Jacob beschließt zu lieben

von Catalin Dorian Florescu 
4,1 Sterne bei57 Bewertungen
Jacob beschließt zu lieben
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"In jedem Sturm steckt ein Teufel" der verblüffendste Einstieg seit langem. Atemberaubend, sanft, spannend und alle Sinne anregend.

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Ein toller Generationenroman, der die Geschichte der Donauschwaben spannend erzählt

Alle 57 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Jacob beschließt zu lieben"

In seinem neuen großen Roman erzählt Catalin Dorian Florescu die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin aus dem schwäbischen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat. Es ist eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann. Jacobs Geschichte - zeitlich zwischen dem Ende der 20er- und Anfang der 50er-Jahre angesiedelt - weitet sich zu einem Familienepos, in dem temporeich und in dichten, fantastischen Bildern das Schicksal der Obertins über 300 Jahre hinweg erzählt wird, beginnend mit dem 30jährigen Krieg in Lothringen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406612671
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:404 Seiten
Verlag:C.H.Beck
Erscheinungsdatum:08.03.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    Huebnervor einem Jahr
    Kurzmeinung: "In jedem Sturm steckt ein Teufel" der verblüffendste Einstieg seit langem. Atemberaubend, sanft, spannend und alle Sinne anregend.
    "Ich baue uns ein Haus am Ende der Welt"

    Catalin Dorian Florescu erzählt in "Jacob beschließt zu lieben" die Geschichte eines leidgeprüften, vergessen geglaubten Landstrichs dem Banat, eingeklemmt und gesplittert zwischen Serbien, Ungarn, Rumänien, hin- und hergestoßen und unterschätzt.

    Mithilfe des pers. Ich-Erzählers berichtet Florescu von einer 300jährigen Familiengeschichte auf ganz verblüffende Art und Weise. Dabei verquicken sich die Handlungsstränge des um 1920 einem Zeitungsartikel folgenden, ins schwäbische Dorf Triebswetter (im rumänischen Banat) stolpernden Jacob (senior , den im 30jährigen Krieg - "Lothringer, auf dem Weg nach Hause" (73) - umherirrenden Caspar, Urgroßvater des um 1769 aus Dieuse aufbrechenden über Wien ins Banat kommenden Frédéric Aubertin (während seiner Heimatsuche umbenannt in Frederick Obertin), mit der des Ich-Erzählers Jacob (junior).
    Und das alles, ohne, dass man den Überblick verliert.

    Jener zuletzt genannte Ich-Erzähler Jacob Obertin wird von seinem Vater im ausgehenden 2.WK an die Russen verraten, nach Sibirien verschickt, weil er dem Alten nicht tauglich erscheint, den Hof weiter zu führen. Jacub kann vom Viehwaggon abspringen und wird unweit seiner Heimat aufgepeppelt. Einige Jahre bleibt er im sog. Exil, bis er sich getraut, nach Hause zurückzukehren, wo sein Halbbruder (Halbzigeuner und Bastard seines Vaters) den Hof längst einverleibt hat. Jacob beschließt, auszuwandern, sich eine neue Existenz jenseits der Rumänischen Grenzen zurück in Lothringen, wo alles begann, aufzubauen. Sein Vater vereitelt den Plan. 

    Jacob hätte alle Berechtigung seinen Vater zu hassen. Zeitlebens hatte der seinen Sohn, kränklich, weil zu früh geboren, verachtet, bloß gestellt, ihm Hof und Erbe versagt, obwohl Jacob senior sich den Hof (als sich den Rumänen überlegen fühlender Schwabe) erschlichen hatte. Man erwartet, dass der Sohn seinen Vater für alles, was der ihm angetan hatte, erschlägt.
    Die Schwabenstämmigen werden vertrieben - nicht aber nach Lothringen, sondern in einen unbenannten, unwirtlichen Landstrich.

    Und am Ende beschließt Jacob zu lieben. Und sich und seinem Vater ein Haus am Ende der Welt zu bauen.

    Die Kunst des Erzählens des 1967 in Rumänien geborenen Florescu ist syntaktisch wie semantisch erstaunlich. Immer wieder schweifen die Handlungsstränge in die Vergangenheit, wodurch ein Netz von Erzählzeiten gespannt wird.
    Wir erfahren erstaunliches über die politischen Umwälzungen eines Landstriches zwischen Serbien, Rumänien und Ungarn, hin- und her gepeitscht zwischen Diktatur und Deportation, wo die Zeit stehen geblieben zu sein schien, aber eigentlich mit den Umwälzungen besonders nach dem 2. Weltkrieg im Eilschritt davon flog.

    Ivonne Hübner, Aug.2017

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    dominonavor 2 Jahren
    Generationenroman als Mix

    Mit dem Schreibstil bin ich gut klar gekommen, aber manchmal rutscht der Autor zu sehr ins Historische ab. Verwirrend fand ich leider, dass nicht klar wird, was Realität und was Fiktion ist, denn sollte alles der Realität entsprechen, was aber, bspw. durch die Einbindung des 30 jährigen Krieges schon mal nicht der Wahrheit entsprechen kann, würde ich die beschriebene Gegend, Triebswetter; Banat, nur ungern bereisen wollen. Das provoziert geradezu negative Bewertungen. Die Geschichte selbst zeigt eine Entwicklung, die für mich aber zu sehr im Nichts endet, aber unterhaltsam war es dennoch. 

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    C
    CabotCovevor 3 Jahren
    Leider nichts für mich...

    „Jakob beschließt zu lieben“ hat mich leider enttäuscht. Ich hatte sowohl anhand des Covers (gut, danach sollte man nicht gehen, aber das war ja auch lediglich ein Aspekt...) als auch anhand der Leseprobe doch etwas Anderes erwartet.

    Catalin Dorian Florescu erzählt die Geschichte um Jacob Obertin aus dem schwäbischen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat und diese erstreckt sich recht großzügig über knapp 300 Jahre, beginnend mit dem 30jährigen Krieg.

    Für mich einfach zu schwere Kost. Ich kam nur schwer in die Geschichte rein und das änderte sich auch leider nach zig Seiten nicht. Ich wollte dem Buch aber trotzdem eine Chance geben, aber für mich war es einfach nichts. Ich habe immer darauf gewartet, dass das Buch noch irgendwie „Fahrt aufnimmt“... Das angekündigte Tempo und das große Epos erschloss sich mir leider nicht. Für mich schreibt Florescu einfach zu langatmig, ergeht sich zuviel in Geschichtlichem und wird somit für mich nach einer Weile leider langweilig. Wer geschichtlich interessiert ist, wird diesen Roman vielleicht mögen.

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    Sabine17vor 5 Jahren
    Jacob mit C

    Dieses Buch erzählt die Lebensgeschichte von Jacob Obertin und seiner Vorfahren.
    Nicht immer in der zeitlichen Reihenfolge beginnt die Familiengeschichte mit Caspar im 30jährigen Krieg in Lothringen. Im 18. Jahrhundert sucht Frederick Obertin mit vielen anderen Schwaben sein Glück im rumänischen Banat und gründet das Dorf Triebswetter.
    Dort taucht dann Generationen später ein mysteriöser Jakob auf, weil er Elsa Obertin heiraten möchte. Aus dieser Ehe geht Jacob hervor.

    In dieser Geschichte begegnen uns teilweise skurrile Personen, merkwürdige Begebenheiten und unwirtliches Land. Die Obertins müssen Entbehrungen und Deportationen er- und vor allem überleben.
    Nebenbei erfährt man viel über das Leben der rumänischen Schwaben, aber auch der Juden und Zigeuner im Banat.

    Das Buch ließ sich flüssig lesen und ich fand es sehr interessant über diesen Landstrich in Rumänien und die dort lebenden Schwaben zu erfahren.
    Was mich ein bisschen gestört hat, war der Schluss. Ich konnte es nicht verstehen wie Jacob - ohne zuviel zu verraten - zu einer bestimmten Person gehalten hat. Wer das Buch liest, wird verstehen, was ich meine.

    Fazit: für alle, die einmal eine Familiengeschichte aus einer uns nicht so vertrauten Gegend lesen möchten.

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    Beaglevor 6 Jahren
    Rezension zu "Jacob beschließt zu lieben" von Catalin Dorian Florescu

    In einer stürmischen Nacht im Juli des Jahres 1924 kommt plötzlich ein Fremder in das kleine, rumänische Dorf Triebswetter, das von deutschen und lothringischen Siedlern bewohnt ist. Im Stall des Apothekers Neper quartiert er sich ein, um dem Unwetter zu entgehen, doch Neper hat den Eindringling bereits bemerkt. Mit vorgehaltener Waffe stellt er ihn zur Rede. Er sei Jakob und komme von weit her, um Elsa, die reiche "Amerikanerin" zu heiraten.

    Elsa ist aber gar keine Amerikanerin, sondern hat lediglich ein paar Jahre in New York gelebt, bevor sie zurück nach Triebswetter kam, wo sie nun allein mit ihrem Vater Niklaus lebt und sich schon seit Langem einen Mann an ihrer Seite wünscht. Jakob scheint all dies zu erfüllen - er ist gut gebaut, kräftig und sucht einen Hof, den Elsa ihm bieten kann. Nur wird sie ihm eine Bedingung zur Heirat stellen: Sie werden sich weiterhin siezen.

    2 Jahre später wird der gemeinsame Sohn Jacob (mit C) geboren. Er ist ein schwächliches Kind, wodurch der Vater schon bald nichts mehr von ihm wissen mag. Noch dazu hat die Mutter Jacob auf einem leeren Mistwagen in aller Öffentlichkeit geboren, und das auch noch von einer Zigeunerin. Doch gerade die dicke Ramina, die kurz vor der Geburt von ihrem Mann, dem Zigeunerhäuptling, verlassen worden war, gibt Jacob durch ihre unglaublichen Geschichten ein glückliches Stück Kindheit und ihr Sohn Sarelo, der nur kurze Zeit später geboren wurde, wächst zusammen mit ihm auf.

    Doch schon bald kommt Hitler an die Macht in Deutschland und die Triebswetterer "Schwaben" müssen sich entscheiden, zu wem sie gehören. Ein Alptraum beginnt.

    Catalin Dorian Florescu hat mit dem Roman "Jacob beschließt zu lieben" ein wunderbares Buch über die familieäre Gemeinschaft, über Verrat und Flucht, über das Leben in Rumänien rund um den 2. Weltkrieg und vor allem über die deutsche Minderheit vorgelegt. In separaten Passagen wird beschrieben, wie die Vorfahren der Familie Obertin sich ihren Weg von Lothringen in den Banat erkämpft hatten und, wie es überhaupt dazu gekommen war, dass so viele Leute zum Ende des 18. Jahrhunderts von dort in den Südosten emigrierten.

    Das Buch erzählt von Problemen im Umgang mit der anderen Rasse, vom Verrat durch die eigenen Eltern und das harte Leben, durch das sich Jacob kämpfen muss. Ein absoluter Lesetipp!

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    walli007vor 6 Jahren
    Rezension zu "Jacob beschließt zu lieben" von Catalin Dorian Florescu

    Jacobs Schicksal
    Eine opulente Familiengeschichte hat die Familie Obertin, nunmehr im Banat in Rumänien lebend, stammend jedoch aus Lothringen. Dort aus dem Nichts aufgetaucht, sich mühsam empor gearbeitet, um wieder mit Nichts da zu stehen. Jacob (mit c) erfährt davon aus den Erzählungen seines Großvaters. Dessen Tochter Elsa, Jacobs Mutter, wollte reicht sein, deshalb fuhr sie als junges Mädchen nach Amerika. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts eher ungewöhnlich. Nicht ungewöhnlich jedoch die Reaktion des Dorfes, bei ihrer Wiederkehr, denn niemand will wirklich etwas mit ihr zu tun haben. Darin sieht Jakob (mit k) seine Chance und er bietet ihr die Ehe und Kinder an, dafür will er den Hof. Nun also hat Jacob (mit c) einen Vater, der ihn nicht leiden kann, weil er eher schwächlich ist und eine Mutter, die ihren Mann nicht leiden kann, aber versucht ihr Kind zu beschützen, soweit es möglich ist.
    Diese Familienchronik schlägt wahrlich etliche Kapriolen, da gibt es Mörder, Diebe, Betrüger und irgendwie führt alles zu Jacob, der selber nichts von diesen Zügen seiner Verwandtschaft geerbt zu haben scheint. Das schwächliche Kind, das nur mühsam am Überleben gehalten wird. Ungeliebt vom Vater, aber dafür mit einer engen Verbundenheit zum Großvater. Ein schweres Schicksal wird ihm aufgebürdet, geboren 1926, zum Glück zu jung für den Krieg, aber dennoch alt genug, um die Härte dieser Zeit im vollen Bewusstsein miterleben zu können. Früh mit Verlusten und großem Leid konfrontiert, deportiert, immer knapp Überlebend, doch auch immer knapp an einer besseren Zukunft vorbei.
    Eine bewegende Sicht auf einen wichtigen Teil der Geschichte, die mich allerdings nicht so gepackt hat, wie ich vorher gehofft hatte. Ich habe Jacob oft bemitleidet, doch hätte ich mir genauso oft gewünscht, er würde aufstehen, mehr als einmal fügt er sich jedoch in sein Schicksal und klebt weiter an seinem Vater, der ihm nie etwas abgewinnen konnte und der ihm kein besseres Leben gönnt. Leider gibt es solche abstoßenden Eltern auch im wahren Leben, die wegen ihres eigenen großen Egoismus das Leben der Kinder klein halten und ihn nicht die Entwicklung ermöglichen, die eigentlich ein jeder verdient hat. Aus dieser Sicht heraus, konnte ich mich leider mit dem Buch nicht so recht anfreunden, sondern hatte beim Lesen manches Mal einen nicht geringen Wiederwillen, da die Wohlwollenden schwach sind und die Starken halt nicht wohlwollend.
    Ein gut geschriebenes Buch, das hauptsächlich in einer geschichtlich wichtigen Epoche spielt. Allerdings eines, bei dem jeder selbst erfahren muss, was es in ihm auslöst.

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    bookgirlvor 7 Jahren
    Rezension zu "Jacob beschließt zu lieben" von Catalin Dorian Florescu

    Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mir das Buch Jacob beschliesst zu lieben gut gefallen. Habe es gestern nacht ausgelesen und bin froh, dass ich es nicht zur Seite gelegt habe. Es handelt von Jacob und ist auch die Geschichte Europas. Jacobs Vorfahren kämpften im 30jährigen Krieg. Sie wandern nach Rumänien aus ins Banat. Dort beginnt der Kampf gegen Hunger und später kämpfen sie für den sozialen Aufstieg. Der Autor erzählt diese Familiengeschichte teils lakonisch teils auch mit einer brutalen Sprache, die jedoch auch poesievolle Schilderungen enthält. Anhand von Titel und Cover hatte ich mir einen leichten Roman vorgestellt, was allerdings nicht den Tatsachen entspricht. Doch worum geht es: Jacob wächst mit der Ablehnung seines Vaters auf. Die Mutter - so wie eigentlich alle Frauen in dem Roman - bleibt im Hintergrund und zieht sich zum Beten zurück. Jacob überlebt den Verrat seines Vaters und gewinnt dadurch sogar an Stärke. Seine Familie zieht ihn zwar immer wieder an, wobei lediglich sein Großvater Wärme für ihn übrig hat. Jacob erlebt im Verlauf der Geschichte Trauer und Verlust und man hofft für ihn auf ein wenig Glück. Schade, dass es bis zum Schluss kein Happy End gab, was man Jacob als Leser gewünscht hätte.

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    F
    Fips_aus_Tripsvor 7 Jahren
    Rezension zu "Jacob beschließt zu lieben" von Catalin Dorian Florescu

    Der Roman von Florescu stellt eine Geschichts- und Identitätsverfälschung der Vorfahren der Triebswetterer und der Banater Schwaben dar. Der 30-jährige Krieg (1648) hat überhaupt nichts mit der Ansiedlung (1772) von Triebswetter, die rund 125 Jahre später stattfand, zu tun. Daher kann die fiktive, erfundene Geschichte der Obertins nichts mit der Geschichte der Banater Schwaben zu tun haben. Von einer tiefgehenden Recherche kann überhaupt nicht die Rede sein, zumal dem Leser nicht klar gemacht wird, wo die Fiktion anfängt und wo die Wirklichkeit aufhört. Wenn der Roman eine Fiktion sein soll, warum hat er dann die realen Namen Obertin und Triebswetter verwendet? Und wo hat er recherchiert? (Aus unserem Familienbuch hat er Einiges übernommen und negativ aufpoliert.) Das scheint mir nicht ganz klar zu sein. Der 30-jährige Krieg diente nur dazu, Gewalt, Verrat, und Verbrechen zu verherrlichen, wobei der beschriebene Obertin diesen Namen nur angenommen hat, also war er ein Wolf im Schafspelz. Was und wie er über die Triebswetterer schreibt, kann kaum recherchiert sein, denn ich kann nichts erkennen, was zur Identität und Lebensweise dieser gehört. Da geht es mit der "künstlerischen Freiheit" zu weit. Wenn sein Hauptheld über die Karpaten- also als Rumäne- nach Triebswetter kommt, die reichste Frau heiratet (sie kann nicht rumänisch, er kann nicht deutsch) und deren Namen annimmt, dann haben wir den zweiten Wolf im Schafspelz, der dann wieder als Banater Schwabe, mit all seinen üblen Eigenschaften, verkauft wird. Schade nur, dass dieser Roman den Schw.Buchpreis bekommen hat und in der Schweiz niemand das Banat kennt. Als Triebswetterer finde ich, dass der Roman eine Diskriminierung meines Geburtsortes und aller meiner Landsleute ist (ständig Betrunkene, Animalische Kopulation, Gestank nach Kot, Urin und dreckverkrusteten Füßen, Verräter, Verbrecher, Überläufer, Mörder, Selbstmörder, Geiselnehmer, Hausabfackeler, "Blut an den Händen" sind Begriffe aus dem Roman). Florescu lebte nie in Triebswetter. Ich habe hier leider keinen Platz, um alles zu erklären. Nur ein Beispiel: "400 Familien wollen nach Lothringen zurück und nehmen die Kirchenglocke mit". 1.) Dazu ist es nie gekommen. 2.) Die kleinste Glocke wog damals 193 kg. Die Glocken aus Strehaia (aus Zaira 400 km ostwärts, die Florescu kennt) könnten 15-20 kg gewogen haben, die könnte man unter den Arm nehmen und weglaufen. Dort lebten aber nie Banater Schwaben. Und die Leute von dort, seine Landsleute, haben es auch nicht verdient, derart miserabel behandelt zu werden.

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    Amarokvor 7 Jahren
    Rezension zu "Jacob beschließt zu lieben" von Catalin Dorian Florescu

    Catalin Dorian Florescu, der Autor so großartiger Romane wie "Wunderzeit" und "Zaira" hat mit seinem 5. Roman ein wirkliches Epos vorgelegt.
    Erzählt wird zum einen die Geschichte des Jacob Obertin, geboren 1926 im Dorf Triebswetter bei Temeswar, im rumänischen Banat. Zwei Jahre zuvor war mit dem Sturm sein Vater Jakob hierher gekommen, um Elsa Obertin, eine reiche Hoferbin, zu heiraten. Wir begleiten den Ich-Erzähler Jacob bis ins Jahr 1951, als er "am Ende der Welt" mit seinem Vater neu beginnt.Es waren bewegte Zeiten, die er erlebt hat. Als Kind, schwächlich und sensibel, findet er keine Anerkennung und Liebe bei seinem Vater. Mit den Deutschen kommt der Zweite Weltkrieg ins Dorf, danach folgt der Einmarsch der Roten Armee. Jacob wird von seinem Vater verraten, wird deportiert, kann aber fliehen.
    Florescu gibt der Geschichte Jacobs zusätzliche Tiefe, indem er weit zurückgeht in die Vergangenheit, zu den Vorfahren der Obertins. Caspar, ein Soldat der Schwedenarmee im Dreißigjährigen Krieg verschafft sich gewaltsam einen Hof im Lothringischen. Ende des 18. Jahrhunderts macht sich Frederic Obertin, ein Nachkomme Caspars, auf den Weg ins Banat. Mit anderen Glückssuchern reist er auf abenteuerlicher Weise mit dem Schiff von Ulm aus in dieses verödete Land, um sich dort niederzulassen und ein Dorf zu gründen.
    Es sind keine erbaulichen Geschichten, die wir hier lesen . Dazu waren die Zeiten zu hart, der Kampf ums Dasein zu erbarmungslos. Das verhärtet die Menschen, macht sie grausam und kalt.Aber Jacob versucht, diese Entwicklung zu durchbrechen, er "beschließt zu lieben". Jacob bewahrt seine Menschlichkeit und Würde, ist zur Versöhnung mit dem Vater bereit.
    Dies alles wird uns in einer Fülle von Bildern, Figuren und Geschichten lebendig und spannend erzählt. Catalin Dorian Florescu verbindet auf großartige Weise Familiengeschichte mit historischen und politischen Entwicklungen.Er zeigt, dass schon immer Menschen unterwegs waren, um irgendwo einen Platz für sich zu finden, damals wie heute. Mit diesem Roman hat Florescu bewiesen, dass er zu den großen Autoren unserer Zeit gehört

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    Themistokelesvor 7 Jahren
    Rezension zu "Jacob beschließt zu lieben" von Catalin Dorian Florescu

    Inhalt: Der Roman beginnt zunächst mit der Geschichte wie Jakob, der Vater Jacobs, nach Triebswetter im Banat kommt und Jacobs Mutter kennen lernt und wie es zu Jacobs Geburt kommt. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird das Leben Jacobs erzählt unterbrochen von Geschichten die von den Vorfahren Jacobs mütterlicherseits, wie diese seit dem 30-jährigen Krieg an, den Weg von Lothringen ins Banat finden.
    Jacobs eigene Geschichte spielt in der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit finden in Jacobs Leben viele Ereignisse statt, die zu vielen Wendungen führen.

    Meinung: Ich muss sagen, dass mir der Roman irgendwie ein wenig zu langweilig war. Zum einen ist nicht wirklich viel passiert und zum anderen wurde das wenige was passiert ist, sehr langweilig gewesen. Auch die Einschübe von Caspar und Frederick habe ich nicht wirklich verstanden, denn sie waren für die Geschichte in dieser Ausführlichkeit weder relevant, noch weiter interessant. Zudem fand ich das das Buch, wenn man überhaupt ein wenig mehr Handlung erwartet hat, diese erst nach 300 Seiten einsetzte. Und auch danach muss ich gestehn, fand ich das Buch nicht grade überragend.
    Der Erzählstil an sich war meiner Meinung nach auch eher sehr langatmig, wofür die 300 Seiten sprechen, auf denen nicht wirklich etwas passiert ist. Zudem frage ich mich, ob die Zeiten damals wirklich so waren, dass sich Leute so komisch verhalten haben, wie der Vater von Jacob.
    Außerdem muss ich gestehn, dass ich mich immer noch frage, wann und wo Jacob in diesem Roman beschließt zu lieben, denn woher der Roman den Titel hat bzw. was dieser mit dem Roman zu tun hat, denn das habe ich den gesamten Roman nicht herausgefunden.
    Auch muss ich erhlich zugeben, dass mich diese ewiglangen Kapitel ein wenig gestört haben, denn sie haben auch nicht unbedingt immer Sinn gemacht, hätten sie wirklich jeden Lebensabschnitt von Jacob in einem Kapitel und jeweils die einzelnen Geschichten zu den Vorfahren in einem, dann wäre mir das verständlich. Jedoch waren manche Abschnitte von Jacobs Leben auch in einem Kapitel zusammengepackt, was diesen Sinn von den Kapiteln nehmen würde.
    Alles in allem muss ich sagen, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie man dies Buch gut finden kann, aber jeder hat ja seinen eigenen Geschmack, ich muss jedoch sagen, dass ich jedes Geschichtsbuch über diese Zeit deutlich spannender gefunden hätte.

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