Carrie Snyder Die Frau, die allen davon rannte

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Inhaltsangabe zu „Die Frau, die allen davon rannte“ von Carrie Snyder

Ich heiße Aganetha Smart. Ich bin 104 Jahre alt. Mein ganzes Leben war und ist Bewegung.
Als eines Tages zwei junge Leute in ihrem Altenheim auftauchen, um sie - die einstige kühne Pionierin - für einen Film über weibliche Athleten zu interviewen, sagt sie bereitwillig zu. Trotz ihrer Gebrechlichkeit sehnt sie sich nach Abenteuer. Oft denkt sie an ihre Erfolge zurück. An ihre Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Durch die beiden Besucher wird Aganetha nun wieder mit den Erinnerungen an ihr Leben konfrontiert, auch mit einer Lüge, die bis zum heutigen Tag Bestand hat. Und ihr wird mehr und mehr klar, dass die beiden nicht die sind, für die sie sich ausgeben …

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  • Wunderschöne Geschichte

    Die Frau, die allen davon rannte

    brauneye29

    10. March 2017 um 19:31

    Zum Inhalt: Dass Aganetha Smart einst eine kühne Pionierin war, ist in dem Altenheim, in dem sie sitzt, niemandem bewusst. Als zwei junge Leute auftauchen, um sie zu interviewen, sagt sie bereitwillig zu. Trotz ihrer Gebrechlichkeit sehnt sie sich nach Abenteuer. Meine Meinung: Ich bin mit einer vollkommen falschen Erwartungshaltung an dieses Buch heran gegangen. Das heißt aber nicht, dass ich enttäuscht wurde sondern ganz im Gegenteil, ich hin begeistert von diesem Buch. Das Buch ist mit so viel Liebe zum Detail und Herz geschrieben, dass ich es einfach als wunderschön bezeichnen würde. Ja, es geht zwischendurch auch ums Laufen, aber viel mehr um das Leben und die Erinnerung einer betagten Frau. Fazit: Ich liebe es!

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  • eine Frau im Wandel der Zeit

    Die Frau, die allen davon rannte

    Zeitschnecke

    07. March 2017 um 20:39

    Ich habe förmlich mitgeschwitzt als Aggie gelaufen ist, mitgefiebert und genauso erschüttert über die Fehlstarts ihrer Freundin.Ich habe gerne die Zeitblenden der „alten“ Agenetha gelesen, wie sie als junges Mädchen schon immer laufen ist und das auch immer machen tun wolllte. Wie sie Toronto als Frau erlebt, die sich zusammen mit ihrer Schwester allein und ohne Mann durchschlägt. Was es bedeutet unverheiratet schwanger zu werden und wie die Familie dann darauf reagiert. Wie man als Frau oder auch junges Mädchen die Chance bekam abzutreiben und wie es war wenn man sich dazu entscheidet das Kind doch zu bekommen. Was dann für Hebel in Bewegung gesetzt werden, nur um das Gerede klein zu halten und wie es die leibliche Mutter zerreißt.Carrie Snyder hat die Gabe durch gute Recherche und ausgewählte Sprache die Olympischen Spiele von 1928 in Amsterdam direkt in mein Wohnzimmer zu holen. Sie verknüpft eindrucksvoll das Leben der jungen Aggie mit Szenen aus dem hier und jetzt.Wie dann sich dann doch alles fügt wie das so oft im Leben ist, dass sie Kaley ihrer leiblichen Enkelin die größte Freude überhaupt machen kann. Ich habe dieses Buch sehr gern verschlungen. Es hat mich sehr berührt und mein Denken über selbstständige Frauen in den 20 iger Jahren revoluziniert. 

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  • düster

    Die Frau, die allen davon rannte

    Bücherwurm

    07. December 2016 um 18:00

    "Die Frau, die allen davonrannte" von Carrie Snyder.Die Autorin hat sich intensiv mit den Rechten der Gleichberechtigung im Sport auseinandergesetzt. Ich finde es toll, mit welcher Inbrunst und welcher Energie sie sich da aufregt. Der 800 Meter Lauf der Frauen, der 1928 in Amsterdam für einen Skandal sorgte, war dann der Auslöser für diesen Roman.Allerdings stellt sie sämtliche Tatsachen um, so dass es eine völlig fiktive Geschichte ist, die man da liest. Allerdings, und dies fand ich sehr gefühlvoll und eindringlich, schildert sie das Abgleiten in eine hilflose Depression, die so manch einen Sportler früher unvorbereitet nach großen Siegen traf.Kurz zum Inhalt: Carrie Snyder erzählt die Lebensgeschichte einer Langstreckenläuferin, die Kanada 1928 in Amsterdam bei der Olympiade vertritt. Sie erzählt von der Kindheit, der Armut, dem Drang zu Laufen in einer Art, dass man kaum aufhören kann zu lesen. Ich habe lange kein so toll geschriebenes Buch mehr gelesen, es hat mich völlig eingelullt.Was muss das für eine Zeit gewesen sein, mit unpassender Kleidung, schweren Schuhen, blutenden Blasen und schlechter Ernährung solche Zeiten zu laufen! Schwimmtraining in eiskaltem, dreckigem Wasser!Carrie Snyder erschafft mit Aganetha eine Protagonistin, die wohl jeden Leser in den Bann zieht. Aber, und davor sei gewarnt: Es ist eigentlich eine sehr düstere und traurige Geschichte. Nicht nur, dass Aga bereits 104 Jahre alt ist, als wir sie kennenlernen, sondern es ist auch ein Lebensbericht einer Frau, die trotz Gewinn immer verloren hat! Die nie wirklich DIE Chance hatte, aus ihrem Leben etwas passendes zu machen. Teils weil die Zeit eben war, wie sie war, teils weil sie die Chancen nicht nutzte, weil sie eher introvertiert und nachgebend den anderen den Vortritt ließ. Sie war nicht nur die Frau, die allen davonrannte, sondern die, die auch selbst vor allem davonrannte.Mich hat das Buch berührt, melancholisch gestimmt und hilflos zurückgelassen.Ich war froh, dass ich parallel fröhlichere Bücher lesen konnte, das Buch hat mich unglaublich verbittert und nach unten gezogen.

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  • Wenn die Vergangenheit dich einholt

    Die Frau, die allen davon rannte

    Klene123

    01. November 2016 um 10:55

    Ich vergebe 4 Sterne für das Buch, weil ich am Ende berührt war und es eine in sich stimmige Geschichte ist. Dennoch hatte ich zwischenzeitlich meine Probleme, denn Aggie ist kein einfacher Charakter und mehr als einmal werden Fragen nicht beantwortet, die ich so dringen gebraucht hätte. Aggie wächst auf einer Farm auf mit vielen Geschwistern, hauptsächlich Mädels kann man verstehen, dass dort so einiges drunter und drüber geht. Die Jungs müssen in den Krieg ziehen und viel zu oft überleben hier Aggies Eltern ihre eigenen Kinder. Dabei ist Aggies Vater ein sehr interessanter Charakter, der leider zu kurz kommt und nur am Bauen ist, aber seine Präsenz ist irgendwie immer da. Ihre Mutter war schon damals etwas besonderes als Kräuterfrau, die vielen Frauen als Hebamme half und sehr geschätzt war. In diesem Umfeld wächst Aganetha auf und soll helfen. während sie ihrem eigenen Kopf nachhängt und vor allem dem Laufen. Früh wird klar: sie wird sich durchsetzen müssen gegen so einige Konventionen, denn nicht mal die Jungs halten mit ihr mit. In ihren 20ern zieht sie in die Stadt und dort ist alles anders. Sie wird ins Laufteam aufgenommen und erlebt einiges, findet Freundschaften und natürlich die Männer. Und obwohl Aggie die Geschichte erzählt, bleibt sie für mich als Figur blass. Ich verstehe ihre Art nicht ganz und wieso sie manche Entscheidungen trifft. Dafür kommt einem ihr Umfeld wirklich nahe. Das Buch springt ab da auch zwischen den Zeiten, denn aktuell wird sie von einer jungen Läuferin interviewt und deren Familie. Die sie aus dem Altersheim entführt und mit nach Hause nehmen wollen. Nach Hause das ein ganz wirres Konstrukt ist in Aggies Gedanken. Fazit: Ich war berührt und vor allem sehr interessiert an der damaligen Zeit, denn hier wurde Geschichte geschrieben (die auf wahren Tatsachen basiert). Gleichzeitig konnte ich mit Aggie nie eine richtige Verbindung aufbauen, was den letzten Stern auf der Sieger-Strecke ließ.

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  • Eine äußerst smarte Anti-Heldin!

    Die Frau, die allen davon rannte

    Brigitte1987

    04. September 2016 um 22:28

    Carrie Snyders Frau, die allen davon rannte aus dem Hause btb lernte ich über die Buchhandlung Pustet kennen… ;-)Erst kurz zuvor hatte ich in einer Leserunde zu einem historischen Roman bemängelt, dass Autoren nach wie vor das Klischee der „starken Frau“ bedienen und ich unglaublich gerne auch einmal etwas über normale Menschen lesen möchte. Keine Apothekerin oder Kastellanin oder Henkerstochter oder Dienstmagd, die vor Entschlossenheit und Zielstrebigkeit strotzt und die scheinbar nichts aus der Bahn wirft, sondern eine ganz normale, menschliche Frau. Und tadaa, hier ist sie: Aganetha Smart, wohnhaft in einem beschissenen Pflegeheim und äußerst dement in ihrer eigenen Geschichte gefangen. Eine Frau, die arm wie eine Kirchenmaus im Kanada der 1920er Jahre groß wird. Eine Frau, die „Freude unter dem steinernen Panzer“ suchen muss und Freundschaft als „paralleles Erleben, über das man nicht viele Worte machen muss“ bezeichnet. Eine äußerst bemerkenswerte junge Frau, die quasi aus dem Nichts bei den Olympischen Spielen eine Goldmedaille gewinnt und sich dann dem Sog von Erfolg und Ruhm hingibt; eine (Nackt-)Model-Karriere startet, mit einem Teamkameraden anbandelt, der sie zunächst schwängert und dann für ihre vermeintlich beste Freundin sitzen lässt. Aganetha Smart, die einfach mal so Journalistin wird, weil ihr das Geld ausgeht. Aganetha Smart, die Manipulation und Intrigen aushält, durchs Leben getrieben wird und sich durchs Leben treiben lässt und dabei so herrlich menschlich wirkt. Aganetha Smart, die nicht Stärke antreibt, „sondern der Wunsch stark zu sein!“Carrie Snyder entwirft mit sehr viel Liebe für’s Detail diesen wunderbaren, oftmals etwas melancholischen und schwermütigen Charakter, als Gegenpol zu all den vermeintlich selbstbewussten Protagonistinnen, die sich sonst so im historischen Roman tummeln. Sie zeichnet ihre Figuren recht feingliedrig und lässt sie dadurch lebendig werden. Auch beherrscht sie die hohe Kunst äußerst komplexe Gefühle in klare und einfache Worte zu fassen. Mein Kompliment dafür und definitiv eine Leseempfehlung an alle, denen Klischees zu den Ohren raushängen sowie allen, die ein realistisches Frauenbild brauchen! 

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  • Berührend!

    Die Frau, die allen davon rannte

    Freakajules

    23. August 2016 um 15:32

    Carrie Snyder erzählt in ihrem Roman "Die Frau, die allen davon rannte" mehrere Geschichten auf einmal. Es gibt viele Handlungsstränge, die nacheinander oder nebeneinander laufen, viele die zusammenhängen, kompliziert sind, bewegen, berühren und die die Hauptprotagonistin Aganetha Smart zu der gemacht haben, die sie heute ist: Eine alte Dame, 104 Jahre alt, Olympiasiegerin von 1928. Die verschiedenen Geschichten sind sehr komplex aufgebaut und werden in zwei Zeitsträngen erzählt: Heute und damals.Auf der einen Seite ist da die junge Aganetha; sie hat eine große Familie, ist aufgewachsen mit Tod, Verlusten, zwei Weltkriegen und Prüfungen, die sie schon als kleines Mädchen prägten. Dann ist da die ältere Aganetha; von zuhause weggezogen, verliebt in einen Athelten, Olympiasiegerin. Die Verbindung der beiden Geschichten in der Gegenwart bringt Kaley – eine junge Läuferin, die die 104-Jährige aus dem Altenheim "entführt", die sich für Aganethas Leben interessiert, alles wissen und erfahren möchte um selbst eine erfolgreiche Sportlerin zu werden.Das alles klingt natürlich wahnsinnig emotional und berührend, schließlich hat die Hauptprotagonistin einiges erlebt, viel Unglück überstanden, hart trainiert und lange gekämpft – wohl bemerkt in einer Zeit, in der Frauen nicht denselben Status hatten wie heute. Der Stammbaum der Familie Smart am Anfang des Buches ließ schon darauf schließen, dass die Familie stark beleuchtet wird, dass ein durchgängiges Folgen der Ereignisse aufgrund vieler Charaktere schwierig sein würde. Und genau das war es für mich auch.Es gibt viele Zeitsprünge, deren genaue Ordnung und Bedeutung für mich nicht wirklich erkennbar waren und das Buch für mich auch komplizierter machten, als es unbedingt notwendig gewesen wäre. Der rote Faden wurde beeinträchtigt, Spannung ging verloren und Emotionen blieben leider nur oberflächlich.Trotzdem ist "Die Frau, die allen davonrannte" ein wunderschönes Buch, das einen nachdenklich zurücklässt. Mich vor allem, da ich es zur Zeit der Olympischen Spiele in Rio gelesen habe. Heute ist es selbstverständlich, dass Frauen bei verschiedenen Disziplinen antreten; auch das Laufen von 800 Metern. Aganetha ist stark, diszipliniert und schert sich nicht um Konventionen oder Traditionen. Sie liefert damit eine sehr starke und wundervoll umgesetzte Hauptprotagonistin.Carrie Snyders Schreibstil hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Vom Stil her ließ sich das Buch flüssig und leicht durchlesen. Allerdings war ich auch oft verwirrt, weil für mich nicht immer deutlich wurde, wer gerade an einem Dialog beteiligt ist und wer was sagt. Die vielen Zeitsprünge haben diesen Eindruck noch verschlimmert.Die Gestaltung des Buchcovers gefällt mir sehr. Die Verbindung von Aganethas altem (dem Hof) und ihrem neuen Leben (die Läuferin) finde ich gut gewählt und ergibt nach dem Lesen umso mehr Sinn.Fazit"Die Frau, die allen davon rannte" ist ein schönes Werk mit einer starken Botschaft, das leider in der Ausführung bezüglich Chronologie und Eindeutigkeit leicht schwächelt. Obwohl mir zwischendurch die Spannung und die Ordnung fehlten, konnte es mich aufgrund der starken Hauptprotagonistin sehr bewegen.

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  • interessant

    Die Frau, die allen davon rannte

    bblubber

    21. August 2016 um 14:51

    Aganetha Smart ist 104 Jahre und lebt zurückgezogen und fast vergessen in einem Altersheim. Während ihr Körper durch das Alter bereits schwach und zittrig geworden ist, lebt immer noch ein reger Geist in ihr. Zwei junge Leute kommen, um sie über ihr langes ungewöhnliches Leben zu interviewen. In Rückblenden erfährt der Leser, das Aggie in einer großen Familie auf dem Land aufgewachsen ist. Mit Geschwistern und Halbgeschwistern. Auch ihre Jugend ist es die ihr die Energie und Ausdauer gibt um später zu einer der erfolgreichsten Läuferinnen ihrer Zeit zu werden. Sie und andere Frauen setzen sich in einer Männerdomäne des Sports durch und sie gewinnt schließlich eine Goldmedallie. Mir hat vor allem gefallen, dass am erfundenen Leben der Aggie Smart die damaligen Wettkampf-Umstände der Sportlerinnen auf eindringliche Weise geschildert werden. Auch wenn es Aganetha nicht wirklich und leibhaftig gab, so sind ihre Erlebnisse doch die Essenz vieler realer Geschehnisse um tatsächliche Läuferinnen und man erlebt hautnah mit, wie es im letzten Jahrhundert auch im Sport zu einem Kampf um Gleichberechtigung und Anerkennung der Frauen kam. „Die Frau, die allen davonrannte“ ist der viel beachtete Erstling der Autorin Carrie Snyder. Man merkt der Geschichte an, dass Frau Snyder über Dinge schreibt, die sie nachvollziehen kann, die sie sogar selbst kennt. Sie ist Mutter von vier Kindern, Lehrerin und vor allem Läuferin. Mit kraftvollen Worten beschreibt sie Emotionen und Erlebnisse, versucht auf den Grund der Dinge zu kommen. Der Erzählstil ist anspruchsvoll und der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit fordert die Aufmerksamkeit des Lesers. Sehr ansprechend ist auch die optische Gestaltung des Covers. Ein Buch welches ich gerne gelesen habe und durch dass ich auf eine interessante neue Autorin aufmerksam geworden bin.

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  • Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!

    Die Frau, die allen davon rannte

    Ariianna

    11. August 2016 um 16:02

    Schon lange hat mich kein Buch mehr so gefesselt, berührt und in seinen Bann gezogen wie „Die Frau, die allen davonrannte“. Von der ersten Seite an hat mich Aganethas Geschichte fasziniert und mitgerissen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Dieses Buch ist keines, das man nebenbei liest und am nächsten Tag bereits wieder vergessen hat, um was es ging. Wer also nur eine leichte Lektüre für zwischen durch sucht ist hier falsch. Wer allerdings eine bewegende Geschichte von Freundschaft, Familie, Erfolg, Vergessen und dem Tod lesen will, ist hier genau richtig. Die Geschichte eines Mädchens, dass es schaffte als erste Frau Gold bei Olympia zu erlaufen. Die Geschichte beginnt in einem Altenheim. Aganetha ist 104 Jahre alt und hat ihre gesamte Familie überlebt. Eines Tages bekommt sie zum ersten Mal seit Jahren Besuch von zwei Jugendlichen, die mit ihr einen Ausflug unternehmen. Von diesem Punkt entwickelt sich Agnetha Geschichte. Immer im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Übergänge zwischen den Zeiten sind sehr gut und fließend geschrieben und geben der Geschichte eine ganz eigene Dynamik, weg von einer einfachen Erzählung einer Lebensgeschichte. Aggie durchlebt noch einmal die bedeutendsten, großartigsten und auch die traurigsten Momente ihres Lebens und nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Sie erzählt vom Leben auf einem Bauernhof, vom Arbeiten in einer Fabrik, vom Laufen und Olympia, vom Tod, vom Erfolg und vom Vergessen werden. „Aggie“ ist ein fiktiver Charakter mit Ecken und Kanten. Dennoch versteht es Carrie Snyder sie auf eine einzigartige Art lebendig zu machen. Der Lebenslauf, die Ereignisse und ihre gesamte Persönlichkeit sind unglaublich stimmig. Ich mir ohne Weiteres vorstellen, dass sie die Geschichte, genauso wie beschrieben zugetragen hat. Das Buch ist in einem sehr gut lesbaren Schreibstil geschrieben, auch die Übersetzung finde ich sehr gelungen, ich bin über keine Wörter gestolpert. Das Cover ist ein echter Blickfang und macht sich sehr gut im Regal. Fazit: Ich vergebe 5 Sterne! Das Buch kann ich nur wärmstens weiter empfehlen. Aggie ist starke Frau, jemand der viel erlebt und mitgemacht und einiges zu erzählen hat.Der einzige Kritikpunkt: Es ist zu kurz. Ich hätte so gerne noch so viel mehr von ihr erfahren. 

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  • Geschichte aus der Frühzeit des Frauensports

    Die Frau, die allen davon rannte

    Smberge

    03. August 2016 um 11:18

    Inhalt: Aganehta Smart ist 104 Jahre alt und blickt auf ein interessantes Leben zurück. Sie ist eine begeisterte Läuferin und hat bei den Olympischen Spielen in Amsterdam 1928 für Kanada eine Goldmedaille im 800m Lauf gewonnen. Das war damals eine absolut Pioniertat. Wir lernen Aggie als alte Frau kennen, die im Altersheim lebt, ihre Fraunde und Bekannte leben schon lange nicht mehr und umso überraschter ist sie, als sie zwei junge Leute besuchen, die sie interviewen wollen und mit ihr das Heim verlassen. Zusammen mit Aggie suchen sie wichtige Orte ihres Lebens auf, die bei Aggie Erinnerungen an ihr spannendes und auch trauriges Leben auslösen Meine Meinung: Mit Aggie lernen wir eine Frau kennen, die in ihrer Jugend eine Pionierin im Frauensport war. Spannend sind hier die Beschreibungen, unter welchen Bedingungen Frauen Sport treiben mußten. Ohne spezielle Sportkleidung, mit moralischen Beschränkungen und einfachen Trainingsbedingungen war die Situation für eine Sportlerin nicht einfach. Umso beeidruckender sind die Leistungen der Frauen in diesen frühen Jahren. Ich hatte allerdings erwartet, dass der Sport in diesem Buch einen größeren Raum einnimmt, jedoch war es nur ein Thema, das hier behandelt wurde. Einen größeren Raum nimmt die Familiengeschichte Aggies ein, die leider von vielen Todesfällen und dramatischen Ereignissen geprägt ist. Ich war aufgrund der Buchbeschreibung davon ausgegangen, dass hier das zentrale Thema das Sportlerleben dieser Frau ist, jedoch stellte sich heraus, dass wir es hier vielmehr mit einer traurigen Familiengeschichte zu tun haben. Die Ereignisse in der Vergangenheit werden in die Rahmenhandlung in der Gegenwart eingeflochten. Leider sind die Übergänge zwischen den Ereignissen in der Gegenwart und denen in der Vergangenheit nicht immer klar zu erkennen und sehr fließend. Auch sind die Rückblenden nicht zeitlich aufsteigend, so dass mir hier der chronologische Ablauf nicht immer ganz klar war. Insgesamt handelt es sich um sehr lesenswertes Buch mit einem spannenden Blick in die Frühzeit des Frauensports, jedoch macht die Autorin es den Lesern unnötig schwer, die Ereignisse einzuordnen und das Buch entspannt zu lesen.

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  • Erinnerungen an ihr Leben

    Die Frau, die allen davon rannte

    Schnuck59

    31. July 2016 um 08:09

    In „Die Frau, die allen davonrannte“ schreibt Carrie Snyder die Erinnerungen der 104 jährigen Aganetha Smart, die 1928 olympisches Gold für Kanada im Langstreckenlauf gewann. Die Geschwister Max und Kaley wollen eine Dokumentation über weibliche Athleten machen, holen Aganetha aus dem Altersheim und das Abenteuer in Richtung Vergangenheit beginnt. Direkt zu Beginn hat die Autorin den Stammbaum der Smarts eingefügt, bei dem schon die Größe und auch die Schicksale innerhalb der Familie deutlich werden. Im Laufe der Geschichte ist diese Aufstellung zum besseren Verständnis sehr hilfreich. Der Schreibstil ist auf seine Art flüssig und gut zu lesen, allerdings inhaltlich schwer zu sortieren. Es gibt sehr viele abrupte, nicht chronologische Zeitsprünge in die Vergangenheit. So ergibt sich durch die Erinnerungen von Aganetha im Laufe des Buchs ein Blick auf ihr gesamtes, nicht einfaches Leben. Geheimnisse aus der Vergangenheit und die Verbindung zu Max und Kaley werden aufgeklärt. Die mutigen Aganetha, die gerne läuft, steht im Vordergrund, nicht die Biographie einer Läuferin. Sie setzte sich über die Konventionen ihrer Zeit hinweg und „rannte los“. Die Frau, die allen davonrannte, wird in diesem Buch mit ihren Erinnerungen konfrontiert. Ihnen kann sie nicht davonlaufen. Mich haben die oft verwirrenden Zeitsprünge gestört. 

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  • Bewegende Geschichte

    Die Frau, die allen davon rannte

    Enaria

    28. July 2016 um 11:30

    Aganetha Smart ist 104 Jahre alt und lebt in einem Pflegeheim. Sie sitzt zwar im Rollstuhl, ist für ihr Alter aber geistig noch fit. 1928 nahm Aganetha bei den Olympischen Spielen teil und gewann als Läuferin für Kanada die Goldmedaille. Als dann zwei junge Leute in ihrem Altersheim auftauchen, die eine Dokumentation machen möchten, nimmt sie die zwei mit auf eine Reise durch ihre Vergangenheit. Das Buch ist nicht ganz das, was ich aufgrund der Kurzbeschreibung erwartet habe. Ich stellte mich auf eine sport-biographische Erzählung ein, die sich hauptsächlich auf Aganetha und ihre Teilnahme an den olympischen Spielen konzentriert. Ich wurde aber überrascht: Es steht weniger die Athletin im Vordergrund, als viel mehr ihr Familienleben, die Schicksalsschläge und Freundschaften. Aganetha hatte es nicht leicht und sie verlor viele geliebte Menschen. Das Buch besticht durch die vielen Emotionen und die sympathische Protagonistin. Der Schreibstil war sehr gut und flüssig zu lesen, teilweise schreibt die Autorin fast schon poetisch. Leider kam bei mir nur wenig Spannung auf und ich denke, dass die Autorin leider auch viel Potential verschenkt hat. Die Geschichte ist zudem sehr komplex und teilweise sogar verwirrend, denn zwischen den nicht chronologischen Zeitsprüngen wusste ich manchmal nicht mehr ganz genau wo ich mich nun befinde. Insgesamt gebe ich dem Buch daher 3 Sterne. 

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  • Aggie rennt

    Die Frau, die allen davon rannte

    Frieda-Anna

    27. July 2016 um 20:05

    Aggie muss laufen, laufen laufen. Das war schon immer so und hat sich auch nie geändert, bis sie, mittlerweile 104 Jahre alt, in einem Altenheim ihr Dasein fristet. Aganetha Smart, so ihr richtiger Name, ist eine nun vergessene Pionierin. Sie gewann 1928 olympisches Gold für Kanada im Langstreckenlauf. Damals durften Frauen erstmals über eine solche Distanz teilnehmen. Aggie ist so alt, dass es keine Freunde, Bekannte oder Verwandte mehr gibt. Alle sind verstorben. Doch eines Tages taucht ein junges Pärchen auf, das brennendes Interesse an Aggies Person zeigt. Trotz körperlicher Unzulänglichkeiten bemerkt Aggie, dass etwas nicht stimmt… Die Autorin hat in den Vordergrund gestellt, wie schnell Ruhm und Erfolg verblassen können und wie anstrengend und zermürbend es sein kann, einen hohen Leistungsstandard zu halten.Trotzdem die fiktive Hauptperson eine begnadete Läuferin war, ist ihr Glück im wahrsten Sinne auf der Strecke geblieben. Sie musste mit vielen harten Schicksalschlägen, Verlust, Tod und Trauer umgehen. Besonders imposant ist es der Autorin, selbst leidenschaftliche Läuferin, gelungen, die Verbindung zwischen Aggie in alt und Aggie in jung zu schaffen und handeln zu lassen. Sehr beeindruckend. Und trotz der vielen Zeitsprünge ist man als konzentrierter Leser, nicht zuletzt dank des vorausgeschickten Stammbaums, immer mitten im Geschehen. Die Geschichte um Aggies Person wird mir als leidenschaftlicher Fan von Familiengeschichten, bei der auch hier das große Geheimnis nicht fehlt, in Erinnerung bleiben. Ein tragischer Einblick in ein ganzes langes Leben einer beeindruckend geschaffenen Persönlichkeit mit Überlegungen, ob ein solch langes Leben erstrebenswert sein könnte. Eine empfehlenswerte spektakuläre Fahrt auf der Gefühlsachterbahn und ein unvergessliches Leseerlebnis.

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  • Die Frau, die allen davonrannte

    Die Frau, die allen davon rannte

    nellsche

    26. July 2016 um 15:27

    Aganetha Smart ist mittlerweile 104 Jahre alt und lebt in einem Altenheim. Sie hat in ihrem langen Leben sehr viel mitgemacht und erlebt. Ihr größter Erfolg war, als sie als erste junge Läuferin 1928 für Kanada bei den Olympischen Spielen eine Goldmedaille gewann. Doch sie hat auch sehr viele Verluste erleiden müssen. Eines Tages bekommt sie Besuch von zwei jungen Menschen, die sie für einen Film über weibliche Athleten interviewen möchten. Durch diese beiden Besucher wird Aganetha wieder mit den Erinnerungen an ihr Leben konfrontiert. Und sie merkt, dass die beiden nicht die sind, die sie vorgeben … Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, weil sich die Idee einfach toll anhört. Was hat eine Frau, die mittlerweile 104 Jahre ist, so alles erlebt? Sie ist ja zu einer Zeit aufgewachsen, in der es Frauen im allgemeinen nicht leicht hatten. Der Aufbau der Kapitel ist gut gemacht. Zuerst ein Blick in die Gegenwart, dann liest man von Aganethas Erinnerungen an ihr Leben. Dadurch lernt man Aganetha gut kennen. Sehr hilfreich ist der Stammbaum der Familie Smart, der sich am Anfang des Buches befindet. Dadurch fiel es mir leichter, die vielen Personen auseinander halten zu können. Was mich an dem Buch gestört hat, waren die Zeitsprünge in der Vergangenheit. Die Erzählungen sind nicht chronologisch aufgebaut, sondern durcheinander. Damit hatte ich ziemliche Probleme, den Erzählungen folgen zu können, sie zeitlich zuzuordnen und ich wurde rausgerissen. Hier hätte ich mir kleine Überschriften in Form von Jahreszahlen gewünscht. Auch sind die Erinnerungen manchmal recht weitschweifend gewesen. Aganethas Leben war geprägt von sehr vielen Verlusten, was bei einem so langen Leben einfach auch dazu gehört. Doch mir fehlten zwischendurch die glücklichen Momente. Der Ruhm der Goldmedaille war schnell verflogen und ich hatte das Gefühl, als wenn Aganetha sonst nicht viel Glück im Leben hatte. Das Buch hat mich irgendwie bedrückt und traurig gemacht. Ich habe mir mehr versprochen, vor allem mehr schöne Augenblicke. Ich vergebe drei Sterne.

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  • Nachwirkend

    Die Frau, die allen davon rannte

    Elena9985

    26. July 2016 um 14:24

    Klappentext: Dass Aganetha Smart einst eine kühne Pionierin war, ist in dem Altenheim, in dem sie sitzt, niemandem bewusst. Als zwei junge Leute auftauchen, um sie einen Film über weibliche Athleten zu interviewen, sagt sie bereitwillig zu. Trotz ihrer Gebrechlichkeit sehnt sie sich nach Abenteuer. Und auch wenn ihre Erfolge weitestgehend in Vergessenheit gerieten, erinnert sie selbst sich noch sehr genau daran. Als junge Läuferin trotzte Aganetha jeder Erwartung und gewann 1928 für Kanada eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Es war ein revolutionärer Sieg, Frauen durften in dieser Kategorie zum ersten Mal teilnehmen. Als junges Mädchen wollte sie ihrer Familie davonrennen, sich von deren Kummer und Geheimnissen befreien. Doch so sehr Aganetha sich bemühte, vor ihrer Vergangenheit konnte sie nicht davonlaufen – ebenso wenig wie vor den Konventionen der Zeit. Durch die beiden jungen Besucher wird Aganetha wieder mit den Erinnerungen an ihr Leben konfrontiert, auch mit einer Lüge, die bis zum heutigen Tag Bestand hat. Und ihr wird mehr und mehr klar, dass die beiden nicht die sind, für die sie sich ausgeben... Meine Meinung/Rezension Zunächst muss ich sagen, dass dieser Klappentext in keinster Weise mit dem Inhalt des Buches mithalten kann, geschweige denn, seinen Inhalt in der Tiefe auch nur ansatzweise wiedergibt. Das Buch ist 343 Seiten lang und beinhaltet eine wahnsinnige Komplexität, die man nur sehr konzentriert verfolgen kann. Im Grunde umfasst dieses Buch zwei Bücher. Zum Einen die Gegenwart, mit den Charakteren Aganetha (Aggie), den Besuchern im Altenheim Max und Kaley, sowie Ihrer Mutter Nancy. Zum Anderen Aganethas Vergangenheit, mit all ihren Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten. Das Buch erzählt mehr aus der Vergangenheit, als das es in der Gegenwart spielt. Aganathas Vergangenheit ist in die Gegenwart eingebettet, da Sie immer wieder in ihre Vergangenheit abdriftet, ohne diese mit Max, Kaley und Nancy zu teilen. Im Grunde sagt sie zu den Dreien sehr wenig. Aganetha wird von Kaley und Max mehr oder weniger aus dem Altenheim entführt. Die mittlerweile 104-jährige Aganetha kann sich kaum mehr wehren und die Pflegerin lässt die Beiden gewähren. Die Geschwister Kaley und Max wollen ein Interview über Aganethas Leben führen und Max filmt die ganze Geschichte von Beginn an. Kaley und Max fahren mit Aganetha zu ihrem Geburtshaus, bringen Sie danach zu ihrer Mutter Nancy, die unweit Aganethas Geburtshauses wohnt und letztlich wieder auf das Grundstück Aganethas zurück, zum von ihrem Vater erschaffenen Leuchtturm, wo die Fahrt enden wird. Aber langsam. Dazwischen wird noch vieles aus der Vergangenheit berichtet. Aganetha ist Teil einer Großfamilie mit Geschwistern und Halbgeschwistern. Vier Ihrer acht Halbgeschwister sind bereits zum Zeitpunkt Ihrer Geburt 1908, verstorben auf die unterschiedlichsten Weisen: bei der Geburt verstorben und ertrunken. Die erste Frau, die Mutter der Halbgeschwister, namens Tilda verstarb ebenfalls. Ihr Vater, Robert Smart, ehelicht ihre Mutter Jessica, welche Ihm noch einmal drei weitere Töchter schenkt. Sie wohnen auf Farmgelände, welches schon Generationen der Familie Smart gehörte, bestellend die Äcker und leben sehr gut davon. Aganetha hat ein sehr inniges Verhältnis zu ihrer 13 Jahre älteren Halbschwester Fannie, welche früh an der Grippe verstirbt. Da ist Aganetha erst 10. Aganetha merkt schnell, dass sie gerne rennt und tut dies immer und immer wieder. Ihre Mutter nennt sie „ruhelos“. Das beschreibt es tatsächlich am Besten. Eines Tages, kurz nach dem Tod von Fannie, sieht Aganetha sie immer wieder erscheinen, was sie bis an ihr eigenes Lebensende immer wieder tut. Alle ihre verbliebenen Geschwister und Halbgeschwister zieht es nach und nach in die Städte. Lediglich Edith bleibt im zum Elternhaus nahe gelegenen Farmhaus mit Ihrem Mann Carson wohnen. Edith, immer kränklich,verliert ein Kind , woran sie zu zerbrechen droht, nicht fähig Haus und Hof zu führen. Letztlich fährt auch Aganetha in die „große“ Stadt Toronto, besucht ihre Geschwister. Doch es kommt wie es kommen muss und sie bleibt. Sie fängt in der Fabrik an zu arbeiten, in der auch bereits ihre Schwester arbeitet und schließt sich einem einer anderen Fabrik zugehörigen Sportverein an, dem Rosebud-Damensportclub. Der dortige Trainer Mr.Tristan nimmt Sie in die Mannschaft auf, in der Sie ihre zukünftige beste Freundin, Glad kennen lernt. Aganetha und Ihre Schwester Cora wechseln die Fabrik und arbeiten zukünftig für die Rosebud-Pralinenfabrik. Aganetha wird so gut, dass sie in die kanadische Olmypia-Mannschaft aufgenommen wird und die Goldmedaille im 800m-Lauf gewinnt. Frauen dürfen 1928 zum Ersten und zum zunächst letzten Mal beim 800m-Lauf antreten. Nach ihrem Sieg bei Olympia trifft Aganetha auf der Heimreise auf den Hürdenläufer Johnny. Schnell werden die Beiden ein Paar. Nach der Rückkehr nach Toronto warten einige Jobs auf Aganetha, manche zu dieser Zeit sehr verpöhnte Jobs, wie posieren in Badeanzug für eine Zeitung. Johnny drängt Aganetha mehr und mehr auch zu einer körperlichen Beziehung, welche sie sich nach einiger Zeit hingibt. Daraus resultierend wird Aganetha schwanger. Zunächst stellt sie sich krank, aus Angst, wie sie es Johnny sagen soll. Zur damaligen Zeit waren außereheliche sexuelle Aktivitäten mehr als obszön, geschweige denn außereheliche Kinder zu gebären. Dies war Aganetha mehr als genau bewusst, da ihre Mutter „solche“ Mädchen bei sich zu Hause aufnahm, um im bei Ihnen so genannten Granny-Zimmer, Fehlgeburten einzuleiten. Sie beichtet Johnny ihre Schwangerschaft und dieser fertigt Aganetha mehr oder weniger ab, deutlichst, dass er das Kind nicht will, auch wenn er es nicht direkt so ausspricht. Er lässt Aganetha zu Ihrer Mutter ziehen, in dem Wissen, was dort geschehen wird. Aganetha begibt sich in die Hände ihrer Mutter und kommt etwa 6 Monate später wieder nach Toronto zurück. Am Bahnsteig wird Sie von Johnny und Glad empfangen. Schnell ist ihr klar, dass zwischen Johnny und Glad in der Zwischenzeit mehr als Freundschaft entstanden ist. Glad entschuldigt sich dafür zwar, die Hochzeit folgt jedoch schnell. Aganetha nimmt einen Job bei einer Zeitung an und schreibt zunächst über Mordfälle,danach über Nachrufe. Nach und nach sterben alle ihre weiteren Verwandten: Ihre Mutter, ihr Vater, ihr Halbbruder George. Nur Edith stirbt als letzte Halbschwester. Verwunderlich, wo diese als sehr kränklich beschrieben wurde. Aganethas Schwester zieht es von Toronto nach Australien, wo sie ihren Mann kennenlernt, heiratet und mit Ihm Kinder zeugt. Übrig bleibt ihr nur noch Ihre Schwester Cora, die irgendwann in das elterliche Haus zurück gekehrt war und sich um kranke Kinder kümmert. Nachdem ihrer beider Vater verstirbt, zieht auch Aganetha wieder zu ihrer Schwester Cora. Einige Jahre verbringen sie noch gemeinsam in dem Haus, bis dieses abbrennt, als Aganetha 95-jährig „eine Runde laufen“ geht. Bei dem Brand verstirbt auch ihre Schwester Cora und Aganetha ist allein. Wie Aganetha letztlich in das Altenheim kommt, ist, wie eingangs geschrieben, nicht näher erläutert. Auf Ihrer letzten Reise mit Max, Kaley und Nancy wird all dies (und noch vieles mehr) aus Aganethas Vergangenheit preis gegeben und zu allerletzt erfährt der Leser, dass Aganethas Schwangerschaft nicht abgebrochen wurde, sondern sie dieses Kind, ein Mädchen gebar, es ihrer Schwester Edith gegeben wurde und es sich dabei um die Mutter von Nany handelt. Aganetha versprach während Ihrer Schwangerschaft dieses Geheimnis nie preis zu geben und sich dem Mädchen nie zu nähern, woran sie sich bis zuletzt hält. Im Schlussteil wird klar, warum Aganetha interviewt und gefilmt wird: Kaley ist ebenfalls eine begnadete Läuferin, deren Karriere aber nur mit Geld voran getrieben werden würde. Geld welches sie und ihre Familie nicht hat. Nur ein Verkauf ihres Grundstückes könnte dies ändern. Einen Investor gibt es bereits, welcher aber nur kaufen würde, wenn er auch Aganethas Grundstück erwerben könnte. Sie schenkt den Dreien ihr Grundstück. Aganetha erscheint  auf ihrem letzten Halt mit Max, Kaley und Nancy, ihre bereits vor langer langer Zeit verstorbene Schwester Fannie wieder und beginnt zu ihr zu rennen....ihr letzter Lauf. Wie bereits beschrieben, wird das Buch sowohl in der Gegenwart, als auch der Vergangenheit erzählt. Schön wäre es gewesen, wenn die Teile der Vergangenheit gekennzeichnet gewesen wären. Im Laufe des Buches liest man sich in diese Zeitsprünge in die Vergangenheit ein, jedoch zu Beginn des Buches ist dies sehr verwirrend. Erschwerend kommt hinzu, dass Aganatha nicht chronologisch in ihre Vergangenheit driftet, schwer nachzuvollziehen, in welcher Zeit Aganetha sich letztlich befindet, jedoch sehr menschlich, denn kein Mensch wird seine Vergangenheit chronologisch noch einmal durchgehen, wenn dieser Mensch alt und gebrechlich ist. Dieses Buch wird mich noch einige Zeit beschäftigen, da auch ich denke, dass es im Leben meiner Großmutter einige Geheimnisse gab, die ich aber nie erfahren werde, da meine Großmutter bereits verstarb. Ich denke nicht, dass es Geheimnisse gab, ich weiß es. Zu viel ist in der Zeit vor, während und nach des 2.Weltkrieges passiert. Inklusiv dem Wissen von Halbgeschwistern meiner Mutter, über die aber nie wieder auch nur ein Wort verloren wurde. Schade aber Realität. Vielleicht löse ich diese Rätsel irgendwann einmal, aber jetzt bleiben sie noch im Verborgenen. Schade finde ich , dass ich nicht erfahren konnte, ob Kaley tatsächlich in die Fußstapfen von Aganetha treten konnte. Ich vergebe 5 von 5 möglichen Punkten.

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  • Auf der Flucht

    Die Frau, die allen davon rannte

    Lesemone

    23. July 2016 um 17:37

    Aganetha Smart sitzt alleine im Altersheim, da alle ihre Verwandten schon gestorben sind. Einst war sie eine kühne Pionierin, denn als junge Läuferin gewann sie 1928 für Kanada eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Es war das erste Mal, dass Frauen in dieser Kategorie teilnehmen durften. Als zwei junge Leute im Altersheim auftauchen und sie im Rollstuhl mitnehmen wollen, um einen Ausflug mit ihr zu machen, findet das die Pflegerin ganz toll und schickt Aganetha mit den Beiden los. Angeblich wollen sie eine Reportage über die Läuferin von damals machen, aber für Aganetha ist dies eine Reise in ihre Vergangenheit, der sie nicht davonlaufen kann, wie sie es immer getan hat und die jungen Leute konfrontieren sie mit einer Lüge, die bis heute Bestand hat.Das Buch wird aus der Sicht von Aganetha erzählt. Die Kapitel sind immer zweigeteilt, der erste Teil handelt in der Gegenwart und erzählt, was Aganetha gerade mit den jungen Leuten erlebt und der zweite Teil geht zurück in die Vergangenheit. So erfährt man Aganethas Lebensgeschichte von klein auf. Nett gemacht fand ich den Stammbaum auf den ersten Seiten, so kann man sich noch einmal bildlich die Familienchronik anschauen. Dadurch, dass Aganetha während des Erzählens schon sehr alt ist, bringt sie vieles durcheinander und das hat mich manchmal auch ganz schön verwirrt. Man kann zur Protagonistin nicht so wirklich eine Verbindung aufnehmen, da diese immer nur vor allem davonrannte, wie es der Buchtitel schon andeutete. Die alte Frau ist auch sehr verbittert und daher wirken die Erzählungen manchmal sehr zäh und doch fand ich die Lebensgeschichte sehr eindrucksvoll beschrieben. Es war sehr interessant für mich, einen Einblick in dieses fiktive Sportlerleben zu erhalten und alles in allem fand ich das Buch lesenswert.

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