Castle Freeman Auf die sanfte Tour

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Inhaltsangabe zu „Auf die sanfte Tour“ von Castle Freeman

Aus einer abgelegenen Villa in Vermont, USA, wird ein Safe gestohlen, der dummerweise der Russenmafia gehört. Sheriff Wing will das Verbrechen aufklären, bevor die Russen den Dieb erwischen. Das bedeutet eine harte Probe für seine oberste Regel: Im Wettlauf gegen die Zeit ist die wichtigste Fähigkeit Geduld. Deputy Keen, der an Wings Stelle Sheriff werden will, sieht das völlig anders und verspricht, hart durchzugreifen. Erneut zeigt sich Castle Freeman als Meister des Dialogs, des trockenen Humors und der Inszenierung knorriger Provinzcharaktere. In seinem neuen Thriller verbindet er Spannung mit Menschenkenntnis und überzeugender Lebensklugheit.

Ein Buch übers Sheriffsein, welches hier mit viel ländlichem Charme, Ironie und unglaublich amüsanten Dialogen beschrieben wird.

— Betsy

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  • Auf die sanfte Tour

    Auf die sanfte Tour

    twentytwo

    24. July 2017 um 16:15

    Der Einbruch in die Villa trägt eindeutig die Handschrift von Sean. Ein jugendlicher Taugenichts, der um seinen Verstand zu schonen, vorzugsweise seine Muskelkraft einsetzt und damit ständig mit dem Gesetz in Konflikt kommt. So ist ihm auch völlig unklar, welchen Ärger er sich mit dem unüberlegten Bruch eingehandelt hat. Sheriff Wing, der die möglichst unbürokratisch aus der Welt schaffen will, stößt mit seiner Taktik auf erheblichen Widerstand bei seinem Deputy. Dieser ist der felsenfesten Überzeugung, dass Sean nur durch eine möglichst schnelle Verhaftung zur Besinnung gebracht werden kann. Sean, dem es zunächst gelingt sich durch Flucht dem Zugriff des Deputys und des auf ihn angesetzten Killerkommandos zu entziehen, wird der Boden unter den Füßen langsam zu heiß und er spürt dass er sich jetzt keinen Fehler mehr leisten kann.FazitEin cooler Sheriff und ein überaktiver Deputy – zwei grundverschiedene Charaktere – bestimmen die von pointierten Dialogen und trockenem Humor lebende Story, dieses überaus lesenswerten Romans.

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  • Vergnügliche Betrachtungsweise des Sheriffseins

    Auf die sanfte Tour

    Betsy

    08. April 2017 um 19:52

    „Der Sheriff vertritt das Gesetz gegenüber Leuten, bei denen das eigentlich nicht nötig ist. Er setzt das Gesetz bei Leuten durch, die nicht – oder nicht sehr – dagegen verstoßen. Sheriffsein ist ungefähr so, als wäre man Rausschmeißer beim Wohltätigkeitsball: Wenn alles normal läuft, hat man nicht viel zu tun.“Sheriff Lucian Wing wird zu einem Einbruch in einer abseits gelegenen Villa in Vermont gerufen. Eigentlich nichts außergewöhnliches, doch bald wird klar, dass hier ein paar zwielichtige Russen unterwegs sind und versuchen auf eigene Faust den Safe, der hier gestohlen wurde, wiederzubeschaffen. Während so ziemlich jeder weiß wer dafür verantwortlich ist, eingeschlossen dem Sheriff, und die Russen in ihren Methoden nicht zimperlich sind den Dieb samt Diebesgut zu erwischen, dabei aber auch mal nackt gefesselt an einem Baum landen, versucht der Sheriff seine Ruhe zu bewahren und geht recht bequem an den Fall heran.Ein Buch, das durch die teilweise schon fast lethargische Haltung des Sheriffs, der genial irrwitzigen sowie ironischen als auch amüsanten Dialoge und durch den Hinterwäldlercharme wirklich unterhaltsam ist. Der Sheriff ist hier natürlich das Glanzstück dieser Handlung. Er bewahrt immer die Ruhe und hat so eine ganz eigene Art mit seinen schwarzen Schäfchen umzugehen, nämlich indem er sie in Ruhe lässt. Teilweise kommt es einem schon ziemlich surreal vor, wenn man liest, dass der Sheriff den Schuldigen sogar noch hilft abzuhauen und schützt und so ganz eigene Ansichten hat bezüglich einer Waffe im Dienst, zugleich aber durchblicken lässt, dass er alles andere als dumm ist und man teilweise echt lachen muss wenn er andere aus den Konzept bringt, die ebenfalls alle etwas langsam wirken und man nicht weiß wer hier wen eigentlich genau auf der Schippe hat.„Beim Sheriffsein geht es nicht darum, allen Leuten zu beweisen, dass man der Schlaueste im Raum ist. Man hat einen Job zu erledigen, und manchmal erledigt man ihn besser, wenn man den Eindruck vermittelt, man wäre ein bisschen unterbelichteter, als man in Wirklichkeit ist.“Herzstück sind hier nebem dem Sheriff wie gesagt die oftmals gar irrwitzigen Dialoge, wo ein jeder jemand der wenigen Worte zu sein scheint und diese kurz angebundenen und mitunter sehr skurillen Unterhaltungen einfach wirklich sehr vergnüglich sind. Dieses Buch spielt sehr mit augenzwinkerndem Humor, der dadurch punktet, weil man sich alles so richtig bildlich vorstellen kann als wäre man gerade selbst mit dabei und dann einfach nur den Kopf schütteln kann, wenn man den Leuten hier zuhört beim Reden. Während der Fall sich quasi selbst immer weiterentwickelt, erklärt Sheriff Wing wie er zu seinem Job gekommen ist und wer ihm letztendlich beigebracht hat was es heißt ein Sheriff zu sein.Natürlich darf auch der familiäre Hintergrund nicht zu kurz kommen und man erfährt so einiges über Wings Ehe mit seiner Frau Clemmie, die es bestens versteht ihn nicht zu beachten, samt dem nicht so von ihm begeisterten Schwiegervater. Man erfährt aber auch einiges über das Schlitzohr Sean Duke, besser bekannt als Superboy, der hier den Russen das Leben schwer macht, dem Sheriff immer einen Schritt voraus zu sein scheint und dabei aber mit seiner derben Ausdrucksweise und seiner nonchalanten Art auch viel zur unterhaltsamen Geschichte beiträgt. In Deputy Lyle Keen kommt dann auch noch ein dynamischer Jungspund daher, der sich selbst als viel besseren Sheriff sieht und wenig von den altertümlichen Methoden seines Vorgesetzten sowie seiner Milde gegenüber augenscheinlichen Verbrechern hält und alles daran setzt den Gauner Superboy hinter Schloß und Riegel zu bringen.Leider gab es dann ein paar Dinge für mich die nicht so ganz eindeutig geklärt wurden und bei denen ich nicht so genau wusste was ich davon halten sollte, aber dafür war dann der Abschluss der Geschichte sehr gelungen und schließt den Kreis zwischen Vergangenheit und Zukunft bezüglich des Sheriffamts und klingt dabei wieder mit einem sehr erfrischendem Dialog aus, bei dem sich wahrlich zeigt, dass Sheriffsein einfach eine ganz eigene Sache ist.Fazit: Alles in allem eine köstliche kleine Geschichte die von den verschiedenen Figuren lebt und der Art wie sie hier dargestellt werden. Der Witz steckt oftmals zwischen den Zeilen und spielt mit den Klischees vom gemütlichen Sheriff in einer Ländlichen Gegend, der ja sowieso so gut wie nichts zu tun hat und falls doch, dann alles ohne Stress angeht, während ihm der junge und ehrgeizige Deputy Keen, der so eine ganz eigene Hektik versprüht und nicht versteht wie man so nachsichtig sein kann mit Verbrechern, hier versucht zu zeigen, dass es Zeit wird den Platz frei zu machen für frisches Blut. Ein zeitweise ziemliches Thohuwabohu, doch Sheriff Wing bleibt cool und schreitet gemütlich seines Amtes oder eben auch nicht.

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    • 2
  • Ein unglaubliches Lesevergnügen...

    Auf die sanfte Tour

    LibriHolly

    19. March 2017 um 23:01

    Konnte mich der Autor bereits mit „Männer mit Erfahrung“ im vergangenen Jahr überzeugen (siehe meine Rezension dazu), so wurden meine Erwartungen auch mit „Auf die sanfte Tour“, seinem zweiten bei Nagel & Kimche erschienen Buch nicht enttäuscht. Gewohnt dialogstark, mit viel Witz und lässiger Situationskomik entführt uns Castle Freeman auch dieses Mal wieder in die raue und wild-romantische Welt der Berge von Vermont/Neuengland. Dorthin, wo sich Fuchs und Hase sprichwörtlich gute Nacht sagen. Mittenhinein ins Herz von Amerika. Wo Männer noch richtige Männer sind, die Menschen keine Freunde großer Worte – Adjektive wie eigensinnig, kauzig, starrsinnig und stur, erst wieder zu ihrer wahren Bedeutung finden. Aber auch eine Gegend, in der man noch zusammenhält, man seinen Nachbarn (und möge er auch noch so weit entfernt wohnen) noch kennt, sich gegenseitig noch hilft. Und genau hier, an diesem gottverlassenen Ort befindet sich das Revier von Sheriff Wing. Ein Mann vom alten Schlag, dem Übereifer fern liegt, der erst einmal alles in Ruhe überdenkt, bevor er handelt, eben ein Mann, der alles „Auf die sanfte Tour“ erledigt. Doch als sich dann ausgerechnet in seinem Verantwortungsbereich die Russenmafia häuslich einrichtet und ein junger, einheimischer Kleinganove nichts Besseres zu tun weiß, als in  deren Villa einzubrechen und den Tresor zu stehlen, (mit heiklem Inhalt, was hier wohl nicht extra noch betont werden muss) stößt auch Wing an seine Grenzen und steht der wohl größten Herausforderung seiner Dienstzeit gegenüber. Gewohnt scharfzüngig, mit viel hintergründigem Humor, Augenzwinkern und der nötigen Coolness, erzählt uns Castle Freeman hier wieder eine Geschichte in bester Westernmanier, wie sie sich nur in der amerikanischen Provinz abspielen kann. Eine Liebeserklärung an Land und Leute. War ich bereits von „Männern mit Erfahrung“ begeistert, so macht mich „Auf die sanfte Tour“ zum Fan. Zwei unglaubliche Lesevergnügen, die mich immer wieder an die harten Männer auf ARTE denken lassen: Die Abenteurer in den Rocky Mountains, die Goldsucher, die Trucker in Alaska –wenn ihr wisst was ich meine. Dank meinem Mann weiß ich es.

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