Carolyn Ives Gilman

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Autor von Dunkle Materie.

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Dunkle Materie

Dunkle Materie

 (1)
Erschienen am 23.11.2016

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Rezension zu "Dunkle Materie" von Carolyn Ives Gilman

Bewusstseinserweiternde Science Fiction mit Licht und Schatten
Julia_Kathrin_Matosvor 3 Monaten

Klappentext:
Die Nebula- und Hugo-Award-nominierte Carolyn Ives Gilman präsentiert einen fesselnden Roman über Begegnungen mit fremden Spezies, Geheimnissen und Mord.
Berichte über einen neuen, bewohnbaren Planeten haben die Zwanzig Planeten der menschlichen Zivilisation erreicht. Für die Erkundung dieser Welt wird eine Gruppe von Wissenschaftlern zusammenstellt. Nach der Ankunft findet sich das Team auf einem kristallinen Planeten wieder, der vor Dunkler Materie nur so strotzt. Plötzlich wird eine von ihnen ermordet ...

Meine Meinung:
Ein Science-Fiction-Roman mit unverkennbar weiblicher Note, psychologisch und spirituell-esoterisch geprägt, ohne Weltraumschlachten. Intelligent und anspruchsvoll erzählt.
Die Handlung dreht sich um die Erforschung eines weit entfernten Planeten, der sich als besiedelt herausstellt. Darauf ist man nicht vorbereitet und hat nur Wissenschaftler und Sicherheitspersonal mitgebracht. Wer übernimmt Verantwortung im Erstkontakt? Sara, nüchtern agierende Exoethnologin, und Thora, die spirituell geprägt ist und bei mir unweigerlich Assoziationen an Luna Lovegood (aus Harry Potter) hervorrief.
Hauptfiguren, deren Entwicklung und Handeln ich mit sehr großem Interesse verfolgt habe, zu denen ich aber irgendwie keine emotionale Bindung aufbauen konnte, vielleicht wegen des auktorialen Erzählstils, der speziell bei Sara eine Distanz zu ihren Empfindungen aufrechterhält, oder weil sie in ihrem Wesen starke Extreme bedienen und damit für mich nicht das nötige Identifikationspotenzial mitbringen.
Bezüglich der Raumfahrt-Kameraden hatte ich das Problem, dass sie sich überwiegend nicht in meinem Gedächtnis verfestigt haben. Gut gefallen hat mir, dass in ihrem Umfeld streckenweise toller trockener Humor Anwendung findet, beispielsweise werden Managementtechniken verballhornt.
Die Ureinwohner und ihre Kultur fand ich einprägsam, individuell und sehr spannend.
Politische und wirtschaftliche Interessen haben unterschwellig eine große Bedeutung und äußern sich z. B. darin, dass Auftraggeber, Kollegen und ihre Motive kritisch beäugt werden, Täuschung und Intrigenspiel auftreten, Entdeckungen instrumentalisiert werden. Mir gefällt, wie bedrückend realistisch die Zukunftsaussichten gezeichnet werden, dass Rätsel gewoben werden und Überraschungen auftreten.
Ich habe noch nie einen Sci-Fi-Roman gelesen, bei dem Psychologie und Spiritualität eine so dominante Rolle einnehmen. Eine besondere Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Im Fokus steht, dass der fremden Spezies eine Sinneswahrnehmung fehlt, bloß vermissten sie diese mangels Vergleichsmöglichkeiten bisher nie, schufen ein ihnen genehmes Umfeld und Handeln, andere sprachliche Ausdrücke und entwickelten (im Einklang mit der ihnen bekannten Natur) gegenüber unserer Spezies andere Stärken.
Wie wir und wie sie ihre Umwelt wahrnehmen und wie sich das Erlernen/Entdecken eines neuen Sinnes darstellt – das fand ich greifbar erklärt und enorm faszinierend. Zumal sich das auf tatsächlich existierende Handicaps in der Gegenwart übertragen lässt und man buchstäblich „mit anderen Augen sieht“.
Warum es knapp nicht für die Bestbewertung reicht: Thoras Welt hat mich streckenweise irritiert. Es gibt insgesamt nur 13 Kapitel, die entsprechend lang sind und bei denen über lange Zeiträume Lesepausen nicht suggeriert werden. Wenn ich notgedrungen zwischendrin das Lesen abbrechen musste, wusste ich manchmal nicht mehr, wo ich eigentlich bin. Methaphorik, Traumsequenz, Erinnerung, Meditation oder doch Realität? Diese Verwirrung hat für mich leider das Lesevergnügen gemindert. Daher die Empfehlung an andere Leser, für lange unterbrechungsfreie Lesephasen zu sorgen.
Der Roman endet abgeschlossen. Eine durchaus mögliche Fortsetzung würde ich höchstwahrscheinlich lesen, denn ich fühle mich gut unterhalten und um Sinneseindrücke und Wissen bereichert.

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