Männer mit Erfahrung

von Castle Freeman 
4,1 Sterne bei30 Bewertungen
Männer mit Erfahrung
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Positiv (23):
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Lakonischer Krimi der humorigen Sorte. Dialoglastig, stellenweise echt komisch, mit veritablem Showdown. Mal ganz was Anderes!

Kritisch (2):
W

Hat mich so gar nicht überzeugt.

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Inhaltsangabe zu "Männer mit Erfahrung"

Schräger Humor, ungleiche Helden - ein Meisterstück!
Lillian fühlt sich von einem undurchsichtigen Typen namens Blackway verfolgt. Eines Morgens liegt ihre Katze tot vor der Tür. Der Sheriff kann nichts für sie tun, deshalb sucht sie Hilfe bei einem Club kauziger alter Männer. Beeindruckt von ihrem Mut, stellen diese ihr den betagten Lester und den hünenhaften, etwas beschränkten Nate als Schutz zur Seite. Lillian traut den beiden nichts zu, aber sie lassen sich nicht abwimmeln, und so verfolgen sie Blackway schließlich gemeinsam durch die Wälder von Vermont. Ein extrem spannender und vibrierend lustiger Roman mit einer wie nebenbei eingeträufelten gehörigen Portion Lebensklugheit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423146227
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:176 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:09.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    letusreadsomebookss avatar
    letusreadsomebooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Überzeugt mit düsterer Handlung, skurrilen Charakteren und Dialogen sowie einer Prise Humor.
    Kurz, aber überzeugend.

    Lilian wohnt noch nicht sehr lange in einem kleinen Dorf in Vermont, als sie von Blackway, einem bekannten Gangster, bedroht wird. Eines Morgens findet sie ihre Katze tot vor ihrer Tür und ist sie davon überzeugt, dass Blackway der Täter ist. Doch der Sherriff kann und will ihr nicht helfen, da niemand die Tat beobachtet hat. Der Sherriff rät ihr, sich an eine Gruppe von Männern zu wenden, die sich jeden Tag in einer alten Sägerei treffen. Nachdem Lilian sie mit ihrer Sturheit beeindruckt hat, geben sie ihr zwei Männer mit um nach Blackway zu suchen: den alten Lester und den etwas beschränkten Nate the Great.

    Der Roman Männer mit Erfahrung des amerikanischen Schriftstellers Castle Freeman ist eine Art Thriller und moderner Western. Letztlich ist es eine Geschichte über eine starke und sture Frau, die mithilfe von zwei Männern das Recht in die eigene Hand nimmt, nachdem sich sonst niemand traut, ihr zu helfen. Der Ort, in dem die Handlung spielt, wirkt sehr trostlos und hart. Die Holzwirtschaft ist zusammengebrochen und was bleibt, sind Perspektivlosigkeit, Verfall, Drogen und Korruption. Und Blackway ist eben einer, der genau davon profitiert, weil sich keiner traut, sich ihm entgegen zu stellen. Doch diesmal, da sind sich die alten Männer in der stillgelegten Fabrik einig, hat er sich mit Lilian das falsche Opfer ausgesucht. Die Handlung läuft in zwei parallelen Strängen ab, die zunächst sehr entgegengesetzt wirken. Auf der einen Seite Lilian, die Blackway sucht und durch die karge Landschaft zieht und auf der anderen Seite die Männer in der Fabrik, deren Alltag darin besteht, Bier zu trinken und sich in skurrilen Gesprächen über ihre Heimat und Lilian austauschen. Mir hat es sehr gut gefallen, dass diese Dialoge die eigentlich düstere und gewalttätige Handlung auflockern und mir als Leser den Hintergrund zu der Gegend, Personen und Geschichte des Ortes liefern. Dabei schwingt auch immer die lakonische Lebensweisheit der Männer mit, wobei lakonisch hier noch untertrieben ist. Aber auch die Jagd nach Blackway ist mit ihrer hohen Spannung sehr gut. Dabei sind Lilian und die ihre beiden Begleiter völlig unterschiedlich, was ihre Odyssee mitunter auch amüsant gestaltet. Doch hier überwiegen eindeutig die gewaltsamen Momente. Denn die Suche nach Blackway läuft nicht gerade friedlich ab. Dabei kommen sie an einige seltsame Orte, wie etwa eine ehemalige Werkstatt, die mittlerweile zu einer Kneipe und einem Bordell umfunktioniert wurde:

    Schlicht und effizient, eine Stätte der Herstellung und Wartung von Säufern.

    Ebenso skurril wie die Dialoge in der Fabrik ist die Gruppe um Lilian. Sie selbst erscheint als starke Frau, die weiß, was sie will, allerdings ist sie auf ihrer Suche nach Selbstjustiz nicht unbedingt sympathisch. Der alte Lester, der zur Sicherheit eine schwere Waffe mit auf die Suche nimmt, ergeht sich in ständigen Andeutungen und Bemerkungen, die Lilian nicht wirklich weiterhelfen. Denn wie soll ein alter Mann wie Lester den gefürchteten Blackway besiegen können? Und schließlich Nate the Great, der eher noch ein Junge ist, aber über die Kraft eines Bären zu verfügen scheint und mir sehr sympathisch war. Etwas beschränkt, aber immer positiv und furchtlos.

    Das Buch Männer mit Erfahrung hat mir mit seinen skurrilen Dialogen und Charakteren ausgesprochen gut gefallen. Vor allem der Wechsel zwischen der Jagd und den Dialogen lockert die düstere Handlung um Lilians Selbstjustiz auf. In den Dialogen kommen die humorvollen Momente und die Lebensweisheiten der Alten nicht zu kurz, so dass der Roman mit knapp 170 Seiten zwar kurz ausfällt, aber dafür absolut lesenswert ist.

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    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    Schräger Humor und skurrile Protagonisten



    Castle Freeman ist ein in Vermont lebender amerikanischer Schriftsteller, der bis dato in Deutschland wenig bekannt ist. Das liegt daran, dass seine bisherigen vier Romane keine deutschen Verleger gefunden haben.

    Nagel & Kimche in der Schweiz, eine Hanser-Tochter mit anspruchsvollen literarischen Programm hat es mit Castle Freemans fünftem Roman nun auf den deutschsprachigen Markt gewagt und mit Dirk van Gunsteren einen ausgesprochen gefragten Übersetzer gewonnen, der schon viele Bücher berühmter amerikanischer Autoren für das deutschsprachigen Publikum aufbereitet hat.

    Der Roman mit einer gekonnt und spannend erzählten Geschichte spielt in einem kleinen Dorf  in Vermont, ein ehedem durch seine Holzindustrie wohlhabendes und prosperierender Ort,  wo es aber nun nach dem Zusammenbrechen dieser Industrie bergab geht und die Menschen kaum noch Arbeit finden.

    Das Buch erzählt die Geschichte der jungen Lilian. Sie wohnt seit einiger Zeit in dem Dorf, wo Fremde auch noch nach Generationen als fremd gelten. Doch das macht ihr wenig aus. Schwer allerdings macht ihr zu schaffen, dass sie seit einiger Zeit von einem schwer durchschaubaren Typen namens Blackway, einem ehemaligen Hilfssheriff regelrecht gestalkt wird. Alle im Dorf kuschen vor Blackway, doch Lilian stellt sich ihm. Als Lilian Blackways Angriffe auf ihre Katze, ihr Auto und sich selbst beim Sheriff zur Anzeige bringt, rät der ihr, die Männer um Hilfe zu bitten, die jeden Tag in einer ehemaligen Fabrikhalle zusammen mit ihrem damaligen Chef sich die Zeit totschlagen.
    Lester und Nat sind bereit, Lilian zu helfen und diese „Männer mit Erfahrung“ ziehen nun zusammen mit ihr los. Obwohl Lilian sehr skeptisch ist, lassen die beiden ungleichen Männer sich nicht abwimmeln. Gemeinsam machen sie sich, permanent im Gespräch über Vergangenheit und Gegenwart, auf die Suche nach Blackway.
    Witzige Dialoge machen das Buch zu einer absolut unterhaltsamen Lektüre, bei der bis kurz vor dem Ende unklar bleibt, wer nun  die Oberhand behält - das Gute oder das Böse.

    Ein schräger Humor und skurrile Protagonisten – meisterhaft in Szene gesetzt.
    Man möchte gern auch die bisherigen Bücher dieses 1944 geborenen Schriftstellers auf Deutsch lesen.




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    LibriHollys avatar
    LibriHollyvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Neo-Western der Extraklasse. Ganz großes Kino. Die Coen-Brüder und True Grit lassen grüßen.
    „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.“

    So wusste schon John Wayne. Und welches Zitat könnte besser passen zu einem Buch, das wie eine moderne Western-Verfilmung der Coen-Brüder anmutet. Ein bisschen „True Grit“ in der Jetztzeit. Ein Buch, in dem wir auf harte Männer treffen, wie man sie sonst heutzutage nur noch in DMAX findet, oder wenn man dem Autor glauben darf in Vermont, New England. Denn hier spielt unser Roman, in einem kleinen verschlafenen Ort, einem kleinen Nest namens Dead River, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und man nicht tot über dem Zaum hängen möchte. Ein Ort, an  dem man das Gesetz noch selbst in die Hand nimmt, Männer noch Männer sind, Fremde neugierig beäugt werden und man noch immer als Fremd gilt,  auch wenn man schon in der dritten Generation dort lebt. Ein Ort, an der Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis.


    Und inmitten dieser rauen, archaischen Männerwelt treffen wir auf eine junge, hübsche, intelligente Frau – Lillian. Eine Frau in Schwierigkeiten, die Hilfe sucht, ist sie doch ins Visier des örtlichen Bösewichts Blackway geraten. Beobachtet, verfolgt und bedroht findet sie zwar keinen Beistand beim Arm des Gesetztes, hält sich doch Sheriff Wingate liebe diplomatisch zurück, aber Unterstützung in Gestalt eines knurrigen, gebrechlichen Alten, der mit allen Wassern gewaschen scheint, alle Tricks kennt und einem jungen Muskelprotz, dem es aber eindeutig an Intelligenz fehlt. Lester, clever aber lahm und Nate the Great, stark aber dumm -  „Männer mit Erfahrung“, wenn man so will. Woran es dem einen mangelt hat der andere und umgekehrt. Dies entbehrt nicht einer gewissen Ironie und macht diesen Neo-Western zu einem wahren Lesevergnügen. Dialogstark in seiner sprachlichen Reduziertheit, raue Männer sind eben keine Menschen der großen Worte, und als Kulisse eine atemberaubende, archaische Naturlandschaft: Die Wälder Neuenglands, des Green Mountain State, einer ebenso schönen wie ursprünglichen Gegend, in der man sich vortrefflich verstecken kann und Menschen spurlos verschwinden.


    Hier ist nun also unser wahrlich skurriles und ungleiches Trio unterwegs um einem Bösewicht den Gar auszumachen. Echte Kerle und eine mutige junge Frau Durchleben eine spannende Abenteuergeschichte. Kommentiert wird die Handlung von Lester und Nates Freunden, die sich regelmäßig im Büro des alten Whizzer, des örtlichen Sägewerkbesitzers, treffen und schon Wetten abschließen ob das Trio wohlbehalten wieder zurückkommen wird. Eine Art Klub für Eingeweihte.


    Soweit das Setting.


    „Männer mit Erfahrung“ ist ein moderner Western, voller kauziger Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen. Ein Buch, das von seinen pointierten Dialogen (die den Großteil der rund 170 Seiten ausmachen) und seinem knochentrockenen Humor lebt. Reduziert auf das Wesentliche, hier ist absolut kein Wort zu viel, lebt dieses Buch von seiner geradezu kongenialen Absurdität und der Verschrobenheit seiner Protagonisten.


    Es fließt nicht viel Blut, es fliegt nicht viel Blei, es werden nicht viele Fäuste geschwungen – aber in seiner Einfachheit kommt dieser Neo-Western doch äußerst wirkungsvoll daher.


    Der altbewehrte Kampf Gut gegen Böse in Neuauflage. Mehr Gespräche als Schüsse. Mehr Dialoge als fliegende Kugeln. Eine obskure Verfolgungsjagd durch die dunklen Wälder Vermonts, kommentiert von einer kauzigen Runde eigensinniger Eigenbrötler. Ein Buch, bei dem alles auf einen großen Showdown hinausläuft und zu dem am besten ein guter alter Whiskey oder ein Bier passt – ein Getränk für hartgesottene Männer eben.


    „Männer mit Erfahrung“ ist das erste Buch von Castle Freeman, das auf Deutsch erscheint und gleich ganz großes Kino, wie es nur die wenigsten beherrschen. So wundert es auch nicht, dass dieses Buch bereits unter der Regie des Schweden Daniel Alfredson in Hollywood verfilmt wurde. In den Hauptrollen unter anderem Julia Stiles, Anthony Hopkins und Ray Liotta.

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    Haversvor 2 Jahren
    Alle gegen Blackway

    Alle gegen Blackway, so könnte man die Ausgangslage von Castle Freemans Roman  „Männer mit Erfahrung“ beschreiben. Und wer die grünen Hügel von Vermont kennt, kann sich die Szenerie bildlich im Detail vorstellen: ein kleines Dorf mit holzverschalten Häusern, Männer verschiedenen Alters sitzen vor einer Sägemühle in der Sonne, die auch schon bessere Tage gesehen hat und führen launige Gespräche. Träge Langeweile bestimmt die Situation. Willkommene Abwechslung naht in Gestalt einer jungen Frau, Lilian.

    Seit ihr Partner sie verlassen hat, wird sie von Blackway, dem „bad guy“ der Gegend gestalkt und bedroht. Und nachdem er nun auch noch ihre Katze getötet hat, fürchtet Lilian um ihr Leben. Da es nur Vermutungen, aber keine handfesten Beweise gibt, kann ihr der Sheriff des Ortes nicht helfen. Er schickt sie zu Whizzer und den Einheimischen, jenen Männern, die sich auskennen, nichts zu tun haben, aber wissen, wie man hier Probleme löst. Dort empfiehlt man ihr, Lester und Nate anzusprechen. Diese beiden könnten helfen, sagt man ihr. Aber als Lilian deren Bekanntschaft macht, beschleichen sie Zweifel. Lester ist ein altes Männlein, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann, und Nate ist zwar jung und groß und kräftig, aber eher von geringem Verstand. Und diese beiden glauben, es mit dem Schurken Nr. 1 aufnehmen zu können? Doch ohne viel Federlesens ergreift Lester die Initiative, und so machen sich die drei Gefährten auf in die Wälder, um Blackway zu stellen…

    Es ist die klassische Gut gegen Böse Konstellation, die Castle Freeman seinem schmalen Roman zugrunde legt. Eine Jungfer ist in Nöten und die edlen Ritter springen ihr bei, um das Problem zu lösen, wobei diese aus einem tumben Toren mit reichlich Körperkraft und einem schlauen Fuchs bestehen. Im Hintergrund kommentiert und reflektiert der Chor, wie in den griechischen Tragödien, das Geschehen. Das Ganze dann angesiedelt in der wunderbaren, ursprünglichen Landschaft von Vermont, des „Green Mountain State“.

    Ein Thriller, eine Love Story und die Geschichte einer „Reise“ - kein Wort zu viel, immer auf den Punkt, mit einem Augenzwinkern erzählt, sehr weise und mit einem tiefen Verständnis für die menschliche Seele – eine kleine Kostbarkeit, der ich viele Leser wünsche!

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    WJ050vor einem Monat
    Kurzmeinung: Hat mich so gar nicht überzeugt.
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    alascas avatar
    alascavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Lakonischer Krimi der humorigen Sorte. Dialoglastig, stellenweise echt komisch, mit veritablem Showdown. Mal ganz was Anderes!
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    Beusts avatar
    Beustvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Wie ein Tarrantino in Slow Motion, bühnenreife Dialoge
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    Book-Queens avatar
    Book-Queenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Für ein Buch, das zum Großteil aus Dialogen besteht, ist es sehr spannend und mit einer ordentlichen Portion skurrilem Humor geschrieben.
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    Readrats avatar
    Readratvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Naja... der Schreibstil war nichts für mich. An sich kein schlechtes Buch - mal was ganz anderes. Aber gepackt hat es mich leider nicht.
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    Mira20s avatar
    Mira20vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Skurril und unerwartet!
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