Carolly Erickson

 4 Sterne bei 78 Bewertungen
Autor von Die Lilie von Versailles, Alexandra Romanowa und weiteren Büchern.

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Carolly EricksonDie Lilie von Versailles
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Die Lilie von Versailles
Die Lilie von Versailles
 (43)
Erschienen am 01.01.2008
Carolly EricksonAlexandra Romanowa
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Alexandra Romanowa
Alexandra Romanowa
 (14)
Erschienen am 01.02.2011
Carolly EricksonKönigin Viktoria
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Königin Viktoria
Königin Viktoria
 (3)
Erschienen am 01.06.2009
Carolly EricksonDie Gefangene aus Botany Bay
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Die Gefangene aus Botany Bay
Die Gefangene aus Botany Bay
 (2)
Erschienen am 01.04.2006
Carolly EricksonKatharina die Große
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Katharina die Große
Carolly EricksonMarie Antoinette
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Marie Antoinette
Carolly EricksonThe Unfaithful Queen
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The Unfaithful Queen
The Unfaithful Queen
 (1)
Erschienen am 18.09.2012
Carolly EricksonKatharina die Große. Eine deutsche Prinzessin auf dem Zarenthron.
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Katharina die Große. Eine deutsche Prinzessin auf dem Zarenthron.

Neue Rezensionen zu Carolly Erickson

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Alexandra Romanowa" von Carolly Erickson

Alexandra Romanowa, geb. Alix von Hessen-Darmstadt, die letzte Zarin
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Die promovierte Historikerin Carolly Erickson entführt uns in das Zaristische Russland. Genauer gesagt in das Leben des letzten Zarenpaares, Nikolaus II. und Alexandra (Alix geborene Prinzessin von Hessen-Darmsadt).

Alix ist eine Enkelin von Englands Königin Victoria und ebenso dickköpfig und willensstark wie ihre berühmte Großmutter. Die junge Alix, setzt es sich in den Kopf, ihren Cousin Nikolaus „Nicky“ zu heiraten, obwohl sie einige andere Verehrer hat.
Warum sie sich in Nicky, der von seinen Zeitgenossen als „farblos“, „passiv“ und „nicht sehr intellektuell“ beschrieben wird, zum Ehemann auswählt, erschließt sich uns trotz vieler überlieferter Briefe nicht wirklich. „Wahre Liebe?“ Auch der Wechsel zur russisch-orthodoxen Kirche fällt Alix nicht leicht.

Die „Deutsche“ ist in Russland nicht gerne gesehen, obschon ständig deutsche Prinzessinnen in die Zarenfamilie einheiraten. Die Bewährungsprobe folgt bald. Als Zar Alexander III., stirbt, sind weder Sohn Nicky noch Schwiegertochter Alix auf die Regierungsgeschäfte vorbereitet. Sowohl Alexander als auch seine Gemahlin wussten um die Schwächen Nickys und hätten lieber Michael auf dem Thron gesehen. Doch auf Grund der Primogenitur, ist Nicky Zar. Der entscheidungsschwache Monarch ohne Machtinstinkt umgibt sich mit Ministern, die es ihm leicht machen, dem Müßiggang und dem Privatleben zu frönen.

Man schwelgt im Luxus und Alix findet Freude an der neu erworbenen Prachtentfaltung. Das macht die Zarin sowohl beim alten russischen Adel sowie beim einfachen Volk unbeliebt.
Als man sie subversiver Machenschaften und mangelnder Liebe zu Russland bezichtigt, stärkt ihr Nicky nicht in dem Maße den Rücken, wie es nötig wäre. Eigentlich sollte er auf den Tisch hauen und die Lästermäuler zum Verstummen bringen. Leider ist es seine eigene Mutter, die ständig gegen ihre Schwiegertochter intrigiert.
Alix arbeitet hart um ihre Anerkennung, die ihr immer wieder versagt wird. Dass sie außerdem nur vier Töchter zu Welt bringt, ist auch nicht hilfreich. Das Volk und die Aristokraten lehnen Alix immer stärker ab. Der Druck einen Sohn zu gebären wird übermächtig und deshalb fällt auf eine Reihe dubioser Wunderheiler herein, deren letzter Rasputin sein wird.

Endlich, nach langen Bangen und Hoffen, kommt 1904 der ersehnte Thronfolger zur Welt. Welch eine Katastrophe, dass Alexej die in der Englischen Königsfamilie häufig auftretende Bluterkrankheit geerbt hat.

Der Einfluss Rasputins auf die Zarin, das politische Ungeschick Nickys, der Erste Weltkrieg, der Russland irgendwie überraschend trifft sowie die verheerende wirtschaftliche Lage – das alles gärt lange unter der Oberfläche, bis es zur Explosion kommt.

Das Versagen des Zaren als Befehlshaber, falsche Ministerernennungen, unfähige Generäle, nicht oder kaum ausgebildete und ausgerüstete Soldaten sind die Fehler auf Nickys Seite. Doch Alix fatale Abhängigkeit von Rasputin, dem die Popularität zu Kopf gestiegen sein dürfte, ist der Brandbeschleuniger zum Untergang.
Zuerst wird Rasputin ermordet, dann brechen im März 1917 anarchistische Unruhen aus.
Die Revolutionäre zwingen den völlig hilflosen Zaren zum Abdanken. Man überlegt die Möglichkeit, nach England ins Asyl zu gehen. Doch dies wird von Alix Verwandtschaft aus politischem Kalkül abgelehnt.

Dann nimmt die Geschichte ihren bekannten Verlauf: Die Zarenfamilie wird im Juli 1918 von den Bolschwiken ermordet.

Meine Meinung:

Interessant sind die „Zustände“ von Alix. Ohne jetzt medizinisch besonders geschult zu sein, klingt das sehr nach Panikattacken und psychosomatischen Krankheitsbildern. Und dass sie zur Höchstform aufläuft, bevor alles den Bach hinuntergeht, ist auch eher in den klinische Bereich einzuordnen.

Auffallend ist die Parallele zu Marie Antoinettes Biografie, die ihr Leben unter der Guillotine verlor. Verschwenderisch und putzsüchtig, unbeliebt am Hofe und beim Volk. Das liest sich wie ein déjà-vu.
Alix allerdings versucht, im Gegensatz zu Marie Antoinette, durch unermüdlichen Einsatz, sei es bei der Krankenpflege oder bei der Organisation von Spitälern und Suppenküchen doch ein wenig Linderung den verarmten Massen zu verschaffen. Doch es ist zu spät! Die Revolution lässt sich auch 1917 nicht aufhalten, genauso wie in Frankreich 1789.

Das Buch ist faktenreich und dennoch leicht lesbar geschrieben. So mag ich das gerne, wenn ordentlich und penibel recherchiert wird. Die Autorin zitiert reichlich aus Briefen Alix‘ und ihrer Zeitgenossen. 
Am Ende des Buches gibt es ausführliche Quellenangaben. Die Bilder der Zarenfamilie ergänzen dieses Buch.  

Fazit:

Ein penibel recherchiertes Buch über das Leben von Alexandra Romanowa, der letzten Zarin. Gerne gebe ich 5 Sterne und empfehle das Buch weiter.

Kommentare: 3
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Sikals avatar

Rezension zu "Alexandra Romanowa" von Carolly Erickson

Eine beeindruckende Persönlichkeit
Sikalvor einem Jahr

Alexandra, genannt Alix, Prinzessin von Hessen Darmstadt (1872 – 1918), Enkelin Königin Victorias von England führte die Liebe zu Nikolaus II. an den russischen Hof. Die promovierte Historikerin Carolly Erickson schafft es mit dieser Biografie, die Leser durch die Wirren der letzten Jahre der Romanow-Dynastie zu führen und hinterlässt ein tiefgründiges Bild Alexandras.

Als Alix bereits früh durch den Tod ihres Schwiegervaters an der Seite Nickys als Zarin fungieren muss, sind beide noch nicht darauf vorbereitet, welche Ansprüche ein solches Amt mit sich bringt. Nicky wäre sowieso viel lieber Bauer geworden, fühlt sich den einfachen körperlichen Arbeiten eher zugeneigt als den Regierungsgeschäften. Alix versucht hinter ihm zu stehen und Entscheidungen mitzutragen, doch in erster Linie fühlt sie sich als Mutter ihren Kindern verpflichtet, will für sie da sein und während diverser Krankheiten an deren Bett sitzen. Durch die Bluterkrankheit des Thronfolgers Alexej ist sie oft am Ende ihrer Weisheiten, klammert sich verzweifelt an diverse Heiler. Vor allem Rasputin hat durch seine ständige Anwesenheit und beinahe schon Familienzugehörigkeit viel zum Wohlbefinden des Zarewitsch beigetragen. Sehr zum Leidwesen der Verwandten Nikolaus sowie Teilen der Bevölkerung, die skeptisch dieser Entwicklung rund um Rasputin sowie Alix folgen.

Während Alix ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf Alexej richtet, auf den Wunderheiler Rasputin hört, kämpfen Russlands Soldaten im ersten Weltkrieg gegen Deutschland – hier wird Alexandra vom russischen Volk unterstellt, dass sie als geborene Deutsche sich nicht hinter Russland sondern auf die Gegenseite stellt, dass sie sogar als Spionin tätig ist. Alix kann nur schwer glauben, welche Meinung das Volk von ihr hat. Doch durch ihre kühle, beherrschte Grundhaltung wird der Mensch Alexandra nur den wenigsten offenbart. Ihre hilfsbereite, soziale Ader, ihre Aufopferungsbereitschaft, ihre praktische Veranlagung und ihre Loyalität gegenüber Russland waren für viele nicht so offensichtlich. Sie war ständig bereit, ihr Los – und das ihrer Familie – zu ertragen und hoffte immer wieder auf eine positive Zukunft, obwohl sich längst bereits eine Tragödie abzeichnete.

Der Autorin gelingt es hervorragend, die letzten Monate der Zarenfamilie wiederzugeben, Details aus der Verhaftung, den politischen Krisen (die Kämpfe der Weißen gegen die Roten), die Angst vor der Gefährdung der Revolution und schließlich dem unausweichlichen Tod der Zarenfamilie. Alix wächst auch hier noch einmal über sich hinaus und trägt ihr Schicksal mit Würde. Beeindruckend!

Eine sehr gut recherchierte Biografie mit einem ausführlichen Personenregister, Stammbäumen und vielen Hinweisen für weiterführende Literatur.

Kommentare: 4
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Wedmas avatar

Rezension zu "Alexandra Romanowa" von Carolly Erickson

Starke Frau. Tragisches Schicksal. Toll erzählt.
Wedmavor einem Jahr

Die Biographie ( Bio) von Alexandra Romanowa aus der Feder von Carolly Erickson habe ich sehr gern gelesen und empfehle das Buch gerne auch weiter.

Auf rund 410 Seiten, recht gedrungen und klein gedruckt, hinzukommen zahlreiche Anmerkungen, Literaturnachweise, Personenregister und Stammtafel sowohl von Alix, anfangend mit Königin Victoria von England, denn Alix war ihre Enkelin, als auch von Nikolaus II, anfangend mit Zar Alexander II, denn Nikolaus‘ Onkel kommen in der Bio auch vor, erzählt uns die Autorin tragische Geschichte der letzten russischen Zarin.

C. Erickson schreibt bildhaft, gekonnt, sachlich, mit viel Wissen um Alix und ihre Familie. Es gelingt ihr sehr gut, Alexandra, so wie sie war, den Lesern nahezubringen: Ihren Charakter, ihre Sorgen, ihre Probleme am russischen Hof. Die Tragik ihres Schicksals bewegt auf der ganzen Linie und hinterlässt einen langbleibenden Eindruck.

Alexandra, von Freunden und Familie Alix genannt, Prinzessin von Hessen-Darmstadt (1872-1918) hat kein einfaches Leben gehabt. Von der Verwandtschaft ihres Ehemannes Nikolaus II schikaniert, sah sie sich oft dem Shitstorm, insb. im Zusammenhang mit Rasputin, ausgesetzt. Sie hatte ein unfassbar schlechtes Image in der Öffentlichkeit. Vieles waren schlicht Lügen, die dazu da waren, sie in den Augen des Volkes zu diskreditieren. Alix brauchte viel innere Kraft, um dem ganzen Unfug über die Jahre hinweg die Stirn bieten zu können. Dabei mochte sie keine Machtspielchen. Sie wollte sich einbringen, wollte Gutes tun, tw. ist es ihr auch während des ersten Weltkrieges gelungen. Aber die Leiden überwogen. Ihr Sohn Alexej war krank, von der englischen Linie Bluterkrankheit geerbt, und erforderte viel Aufmerksamkeit und stete Bereitschaft, etwas Wirksames gegen die Anfälle zu unternehmen. Bei der damaligen Entwicklungsstufe der Medizin kein einfaches Unterfangen. Sie sah sich oft gezwungen, Rat und Hilfe bei den Hellsehern und Heilern zu suchen. Sie war auch selbst krank und wurde hin und wieder von Nikolaus im Rollstuhl herumgeschoben.

Alexandra war praktisch im Denken, zupackend, sie fühlte sich verantwortlich für ihre Familie. Ihr Mann war da viel weniger praktisch veranlagt. Am liebsten wäre er Bauer geworden, er mochte einfache physische Arbeit. Für die Zarenrolle war er weitestgehend ungeeignet. Eine Episode mit dem sinkenden Schiff, auf dem die ganze Familie beinah im Meer ertrunken war, zeigt die Verhältnisse sehr deutlich. Während Nikolaus schlicht da stand und ausrechnete, in wie vielen Minuten das ramponierte Schiff versinken wird, übernahm Alix das Kommando: Sie organisierte die Beiboote, verteilte dort die Leute und rettete die eigene Familie samt der Mannschaft.

Besonders zum Schluss, als die Familie in die Hände von chaotisch agierenden Sowjet-Räten gefallen war, verlangsamte sich mein Lesefortkommen. Tragisch war das alles. Alix hat eigentlich vorausgeahnt, von vielen Vorboten wie Rasputins Sprüchen und denen anderer Hellseher ihr Schicksal gedeutet, dennoch wollte sie nicht glauben, dass es so schlimm enden wird. Sie hat bis zur letzten Minute auf die Rettung gehofft.

Fazit: Eine sehr schöne, gekonnt geschriebene Biographie. Wer mehr, auch als Anfänger, über die letzte Zarin erfahren möchte, kann hier sehr gut zugreifen. Fünf wohl verdiente Sterne.

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