Neuer Beitrag

Lilabella

vor 5 Jahren

(11)

Erst einmal muss ich zu meiner Schande gestehen: dies ist eines der wenigen Bücher, die ich wegen des Covers und des Titels gekauft habe. Ich habe das Buch vor ein paar Wochen das erste mal irgendwo auf einem Blog gesehen (ich weiß leider nicht mehr wo) und das Cover hat mich irgendwie total angesprochen. Es ist zwar düster gehalten, hat aber diesen leicht lilanen Touch – und es glitzert (geouteter Fan von Glitzerndem, wenn es nicht gerade Edward Cullen ist)! Ich hab mir noch nicht mal den Klappentext durchgelesen und es landete Sekunden später direkt auf meinem Wunschzettel… auch wegen dem Titel, denn wer steht nicht auf Hexen in Fantasy-Romanen? An Heiligabend lag es dann bei meinem Buch-Geschenk-Paket dabei und ich habe mich riesig gefreut, leider aber erst heute mit dem Lesen anfangen können.
*
Da dieses Buch nur kurze 292 Seiten umfasst, dass auch noch groß geschrieben und mit einem relativen lockeren Stil, der gut zu lesen ist, war es aber innerhalb von 3 Stundeleider schon vorbei… denn obwohl es nur sehr kurz ist fühlt man sich mit der Geschichte unglaublich verbunden. Die Protagonistin und Ich-Erzählerin ist einem unglaublich sympatisch, denn sie ist theoretisch der typische Teenager: Missverstanden, ständig unter Druck, genervt von ihren Eltern und der größeren Schwester und natürlich angemessen anfällig für kleine Alltags-Flirts. Ich muss zugebe, dass ich am Anfang wirklich ein paar Schwierigkeiten mit ihrem Namen hatte… ich glaube durch die Hälfte des Buches habe ich sie in meinem Kopf TaSMin gennant bis ich mal darauf gekommen bin, dass sie TaMSin heißt.
*
Durch den Einblick, den wir durch den Ich-Erzähler in Tamsins Gefühlswelten haben und vor allen Dingen die (ich nenne es mal) „junge“ Schreibweise findet man sich ab der ersten Seite in die Geschichte ein und fiebert mit ihr durch das komplette Buch. Die Gespräche zwischen Tamsin und den anderen Charakteren sind meiner Meinung nach wundervoll geschrieben, es macht den Anschein, dass sich die Autorin entweder sehr viel Mühe bei der Ausarbeitung gegeben hat oder dass sie einfach von Natur aus diesen absolut coolen Teenager-Charakter hat – Ich hab leider nirgendwo ihr Alter finden können, wenn einer von euch es weiß bitte MELDEN! Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen sind dadurch unglaublich schön ausgeführt, sei es die strapazierte Beziehung zu ihrer Familie, die Freundschaft zwischen ihr und Agatha oder die etwas speziellere zu Gabriel… ich mag die Stimmung zwischen ihm und Tamsin am meisten, dieses im Hintergrund ansatzweise Romantik-Knistern, was aber keinesfalls den Verlauf der Story stört sondern eher dazu anspornt, die beiden bei ihrer Aufgabe noch weiter zu verfolgen.
*
Immer wieder während des Lesens hat mich die Geschichte ihrer Familie ein bisschen an die „Zauberhaften Schwestern“ erinnert – mit Nicole Kidman und Sandra Bullock. Zuerst von den „normalen“ Menschen vertoßen, dann wird man dauernd um Hilfe gebeten und schließlich auf der Straße nicht einmal mit dem werten Hinterteil angesehen… Ich liebe diesen Film und deswegen hat das Buch bei mir noch einmal einen Pluspunkt bekommen. Andererseits fühle ich mich auch zurückversetzt in „Mrs. Peregrin’s Home for Peculiar Children„, da die Autorin nicht das typischen Hexenbild kreiert hat sondern Menschen mit bestimmten Talenten, die jeweils ihr eigenes besitzen und so auch gegenseitig ergänzen können. Auch die Erwähnung der magischen Nummer drei fand ich passend – ihr werdet schon wissen was ich meine, wenn ihr es selbst lest.
*
Was mir zwischendurch nicht so gut gefallen hat war die sehr schnelle Überleitung zur „Suche durch die Zeit“ (die ja im Klappentext schon erwähnt wurde, aber ich hab mir ja hier nicht die Mühe gemacht, diesen durchzulesen…) und die darauffolgende Szene, in der man sehr schnell in „the past sins of her family“ hineingeworfen wird, nicht so ganz versteht was das eigentlich heißt und dann praktisch im Regen stehengelassen wird um erst 100 Seiten später zu erfahren, was es eigentlich damit auf sich hat. So ähnlich ging es mir dann auch am Schluss…
*
Alles in allem kann ich aber gut und gerne sagen, dass ich dieses Buch an allen Fantasy/Hexen-Fans mit einem kleinen Hang zum Jugendroman weiterempfehlen würde. Ich für meinen Teil freue mich schon, wenn ich nächstes Jahr nach meinem selbstauferlegten Buchkaufverbot das zweite Buch bestellen kann!

Autor: Carolyn MacCullough
Buch: Once a Witch
Neuer Beitrag