Catalin Dorian Florescu Der blinde Masseur

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Inhaltsangabe zu „Der blinde Masseur“ von Catalin Dorian Florescu

Teodor hat Sehnsucht nach seiner Heimat, einem Land, in dem sich abergläubische Bauern wundersame Geschichten erzählen und wo er seine Jugendliebe vor so vielen Jahren zurücklassen musste. Als er endlich wieder nach Rumänien reist, trifft Teodor in einem abgelegenen Kurort auf einen faszinierenden Menschen: einen Masseur, der trotz seiner Blindheit dreißigtausend Bücher besitzt. Es entwickelt sich eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden, doch unwissentlich gerät Teodor in ein Netz aus Hinterlist und Täuschung.

Unglaublich schöne Sätze...ein sehr tiefsinniger Roman!

— sedmi
sedmi

Farbige Geschichte mit einer Rückkehr nach Rumänien, farbig erzählt mit einem raschen Schluss.

— luckyup
luckyup

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    Daniliesing

    Daniliesing

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  • Rezension zu "Der blinde Masseur" von Catalin Dorian Florescu

    Der blinde Masseur
    Sikal

    Sikal

    13. August 2012 um 20:00

    Teodor Moldovan wuchs in Rumänien auf. Seine große Leidenschaft als Jugendlicher war es, durch Dörfer zu ziehen und sich von Bauern wundersame Geschichten erzählen zu lassen, die zum Großteil von Geistern und Teufeln handelten. Diese Geschichten wurden von ihm auf Kassetten aufgenommen und penibel geordnet. Seine Freundin Valeria belächelte seine Leidenschaft meistens, doch ein einziges Mal ließ sie sich auch auf ein derartiges Abenteuer ein. Diese Nacht festigte die Liebe der beiden. Wie das Leben so spielt, war ihnen keine gemeinsame Zukunft vergönnt. Teodor flüchtete mit seinen Eltern aus dem autoritären Rumänien und landete letztendlich in der Schweiz. Das Buch beginnt damit, dass Teodor – von jahrelanger Sehnsucht getrieben – sich aufmacht, um seine Heimat, Rumänien, noch einmal zu erkunden. Mittlerweile ist er ein erfolgreicher Verkäufer von Sicherheitstüren, verdient eine Menge Geld. Doch er fühlt sich in der Schweiz nie angekommen, ist ausgebrannt, einzig seine enge Verbindung zu seiner Mutter hielt ihn so lange dort. Nun möchte er noch einmal mit den Geschichten der Bauern konfrontiert werden, möchte seine Jugendliebe wiedersehen. Teodor landet auf seiner Reise in die Vergangenheit in einem heruntergekommenen Kurort, Moneasa, lernt dort die schöne Elena kennen, bei deren Familie er bis auf weiteres wohnt, sowie den blinden Masseur Ion. Dieser Mann fasziniert Teodor, besitzt Ion doch trotz seiner Blindheit mehr als 30.000 Bücher der Weltliteratur. Alle lesen sie ihm vor: Elena, der Direktor, der Bürgermeister, Bergarbeiter, seine Freunde, die Philosophen… So hört Ion Marx, Kant und viele andere große Werke der Literatur, doch Ion kann die Realität von den Geschichten der Bücher nicht unterscheiden – und so ist Teodor eigentlich wieder bei einem Geschichtenerzähler gelandet. Während seiner Reise begegnet Teodor auch wieder seiner Jugendliebe Valeria, die zwischenzeitlich jedoch verheiratet ist und eine kleine Tochter hat. Ganz konnte auch Valeria ihren Jugendfreund nicht vergessen und so lässt sie sich auf ein kurzes Intermezzo mit ihm ein – wenn auch für sie andere Gründe im Vordergrund standen. Catalin Dorian Florescu erzählt von seiner ursprünglichen Heimat Rumänien, den Umständen in diesem Land, doch auch von der Faszination, die davon ausgeht. Er zeichnet Menschen, die Methoden für sich finden, nicht unterzugehen – jeder auf seine Art. Mit seiner wunderbaren Sprache zieht er den Leser nicht nur in diese Welt hinein, er lässt uns einen Teil miterleben, mitfühlen, reagieren, teilhaben… Die Geschichte erzählt von der Reise zurück, verzweigt jedoch immer wieder in die Vergangenheit. So erfährt man von Teodors frühem Leben in Rumänien einiges, sowie auch von seinem Leben in der Schweiz. Fazit: Eine wunderbare Geschichte, die den Leser in ihren Bann zieht. Man wird animiert, sich Gedanken zu machen, warum es denn nun gelingt, Teodor dermaßen zu hintergehen. Oder war es doch eher ein Freundschaftsdienst, den ihm Ion letztendlich erwiesen hat? Für mich hat sich wieder einmal herausgestellt, dass es sich auf alle Fällt lohnt, Bücher von Catalin Dorian Florescu zu lesen.

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  • Rezension zu "Der blinde Masseur" von Catalin Dorian Florescu

    Der blinde Masseur
    Beagle

    Beagle

    15. May 2010 um 23:17

    Teodor wohnt seit über zwanzig Jahren in der Schweiz. Er ist erfolgreicher Geschäftsmann und führt ein angenehmes Leben. Doch er hat Sehnsucht nach dem Land, in dem er geboren wurde, nach dem Land, aus dem er mit seinen Eltern damals floh. Vor der Armut und dem Regime. Rumänien. Jetzt sind die Grenzen seit so vielen Jahren offen und immer noch hat es Teodor nicht geschafft, in seine Heimat zurückzukehren. So Vieles ist neu und doch vertraut. Die heruntergekommenen Straßen, die verwahrlosten Häuser der Dörfer und die Bauern, die Tag ein, Tag aus immer die selbe dumpfe Arbeit verrichten, von der sie kaum leben können. In seiner Geburtsstadt, einer nicht näher bezeichneten Metropole, hat sich dagegen mehr geändert. Zwischen die Armut mischte sich Reichtum, es gibt elegante Geschäfte und teure Hotels. Mädchen, die sich nach einem besseren Leben sehnen, lernen Italienisch, Englisch oder Deutsch, falls der Traummann unvermittelt kommt und sie aus Rumänien in das „reiche Europa“ mitnimmt. Und wenn nicht sie, dann doch wenigstens eine ihrer Freundinnen, man hilft sich, wo man kann, auch, wenn der Neid immer allgegenwärtig ist. Prostituierte stehen den ausländischen Gästen zur Verfügung, auch sie in der Hoffnung, von jemandem mitgenommen zu werden. Doch Teodor hält es nicht lange in der Stadt. Er möchte den Bauern von früher wieder treffen, der ihm Geschichten von Geistern und Teufeln erzählte. So landet er auf der Suche mit seinem Wagen in einem tiefen Schlagloch. Am Morgen findet ihn in dieser Einöde Ion, der blinde Masseur. Er weiht Teodor in seine Philosophie ein, zeigt ihm seine Bibliothek, die mehr als 30.000 Bücher der Weltliteratur enthält, die er sich vorlesen und auf Kassette aufnehmen lässt, um sie in Ruhe und genießerisch zu hören. „Die Bücher wucherte, quollen auf, vervielfältigten sich, kletterten die Wände hoch, standen in Reih und Glied, lagen faul, stützten sich auf.“ Mit diesem Satz beschreibt Teodor die gewaltige Ansammlung von Literatur. Moneasa, ein alter, heruntergekommener Kurort aus kommunistischen Zeiten, wird für Teodor neue Heimat. Er wohnt bei Elena und ihrer Familie, Bauern aus der Umgebung, die ihn ohne Zögern aufnehmen und bei sich im Gästezimmer wohnen lassen, so lange er will. Aber sein eigentlicher Wunsch, seine Jugendliebe Valeria wiederzusehen, die er bei der Flucht einst in Rumänien zurücklassen musste, scheitert an der Tatsache, dass sie inzwischen verheiratet ist und eine Tochter hat, die sie zu allem Unglück auch noch Teodora getauft hat. Betrübt kehrt Teodor nach Moneasa zurück, er leitet den Buchladen Excelsior, wo Ion die Bücher verkauft, die er langweilig fand oder doppelt hat, denn die Verlage schicken dem Blinden immer wieder neue Bücher und versorgen ihn somit. Zuerst dachte ich, dass Catalin Dorian Florescu eine Geschichte wie viele in seinem Buch der blinde Masseur erzählen würde, doch schon nach einigen Seiten merkte ich, dass mehr dahintersteckte als das pure Erzählen. Es gibt auch die Leute, die einfachen Bauern und Prostituierten wieder, ihre Hoffnungen, ihr Harren an einem Fleck, der ihr Zuhause ist, auch, wenn sie sich besseres wünschen. Immer wieder schweift der Roman zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her, wir erfahren von der Flucht Teodors zusammen mit seinen Eltern und den Weg, den sein Leben in der Schweiz nahm, bis er sich immer mehr nach seiner Heimat zu sehnen begann. Ein starker Roman und eine einfühlsame Geschichte voller Liebe, Leid, Armut und Freundschaft.

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