Dieses Buch hat mich wirklich begeistert, die Charaktere sind alle interessant, keiner von ihnen ist perfekt, vor allem der Hauptcharakter nicht, dennoch sind sie alle einfach nur menschlich was sie so realistisch macht und man das Gefühl hat, echte Personen darin wieder zu erkennen. Der Schreibstil ist humorvoll und irgendwie flüssig, auf eine Art, die einen komplett durch die Geschichte trägt. Ich bin beeindruckt wie gut die Dynamiken von Teenagern getroffen wurde und davon, dass schon die Grundidee so kreativ ist. Ich gebe zu, ich war skeptisch bei dem Titel und Cover, ob es für mich nicht zu kitschig ist, aber es war nur ein Beweis dafür, dass man Bücher nicht nach ihrem Aussehen bewerten sollte.
Casey McQuiston
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Casey McQuiston
Royal Blue
I Kissed Shara Wheeler
One Last Stop
The Pairing
Lass dich verführen: Große Gefühle bei Knaur #03
Royal Blue
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Neue Rezensionen zu Casey McQuiston
„The Pairing“ von Casey McQuiston verbindet kulinarisches Reiseabenteuer, queere Romcom und Second-Chance-Romance zu einer sommerlich-leichten Lektüre mit viel Sinnlichkeit und Humor. Die Grundidee mit zwei Ex-Partner, die unfreiwillig eine geplante Europa-Reise gemeinsam antreten ist reizvoll und bietet beste Voraussetzungen für Chaos, Gefühle und knisternde Spannung.
Besonders gelungen sind die atmosphärischen Reiseeindrücke: europäische Städte, gutes Essen, Wein und sinnliche Details machen Lust aufs Unterwegssein und verleihen der Geschichte ein echtes Urlaubsgefühl. McQuistons lockerer, moderner Stil liest sich flüssig, die Dialoge sind pointiert, und die queere Repräsentation ist selbstverständlich und sympathisch umgesetzt.
Allerdings wirkt die Handlung stellenweise überladen mit Tropes und „Spice“, während die emotionale Tiefe der Beziehung zwischen Theo und Kit etwas zu kurz kommt. Die waghalsige Wette sorgt zwar für Unterhaltung, lenkt aber zeitweise vom eigentlichen Kern der Geschichte ab. Auch die Figurenentwicklung bleibt nicht immer konsequent, sodass manche Konflikte vorhersehbar oder konstruiert wirken.
Fazit: „The Pairing“ ist eine unterhaltsame, sexy Roadtrip-Romance mit starkem Setting und bekannten Wohlfühl-Tropes, die jedoch nicht ganz die emotionale Balance findet. Perfekt für Fans leichter, queerer Liebesgeschichten mit Urlaubsflair. Für mich solide, aber kein Highlight.
Von Casey McQuiston habe ich bis jetzt "Red, White & Royal Blue" und "The Pairing" gelesen. Während ich ersteres wahnsinnig charmant fand, konnte mich zweiteres leider nicht überzeugen. Umso gespannter war ich auf die Mystery-Romance "One Last Stop". Weder der eine noch der andere Vorgänger konnte mich aber darauf vorbereiten, wie toll hier eine queere Liebesgeschichte zugleich eskapistisch und politisch, romantisch und klug erzählt wird! Ein überraschendes Jahreshighlight!
"Does it ever, like ... I don’t know. Make you lonely? To love somebody who can’t meet you there?” She regrets it immediately, but Annie laughs. “Sometimes. But, you know, that feeling? When you wake up in the morning and you have somebody to think about?Somewhere for hope to go? It’s good. Even when it’s bad, it’s good."
Denn was zunächst wie eine klassische Meet-Cute-Subway-Crush-Romanze beginnt, entfaltet sich auf 418 Seiten überraschend zu einer komplexen, vielschichtigen Geschichte über Zeit, Verlust, LGBTQIA-Geschichte und die Frage, was es bedeutet, wirklich anzukommen. Mit dem Zusammenpuzzeln von Janes Vergangenheit und Geheimnissen aus Augusts Kindheit, hat das Buch zusätzlich zur emotionalen Tiefe spaßige Krimielemente, sodass es trotz des Figurenfokus einen klaren Spannungsbogen gibt, der Romantik und Mystery geschickt verzahnt. Auch wenn man sich auf die Fantasy-Komponente einlassen muss, wird hier eine einmalige und berührende Geschichte erzählt!
"Nobody tells you how those nights that stand out in your memory—levee sunset nights, hurricane nights, first kiss nights, homesick sleepover nights, nights when you stood at your bedroom window and looked at the lilies one porch over and thought they would stand out, singular and crystallized, in your memory forever—they aren't really anything. They're everything, and they're nothing. They make you who you are, and they happen at the same time a twenty-three-year-old a million miles away is warming up some leftovers, turning in early, switching off the lamp. They're so easy to lose."
Casey McQuistons Stil ist warm, pointiert und zugleich überraschend poetisch. Während ich die Sprache in "The Pairing" beinahe etwas zu derb war und "Red, White & Royal Blue" stark mit märchenhaftem Glitzer bestäubt war, ist diese Geschichte literarisch dichter erzählt, nachdenklicher im Ton und mit einer bestechenden Langsamkeit aufgebaut. Humor und Melancholie halten sich dabei klug die Waage; die Dialoge haben Rhythmus, die Pointen sitzen, und selbst in emotional schweren Momenten kippt der Text nie ins Pathetische, sondern bleibt ehrlich, offen und zutiefst menschlich. Ich habe mir beim Lesen wahnsinnig viele Zitate markiert, die ich gar nicht alle in diese kurze Rezension mit einbauen kann. Sehr passend fand ich auch das Setting in New York, das mit der Subway-Linie, dem alteingesessenen Diner und der gelebten Vielfalt zugleich zeitlos und modern ist, worin sich die atmosphärischen Themen wie Nostalgie, Einsamkeit, Sinnsuche, Heimat, Begegnung und Anonymität ganz wunderbar wiederfinden.
"When you spend your whole life alone, it's incredibly appealing to move somewhere big enough to get lost in. Where being alone looks like a choice."
Der Grund, weshalb mich diese Geschichte so überzeugt hat, ist aber letztendlich die Darstellung der Figuren. Casey McQuiston versteht es wirklich, Charaktere zu schreiben, die lebendig wirken und die Geschichte mit ihrer Menschlichkeit, ihren Emotionen, ihren Konflikten, ihren Widersprüchen und Sehnsüchten tragen. Die bisexuelle August ist klug, sarkastisch, emotional vorsichtig und zynisch. Nach einer Kindheit, die vom Verschwinden ihres Onkels und der rastlosen Suche ihrer Mutter überschattet wurde, sucht sie in New York einen Ort zum Ankommen, ein Ort zum in der Masse verschwinden. Dass sie ausgerechnet die Liebe findet und dabei das größte Rätsel ihre Lebens löst, hätte sie wohl nie gedacht.
"Jane is spun sugar. A switchblade girl with a cotton-candy heart."
Während August von Anfang an Sympathieträgerin und greifbare Identifikationsfigur ist, ist Jane zunächst eher eine mystische Figur, schön, aus der Zeit gefallen und schwer zu fassen. Erst mit der Zeit wird ihre Figur genauer umrissen und nimmt Konturen an, je mehr wir über sie und ihre Vergangenheit erfahren. Spannend ist dabei, dass Janes persönliche Reise eng mit der queeren Geschichte der 70er verwoben ist, welche zeitgleich rekapituliert wird. In Kombination sind die beiden für mich eines der eindrücklichsten sapphischen Paare, die ich je gelesen habe. Die gesunde Kommunikation, das Yearning(!!!), die tiefe Verbindung - das war einfach wundervoll!
"Sometimes the point is to be sad, August. Sometimes you just have to feel it because it deserves to be felt."
Ebenso hinreißend war die Found Family, die die beiden im Laufe der Geschichte um sich versammeln. Mitbewohner:innen, Drag Queens, Kolleg:innen und Freund:innen bilden ein diverses Netz aus Unterstützung, Humor und Solidarität, das die Geschichte bereichert und gleichzeitig ein lebendiges Abbild queerer Gemeinschaft ist, die Vergangenheit ehrt und Gegenwart gestaltet.
Fazit
"One Last Stop" ist gleichzeitig eskapistisch und politisch, romantisch und klug, sexy und zutiefst tröstlich. Für mich ist es Casey McQuistons bislang reifstes und mitreißendstes Buch: eine Liebeserklärung an queere Geschichte, Gemeinschaft und das Ankommen bei sich selbst.
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Zusätzliche Informationen
Casey McQuiston wurde am 21. Januar 1991 in Baton Rouge, Louisiana (Vereinigte Staaten) geboren.
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