Carys Davies

 3,8 Sterne bei 52 Bewertungen
Autorin von WEST, Davies, C: West und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Carys Davies

Die hohe Kunst des Schreibens: Die walisische Autorin Carys Davies ist für ihre Kurzgeschichten und Romane bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Beispielsweise erhielt ihre Anthologie „The Redemption of Galen Pike“ 2015 den Frank O’Connor International Short Story Award und ihr Roman „West“ wird 2019 unter anderem in Wales zum Buch des Jahres ernannt.

Auch in Deutschland erscheint eine gleichnamige Übersetzung des Romans „West“, anhand derer sich auch deutsche Leser vom Talent der britischen Schriftstellerin überzeugen können.

Carys Davies ist in Wales geboren, dort und in den Midlands aufgewachsen und lebte zwölf Jahre lang arbeitsbedingt in New York und Chicago. Heute ist sie in Edinburgh, Schottland, ansässig.

Alle Bücher von Carys Davies

Cover des Buches WEST (ISBN: 9783630876061)

WEST

 (49)
Erschienen am 10.06.2019
Cover des Buches Davies, C: West (ISBN: 9781783784226)

Davies, C: West

 (1)
Erschienen am 03.05.2018
Cover des Buches Some New Ambush (Salt Modern Fiction) (ISBN: 9781844713417)

Some New Ambush (Salt Modern Fiction)

 (1)
Erschienen am 01.10.2007

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Carys Davies

Cover des Buches WEST (ISBN: 9783630876061)ysmns avatar

Rezension zu "WEST" von Carys Davies

Tausend Meilen gen Westen
ysmnvor 4 Monaten

Es ist das Jahr 1815 in Pennsylvania. John Cyrus Bellman hat seine Heimat England verlassen, um sich in der Neuen Welt niederzulassen. Doch seine Frau Elsie ist bei der Geburt der Tochter gestorben und Cy kann ein Verlust nicht überwinden. Erst als er einen Artikel in der Zeitung über den Fund eines riesigen Skeletts im Westen des Landes liest, keimt neue Hoffnung in ihm auf. Er ist davon überzeugt, dass diese riesigen Tiere leben und beschließt, sich selbst auf die Suche nach ihnen zu begeben.


Der Roman begleitet Cy auf seiner Reise durch ein unbesiedeltes und zu großen Teilen noch völlig unentdecktes Land, das sich vor den Augen des Lesers entfaltet. Cys Hoffnung, in der wilden, unberührten Natur Erfüllung zu finden und seine Abenteuerlust durch sie stillen zu können, wird bald mit der Realität konfrontiert. Unbeholfen und klein wirkt der Mensch im Angesicht der Schlangen, Bären und Wölfe, der harten und menschenfeindlichen Winter und der gefährlichen Wege.


Gleichzeitig hat der Westen, auf den die Träume des Protagonisten projiziert werden, etwas Großes und Mythisches an sich. Er ist nicht nur Gefahr, nicht nur wilde Natur, sondern repräsentiert auch den unerschütterlichen Glauben der Menschen und den Drang zu entdecken und zu erforschen.


Davies erzählt unaufgeregt und in einer schlichten Sprache, die Bilder von großer Kraft und Ausdrucksstärke heraufbeschwört. Der Roman ist ein Western, der durch seinen poetischen und tiefgründigen Charakter hervortritt und sich von anderen vermeintlich ähnlichen Geschichten in dieser Hinsicht stark abhebt. Er verklärt die Zeit der Siedler nicht und zeichnet stattdessen ein glaubhaftes Bild von ihnen, das sich auch aus Vergewaltigungen und Betrügereien zusammensetzt.

Ein besonderer und lesenswerter Roman!

Kommentieren0
1
Teilen
Cover des Buches WEST (ISBN: 9783630876061)leseleas avatar

Rezension zu "WEST" von Carys Davies

Im Westen nichts Neues
leseleavor 7 Monaten

Knapp 200 Seiten, eine riesige Schrift und eine Story, die selbst zu dünn für so eine geringe Seitenanzahl ist. Manche Kritiker_innen werden Carys Davies Roman West als reine Ressourcenverschwendung bezeichnen und haben damit noch nicht einmal völlig Unrecht. Doch um sich wirklich über diesen Roman – Romänchen passt wohl besser – aufzuregen, ist dieses Buch eigentlich zu harmlos. Es tut ja niemandem etwas.

Um aber meine und eure Zeit nicht weiter zu vergeuden – es reicht ja schon, dass die arme Autorin ihre Lebenszeit in diesen Text gesteckt hat – halten wir es kurz: Pennsylvania, 19. Jahrhundert. Alleinerziehender Vater liest Artikel über Knochenfunde mysteriöser Tiere (dank Rezensionen hier weiß ich: gemeint sind Dinosaurier), glaubt, dass sie noch leben und macht sich auf in den wilden Westen, um sie zu finden. Tochter bleibt zurück bei der vergrämten Tante und wird zum Freiwild perverser Männer. Es kommen noch vor: ein Eingeborener mit den Namen Alte Frau aus der Ferne – der tatsächlich die einzigen interessanten Szenen zum Roman beisteuert – und diverse Nebenfiguren, die der Vater auf der Reise trifft (alle ohne irgendeine Bedeutung). Am Ende macht es einmal Puff und die Story löst sich auf, lässt aber keine Erkenntnis, Auflösung oder irgendetwas von Bedeutung zurück.

Insgesamt ist West handlungsarm und dazu noch absolut vorhersehbar. Die Sprache ist mehr als simpel, den Figuren fehlt es an Tiefe. Der Erzählton ist sehr angenehm, generell lässt sich das Buch leicht lesen, sowohl stilistisch als auch inhaltlich: Hier stößt nichts auf, hier eckt nichts an. Die Seiten ziehen an einem vorbei wie die Jahreszeiten im Buch: Im Schnelldurchlauf und ohne irgendeinen Effekt auf die Leser_innen zu haben.

Es wird Leute geben, die die Geschichte toll finden werden, weil sie in ihrer Unbestimmtheit Raum gibt, aus ihr zu machen, was man will. Wer Lust hat kann hier zum Beispiel eine Erzählung über Träume und das Streben nach Selbstverwirklichung reininterpretieren. Man kann sich ganz seiner Phantasie überlassen und in die kurzen, schlichten Sätze einen tieferen Sinn hineinlegen. Tatsächlich fallen mir in meinem Bekanntenkreis direkt ein, zwei Leser_innen ein, die Spaß an West hätten. Die meisten jedoch – vor allem die Leser_innen, die durchaus gerne zu einer fordernden, komplexen Lektüre greifen – werden erkennen, dass das Buch nichts zu bieten hat. Aber wie gesagt: Es tut ja niemandem etwas!

Kommentare: 6
12
Teilen
Cover des Buches WEST (ISBN: 9783630876061)katzenminzes avatar

Rezension zu "WEST" von Carys Davies

Aussichtsloses Abenteuer
katzenminzevor einem Jahr

Seit Cy Bellaman in einem Zeitungsartikel über die Funde riesiger alter Knochen gelesen hat, ist er wie elektrisiert. Die Frage, ob diese riesenhaften Tiere noch existieren lässt ihn einfach nicht los und er macht sich schließlich auf die Suche nach ihnen. Dass er dafür durchweg belächelt wird und seine 10-Jährige Tochter für mehrere Jahre in der Obhut seiner bärbeißigen Schwester zurücklassen muss, hält ihn nicht auf.

Die einfache Sprache und die kurzen Kapitel ziehen einen beim lesen gleich in die Geschichte hinein. Zudem ahnt man: Die kleine Tochter allein zu lassen für diese Suche nach lange ausgestorbenen Tieren, das kann nicht gut gehen. 

Geschickt vermischt Davies historisches mit dem Leben seiner Protagonisten. Wir erfahren, wie es Tochter Bess ergeht, hören von den Strapazen von Bellmans fruchtloser Reise und tauchen ein in die Gedanken eines Indianerjungen, der Ballman ein Stück des Weges begleitet. Manche historische Tatsachen wirken aus heutiger Sicht geradezu absurd. So war es schwer vorstellbar, dass die amerikanischen Ureinwohner Land und Lebensmittel gegen wertlosen Tand tauschen und auch die Überheblichkeit der „weißen“ war schwer erträglich.

Vieles wird nur kurz angerissen, der Roman ist nicht lang, aber es reicht um von Tragik, von Träumen, von Hoffnungen und von dem zu erzählen, was wichtig ist im Leben. Mir hat die Mischung sehr gut gefallen aber ein bisschen fehlt in diesem „quick read“ eben die Tiefe.

Ein traurig schöner Roman mit melancholischem Ton, der einen tief ins Herz des amerikanischen Westens führt.

Kommentare: 1
6
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Carys Davies im Netz:

Community-Statistik

in 69 Bibliotheken

von 20 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks