Carsten Tergast

 3,9 Sterne bei 129 Bewertungen
Autor*in von Die Schule brennt, Wer hier klaut, stirbt und weiteren Büchern.
Autorenbild von Carsten Tergast (©)

Lebenslauf von Carsten Tergast

Der ehemalige Buchhändler studierte Allgemeine sowie neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienwissenschaft an der Uni Paderborn. Bereits während des Studiums betrieb er journalistische freie Tätigkeit für eine Paderborner Lokalzeitung, u.a. mit Theaterkritiken, Filmkritiken etc.. Seit September 2000 ist er als Redakteur beim Branchenmagazin BuchMarkt, verantwortlich u.a. für die Themen Sortimentsbuchhandel, Fachinformationen Medizin, RWS, Architektur/Bauen, ab 2004 Chef vom Dienst beim BuchMarkt. Seit August 2005 ist er freiberuflich tätig u.a. für BuchMarkt, BÜCHER, buch-pr.de, Goethe-Institut mit Artikeln über Branchenthemen, Rezensionen etc.. Mehrere Buchpublikationen unter eigenem Namen ("Willi will's wissen-Band über die Polizei sowie ein Buch über Horst Lichter, "Wer hier klaut, stirbt") sowie als Co-Autor (4x Michael Winterhoff). Im Social Web unterwegs auf Facebook, Twitter, XING und mit zwei eigenen Blogs unter www.durchschuss-blog.de und www.leer-meinung.de

Neue Bücher

Cover des Buches Glücksorte auf den Ostfriesischen Inseln (ISBN: 9783770023448)

Glücksorte auf den Ostfriesischen Inseln

Erscheint am 17.02.2023 als Taschenbuch bei Droste Verlag.

Alle Bücher von Carsten Tergast

Cover des Buches Warum unsere Kinder Tyrannen werden (ISBN: 9783442171286)

Warum unsere Kinder Tyrannen werden

 (140)
Erschienen am 07.12.2009
Cover des Buches Lasst Kinder wieder Kinder sein! (ISBN: 9783442174102)

Lasst Kinder wieder Kinder sein!

 (15)
Erschienen am 16.12.2013
Cover des Buches Die Herrschaft der Rotzlöffel (ISBN: 9783711002617)

Die Herrschaft der Rotzlöffel

 (4)
Erschienen am 20.08.2020
Cover des Buches Wer hier klaut, stirbt (ISBN: 9783579069968)

Wer hier klaut, stirbt

 (4)
Erschienen am 18.09.2008
Cover des Buches Die Schule brennt (ISBN: 9783711002907)

Die Schule brennt

 (4)
Erschienen am 26.08.2021
Cover des Buches Der Messie in uns (ISBN: 9783499631375)

Der Messie in uns

 (2)
Erschienen am 16.12.2016
Cover des Buches Sterben (ISBN: 9783941905467)

Sterben

 (1)
Erschienen am 01.06.2022
Cover des Buches Das große Weihnachtsbuch Ostfriesland (ISBN: 9783954518937)

Das große Weihnachtsbuch Ostfriesland

 (1)
Erschienen am 22.09.2016

Neue Rezensionen zu Carsten Tergast

Cover des Buches Sterben (ISBN: 9783941905467)
Tausendléxis avatar

Rezension zu "Sterben" von Arthur Schnitzler

Eine Ode an das Leben
Tausendléxivor 2 Monaten

Ich gebe zu, der Titel dieser im Jahre 1895 veröffentlichten Novelle von Arthur Schnitzler zeigt sich gelinde gesagt unbequem. Doch birgt dieses Buch eine erlesene Auswahl von Erkenntnissen.

Zum Inhalt, Felix, deklariert als vermeintlicher Hypochonder, glaubt inständig er sei sterbenskrank. Er umgeht seinen besten Freund, den Arzt Alfred und sucht einen Professor auf, der ihm seine Vermutung auch bestätigt. Die junge Geliebte von Felix, Marie, ist derart verzweifelt, dass sie erwägt sich mit Felix das Leben zu nehmen.  Felix hingegen schwelgt in wirren Fantasien. Zum Beispiel will er seine Geliebte töten und sich hernach selbst. 

Marie leistet an Felix aufopfernden Beistand und Pflege. Der Arzt Alfred ahnt welches intrigante Spiel sein Freund mit der jungen Frau spielt und versucht sie zu warnen. Die Lage spitzt sich dramatisch zu und es geht wirklich um Leben und Tod.

Diese Novelle ist wohl folgender Maßen zu verstehen, zum einen zeigt es die Dekadenz  von Felix, der für die Veränderung der Gesellschaft in diesen Jahren um die Entstehung der Novelle steht. Und zum anderen zeigt es Marie, als eine im Verlauf der Geschichte, ernstzunehmende Frauenfigur. Dieses Buch ist eine Ode an das Leben.


Kommentieren
Teilen
Cover des Buches Die Schule brennt (ISBN: 9783711002907)
annlus avatar

Rezension zu "Die Schule brennt" von Carsten Tergast

Warum wir über Bildung sprechen müssen...
annluvor 10 Monaten

Was sind die aktuellen Problemfelder im Schulsystem? Welche Stellung sollte Bildung haben – und welche hat sie im Moment? Was sollen und müssen Schüler/Eltern/Lehrer für eine bessere Zukunft leisten? Hier wird ein Blick auf die Ist-Situation geworfen um sich Gedanken über die schulische Zukunft zu machen. 


Beim Thema Schule gehen die Meinungen auseinander – fragt man Schüler so haben sie eine andere Meinung als Eltern und die oft eine andere als Lehrpersonen. Von Politikern ganz zu schweigen – die sehen das System Schule wieder aus einer anderen Sicht. Der Autor dieses Buches vereint einige Sichtweisen in seiner eigenen Person – Schüler war es sowieso, sieht auch die Sicht seiner Kinder auf die Schule; als Elternteil kennt er die verschiedenen Meinungen von dieser Seite; zudem hat er selbst als Lehrkraft gearbeitet und so auch diese Seite kennengelernt. Einige Anekdoten aus seiner Zeit als Lehrer lockern die Lektüre auf. 


Einige provokante Aussagen werden hier gemacht – z.B. was den Einfluss der Digitalisierung auf Kinder angeht; wie weit die Bildungsschere auseinander reicht und wie wenig geeignet Schulabgänger als Berufseinsteiger sind. Nicht nur hier könnte man denken, dass das aktuelle Schulsystem nicht mehr in der Lage ist, zeitgemäß zu reagieren. Wenn man dann zu Kapiteln über Lehrergesundheit, Verhalten von Schülern (wo auch das Thema Gewalt angesprochen wird) und dem Reizthema Migration kommt, ist der Titel des Buches wirklich nicht mehr aus der Luft gegriffen. 


Fazit: Das Buch nimmt nicht für sich in Anspruch, eine Lösung für die Probleme im System Schule zu bieten – auch will es nicht nur anprangern. Wer sich aber mit dem Thema auseinandersetzen möchte findet hier ein Buch, das sich – meiner Meinung nach – nicht auf eine Sicht (z.B. Lehrer vs. Schüler/Eltern) versteift sondern Probleme offen anspricht und dennoch nicht vergisst, dass es immer auch Gegenbeispiele gibt. 

Kommentare: 4
Teilen
Cover des Buches Die Schule brennt (ISBN: 9783711002907)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Die Schule brennt" von Carsten Tergast

Überfordert, überlastet, krank reformiert und im Stich gelassen
Dr_Mvor einem Jahr

In der Schule spiegelt sich die Entwicklung einer Gesellschaft. Das sollte man beachten, wenn man dem deutschen Schulsystem die schlechten Noten gibt, die zweifellos verdient. Liest man die Kommentare zu diesem Buch, dann fällt sofort auf, dass sein Autor persönlich angegriffen wird. Vor allem wird ihm vorgeworfen, kein wirklicher Lehrer zu sein. Es gehört offenbar zur sensationellen Logik von Lehrern, dass nur ihnen selbst Kritik an der Schule zugestanden wird. Alle anderen hätten keine Ahnung.

Und damit das klar ist: Ich bin auch kein Lehrer an einer Schule, war aber lange genug Hochschullehrer und habe über viele Jahre Lehrer ausgebildet, kenne also meine Pappenheimer. Und nebenbei war ich selbst einmal Schüler und hatte später schulpflichtige Kinder. In meiner Familie gibt es sowohl Schüler als auch Lehrer. Das dürfte ausreichen, um in der Sache mitreden zu können.

Man kann das deutsche Schulsystem nicht unabhängig von den Problemen beurteilen, die das ganze Land hat. Leider macht das aber der Autor. Schon deshalb kommt er am Ende zu Verbesserungsvorschlägen, die gegenwärtig weit ab von jeder Realisierungsmöglichkeit liegen.

Was soll das deutsche Schulsystem leisten? Nun, zu erst sollte es wohl für die spätere Berufsausbildung seiner Abgänger sehr gute Voraussetzungen schaffen und gleichzeitig eine hohe Allgemeinbildung vermitteln. An dieser Kernaufgabe scheitert es bereits deutlich. Universitäten sind gezwungen, sogenannte Auffrischungskurse vor Studienbeginn zu organisieren, damit die Schulabgänger erst einmal einigermaßen auf der Höhe der späteren Anforderungen gebracht werden. Ich rede hier nicht von den maximal zehn Prozent der Schüler, die intelligent und fähig genug sind, um sich immer und überall durchsetzen zu können. In der Berufsausbildung sieht es ähnlich aus. Auch dort müssen Kurse angeboten werden, die die Auszubildenden wenigstens einigermaßen befähigt, belastbare Grundfähigkeiten in der deutschen Sprache und in Mathematik zu erlangen.

Nebenbei soll das deutsche Schulsystem jedoch auch noch kulturfremde Kinder, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind und zum Teil die Gepflogenheiten in diesem Land nicht akzeptieren, integrieren. Außerdem wird diesem System noch die Aufgabe gestellt, eine höchstmögliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen. Die verfügbaren Lehrer sind dafür nicht ausgebildet. Nicht zu vergessen: Es gilt alle mitzunehmen und keinen zurückzulassen. Dieser weltfremde Spruch zeigt nur eins: In einer Leistungsgesellschaft sorgt die Schule dafür, dass das Leistungsprinzip verwässert oder gleich ganz abgeschafft wird. Bei manchem "Reformpädagogen" gelten Zensuren bereits als Körperverletzung. Und Frontalunterricht als Reizwort. Das jedenfalls habe ich aus diesem Buch gelernt.

Das Dumme an so viel Ignoranz der Realität ist nur, dass man damit die Realität nicht verschwinden lassen kann. Im Schulsystem verdrängt man den wachsenden Leistungsabfall mit einem Absenken des Niveaus. Das sieht man allein daran, dass immer mehr Abiturienten ihr Abitur mit einem Durchschnitt von 1,0 ablegen. Ein solch plötzlicher Zuwachs von Intelligenz innerhalb von 20 Jahren ist eines der deutschen Wunder, die andere Nationen nicht vorweisen können. Auch darauf geht der Autor ein.

Er beschreibt den Alltag des deutschen Schulsystems in seinem Buch sehr gut, auch wenn nicht alles in ihm vorkommt. Der marode Zustand vieler Schulen und fehlende Lehrer erscheinen bei Tergast nur am Rande. Es gehört zur Kernkompetenz der deutschen Politik, unangenehme Fakten zu verdrängen und dringend notwendige Entscheidungen zu verschleppen. Ist das Kind dann in den Brunnen gefallen, versucht man mit sinnfreier Hektik entschlossenes Handeln vorzutäuschen.

So war beispielsweise der Lehrermangel abzusehen. Als sich das dann als Fakt darstellte, musste man etwas tun und rief sogenannte berufsfremde Quereinsteiger dazu auf, Lehrer zu werden. Tergast ist einer von ihnen. Wer auf so etwas hereinfällt, findet sich dann bald in einer unangenehmen Situation wieder: Man wird nie als richtiger Lehrer anerkannt, schlechter bezahlt und seltsamen Prozeduren unterzogen. Beispielsweise muss man in Sachsen nach einem Not-Zusatzstudium noch ein Referendariat hinlegen, obwohl man schon drei Jahre als Lehrer gearbeitet hat. Tergast hat sein Quereinsteiger-Dasein schnell beendet, wie übrigens auch viele andere.

Leider gehen seine Reformvorschläge am Ende seines Textes ins Leere. Beispielsweise vertritt er das 13-jährige Abitur. Stattdessen sollten Lehrpläne entschlackt werden. Das aber scheitert daran, dass diese Pläne von Leuten fabriziert werden, die nicht am Schüler und dessen praktischer Ausbildung interessiert sind, sondern an der Vertretung ihres Fachgebietes in den Lehrplänen. Fällt das nämlich weg, dann reduziert sich auch ihr universitärer Fachbereich. Ebenso wenig Sinn macht der Vorschlag, die Schulbildung aus der Länderhand zu nehmen, denn das würde mit Sicherheit das Niveau noch mehr senken. Mit Grausen würde man es zum Beispiel in Sachsen sehen, wenn man das leistungsschwache Bremer Abitur aufgedrückt bekäme.

Wie jedes staatliche System in Deutschland ist auch die Schule nicht kundenorientiert. Es interessiert sie nicht, was die Abnehmer ihrer Schüler tatsächlich brauchen und verlangen. Erst dann, wenn dies sich ändert und wenn das Leistungsprinzip wieder an erster Stelle steht, kann man ein wenig Hoffnung haben, dass sich die Zustände ändern. Die Schule ist, wie Tergast richtig schreibt, auch keineswegs dazu da, Defizite in der Erziehung der Kinder zu beseitigen. Wenn schlechtes Benehmen und Respektlosigkeit toleriert werden, muss man sich nicht wundern, wenn das der Normalzustand wird. Davon wieder abzukommen, ist ungleich schwerer als in einen solchen Zustand zu rutschen.

Natürlich könnte man sich informieren, wie erfolgreichere Schulsysteme weltweit funktionieren. Dann würde man auch sofort sehen, was in Deutschland schief läuft und einen gehörigen Schreck bekommen. Es gehört jedoch zu den seltsamen Eigenschaften der Deutschen, sich selbst für total großartig zu halten und als Vorbild für die Welt zu sehen. Dass das schon immer für Kopfschütteln und neuerdings auch schon für viel Spaß woanders in der Welt gesorgt hat, scheint man hierzulande nicht wahrzunehmen. Bestimmt gibt es dafür in der Psychologie einen Fachbegriff.

Kommentieren
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Carsten Tergast im Netz:

Community-Statistik

in 194 Bibliotheken

von 19 Leser*innen aktuell gelesen

von 1 Leser*innen gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks