Carolyn Jess-Cooke Die Psychologin

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Inhaltsangabe zu „Die Psychologin“ von Carolyn Jess-Cooke

Anya Molokov ist Kinderpsychologin. Keine leichte Aufgabe für eine Frau, die ihre eigene Tochter unter mysteriösen Umständen verloren hat. Ihr Trauma erwacht zu neuem Leben, als Anya dem hochbegabten Alex begegnet. Denn der Zehnjährige sieht Dinge, die sonst niemand sehen kann. Und er kennt Geheimnisse von ihr, die sie niemandem je anvertraute. Je enger das Band zwischen den beiden wird, desto entschlossener ist Anya, Alex seinen Dämonen zu entreißen – egal, um welchen Preis …

Eine fesselnde Reise in die Tiefe der menschlichen Psyche.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Kein wirklicher Thriller. Der Titel ist irreführend: Psychiaterin, nicht Psychologin. Dennoch spannend. Ich mochte es.

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  • Eine fesselnde Reise in die Tiefe der menschlichen Psyche ...

    Die Psychologin

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. September 2017 um 09:31

    Die menschliche Psyche ist sehr verletzlich. Und sie nutzt verschiedene Strategien, um mit Verletzungen umzugehen. Als ich den Klappentext las, ging mir das Buch nicht mehr aus dem Kopf. Umso mehr freute ich mich, als ich das Werk über einen Büchertausch bekam. In der Psychologin Anya und dem 10-jährigen Jungen Alex treffen zwei traumatisierte Menschen aufeinander. Sie spüren sofort eine Verbindung. Bei einer derartigen Konstellation gibt es zwei Möglichkeiten, entweder sie helfen sich gegenseitig bei der Heilung oder sie stürzen sich gegenseitig in einen tödlichen Abgrund. Der Grat ist schmal. "Als letztes sehe ich, wie Alex die Glasscherbe hoch über sich hebt. Das Licht der Neonröhre im Flur lässt die scharfe Kante glitzern." (S. 347)  Die Geschichte spielt in Nordirland, indem die Menschen noch mit den traumatischen Folgen des Terrors zu kämpfen haben. Die Verhältnisse, in denen Alex leben muss, sind katastrophal. Er sieht Dämonen, wobei unklar bleibt, ob sie seiner Einbildungskraft entspringen oder tatäschlich existieren. Selbst die Psychologin beginnt zu zweifeln, weil Alex Dinge von ihr weiß, die er gar nicht wissen kann. Die Grenzen verschwimmen und Vorstellungen werden erschüttert. Der Leser wird in einen Strudel von Ereignissen hineingezogen, der in die Tiefe der menschlichen Psyche führt. Die Autorin Carolyn Jess-Cooke erzählt auf faszinierende Weise jeweils aus der Sicht des Jungen Alex und der Psychologin Anya, wodurch dem Leser ein hautnahes Erleben beider Perspektiven möglich wird. Mich hat die Geschichte von Anfang an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. In drei Tagen hatte ich die 378 Seiten durchgelesen. 

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  • Spannender Zeitvertreib

    Die Psychologin

    Mina - Das Irrlicht

    26. May 2013 um 10:56

    „Die Psychologin“ bekam ich als Geschenk und wie es manchmal so ist mit Büchern, habe ich es direkt aufgeschlagen und zu lesen begonnen. Ich kannte Carolyn Jess-Cooke nicht. Von ihr wurde auch bisher erst ein anderes Werk mit dem deutschen Titel „Tagebuch eines Engels“ (OT: „The Guardian Angel’s Journal“) veröffentlicht. Carolyn Jess-Cooke wurde 1978 in Belfast, Northern Ireland geboren. Inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Whitley Bay, England. Vorab muss ich einige formale Dinge bemerken: Im Englischen heißt das Buch „The Boy who could see Demons“, was ich für das Buch deutlich passender finde, da die Geschichte des Jungen viel eindringlicher ist, als die damit verwobene Geschichte Anyas. Zudem ist der deutsche Titel irreführend. Anya ist nicht Psychologin, sondern Psychiaterin für Kinder und Jugendliche, was ein enormer Unterschied ist. Auf dem Cover steht „Roman“ – ja, das trifft es zumindest eher. Dennoch erweckt der Roman durch Cover und Klappentext sofort den Eindruck, es handle sich um einen Thriller. Dem ist aber nicht so. Erzählt wird die Geschichte des jungen Alex, der Dämonen sehen kann und dem die nach Northern Ireland zurückgekehrte Psychiaterin Anya begegnet. Diese verliert sich total in dem Fall des Jungen, da sie deutliche Parallelen zu ihrer Tochter sieht, die sie verloren hat. Berichtet wird die Geschichte aus Anyas Sicht und anhand der Tagebucheintragungen Alex‘. Neben dem Erleben Alex‘, der über seinen Dämon Ruen erzählt und versucht, diesen zu verstehen und ihn als einzigen Freund nicht verlieren will, erfahren wir immer auch etwas über die Mißstände in Northern Ireland und die immer wieder auftretenden kleinen und großen Traumata der Bevölkerung. Kinder, die Bombenanschläge miterlebten, in der Ferne Detonationen hören und im Erwachsenenalter noch zusammenschrecken, wenn es irgendwo knallt. Sehr gelungen fand ich, dass Jess-Cooke eine mystische Komponente miteinbaute. Und zwar wusste Ruen Dinge aus Anyas Leben, die er einfach nicht wissen konnte. Das bescherte mir einen gewissen Gruselfaktor und es hielt die Spannung aufrecht. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Es war eine stimmig Mischung aus gutem Plot, Hintergrundinfos über Northern Ireland und Schizophrenie, etwas Grusel und Heilung.

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  • aktuelles Thema

    Die Psychologin

    gst

    21. May 2013 um 21:05

    Es ist erst wenige Monate her, da hörte man in den Nachrichten von neuerlichen Auseinandersetzungen in Nordirland. Dabei schien seit dem Karfreitagsabkommen von 1998 endlich Ruhe eingekehrt zu sein in Belfast, wo sich Protestanten und Katholiken über Jahrzehnte hinweg in bürgerkriegsähnlichen Zuständen bekämpft hatten. Konnten Kinder seit dem Friedensabkommen „normal“ aufwachsen? Wer dieses Buch gelesen hat, glaubt, die Frage verneinen zu müssen. Die Autorin beschreibt das Leben des zehnjährigen Alex, der seit dem vermeintlichen Tod des Vaters Dämonen sieht. Auch die Psychologin Anya ist von den Zuständen in Belfast geprägt, obwohl sie Jahre lang in Schottland lebte. Sie hat dort ihre Tochter verloren und wird von Alex immer wieder daran erinnert. Aufgearbeitet wird das Thema abwechselnd mit Tagebucheinträgen von Alex und den Erzählungen von Anya, die Alex' Dämonen vertreiben will. Der Schreibstil ist flüssig, die Verarbeitung des Themas ausgesprochen spannend. Bisher habe ich mir über die Nachwirkungen von Terror und Gewalt nicht so viele Gedanken gemacht, wie nach dieser Lektüre. Es ist wirklich erschreckend, wie kriegerische Zustände und Handlungen noch im Frieden nachwirken! 

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  • Rezension zu "Die Psychologin" von Carolyn Jess-Cooke

    Die Psychologin

    Morgoth666

    12. February 2013 um 19:30

    Inhalt Anya Molokov ist Kinderpsychologin. Keine leichte Aufgabe für eine Frau, die ihre eigene Tochter unter mysteriösen Umständen verloren hat. Ihr Trauma erwacht zu neuem Leben, als Anya dem hochbegabten Alex begegnet. Denn der Zehnjährige sieht Dinge, die sonst niemand sehen kann. Und er kennt Geheimnisse von ihr, die sie niemandem je anvertraute. Je enger das Band zwischen den beiden wird, desto entschlossener ist Anya, Alex seinen Dämonen zu entreißen – egal, um welchen Preis … Anfangs habe ich überlegt, ob ich das Buch überhaupt lesen soll - zum Glück habe ich es getan! So einen geilen und wahnsinnig spannenden Krimi habe ich selten gelesen. Kann ich nur empfehlen!

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  • Rezension zu "Die Psychologin" von Carolyn Jess-Cooke

    Die Psychologin

    Penelope1

    20. January 2013 um 20:35

    Als die Kinderpsychologin Anya Molokov die Therapie für den 10-jährigen Alex übernehmen soll, ist sie im Zwiespalt: Er erinnert sie an ihre verstorbene Tochter Poppy, deren mysteriöser Tod ihr bis heute Rätsel aufgibt. Alex sieht Dämonen - einer davon ist sogar sein bester Freund - und verfügt über ein außerordentliches Wahrnehmungsvermögen. Anya lässt nichts unversucht, um ihn von den Dämonen zu befreien und gerät dabei an ihre eigenen Grenzen. Die Erinnerungen an Poppy scheinen allgegenwärtig. Doch trotzdem - oder gerade deshalb muss sie herausfinden, was es mit den Dämonen auf sich hat und wie sie Alex und seiner Mutter helfen kann... Meine Meinung: In ihrem zweiten Roman "Die Psychologin" beschreibt Carolyn Jess-Cooke auf eindringliche Weise das Leben eines 10-jährigen Jungen, dessen bester, zweifelhafter Freund der Dämon Ruen ist, den außer ihm niemand sehen kann. Die Psychologin Anya nimmt sich Alex an, sie will ihm helfen und herausfinden, woher der Dämon kommt. Dabei beschreibt die Autorin sehr ausführlich Hintergründe und Symptome verschiedener infrage kommender Krankheiten wie z.B. Schizophrenie bei Kindern. Dies geschieht aus der Sicht der Kinderpsychologin, die sich mit ihrem Kollegen Michael Gedanken macht und Alex und seiner FAmilie helfen will. Dabei bekommt der Leser ein tieferes Verständnis für diese Krankheiten, erhält viele wissenswerte und interessante Informationen, ohne lehrhaft zu wirken. Gleichzeitig erzählt Alex selbst seinem Tagebuch seine Erlebnisse - mit Ruen, mit seiner Mutter, seinen Träumen, und seinen sehnlichsten Wünschen, z.B. dem eigenen Haus oder seinem Traum, Theater zu spielen. Aber auch seine Ängste werden deutlich, vor der Zukunft, um seine Mutter... Sehr behutsam versucht Anya, sich ihm zu nähern und der Leser ist gleichermaßen gefesselt von Alex' Tagebuch als auch von Anyas Bemühungen, ihm zu helfen. Alex' selbsterdachten Witze, die er täglich ins Tagebuch schreibt und mit denen er im Theaterstück brilliert, sorgen für ein wenig Auflockerung im ansonsten recht düster wirkenden Roman. Alex' Tagebucheinträge bestechen durch ihre Kindlichkeit, die gleichzeitig so erwachsen wirkt. Bei Anya hingegen kann man sehr deutlich ihre innere Zerissenheit spüren, mit der sie behutsam und dennoch strebsam vorgeht. Es geht nicht nur um Alex, sondern der Tod ihrer Tochter Poppy nagt ebenfalls noch an ihr und will verarbeitet werden. Ob ihr Alex' Fall dabei hilft? Fazit: Dieser Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Es ist kein Krimi, sondern ein Roman, der sich ausführlich mit dem Thema Psychologie auseinandersetzt. Ich kann dieses Buch allen Lesern empfehlen, die sich für dieses Thema interessieren und einige spannende, fesselende Lesestunden verbringen möchten. Dieses Buch legt man nicht ohne Grund aus den Händen - oder erst dann, wenn die letzte Seite umgeblättert ist...!

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  • Rezension zu "Die Psychologin" von Carolyn Jess-Cooke

    Die Psychologin

    zoelanie

    10. January 2013 um 15:29

    Inhalt: Ich kann nicht mehr sagen, mit genau welcher Erwartung ich an das Buch gegangen bin. Vielleicht habe ich mehr Spannung erwartet, vielleicht mehr Fachchinesisch oder mehr Grusel. Gefunden habe ich jedoch einen richtigen Roman, eine leicht nachzuempfindende Geschichte über eine Kinderpsychiaterin Anya Molokov, die den Tod der eigenen Tochter auch nach Jahren nur äußerst schwer verkraften kann und deren Wunden immer wieder aufgerissen werden. Durch ihre Arbeit im MacNeice House , einer psychiatrischen Einrichtung für Kinder und Jugendliche in Belfast lernt Anya den zehnjährigen Alex Broccoli kennen. Er lebt zusammen mit seiner Mutter und seinem Hund in ärmsten Verhältnissen. Die Familie erhält soziale Hilfe und Unterstützung von Michael, einem Sozialarbeiter, der sehr um die Familie bemüht ist. Und jede Art von Hilfe ist dringend notwendig da Alex' Mutter schon mehrere Selbstmordversuche unternommen hat. Im Laufe des Buches wird immer deutlicher, wie eng die Beziehung von Alex zu seiner Mutter ist, auch wenn diese kaum in der Lage ist sich entsprechend um ihren Sohn zu kümmern, denn in entscheidenden Moment ist es Alex, der sich um seine Mutter kümmert und sich für sie verantwortlich fühlt. Bereitwillig und von Anfang an sehr vertrauensvoll berichtet Alex Anya davon, dass er Dämonen sehen kann, und einer dieser Dämonen ist in den vergangenen Jahren zu seinem besten Freund geworden. Der Versuch, Alex zu behandeln und den Grund seiner Wahnvorstellungen zu finden, lässt Anya's Erinnerungen an ihre Tochter wach werden und ein weiterer Schicksalsschlag bringt Alex und Anya in Gefahr. Literatur zu psychischen Erkrankungen kann man sicherlich nicht so einfach als "schön" bezeichnen, aber dieses Buch überrascht tatsächlich mit einem unheimlich schönen Schreibstil. Ich brauchte nur wenige Seiten, um mich in die Geschichte (aber auch in die Hauptpersonen) hineinzufinden, die abwechselnd aus Sicht des zehnjährigen Alex und der Psychologin Anya beschrieben sind. Die Wahnvorstellungen von Alex sind so überzeugend und real beschrieben, dass sie einem weder dunkel noch wie ein Alptraum erscheinen und auch nicht von grundsätzlich böser Natur bzw. Absicht geprägt sind. Sie sind da und sind Teil von Alex' Alltag. Auch wird die Handlung der Geschichte in keinem Moment von ausschweifenden oder überladenen fachlichen Erklärungen zu psychischen Erkrankungen unterbrochen. Ganz im Gegenteil. Vom ersten Moment verfügt der Roman über ein Erzähltempo, bei dem man das Buch nicht beiseite legen möchte und es fast unmerklich in einem Rutsch liest. Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn es vielleicht nicht zu dem Typ Buch gehört, von dem man noch lange Zeit nach dem Lesen schwärmt. Aber die sensible und einfühlsame Darstellung den Personen im Buch macht es zu einem guten Gesamtpaket und damit zu einem durchaus empfehlenswerten Buch!

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  • Rezension zu "Die Psychologin" von Carolyn Jess-Cooke

    Die Psychologin

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. January 2013 um 16:16

    "Die Psychologin" ist ein interessanter, unterhaltsamer Roman über die Kinderpsychologin Anya Molokov, die mit einem kleinen Jungen arbeitet, der Dämonen sieht und mit ihnen kommuniziert. Die Kinderpsychologin Anya Molokov hat den Tod ihrer Tochter, welche an Schizophrenie im Kindesalter litt, noch nicht ganz überwunden, da kehrt sie nach Belfast zurück, um hier eine neue Stelle in einer kinderpsychiatrischen Klinik anzutreten. Eines der Kinder, das sie betreut, ist der zehnjährige hochbegabte Alex. Er sieht Dämonen, besonders häufig Ruen, "seinen Freund". Ruen ist immer für ihn da. Manchmal hat Alex Angst vor Ruen, aber Ruen hat ihn noch nie im Stich gelassen. In der Arbeit mit Alex stößt Anya allmählich an ihre persönlichen Grenzen. Alex sieht Dinge, die sonst keiner sieht. Und er weiß Dinge über Anya - von Ruen, die er eigentlich nicht wissen kann. Alte Erfahrungen mit ihrer eigenen Tochter kommen wieder hoch, alte Wunden reißen auf. Anya will Alex unbedingt helfen, doch kann sie das? Der freundliche Sozialarbeiter Michael sorgt sich vor allem um die familiäre Situation von Alex - haben Anya und Michael das gleiche Ziel? Als ich den Klappentext gelesen habe und zu Beginn des Romans war ich mir nicht ganz sicher, ob dieses Buch etwas für mich ist, oder ob die Geschichte um die Dämonen mehr in den Fantasybereich führt. Doch das tut es nicht, der Roman behandelt zwischenmenschliche und psychologisch-medizinische Themen sowie den Nordirlandkonflikt. Mir hat dieser Roman gut gefallen. Die Sprache ist sehr angenehm zu lesen, man kommt schnell rein in die Handlung, erhält eine gute Übersicht über die Personen und erfährt nach und nach, welche Erlebnisse sie geformt und geprägt haben. Die Handlung ist sehr interessant und spannend aufgebaut und die Personen sind vielschichtig und glaubwürdig. Guter, interessanter Roman, auf jeden Fall empfehlenswert. Ich werde sicherlich noch weiteres von der Autorin lesen.

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  • Rezension zu "Die Psychologin" von Carolyn Jess-Cooke

    Die Psychologin

    kubine

    31. December 2012 um 17:56

    Die Kinderpsychiaterin Anya Molokov kehrt nach dem Tod ihrer Tochter nach Belfast zurück. Der Nordirland-Konflikt hat seinen Höhepunkt bereits überschritten und Anya möchte dabei helfen, etwas zu verändern. Das MacNeice House, eine Einrichtung für psychisch kranke Kinder und Jugendliche ist ihre neue Arbeitsstätte. Dort lernt sie den zehnjährigen, sehr intelligenten Alex Broccoli kennen. Er wurde nach einem wiederholten Selbstmordversuch seiner Mutter dort aufgenommen, da die Gefahr besteht, dass er sich selbst auch etwas antut. Schnell fasst der Junge Vertrauen zu Anya und erzählt ihr von seinem besten Freud – dem Dämon Ruen, den nur er selbst sehen kann. Während Anya versucht herauszufinden, was dahinter steckt und wie sie Alex helfen kann, gerät sie selbst in den Bann von Ruen. Durch Alex lässt er sie wissen, dass er vieles über Anya weiß – mehr als ein kleiner Junge über seine Ärztin wissen kann. Dadurch ist sie gezwungen, sich auch ihren eigenen Dämonen zu stellen. Gleichzeitig will sie Alex aber auch von Ruen befreien. Schon bald gerät sie dadurch in Lebensgefahr... Carolyn Jess-Cooke hat mit ihrem Roman „Die Psychologin“ ein sehr bewegendes tiefgründiges und komplexes Werk geschaffen. In erster Linie behandelt er die psychologischen Auswirkungen des Nordirland-Konflikts auf Kinder und Jugendliche, die eigentlich zu jung sind, um sich an die grausame Zeit zu erinnern. Andererseits zeigt er aber auch auf, dass es manchmal Dinge gibt, die weit über unser Verständnis gehen. Der Roman ist in sehr angenehmer flüssiger und spannender Schreibweise verfasst, der einen förmlich durch das Buch fliegen lässt. Erreicht wird das durch 2 Erzählstränge, in die die Autorin das Buch gegliedert hat. Der erste Erzählstrang ist in Tagebuch-Form verfasst, welches Alex schreibt. Hier schildert er seine tagtäglichen Erlebnisse und seine Gespräche mit Ruen. Dem Leser wird schnell klar, in welchem Zwiespalt sich Alex befindet. Zum einen möchte er seinen besten Freund, der verschiedene Gestalten annehmen kann, nicht verlieren, andererseits ist er mit Ruens Wünschen und Bitten total überfordert. Denn so nett Ruen erscheint, verlangt er doch Sachen von Alex, die nicht nett sind. Man leidet mit Alex mit, wenn er versucht, die richtige oder seine eigene Entscheidung zu treffen. Doch was richtig oder falsch ist, kann er nicht immer korrekt einordnen. Frühkindliche Erfahrungen haben ihre Spuren hinterlassen. Der zweite Erzählstrang befasst sich mit Anyas Erlebnissen während ihrer Arbeit mit Alex. Sie ist sich mit ihrer Diagnose ziemlich sicher und möchte die seltene Form der Schizophrenie, die bei Kindern nicht oft auftritt, adäquat behandeln, trifft aber auf Widerstand von allen Seiten. Sei es der Sozialarbeiter, der sich um die Familie Broccoli schon länger kümmert, die Anstaltsleiterin oder Alex' Mutter. Je mehr sie sich in den Fall verbeisst, umso mehr muss sie erkennen, dass sie auch ihre eigenen Dämonen erst mal bekämpfen muss. Die beiden Erzählstränge wechseln einander ab und setzen jeweils dort an, wo der vorige endet. Dadurch wird das Rätsel Stück für Stück gelöst und gibt so für den Leser langsam den Blick auf das Ganze frei. Auch wird ganz geschickt ein Theaterstück, in dem Alex mitspielt, als Metapher eingesetzt: Hamlet. Zum einen als Sinnbild für den Nordirland-Konflikt, zum andern hat es auch direkten Bezug zu Alex' Schicksal. Das einzige was mich ein wenig störte, war das Ende. Es wird zwar auf sehr rationale Weise geklärt, wer oder was der Dämon ist, aber einige Fragen bleiben offen. Woher wusste Ruen soviel über Anya und ihre Vergangenheit, wie kann ein kleiner Junge, der nicht mal Noten lesen kann, ein Lied für Anya komponieren? Diese Fragen bleiben dann doch weitgehend offen. Alles in allem kann ich das Buch aber allen empfehlen, die gern psychologisch angelegte Geschichten lesen. Spannung ist fast bis zur letzten Seite garantiert und es regt sehr zum Nachdenken an.

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