden, wollen reifen und bedacht werden. Ich finde es ist ein ungeheuer wichtiges Buch in einer Zeit, in der viele drohen abzustumpfen ob der sich ständig wiederholenden Bilder von Zerstörung und Leid in den Kriegen, die immer wieder neu aufflammen und die Regionen dieser Welt erschüttern. Ich würde gerne mehr davon lesen, mehr erfahren von dem, was sie bezeugt und an Überlegungen und Rückschlüssen zieht. Uns "normalen" Lesern bleibt wohl nur die Hoffnung, dass Carolin Emcke in Zukunft wieder einem größeren Kreis von Lesern durch eine neue Veröffentlichung die Chance gibt zu erfahren, was sie auf ihren Reisen erlebt und wovon sie Zeugnis ablegt für diejenigen, die selber nicht Zeugnis ablegen können.

    Mehr