Der Nabel der Welt

von Catalin Dorian Florescu 
3,0 Sterne bei2 Bewertungen
Der Nabel der Welt
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Kurzgeschichten über Flucht und Emigration, alles in allem eine Leseerfahrung mit gemischten Gefühlen

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Kurzgeschichten sind fast zu kurz für Florescu. Ich warte gerne auf einen nächsten Roman.

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Inhaltsangabe zu "Der Nabel der Welt"

Nora lässt ihre Familie hinter sich, für ein wenig Glück. Urs soll sie zum „Nabel der Welt“ bringen, in sein Heimatland, die Schweiz. Es ist die einzige Chance auf ein besseres Leben für die Frau aus der rumänischen Provinz. Ein Syrer verirrt sich im Grenzland zwischen Ungarn, Serbien und Rumänien und stößt auf einen rumänischen Soldaten. Auch dieser hat das Gefühl sich verirrt zu haben und möchte ebenfalls in den Westen. Auf der Turiner Piazza della Repubblica, dem Mittelpunkt der Stadt, wo sich Arm und Reich, Migranten und Einheimische begegnen, treffen Simone, ein erfolgreicher Unternehmer, und Houcine, ein marokkanischer Dieb, aufeinander. Beide stecken fest. Der Italiener möchte die Fassade eines glücklichen Lebens aufrechterhalten, das Leben des Marokkaners ist auf die schiefe Bahn geraten. Dann macht Houcine Simone einen sehr irritierenden Vor- schlag. Ein Geschichtenerzähler in einem Luxushotel in St. Moritz erlebt, wie die Hotelgäste eines Tages durch eine verstörende Begegnung aufgeschreckt werden, als die wirkliche Welt über sie hereinbricht. Und auch auf Sylt wird das ruhige Leben der Inselbewohner durch ein dramatisches Ereignis auf den Kopf gestellt. Die Welt zwischen Ost und West – und zwischen dem Norden und Süden – ist in Bewegung, in einem prekären Austausch in diesen neun Erzählungen, die zwischen 2001 und 2016 entstanden sind. Realistische und magische Geschichten zugleich, fantastisch und wirklichkeitsnah erzählt in Florescus unnachahmlich fesselndem Ton.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406712517
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:C.H.Beck
Erscheinungsdatum:19.09.2017

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    smayrhofers avatar
    smayrhofervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Kurzgeschichten über Flucht und Emigration, alles in allem eine Leseerfahrung mit gemischten Gefühlen
    Leseerfahrung mit gemischten Gefühlen

    Catalin Dorian Florescu, der Autor der vorliegenden Kurzgeschichtensammlung, stammt ursprünglich aus Rumänien, ist aber 1982 mit seinen Eltern in den Westen geflüchtet und wohnt seitdem in der Schweiz. So überrascht es nicht, dass sich die in diesem Band versammelten neun Kurzgeschichten immer wieder um die Themen Flucht und Emigration drehen. Entstanden sind sie über einen Spanne von 16 Jahren 2001 bis 2016), in diesem Zeitraum bekam der Autor auch für seinen bekanntesten Roman „Jacob beschließt zu lieben“ den Schweizer Buchpreis 2011).

    „Der Nabel der Welt“ trägt offensichtlich autobiographische Züge, denn hier landet eine rumänische Familie eher durch Zufall in der Schweiz und stellt fest: „Wir haben Glück gehabt.“

    „Ich muss Deutschland““ handelt von einem jungen rumänischen Grenzbeamten, der mit seiner Großmutter in Rumänien geblieben ist, während seine Mutter im westlichen Ausland lebt und arbeitet. Eines Tages trifft er bei seiner Arbeit auf einen syrischen Flüchtling, der nach Deutschland will…

    „Gestrandete“ spielt auf der Insel Sylt, wo eines Tages die heile Welt zusammenbricht…

    „Russisches Roulette“ handelt von einem erfolgreichen italienischen Geschäftsmann, der sich nicht zwischen seiner Frau und seiner Geliebten entscheiden kann. Eine Begegnung mit einem marokkanischen Dieb bringt Bewegung in die Sache…

    „Hochzeitsnacht“ ist die letzte Nacht einer jungen Rumänin in ihrem alten Kinderzimmer. Sie verbringt ihre letzte Nacht zuhause, bevor sie mit ihrem frisch angetrauten Schweizer Ehemann in dessen Heimat übersiedelt.

    „Die Augen der Alten“ spielt im legendären Hotel Palace in St. Moritz, wo eines Tages merkwürdige Dinge passieren…

    In „Der letzte Kunde der Nacht“ lernen wir den rumänischen Jungen Radu kennen, der tagsüber an einer Ampel die Scheiben der warten Autos putzt. Seine Schwester arbeitet zuhause als Prostituierte. Es kommt zu einer folgenschweren Begegnung zwischen einem ihrer letzten Kunden und Radu…

    „Der Geruch der Welt“ handelt von einem jungen Mann mit Selbstmordabsichten. Er trifft die Klofrau Ursula, die aus Bosnien stammt und Schreckliches erlebt hat…

    Und schließlich „11. September“: Im gleichen Haus in Zürich leben der von psychischen Problemen geplagte Max Birner und die geschiedene Brasilianerin Rosalie. Die beiden verbindet mehr, als sie denken…

    Um es kurz zu machen: Mich hat diese Sammlung von Kurzgeschichten nur bedingt überzeugt. Zunächst liegt allen Geschichten eine melancholische, ja fast schon depressive Grundstimmung zugrunde. Das mag einer der Gründe sein, warum ich mit diesem Buch nicht unbedingt warm geworden bin. Ich hätte mir eine, wenn schon nicht positive, dann doch wenigstens etwas ausgewogenere Orientierung gewünscht. Und inhaltlich ist mir die Sammlung etwas zu einseitig geraten. Auch wenn sich die Geschichten an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten abspielen, dreht es sich doch immer wieder um die Themen Flucht, Emigration und Suche nach Heimat. Das mag Intention des Autors gewesen sein, für meinen Geschmack aber zu viel des Guten. Erzähltechnisch gibt es – wohl auch geschuldet an dem Entstehungszeitraum von 16 Jahren – deutliche Qualitätsunterschiede. Während die neueren Geschichten durchaus ansprechend und flüssig zu lesen sind, sind die älteren Geschichten an einigen Stellen etwas holprig geraten. Alles in allem eine Leseerfahrung mit gemischten Gefühlen.

    Vielleicht sollte ich doch das nächste Mal lieber zu einem der Romane des Autors greifen…

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    sar89s avatar
    sar89vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Kurzgeschichten sind fast zu kurz für Florescu. Ich warte gerne auf einen nächsten Roman.
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