Caroline Criado-Perez

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Caroline Criado-Perez

Caroline Criado Perez, 1984 geboren, ist Autorin und Rundfunkjournalistin. Sie publiziert u.a. im New Statesman und im Guardian und hält regelmäßig Vorträge. Ihr erstes Buch »Do it Like a Woman« wurde von den Medien als »ein eindringlicher journalistischer Text« und zu einem der »Bücher des Jahres« des Guardian gekürt, »alle jungen Mädchen und Frauen sollten ein Exemplar besitzen«. Als eine der international bedeutendsten feministischen Aktivistinnen ihrer Zeit wurde Criado Perez mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Zu ihren bekanntesten Kampagnen-Erfolgen gehören die Mitfinanzierung der Website Women’s Room, der Abdruck einer Frau auf britischen Banknoten, die Verpflichtung von Twitter, seinen Umgang mit dem Thema Missbrauch zu ändern, und die Aufstellung einer Statue der Frauenrechtlerin Millicent Fawcett auf dem Parliament Square. 2013 wurde Caroline Criado Perez zum Human Rights Campaigner of the Year ernannt. Seit 2015 ist sie Officer of the Order of the British Empire (OBE). Sie lebt in London.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Unsichtbare Frauen

 (3)
Neu erschienen am 10.02.2020 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Caroline Criado-Perez

Cover des Buches Unsichtbare Frauen (ISBN:9783442718870)

Unsichtbare Frauen

 (3)
Erschienen am 10.02.2020
Cover des Buches Do It Like a Woman (ISBN:9781846275791)

Do It Like a Woman

 (0)
Erschienen am 07.05.2015

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Rezension zu "Unsichtbare Frauen" von Caroline Criado-Perez

Informative Übersicht über verschiedene Datenlücken
An-chanvor 9 Stunden

In "Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert" fasst Caroline Criado-Perez in sechs Übergeordneten Kapiteln zu den Themenbereichen Alltagsleben, Arbeitsplatz, Design, Arztbesuch, Öffentliches Leben und Wenn etwas schiefgeht aktuelle Studien, Statistiken und sonstige Erkenntnisse zur Benachteiligung von Frauen zusammen. Entsprechend werden viele Zahlen genannt, aber stets auf eine Art, dass sich dem Text gut folgen lässt und die Ausführungen nicht zu breitgetreten, sondern sehr verständlich und übersichtlich zusammengefasst werden. Es liest daher regelrecht kurzweilig. Bezogen wird sich dabei auf weltweite Erkenntnisse, nicht auf ein bestimmtes Land.

Gerade durch die #MeToo-Debatte wurde die Benachteiligung von Frauen wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen gerückt, sodass dieses Buch als gelungenes Rundum-Nachschlagewerk angesehen werden kann, falls man sich etwas näher darüber informieren möchte, wo Frauen - außer am bekannten Beispiel Arbeitsplatz - noch schlechter dastehen als Männer.


Beschrieben werden dabei auch Bereiche, über die ich selbst bisher kaum nachgedacht habe, z.B. das Design von Smartphones oder Klavieren, die an große Hände angepasst sind, also für die meisten Frauen (und wenige Männer) nicht praktikabel sind. Dadurch, dass so unterschiedliche Themenbereiche angesprochen werden, ist auch sicherlich für jede*n Leser*in etwas dabei, was er*sie noch nicht wusste. Besonders spannend fand ich das Kapitel über (fast immer männerbezogene) Forschung in der Medizin und dass es eben doch zum Teil eindeutige biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt (bis auf Zellebene!), die dazu führen können, dass frau schlechter medizinisch behandelt wird.

Es werden also durchaus interessante und zum Teil große Datenlücken beschrieben, die auf das Leben von Frauen erhebliche Auswirkungen haben können.


Es ist dabei allerdings zu berücksichtigen, dass weltweite Studien und Erkenntnisse in den Kapiteln zusammengeworfen werden, obwohl die zugrunde liegenden Probleme oftmals sehr landesspezifisch sind. Natürlich sollte man auf sie aufmerksam machen und sie ausbessern, aber kulturelle und wohlstandsbedingte Unterschiede zusammenzuwerfen, verzerrt die Aussagen zu einer Allgemeingültigkeit, die ich so nicht unterschreiben würde. Immerhin wurde mir durch die Lektüre sehr bewusst, dass es Frauen in Deutschland unfassbar gut haben im Vergleich zu vielen anderen Teilen der Welt (relativ betrachtet - auch hier gibt es selbstverständlich weiteren Verbesserungsbedarf). Allein, dass wir ein Jahr lang Anrecht auf Elterngeld und -zeit sowie Kündigungsschutz in der Zeit haben, ist im Vergleich zu fast allen anderen Ländern der Welt richtiger Luxus.

Aber solche positiven Beispiele kommen in dem Werk auch etwas zu kurz - es klingt vielmehr oftmals so, als wäre "alles grundsätzlich schlecht". Allerdings liegt der Fokus eben auch auf Datenlücken und dadurch bedingter ungleicher Behandlung von Mann und Frau. Es geht hingegen nicht darum, Lösungsansätze zu zeigen.

Und das ist neben der Pauschalisierung mein zweiter Kritikpunkt: Mir fehlten bei all den spannenden Ausführungen die Beispiele, wie man es besser machen soll. Klar, mehr Daten erheben, auswerten und Änderungen umsetzen. Aber wer, wo und wie? Ich als weibliches Individuum weiß jetzt jedenfalls nicht, an wen ich mich wenden soll, um beispielsweise die Forschung an Herzinfarkten bei Frauen zu unterstützen.


Außerdem wird regelmäßig erwähnt, dass Frauen den Löwenanteil der "Care-Arbeit" leisten (darunter fallen Haushalt, Kochen, Einkaufen, Kinder und andere Verwandte versorgen usw.) und man es ihnen erleichtern sollte, Kinder und Karriere zu verbinden. Frauen würden auch eigentlich nie freiwillig in Teilzeit arbeiten, wenn sie die Wahl hätten. Dass es eine gute Lösung wäre, auch mehr Aufgaben von Männern erledigen zu lassen oder "Care-Arbeit" zu einem gewissen Maß der Rente anzurechnen, kommt total zu kurz. So viel zum Thema "Gleichberechtigung". ;)


Wenn man diese Punkte aber außen vor lässt und es als reine Bestandsaufnahme ansieht, ist Caroline Criado-Perez mit "Unsichtbare Frauen" eine großartige Recherche von vorhandenen Datenlücken gelungen, die mit zahlreichen Quellen belegt sind. Das Werk ist informativ und kann sicherlich einigen Leser*innen die Augen öffnen, in welchen - teilweise auch gar nicht so offensichtlichen Bereichen - Frauen benachteiligt sind. Ich werde das Buch auch definitiv in meinem Bekanntenkreis weiter empfehlen.

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Rezension zu "Unsichtbare Frauen" von Caroline Criado-Perez

Fundiert, konkret, erschütternd - Must-Read für Eltern, Lehrer, Politiker, Vorgesetzte
virginiestorm_autorinvor einem Tag

Die Journalistin Caroline Criado-Perez beschreibt wie sich durch typische Vorurteile, unsere Sprache und unsere Kultur ein Blinder Fleck gebildet hat. Sie nennt ihn Gender-Data-Gap.
Obwohl ohne böse Absicht entstanden, führt er zur Benachteiligung und Gefährdung von Frauen in allen Bereichen des Lebens. Er zeigt sich im Lehrplan, der Politik, der Stadtplanung, der Sicherheit, selbst der Förderung von Freizeitangeboten für Jugendliche.

Die Autorin hat ihr Buch in sechs Themenbereiche aufgeteilt:
Alltagsleben
Arbeitsplatz
Design
Medizin
öffentliches Leben
Katastrophen

Nach Naturkatastrophen seien zum Beispiel mehrfach Häuser gebaut worden, die keine Küchen gehabt hätten. Warum? Es waren keine Frauen in die Planung mit einbezogen worden.

Besonders gut gefallen hat mir die Vielfältigkeit der Beispiele. Die Autorin berichtet vom engen Nachbarschaftsnetz in brasilianischen Favelas, warum beim Tsunami 2004 in Sri Lanka viermal mehr Frauen als Männer gestorben sind oder von der Sprachsteuerungssoftware im Volvo Cross-Country.

Wusstest du, dass sich laut einer finnischen Studie unverheiratete Frauen besser von Herzinfarkten erholen als verheiratete?
Die Ehefrauen nehmen nach ihrem Krankenhausaufenthalt gleich die Hausarbeit wieder auf.

Schülerinnen bringen in den Naturwissenschaften bessere Leistungen, wenn die Bilder in den Schulbüchern auch Wissenschaftlerinnen zeigen.
Es könnte so einfach sein.

Die Autorin schreibt über Arbeitsmaterialien, Sicherheitskleidung von Soldatinnen und Polizistinnen, den traditionellen Kochstellen als Gefahrenstellen und Smartphones die für Männerhände gemacht sind.
Die Spracherkennungssoftware von Google erkennt männliche Sprache mit 70% höherer Wahrscheinlichkeit als weibliche.
Wieso sollten Frauen den gleichen Preis zahlen, wenn sie einen schlechten Service bekommen?, fragt die Autorin.

Frauen sind nicht einfach kleinere Männer, sie unterscheiden sich bis auf die Zellebene hinab.
Frauen sind mehr von Autoimmunerkrankungen betroffen, Raucherinnen bekommen eher Lungenkrebs als Raucher. Empfehlungen für männliche Diabetiker bringen Diabetikerinnen keinen Nutzen. Viele Studien bezögen sich nur auf Männer und es sei schwierig Fördergelder für frauentypische Beschwerden zu bekommen.

Ein sehr erhellendes Buch mit vielen konkreten Beispielen aus allen Bereichen des Lebens, die zum Teil sehr schockierend sind und wütend machen. Frauen sind durch bestimmte Traditionen höheren Gefahren ausgesetzt, haben weniger Zugang zu Bildung und trauen sich weniger zu.

Die Autorin zeigt auf, wie wichtig und konstruktiv es für die gesamte Gesellschaft ist, dass Frauen in Machtpositionen, in Vorständen oder der Politik vertreten sind.
Die weibliche Perspektive darf nicht fehlen.
Frauen sind die Hälfte der Menschheit.


Kommentare: 1
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Rezension zu "Unsichtbare Frauen" von Caroline Criado-Perez

Klasse Buch mit vielen spannenden Fakten
pukapukavor 2 Tagen

Das Buch handelt, wie der Titel erahnen lässt, von Frauen, die in der Gesellschaft nicht beachtet werden bzw. deren Bedürfnisse sich hinter denen der Männer anstellen müssen.

Dabei hat mir das Buch mehrmals Kopfschütteln beschert, da ich den Inhalt einfach unglaublich fand: Wir leben im 21. Jahrhundert und trotzdem gibt es immer noch solche Unterschiede zwischen den Geschlechtern - und das weltweit, die den meisten Menschen einfach nicht bewusst sind. 

Daher sollte das Buch auch von Männern gelesen werden, um ihnen diese Diskrepanz klar zu machen und ein Umdenken in der Gesellschaft zu schaffen. 

Leider sind wir von Gleichberechtigung noch sehr weit entfernt, auch wenn dies von verschiedensten Seiten immer wieder angestrebt oder gar behauptet wird, dass wir schon längst eine Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern erreicht haben. 


Das genau das nicht der Fall ist wird auf jeder Seite dieses Buches eindrucksvoll geschildert. 


Auch das Cover finde ich sehr gut gelungen, da es Männer darstellt und die Frauen durch die Farbgebung schwach zu erkennen sind: Genau das wird im Buch sehr gut thematisiert, da Männer die Vorlage / Orientierung für sehr viele Bereiche darstellen und Frauen sich daran anpassen bzw. diese Tatsache akzeptieren und einfach hinnehmen sollen, weil sue weniger Beachtung erfahren. 


Durch den klaren Schreibstil und die vielen Beispiele liest es sich sehr gut und ich bin sehr beeindruckt, welche und vor allem wie viele Quellen die Autorin für das Schreiben gelesen hat. Nur dadurch ist das Buch so reich an Informationen und ein Sachbuch mit Fakten entstanden, die jeder kennen sollte.

Denn nur, wenn diese bekannt sind, kann daran etwas geändert werden.

Eine echte Leseempfehlung für alle, die nicht die Augen vor der Wahrheit verschließen möchten. 

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