Carys Davies

 4 Sterne bei 28 Bewertungen

Lebenslauf von Carys Davies

Die hohe Kunst des Schreibens: Die walisische Autorin Carys Davies ist für ihre Kurzgeschichten und Romane bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Beispielsweise erhielt ihre Anthologie „The Redemption of Galen Pike“ 2015 den Frank O’Connor International Short Story Award und ihr Roman „West“ wird 2019 unter anderem in Wales zum Buch des Jahres ernannt.

Auch in Deutschland erscheint eine gleichnamige Übersetzung des Romans „West“, anhand derer sich auch deutsche Leser vom Talent der britischen Schriftstellerin überzeugen können.

Carys Davies ist in Wales geboren, dort und in den Midlands aufgewachsen und lebte zwölf Jahre lang arbeitsbedingt in New York und Chicago. Heute ist sie in Edinburgh, Schottland, ansässig.

Alle Bücher von Carys Davies

Cover des Buches WEST (ISBN:9783630876061)

WEST

 (27)
Erschienen am 10.06.2019

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Rezension zu "WEST" von Carys Davies

Ein Abenteuer eigener Art
Buecherfreundinimnordenvor 2 Tagen

Carys Davies ist für mich eine echte Sprachkünstlerin: ich finde es beeindruckend, wie sie es schafft, mit so wenig Worten so viel zu erzählen. Die Geschichte ist kurz, hat mich aber dennoch zu jedem Zeitpunkt mitgenommen in den Wilden Westen. Ich persönlich fand die Story durchaus originell und sehr berührend. Ihre Charaktere standen mir sehr klar vor dem inneren Auge. Ich gebe vier Sterne und eine Leseempfehlung!

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Rezension zu "WEST" von Carys Davies

Sehnsucht
Giselle74vor 8 Tagen

In der heutigen Zeit einen Western zu schreiben, das ist schon eher ungewöhnlich. Diesen dann mit 204 Seiten eher anzulegen wie eine Novelle, das ist gewagt.
Carys Davies gelingt dieses Wagnis. Die Geschichte über Cy Bellman, der 1815 auszieht das Fürchten zu lernen, ist so voller Poesie, Melancholie und Sehnsucht, dass man sie so schnell nicht vergisst.
Besagter Cy Bellman ist Maultierzüchter in Pennsylvania, die Frau ist verstorben, er hat eine 12jährige Tochter Bess und eine Schwester namens Julie. Durch kluge Entscheidungen und harte Arbeit hat er ein gutes Auskommen, Lesen und Schreiben beherrscht er auch leidlich. In der Zeitung liest er vom Knochenfund eines unbekannten Wesens. Die Idee, dieses Wesen aufzuspüren, lässt ihn nicht mehr los. Und so entschließt er sich, gen Westen zu ziehen und danach zu suchen in den unerforschten Teilen des Kontinents. Bess bleibt mit ihrer Tante Julie zurück. Bis auf die Hilfe eines Nachbarn sind sie auf sich allein gestellt.
Von diesem Moment an verläuft die Erzählung zweigleisig. Wir lesen über Bellmans Abenteuer, die Einsamkeit, die Härten der Natur, über seine wenigen Begegnungen mit Menschen. Parallel dazu erfahren wir, wie es Bess geht mit ihrer wenig liebevollen Tante, lesen über ihre zunehmende Einsamkeit und die Gefahren für ein junges, sich entwickelndes Mädchen ohne Vater.
"West" hat in weiten Teilen eine fast märchenhafte Stimmung, besonders am Ende, wo eine sehr spezielle gute Fee ihren Auftritt hat, und trotzdem geht es hier nicht um Wildwest-Romantik. Bellman folgt zwar seinen Träumen, zahlt aber den Preis dafür in einer realen Welt, während Bess wenig Spielraum für Träume hat. Ihr bleibt nur die Hoffnung, ihr Vater käme irgendwann zurück.
Es ist eine Kunst, so viel Stoff in so kurzer Form zu bearbeiten, ohne dass der Text überladen und gekünstelt wirkt. So sehr man es sich auch wünscht, der Roman dürfte nicht länger sein, er würde seinen Zauber verlieren. Cary Davies gelingt es, alle Elemente des klassischen Westerns einzubauen, den "lonesome rider", die "weißer Mann trifft roten Mann"-Thematik, die Freiheit in der Natur, ohne Klischees zu übernehmen. Sie schreibt über einen Mythos und entmythisiert ihn gleichzeitig. Eine wirklich großartige Umsetzung und Neuinterpretation eines scheinbar altbekannten Sujets.

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Rezension zu "WEST" von Carys Davies

Pennsylvania - Kentucky
Literaturwerkstatt-kreativvor 10 Tagen

Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

West“ von Carys Davies

1815 Pennsylvania

Der verwitwete Maultierzüchter John Cyrus Bellman lebt mit seiner zehnjährigen Tochter Bess auf einer Farm im kleinen Ort Lewistown im Staat Pennsylvania. Nachdem Bellman in einer Zeitung von riesengroßen Knochenfunden in Kentucky gelesen hatte, hält ihn nichts mehr zurück. Er möchte diese gigantische Kreaturen zu gern selber sehen und trifft dafür eine schmerzhafte Entscheidung. Er will, er muss sich auf den Weg machen, selbst wenn es zwei Jahre dauern würde, bis er wieder nach Hause kommt.

„Um seinem Traum nachzujagen, bringt er das größte Opfer und lässt seine 10-jährige Tochter Bess in der Obhut ihrer ruppigen Tante zurück“

Ein weiter Weg voller Gefahren liegt nun vor Bellman, aber auch für seine Tochter Bess wird es keine leichte Zeit, alleine, in der Obhut ihrer Tante. Zudem ist Bess die Einzige, die an ihren Vater glaubt und sie glaubt fest daran, dass sie ihn wiedersehen wird.

„Er war ein Mann mit einer Mission, was ihn von anderen Leuten unterschied, und solange er unterwegs war, würde sie ihn so in Erinnerung behalten.“


Fazit:

Carys Davies ist bereits mehrfach für ihre Kurzgeschichten ausgezeichnet worden und legt nun mit „West“ ihren Debütroman vor. Aber auch hier bleibt sie sich treu, denn sie erzählt ihre Geschichte kurz und knapp, quasi genau auf den Punkt. Das kleine Büchlein mit seinen gerade mal 200 Seiten ist schnell ausgelesen. Das Buch lebt von den einzelnen, sehr interessanten Protagonisten, doch vor allem durch den immer wiederkehrenden perspektivischen Erzählwechsel. Mal sind wir mit Bellman auf Reisen, mal auf der Farm bei Bess.

Hilfe erfährt Bellman auf seiner langen Reise, durch einen jungen Indianer mit dem seltsamen Namen „Alte Frau aus der Ferne“. Dieser führt Bellman durch die harten Winter und durch so manch andere Gefahr. Ein wenig erinnerten die beiden mich an Don Quijote und Sancho Panza. Wer jedoch hinter diesem Roman eine romantische Westerngeschichte vermutet, liegt hier nicht richtig, denn Davies hat mit Bellman eher einen Antihelden geschaffen und mit Bess eine allein Zurückgebliebene, die (wir ahnen es schon) letztendlich den Preis für die Sehnsucht ihres Vaters bezahlt.

Eine wunderschöne und nachdenkliche Geschichte über die eigene Suche und der tiefen Sehnsucht in einem. Auf jeden Fall ein sehr lesenswertes Buch!




https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2019/09/09/west-von-carys-davies/


Besten Dank an den Luchterhand Verlag für das Rezensionsexemplar.


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