Ich schreibe aus der Sicht eines Erwachsenen, der dieses Jugendbuch gelesen hat und kann gleich zu Beginn behaupten: Es gibt auch richtig gute Jugendbücher. Auf das besprochene Buch trifft diese Aussage - meiner Meinung nach - nicht zu.
Ich bin davon überzeugt, dass sich als authentisch bezeichnende Bücher für Jugendliche nahe am Leben sein und eine gewisse Vorbildfunktion haben sollten.
Beide Aspekte sehe ich nicht erfüllt. Die Handlung ist für mich ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Die Dialoge sind zum Teil gestelzt, zum Teil hölzern. Irgendwie merkt man ihnen an, dass sie aus der Feder einer pädagogisch „wertvoll“ schreiben wollenden Jugendbuch-Autorin stammen. Die Sprache bewegt sich jedoch auf RTL2-Vorabendserien- bzw. Bravo-Bilderserie –Niveau.
Der Begriff von Liebe, bzw. dessen Beliebigkeit der im Buch vermittelt wird, ist einfach nur als traurig zu bezeichnen. Soweit gibt es dann doch ein Stück Realitätsbezug, da es in vielen jugendlichen „Beziehungen“ scheinbar heutzutage so läuft: Heute den, Morgen die, gefällt mir das eine nicht, spring ich zum nächsten und trenne mich per SMS.
Es wird mit absolut gesetzten schwarz-weiß bzw. gut-böse Zeichnungen hantiert. Die beschriebenen Personen sind so wenig facettenreich und bleiben flach. Natürlich muss dann auch noch ein armer Junge im Rollstuhl attackiert und verletzt werde.
Fazit: Wieso ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe? Nun, um mal eine anders gelagerte Rezension zu schreiben; und ich dem Gedanken etwas abgewinnen kann, dass man mal wieder ein richtig schlechtes Buch gelesen haben muss, um die tatsächlich Guten wieder besser schätzen zu lernen.















