Cat Clarke Falsche Schwestern

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Inhaltsangabe zu „Falsche Schwestern“ von Cat Clarke

Vor 13 Jahren verschwand meine Schwester. Jetzt ist sie wieder da. Nichts ist, wie es war. ›Falsche Schwestern‹ von Cat Clarke ist ein psychologischer Spannungsroman, der unter die Haut geht.Stell dir vor, du hast deine Schwester verloren. Kidnapping. Seit der Entführung vergehen deine Eltern vor Kummer. Das Loch, das deine Schwester in der Familie hinterlassen hat, ist immer schmerzhaft präsent. Alles fällt auseinander.Stell dir vor, deine Schwester taucht plötzlich wieder auf. 13 Jahre später! Bei deinen Eltern ist die Freude riesig. Alle scheinen glücklich, aber sie drängt sich so in den Mittelpunkt, dass für dich kein Platz mehr in der Familie ist. Sogar deinen Freund spannt sie dir aus.Doch dann passiert etwas, das alles verändert... Jeder erinnert sich an den Fall Natascha Kampusch. ›Falsche Schwestern‹ ist in packender Was-wäre-wenn-Roman über eine Entführung, bei der das Mädchen nach 13 Jahren zurückkehrt. Das Drama was sich in der Familie und zwischen den Geschwistern anbahnt, ist aufwühlend und höchst berührend.

Die Geschichte ist leider etwas vorhersehbar, dennoch hat mich das Buch gut unterhalten. Mal eine andere Sicht der Dinge.

— Lorbeerchen

Wunderschönes Cover, aber leider konnte mich die Geschichte überhaupt nicht packen.

— corinna_andelt

Hat mir sehr gut gefallen😊

— Daniela34

Die Handlung entwickelte sich leider offensichtlicher als erwartet

— Skyline-Of-Books

Super!

— -bookparadise

Sehr spannend und toll dargestellt

— Sherlocked

Sehr spannende und orginielle Geschichte, konnte mich überzeugen!

— JuLe_81

Hat meine Erwartungen leider nicht erfüllen können, weder von der Story noch von der Erzählweise.

— Mariaheld

Interessantes Thema, gute Ausarbeitung, aber das gewisse Etwas hat mir gefehlt.

— Uwes-Leselounge

Sehr beeindruckende und spannende Geschichte einer Entführung.Dieses Buch lässt einen so schnell wieder nicht los.

— amiga

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  • Falsche Schwestern von Cat Clarke

    Falsche Schwestern

    -bookparadise

    07. April 2017 um 15:07

    Meine Meinung: An den Schreibstil musste ich mich erst mal gewöhnen,doch nach ca. 100 Seiten ließ er sich flüssig und leicht lesen.Genauso war es auch mit der Handlung: Zuerst etwas gewöhnungsbedürfdig,dann konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen.zumal die Kapitel auch sehr kurz sind,sodass man viel Motivation hat weiter zu lesen.Allerdings war das meiste ziemlich vohersehbar,bis auf ein Ereignis.Mit der Protagonistin kam ich sehr gut klar,ihre Handlungen sind nachvollziehbar und sie ist auch sehr hilfsbereit,was sie symphatisch macht.Allerdings fand ich ihre Mutter schrecklich,denn wer so eine Mutter hat,braucht keine Feinde.Bewertung: 4/5 Sterne

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  • Die Handlung entwickelte sich leider offensichtlicher als erwartet

    Falsche Schwestern

    Skyline-Of-Books

    05. April 2017 um 12:09

    Klappentext „Faith kennt ihre Schwester Laurel eigentlich nur von einem Foto. Ein lächelndes sechsjähriges Mädchen, das eines Tages spurlos aus dem Garten verschwand. Für Faith Familie beginnt ein Albtraum: Angst, Kummer, Pressekonferenzen, großangelegte Polizeisuche und Paparazzi. Doch dann, mehr als 13 Jahre später kommt ein Anruf. Eine junge Frau ist aufgetaucht. Und sie hat Laurels Teddy im Arm. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen: Endlich hat Faith ihre große Schwester zurück. Dann aber schlägt ihre Freude um. Irgendetwas fühlt sich verdammt falsch an … In Faith wächst ein schrecklicher Verdacht.“   Gestaltung Das Cover passt meiner Meinung nach richtig gut zur Geschichte, denn man erkennt auf dem Fotomotiv zwei Mädchen. Einmal das Bild eines Teenagers und einmal das Bild eines kleinen Mädchens mit Teddybär, welches die verschwundene Schwester der Protagonistin darstellen könnte. Die hellen, sommerlichen Farben gefallen mir dazu auch sehr gut, denn so wird das Cover nicht zu düster. Toll finde ich dabei die Idee, dass die beiden Bilder übereinander angeordnet sind und nur dadurch sichtbar werden, dass sie in abwechselnden Streifen abgebildet sind.   Meine Meinung Alleine das Lesen des Klappentextes hat bei mir ausgereicht, um meine Neugier auf diese Geschichte ins Unermessliche steigen zu lassen. Die Thematik – ein verschwundenes Mädchen taucht nach 13 Jahren plötzlich wieder auf – fand ich an sich schon super spannend, aber die kleine Anmerkung, dass die Schwester der Verschwundenen einen Verdacht hat, hat mich direkt gepackt. Was ist damit gemeint? Ist das aufgetauchte Mädchen vielleicht gar nicht die verschwundene Schwester? Protagonistin Faith wird in ein Wechselbad der Gefühle geworfen und doch bleibt ihre Skepsis: ist das aufgetauchte Mädchen wirklich ihre Schwester Laurel?   So hat mich der Klappentext direkt eingefangen, aber leider muss ich sagen, dass genau das, was meine Neugier ausgelöst hat (die Ungewissheit darüber, was Faith für einen Verdacht hat), für mich viel zu schnell ersichtlich wurde. So hat mir die Geschichte recht schnell den Wind aus den Segeln genommen und für mich die Dynamik und Spannung der Handlung ziemlich abflauen lassen. Ich ahnte aufgrund offensichtlicher Anmerkungen und Hinweise sehr früh, wie sich die Geschichte entwickeln würde, was mich enttäuscht hat.   Dabei hat das Thema durchaus einiges zu bieten, denn ein 13 Jahre lang verschwundenes Mädchen, das urplötzlich wieder auftaucht, bietet auf vielen Ebenen Diskussionsbedarf. Wie sieht die Gefühlswelt des Mädchens aus? Was ist mit ihrer Familie? Wie fühlt diese sich? Gerade die Gefühle von Faith, die ohnehin schon den Eindruck hatte, immer hinter dem Schatten ihrer Schwester zu verschwinden, werden mit dem Auftauchen von Laurel noch eindringlicher. Dies hat die Autorin für mich auch gut beschrieben, auch wenn ich mir mehr Sogwirkung gewünscht hätte. Die Gefühle waren da, sie wurden auch angemessen beschrieben und behandelt, aber sie haben mich nicht ganz so erreicht und mitgerissen. Dennoch greift die Autorin diese Gefühlswelt für den Leser verständlich auf und setzt sie spannend um.   Fazit Meine großen Hoffnungen und hohen Erwartungen für „Falsche Schwestern“ wurden leider nicht ganz erreicht, denn meine im Klappentext geweckte Neugier wurde beim Lesen recht schnell durch die offensichtliche Entwicklung der Handlung gedämpft. Ich konnte früh absehen, wohin sich die Geschichte bewegen würde und dabei hatte ich gehofft, dass ich genau diesbezüglich länger im Dunkeln tappen würde. Die Thematik des Buches übte aber dennoch großen Reiz auf mich aus, da sie viel Diskussionspotenzial bietet und unterschiedliche Gefühlswelten anspricht. 3 von 5 Sternen!   Reihen-Infos Einzelband

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  • Interessantes Thema, gute Ausarbeitung, aber das gewisse Etwas hat mir gefehlt.

    Falsche Schwestern

    Uwes-Leselounge

    10. January 2017 um 16:44

    Vor 13 Jahren wurde Faith größere Schwester Laurel aus dem Garten gekidnappt. Unter dieser Entführung leiden die Eltern so sehr, dass darüber auch ihre Ehe zerbricht. Seitdem wächst Faith bei ihrer Mutter auf und wohnt an den Wochenenden bei ihrem Vater und dessen Lebensgefährten. Obwohl dieses Schicksal sehr schlimm für alle Beteiligten ist, führt Faith ein relativ normales Leben. Als ihre für Tod gehaltene Schwester plötzlich wieder auftaucht, gerät alles durcheinander. Ihre Eltern sind überglücklich ihre Tochter wieder zu haben. Alles dreht sich nur noch um Laurel. Kurzgesagt, sie steht nur noch im Mittelpunkt. Doch bei Faith bleibt ein letzter Rest Zweifel. Als Laurel sich fast unbemerkt immer mehr in das Leben von Faith einmischt, stellt Faith endlich die alles entscheidende Frage.Wer ist Laurel überhaupt und was ist mit ihr geschehen?Vom Cover und dem Klappentext versprach ich mir eine psychologisch spannende Geschichte, doch leider war dem nicht ganz so. Obwohl die Geschichte aus der Sicht von Faith beschrieben wird, konnte ich weder zu ihr noch zu den anderen Charakteren eine Beziehung aufbauen.Cat Clarke schafft es zwar, die depressive und verzweifelte Stimmung sowie die Gefühlswelt von Faith und ihren Eltern gut zu beschreiben, aber irgendwie fehlte mir etwas. Faith kann sich kaum an ihre Schwester Laurel erinnern, da sie damals bei der Entführung noch viel zu klein war. Sie wächst, trotz den Umständen, relativ normal auf. Zwar hat sie die verzweifelten Versuche ihrer Eltern via Presse und Polizei, was das Auffinden ihrer Schwester betrifft, mitbekommen, aber damit konnte sie umgehen. Als dann die Nachricht kommt, dass Laurel gefunden wurde, stellt Faith fest, das ihr bisheriges Leben vorbei ist. Klar ist die Freude bei den Eltern groß, doch Faith ist skeptisch und misstraut Laurel. Zurecht? Oder ist Faith zu eigensinnig und will ihre Eltern für sich haben? Diese innerlichen Konflikte von Faith hat die Autorin gut beschrieben.Auf der einen Seite konnte ich ihre Eltern verstehen. Denn schließlich würde ich auch alles tun, wenn mir mein Kind plötzlich entrissen würde. Aber hier war mir das Ganze doch etwas zu viel. Die Eltern geben eine Pressekonferenz nach der anderen, selbst nach mehr als ein paar Jahren haben sie sich mit der Realität nicht abgefunden. Als Laurel plötzlich auftaucht, geht dieses Spektakel wieder von vorne los. Es werden Pressekonferenzen und TV-Auftritte abgehalten und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, muss darüber noch ein Buch verfasst werden. Und das alles natürlich gegen Geld versteht sich. Spätestens ab diesem Punkt, wurde es mir zu viel und ich wollte das Buch schon abbrechen. Warum ich es schließlich doch zu Ende gelesen habe, ist der Tatsache zu verdanken, dass sich bei Faith die Augen geöffnet haben und sie das Ganze hinterfragt. Kann es sein, dass dies wirklich meine Schwester ist? Ob sie es wirklich ist, werde ich natürlich nicht verraten, aber dieser Twist ließ mich letztendlich doch weiterlesen.FAZIT: Auf der Homepage des Fischer Verlages steht, dass es an den Fall von "Natascha Kampusch" erinnert. Dem kann ich zwar zustimmen, doch habe ich mir von der Geschichte mehr erhofft. Zweifelsohne handelt es sich bei "Falsche Schwestern" um ein sehr schreckliches und doch interessantes Thema, welches auch gut ausgearbeitet war, aber irgendwie fehlte mir dabei das gewisse Etwas. Trotz der Zweifel von Faith konnte mich die Story nicht wirklich abholen, was ich sehr schade finde - 3 von 5 Nosinggläser.

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  • Ein wirklich gelungenes Buch, das mich doch ziemlich berührt und auch nachdenklich gestimmt hat

    Falsche Schwestern

    aly53

    20. December 2016 um 01:43

    Hierbei handelt es sich um ein sehr aufwühlendes Buch, das doch sehr berührt und verschiedene Seiten einer Geschichte beleuchtet.Stell dir vor deine Schwester ist seit 13 Jahren verschwunden und plötzlich steht sie wieder vor dir.Was würdest du tun?Sie mit offenen Armen empfangen?Oder völlig anders reagieren?So ergeht es Faith. Ihre Schwester verschwand vor 13 Jahren und plötzlich ist sie wieder da.Was soll man tun, fühlen, wie das alles begreifen?Was ich mich gleich am Anfang gefragt habe, war wie man dabei empfindet.Freut man sich dermaßen, das alles andere in den Hintergrund gerät oder hat man Zweifel, fühlt sich alles fremd an?Hier erfährt man Faiths Geschichte. Wie sie das alles wahrnahm, was es mit ihr anstellte und einfach wie es ihr dabei erging.Ich mochte Faith gleich, auch wenn sie mir etwas anfangs etwas unnahbar und kühl erschien. Doch für mich war es nachvollziehbar, ich konnte verstehen, warum sie so ist, warum ich sie einfach so wahrnahm.Faith wirkte auf mich einfach echt, ungekünstelt und von Zeile zu Zeile, habe ich sie mehr gemocht. Sie hat mich mit ihrer Art und mit ihrem Leben sehr berührt. Aber stellenweise auch nachdenklich gemacht. Besonders ihre innere Stärke hat mir gut gefallen. Oft habe ich mich gefragt, ob sie an dem ganzen zerbrechen wird.Aber auch von der ganze Familie kann man sich ein gutes Bild machen. Auch wenn mir hier und da etwas Informationen gefehlt haben. Da hätte man gern was die Gegenwart oder die Vergangenheit betrifft noch mehr in die Tiefe gehen können. Mitunter fand ich das zwar etwas schade, letztendlich ist es jedoch für die Geschichte nicht negativ zu werten.Was mir gleich zum Anfang auffiel ist diese ruhige ,unterschwellige Spannung, sowie die drückende, angespannte und unheilvolle Atmosphäre.Es hat alles irgendwie qualvoll und tragisch gemacht. Zum Gesamtkonzept passt es wirklich sehr gut, denn so fühlt man noch mehr mit den Charakteren mit.Man wird ein Teil davon und versteht und verinnerlicht das ganze auch.Interessant war für mich auch wie Laurel gehandelt und gefühlt hat. Da wäre für mich noch ihre Perspektive interessant gewesen. So jedoch war alles sehr undurchdringlich und dadurch natürlich auch unvorherbar. Leider muss ich auch sagen, verrät mir der Klappentext schon zuviel über das Buch, was wirklich schade ist. Denn ich habe mich wirklich dabei beobachtet, wie ich darauf gewartet habe, was da wirklich noch passieren wird.Die Geschichte ansich ist wirklich unheimlich spannend und auch facettenreich gestaltet. Es wird aufgezeigt, was das Ganze für eine Familie bedeutet. Was es mit ihnen macht und wie sie letztendlich damit umgehen.Der Schmerz, die Qual und das ganze Leid kommen immer mehr durch und man ist einfach nur ganz nah dabei und leidet einfach mit.Die ganze Verletzlichkeit und auch die Zerrissenheit ist deutlich spürbar, was das ganze für mich einfach noch tragischer und mitfühlender machte.Ein Buch, bei dem nichts mehr so ist, wie vorher.Das Grenzen aufzeigt und völlig neue Blickwinkel verschafft.Auch die Wendungen haben mir gut gefallen, auch wenn sie nicht ganz so überraschend für mich waren. Das Ende jedoch ist wirklich gut gelungen. Anders hätte es nicht sein dürfen.Hierbei erfahren wir die Perspektive von Faith, was ihr mehr Raum und Tiefe verschafft.Die Charaktere sind ausdrucksstark, authentisch und nehmen für sich ein.Ihre Handlungen und Gedankengänge sind gut nachvollziehbar gestaltet.Die einzelnen Kapitel sind normal gehalten.Der Schreibstil ist fließend und stark einnehmend, aber auch mitreißend und bildgewaltig gehalten.Das Cover und der Titel passen gut zum Inhalt des Buches.Fazit:Ein wirklich gelungenes Buch, das mich doch ziemlich berührt und auch nachdenklich gestimmt hat.Ein Roman, in dem nichts mehr ist wie es wahr.Ein Roman, der zu Herzen geht, Ängste schürt und auch einfach auf viele Dinge aufmerksam macht.Berührend, drückend und qualvoll.Schmerzlich, tragisch und greifbar.Eine klare Leseempfehlung

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  • "Falsche Schwestern" fällt mir nicht leicht zu bewerten.

    Falsche Schwestern

    Griinsekatze

    18. December 2016 um 20:36

    "Falsche Schwestern" fällt mir nicht leicht zu bewerten. Thematisch ist es wirklich klasse umgesetzt. Ein entführtes Mädchen, dass nach 13 Jahren wieder auftaucht. Der Wirbel, der um Laurel gemacht wird, die Menschen die keine Privatsphäre beachten und auch, dass man sie in den Himmel hebt, finde ich glaubwürdig. Ich denke, dass es teilweise wirklich so passieren kann. Auch Faiths Gefühle ihrer Schwester gegenüber sind normal und man kann sie verstehen. Ihr seht also, dass ich das Buch in diesem Sinne gut fand, aber es gibt ein paar andere Probleme, die ich hatte.Wir lesen aus der Sicht von Faith, die endlich ihre große Schwester zurückbekommt. Sie ist unsicher, ein bisschen eifersüchtig aber freut sich auch, dass sie wieder da ist. Ihre Gedanken und Gefühle Laurel gegenüber sind ein guter Mix, aber ihr Verhalten ihrer besten Freundin Martha und ihre Freundes Thomas gegenüber konnte mich nicht überzeugen. Die beste Freundin wird einfach vergessen und kommt so selten darin vor, dass diese Freundschaft für mich nicht existierte oder nicht so intensiv ist, wie sie beschrieben wurde. Genauso die Beziehung zu Thomas. Er spielte zwar eine ein bisschen größere Rolle, aber es wirkte alles andere als authentisch. Es hatte den Beigeschmack, dass die Autorin einen Sündenbock brauchte, der die weitere Entwicklung ins Rollen bringt. Er war zu blass und von Emotionen kann gar keine Rede sein. Demnach vielen Faiths Reaktionen ihren Freunden gegenüber für mich oft übertrieben und aufgesetzt aus. Sie verheimlicht ihnen die ganze Zeit alles Mögliche und beschwert sich dann, dass sie sich ausgeschlossen fühlt.Ein anderes Problem war einfach, dass die Geschichte langatmig war. Natürlich gab es viele Alltagssituationen, die einfach sein mussten, aber von Spannung fehlte jede Spur. Erst die letzten 70 Seiten wurden spannend und erklärte den Grundkern der Geschichte. Das ist aber einfach zu spät. Mir wäre lieber gewesen, dass die letzten Seiten mehr ausgebaut worden wären und der Anfang etwas gekürzt. Mir wurde schnell langweilig beim ständigen Lesen, wie toll Laurel doch ist, wie sehr sich Faith bemüht, wie gluckenhaft die Mutter der beiden ist und wie unnatürlich sich Faith ihren sogenannten Freunden gegenüber verhält. Das eigentliche Thema, die "falsche Schwester" kommt zu kurz oder eher gesagt es wird für mich zu spät darauf hingedeutet. Wieso. Weshalb. Warum. Sehr schade, dadurch zogen sich die Seiten in die Länge.FazitEine spannende und interessante Idee, die zwar authentisch umgesetzt wurde, aber leider ohne Spannung blieb. Auf den letzten Seiten reichte es einfach nicht aus, um das komplette Buch für mich lesenswert zu machen. Da hätte man mehr machen können. 

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  • Eine spannende und düstere Geschichte

    Falsche Schwestern

    Caterina

    04. December 2016 um 14:09

    Meine Meinung zum Buch Gestaltung: Grundsätzlich mag ich die Cover nicht, auf denen ein Portait abgebildet ist, aber bei diesem Buch ist es wirklich sehr passend, vor allem durch das zweite Bild, welches drüber bzw druntergelegt ist. Es passt einfach wunderbar zum Inhalt. Der Klappentext ist wirklich sehr gut gewählt und gibt den Leser einen guten Einblick in die Handlung, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Sofort war mein Interesse da und ich war sehr gespannt auf das eigentliche Buch. Einstieg: Die Autorin Cat Clarke schlägt sich nicht mit Prologen herum, sondern beginnt augenblicklich mit der Handlung. Locker und leicht beginnt sie ihre Geschichte, so konnte ich mir wunderbar ein erstes Bild von der Handlung machen. Die ruhige Szenerie wird aber augenblicklich gestört, als der Anruf kam, dass Faith verschwundene Schwester Laurel wieder aufgetaucht ist. Durch diesen sehr gelungenen Szenenwandel, baute die Autorin schon gleich zu Beginn eine entscheidende und auch spannende Passage ein, die die Geschichte gleich in eine interessante Richtung lenkte. Charaktere: Schon nach wenigen Seiten schloss ich die 17-Jährige Faith in mein Herz ein. Diese starke Sympathie, die gleich von Anfang an von Faith ausgeht, bleibt im gesamten Buch bestehen, so dass ich sie immer mehr ins Herz schließen konnte. Faith macht in diesem Buch eine unglaubliche Entwicklung durch, die mir sehr gut gefiel. Aber nicht nur die Protagonistin wurde von der Autorin so ausdrucksstark beschrieben, sondern die vielen Nebencharaktere, die sehr in die Tiefe gingen. Allen voran Laurel. Sie war mir nie wirklich sympathisch, vor allem weil sie sich immer in den Mittelpunkt stellte, aber dennoch hat Cat Clarke ihr so viel Kraft und Ausdruck verliehen, dass sie zum Leben erwachen konnte. Jeder Charakter hatte in diesem Buch die Chance seine Schwächen und Stärken zu zeigen und das gefiel mir sehr gut. Handlung: Die Grundidee gefiel mir in der ersten Sekunde. Schon nach dem Klappentext wusste ich, dass mir hier wahrscheinlich eine sehr gute Story geboten würde. Und genau das traf ein! Schon nach dem ersten Kapitel zeigte mir Cat Clarke in welche Richtung ihre Geschichte gehen wird. Immer wieder baute sie dramatische, spannende und echt außergewöhnliche Szenen ein, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderen machte. Überraschende Wendungen durften hier ebenfalls nicht fehlen. Durch die düstere Handlung von Laurel war eine gewisse Grundspannung durch das gesamte Buch zu spüren und das gefiel mir ganz besonders gut. Aber am besten hat mir das letzte Drittel gefallen. Ganz wunderbar löst die Autorin all die ungeklärten Fragen, die beim Lesen aufkommen und ließ mich ziemlich perplex zurück. Schreibstil: Cat Clarke hat einen sehr außergewöhnlichen Schreibstil, der mir von der ersten Sekunde an gefiel. Voller Tempo, Action und Spannung erzählt sie die Geschichte von Laurel und Faith, so dass es nie langweilig wurde. Sie verleiht all ihren Figuren so viel Lebendigkeit, dass ich mich ganz wunderbar mit ihnen verbinden konnnte. Die Grundidee hat die Autorin durch ihren wunderbaren Schreibstil sehr authentisch und gut durchdacht rüberbringen können.    Mein Urteil Die Grundidee rund um die verschwundene Laurel, die nach 13 Jahren plötzlich wieder auftaucht, gefiel mir ausgesprochen gut, sowie die Umsetzung. Cat Clarke hat eine sehr schöne Erzählweise, die der gesamten Geschichte in Stück weit eine Lebendigkeit und Glaubhaftigkeit verleiht, dass es sehr schön war, ein Teil dieser Story zu sein. Ganz besonders von Faith war ich angetan, die in diesem Buch einiges durchmachen musste. Sie ist eine sehr ausdrucksstarke Figur, die schnell einen Platz in meinem Herzen gefunden hat. Sehr gut gefiel mir auch das Ende. Es kam überraschend und löst die ganze Geschichte zufriedenstellend auf. Irgendetwas fehlte mir aber trotzdem noch. Dennoch war "Falsche Schwestern" eine durchweg spannende Lektüre, die ich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Für mich verdient dieses Buch sehr gute 4 von 5 Welten.

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  • Der Albtraum der amerikanischen Familie

    Justins Heimkehr

    Joachim_Tiele

    Eine glückliche Familie erleidet einen schweren Schicksalsschlag, die Entführung eines Kindes, und erhält nach der überraschenden Rückkehr des Entführten die Chance, wieder eine glückliche Familie zu werden? Nein, niemand ist hier glücklich, war es je oder wird es in der Zukunft sein. Bret Anthony Johnstons Debütroman bietet eine nicht-voyeuristische Innenansicht einer amerikanischen Durchschnittsfamilie der unteren Mittelschicht, ironischer Weise der eines High-School-Lehrers, die ständig hinter dem nächsten Paycheck herhechelnd sich praktisch nichts leisten kann, als das Minimum zum Überleben. Selbst ein neuer Rasen für den Garten, anlässlich der Party, die die Heimkehr des entführten Justin feiern soll, wird zum finanziellen Problem. Der Roman spielt im texanischen Corpus Christi, der am Golf von Mexiko gelegenen, nach Angaben der US-Zensusbehörden zweitungebildetsten Stadt der USA (1), die auch ansonsten eher lebensfeindlich ist. Die klimatischen Verhältnisse, insbesondere im Sommer, sind für Europäer, die nie dort waren, kaum vorstellbar (der Rezensent hatte einmal im Juli den klimatisierten Bereich des nahegelegenen Houston International Airport verlassen, um eine Zigarette zu rauchen: nichts hatte ihn darauf vorbereit, Luft wie flüssiger Zement einzuatmen, und diese Zigarette hat er nicht zu Ende geraucht) – und auch sie durchziehen, wie andere Widrigkeiten des amerikanischen Alltags, den Roman auf jeder Seite. Beschrieben wird eine real existierende Dystopie im Hier und Jetzt, in der es der Entführung nicht bedurft hätte, um die albtraumartigen Lebensverhältnisse der Protagonisten (be)greifbar zu machen, die äußeren wie die inneren Verhältnisse. Denn es ist das beschädigte Innenleben der Beteiligten, das die Situation, die durch die Entführung entstanden ist, zusätzlich unerträglich macht, weil sie sich selbst kaum ertragen können. Die Folge ist eine weitgehende Kommunikations- (fast Interaktions-) -losigkeit der Familienmitglieder, verursacht durch Ängste und Schuldgefühle, erziehungsbedingte Unsicherheiten und unerfüllbare Anforderungen an ein (scheinbar) glückliches Familienleben. Dadurch, wie der Roman verlagsseitig beworben wird, (das US-amerikanische Original und stärker noch die deutsche Ausgabe) entsteht leicht eine Lesererwartung zwischen Thriller und Frauenroman, der irgendwie auch so etwas wie einen Anspruch hat (und auf der englischsprachigen Webseite von Random House findet man Materialien zur Lektüre an High Schools und Colleges). Der Thrilleraspekt erinnert an Denis Lehanes Mystic River, in dem auch ein Jugendlicher entführt wird, der danach völlig verstört ist, unterstrichen durch den Prolog, der eine Situation beschreibt, in der Spaziergänger in einem Hafenbecken eine Leiche entdecken, die auch der bald auftauchenden Polizei – ebenso wie dem Leser – Rätsel aufgibt. Interessanterweise hält sich die Rezensentin der New York Times nicht einen Moment lang damit auf (2), sondern zitiert ein Buch aus den sechziger Jahren, in dem es um die Beziehung von Kunst und Moral geht, und innerhalb der Literatur als Kunstform um die erzählerische Distanz des Autors, aus der heraus er seine Geschichte anlegt, und wie er die Beziehung zwischen dem Erzähler, den Charakteren und dem Leser gestaltet. Diese Distanz der Darstellung zu beherrschen, ist eine Technik des jeweiligen Autors, die uns – als Leser oder Rezensenten – so über das Buch reden lässt, als ob es auf die Technik, mit der es geschrieben wurde, gar nicht ankäme. Diese Fähigkeit des Autors, sich selbst zurückzunehmen und den Figuren ein eigenes Recht einzuräumen, als wären sie tatsächliche Personen mit eigenen Persönlichkeitsrechten, sieht die Rezensentin der New York Times als einen großen Verdienst von Justins Rückkehr. Die Frage, die sich durch den Roman stellt, ist daher im engeren Sinne gar nicht die, wie diese spezielle Familie mit genau diesem Entführungsfall umgeht, sondern die danach, was Fiktionalität heute kann, wie sie gesellschaftliche wie persönliche Verhältnisse ihrer Protagonisten und deren auf einander Ein- und Rückwirken beschreibt. Die Entführungsgeschickte um Justin ist lediglich der äußere Inhalt, die Themen des Romans sind andere: generationenübergreifende familiäre Strukturen, das US-amerikanische Bildungssystem und seine Folgen, die Abkoppelung der verarmenden gebildeten Mittelschicht von gesellschaftlicher Teilhabe, aber auch Journalismus, Selbstjustiz und die Todesstrafe. Soweit ein wichtiges und großartiges Buch, auch wenn die Freunde von Thrillern und gemütsbetonten Familienromanen möglicherweise überlange Reflexionen und ein nicht schlüssig in Richtung Familienglück weisendes Ende beklagen. Egal wie man seinen Leseschwerpunkt legt, die deutsche Ausgabe des Romans hat ein Problem – die Übersetzung. Vordergründig fallen unnötige Anglizismen auf, für die es – nicht nur für Sprachpuristen – eindeutige Übersetzungen gibt: Krabben, und Corpus Christi ist ein Zentrum der Krabbenfischerei, heißen durchgängig Shrimps und Eisbären, englisch polar bears, werden zu Polarbären. Okay, kann man durchgehen lassen, aber dass in einem Roman mit einem Lehrer für texanische Geschichte als einem der Hauptprotagonisten das texanische Nationalheiligtum The Alamo durchgehend als Alama auftaucht, zeigt, dass sich Übersetzerin wie Lektorat nicht wirklich mit dem Roman auseinandergesetzt haben. Das Hauptproblem der Übersetzung ist aber ein anderes: Auffällig viele Teilnehmer/innen der Leserunde hier bei LovlyBooks haben beklagt, dass sie nicht gut in den Roman hineingefunden hätten, und dies bei einem Prolog, der gleichlautend in einer Thrillervariante des Themas hätte stehen können. Das Problem ist das, was man in der Linguistik als grammatikalisches Zeitmanagement bezeichnet, das im Deutschen und Englischen stark voneinander abweicht. Die Übersetzerin hat die Zeiten (tenses) eins zu eins aus dem Englischen übernommen. Im Deutschen hätte man im Prolog das sogenannte historische Präsens erwartet, damit er den Leser, nach deutschen Lesegewohnheiten, richtig packt (3). Auch wenn, bei entsprechenden Sprachkenntnissen, das englische Original der deutschen Übersetzung sicherlich vorzuziehen ist, soll hier dennoch kein Punktabzug erfolgen. Dafür hat der Roman zu viel Substanz, der auch die Übersetzung nichts anhaben kann. Und er reiht sich ein in eine (nahezu und in Anführungszeichen, da es sich um jeweils eigenständige Bücher handelt) Trilogie von Romanen zum Zustand der amerikanischen Familie, die in diesem Jahr auf Deutsch erschienen sind: Jonathan Saffran Foers Hier bin ich (bei Kiepenheuer & Witsch) und Lori Ostlunds Das Leben ist ein merkwürdiger Ort (als Hardcover bei dtv). Insofern ist eine deutsche Übersetzung von Justins Heimkehr zu begrüßen. Allerdings hat der Beck Verlag als literarischer Verlag einen Ruf zu verlieren, wenn auch er aus Kosten- oder anderen Gründen bei Übersetzungen schlampt, insbesondere wenn man weiß, welche Sorgfalt amerikanische Verlage bei literarischen Übersetzungen aus dem Deutschen walten lassen. Spätestens zur Taschenbuchausgabe sollte die Übersetzung zumindest gründlich überarbeitet werden. Joachim Tiele – 28.11.2016 _________ (1) https://en.wikipedia.org/wiki/Corpus_Christi,_Texas (2) http://www.nytimes.com/2014/08/10/books/review/remember-me-like-this-by-bret-anthony-johnston.html?_r=0 (3) Das kann Jeder anhand der Leseprobe auf der Webseite des Beck-Verlages selbst für sich im Kopf ausprobieren: Die einfache Vergangenheitsform (Präteritum) ins Präsens setzen und Aussagen zur noch weiter zurückreichenden Vergangenheit (etwa im Plusquamperfekt) entsprechend anpassen. Dann liest sich der Prolog sofort flüssiger und ist eher geeignet, den Leser zu packen.

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    • 7
  • Ist Lauren noch am Leben ?

    Falsche Schwestern

    amiga

    09. November 2016 um 22:46

    Nach 13 Jahren steht die tot geglaubte Laurel wieder vor der Türe ihrer Familie. Keiner kann es richtig glauben.Laurel wurde entführt und nie mehr gesehen. Sie beginnt ihre Geschichte zu erzählen. Sie lebte in einem Wald mit Mr.Smith ihrem Entführer der sie erzog und auch immet wieder missbraucht hatte. Laurel dachte sehr oft an ihre Familie und hoffte eines Tages wieder gefunden zu werden. Faith war sehr glücklich dass sie wieder eine Schwester hatte. Nun drehte sich alles um Laurel .Manchmal war es schon Faith zuviel. Es gab Feste und Auftritte im TV.Jeder wollte Laura sehen. Jedoch eined Tages schlägt Faiths Freude plötzlich um. Irgendetwas fühlt sich verdammt falsch an. In Faith wächst ein schrecklicher Verdacht.... Mich hat diese Geschichte sehr berührt muss ich ehrlich sagen. Kindes Entführungen sind immer wieder ein Thema für uns alle. Am Schluss dieses Buches war ich total traurig . MIt desem Ende hatte ich gar nicht gerechnet. Ein Buch dass noch lange nachklingen wird in mir ! Unbedingt lesen : Ich bin total beeindruckt von der Autorin Cat Clark.

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  • dicht, bedrückend, brisant

    Falsche Schwestern

    -Favola-

    08. November 2016 um 09:05

    Den Fall Natascha Kampusch haben wohl damals sehr viele mitverfolgt, denn wenn jemand nach so langer Gefangenschaft frei kommt, bewegt das die Leute und wirft viele Fragen auf."Falsche Schwestern" wird aus der Sicht der jüngeren Schwester erzählt, so dass der Leser hautnah miterlebt, wie es ist, wenn die eigene Schwester 13 Jahre vermisst wird und wie es sich anfühlt, wenn diese dann plötzlich wieder auftaucht.Wenn einer Familie so ein schwerer Schicksalsschlag wie Kindesentführung widerfährt, hinterlässt dies seine Narben. Faiths Eltern haben sich getrennt. Sie lebt bei ihrer Mutter, die über die Jahre alles dafür getan hat, dass der Fall Laurel Logan nie in Vergessenheit geraten ist. Die Wochenenden verbringt sie bei ihrem Vater, der mit seinem Freund zusammen wohnt. Faith hat sich, so gut es geht, mit ihrer Situation arrangiert und versucht, jegliche Aufmerksamkeit zu vermeiden. Das Auftauchen der Schwester lässt sie sehr vieles hinterfragen.Faith hat es wirklich nicht einfach. Erst muss sie jahrelang mit der Situation zurecht kommen, dass zum einen ihre Schwester vermisst ist, zum anderen muss sie miterleben, wie sich ihre Eltern unter dieser schweren Last verändern. Als Laurel dann wieder auftaucht, ist sie zwiegespalten. Selbstverständlich freut sie sich, dass ihre Schwester wieder da ist, doch sie muss auch erst lernen, mit der neuen Familiensituation umzugehen, vor allem, weil sich nun noch mehr alles um Laurel dreht und die Presse an jeder Ecke lauert.Cat Clarke hat eine schwierige und brisante Thematik sehr eindringlich umgesetzt. Zudem erzählt Faith sehr fesselnd. Mit "Falsche Schwestern" bekommen wir eine äusserst interessante Charakterstudie und viel unterschwellige Spannung. Die Emotionen beim Lesen schwanken zwischen Neugierde und Beklemmung, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.Leider verraten die Inhaltsangabe und vor allem der Titel schon sehr viel über die Geschichte. Doch dies ist nur ein Wermutstropfen, "Falsche Schwestern" ist trotzdem sehr spannend.Der Schreibstil von Cat Clarke ist ruhig und eindringlich. Allein mit ihren Charaktere und einer unheimlich dichten Atmosphäre schafft die Autorin es, die Leser total an die Seiten zu fesseln. Sie setzt viel mehr auf den psychologischen Blick in Faiths Gefühlswelt als auf actionreiche Szenen.Fazit:"Falsche Schwestern" ist ein sehr gelungener psychologischer Spannungsroman. Cat Clarke überzeugt mit facettenreichen Charaktere, einer sehr dichten und bedrückenden Atmosphäre und dem brisanten Thema einer Kindesentführung, die sofort unsere Erinnerungen an den Fall Natascha Kampusch wecken.Obwohl der Titel leider schon einiges verrät, konnte ich mich dem Lesesog des Buches nicht entziehen und konnte es kaum noch aus der Hand legen. Eine tiefgründige Geschichte, die man nicht so schnell vergessen wird.

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  • Hat leider nicht komplett überzeugt

    Falsche Schwestern

    MelE

    05. November 2016 um 14:59

    Der Klappentext zu "Falsche Schwestern" versprach echte Hochspannung, der bis zur Mitte des Romans auch sehr gut aufrecht erhalten werden konnte, danach schleicht sich leider ein klein wenig Langeweile und Oberflächlichkeit ein. Es erschien mir, als wäre der Autorin der Atem ausgegangen und sie wollte ihr Story zügig beenden. Mich hat das Ende leider nicht überzeugt, da es unglaubwürdig und die Ereignisse sich überschlugen. Emotional konnte es mich leider nicht packen. Ich hatte schon zuvor die eine und andere Rezension zu "Falsche Schwestern" gelesen und wollte mir unbedingt selbst ein Bild machen. Der Anfang des Buches war wirklich vielversprechend und ich zweifelte an den Aussagen einiger Rezensenten. Als ich immer weiter in der Story voran geschritten war, fing ich an zu verstehen, denn auch mir erschien die Story zu dick aufgetragen und ich sehnte das Ende herbei. Wirklich überrascht wurde ich nicht, denn eine Ahnung, das irgendetwas faul ist an Laurel wird schnell klar. Was es letztendlich tatsächlich ist, konnte mich dann leider nicht mehr umhauen, dafür war es zu seicht und lieblos. Natürlich ist in Anlehnung an den Fall Natascha Kampbusch das Thema immer aktuell, aber dennoch hätte ich irgendwie etwas anderes erwartet. Es passiert alles viel zu nahtlos und der Schrecken der ersten Seite verfliegt. Wir werden in eine zerbrochene Familie gestoßen, die das Schlimmste was es gibt durchmachen müssen: Die Entführung der Tochter / Schwester, 13 Jahre später erscheint diese aus dem Nichts heraus und da sie den DNA Abgleich ablehnt, kommen schon schnell die ersten Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit. Manchmal lassen mich die Geschehnisse innerhalb der Familie meine Zweifel vergessen und ich erlebe Faith als Schwester, die immer im Schatten ihrer älteren Schwester stand und sich selbst unglaublich klein macht. Ich verstehe ihre Schuldgefühle nur bedingt, denn sie war ein kleines Mädchen als ihre Schwester verschwand. Ihre Kindheit wird überschattet durch die Entführung und das die Ehe der Eltern zerbricht, die Mutter Depressionen bekommt, ist ein fast schon natürlicher Vorgang, zumindest nicht ungewöhnlich. Man sollte meinen, es ändert sich von der emotionalen Seite her ein klein wenig, als Laurel wieder auf der Bildfläche erscheint, aber weit gefehlt, denn Faith lebt jetzt noch deutlicher im Schatten ihrer Familie. es ist schon recht grausam, wenn man das eine Kind verherrlicht und das andere nur ganz nebenbei beachtet wird. die Sorgen und Ängste der Eltern sind mehr als überdeutlich, dennoch vergessen sie oft das Kind, welches sie auch gebraucht hätte. Für Fremde ist Faith dadurch interessant, da sie die Schwester des Kindes ist, welches ständig durch die Medien kreist und 13 Jahre lang nicht auffindbar ist. Man hätte aus der Story sehr viel mehr herausholen können und das Ende nicht einfach abwürgen müssen. Mir hat irgendetwas Grundlegendes gefehlt, was ich tatsächlich nicht benennen kann. Fazit: Von mir eine bedingte Leseempfehlung für "Falsche Schwestern", einen Roman, der für die angegebene Altersgruppe ab 14 Jahren absolut passend erscheint, mir aber nicht gefallen wollte, da irgendwann zu viel an Eindrücken entstanden sind, die mich erschlugen, aber leider nicht bewegten. Schade!

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  • In Falsche Schwestern wird nicht nur ein sehr ernstes und emotionales Thema angesprochen,

    Falsche Schwestern

    MaxSanders

    30. October 2016 um 10:03

    ... es ist weiterhin auch der Schreibstil Clarkes, der es heraushebt.Denn dieser spricht den Leser direkt an, rüttelt ihn dabei nahezu wach.Eine Story, die sich in der aktuellen Jugendbuchlandschaft nicht nur durch ihre Thematik abhebt.Falsche Schwestern ist dabei eines der leiseren Bücher, jedoch lässt es den Leser noch lange nachdenken.Tendenziell ist der Ausgang nicht unheimlich schwer zu erahnen und doch möchte man hier sagen der Weg ist das Ziel.

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  • "Falsche Schwestern" von Cat Clarke

    Falsche Schwestern

    calimero8169

    29. October 2016 um 16:04

    InhaltVor 13 Jahren verschwand meine Schweter. Jetzt ist sie wieder da.Nichts ist, wie es war.Stell dir vor, du hast deine Schwester verloren. Kidnapping. Seit der Entführung vergehen deine Eltern vor Kummer. Das Loch, das deine Schwester in der Familie hinterlassen hat, ist immer schmerzhaftpräsent. Alles fällt auseinander. Stell dir vor, deine Schwester taucht plötzlich wieder auf. 13 Jahre später! Bei deinen Eltern ist die Freude riesig. Alle scheinen glücklich, aber sie drängt sich so in den Mittelpunkt, dass für dich kein Platz mehr ist. Sogar deinen Fraund spannt sie dir aus. Doch dann passiert etwas, dass alles verändert.Eindruck"Falsche Schwestern" - eine eigentlich gute Geschichte, deren Umsetzung mich nicht wirklich überzeugen konnte, weil sie für meinen Geschmack zu konstruiert und unwahrscheinlich ist. Vor allem den Schluss halte ich - schon aufgrund des Alters der Hauptpersonen - für utopisch.Den Schreibstil der Autorin fand ich eigentlich sehr angenehm, das erste Drittel konnte mich auch wirklich fesseln, da die Gefühle von verzweifelten Eltern, eine durch die Situation in die Brüchegegangene Ehe und die angespannte Familiensituation gut rübergebracht wurden. Leider ist das im Laufe der weiteren Geschichte für mich verloren gegangen und ich konnte die Verhaltensweisen der Mutter und des Vaters nicht mehr greifen. Einzig Faith's Handeln war für mich irgendwie nachvoll-ziehbar.Der Titel sagt eigentlich schon zuviel über den Inhalt aus und in Verbindung mit bestimmten Handlungen von Laurel war klar was kommt.Den Nebenstrang um Faith und Thomas fand ich recht überflüssig, weil er für die Geschichte an sich nicht viel getan hat.FazitAlles in allem ein nettes Buch für zwischendurch mit einem Thema aus dem man sehr viel mehr hätte machen können.

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  • Etwas weniger wäre hier mehr gewesen

    Falsche Schwestern

    Betsy

    26. October 2016 um 20:38

    Laurel Logan verschwand als sie 6 Jahre alt war und taucht eines Tages, nach 13 quälenden Jahren des Hoffens und Bangens ihrer Familie, wieder auf. Für Faith, ihre jüngere Schwester, stellt sich mit ihrer Rückkehr erneut das Leben auf den Kopf, bis sie sich gar nicht mehr so sicher ist, ob sie wirklich so froh darüber ist, dass Laurel, der einstige Mittelpunkt der Familie, wieder da ist, besonders da sich diese teilweise nicht gerade so verhält wie man es erwarten würde.Ein Buch das zu Beginn gar nicht mal so schlecht ist, aber für das ich letztendlich länger gebraucht habe, als es bei der realtiv großen Schrift und so einem emotionalen Thema brauchen sollte. Wirkliche Spannung kam bei mir nicht unbedingt auf und insgesamt wurde hier viel zu viel an unnötige Rahmenhandlungen verschwendet und etliches war einfach zu klischeehaft bzw. zu ausgeschlachtet. Da wäre zum einen, dass Laurel adoptiert ist, Faith, die immer im Schatten ihrer Schwester stand, obwohl sie quasi noch ein unverhofftes Geschenk für ihre Eltern war, die Trennung der Eltern, sowie ihr Umgang mit der Situation damals und heute, Faith Beziehungskiste mit ihrem Freund usw.Die Geschichte selbst erinnert zu Beginn sehr stark an das Leben von Natascha Kampusch, besonders was auch den scheinbar leichten Umgang mit den Medien betrifft, weshalb viele auch ein Problem mit ihr hatten, weil sie zu wenig traumatisiert erschien. Genauso ergeht es auch Faith, die sich das Verhalten ihrer Schwester teilweise nicht erklären kann und überrascht ist wie diese die Medien für sich nutzt, weshalb sie sich immer wieder einreden muss, dass Laurel sich eben einfach nicht unterkriegen lässt und sich mutig allem entgegenstellt.Zu Beginn kann man sich in die Handlung noch sehr gut reinfühlen und auch das Gefühlschaos, dass Laurels unerwartetes Auftauchen bei allen auslöst ist wirklich gut beschrieben. Allerdings passiert dann wenig spannendes und es erinnert immer mehr an ein Teeniedrama mit simplen Eifersüchteleien unter Geschwistern und Freunden. Am Ende geht dann alles relativ schnell und ich persönlich hatte auch meine Probleme damit wie es endet, da es nicht gerade sehr glaubwürdig ist. Gerade was die polizeilichen Ermittlungen betrifft fiel es mir sehr schwer es realistisch zu finden. Man weiß am Anfang sehr schnell worauf es unter anderem wohl hinauslaufen wird, besonders bei Laurels ständiger Weigerung eines DNS-Tests, was ich dann eben nicht gerade gut durchdacht fand, da der Polizei ja bereits ein Haar oder eine benutzte Zahnbürste gereicht hätte und man nicht unbedingt eine direkte Speichelprobe braucht, auch wenn das natürlich die beste Lösung ist.Zu guter Letzt muss ich hier noch sagen, dass der Originaltitel "The lost and the found" viel besser zu dem Buch passt und mehr Interpretationsmöglichkeiten bezüglich des Inhaltes bietet als der recht einfallslose deutsche.Fazit: Guter Anfang, aber danach einfach mehr oder weniger enttäuschend. Das Ende konnte mich jetzt nicht überzeugen, auch wenn es dann zumindest teilweise noch interessant wurde, aber es war einfach zu simpel gestrickt und zu schnell abgehandelt um wirklich zu überzeugen, während davor viel Zeit auf scheinbar unwichtiges verschwendet wurde. Die Charaktere blieben großteils auch leider sehr blass und manches Mal verhielten sie sich ganz anders als zu Beginn, was total unnatürlich wirkte. Besonders gegenüber dem Freund von Fait und ihrer besten Freundin wurde etliches angedeutet, aber dann auch wieder fallengellasen. Vieles wirkte zu gewollt und konstruiert für mich und letztendlich hat es mich emotional einfach nicht überzeugen können. Die ganzen, fast schon zu theatralischen, Nebenhandlungen waren einfach zuviel des Guten und verloren sich dann auch irgendwie in Banalitäten. Emotionales und spannendes Thema, welches hier leider nicht so gut umgesetzt wurde.

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  • Ein Roman mit Sogwirkung!

    Falsche Schwestern

    Damaris

    25. October 2016 um 16:19

    "Falsche Schwestern" erinnert sofort an den Fall Natascha Kampusch. Es geht um eine Entführung, bei der ein Mädchen nach 13 Jahren zu ihrer Familie zurückkehrt. Was ist mit ihr geschehen? Warum konnte sie entkommen? Autorin Cat Clarke hat um ihre Idee einen packenden Jugendroman geschrieben, bei dem Buchbeschreibung und Titel schon einiges vorwegnehmen, der deshalb aber nicht weniger packend ist. Erzählt wird die Geschichte von Faith, der jüngeren Schwester der entführten Laurel. Sie hat eine unheimlich packende Art zu berichten, wirkt oft etwas zynisch und ernsthaft, kommt aber in ihrem Leben gut zurecht. Es geht im Roman nicht nur um ihre zurückgekehrte Schwester, sondern vor allem um Faith' Gefühle und ihre Anstrengungen mit der neuen, wieder auf Anfang gestellten Familiensituation klarzukommen. Seit Lauren entführt wurde, hat sich in der Familie einiges geändert. Faith lebt mit ihrer Mutter zusammen, der Vater hat mit seinem Freund eine gemeinsame Wohnung. Hier verbringt Faith, und später auch Lauren, die Wochenenden. Faith hat einen Freund und ist in der Schule gut integriert, sie hat Pläne für ihre Zukunft und muss jetzt, da ihre Schwester wieder zu Hause ist, vieles neu überdenken. Man kann als Leser absolut nachvollziehen, wie zwiespältig sich Faith fühlt. Auf der einen Seite sollte sie sich freuen, dass Lauren wieder da ist (was sie auch tut), auf der anderen Seite ergeben sich damit für sie Einschränkungen und neue Situationen, die sie bisher nicht hatte - plötzlich geht es innerhalb der Familie, der Presse und Öffentlichkeit nur noch um Lauren. "Falsche Schwestern" ist ein Buch, das man kaum zur Seite legen kann. Ich fühlte mich immer hautnah dabei, hatte von Anfang an ein sehr neugieriges, aber beklemmendes Gefühl beim Lesen. Irgendwann, für meinen Geschmack etwas spät, kommt es zu kleinen, nebensächlichen Ungereimtheiten, nach denen man das ganze neue Familienbild in Frage stellt. Diese Dinge sind gut in die Geschichte eingeflochten, wirken nicht wie ein Paukenschlag, sondern sehr subjektiv. Wie die Geschichte zu Ende gebracht wird, ist zwar fast unmittelbar vorhersehbar, darum aber nicht weniger schlimm, nicht weniger beängstigend. Die Lösung, die Faith und Lauren für die ganze Situation haben, ist nachvollziehbar, aber gleichzeitig eher überzogen und unrealistisch. Dennoch endet das Buch mit einem Absatz, der Gänsehaut macht, vieles in ein neues Licht rückt und nachdenklich stimmt. Zusammengefasst: Wer Bücher mit Sogwirkung und polarisierenden, bestürzenden Erlebnissen mag, der muss "Falsche Schwestern" lesen. Man kann das Buch nicht zur Seite legen. Trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit will man unbedingt ganz genau wissen, was los ist, wie sich alles entwickelt, und wird am Ende manches neu beurteilen. Die Geschichte ist perfekt erzählt, wirkt auf eine ruhige Weise sehr treibend und aufwühlend. Sie bleibt im Gedächtnis.

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  • Rezension zu "Justins Heimkehr" von Bret Anthony Johnston

    Justins Heimkehr

    Darcy

    "Seitdem lebten sie ohne Richtung, stolperten getrennte Wege entlang, über denen viele Fragezeichen hingen." Als Eric und Laura Campbell eines Tages einen Anruf erhalten, man habe ihren verschollenen Sohn gefunden und sie sollten zur Staatsanwaltschaft kommen, um den Jungen zu identifizieren, wagen sie zuerst nicht zu glauben, dass es sich bei diesem tatsächlich um Justin handeln könnte. Vier Jahre nach dessen Verschwinden rechnen sie nicht mehr damit ihn wiederzusehen, auch wenn sie jeden Tag darauf hoffen. Die anfängliche Freude der Familie nach der Wiedervereinigung, die ihnen wie ein Wunder erscheint, ist riesengroß, doch schnell machen sich auch Probleme bemerkbar. Der ältere Justin ist selbstverständlich ein völlig anderer Mensch als der Zwölfjährige, den die Familie damals verloren hatte; er verhält sich reserviert und ernsthaft wie ein dankbar Gast und gibt nur wenig von sich preis. Seine Familie wird von der Polizei dazu angehalten, ihm keine Fragen über die Zeit bei seinem Entführer zu stellen, sondern ihm lediglich zuzuhören, wenn er von sich aus anfängt zu reden. Aus therapeutischer Sicht konnte ich dies verstehen, allerdings ist es für die Familie sehr schwierig dem Folge zu leisten, da sie nicht wissen, was Justin tatsächlich erlebt hat und wie sie mit ihm umgehen sollen. Stattdessen spricht Justin mit einer Jugendpsychologin, zu der er einen guten Draht zu haben scheint, über das, was ihn belastet. Mich hat es einigermaßen überrascht, dass nicht die ganze Familie therapeutische Hilfe bekommt, die sie sicherlich gebraucht hätten, auch weil es ihnen offensichtlich schwer fällt, miteinander zu reden und sie alle versuchen, die Dinge mit sich selbst auszumachen. Die häufigen und unmittelbaren Persepektivwechsel lassen den Leser das Geschehen von allen Seiten betrachten und zeigen, wie unterschiedlich die Familienmitglieder mit den traumatischen Ereignissen umgehen. Eric hat eine romantische Affäre, von der seine Frau nichts ahnt, die niemanden mehr an sich heranlässt und die Schuld für Justins Verschwinden bei sich selbst sucht. Neben ihrer Stelle in einer Reinigung arbeitet Laura ehrenamtlich im "Sea Lab", wo ein kranker Delfin gepflegt wird, vermutlich um sich abzulenken. Justins jüngerer Bruder Griff scheint zunächst am besten mit allem klarzukommen, nach und nach wird aber deutlich, wie schwer es für ihn ist, dass fast die gesamte Aufmerksamkeit seiner Eltern sowohl vor als auch nach dessen Rückkehr auf Justin ruht. Trotzdem verhält Griff sich ihm gegenüber sehr rücksichtsvoll, zum Beispiel indem er heimlich Skaten übt, da er seinen Bruder nicht traurig machen will, der dies in den letzten Jahren beinahe völlig verlernt hat. Von allen Figuren in dem Buch mochte ich Griff am liebsten. Als Ablenkung von der komplizierten Situation innerhalb seiner Familie dient dem Vierzehnjährigen seine Beziehung zu der älteren Fiona, die mir am Ende ebenfalls sympathisch war, nachdem ich erst nicht so recht wusste, was ich von ihr halten sollte. Insgesamt gelingt es dem Autor sehr gut, die komplexen Gedanken und Emotionen der Figuren darzustellen sowie Verständnis für ihr Verhalten und die verschiedenen Sichtweisen zu schaffen. Das gilt sogar für Cecil, Erics Vater und Großvater von Justin und Griff, der nach der Entlassung des Entführers Dwight Harrel auf Kaution aus dem Gefängnis zu allem bereit zu sein scheint, damit dieser seiner Familie nie wieder etwas antun kann. Andererseits fällt es mir auch schwer zu sagen, ich könnte ein bestimmtes Verhalten nicht nachvollziehen, da man ja niemals wissen kann, wie es sich wirklich anfühlt, in so einer Situation wie der von Justins Familie zu stecken und wie man selbst dann reagieren würde. Ungewöhnlicherweise erhalten Justin als Opfer und Harrel selbst keine eigene Stimme, sodass der Leser sie nur durch die Augen der anderen Figuren sieht. Ich fand das nicht schlecht, da somit, besonders in Justins Fall, sehr viel Interpretationsspielraum für alles, was er tut, bleibt. Auf der anderen Seite wäre es sicherlich spannend gewesen, mehr über das Innenleben der beiden zu erfahren. In einem Interview meint Johnston hierzu, dass Justin zu dem Zeitpunkt, als die Geschichte spielt, wohl noch nicht bereit gewesen wäre, über seine traumatischen Erlebnisse der letzten Jahre zu berichten. Der Leser erfährt so gut wie nichts über Justins Zeit bei Harrel, eventuell vorhandene Neugierde oder Sensationslust wird nicht befriedigt. Stattdessen herrscht insgesamt eine bedrückende und unheilvolle Atmosphäre vor. Jedoch erzählt Justin Griff bei einem gemeinsamen nächtlichen Ausflug, er habe im Haus des Entführers, nur etwa eine Autostunde von dem seiner Eltern entfernt, ein relativ normales Leben, mit einer Schlange als Haustier und einigen Freunden, geführt und die von seiner Familie organisierten Suchaktionen mitbekommen. Daraufhin habe ich mich gefragt, warum Justin unter diesen Umständen nie versucht hat zu fliehen und ob er womöglich sogar nicht unfreiwillig bei Harrel blieb, was aber zufriedenstellend aufgelöst wird. Trotzdem ist es immer noch ein wenig verwunderlich, dass es vier Jahre gedauert hat, bis jemand Justin als den Jungen von den Suchplakaten, die seine Eltern und die freiwilligen Helfer überall aufgehängt hatten, wiedererkannte. Durch das Auffinden einer Leiche im Prolog, deren Identität zunächst ein Rätsel bleibt, schließlich aber geklärt wird, ist die Geschichte außerdem durchweg spannend. Das Buch macht von außen einen hochwertigen Eindruck und ich finde das Cover sehr schön, auch wenn es nicht gleich erkennen lässt, was für eine Geschichte sich dahinter verbirgt, und nur der Pickup auf die USA als Handlungsort hinweist. Leider fand ich, dass das Ende der Geschichte nicht ganz zu den Ereignissen unmittelbar davor passt und dass Johnston es sich damit etwas zu einfach gemacht hat. Der detailreiche und bildhafte Schreibstil des Autoren hat mir dafür sehr gut gefallen. Bret Anthony Johnston, Jahrgang 1971, unterrichtet Fiction Writing an der Havard University und hat mit "Justins Heimkehr" ("Remember Me Like This") sein Romandebüt vorgelegt. Ich bedanke mich beim C. H. Beck Verlag, dass ich ein Exemplar dieses schönen und eindringlichen Buches gewinnen und an der Leserunde dazu teilnehmen konnte.

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