Carsten (storch) Schmelzer Homosexualität

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Inhaltsangabe zu „Homosexualität“ von Carsten (storch) Schmelzer

Carsten "Storch" Schmelzer widmet sich einem heißen Eisen: Homosexualität. Es gibt nur wenige Themen, die geeignet sind, die Menschen in den Gemeinden - gleich welcher Denomination - so zu spalten wie dieses. Ist es für den einen schlichtweg Sünde, werden in den letzten Jahren wiederholt Stimmen laut, die sich an einer positiven Sicht versuchen, wobei die Auslegung der betreffenden Bibelstellen oft sehr willkürlich erscheint. Storch beleuchtet die Argumente beider Seiten und nähert sich dem Thema ganzheitlich. Hierzu betrachtet er die gängigen Bibelstellen und (Un)Möglichkeiten der Auslegung, beleuchtet die Geschichten homosexuell empfindender Menschen in unseren Gemeinden und gibt einen Einblick in die gängigen Theorien über Ursachen und Entstehung von Homosexualität. Dabei gibt er keine ferigen Antworten, sondern stellt dem Leser frei, wie er die verschiedenen Sichtweisen bewerten möchte.

Wichtige Denkanstöße, gut geschrieben & recherchiert, aber mir letztlich doch zu liberal

— cho-ice
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  • Wichtige Denkanstöße, gut geschrieben & recherchiert, aber mir letztlich doch zu liberal

    Homosexualität
    cho-ice

    cho-ice

    31. July 2016 um 15:07

    In seinem letzten Buch vor seinem plötzlichen Tod im Sommer 2015 widmet sich Carsten „Storch“ Schmelzer auf knapp 370 Seiten dem in christlichen Kreisen sehr umstrittenen Thema Homosexualität. Er geht dabei ausführlich auf einschlägige Bibelstellen im Alten und Neuen Testament ein und beleuchtet auch die historischen Hintergründe des jeweiligen biblischen Kontextes. Im Mittelteil widmet er sich darüber hinaus der Frage nach Ursachen für gleichgeschlechtliche Liebe und der Frage, ob diese veränderbar ist. Im letzten Kapitel schließlich zieht er seine persönlichen Schlussfolgerungen für den Umgang mit Homosexualität in christlichen Gemeinden heute. Storch hat es sich nicht leicht gemacht. In die Recherche müssen viele Wochen und Monate investiert worden sein. Entsprechend lang ist auch das Literaturverzeichnis am Ende ausgefallen (und ich habe trotzdem noch Quellen entdeckt, die er zwar nennt, aber dort nicht zu finden waren). Er lässt auch keine Zweifel darüber aufkommen, dass ihn als Heterosexuellen in erster Linie seine persönliche Betroffenheit mit der Thematik als Pastor dazu gebracht hat, sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dabei ist ihm zugute zu halten, dass er dies nicht nur auf einer theoretischen Ebene tut, sondern auch das Gespräch mit Menschen (ehemaliger oder aktiver) homosexueller Orientierung gesucht hat. In einem Kapitel lässt er sie daher auch zu Wort kommen. Man spürt ihm beim Lesen ein echtes Ringen ab. Anders als andere Rezensenten hatte ich nicht den Eindruck, dass Storch die Bibel zu liberal sieht oder nicht als Wort Gottes behandelt. Auch seine Aussagen muss man im Kontext des ganzen Buchs sehen. In einer seiner Schlussthesen sagt der Autor klar, dass Homosexualität oder homosexuelle Handlungen in der Bibel durchweg negativ bewertet werden. Für ihn spielen allerdings noch andere Faktoren eine Rolle, die ihn letztlich doch zu einer sog. „neuen Ethik“ führen, die auch vorsieht, dass es zu akzeptieren und gutzuheißen ist, wenn homosexuelle Christen ihre Neigung ausleben. Hier konnte ich nicht mehr mitgehen. Trotzdem halte ich Schmelzers Buch und Gedanken für sehr wichtig und wertvoll für jeden, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt, ob aus persönlicher Betroffenheit oder anderen Motiven. In der Vergangenheit hat sich die heterosexuelle Mehrheit zweifellos an Homosexuellen in vielfältiger und beschämender Weise schuldig gemacht. Die Gegenreaktionen sind entsprechend heftig ausgefallen. Meiner Meinung nach wird es so weitergehen, wenn wir nicht lernen, differenzierter mit Menschen umzugehen, die nicht unsere sexuelle Orientierung teilen oder Probleme mit ihrer sexuellen Identität haben. Die Ursachen dafür sind viel vielschichtiger, als man landläufig hört – allein deshalb lohnt es sich schon, „Homosexualität“ von Storch eine Chance zu geben.

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  • Moderne Theologie in Bezug auf Homosexualität

    Homosexualität
    Sonnenwind

    Sonnenwind

    19. September 2015 um 16:33

    Vor einiger Zeit hatte ich das Buch des Autors über Heilung gelesen und war recht angetan davon. Deshalb habe ich mich gefreut, dieses Buch lesen zu können. Aber gleich zu Anfang hat sich meine Erwartung als trügerisch entpuppt. Das christliche Element wird von menschlicher “Weisheit” erschlagen. Der erste Stolperstein findet sich auf S. 20: “Meiner Meinung nach kann niemand die Bibel wörtlich nehmen.” Eigentlich ist es allgemein bekannt, daß 99,99% der Bibel keinerlei Schwierigkeiten bieten, sie wörtlich zu verstehen. Sie sind wörtlich gemeint. Der Rest sind Bilder, die ohne weitere Schwierigkeiten zu übertragen sind (in aller Regel mit “wie” oder “gleicht einem” eingeleitet). Ganz wenige Texte müssen sorgfältig erarbeitet werden. Deshalb sind sie aber nicht unverständlich. Was soll eine solche Aussage? In aller Regel steht dahinter die moderne Theologie, die die Bibel als Ganzes ablehnt und sich ganz wenige Aussagen raussucht, die wenig vom Leser verlangen und ein angenehmes Leben versprechen. Ist das eine tragfähige Basis für ein Buch, das als Lebenshilfe gemeint ist? Leider bestätigt sich diese Befürchtung im weiteren Verlauf. Auf S. 56 heißt es: “… sodass sicherlich kaum ein Christ auf die Idee käme, eine solche Aussage wörtlich umzusetzen. Eine streng wörtliche Auslegung verstößt hier gegen das Gebot der Nächstenliebe, denn immerhin gilt Gottes Liebe allen Menschen – auch Homosexuellen.” Das Gebot der Nächstenliebe ist immer noch dem Gebot des Gehorsams gegen den allmächtigen Gott untergeordnet. Das ist also kein Argument. Wird aber im Verlauf des gesamten Buches so gehandhabt. Wir steinigen deshalb niemanden mehr, weil Jesus das Urteil für sich selbst aufgespart hat und erst am letzten Gerichtstag sprechen wird. Bis dahin haben wir nicht das Recht, irgendjemand zu verurteilen. DAS gilt auch für Homosexuelle. Es stimmt, daß Gott sie liebt, aber das ist kein Freibrief. Jeder von uns hat so zu leben, daß er es verantworten kann. Ein Leben gegen die eindeutige Weisung Gottes hat ganz klar Strafe zur Folge. Die Regeln sind eindeutig, 3. M 18,22: “Und bei einem Mann sollst du nicht liegen, wie man bei einer Frau liegt: Ein Gräuel ist es.” Römer 1,26: “Deswegen hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr in den unnatürlichen verwandelt, 27 und ebenso haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen, sind in ihrer Begierde zueinander entbrannt, indem die Männer mit Männern Schande trieben, und empfingen den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst.“ Die Beschreibung ist unmißverständlich. Das ist eine Verirrung, und man sollte dem nicht noch das Wort reden. Sünder sind wir alle, auf die ein oder andere Weise, das Problem ist die allgemeine Toleranz. Wer nicht klar hinter Gottes Wort steht, hat ihn auch nicht auf seiner Seite. So hochgelobt eine solche Lebensweise auch sein mag. Auf S. 56 spricht der Autor über die Strafe für homosexuelle Handlungen. Dabei sagt er wohl, daß der Talmud nicht den Tod durch Verbrennung befiehlt. Das ist richtig. Aber es heißt ganz eindeutig, 3.M. 20,13: “Und wenn ein Mann bei einem Mann liegt, wie man bei einer Frau liegt, dann haben beide einen Gräuel verübt. Sie müssen getötet werden; ihr Blut ist auf ihnen.” Die Todesstrafe ist also eindeutig. Selbst wenn wir sie heute nicht mehr vollziehen: Gott spricht sich dafür aus. Und zwar ganz unzweideutig wegen des schlechten Beispiels. Wenn wir jetzt meinen, im Zeichen der allgegenwärtigen Toleranz (die sich aber nie auf Christen oder die Bibel bezieht, sondern immer nur auf Menschen und Handlungen von der anderen Seite) darüber hinwegsehen zu müssen, machen wir uns nicht nur schuldig, wir stellen anderen Stolperfallen auf, deren Folgen wegen sie verurteilt werden. Wir machen uns mitschuldig. Stichwort (5. M. 22,22): “Du sollst das Böse aus Israel wegschaffen.” Einen Teil der Antwort gibt der Autor selbst auf S. 70 unten: “Wer weiß, was im Gesetz stünde, wenn Homosexualität zu der Zeit normaler und verbreiteter gewesen wäre?” Es muß eindeutig festgestellt werden: Homosexualität ist Sünde. Und Sünde wird bestraft werden. Wie weich die moderne Theologie das auch spülen will. Der Homosexuelle selbst hat wie jeder andere Sünder Anrecht auf Mitgefühl. Doch es ist seine Pflicht, sich nach Jesu Grundsatz zu verhalten, Joh. 8,11: “Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!” In dem allen bleibt uns Jesu Zusage, 1. Joh. 1,9: “Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.” Der Mensch ist schwach, aber bei Jesus steht er nie allein da. Ab S. 58 gibt sich der Autor große Mühe zu beweisen, daß uns die Bibel heute keine Richtschnur mehr für unser Verhalten gibt. Wo steht denn, daß man das so sehen muß? Er streicht den Teil des Gesetzes weg, den er für überholt hält. Und wo ist der Maßstab? Ist es nicht vielmehr so, daß Jesus selbst sich nach den Regeln des Gesetzes verhalten hat und von uns erwartet, daß wir uns nach seinem Gesetz verhalten? Und das ist um einige Nuancen strenger. Was soll es bringen, moralische Standards wegzudiskutieren, die uns Gott doch gegeben hat? Und die Jesus bestätigt hat? Im Verlauf des Buches gehen die Gedankengänge hin und her. Manchmal findet man dann etwas, was man auf Grundlage der Bibel voll bejahen kann, S. 83: “Daraus sollte man allerdings nicht den Schluss ziehen, dass die Ansichten der Apostel Homosexualität gegenüber gleichgültig oder gar positiv waren. Als Juden waren sie sicherlich gegen Homosexualität. Im frühen Christentum gibt es keine positiven Äußerungen dazu – die christliche Theologie steht der Homosexualität einhellig ablehnend gegenüber. Man kann die Einstellung der Autoren daraus ableiten, dass die wenigen Aussagen, die wir überhaupt haben, in Sündenkatalogen stehen.” Na prima! Dann haben wir es ja. Mehr ist darüber nicht nötig zu sagen. S. 108, Zitat von Walter Wink: “Ohne Zweifel kannte Paulus nicht den Unterschied zwischen sexueller Orientierung – über die man offenbar nicht entscheiden kann – und sexuellem Verhalten – über das man entscheiden kann.” Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, nach denen abweichendes Sexualverhalten gehäuft bei solchen vorkommt, die in Kindheit und Jugend mißbraucht wurden. Die Behauptung, solche Anlagen gäbe es von Natur aus, halte ich für unbewiesen. Mißbrauchsopfer brauchen sowieso Hilfe, aber die finden sie eher bei wiedergeborenen Christen als bei Psychiatern – und dann können sie das auch überwinden, da gibt es viele Beispiele. Aufgrund solcher Behauptungen die Sachlage ins Gegenteil verkehren zu wollen, ist unredlich. Da ist mir die Sicht von Paulus wesentlich sympathischer und kommt mir auch zutreffender vor. Ganz abgesehen davon, daß Paulus ganz nah bei Jesus gelebt hat und allein deshalb mehr Autorität hat als die “Experten” heutzutage. S. 109: “Moderne Forschungen sehen Homosexualität nicht mehr als etwas Unnatürliches an.” Na klasse! Hexerei ist auch keine Sünde mehr. Unsere Zeit hat wohl einfach kein Interesse an belastbaren Maßstäben. Man tut und denkt, was man will. Wie schon die Bibel sagt (2. Tim. 4,3): “Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt”. Auch eine wacklige Aussage, S. 121: “Der heutige Konsens, gerade in den Freikirchen, geht davon aus, dass der Glaube an Jesus Christus rettet – egal von welcher Sünde.” Ganz so stimmt es aber auch nicht (1. Joh. 1,9): “Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.” Erst wenn es uns leidtut und wir uns zu unserem Fehltritt stellen, wird uns vergeben. Der Text im Buch ist eine sinnentstellende Verkürzung! Aber natürlich ist Jesus mächtig genug, uns nicht nur zu vergeben, sondern uns auch zu reinigen. Es ist aber nicht allgemein Glaube, was uns reinigt, sondern Buße. Auf derselben Seite unten läßt sich der Autor über Sünden aus, “die zur Verdammnis führen”. Es gibt keine Sünde, die speziell zur Verdammnis führt. Aber ein einziger unvergebener falscher Gedanke kann uns aus dem Himmel heraushalten, wenn wir ihn nicht in Ordnung bringen. Was ist das für eine Theologie, mit der man sündenbehaftet in die Gegenwart des heiligen Gottes kommen kann??? Sehr interessant auf S. 136: “Wie kann man noch weiterreden, wenn sich die Bibel so klar gegen Homosexualität ausspricht?” Ganz genau. Entweder ist die Bibel Maßstab, oder sie ist es nicht. Das muß jeder für sich selbst entscheiden. Wo es keine Mißverständnisse geben kann, sollte man auch nicht unnötig darum herumreden. Auf S. 142 heißt es, Homosexualität sei “eine Sünde unter vielen”. Das ist eine oberflächliche Betrachtung. In 1.Korinther 6,15 heißt es: “Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen den eigenen Leib.” Auf S. 161/162 wird deutlich, daß der Autor offenbar an die Evolution glaubt. Für einen Christen ist das ein No-Go. Es sollte ja inzwischen allgemein bekannt sein, wie viele Fakten dagegen sprechen – ganz abgesehen von der Tatsache, daß man nicht an einen allmächtigen Schöpfergott und gleichzeitig an die Evolution glauben kann. Ein Theologe, der nicht an den allmächtigen Gott glaubt, zieht sich selbst den Boden unter den Füßen weg. Ein interessanter Satz, mitten im Text versteckt, S. 211: “Wir finden eben, ganz einfach gesagt, keine männliche Homosexualität ohne ausgeprägte Charakterstörung.” Das sagt doch alles. Und der Fachmann für Charakterstörungen ist kein Psychologe, sondern der Held von Golgatha. Ein weiterer Satz läßt tief blicken, S. 258: “Am Ende bin ich davon überzeugt, dass es außerhalb der etablierten Gemeinden homosexuelle Christen gibt, die Bibel lesen, beten, Gottesdienste besuchen und sich in allem so verhalten wie andere Christen.” Ist das also das Kriterium? Wenn man die Bibel liest und betet, ist man ein Christ? Das werden echte Christen anders sehen. Frei nach dem Motto: “In die Kirche zu gehen, macht dich noch nicht zu einem Christen. Ein Besuch bei McDonald's macht dich ja auch nicht zu einem Hamburger.” S. 268: “Es ist für mich undenkbar, dass ein Sein, das niemanden verletzt, verboten ist.” Ein sehr fragwürdiger Satz. Zum einen ist das “Sein” noch lange nicht bewiesen, zum anderen wäre das ein Freibrief, sich schrankenlos gehenzulassen. Die Bibel würde sich nicht so deutlich dagegen aussprechen, wenn es keine Sünde wäre. Der Autor ist offensichtlich nicht mit dem Evangelium in Berührung gekommen, als er sich “bekehrt” hat, S. 269: “Vielmehr mußte man sich als Christ teilweise absurden kulturellen Forderungen unterwerfen, die aus der Bibel abgeleitet wurden.” Das ist nicht Evangelium. Das ist christliches Leben. Das ist die Folge von Jesu Leben im Gläubigen, keine Bedingung, die er erfüllen muß. So viel sollte schon gelehrt werden. Vielleicht ist das der Grund für die oftmals schrägen Ansichten des Autors. S. 278: “Bei genauerer Betrachtung gibt es niemanden, der die Bibel komplett wörtlich nimmt. Egal, wie sehr man sich am Buch der Bücher orientiert, man verlässt sich immer auf Auslegungen. Es ist bereits schwer festzustellen, was die ursprünglichen Leser verstanden haben, aber selbst wenn man es sicher wüsste könnte man nicht genau dem Buchstaben folgen.” Warum nicht? Wenn die Bibel sagt, Homosexualität ist dem Herrn ein Greuel – dann ist das genau das. Er will es nicht. Und was soll man dann von Leuten denken, die in allen dunklen Winkeln graben, um doch noch ein Pro-Argument zu finden? Auf jeden Fall denkt man nicht, daß ihnen der Wille ihres Gottes besonders wichtig ist. Die Aussage von Frances Schaeffer auf S. 280 ist hervorragend formuliert. Stellt sich der Autor nur deshalb dagegen, weil sie so fundiert und aufrichtig ist und er sich lieber mit der liberalen Theologie auf freundschaftlichem Fuß treffen will? S. 281: “Allerdings gehen die Ansichten darüber, was die Bibel sagt, zunehmend auseinander, je nachdem, ob man die Verbote sieht oder den Geist für entscheidend hält.” Der Geist und das Wort sind eins. Was der Mensch für entscheidend hält, ist völlig gleichgültig. Das Urteil spricht Gott im Himmel – deshalb ist allein entscheidend, was ER für entscheidend hält. Was Menschen über Gott, die Bibel oder die Christen denken, hat so wenig Wert, daß wir es getrost vergessen können. Die Mehrheit ist kein Faktor. Was zählt – allein zählt –, ist das Wohlgefallen Gottes. S. 293, Zitat von unbekannt: “Wenn vor 40 Jahren in der Einrichtung bekannt geworden wäre, dass ein Mitarbeiter homosexuell ist, wäre dieser entlassen worden, weil seine sexuelle Orientierung nicht zu einer christlichen Einrichtung passt. Wenn ich heute fordern würde, dass ein homosexueller Mitarbeiter entlassen wird, würde ich sofort die Kündigung bekommen wegen Intoleranz. So haben sich die Zeiten geändert.” In einer christlichen Einrichtung, wohlgemerkt. Schlagwort Toleranz. Alles, was gegen die Bibel ist, muß toleriert werden; die Bibel mit ihrem Anspruch ist aber intolerant. Siehe dazu Josh McDowell “Die neue Toleranz”. Die antigöttliche Toleranz ist dabei, unsere Kultur zu untergraben. Auch sehr deutlich, S. 300: “Während Christen fürchten, dass die Welt sich immer mehr in einen endzeitlichen Sündenpfuhl verwandelt, sieht sich das postchristliche Abendland in der Verantwortung, Minderheiten zu schützen und Freiheit zu garantieren.” Die Bibel garantiert schon die Freiheit, der Breite Weg ist offen und darf begangen werden. Aber am Ende liegt der Feurige Pfuhl. Ich glaube, in einer postchristlichen Kultur möchte ich nicht leben. Menschen sind fehlbar, und natürlich wurden immer wieder Fehler gemacht, ja werden in Zukunft wieder gemacht werden. Aus diesem Grund aber jegliche Richtschnur über Bord zu werfen, ist schlicht tödlich. Insgesamt bin ich von diesem Buch sehr enttäuscht. Ich hatte erwartet, ein christliches Buch zu lesen. Stattdessen finde ich die biblischen Argumente wohl, sie werden aber so sehr von moderner Theologie und New Age-Gedankentum überlagert, daß sie kaum auffallen. Trotz der in diesem Buch gebotenen Argumente: Es bleibt immer noch die Wahl, ob jemand mit der Bibel oder gegen sie leben will. Die Positionen sind klar. Und so wie sich jeder Mensch für oder gegen Jesus entscheiden muß, muß er sich auch für oder gegen einen Lebensstil entscheiden. Das Urteil kommt am Ende. Der breite Weg, der auf dem “viele wandeln”, führt nicht in den Himmel.

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  • Leserunde zu "Warum ich Religion hasse. Und Jesus liebe." von Jefferson Bethke

    Warum ich Religion hasse. Und Jesus liebe.
    Arwen10

    Arwen10

    Heute möchte ich eine ganz besondere Leserunde starten  zu dem Buch: Warum ich Religion hasse. Und Jesus liebe. Für diese Leserunde hat mir Gerth Medien einige Leseexemplare zur Verfügung gestellt, wofür ich mich hier herzlich bedanken möchte. 7 Leser haben nun die Möglichkeit, sich mit diesem Buch zu beschäftigen. Es gibt 4 kleine Aufgaben und unter allen, die hier mitmachen, mitlesen und die Aufgaben erfüllen, gibt es ein Buchpaket von Gerth Medien zu gewinnen mit tollen Büchern. Zum Inhalt: Religion ist der Mensch, der sich nach Gott ausstreckt – Christentum aber Gott, der sich nach dem Menschen ausstreckt. Jefferson Bethke räumt kräftig mit unseren Vorstellungen von Religion auf. Er zeigt, dass sie Feindbilder schafft, Jesus aber Freunde. Dass Religion unfrei macht und verletzt, Jesus aber befreit und heilt. Dass Religion nach Fehlern sucht, Jesus aber Unterschiede feiert. Und er geht der Frage nach, was in unseren Gemeinden passieren könnte, wenn wir Liebe, Gnade, Frieden und Hoffnung wirklich leben würden. Ein Buch für Denker, Suchende und Fragende. "Wir haben den echten Jesus verloren – oder zumindest haben wir ihn gegen einen neueren, ungefährlicheren, keimfreien, unwirksameren eingetauscht. Wir haben eine christliche Subkultur geschaffen – mit ihren ganz eigenen Bräuchen, Regeln, Ritualen, Vorbildern und Produkten -, die nicht das Geringste mit dem wilden, revolutionären Glauben des biblischen Christseins zu tun hat. Der Jesus, den unsere Subkultur anbetet, wäre niemals gekreuzigt worden – dazu ist er viel zu nett." Jefferson Bethke Hier findet ihr eine Leseprobe zum Buch und ein kurzes Video zum Buch: http://www.gerth.de/index.php?id=details&sku=817009 Zum Autor: Jefferson Bethke Jefferson Bethke ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und Tochter in der Nähe von Tacoma im US-Bundesstaat Washington. Er ist Mitinhaber einer Firma mit Namen Claro Candles. Bekannt wurde er durch sein Video "Why I Hate Religion, But Love Jesus". (c) Foto: privat Dieses Buch ist so geschrieben, dass man es leicht lesen kann, kein schwieriges Sachbuch. Jeder, der sich schon mal Gedanken um Religion und Jesus gemacht hat, findet hier sehr interessante Aspekte. Religion bedeutet nicht gleich Jesus. Was es damit auf sich hat, könnt ihr in diesem Buch erfahren. Besonders interessant ist es wohl für die, die schon an Jesus glauben. Es rückt manches gerade. Doch auch die, die noch nicht glauben können hier nachlesen, warum man Religion und Jesus nicht miteinander gleichsetzen kann. Falls ihr mitlesen möchtet, bewerbt euch bis zum 27.5.2015, 24 Uhr hier im Thread und beschreibt, was euch an diesem Buch anspricht. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich die Bücher selber verschicke. Deshalb müssen wir euch darum bitten, im Gewinnfall 1,60 Euro Portokosten zu überweisen. Bewerbt euch nur, wenn ihr dazu bereit seid. Die Bücher werden erst nach der Überweisung des Geldes versendet. Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung: Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von 4 Wochen zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll. Bewerber mit privatem Profil sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt. Die Gewinner werden in der LR bekanntgegeben, es erfolgt keine Benachrichtigung per PN. Erfolgt innerhalb von 48 Stunden keine selbständige Übermittlung der Versandadresse per PN, wird neu ausgelost. Fehlende Adressen werden nicht per PN eingefordert. Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt. In diesem Buch spielen christliche Werte eine wichtige Rolle. Ich freue mich auf eure Bewerbungen. Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.

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    • 221
    Smilla507

    Smilla507

    09. June 2015 um 19:39
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    Curin schreibt Ich persönlich finde das Thema Homosexualität ganz schwierig. Es ist eben eine Sünde, die deren Identität und Leben ausmacht, so wie Jefferson es schon sagt. Trotzdem liebt Jesus alle Sünder und ...

    Unterschreib ich so! Ich bin da auch hin- und hergerissen. Und ich seh das auch so: Jesus liebt alle, auch Homosexuelle. Ich habe ja gerade das Buch "Homosexualität" von Carsten Schmelzer ...

  • Für meinen Geschmack etwas zu ausführlich

    Homosexualität
    Smilla507

    Smilla507

    06. June 2015 um 14:41

    Nachdem ich von dem Autor bisher nur Gutes gehört hatte und dieses Buch derzeit durchweg positive Bewertungen hat war ich sehr gespannt. Homosexualität ist ein Thema, das viele Christen und Gemeinden umtreibt. Wie geht man am Besten damit um? Ich muss sagen, dass mir dieses Buch beim Lesen Magenschmerzen bereitet und mich verwirrt zurückgelassen hat. Die Einleitung las sich noch interessant, hier erfährt man einige Hintergründe und allgemeine Fakten rund um das Thema Homosexualität. Doch dann folgen zwei Kapitel über Bibelstellen im AT und NT, die vermeintlich (?) von Homosexualität handeln. Hier werden unterschiedliche Auslegungen dargestellt. Auffällig an dieser Stelle war nach jeder Ausführung zur Bibelstelle das Wort „Allerdings“, das darauf folgte und die wörtliche Bedeutung erst einmal relativierte – zumindest empfand ich es so. Außerdem hätte ich gerne auf eine allzu ausführliche Darstellung der Sexualpraktiken in der Antike verzichtet. Auf S. 20 schreibt Carsten Schmelzer dann: „Meiner Meinung nach kann niemand die Bibel wörtlich nehmen“, eine äußerst ungeschickte Formulierung, bei der in mir einige Alarmglocken läuteten. Von da an wuchs meine Verwirrung immer mehr. Nachdem für mich gefühlt jede Bibelstelle zum Thema Homosexualität relativiert wurde schreibt Schmelzer als erste Schlussfolgerung: „Es gibt keine Bibelstelle, die positiv zur Homosexualität steht.“ Das hätte ich an der Stelle nicht erwartet. Im Folgenden beschreibt der Autor wissenschaftliche Erkenntnisse, die (z.B. von Freud) gewonnen, aber auch zum Großteil wieder verworfen wurden über die Entstehung und die Probleme beim Versuch Homosexualität aufzugeben. Im letzten Kapitel berichtet Schmelzer von ein paar gläubigen Homosexuellen und deren Leidensweg. Er zeigt auf, an welchen Stellen Fehler passierten, wo es in den Gemeinden hapert. Wie kann man dem Thema Ehe/Segnung von Homosexuellen begegnen? Hier plädiert er dafür von der strengen Bibelauslegung abzusehen und (gläubigen) Homosexuellen ohne Vorurteile zu begegnen, von der Sünde abzusehen und den Menschen mit den liebenden und vergebenden Augen Jesu zu begegnen. Hinter diesem Buch steckt ohne Zweifel eine Menge Recherchearbeit, viel Zeit und Mühe. Manches fand ich interessant, manchem kann ich nicht so zustimmen. Ich konnte das Buch nur mühsam lesen, Schmelzer wiederholt sich sehr häufig und ist einige Male für meinen Geschmack zu ausschweifend/ausführlich. Um dieses Sachbuch in allem verstehen zu können sollte man ein ausgeprägtes Bibelwissen haben und es ist mir persönlich etwas ZU liberal. Dennoch hat das Buch mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben und wird mich noch eine Weile beschäftigen. Denn es ist an der Zeit sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und die Scheuklappen abzulegen.

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  • Ein sehr wichtiges Buch zur rechten Zeit

    Homosexualität
    heaven4u

    heaven4u

    03. June 2015 um 22:57

    Im Moment ist Homosexualität wieder sehr in die Öffentlichkeit gerückt, weil Irland abgestimmt hat, dass es homosexuelle Paare offiziell heiraten dürfen. Unter Christen allerdings ist das Thema ein heißes Eisen. Carsten "Storch" Schmelzer versucht mit diesem Buch eine Annäherung und Aufklärung mit Sicht auf die Bibel. Dabei versucht er nicht, sich auf eine Seite zu stellen, sondern so neutral wie möglich heranzugehen, was ihm auch wirklich gut gelingt. Die erste Hälfte befasst sich mit allen Bibelstellen, die Homosexualität in irgendeiner Weise erwähnen und versucht die Bibelstelle auch im historischen Kontext zu sehen. Leider driftet der Autor hier immer mal etwas zu sehr in die Geschichte ab schreibt sehr weitschweifig über verschiedene Persönlichkeiten , die ebenfalls homosexuell waren und kommt auf andere verwandte Themen wie, die mit dem Text zu tun haben. Das fand ich etwas langatmig. Anderes bekommt plötzlich einen Zusammenhang, was mir bisher unklar war.Ich war erstaunt, was alles in biblische Texte hineininterpretiert wurde um Homosexualität in der Bibel zu beweisen. So sollen David und Jonathan eine Beziehung miteinander gehabt haben. Die weiteren Kapitel befassen sich mit der Ursache und einer eventuellen Umkehrbarkeit der Homosexualität. Auch hier gibt es einige Längen, so wird Freud sehr viel Raum gegeben, seine Theorien darzulegen. Das hat mir weniger gut gefallen. Dennoch war es interessant, was in der Geschichte alles getan wurde um Homosexualität zu "heilen" und dass vor allem die Männer beroffen waren und weibliche Homosexualität eher weniger ernst genommen wurde. Der letzte Teil war für mich am spannendsten, denn jetzt wird es praktisch. Erst geht es viele persönliche Geschichten, die sehr anrühren. Wenn man erstmal versteht, welchen Leidensweg viele Betroffene gegangen sind bis sie ihr Coming Out hatten, da kann man nur seinen Hut ziehen. Im letzten Teil geht es um den Umgang der Gemeinde mit Homosexualität. Sehr traurig wie Gemeinden mit diesen Menschen umgehen, die es sowieso schon schwer haben und sich Annahme erhoffen. Auch geht Schmelzer hier auf die Frage ein ob es eine homosexuelle Ehe geben sollte. Sehr gut fand ich, dass er keine Lösung vorgibt, sondern den Leser auffordert, sich selbst eine Meinung zu bilden. Leider ist es oft so, dass Christen Homosexualität mit der Begründung ablehnen, dass es so in der Bibel steht, aber weiter darüber nicht nachgedacht haben. Dem will dieses Buch abhelfen, sich damit zu beschäftigen und sich erst dann seine Meinung zu bilden. Carsten Schmelzer will durch sein Buch sicher nicht erreichen, dass nun alle Homosexualität befürworten. Aber vor allem wir Christen sollten darüber nachdenken, wie wir mit den homosexuellen Menschen umgehen und ihnen nicht einfach den Stempel "Sünder" aufdrücken. Es hat mir sehr gut gefallen, dass der Autor versucht, das Thema von allen Seiten zu beleuchten. Ein wichtiges Buch, was jeder Christ lesen sollte um sich genauer mit dem Thema zu beschäftigen. Vor allem für Pastoren und Leiter finde ich es gut geeignet um mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen.

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