Carolina De Robertis Die unsichtbaren Stimmen

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Inhaltsangabe zu „Die unsichtbaren Stimmen“ von Carolina De Robertis

Ein Epos wie die großen Ströme Südamerikas: verschlungen, mitreißend, magisch Als die frisch verheiratete Pajarita zum ersten Mal vom Land nach Montevideo kommt, scheint ihr die ganze Welt offenzustehen. Doch die rauen Verhältnisse der großen Stadt trüben ihr Glück schnell. Ihr Mann verschwindet eines Tages spurlos, und Pajarita ist es, die die vier Kinder alleine großziehen muss. Sie ist es auch, die die Familie zusammenhält, als ihre Tochter Eva ihrer großen Liebe über den Río de la Plata nach Buenos Aires folgt. Und sie ist es, die ihrer Tochter zur Seite steht, als die rebellische Enkelin Salomé, die gegen die herrschende Militärdiktatur kämpft, verhaftet und eingesperrt wird. Pajarita, Eva, Salomé – drei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Und doch haben sie eines gemeinsam: den Hang zur Unabhängigkeit, den Willen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – gegen alle Widerstände.

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Residenz_Buchhandlung

    Residenz_Buchhandlung

    08. June 2012 um 15:23

    Carolina di Robertis ist eine junge Autorin, die etwas ganz seltenes geschaffen hat: einen Roman, so schillernd und poetisch wie Südamerika selbst, der Kontinent, von dem ihre Eltern stammen, und dessen Frauen sie hier ein Denkmal gesetzt hat. Pajarita stammt aus einem kleinen Urwalddorf. Sie ist blutjung, als sie nach Montevideo kommt, und sie ahnt noch nicht, dass die Liebe sie enttäuschen wird, dass sie ihre vier Kinder alleine großziehen wird, unterstützt nur von den Frauen ihres Viertels. Ihre Tochter Eva geht als Dichterin nach Argentinien, wo sie in der Künstler-Bohème die Liebe findet. Evas Tochter Salomé schließt sich dem Widerstand gegen die uruguayanischen Militärdiktatur an und bezahlt dafür einen hohen Preis. Pajarita, Eva und Salomé – 3 Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch sind sie vereint in gegenseitiger Liebe, in ihrer Kraft, den Umständen ihres Lebens zu trotzen und in ihrem unbedingten Willen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. „Die unsichtbaren Stimmen“ ist ein großer Frauenroman, so berauschend schön geschrieben, dass der Vergleich mit dem „Geisterhaus“ von Isabel Allende auf der Hand liegt. Er hat mein Herz im Sturm erobert und bis zu seinem großartigen Ende nicht mehr losgelassen.

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Lesemaus85

    Lesemaus85

    11. December 2011 um 23:16

    Alles beginnt mit einem Wunder. Ein Mädchen fällt aus einem Baum irgendwo in einem kleinen Dorf in Uruguay. Man nennt sie Pajarita "kleiner Vogel". Jahre später zieht sie in Montvideo ganz allein vier Kinder auf. Ihre Tochter Eva geht nach Argentinien, wo sie als Dichterin im Kreise der Bohème lebt und ihre große Liebe findet. Ihre Tochter Salomé schließt sich in Uruguay den Rebellen im Kampf gegen die Militärdiktatur an und verschwindet auf Jahre hinter Gefängnissmauern. Pajarita, Eva und Salomé - sie alle haben eines gemeinsam: den Hang zur Unabhängigkeit, den unbädnigen Drang zu einem selbst bestimmten Leben - gegen alle Widerstände! ----------------------------------------------------------------------------------------------------- Selten habe ich ein so poetisches, ergreifendes Buch gelesen. Die Seiten sprühen nur so vor Gefühlen, Farben und Gedanken. Die Worte durchströmen einen von der ersten Seite an. Lassen einen nicht mehr los. Die drei Frauen sind fantastische starke Geschöpfe, voller Leben und Liebe, Hass und Wut. Voller Gefühl. Die Autorin erweckt Lateinamerika durch Bilder und Emotionen, durch Liebe und Gewalt, durch ein ganz besonderes Talent Worte zu Bildern zu formen. Die Geschichte Uruguays wird nie aus sen Augen verloren. Ab und an war es allerdings doch etwas anstregnend un gewöhnungsbedürftig zu lesen. Aber, wie gesagt, ein ganz besonderer Genuss... nur zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Soluna

    Soluna

    29. May 2011 um 12:50

    nach 200 seiten weggelegt! Ohne Spannung!

  • Frage zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    gabriele

    gabriele

    eine freundin hat mir den roman die unsichtbaren stimmen von der autorin carolina de robertis empfohlen, das mir sehr gut gefallen wird. ich bin ein großer südamerikafan und in dem buch wird viel über das uruguanische leben erzählt. wer kennt weitere autoren, die vom leben und den menschen auf diesem kontinenten erzählen?

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    21. November 2009 um 22:38

    Mone. Vide. Eu. Pajarita – kleiner Vogel. So wird sie genannt, nachdem sie aus einem Baum geflogen oder gefallen ist, und ist seitdem sie unter den heimischen Menschen, in der Provinz Nähe Montevideo, bekannt. Später zieht es Pajarita zu einem Mann in Montevideo und dieser schenkt ihr 4 Kinder. „So ist das, dachte sie, wir tragen eine Welt in uns und sehnen uns danach, die Welten der anderen kennenzulernen, wir starren und bohren und schlürfen und können sie doch nicht selbst erleben.“ Cierre. Cielo. Cerrado. Siempre. Schloss. Himmel. Geschlossen. Immer. Eva, Pajaritas Tochter, begibt sich Hals über Kopf aus ihrer Lage, befreit sich mit ihrer spontanen Flucht nach Argentinien aus ihrem Elend. Eine bessere Welt zusammen mit einem Menschen, der sie beschützen und glücklich machen kann. Denn in Evas Kopf war Buenos Aires eine Tänzerin mit aufreizenden Bewegungen und einem skandalösen Duft in den Kleidern, und diese Tänzerin tanzte, wie Montevideo – die langweilige kleine Schwester – nie tanzen würde. Von nun an gab es unzählige Monetevideos, hinter unzähligen Türen, viele unterschiedliche Welten in einer Stadt. Die Liebe entflammt und mit ihr das Talent des Schreibens. „Erzähl mir noch mehr. Zeig mir dein Herz, dein ganzes Herz. Ich wurde dazu geboren, dich zu berühren, das ist der Sinn meines Lebens, meine Hand auf deiner Haut.“ Salome – Guerilla Mädchen Alles, was verschwindet, ist irgendwo. Von vielen Händen wird die Welt getragen. Salome, Evas Tochter, kämpft in Uruguay gegen den Widerstand, erfährt dort Gewalt und Niederschläge und spürt die Kälte und Dunkelheit während ihrer Haft. Die Strapazen zerren an ihr, doch sie bleibt stark und versucht jeden Tag aufs Neue das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen und gibt die Hoffnung nicht auf. Ein kleiner Funken Liebe hält ihre innere Fackel am Brennen. „Der Lebenswille, dachte sie, ist ein seltsames Ding, wie ein Tier mit eigenen Zähnen und Geheimnissen, ein Wesen, das so still und leise in uns lebt, dass wir es gar nicht bemerken, bis es flieht, verschwindet, einen als leere Hülle zurücklässt.“ Puh, tief ein und tief ausatmen. Soeben habe ich die unsichtbaren Stimmen sanft zugeklappt, aber eben diese unsichtbaren Stimmen leben in mir weiter. Was für ein Buch, ich wünschte es wäre endlos und das dachte ich schon oft über ein Buch, doch noch nie so stark wie über dieses. Diese drei Frauen, besonders Eva, haben mir so viel gegeben in einer Zeit, in der ich genau dieses Geben brauchte und es dankbar aufgenommen habe. Ich lebte mit Pajarita und ich lebte mit Salome, aber ich selbst lebte und lebe in Eva, fühlte und fühle wie sie, liebte und liebe wie sie und werde weiterhin Eva bleiben. Schon der Anblick dieses magischen, gefühlvollen Buches mit den unsichtbaren Stimmen innendrin bringt mich zum Zittern, Beben und Träumen. Ich lebe, du lebst, die Bücher leben und die Welt dreht sich.

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Angie*

    Angie*

    11. October 2009 um 16:14

    Der stärkste und aussagekräftigste, ja ich würde sagen, die wichtigste Botschaft des Buches erfolgt erst im letzten Viertel der Geschichte. Die Erlebnisse von Salomé in ihrer 13 jährigen Gefangenschaft und Folterzeit während der Militärjunta gehen an die Substanz des fühlenden und aufmerksamen Lesers. Nun erschließt sich der Titel des Buch zu einer ganz neuen DImension. DIE RÜCKKEHR IN DAS LEBEN EINER MUTIGEN UND STARKEN FRAU , DEREN SEELE IN EINER NEUEN ANDEREN ZEIT WIEDER ZUM LEBEN ERWACHT.

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Bri

    Bri

    09. October 2009 um 20:37

    "Manche sagen, sie flog, andere sagen, sie fiel. Auf jeden Fall kam sie aus einem Baum. und niemand wusste, wie sie hinaufgekommen war. Der Baum war sehr hoch, man konnte nicht einfach hinaufklettern, und sie war erst ein Jahr alt. Mit dieser Geschichte wuchs sie auf: Pajarita, du warst das Wunderkind, so hast du deinen Namen bekommen. Immer wieder erzählte man ihr davon, wie das bei Geschichten so ist - häufig, ungefragt, manchmal leicht und locker, manchmal mit einer Wucht, die sie fast ertränkte oder zum Himmel hinaufschleuderte. Pajarita wusste nie, welche Version sie glauben sollte. Sie trug all die verschiedenen Versionen in sich. Tausende von Splittern, wie Glasscherben unter der Haut. Neunzig Jahre später, auf dem Totenbett, blickte sie sich im Zimmer um und sah ihre versammelte Nachkommenschaft, und da begriff sie endlich, dass die Geschichte nicht nur ihr gehörte; ihre Tochter und ihre Enkeltochter waren genauso betroffen. Pajarita schaute sie an. Eva, Salomé, im Blick die entrückte Klarheit der letzten Atemzüge, und der Raum war erfüllt von Phantomen ihrer unzählingen Flüge und Stürze." So dicht wie der Einstieg in die Familiengeschichte von Pajarita, Eva und Salomé - Mutter, Tochter und Enkelin - erzählt Carolina de Robertis nicht nur von drei Frauen einer Familie, sondern von der Geschichte einer ganzen Nation. Uruguay ist kein großes Land. Die Hauptstadt Montevideo - Monte Vide Eu - ich sehe einen Berg - ist so benannt, obwohl es keinen Berg gibt. Aber sie liegt am Rio de la Plata und nur dieser trennt Uruguay an dieser Stelle von Argentinien, dem Land in das Eva flieht, um ihr Leben so leben zu können, wie es ihr richtig scheint. Ab 1959 kommt es zu großen wirtschaftlichen Problemen und den damit verbundenen sozialen Umbrüchen. Es bildet sich eine Stadtguerilla in Montevideo, die Tupamaros, auch Tupas genannt. Meist junge Menschen, die sich in Zellen organisieren. Immer nur einer einer Zelle kennt jemanden aus einer anderen Zelle. Sie werden vom uruguayischen Volk ein wenig wie moderne Robin Hoods betrachtet. Auch aufgrund ihrer höflichen Umgehensweise mit den in ihre Aktionen direkt Verwickelten. 1973 schliesst das Militär den Kongress und übernimmt die Macht. Viele Tupas verschwinden für Jahre hinter Gefängnismauern ... Diese Entwicklungen machen auch vor Pajarita, Eva und Salomé nicht halt. Ihre Geschichte ist wie die Gescichte Uruguays mit Hochflügen und Stürzen verbunden. Erzählt in vielen Geschichen, ausgeschmückt und in eine wunderbare Sprache verpackt. Manchmal leicht und locker und manchmal mit voller Wucht. Ein wahres Regaljuwel.

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    schaggy

    schaggy

    06. October 2009 um 21:53

    Hinreißendes Lesevergnügen. Ein Roman, der über drei Frauengenerationen die Geschichte einer Familie aus Uruguay erzählt. Unglaublich dichte Sprache - jede Träne, die geweint wird, ist es wert!

  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Leselust

    Leselust

    15. September 2009 um 17:36

    Ein wunderbarer Roman, der dem Leser fesselnd ein Bild Südamerikas über ein ganzes Jahrhundert verschafft. Im Mittelpunkt stehen drei Frauen einer Familie, die zwischen 1900 und Ende des 20. Jahrhunderts leben. So lebt Eva beispielsweise in Argentinien, findet dort ihre große Liebe und lebt als Dichterin in Buenos Aires. Evas Tochter Salomé schließt sich Jahre später den Rebellen im Kampf gegen die Militärdiktatur in Uruguay an und verbringt dafür allerdings Jahre im Gefängnis. Alle drei Frauen stehen für die fGeschichte Südamerikas im 20. Jahrhundert stehen. Ein wunderbares und empfehlenswertes Buch für alle die mit Südamerika, dessen Geschichte und vor allem dem Sprachstil Allendes verbunden sind, den dieser prägt ebenfalls das Werk dieser jungen Autorin.

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Eva *booklover*

    Eva *booklover*

    03. August 2009 um 20:22

    Dichte Story mit sehr gewöhnungsbedürftiger Sprache. Hat man sich dran gewöhnt ist es ein wundervoller Schmöker.

  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    stories!

    stories!

    03. August 2009 um 17:53

    Am 1. Januar 1900 geschieht es: ein kleines Mädchen, das seit Wochen als verschollen gilt, fällt aus einem Baum. Fortan ist sie der "kleine Vogel". Pajarita. So beginnt die Geschichte dreier Generationen von Frauen - Pajarita, Eva und Salomé. Eine Reise durch die Geschichte Südamerikas und ein Roman, der verzaubert nachdenklich macht und Kraft gibt. Dieses Debüt der Autorin ist gelungen - mitsamt dem großartigen Ende.

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    goldfisch

    goldfisch

    24. July 2009 um 09:26

    Dieses Buch ist wundervoll und voller kleiner Wunder. Erzählt wird zu Beginn die Geschichte von Pajarita, die als kleines Kind aus einem Baum fiel. Oder flog sie doch ? Erzählt wird die Geschichte ihrer Familie und ihrer Kinder und Enkelkinder.Im Mittelpunkt stehen die Frauen, die sensibel sind, auch für die politischen Vorgänge um sie herum. Die Geschichte von Pajaritas Tochter Eva, die bei Nacht und Nebel verschwindet und dann doch aus Argentinien fliehen muß, die Geschichte von Evas Tochter Salome´,die ihr Land verändern möchte und dabei fast zugrunde geht. Es sind starke Frauen, die die Autorin dort schildert, starke Frauen voller Liebe nicht nur zu ihren Männern und Kindern. Ein sehr gelungenes, schönes und auch erschütterndes Buch!

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    cathii

    cathii

    10. July 2009 um 10:15

    ein buch, vom dem ich jetzt schon weiß, dass mir 460 seiten zu wenig sind und ich nach dessen lektüre gleich von vorne anfangen müsste, wäre mein regal nicht so voll.wer mal wieder isabel allende lesen möchte, ohne isabel allende zu lesen, ist mit diesem buch gut beraten und kann sich seiner sogwirkung nich mehr so schnell entziehen.ich bin dann mal weg.... :-)

  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Luc

    Luc

    25. June 2009 um 09:53

    Im Mittelpunkt des Romans stehen drei Frauenschicksale. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beginnt ein Familienepos in der Erzähltradition bekannter südamerikanischer Autoren. Beginnend bei Parajita, die von einem Baum ins Leben fällt, über ihre Tochter Eva, die als Dichterin das Argentinien der Perons erkundet, zu Salome, der Idealistin, deren Gerechtigkeitsempfinden sie in die Foltergefängnisse der herrschenden Diktatur Uruguays führt. An dieser Abfolge ist bereits zu erkennen, dass die Autorin den Pfad des Mythischen rasch verlässt und ihre Protagonistinnen alsbald durch die Realität des Alltags begleitet. Parajita : Ignazio, ein Gondelbauer aus Venedig heiratet kaum in Uruguay angekommen, die resolute Parajita, bald holen ihn die Dämonen der Vergangenheit ein, Alkoholmissbrauch, Schläge für Parajita sind die Folge. Der Einstieg des Buches ist kompliziert geschrieben, eine Vielzahl von Namen, Zeitsprünge beherrschen die Seiten, ohne das ein vernünftiger Grund für diese Vorgehensweise ersichtlich wird. Es folgt eine spannungsarme geschriebene Phase in Venedig. Die Autorin braucht knapp siebzig Seiten, bis sie sich warm geschrieben hat. Ab der Begegnung zwischen Parajita und Ignazio pulsiert die Geschichte, die ausgezeichneten sprachlichen Fähigkeiten, der Autorin kommen zum Tragen, faszinierende Vergleiche und verspielte Bildern voller Eindringlichkeit prägen den Schreibstil. Als Ignazio Parajita in Montevideo verlässt, sind es ihre Kräuter- und Gesundheitskenntnisse, die eine kleine Familie am Leben erhalten. Bis auf dieses Intermezzo bleibt Parajita allerdings in den gesellschaftlichen Verhältnissen hängen und übernimmt bald wieder ihren alten Platz, als sich der Mann zurückmeldet. Eva : Parajitas Tochter Eva wird von einem Bekannten Ignazios im Kindesalter missbraucht. Sie findet Trost im Schreiben von Gedichten, sucht die Nähe von Künstlern und verlässt bald mit Andres das Land, um in Argentinien ihr Glück zu suchen. Eine interessante Ausgangslage. Geschickt fischt die Autorin durch den Aufbau der Figuren nach weiblichen Publikum. Es sei ihr gegönnt. Sie schreibt flüssig, fantasiereich, farbig, ausufernd, philosophisch, tiefgehend, manchmal schwülstig trivial, alles in einem Buch. Nur dürften viele Leser von der emotionalen Leere, der Protagonistinnen wenig angesprochen sein. Oft wird die Motivation der handelnden Personen unzureichend dargelegt oder einfach weggelassen. Bis zu diesem Zeitpunkt des Romans stellen sich massenweise Fragen, nach dem wieso und warum. Wie gerne hätte ich erfahren, weshalb ausgerechnet Eva, die Freiheitsliebende wieder zurück ins Haus ihrer Eltern zieht und es vorzieht im familiären Mittelmass zu versinken. Ich habe den Verdacht, dass sie letztendlich dort aus mangelhaften konzeptionellen Gründen landet. Die unsichtbaren Stimmen wurde an manchen Stellen sichtbar zusammengeschustert. Schade! Aus der Figur hätte die Autorin viel mehr machen können. Wie schon bei Parajita wird die Frauenfigur auf halber Strecke aufgegeben. Männer spielen in den Kapiteln eine traurige Rolle, sie kommen überwiegend, als Vergewaltiger, Machos und Schwächlinge vor. Positive Männerrollen gibt es lediglich für Künstlernaturen oder Männern, die sich später in Frauen umwandeln lassen. Dazwischen gibt es nichts zu bestaunen, ein bestimmter Frauentyp, ein klarer Männertyp, das Muster zieht sich durch den Roman. Salome : Für mich die dicke Überraschung am Ende. Endlich entsteht bei mir eine emotionale Bindung zu einer Hauptfigur, die flammende Idealistin Salome stürmt unerbittlich in ihr Unglück, schliesst sich gegen Ende der sechziger Jahre einer Untergrundbewegung an und landet im Foltergefängnis. Sprachlich überaus gelungen, zieht Salome sofort in den Roman und spuckt einen am Ende atemlos aus. Während mir die vorherigen Kapitel konstruiert erscheinen, wirkt Salome lebensecht, eingebunden in ihre Zeit, plastisch in ihrer Naivität und bis in ihre Lebensmitte nachvollziehbar. Auch hier Schwächen im logischen Bereich, das Teenager Waffenlager unter dem Bett einrichten können dürfte Wunschdenken der Erfinderin sein. Trotz der Fehler fühlte ich mich gut unterhalten, was ich vor allem auf den lebhaften Schreibstil der Autorin zurückführe.

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  • Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Die unsichtbaren Stimmen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. June 2009 um 14:35

    Carolina de Robertis Familiensaga, die am Ende drei Generationen umfassen wird, beginnt mit der Geschichte eines ungewöhnlichen Mädchens, dass auf einem Baum gefunden wird. Dieses Mädchen - Pajarita - wird die Stammutter der Familie und die folgenden Generationen durch dieses Buch begleiten. Carolina de Robertis verflicht die Lebensgeschichten der drei Frauen mit der Geschichte Uruguays und Argentiniens, bringt neben den autobiographisch angelehnten Protagonisten auch bekannte Figuren wie Che Guevara und die Perons mit in Spiel. Ich wünschte ich könnte sagen, dass ihr ein fesselndes Stück Zeitgeschichte gelungen ist, aber dem ist leider nicht so. Oft hat man beim Lesen das Gefühl, die historischen Ereignisse laufen wie auf einer Leinwand ab, während sich die Protagonisten davor kaum bewegen. Spielfiguren, die einfach irgendwo in die Geschichte gestellt wurden. Keine der drei Frauenfiguren hat mich überzeugt, allen haftete etwas naiv Unbedarftes an, was sich bis ins hohe Lebensalter auch nicht geändert hat. Dagegen stehen männliche Protagonisten, die zu latenter Gewalt neigen und damit meist ungestraft durchkommen. Wer dieses Buch liest könnte fast annehmen, dass südamerikanische Männer ohne Rückgrat zur Welt gekommen sind. Zudem haben mich die sich durchgängig durch das Buch ziehenden, unterschwelligen sexuellen Anspielungen gestört sowie das offenbar aus Urugay nicht wegzudenkende Mate trinken. Das Aufgießen wurde so häufig zelebriert, dass mich die Kalebassen bis in meine Träume verfolgt haben. Carolina de Robertis ungewöhnlicher Schreibstil lässt einen über so manche kleine Ungereimtheit in der Geschichte hinwegsehen. Er ist manchmal sperrig, manchmal fließend, manchmal direkt, manchmal intensiv, manchmal nur angedeutet und oft so poetisch wie die Gedichte von Eva, der zweiten Protagonistin dieses Buches. Der Schreibstil war es auch, der mich davon abgehalten hat, das Buch zur Seite zu legen. Die Geschichte selber hätte das nicht vermocht.

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