Catalin Dorian Florescu Der Mann, der das Glück bringt

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Inhaltsangabe zu „Der Mann, der das Glück bringt“ von Catalin Dorian Florescu

<p>Ray und Elena lernen sich in einer dramatischen Nacht in New York kennen. Sie ist eine Fischerstochter aus dem Donaudelta, er ein erfolgloser Künstler, der noch an den Durchbruch glaubt. Sie muss die Asche ihrer Mutter nach Amerika bringen, er will erreichen, was sein Großvater für sich erhoffte. Ihre geheimnisvollen Lebenswege finden in jenem Augenblick zusammen, als sie sich entscheiden können, einander erzählend zu vertrauen. Ihre Familiengeschichten führen den Leser in die Welt New Yorks vor hundert Jahren und in das magische Universum des Donaudeltas. In seinem spannenden, an Fabulierlust und Überraschungen reichen Roman, der von 1899 bis in die Gegenwart reicht, lässt Catalin Dorian Florescu zwei Erzählstimmen abwechselnd zu Wort kommen. So entsteht das Bild eines fantastischen und harten Jahrhunderts zwischen dem Schwarzen Meer und der amerikanischen Metropole. Ein Roman voller Tragik und Komik, der gleichzeitig eine literarische Reverenz an die Fähigkeit des Menschen ist, sein Glück zu suchen, zu überleben und allen Widrigkeiten zum Trotz zu lieben.</p>

Ein anstrengendes Buch was viel Konzentration benötigt aber es lohnt sich

— LostHope2000

Der Autor ist ein Meister des Fabulierens! Was für ein wunderbares Buch!

— Mira20

Bewegende Vereinigung von Generationen und Ländern!

— tina317852

Ein tief bewegendes Buch

— Marie1971

Sehr liebevoll erzählt - aber an manchen Stellen doch etwas zu langatmig

— schickchriska

Ein intensiver, sprachgewaltiger Roman der fesselt und entführt - ein sprachliches Meisterwerk, was gegen Ende jedoch leider schwächelt.

— Magena

Das Buch bei mir einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen, insgesamt hat es mich nicht überzeugt.

— lisibooks

Wunderbar feinfühlige und detaillierte Erzählungen über zwei Schicksale, zwei Kontinente und ein ganzes Jahrhundert hinweg.

— Jessy1189

Dieser Roman verzaubert durch eine Intensität an Gefühlen, die selten beim Lesen entstehen.

— Gela_HK

Ein beeindruckender Roman über Träume, Glück und die vielen Facetten des Lebens.

— Sikal

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  • Bewegende Geschichte!

    Der Mann, der das Glück bringt

    tina317852

    21. August 2016 um 13:14

    Ray und Elena lernen sich in einer tragischen Nacht in New York kennen. Ihre Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen aufeinander und vereinen sich zu einer gemeinsamen Geschichte. Sie, Elena, kommt aus Rumänien, ist in kleinen Dörfern nahe der Donau aufgewachsen und er, Ray, in der lebendigen Großstadt New York. Ihre Geschichte nähert sich über das Leben ihrer Großeltern an, die schon ein Jahrhundert zuvor den Wunsch verspürten ihr Glück und ihren Platz im Leben zu finden. Sehr gut gefällt mir die Annäherung und die wechselnden Perspektiven der Erzählung. Dadurch taucht man tief in die Geschichte und die Zeit ein und fragt sich doch immer wieder wo das eigentlich hin führen soll. Der Autor lässt dadurch einen Spannungsrahmen entstehen, der einen mit Ray und Elena mitfühlen lässt.   Elena wächst in verschiedenen Pflegefamilien am Rande der Donau auf, und weiß lange nicht genau wer ihre Familie ist. Sie ist eine starke Protagonistin, die sich aber genau wie Ray von ihrer Vergangenheit leiten lässt. Ray versucht in New York die Träume seines Großvaters zu erfüllen, was ihm nur mühsam gelingt und erst, als er auf Elena trifft, und ihr in ihre Heimat folgt, wirklich glückt. Das Buch wird überwiegend von der Geschichte des Lebens von Rays Großvater bestimmt, wodurch sich immer wieder parallelen zu den Leben von Ray und Elena finden. Ich kann das Buch nur weiter empfehlen, es ist eine bewegende Geschichte, die es schafft Generationen und Länder zu vereinen.

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  • LovelyBooks Lesesommer 2016 - Woche 7

    Memory Wall

    aba

    Manche fahren in den Urlaub, wir haben den LovelyBooks Lesesommer!10 Wochen gibt es beim LovelyBooks Lesesommer literarische Überraschungen, Buchtipps und nebenbei dürft ihr euch natürlich auch auf tolle Buchverlosungen freuen!Jede Woche verlosen wir einen Titel oder ein traumhaftes Buchpaket und geben euch reichlich Buchtipps, damit keine sommerliche Leselücke entsteht.In der 7. Woche begrüßt euch der Verlag C.H.Beck auf unserer Übersichtsseite mit fantastischen und hochwertigen Buchtipps. Das Beste von allem: Ihr könnt auch etwas gewinnen!Zusammen mit dem Verlag C.H.Beck verlosen wir diese Woche 5 tolle Buchpakete bestehend aus folgenden Titeln:"Memory Wall" von Anthony Doerr"Der Mann, der das Glück bringt" von Catalin Dorian Florescu"Never Say Anything" von Michael LüdersSeid ihr dabei? Dann antwortet bitte über den "Jetzt bewerben-Button" bis zum 17.07. auf folgende Frage, wenn ihr eins der wunderbaren Buchpakete gewinnen möchtet*:"Unser Leben, unsere Welt werden durch unsere Erinnerungen zusammengehalten"In "Memory Wall" verliert die 74-jährigen Alma ihr Gedächtnis. Damit verschwinden die Erinnerungen an wunderbaren Orten, in denen sie im Laufe ihres Lebens gewesen ist.Welchen Ort auf diesem Planeten werdet ihr für immer in Erinnerung behalten? Was habt ihr da erlebt, was macht diesen Ort so besonders für euch? Erzählt uns darüber!Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!* Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken.Mehr Infos zu den Büchern findet ihr hier!

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    • 196
  • Ein tief bewegendes Buch

    Der Mann, der das Glück bringt

    Marie1971

    12. June 2016 um 20:51

    Der Mann, der das Glück bringt. Was stellt man sich bei diesem Titel vor. Alles nur nicht das, was man in diesem Buch findet. Das Cover ist wunderschön gestaltet. Diskret, und aussagekräftig. Die Geschichte ist im Erzählstil gehalten und verzaubert dadurch noch mehr. Sie spielt in zwei Zeitabschnitten, die ineinanderfliessen ohne dass es stört. Ray, der die Geschichte seines Grossvaters erzählt und Elena kennenlernt. Dabei hat auch sie eine tragische Familiengeschichte. Es ist dieses was die beiden verbindet und noch viel mehr. Der Charakter niemals aufzugeben auch wenn das Leben einem manch schwere Prüfungen auferlegt. Kann man die Vergangenheit, die schwierige Familiengeschichte ablegen? Der Erzählstil erlaubt eine gewisse Distanz zu den tragischen Ereignissen die sich auf beiden Seiten der grosselterlichen Lebensgeschichten abgespielt haben. Einmal der tragische Überlebenskampf in einem New York, wo arm auf reich trifft. Krankheit und Tod auf Lebenslust. Houdini im selben Atemzug wie Caruso und Zwerge genannt wird. Auf der anderen Seite das Donaudelta in dem Lepra einhergeht mit Verbannung und einem Leben geprägt von Verstümmelung und Verzicht. Dieses Erbe lastet auf den Schultern von Ray und Elena, die, jeder auf seine Art, charakterlich dadurch stark geprägt sind. Als Enkelkinder in unserer Zeit nun ihren Frieden mit dem Ganzen finden müssen und ihren eigenen Überlebenskampf führen müssen. Florescu erzählt, ohne zu urteilen. Verbindet die alte Welt mit der Neuen. Traut sich Themen aufzugreifen, die unmenschliche Verhältnisse hervorbringen und doch, früher wie heute, allgegenwärtig sind. Und dann vor allem dem Leser diese vorbehaltlos, realitätsnah, authentisch mit auf den Weg zu geben. Gerade weil immer noch Überlebenskämpfe tagtäglich stattfinden, ist dieses Buch ein Wegweiser. Nicht verurteilen sondern zuhören. Nicht weglaufen sondern helfen. Und vor allem eines tun, nie aufgeben!

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  • Das beste Buch des Jahres

    Der Mann, der das Glück bringt

    haberland86

    08. April 2016 um 23:20

    Mit wenigen Worten eine ganze Welt erschaffen, in die der Leser eintauchen kann, das können nicht viele Autoren. Florescu ist einer derer denen das gelingt. Und so war ich bereits nach wenigen Seiten – von einem grandiosen Schreibstil verzaubert – komplett in der Geschichte versunken. Stets hatte ich das Gefühl komplett in die Protagonisten hineinzuschlüpfen, durch deren Augen zu sehen und die Umgebung mit ihren Sinnen wahrzunehmen. Die Abenteuer, der Hauptfiguren waren mal spannend, mal lustig, dann wieder dramatisch oder tottraurig aber jedes Mal überraschend und unvorhersehbar. Nebenbei erfuhr ich geschichtliche Hintergründe, die mir bislang gänzlich unbekannt waren. Die vollständige Rezension findet sich auf meinem Blog.

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  • Ein sprachgewaltiger und berührender Roman

    Der Mann, der das Glück bringt

    Buecherwurm1973

    Ray erzählt aus dem Leben seines Grossvaters beginnend im Dezember 1899 in New York. Der Jahrtausendwechsel steht bevor. Der Junge, der sein Name ständig wechselt, verdient sein Geld mit Zeitungen verkaufen und anderen Jobs. Doch er hat einen Traum. Er möchte die Menschen mit seinem Gesang glücklich machen. Ray wird die Geschichte seiner Familie erzählen, bis er bei seiner eigenen Lebensgeschichte ankommt. Im zweiten Kapitel setzt der zweite Handlungsstrang ein. Der Leser wird ins wilde Donaudelta zur selben Zeit geschickt. Dort begegnet er Leni. Sie ist nach vier Fehlgeburten wieder schwanger. Diesmal geht alles gut und sie schenkt einer Tochter das Leben. Das Kind wird Elena getauft. Bei ihrem Vater steckt sie sich mit Lepra an. Nachdem sie in eine Leprastation verfrachtet wurde, muss sie alle ihre Träume von Amerika verwerfen. In der Station wird sie eine Tochter gebären und sie ebenfalls Elena taufen. Sie erzählt diesen Erzählstrang. Am Schluss kommen die beiden Handlungen in New York zusammen. Leider ist dies dem Autor nur bedingt gelungen. Bis zu diesem Zeitpunkt gleitet der Leser mit den Geschichten durch das Zeitgeschehen. Doch das Zusammentreffen der dritten Generation – Ray und Elena – gestaltet sich etwas mühsam zum Lesen. Plötzlich steht alles still. Nach einigem Nachdenken nach dem Lesen bin ich zum Entschluss gekommen, dass es vielleicht vom Autor so gewollt war. Denn es ist der 11. September 2001. Da stand die Welt still. Der Autor hat einen wunderbaren Schreibstil gewählt. Auf der einen Seite lässt er den Leser das harte Leben spüren. Man spürt die Kraft der Bilder, welche beim Lesen entstehen. Zum anderen lässt er die Poesie einfliessen. Oft denkt man „was für ein schöner Satz“ oder „Boah, das hat er schön geschrieben“. Neben den Familiengeschichten lässt er auf eine pfiffige Art das Zeitgeschehen einfliessen. So zum Beispiel wird die Zeitung gelesen und aufgezählt, was gerade in der Welt geschah. Das hilft dem Leser die Zeit einzuschätzen. Das Buch lässt einen über Moralvorstellungen der damaligen Zeit nachdenken. Einiges kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Doch niemals darf man die damaligen Moralvorstellung und den Zeitgeist mit der jetzigen Zeit vergleichen. Wir können uns kaum vorstellen ohne Elternhaus und hungrig aufzuwachsen. Was für ein sprachgewaltiger und berührender Roman!

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  • Leserunde zu "Der Mann, der das Glück bringt" von Catalin Dorian Florescu

    Der Mann, der das Glück bringt

    aba

    Eine Reise zwischen dem Donaudelta und New York Mit seinem neuesten Roman "Der Mann, der das Glück bringt" ist dem preisgekrönten Schriftsteller Catalin Dorian Florescu eine zugleich bewegende und spannende Geschichte um Auswanderung und Neuanfang in einer fremden Welt gelungen. Mit den beiden Erzählern Ray und Elena reist der Leser vom Donaudelta bis nach New York und lässt das 20. Jahrhundert Revue passieren. "Der Mann, der das Glück bringt" ist ein wahrhaft literarisches Abenteuer! Zum Inhalt Ray und Elena lernen sich in einer dramatischen Nacht in New York kennen. Sie ist eine Fischerstochter aus dem Donaudelta, er ein erfolgloser Künstler, der noch an den Durchbruch glaubt. Sie muss die Asche ihrer Mutter nach Amerika bringen, er will erreichen, was sein Großvater für sich erhoffte. Ihre geheimnisvollen Lebenswege finden in jenem Augenblick zusammen, als sie sich entscheiden können, einander erzählend zu vertrauen. Ihre Familiengeschichten führen den Leser in die Welt New Yorks vor hundert Jahren und in das magische Universum des Donaudeltas. In seinem spannenden, an Fabulierlust und Überraschungen reichen Roman, der von 1899 bis in die Gegenwart reicht, lässt Catalin Dorian Florescu zwei Erzählstimmen abwechselnd zu Wort kommen. So entsteht das Bild eines fantastischen und harten Jahrhunderts zwischen dem Schwarzen Meer und der amerikanischen Metropole. Ein Roman voller Tragik und Komik, der gleichzeitig eine literarische Reverenz an die Fähigkeit des Menschen ist, sein Glück zu suchen, zu überleben und allen Widrigkeiten zum Trotz zu lieben. Leseprobe Zum Autor Catalin Dorian Florescu, geboren 1967 in Timisoara in Rumänien, lebt als freier Schriftsteller in Zürich. Er veröffentlichte die Romane "Wunderzeit" (2001), "Der kurze Weg nach Hause" (2002) und "Der blinde Masseur" (2006). Er erhielt zahlreiche Preise – u. a. den Anna Seghers-Preis und 2011 den Schweizer Buchpreis. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Josef von Eichendorff- Literaturpreis für sein Gesamtwerk geehrt. Für das Manuskript des neuen Romans erhielt er das Werkjahr der Stadt Zürich. Wenn ihr mehr über die Hintergründe zum Roman erfahren möchtet, dürft ihr dieses schöne Interview mit Catalin Dorian Florescu nicht verpassen! Möchtet ihr zusammen mit Ray und Elena dieses literarische Abenteuer erleben? Wenn ihr durch das 20. Jahrhundert reisen, und euch darüber im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchtet, dann bewerbt euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* bis zum 17.02. für eins der 25 Exemplare von "Der Mann, der das Glück bringt", die wir zusammen mit C.H.Beck verlosen. Ihr müsst nur auf folgende Frage antworten: "Der Mann, der das Glück bringt" ist auch eine Geschichte des 20. Jahrhunderts. Welches ist aus eurer Sicht das größte Ereignis des 20. Jahrhunderts? Und warum? Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten! Viel Glück! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken.

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    • 746
  • Über die Vergangenheit, die die Zukunft zweier Menschen formt….

    Der Mann, der das Glück bringt

    bearelic

    27. March 2016 um 19:39

    Meine Meinung: Nachdem ich erst ein anderes Buch zuvor beendet hatte, dessen Schreibstil in eine komplett andere Richtung ging, war ich froh über diese feinfühlige, detailreiche und leicht melancholische Geschichte von Ray und Elena. Die Art der Erzählweise zu den verschiedenen Perspektiven und das die Kapitel sich je nach Protagonist abwechseln, sowie die Art, wie der Autor es später löst, wenn Ray und Elena zusammen ihren Weg beschreiten, hat mir gut gefallen. Auch wenn ich eingestehen muss, dass mir zu Beginn der erste Abschnitt über die detailreichen Beschreibungen über das harte Leben in London besser gefielen, als das langatmige Leben im Donaudelta, so hat sich meine Meinung hierzu später korrigiert, als ich immer mehr in das sagenumwobene Rumänien eintauchte und mich auf das Abenteuer mit den verschiedenen Elenas einlassen konnte. Dennoch erschien mir die Erzählerstimme hier oft etwas anstrengend und manche Sätze musste ich mehrmals lesen, um sie im Ganzen zu begreifen...so tiefgründig und intensiv schienen sie mir. Alles in allem war ich bereits nach kurzer Zeit von der melancholischen Stimmung der beiden ineinander versponnenen Geschichten gefesselt und konnte es kaum erwarten, die nächsten Seiten zu lesen, um zu erfahren wann die beiden Schicksale zusammengeführt werden. Leider fand ich es dann fast ein wenig zu konstruiert, dass Elena ausgerechnet an diesem schicksalhaften Septembertag in New York unterwegs war und eher zufällig auf Ray trifft. Das ist mein einziger wirklicher Kritikpunkt in der ganzen Geschichte, aber für mich verzeihbar bei dem sonst so wunderbaren Werk und dem für mich gelungenen Abschluss. Catalin Dorian Florescu schafft es über drei Generationen hinweg einen Faden zwischen den Kontinenten zu spannen und Schicksale zu verbinden. Kulturelle Details, wie die jüdischen Feiertage oder den rumänischen Aberglauben, greift er auf wie einzelne Teile einer Melodie, um sie zu einer Symphonie zu vereinen. Die Einzelschicksale haben mich berührt und auch die Menschen, die nur ein kurzes Gastspiel in der Geschichte hatten, haben mich emotional mitgenommen.   Fazit: Mit „Der Mann, der das Glück bringt“ habe ich einen unglaublich sensiblen Erzähler für mich entdeckt, der es dennoch schafft, uns die Realität schonungslos vor die Füße zu legen. Catalin Dorian Florescu beherrscht die Kunst, in deutscher Sprache zu erzählen, obwohl  er als Jugendlicher über Amerika in die Schweiz immigrierte. Seine osteuropäische, melancholische Stimme kommt in seinem Roman über Verlust, Verzicht und schicksalhaften Begegnungen, dennoch wunderbar zur Geltung und hat mich durchweg bezaubert. Auch wenn dies das erste Buch des Autors war, wird es ganz sicher nicht mein Letztes sein und kann nur jedem ans Herz gelegt werden, dessen Seele nach ein bisschen Poesie verlangt…  

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  • Um zu wissen, wohin wir gehen, müssen wir wissen, woher wir kommen!

    Der Mann, der das Glück bringt

    Insider2199

    23. March 2016 um 18:37

    Um zu wissen, wohin wir gehen, müssen wir wissen, woher wir kommen! Der am 27. August 1967 in Timişoara, Rumänien geborene Autor floh im Sommer 1982 mit seinen Eltern in den Westen und wohnt seitdem in Zürich; mittlerweile ist er Schweizer Bürger. Florescu studierte Psychologie und Psychopathologie an der Universität Zürich und arbeitete anschließend als Psychotherapeut in einem Rehabilitionszentrum für Drogenabhängige. Seit 2001 ist er freier Schriftsteller und veröffentlichte sein Debüt „Wunderzeit“. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Josef von Eichendorff- Literaturpreis für sein Gesamtwerk geehrt. Zum Inhalt: Als ein tragisches Ereignis den erfolglosen Künstler Ray mit der Fischerstochter aus dem Donaudelta, Elena, die gerade die Asche ihrer Mutter in die USA gebracht hat, in New York zusammenführt, erzählen sich die beiden gegenseitig ihre Lebensgeschichten: Ray berichtet von seinem Großvater, der sich 1899 in NY als 15-jährige Waise durchschlagen musste und Elena erzählt von ihrer Mutter, die in Rumänien Armut, Krankheit und Leid ertragen musste. Dieses Wissen über den anderen schafft sowohl Vertrauen als auch Nähe und ebenso eine immer größer werdende Hoffnung auf ein besseres Leben. Meine Meinung: Der Aufbau des Romans ist meines Erachtens sehr innovativ, denn er bestreitet neue Wege: der Autor bringt seine Helden über den Weg ihrer Lebensgeschichten zusammen. In einem Interview, das ich mir auf youtube angeschaut habe, sagt er, dass er Menschen nie losgelöst von ihrer Umgebung sieht, d.h. wenn ein Paar eine Beziehung zueinander eingeht, dann interessiert ihn hauptsächlich auch das „Drumherum“ und dazu gehört v.a. die Familie, die deren Werte bestimmt und ihre Sicht auf die Welt beeinflusst. Zitat aus dem youtube-Interview: "Ich integriere die Multidimensionalität des Menschen und zeige wie er dauernd ein Gewordener ist und dauernd im Werden ist, denn auch er hinterlässt Spuren in der nächsten und übernächsten Generation." Und gerade dieser Ansatz, den ich als positiv sehe, ist gleichzeitig auch ein wenig mein Kritikpunkt, denn am Ende drängt sich das Gefühl auf, dass der Autor sich ein wenig zu weit von seinen Helden entfernt hat, sodass beim tatsächlichen Aufeinandertreffen der Protagonisten die Geschichte nicht ganz stimmig abgeschlossen wird. Man bleibt als Leser mit dem eigentümlichen Gefühl eines Mangels zurück, und v.a. fragte ich mich etwas verwirrt, was der Autor mir mit dieser Geschichte eigentlich erzählen wollte, d.h. für meinen Geschmack fehlt etwas der Kern, die Prämisse, der Aha-Effekt. Normalerweise würde ich solche inhaltlichen Mängel strenger bewerten, wenn da diese poetische Sprache nicht wäre. Sprachlich und stilistisch hat mich also der Autor auf ganzer Linie überzeugt. Und zu wissen, dass der gebürtige Rumäne in Deutsch schreibt, einer Sprache, mit der er nicht aufgewachsen ist, sondern die er später gelernt hat, beeindruckt mich umso mehr. "Wie ich den Himmel voller Wolkenkratzer gesehen habe. Sie wachsen dort wie mächtige, kalte Eiszapfen in prähistorischen Höhlen. Die Menschen liegen darin übereinandergestapelt und üben für den Tod. Sie sind auf halber Strecke nach oben, aber genauso weit ist es bis nach unten. Sie sind effizient, sie wollen keine Zeit verlieren. Von dort aus kann man gleich schnell emporsteigen oder zur Hölle fahren." (S. 302) Fazit: Zwar ein 1-Stern-Abzug für ein nicht ganz stimmiges Ende, aber ein handwerklich und sprachlich überzeugender Roman, den ich jedem Leser bedenkenlos empfehlen kann. Ich wäre durchaus geneigt, noch weitere Werke dieses Autors zu lesen und behalte ihn daher auf meiner Watch List.

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  • Ein intensives Jahrhundert

    Der Mann, der das Glück bringt

    Magena

    22. March 2016 um 16:51

    Ein ganzes Jahrhundert in einem Roman. Catalin Dorian Florescu zeigt uns das New York zur Jahrhundertwende. Das New York der armen Menschen, das New York von Rays Großvater. Ein Junge ohne Eltern, ohne ein zu Hause. Einfühlsam, poetisch und doch mit aller Härte lernen wir das Leben im Ghetto von New York kennen. In einem zweiten Erzählstrang erzählt uns Elena vom ebenfalls entbehrungsreichen Leben ihrer Mutter im Donaudelta Rumäniens in einer Zeit zwischen den beiden Weltkriegen Europa. Doch von den politischen Dramen ist im magischen, verträumten und langsamen Donaudelta nichts zu spüren. Ganz allein auf sich gestellt leben hier die Menschen im Einklang mit dem Fluss. Nur die Schlagzeilen in den Zeitungen bieten ein Fenster hinaus zur Welt. Fast wie ein roter Faden ziehen sich die in den Erzählungen genannten Zeitungs-Schlagzeilen sowohl in New York, als auch im Donaudelta und bieten nicht nur den Protagonisten ein Fenster in die Welt, sondern auch dem Leser eine zeitliche Orientierungshilfe im 20. Jahrhundert. Der Roman ist sprachgewaltig, poetisch und intensiv. Ein sprachliches Meisterwerk! Auch die Handlung ist geschickt gestrickt und fesselt den Leser. Anfangs stiften die zwei verschiedenen Erzählstränge kurzzeitig Verwirrung, und auch die Betitlung der Protagonisten als Großvater und Mutter ist anfangs erst etwas gewöhnungsbedürftig. Doch durch Florescus kunstvolle Sprache ist man schnell im Roman gefangen und mag es nicht mehr beiseite lesen. Gleichsam ist es eine ruhige, langsame Erzählung. Die Charakterzeichnung des Großvaters ist sehr gut gelungen und gebannt hing ich an seinen Fersen, blasser dagegen erscheint Elenas Mutter im Donaudelta. Und auch mit Elena selber, die wir im letzten Teil der Geschichte noch kennenlernen werde ich nicht warm. Auf den letzten 100 Seiten sind wir in der Gegenwart und die bisherige Magie des Buches geht verloren. Intensiv und detailreich lernen wir hier nun das New York nach der Jahrtausendwende kennen, doch es will nicht die gleiche Magie wie zum Beginn entstehen. Und so kann ich diesem sonst so starken, intensiven Roman leider nur 4 Sterne geben.

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  • Auf der Suche nach einem besseren Leben

    Der Mann, der das Glück bringt

    Bibliomarie

    Elena und Ray treffen sich an einem schicksalshaften Tag im September 2001 in New York. Elenas Mutter träumte ihr ganzes Leben von einem Neubeginn in Amerika, nun ist sie  gekommen, um wenigstens die Asche der Mutter in New York zu verstreuen und ihr posthum den Lebenswunsch zu erfüllen. Ray träumt immer noch von einer Karriere als Künstler, genau wie sein Großvater. Die beiden Menschen begegnen sich, fühlen sich nahe und beginnen einander vom Leben von Mutter und Großvater zu erzählen. Diese Rückblenden führen ins New York der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und in einen kleinen vergessenen Ort in Rumänien im Donaudelta, auf zwei Kontinente in diesem Buch wunderbar verbunden werden. In New York versucht der kleine Junge, den wir der Einfachheit halber Großvater nennen, auf der Straße zu überleben. Er kennt seine Eltern nicht, die frühesten Erinnerung führen in ein Waisenhaus. Aber schon ganz früh schlägt er sich als Zeitungsverkäufer, Schuhputzer und Botenjunge durch. Immer auf der Suche nach etwas Essbarem oder einem Unterschlupf für die Nacht. Jeder Tag ist eine Überlebenskampf und wer nicht stark genug ist, der bleibt auf der Strecke.  Mitleid kann sich Großvater kaum leisten und findet er einen Toten im Schnee, schaut er erst, ob die Kleidungsstücke noch brauchbar sind. Aber tief im Innern bewahrt er sich die Sehnsucht nach Liebe und Beständigkeit, ja auch nach  Glück, obwohl in seiner Lebensrealtität kaum Platz für Moral oder Bedenken sind. Er hat eine wunderschöne Stimme und wenn er singt, bringt der die Frauen zum Weinen und zum Lachen. Er ist für die einen „der Mann, der Glück bringt“ aber er bringt auch den Tod. Elenas Mutter lebt dagegen in einer fast verwunschenen Landschaft in Inselgewirr des riesigen Donaudeltas. Ihr Vater war ein Fischer, der bald nach ihrer Geburt verstarb, ihre Mutter begegnet ihr mit Lieblosigkeit und Verachtung. Wenn nicht Vanea wäre, ein etwas zurückgebliebener, scheuer Fischer, hätte sie nie Freundschaft und Vertrauen erfahren. Elenas Mutter hat nur einen Wunsch, raus aus dem Dorf, sie will unbedingt nach Amerika auswandern und ihre Pläne nehmen immer mehr Gestalt an, als das Schicksal ihr eine schreckliche Prüfung auferlegt. Es sind zwei ganz unterschiedliche Lebenswelten die der Autor vor uns ausbreitet. Beide sind unerbittlich und hart, das Leben des Einzelnen zählt nicht viel, wenn alle ums Überleben kämpfen müssen, das ist in den Ghettos von New York nicht anders, als in den gottverlassenen Dörfern in Rumänien. Aber beide Welten haben auch eine Schönheit, der man sich nicht entziehen kann. Mit seiner bildhaften, poetischen Sprache, malt der Autor diese Orte geradezu für seine Leser. Seine Hauptfiguren werden mit großer Empathie gezeichnet. Florescu liebt seine Figuren, in all ihrem Elend und Verschlagenheit, mit ihren Schwächen und Stärken, er gibt ihnen soviel Respekt und Menschlichkeit mit, dass ich das beim Lesen spürte. Dadurch sind mir die Figuren sehr nahe gekommen. Ihr Leid und ihr Elend münden nicht in Tristesse, trotz der Härte findet sich auch Witz und eine nie endende Hoffnung für seine Personen in diesem Roman. Die Reise in die Vergangenheit, zu Mutter und Großvater der beiden Erzähler ist die große Stärke des Buches, nachdem sie sich getroffen und zueinander gefunden haben, hat sich der Kreis geschlossen. Ray und Elena – das ist eine andere, vielleicht neue Geschichte.        

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    • 4
  • Ein wirkliches Leseerlebnis

    Der Mann, der das Glück bringt

    Buchraettin

    Es wird die Geschichte zweier Kinder erzählt. Der eine ist ein Straßenjunge in New York, der Ende des 19. Jahrhunderts ums Überleben in der Stadt kämpft. Die andere ein Mädchen, das im Donaudelta in einfachen Verhältnissen aufwächst und immer die Sehnsucht nach Amerika im Herzen trägt. Wenn man den Klappentext liest, wird einem Leser die Erzählweise klarer, aber ich mache das eigentlich selten. Anfangs fand ich es so etwas verwirrend, weil mir nicht ganz klar war, wer erzählt da nun gerade. Es sind 2 verschiedene Erzählperspektiven, die sozusagen aus der Zukunft, die Geschichte der Familie erzählen. Ungewöhnlich- aber originell und es braucht schon ein aufmerksames Lesen, dieses Buch. Für mich wurden in diesem Buch Bilder gemalt, mit Worten, das hat mir gut gefallen. Immer wieder das Bild des Flusses, der für mich wie eine Art Lebensader durch die Geschichte führt. Die Stimmung war schon sehr melancholisch hatte ich das Gefühl. Es war ein ständiger Kampf ums Überleben, mit Verlusten und überraschenden Wendungen, die mich als Leser zum Lesen zwangen. Ich fand die Sprache sehr schön. Es war bildhaft und wie ich fand poetisch und es regt zum Nachdenken und Träumen an, auch wenn immer eine gewisse Melancholie mitschwang. Es ist eine klare Sprache, die aber dennoch zwei Erzähltöne hat in den jeweiligen Erzählsträngen und die mich auch unterschiedlich fesselten. Es war ein Buch mit einer Geschichte, die mein Mitleid auslöste, die mich schockierte, die mich fesselte und mich wirklich gut unterhalten hat. Ich fand es war ein wirkliches Leseerlebnis und das Buch hat mir einige schöne Lesestunden beschert.

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    • 4

    Insider2199

    20. March 2016 um 18:20
    Buchraettin schreibt Es sind 2 verschiedene Erzählperspektiven, die sozusagen aus der Zukunft, die Geschichte der Familie erzählen.

    Es wird eigentlich immer aus der Zukunft erzählt, d.h. sobald ich eine Geschichte erzähle, liegt diese stets in der Vergangenheit. In diesem Roman gibt es keinen Erzählstrang in der Zukunft! ...

  • Viele Schicksale

    Der Mann, der das Glück bringt

    buchfeemelanie

    19. March 2016 um 09:33

    Besonders gut haben mir das Leben und die Beschreibungen im Donaudelta gefallen. Diese Welt war doch ein bisschen anders als die unsrige. Aber auch das Leben auf den harten Straßen von New York war wirklich spannend zu lesen. Ich finde, hier war ganz gut die Atmosphäre der Umgebung zu spüren. Obwohl er, für uns heute gesehen, des öfteren nicht den einfachen Weg nimmt, fand ich Streichholz als Person gut gelungen. Viele seine Handlungen konnte ich verstehen, aber ich war auch amüsiert/angeekelt von ihm. Verschlagen, aber klug bringt er sich durch die harten Winter. Was ich verwirrend fand, war das nicht immer klar war, von welchem Protagonisten, die Elenas,  die Rede ist. Jedoch wirkte das Buch auf mich so, dass der Autor angestrengt möglichst viele Schicksale in einem Buch fassen möchte. Allgemein gesagt fand ich die erste Hälfte des Buches deutlich stärker, dem entsprechend waren bei der zweiten Hälfte für mich einige Längen darin. Gerade die Beschreibungen von Ray als Komiker waren für mich fast schon langweilig.Fazit: Das Buch hat sicherlich viele Interessante Aspekte: Das Leben in Rumänien, die Totenschiffe, das Leben auf der Straße..., die jedoch in ihrer Gesamtheit zu viel sind. Auch wenn ich dem Buch nur 3 Sterne gebe, bin ich mir sicher, dass es viele begeistern wird!

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  • Zwei Schicksale, zwei Kontinente, ein ganzes Jahrhundert

    Der Mann, der das Glück bringt

    Jessy1189

    14. March 2016 um 21:19

    Catalin Dorian Florescu eröffnet seinen Roman „Der Mann, der das Glück bringt“ mit dem Tod. Während man als Leser durch die Zeilen schwebt, bleibt er ein stetiger Begleiter. Manchmal ist er greifbar, manchmal wird er nur angedeutet und trotzdem ist er immer präsent. „Der Fluss nahm die Toten sanft auf, als ob er wusste, dass es besondere Tote waren. Der East River, so ungestüm er sein konnte, lag in der Morgendämmerung wie ein breiter, bleierner Streifen. Er war geduldig, er wollte dem Menschen nicht ins Handwerk pfuschen. Er würde die Toten des Ghettos an diesem Tag nicht mehr kriegen, dafür aber andere. Das war so gut wie sicher.“Er begleitet den kleinen Straßenjungen ohne Namen und ohne Herkunft durch die kalten, einsamen Straßen von New York des frühen 20. Jahrhunderts und er begleitet Elena aus dem Donaudelta durch ihr junges Leben, das so jäh zerbricht.Florescu schildert die Schicksale seiner Protagonisten sehr bildgewaltig und detailliert. Er hat mich durch diese Lebensgeschichten gerührt, weil sie ergreifend und aufwühlend beschrieben wurden.Obwohl ich sehr aufmerksam und konzentriert lesen musste, um alle Details und Zusammenhänge zu verstehen, hat er mich durch seinen Schreibstil überzeugt.Die sorgfältigen Recherchen des Autors machen den Roman zu einem glaubhaften und interessanten Lesestoff. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen habe ich bei diesem oft nachrecherchiert, weil mich bestimmte Zusammenhänge interessiert haben. Dabei ist mir aufgefallen, wie nah Florescu an der Realität blieb. Man spürt die Leidenschaft, die er in diese Erzählungen steckte, indem er immer wieder seine Perspektiven und Erzählweisen veränderte. Das macht den thematisch hartherzigen Roman auch sehr spannend. Unterstrichen wird dies vor allem durch die Vorgriffe, die der Autor immer wieder geschickt einbaut.Während der Leser die Großeltern der erzählenden Figuren bis ins junge Erwachsenenleben begleitet, leitet der Autor mit einem plötzlichen Bruch die Gegenwart ein. Diese Wendung ging mir persönlich zu schnell, ich hätte mir gewünscht mehr über die Umstände zu erfahren. Im letzten Drittel des Romans lernen sich die beiden kennen und stehen von da an im Mittelpunkt. Leider wird diese „Liebesgeschichte“ viel zu schnell abgehandelt. Mir blieb als Leser keine Gelegenheit mehr mich in die Figuren hineinzuversetzen, sie blieben mir fremd.FazitDer Autor nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit durch detailliert beschriebene Geschichten und Figuren mit hervorragend ausgearbeiteten Profilen. Sehr schade, dass diese Erzählweise gegen Ende an Kraft verloren hat. Durch den Verlust an Konsens wirkt der Roman gepresst und kann leider nicht abgerundet werden.

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  • Rezension zu "Der Mann, der das Glück bringt"

    Der Mann, der das Glück bringt

    lisibooks

    14. March 2016 um 10:24

    1899: Rays Großvater, ein namenloser Waise ohne ihm bekannte Herkunft, schlägt sich als Zeitungsjunge in New York irgendwie durchs Leben, stets auf der Suche nach Geld, Essen und Unterhaltung. Begleitet wird er von der Angst, das Schicksal unzähliger armer Leute – vornehmlich Migranten, die im gelobten Amerika Fuß fassen wollten – zu erleiden, deren leblose Körper am Ufer des Hudson Rivers angeschwemmt werden.1919: Elenas Mutter wird in Rumänien, im abgelegenen Donaudelta, geboren und wächst ohne Vater, dafür mit einer Mutter, die sie nicht liebt, auf. Sie träumt von einem neuen Leben in Amerika und hofft auf eine bessere Zukunft. Die Menschen im Donaudelta leben weitestgehend unberührt von den Ereignissen, die das Weltgeschehen für immer verändern. “Sie wussten, dass man in Amerika Häuser bis in die Wolken baute und Brücken aus Stahl; dass mittlerweile Flugzeuge dorthin flogen und riesige Passagierschiffe dahin fuhren. Manch einer träumte sich dorthin, doch er wurde ausgelacht. (…) Nach dem Lachen kam immer das große Schweigen, denn jeder hoffte. Jeder befand sich unterwegs zu irgendeinem Amerika.” S. 166Ray und Elena begegnen sich in New York im Jahr 2001 und erzählen sich gegenseitig die Geschichten ihrer jeweiligen Vorfahren. Diese Art, zwei Erzählstränge von unterschiedlichen Personen erzählt zu bekommen, die sich gegenseitig zwischendurch auch mal direkt mit Namen oder “Du” ansprechen, ist mir bisher in noch keinem Roman begegnet. Zunächst hatte ich Schwierigkeiten, überhaupt zu verstehen, wer erzählt und dass “Großvater” kein Spitzname ist, sondern eben Rays Großvater, von dem aber in jungen Jahren erzählt wird. Ich fand diese ganze Art, wie im Roman erzählt wird, unnötig kompliziert und für mich hat sie eher den Lesefluss gehemmt.Ein ganzes Jahrhundert in einem Roman geschichtlich zusammenzufassen, ist ein kühnes Vorhaben. Der Autor hat dies geschickt umgesetzt, indem er die “großen” Ereignisse, wie die Weltkriege, durch Zeitungsschlagzeilen kurz anreißt, die elegant ins Geschehen eingefügt sind. Im Roman spielen eher die “kleinen” Leute eine große Rolle und die Ereignisse, die uns aus Geschichtsbüchern so wichtig erscheinen, verblassen für die Menschen, die im Elend ums Überleben kämpfen. Diesen Blickwinkel habe ich sehr gemocht und er stellte für mich eine Bereicherung zu dem dar, was ich schon über das Leben im frühen 20. Jahrhundert zu wissen glaubte.Catalin Dorian Florescu schreckt jedoch auch nicht davor zurück, von Begebenheiten zu erzählen, die sehr grausam sind. In meinen Augen dienten diese Ebenen der Geschichte dazu, Emotionen beim Leser hervorzurufen, die durch die Charaktergestaltung leider ausgeblieben sind. Die beiden Erzähler Ray und Elena treten nur am Ende handelnd ins Geschehen ein und die Geschichte der beiden hat mich vollkommen kalt gelassen. Für mich hätte es die beiden überhaupt nicht gebraucht, vielmehr hätte ich es besser gefunden, wenn man sich auf ihre Vorfahren beschränkt hätte. Insgesamt blieben mir die Charaktere leider sehr fremd und ich konnte ihre Entscheidungen oft nicht nachvollziehen.Sicherlich wird es die vielen schlimmen Schicksale und Gegebenheiten in irgendeiner Form so gegeben haben und ich finde es gut, dass der Autor auch mal diese Seiten des 20. Jahrhunderts thematisiert. In meinen Augen war es aber in dieser Form und Fülle zu viel des Guten und dadurch zog sich die Geschichte in die Länge, war das ein oder andere Mal einfach unlogisch, unglaubwürdig und zu konstruiert.Fazit: “Der Mann, der das Glück bringt” hat bei mir einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen. Es gab sicherlich sehr gute Szenen, doch insgesamt bin ich von der Geschichte nicht überzeugt.

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  • Lieblingsbuch!

    Der Mann, der das Glück bringt

    Petris

    Catalin Dorian Florescu. Schon der Name des Autors klingt ja nach Poesie. Und genau das sind auch seine Bücher, romangewordene Poesie. Bereits mit Jacob beschließt zu lieben hat mich Florescu verzaubert und deshalb war die Vorfreude auf seinen neuen Roman groß! New York, Donaudelta, zwei geschichts- und geschichtenträchtige Gegenden unserer Welt. An diesen Orten wird der Roman spielen, wunderbar zusammengefasst und dargestellt auch auf dem Cover. Am Anfang noch etwas im Nebel klären sich am Ende die beiden Handlungsstränge und treffen sogar aufeinander, erst in New York, dann am Delta. Mich erinnert die Erzählweise auch an zwei Flüsse, die unterschiedliche Verläufe nehmen, sich am Ende vereinigen und ins Meer münden. Ein Fluss entspringt im New York der Jahrhundertwende. Erzählt wird die Geschichte eines Waisenknaben, der ums Überleben kämpft, immer hungrig ist und Dinge sieht und tut, die ein Kind nicht erleben sollte. Er ist der Großvater des einen Erzählers, Ray. Der zweite Strang erzählt die Geschichte der drei Elenas, Großmutter, Mutter und Tochter und beginnt zwischen den beiden großen Kriegen. Die letzte Elena ist es auch, die mit der Asche ihrer Mutter im Gepäck in New York auf Ray trifft und uns von ihrem Leben und dem der Mutter erzählt. Dazwischen: Armut, Schicksale, Lebensmut, Kampfgeist, Liebe, Leben, Verrat, Wiedersehen, Geständnisse und viel wunderschöne Sprache Es wird immer abwechselnd erzählt, ein Kapitel New York, ein Kapitel Rumänien. Und immer gibt es feine Verbindungsfäden, Parallelen,… Armut, Friedhofsinsel, Elternlosigkeit, der Fluss, die Zeitungen,… Elemente, die in beiden Strängen vorkommen. Ein großartiger Roman, voller schöner Details, Zitate und Lieblingsstellen und das, obwohl die Geschichten oft alles andere als einfach und schön sind, im Gegenteil. Der Autor erliegt nie der Versuchung, das Leben für seine Charaktere „schönzuschreiben“. Armut, Widerstände, Wirren der Zeit und Unglück gehören dazu. Mit seiner poetischen Sprache und den liebevoll ausgearbeiteten Details verzaubert er aber einfach alle Leser und Leserinnen. Eines der schönsten Bücher dieses Bücherfrühlings 2016!

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