Carsten Sebastian Henn

 4,1 Sterne bei 1.337 Bewertungen
Autor von Der Geschichtenbäcker, Die Butterbrotbriefe und weiteren Büchern.
Autorenbild von Carsten Sebastian Henn (©)

Lebenslauf

Der Kölner Autor Carsten Sebastian Henn (*1973) gilt als „Deutschlands König des kulinarischen Krimis“ (WDR). Seine Reihe um den Ahrtaler Koch und Meisterdetektiv Julius Eichendorff hat bereits über 150.000 Exemplare verkauft, und erscheint auch in Hörbuchform gelesen vom Entertainer und Kabarettisten Jürgen von der Lippe. Sein Piemont-Roman „Tod & Trüffel“ stand mehrere Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. 1998 gewann er den Jack-Gonski-Preises für SlamPoetry. 2005 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Hürth. Seine Geschichte „Mord im Kühlschrank“ war in der Kategorie Kurzprosa für die wichtigste deutsche Auszeichnung im Bereich Kriminalliteratur, den Friedrich-Glauser-Preis, nominiert. Aber nicht nur durch seine literarischen Werke, sondern auch durch seine Sachbücher zum Thema Wein hat Carsten Sebastian Henn sich deutschlandweit einen Namen gemacht. Er ist zudem ständiger Mitarbeiter des internationalen Weinmagazins „Vinum“ und Redaktionsmitglied des „Gault Millau WeinGuide“. 2009 gründete Carsten Sebastian Henn, der in Australien während seines Studiums auch Weinbauseminare belegte, die „Deutsche Wein-Entdeckungs-Gesellschaft“ und keltert seitdem gemeinsam mit den besten Winzern Deutschlands streng limitierte Spitzenweine. 2010 kaufte er mit Freunden einen Steilst-Weinberg an der Mosel der brach zu fallen drohte – und weiß seitdem was der Ausspruch „im Schweiße seines Angesichts“ bedeutet. Er ist Mitglied in der 'Fédération Internationale des Journalistes et Ecrivains des Vins et Spiritueux' (FIJEV).

Neue Bücher

Cover des Buches 111 mal lecker essen in Köln (ISBN: 9783740821210)

111 mal lecker essen in Köln

Erscheint am 20.08.2026 als Taschenbuch bei Emons Verlag.

Alle Bücher von Carsten Sebastian Henn

Cover des Buches Der Geschichtenbäcker (ISBN: 9783492071345)

Der Geschichtenbäcker

(180)
Erschienen am 31.03.2022
Cover des Buches Die Butterbrotbriefe (ISBN: 9783492071826)

Die Butterbrotbriefe

(154)
Erschienen am 31.08.2023
Cover des Buches Der Buchspazierer: Roman (ISBN: B087FV1NZB)

Der Buchspazierer: Roman

(76)
Erschienen am 02.11.2020
Cover des Buches Der Gin des Lebens (ISBN: 9783832165772)

Der Gin des Lebens

(82)
Erschienen am 12.04.2021
Cover des Buches Rum oder Ehre (ISBN: 9783832166502)

Rum oder Ehre

(62)
Erschienen am 20.09.2022
Cover des Buches Birne sucht Helene (ISBN: 9783471350362)

Birne sucht Helene

(58)
Erschienen am 12.08.2010
Cover des Buches Das Apfelblütenfest (ISBN: 9783492063883)

Das Apfelblütenfest

(61)
Erschienen am 01.09.2022
Cover des Buches Ein Schuss Whiskey (ISBN: 9783832167004)

Ein Schuss Whiskey

(55)
Erschienen am 10.10.2023

Interview mit Carsten Sebastian Henn

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ehrlich gesagt schreibe ich, seit ich schreiben kann. Schon in der Grundschule fing es an, da habe ich in der 4. Klasse selbst eine Schülerzeitung auf einer Schreibmaschine getippt, Scherenlayout gemacht, alles fotokopiert und geheftet. Und bevor ich schreiben konnte, habe ich mir Liedertexte ausgedacht und auswendig gelernt. Der Spaß an der Sprache war irgendwie immer da. Naja, und später hat sich das dann zu Romanen „ausgewachsen“. Mein erstes Buch war „Julia, angeklickt“, erschienen im Wunderlich-Verlag (Rowohlt-Gruppe). Soweit ich weiß der erste deutsche Roman, der sich mit dem Thema Internet-Liebe befasst hat. Ich war damals Mitglied eines Kölner Autorenstammtischs und eine freie Lektorin fragte an, ob jemand einen erotischen Roman hätte, da sie eine neue Reihe starten würde. Ich hatte keinen – aber direkt die Idee für einen. Zufall, Glück oder Schicksal, was auch immer, hat also Pate gestanden. Und ich weiß noch, dass ich eigentlich gar nicht zu dem Treffen gehen wollte, bei dem die Lektorin damals auftauchte…

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Ich liebe humoristische Bücher und ich liebe es mich in völlig andere Welten entführen zu lassen, so dass Terry Pratchett, Douglas Adams, Matt Ruff und besonders P. G. Wodehouse zu meinen Lieblingsautoren zählen. William Goldmans „Die Brauprinzessin“ ist natürlich eines der größten Bücher aller Zeiten. Von Sprachmagier Patrick Süskind habe ich alles gelesen Ob mich einer davon inspiriert hat, ist schwer zu sagen. Aber gute Literatur inspiriert ja immer.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Man bekommt mit der Zeit einen Blick dafür. So wie der Friseur direkt sieht, wie er eine Frisur schneiden kann, und der Koch weiß, wie viel Salz er noch zugeben muss, ist mir klar, wie ich eine Geschichte entwickeln muss. Über das ganze Jahr hinweg sammle ich kleine Ideen, die ich später dann in Kurzkrimis oder Romanen verwende. Manchmal sind auch Nachrichten Auslöser für eine Romanidee. Man muss den Kopf einfach auf Empfang schalten, dann kommen die Anregungen automatisch rein. Ich habe mittlerweile etliche Ideen für neue Romane, die ich unbedingt schreiben möchte. Es fehlt nur leider die Zeit, sie alle gleichzeitig zu schreiben. Und mehr Köpfe zum Denken wären fürs Parallel-Schreiben auch praktisch.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Seit Jahren führe ich eine Homepage mit regelmäßigen News und über den Kontaktbutton bekomme ich viele Mails. Außerdem mache ich bis zu 50 Lesungen im Jahr, ich twittere und facebooke – und nun bin ich auch auf lovelybooks.

Wann und was liest Du selbst?

Jederzeit und alles. Natürlich viel von meinen Lieblingsautoren, Bücher mit kulinarischen Themen – Belletristik wie Sachbücher, Krimis - bei englischsprachigen AutorInnen sehr gerne im Original. Gerade habe ich die Biografie von Mark Oliver Everett, alias E von den Eels gelesen. Und jetzt werde ich endlich T.H. Whites Klassiker „Der König auf Camelot“ durchschmökern – das plane ich nämlich schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten.

Wie hat es sich angefühlt, als du dein erstes eigenes Buch in deinen Händen hieltest?

Ein wenig wie bei der Geburt meines ersten Kind. Nur dass das Buch nicht gestrullert hat.

Was war eines der überraschendsten Dinge die Du beim Schreiben gelernt hast?

Dass Stifte einfach verschwinden. Ich weiß nicht wohin und wer sie holt, ob es ein Fluch ist der nur mich betrifft oder ob meine Katzen ihre Ernährung umgestellt haben, aber sie verschwinden. Es ist mir ein Rätsel.

Videos

Neue Rezensionen zu Carsten Sebastian Henn

Cover des Buches Der Buchspazierer: Roman (ISBN: B087FV1NZB)
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Rezension zu "Der Buchspazierer: Roman" von Carsten Sebastian Henn

Buchsucht_de
Wenn Bücher zu Fuß zu den Menschen kommen

Carl Christian Kollhoff ist im Rentenalter und trotzdem jeden Abend unterwegs. Mit seinem abgewetzten Lederrucksack voller in Packpapier gehüllter Bücher zieht er durch die Gassen einer kleinen Stadt. Er ist der „Buchspazierer“, der seinen Stammkund:innen ihre bestellten Bücher persönlich nach Hause bringt. Für viele ist er die einzige menschliche Verbindung zur Außenwelt. Carl gibt seinen Kund:innen Namen aus Büchern, weil er sich echte Namen schlecht merken kann: „Mr Darcy“ für einen schüchternen Villenbesitzer, „Herkules“ für einen schweigsamen Bauarbeiter, „Effi“ für eine alleinerziehende Frau. Dann taucht eines Abends Schascha auf, neun Jahre alt, mit einem Wissensdurst und einer Hartnäckigkeit, die Carl überfordern. Sie hat ihn beobachtet und beschließt einfach, ihn von jetzt an zu begleiten. Carl ist zunächst alles andere als begeistert, aber Schascha gibt nicht auf. Während die beiden gemeinsam durch die Stadt ziehen, gerät Carls Existenz ins Wanken: Seine neue Chefin in der Buchhandlung „Am Stadttor“ will modernisieren, und der Buchspazierer wird zur Zielscheibe.

Carsten Henn schreibt mit einer leisen, behutsamen Poesie, die genau zum Stoff passt. Sein Stil ist nicht plakativ, nicht aufdringlich, sondern auf eine fast altmodische Weise warm und elegant. Sätze sitzen, Bilder treffen, und immer wieder gibt es kleine Wendungen, die man am liebsten auf einem Lesezeichen festhalten möchte. „Das geschriebene Wort wird immer bleiben, weil es Dinge gibt, die auf keine Art besser ausgedrückt werden können.“ Solche Sätze findet man hier auf vielen Seiten. Besonders schön: Henns liebevolle Beobachtungen über das Lesen selbst. Carls Theorie zu „Hasen, Schildkröten und Fischen“ – also Schnellleser:innen, Langsamleser:innen und solche, die sich treiben lassen – ist nur eine von vielen kleinen Reflexionen über das Lesen, die das Buch zu einem Liebesbrief an die Literatur machen.

Die Beziehung zwischen dem alten, kauzigen Buchhändler und dem jungen, hartnäckigen Mädchen ist das Herzstück des Buches. Henn vermeidet jede kitschige Übertreibung. Carl ist zunächst wirklich genervt von Schascha, sie ist zunächst wirklich aufdringlich. Die Annäherung der beiden geschieht in winzigen Schritten, glaubwürdig und berührend. Schascha selbst ist eine der besten Kinderfiguren, die ich seit Langem gelesen habe. Sie ist klug, eigensinnig, witzig, aber sie trägt auch ihren eigenen Schmerz mit sich. Henn macht sie nicht zur niedlichen Pippi-Langstrumpf-Kopie, sondern zu einer Figur mit echter Tiefe. Wenn sie spricht, klingt es wie ein neunjähriges Mädchen, das eine schwierige Lebenssituation in eine eigene Sprache übersetzt. Das ist literarisch hervorragend gemacht.

Was das Buch zusätzlich besonders macht: Carls Stammkund:innen sind keine Statisten, sondern echte Figuren mit eigenen Geschichten. Da ist Mike, der Bauhof-Arbeiter, der regelmäßig Bücher bestellt, obwohl er gar nicht lesen kann. Da ist der Vorleser einer Zigarrenmanufaktur, der heimlich einen Roman geschrieben hat und sich nicht traut, ihn einzureichen. Da ist die alte Lehrerin Thea, die seit dem tragischen Tod ihres Mannes kaum noch das Haus verlässt. Jede dieser Figuren bekommt ihre eigene kleine Geschichte – und Henn zeigt, wie Bücher diese Menschen verbinden und verändern. Das klingt nach Wohlfühl-Klischee, ist aber so präzise und liebevoll erzählt, dass es funktioniert. Henn romantisiert nicht, er beobachtet. Genau dadurch wird aus einer Wohlfühl-Idee echte Literatur.

Was „Der Buchspazierer“ von anderen Wohlfühlromanen unterscheidet: Henn nimmt seine Figuren und ihre Probleme ernst. Da ist die Einsamkeit alter Menschen, deren einzige Außenwelt-Verbindung die Buchlieferungen sind. Da ist die Tragik kleiner Buchhandlungen, die unter wirtschaftlichem Druck stehen. Da ist die schwierige Lebenssituation eines alleinerziehenden Vaters und seiner einsamen Tochter. Da sind kleine, alltägliche Verletzungen, die Menschen davon abhalten, am Leben teilzuhaben. Henn lässt diese Themen aufblitzen, ohne sie schwer zu machen. Das ist die Kunst des guten Wohlfühlromans: ehrliche Probleme zu zeigen und gleichzeitig Hoffnung zu schenken, ohne in Kitsch abzurutschen. Henn beherrscht diese Balance herausragend.

Als jemand, die selbst über Bücher bloggt, hat dieses Buch eine besondere Ebene für mich. Henn zeigt, was Bücher mit Menschen machen können, nicht in plakativen Phrasen, sondern in konkreten Szenen. Wie das richtige Buch zur richtigen Zeit ein Leben verändern kann. Wie eine Buchhandlung mehr ist als ein Geschäft. Wie das Lesen Menschen miteinander verbindet, die sonst nie zueinander gefunden hätten. Und dann gibt es da diesen einen Moment im Buch, der mich tatsächlich zum Weinen gebracht hat. Ich verrate nicht, welcher. Wer das Buch liest, wird ihn erkennen. Dieser Moment ist Henns größte literarische Leistung: ein Schmerzpunkt, der so still und gleichzeitig so wuchtig sitzt, dass man kurz aufhören muss zu lesen.

Ein Wort zur Schmuckausgabe: Diese wertige Aufmachung ist genau das richtige Geschenk, wenn man jemandem zeigen möchte, dass man ihn oder sie wirklich kennt. Hochwertiges Hardcover, schönes Papier, edle Aufmachung – das Buch ist nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Verschenken konzipiert. Carsten Henns Inspiration zum Buch ist übrigens wahr: In Aachen gab es tatsächlich einen Buchhändler, der seine Bücher zu Fuß austrug. Diese Geschichte hat Henn sieben Jahre lang mit sich getragen, bevor er sie aufgeschrieben hat. Das spürt man, jede Seite atmet diese liebevolle Verbundenheit mit dem Stoff.

2024 wurde der Roman mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle verfilmt. Ich habe den Film selbst noch nicht gesehen, aber die Besetzung klingt verdammt passend: Herbst als grummeliger, leicht melancholischer Buchhändler – das könnte funktionieren. Wer das Buch gelesen hat, wird sich vermutlich auf die Verfilmung freuen. Wer den Film schon gesehen hat: trotzdem unbedingt zum Buch greifen, die Sprache und die kleinen literarischen Reflexionen lassen sich filmisch nicht eins zu eins übersetzen.

Mein Fazit: „Der Buchspazierer“ ist eines der schönsten Bücher der vergangenen Jahre über Bücher. Carsten Henn hat ein Wohlfühlbuch geschrieben, das mehr ist als Wohlfühl – es ist eine kluge, warmherzige Liebeserklärung an das Lesen, an Buchhandlungen, an die Menschen, die Bücher in unser Leben tragen. Wer Bücher liebt, wird dieses Buch lieben. So einfach ist das. Die wertige Schmuckausgabe ist außerdem das perfekte Geschenk für jeden, der Bücher in sein Herz geschlossen hat. Wer Henn entdeckt hat, sollte sich auch seine anderen Bücher ansehen – als kulinarischer Krimi-Autor war er schon lange bekannt, aber mit „Der Buchspazierer“ hat er sich literarisch in eine neue Liga geschrieben.

Empfehlenswert für alle, die Bücher lieben. Für Fans warmer, kluger Wohlfühlromane wie „Der Buchladen der Florentine Hoffmann“ oder „Das Lavendelzimmer“. Für Menschen, die zwischendurch ein Buch brauchen, das sie umarmt. Auch ein perfektes Geschenk für Buchhändler:innen-Freund:innen, lesende Großeltern oder jeden, der zu Weihnachten ein bedeutsames Buch verschenken möchte. Eher nichts für Leser:innen, die schnelle Thriller oder harte Gesellschaftsromane bevorzugen, oder die literarische Experimente und cool-distanzierte Gegenwartsliteratur suchen – „Der Buchspazierer“ ist warm, traditionell erzählt und unverhohlen romantisch in seinem Glauben an die Macht der Bücher.

Cover des Buches Der Buchspazierer: Roman (ISBN: B087FV1NZB)
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Rezension zu "Der Buchspazierer: Roman" von Carsten Sebastian Henn

MariaKatharina96
Der Buchspazierer - Ein Leben für die Bücher

Carl Kollhoff lebt in Münster. Er hat seine Ausbildung zum Buchhändler und seine gesamte Arbeitszeit über in der Buchhandlung am Stadttor gearbeitet. Sein ehemaliger Chef und Lehrmeister, Gustav Gruber, hat ihm sein Handwerk beigebracht. Dabei ist Gustav‘s Tochter Sabine für Carl wie eine Tochter. Obwohl er schon über 70 Jahre alt ist, bringt Carl Kollhoff täglich die Bücher zu seinen besonderen Kunden. Den Spaziergang am Abend, nach Ladenschluss, liebt er. Seit seiner aktiven Zeit als Buchhändler ändert er nichts an seinen Gewohnheiten, weicht nicht vom Weg ab, fängt weder eher noch später mit der Buchverteilung an. Er bleibt sich und seinen Gewohnheiten treu. Die Bücher werden liebevoll in Packpapier und mit einer Schleife aus Kordel in seinen alten Rucksack eingepackt, der mit einer Wolldecke ausgelegt wird, um die Buchecken zu schonen. Pünktlich um 19 Uhr eines jeden abends, macht er sich auf den Weg zu seinen Kunden. Dabei hat er sich für jeden dieser besonderen Kunden einen Spitznamen ausgedacht. Er verwendet dafür Figuren aus Büchern, welche die Persönlichkeit seiner Kunden widerspiegeln. Seit der Übernahme des Geschäfts von Sabine Gruber ist Carl Kollhoff kein gern gesehener Gast mehr in der Buchhandlung, denn immer weniger Kunden nehmen Carl’s Austrageservice in Anspruch. Außerdem hatte Sabine Gruber immer das Gefühl, ihr Vater hätte am liebsten Carl das Geschäft übergeben und nicht ihr, weswegen er ihr ein Dorn im Auge ist. Als eines Abends Schascha neben ihm hergeht, passt ihm das nicht, denn er will von seinen Gewohnheiten nicht abrücken, die Bücher allein austragen und diese feierlich übergeben. Die Kunden sind ihm über all die Jahre ans Herz gewachsen und für ihn wie eine Art Familie. Aber als Schascha mit ihrer Klugheit und Offenheit nicht aufgibt und täglich mit ihm die Runde geht, verändert sich Carl. Er findet es plötzlich schön, dass Schascha ihn täglich begleitet und als sie nicht mehr am Münsterplatz zu ihm stößt, setzt Carl alles daran, sie zu finden. Als ihn dann aber ein Schicksalsschlag widerfährt, wird plötzlich alles anders und Carl denkt ans Sterben…


Eine wundervolle Geschichte wird in Der Buchspazierer erzählt. Die Geschichte handelt hintergründig um einen älteren Mann, der sein ganzes Leben der Buchhandlung gewidmet hat. Er ist nicht verheiratet und hat auch keine Kinder. Deswegen sind sowohl die Buchhandlung als auch diese besonderen Kunden wie eine Art Familie für ihn. Als er aber nach dem Schicksalsschlag ganz allein dasteht und sich niemand um ihn kümmert (denkt er zumindest), will er am liebsten sterben. Er greift dabei aber zu keinem Suizid, sondern will, dass sein abgemagerter Körper von selbst aufgibt. Eine traurige Geschichte bis hierhin. Aber diese Wendung zeigt nicht nur, wie sehr Carl die Kunden ans Herz gewachsen sind, sondern auch Carl seinen Kunden. Und nicht nur diesen. Carl ist am Münsterplatz und auf seinem Weg immer an denselben Leuten vorbeigekommen, hat immer bei den gleichen Marktständen eingekauft. Auch diese vermissen den Buchspazierer und rufen bei der Buchhandlung am Stadttor an, um nachzufragen, warum er nicht mehr täglich zu sehen sei. Es ist allen aufgefallen, dass er nicht mehr seine Runde geht. Es ist schön zu sehen, dass sich alle Sorgen um ihn machen – obwohl er mit kaum jemanden spricht, ist er den Menschen vor Ort aufgefallen und im Gedächtnis geblieben. Es sind die stillen Verbindungen, die man hier spürt. 


Das Cover zeigt Den Buchspazierer Carl Kollhoff und Schascha auf der Bank im städtischen Friedhof. Die Situation wurde beschrieben, als sie so auf der Parkbank saßen. Er die Hände überkreuzt auf dem Regenschirm und Schascha mit der falschen Pilotenbrille und ihrem Poesiealbum in der Hand. 

Ich habe schon viele Bücher in meinem Leben gelesen – aber noch keines so andächtig und so voller Hingabe, dass es mir noch immer in Erinnerung ist. Carsten Henn schafft es, die Geschichte dahinter liebevoll verpackt an den Leser weiterzugeben. Für mich schreibt Henn, dass man nie allein ist, auch wenn man das oftmals denkt. Man braucht nicht viele „Freunde“ und trotzdem erinnern sich viele an einen. Nur aus Gewohnheit. Weil der Buchspazierer jeden Tag den selben Weg geht und er seinen Job mit so viel Liebe und Hingabe ausführt. 

Für mich bedeutet es aber auch eines: die Menschen werden dazu auffordert, positiver zu denken. Aber auch sich gegenseitig wieder zu unterstützen, einander zu verstehen und zu achten. Dies bedarf nicht unbedingt vieler Worte, sondern vielmehr einander wieder zu Respektieren – die anderen so anzunehmen, wie sie sind. 

Cover des Buches Der Buchspazierer (ISBN: B091FWQGRN)
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Rezension zu "Der Buchspazierer" von Carsten Sebastian Henn

BiblioLoni
Wohlfühlgeschichte

So eine tolle Geschichte ..

Carl Kollhoff lebt für die Welt der Bücher .. und davon, anderen genau die Geschichten zu empfehlen, die sie brauchen. Mit feinem Gespür findet er für jeden in seinem Umfeld das passende Buch. Eines Tages begegnet er zufällig einem jungen Mädchen, das unerwartet großen Einfluss auf sein Leben nehmen wird.

Das Hörbuch, einfühlsam gelesen von Reinhard Kuhnert, hat mich von Anfang an begeistert. Es enthält viele berührende und interessante Geschichten rund um Carl und die Menschen, denen er täglich Bücher bringt. Jede Figur wird mit viel Tiefe vorgestellt, sodass man das Gefühl hat, sie wirklich kennenzulernen. Im Mittelpunkt stehen die Liebe zu Büchern und der Wert von Freundschaften... Themen, die mich beim Hören sehr berührt und zum Nachdenken gebracht haben. Ich kann diese Geschichte allen ans Herz legen, die Bücher lieben. Einfach wunderschön!

Gespräche aus der Community

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Viel Glück!

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Letzter Beitrag von  I-love-NY

Interessant geschriben, mit vielen humorvollen Bemerkungen.

Voll dufte - niedlicher Nonsens

Liebe Leserinnen und Leser,

"Das Müfflon und der Traum vom Stinken" ist das erste Bilderbuch von Bestseller-Autor Carsten Henn mit humorvollen Illustrationen von Erica J. Chen. Ein herrlich lustiges Buch zum Lachen, mit schönen Aussage: Jeder ist gut so wie er ist!

 Wir vergeben für die Leserunde 20 Rezensionsexemplare in Print und freuen uns auf Eure Bewerbungen!

248 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  Baumilinchen

Herrlich lustig!

Wir haben das Buch letzte Wiche endlich in der Kita gelesen und die Kinder haben es geliebt. Auch beim Vorlesen hatte ich jede Menge Spaß! Besonders die vielen ü waren spaßig beim Lesen.

Die Figuren waren wunderbar dargestellt und haben dem Geschichtenverlauf immer wieder tolle Höhepunkte gegeben . Danke für dieses tolle Buch!

Die Macht der Worte

Liebe Leserinnen und Leser,

Bestsellerautor Carsten Henn zelebriert auch in seinem ersten fantastischen Roman für Kinder "Die goldene Schreibmaschine" seine Liebe zu Büchern. Ein zauberhaftes, wie spannendes Abenteuer über die Kraft der Worte und welche Gefahr der Missbrauch birgt.

Wir vergeben für die Leserunde 20 Rezensionsexemplare in Print und freuen uns auf Eure Bewerbungen!

564 BeiträgeVerlosung beendet
S
Letzter Beitrag von  suntweety

Die letzten Kapitel waren doch schon recht düster und ich war teilweise sehr fassungslos. Zum Glück hat sich alles zum Guten gewendet und ich wurde zufrieden zurück gelassen.

Das Buch regt sehr zum Nachdenken an und vermittelt das die Geschichte nicht verändert werden sollte, aber darauf geachtet wird, daß sich manches nicht wiederholen sollte.

Zusätzliche Informationen

Carsten Sebastian Henn wurde am 29. Oktober 1973 in Köln (Deutschland) geboren.

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