Die unsichtbaren Stimmen

von Carolina De Robertis 
4,2 Sterne bei69 Bewertungen
Die unsichtbaren Stimmen
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Barbara62s avatar

In ihrer großartig erzählten, tief berührenden Familiensaga zeichnet de Robertis die Umbrüche des 20. Jahrhunderts in Südamerika nach.

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Poetisch, aufwühlend erschreckend - ein wunderbares Buch!

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Inhaltsangabe zu "Die unsichtbaren Stimmen"

Ein Epos wie die großen Ströme Südamerikas: verschlungen, mitreißend, magisch

Als die frisch verheiratete Pajarita zum ersten Mal vom Land nach Montevideo kommt, scheint ihr die ganze Welt offenzustehen. Doch die rauen Verhältnisse der großen Stadt trüben ihr Glück schnell. Ihr Mann verschwindet eines Tages spurlos, und Pajarita ist es, die die vier Kinder alleine großziehen muss. Sie ist es auch, die die Familie zusammenhält, als ihre Tochter Eva ihrer großen Liebe über den Río de la Plata nach Buenos Aires folgt. Und sie ist es, die ihrer Tochter zur Seite steht, als die rebellische Enkelin Salomé, die gegen die herrschende Militärdiktatur kämpft, verhaftet und eingesperrt wird.

Pajarita, Eva, Salomé – drei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Und doch haben sie eines gemeinsam: den Hang zur Unabhängigkeit, den Willen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – gegen alle Widerstände.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596184811
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:18.01.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 11.02.2011 bei Argon erschienen.

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    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: In ihrer großartig erzählten, tief berührenden Familiensaga zeichnet de Robertis die Umbrüche des 20. Jahrhunderts in Südamerika nach.
    Eine packende Familiengeschichte aus Uruguay

    Drei Frauen stehen im Mittelpunkt dieser Familiensaga aus Uruguay:
    Pajarita, die Großmutter, wird auf dem Land geboren und zieht mit ihrem italienischen Mann nach Montevideo, muss aber für ihre vier Kinder mehr oder weniger alleine sorgen. Eva, die Tochter, Dichterin und Intellektuelle mit traumatischen Jugenderlebnissen, flieht nach Argentinien, lebt dort in den Kreisen der Bohème, findet aber erst nach ihrer Rückkehr ihr Glück. Salomé, die Enkelin, schließt sich jung den Tupamaro-Rebellen an und durchleidet  die ganze Grausamkeit der Militärdiktatur.

    So unterschiedlich ihre Lebenswege auch sind, alle drei Frauen kämpfen auf ihre Weise mutig um Unabhängigkeit.

    In ihrem großartig erzählten, tief berührenden Romandebüt zeichnet Carolina de Robertis, US-Amerikanerin mit Wurzeln in Uruguay, die Umbrüche des 20. Jahrhunderts in Lateinamerika nach und lässt in südamerikanischer Erzähltradition Bilder, Geräusche und Gerüche lebendig werden.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Die unsichtbaren Stimmen von Carolina de Robertis.

    Dieser Roman erzählt die Geschichte einer Familie  über drei Generationen. Eine Geschichte, die eng mit der Geschichte Uruguays verwoben ist.

    Die Handlung dieses Generationen übergreifenden Roman ist schwer auf den Punkt zu bringen. Ich fühlte mich oft an „Das Geisterhaus“ von Isabel Allende erinnert. Carolina de Robertis macht die Geschichte des Landes anschaulich und zugänglich, selbst für Leser, die sich noch nie damit beschäftigt haben.

    Es herrscht eine starke Diskrepanz zwischen den starken, inspirierenden Frauenfiguren, an deren Beispielen sich de Robertis durch die Handlung hangelt, und den fehlerhaften, oft tyrannischen Männern im Roman. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen, doch während ich die Freundschaft von de Robertis weiblichen Charakteren nicht ausschlagen würde, möchte ich den männlichen Charakteren lieber nicht in einer dunklen Gasse begegnen.

    Ich bin begeistert davon, dass dieses Buch in Uruguay spielt, ein bisher weitgehend übersehenes Land in der südamerikanischen Literatur. Ein kurzer Ausflug nach Argentinien ist ebenfalls Teil der Handlung. Ich finde das sehr spannend und vor allem liebe ich, dass man so auf spielerische Art ein wenig über Land und Leute erfährt.

    Da ich diesen Roman nicht im Original gelesen habe, kann ich wenig zu den Fähigkeiten de Robertis sagen, sondern nur zum Schreibstil der Übersetzung. Der ist dem Thema angemessen, nicht zu förmlich aber auch nicht schlampig oder anspruchslos. Sprachlich und stilistisch ein sehr flüssig zu lesender Roman.

    Dieser Roman ist eines der lesenswertesten Bücher der letzten Jahre, nicht nur für Liebhaber südamerikanischer Literatur. Ich werde gut auf meine Ausgabe aufpassen, denn dieses Buch ist es wert mehr als einmal gelesen zu werden.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Pajarita, ein Mädchen vom Land, heiratet mit 16 und folgt ihrem Mann nach Montevideo. Dieser fängt bald an zu trinken und bringt weniger Geld nach Hause,er schlägt sie, bevor er schließlich ganz verschwindet. Pajarita ist nun mit den Kindern auf sich allein gestellt.
    Pajaritas Tochter Eva muss als Mädchen die Schule abbrechen, um in einem Schuhgeschäft Geld für die Familie zu verdienen. Es wird eine schlimme und dunkle Zeit in ihrem Leben.
    Salomé wächst in der Zeit der Revolution auf. Sie entscheidet sich gegen das Studium und bringt in Leben in Gefahr, als sie sich dem Widerstand anschließt.

    Die wunderschöne, symbolreiche, poetische, gewandte und realitätsnahe Sprache macht das Lesen des 464 Seiten langen Buches zu einem Vergnügen. Die Geschichte besteht aus drei Teilen, die jeweils von der Mutter, der Tochter und der Enkelin handeln.

    Ich finde es ist ein Buch von einer Frau für andere Frauen. Leider haben Männer bis auf ein paar Ausnahmen die Funktion zu verlassen, zu betrügen, gewalttätig zu sein, zu enttäuschen und zu verletzen. Was auf mich persönlich sehr klischeehaft wirkte. Man hat teilweise den Eindruck das Buch ist ausschließlich auf den Geschmack von Emanzen abgestimmt. Oder die Autorin hat bloß versucht die Kluft zwischen den Geschlechtern darzustellen. Für mich war das uneindeutig.

    In dem letzten Teil des Buch ist sehr viel von Politik die Rede. Ich empfand den Anfang von Salomés Geschichte als etwas langweilig, dafür jedoch tragen meine Bildungslücken die Schuld.
    Die Handlung wäre spannender, wenn ich besser über die Geschichte Südamerikas, speziell Uruguays, informiert wäre. Doch das trübte den Lesegenuss nicht, denn es war nicht der Kern des Inhaltes, obwohl die Charaktere selbstverständlich durch das politische Umfeld beeinflusst wurden.

    Es ist ein lesenswerte, unterhaltende, bewegende, zu Tränen rührende Geschichte. Besonders die Stärke der Sprache macht das Buch zu einem großen Roman. Die Handlung ist jedoch an einigen wenigen Punkten etwas unglaubwürdig.

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    Residenz_Buchhandlungvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Carolina di Robertis ist eine junge Autorin, die etwas ganz seltenes geschaffen hat: einen Roman, so schillernd und poetisch wie Südamerika selbst, der Kontinent, von dem ihre Eltern stammen, und dessen Frauen sie hier ein Denkmal gesetzt hat.
    Pajarita stammt aus einem kleinen Urwalddorf. Sie ist blutjung, als sie nach Montevideo kommt, und sie ahnt noch nicht, dass die Liebe sie enttäuschen wird, dass sie ihre vier Kinder alleine großziehen wird, unterstützt nur von den Frauen ihres Viertels.
    Ihre Tochter Eva geht als Dichterin nach Argentinien, wo sie in der Künstler-Bohème die Liebe findet.
    Evas Tochter Salomé schließt sich dem Widerstand gegen die uruguayanischen Militärdiktatur an und bezahlt dafür einen hohen Preis.
    Pajarita, Eva und Salomé – 3 Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch sind sie vereint in gegenseitiger Liebe, in ihrer Kraft, den Umständen ihres Lebens zu trotzen und in ihrem unbedingten Willen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
    „Die unsichtbaren Stimmen“ ist ein großer Frauenroman, so berauschend schön geschrieben, dass der Vergleich mit dem „Geisterhaus“ von Isabel Allende auf der Hand liegt. Er hat mein Herz im Sturm erobert und bis zu seinem großartigen Ende nicht mehr losgelassen.

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    Lesemaus85vor 7 Jahren
    Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Alles beginnt mit einem Wunder.
    Ein Mädchen fällt aus einem Baum irgendwo in einem kleinen Dorf in Uruguay. Man nennt sie Pajarita "kleiner Vogel". Jahre später zieht sie in Montvideo ganz allein vier Kinder auf. Ihre Tochter Eva geht nach Argentinien, wo sie als Dichterin im Kreise der Bohème lebt und ihre große Liebe findet. Ihre Tochter Salomé schließt sich in Uruguay den Rebellen im Kampf gegen die Militärdiktatur an und verschwindet auf Jahre hinter Gefängnissmauern. Pajarita, Eva und Salomé - sie alle haben eines gemeinsam: den Hang zur Unabhängigkeit, den unbädnigen Drang zu einem selbst bestimmten Leben - gegen alle Widerstände!
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    Selten habe ich ein so poetisches, ergreifendes Buch gelesen.
    Die Seiten sprühen nur so vor Gefühlen, Farben und Gedanken. Die Worte durchströmen einen von der ersten Seite an. Lassen einen nicht mehr los. Die drei Frauen sind fantastische starke Geschöpfe, voller Leben und Liebe, Hass und Wut. Voller Gefühl.
    Die Autorin erweckt Lateinamerika durch Bilder und Emotionen, durch Liebe und Gewalt, durch ein ganz besonderes Talent Worte zu Bildern zu formen.
    Die Geschichte Uruguays wird nie aus sen Augen verloren.
    Ab und an war es allerdings doch etwas anstregnend un gewöhnungsbedürftig zu lesen.
    Aber, wie gesagt, ein ganz besonderer Genuss... nur zu empfehlen.

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    Binea_Literatwos avatar
    Binea_Literatwovor 9 Jahren
    Kurzmeinung: Ein unglaublich schönes Buch, was mich sehr tief berührt hat. Die unsichbaren Stimmen sind tief in mir verankert.
    Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Mone. Vide. Eu.

    Pajarita – kleiner Vogel. So wird sie genannt, nachdem sie aus einem Baum geflogen oder gefallen ist, und ist seitdem sie unter den heimischen Menschen, in der Provinz Nähe Montevideo, bekannt. Später zieht es Pajarita zu einem Mann in Montevideo und dieser schenkt ihr 4 Kinder.
    „So ist das, dachte sie, wir tragen eine Welt in uns und sehnen uns danach, die Welten der anderen kennenzulernen, wir starren und bohren und schlürfen und können sie doch nicht selbst erleben.“

    Cierre. Cielo. Cerrado. Siempre. Schloss. Himmel. Geschlossen. Immer.

    Eva, Pajaritas Tochter, begibt sich Hals über Kopf aus ihrer Lage, befreit sich mit ihrer spontanen Flucht nach Argentinien aus ihrem Elend. Eine bessere Welt zusammen mit einem Menschen, der sie beschützen und glücklich machen kann. Denn in Evas Kopf war Buenos Aires eine Tänzerin mit aufreizenden Bewegungen und einem skandalösen Duft in den Kleidern, und diese Tänzerin tanzte, wie Montevideo – die langweilige kleine Schwester – nie tanzen würde.
    Von nun an gab es unzählige Monetevideos, hinter unzähligen Türen, viele unterschiedliche Welten in einer Stadt. Die Liebe entflammt und mit ihr das Talent des Schreibens.
    „Erzähl mir noch mehr. Zeig mir dein Herz, dein ganzes Herz. Ich wurde dazu geboren, dich zu berühren, das ist der Sinn meines Lebens, meine Hand auf deiner Haut.“

    Salome – Guerilla Mädchen

    Alles, was verschwindet, ist irgendwo. Von vielen Händen wird die Welt getragen.

    Salome, Evas Tochter, kämpft in Uruguay gegen den Widerstand, erfährt dort Gewalt und Niederschläge und spürt die Kälte und Dunkelheit während ihrer Haft.
    Die Strapazen zerren an ihr, doch sie bleibt stark und versucht jeden Tag aufs Neue das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen und gibt die Hoffnung nicht auf. Ein kleiner Funken Liebe hält ihre innere Fackel am Brennen.

    „Der Lebenswille, dachte sie, ist ein seltsames Ding, wie ein Tier mit eigenen Zähnen und Geheimnissen, ein Wesen, das so still und leise in uns lebt, dass wir es gar nicht bemerken, bis es flieht, verschwindet, einen als leere Hülle zurücklässt.“

    Puh, tief ein und tief ausatmen. Soeben habe ich die unsichtbaren Stimmen sanft zugeklappt, aber eben diese unsichtbaren Stimmen leben in mir weiter.
    Was für ein Buch, ich wünschte es wäre endlos und das dachte ich schon oft über ein Buch, doch noch nie so stark wie über dieses. Diese drei Frauen, besonders Eva, haben mir so viel gegeben in einer Zeit, in der ich genau dieses Geben brauchte und es dankbar aufgenommen habe. Ich lebte mit Pajarita und ich lebte mit Salome, aber ich selbst lebte und lebe in Eva, fühlte und fühle wie sie, liebte und liebe wie sie und werde weiterhin Eva bleiben.
    Schon der Anblick dieses magischen, gefühlvollen Buches mit den unsichtbaren Stimmen innendrin bringt mich zum Zittern, Beben und Träumen.

    Ich lebe, du lebst, die Bücher leben und die Welt dreht sich.

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    Angie*s avatar
    Angie*vor 9 Jahren
    Kurzmeinung: Poetisch, mysthisch, die Weisheit der Frauen beschreibendmit einer bildhaften Sprache. So kann man dieses Buch beschreiben. Ich habe immer n...
    Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Der stärkste und aussagekräftigste, ja ich würde sagen, die wichtigste Botschaft des Buches erfolgt erst im letzten Viertel der Geschichte.
    Die Erlebnisse von Salomé in ihrer 13 jährigen Gefangenschaft und Folterzeit während der Militärjunta gehen an die Substanz des fühlenden und aufmerksamen Lesers. Nun erschließt sich der Titel des Buch zu einer ganz neuen DImension.
    DIE RÜCKKEHR IN DAS LEBEN EINER MUTIGEN UND STARKEN FRAU , DEREN SEELE IN EINER NEUEN ANDEREN ZEIT WIEDER ZUM LEBEN ERWACHT.

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    Bris avatar
    Brivor 9 Jahren
    Kurzmeinung: Eine wirklich dichte Geschichte. Erzählt in der besten Tradition südamerikanischer ErzählerInnen. Hier scheint sich mir ein wahres Epos aufz...
    Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    "Manche sagen, sie flog, andere sagen, sie fiel. Auf jeden Fall kam sie aus einem Baum. und niemand wusste, wie sie hinaufgekommen war. Der Baum war sehr hoch, man konnte nicht einfach hinaufklettern, und sie war erst ein Jahr alt. Mit dieser Geschichte wuchs sie auf: Pajarita, du warst das Wunderkind, so hast du deinen Namen bekommen. Immer wieder erzählte man ihr davon, wie das bei Geschichten so ist - häufig, ungefragt, manchmal leicht und locker, manchmal mit einer Wucht, die sie fast ertränkte oder zum Himmel hinaufschleuderte. Pajarita wusste nie, welche Version sie glauben sollte. Sie trug all die verschiedenen Versionen in sich. Tausende von Splittern, wie Glasscherben unter der Haut. Neunzig Jahre später, auf dem Totenbett, blickte sie sich im Zimmer um und sah ihre versammelte Nachkommenschaft, und da begriff sie endlich, dass die Geschichte nicht nur ihr gehörte; ihre Tochter und ihre Enkeltochter waren genauso betroffen. Pajarita schaute sie an. Eva, Salomé, im Blick die entrückte Klarheit der letzten Atemzüge, und der Raum war erfüllt von Phantomen ihrer unzählingen Flüge und Stürze."
    So dicht wie der Einstieg in die Familiengeschichte von Pajarita, Eva und Salomé - Mutter, Tochter und Enkelin - erzählt Carolina de Robertis nicht nur von drei Frauen einer Familie, sondern von der Geschichte einer ganzen Nation.
    Uruguay ist kein großes Land. Die Hauptstadt Montevideo - Monte Vide Eu - ich sehe einen Berg - ist so benannt, obwohl es keinen Berg gibt. Aber sie liegt am Rio de la Plata und nur dieser trennt Uruguay an dieser Stelle von Argentinien, dem Land in das Eva flieht, um ihr Leben so leben zu können, wie es ihr richtig scheint.
    Ab 1959 kommt es zu großen wirtschaftlichen Problemen und den damit verbundenen sozialen Umbrüchen. Es bildet sich eine Stadtguerilla in Montevideo, die Tupamaros, auch Tupas genannt. Meist junge Menschen, die sich in Zellen organisieren. Immer nur einer einer Zelle kennt jemanden aus einer anderen Zelle. Sie werden vom uruguayischen Volk ein wenig wie moderne Robin Hoods betrachtet. Auch aufgrund ihrer höflichen Umgehensweise mit den in ihre Aktionen direkt Verwickelten.
    1973 schliesst das Militär den Kongress und übernimmt die Macht. Viele Tupas verschwinden für Jahre hinter Gefängnismauern ...
    Diese Entwicklungen machen auch vor Pajarita, Eva und Salomé nicht halt. Ihre Geschichte ist wie die Gescichte Uruguays mit Hochflügen und Stürzen verbunden. Erzählt in vielen Geschichen, ausgeschmückt und in eine wunderbare Sprache verpackt. Manchmal leicht und locker und manchmal mit voller Wucht.
    Ein wahres Regaljuwel.

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    schaggys avatar
    schaggyvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Hinreißendes Lesevergnügen. Ein Roman, der über drei Frauengenerationen die Geschichte einer Familie aus Uruguay erzählt. Unglaublich dichte Sprache - jede Träne, die geweint wird, ist es wert!

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    Leselusts avatar
    Leselustvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die unsichtbaren Stimmen" von Carolina De Robertis

    Ein wunderbarer Roman, der dem Leser fesselnd ein Bild Südamerikas über ein ganzes Jahrhundert verschafft. Im Mittelpunkt stehen drei Frauen einer Familie, die zwischen 1900 und Ende des 20. Jahrhunderts leben. So lebt Eva beispielsweise in Argentinien, findet dort ihre große Liebe und lebt als Dichterin in Buenos Aires. Evas Tochter Salomé schließt sich Jahre später den Rebellen im Kampf gegen die Militärdiktatur in Uruguay an und verbringt dafür allerdings Jahre im Gefängnis.
    Alle drei Frauen stehen für die fGeschichte Südamerikas im 20. Jahrhundert stehen.
    Ein wunderbares und empfehlenswertes Buch für alle die mit Südamerika, dessen Geschichte und vor allem dem Sprachstil Allendes verbunden sind, den dieser prägt ebenfalls das Werk dieser jungen Autorin.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    L
    eine freundin hat mir den roman die unsichtbaren stimmen von der autorin carolina de robertis empfohlen, das mir sehr gut gefallen wird. ich bin ein großer südamerikafan und in dem buch wird viel über das uruguanische leben erzählt. wer kennt weitere autoren, die vom leben und den menschen auf diesem kontinenten erzählen?
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