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Ginevra

vor 2 Jahren

Cyberpsychologie - Leben im Netz

Unser Alltag orientiert sich immer stärker an virtuellen Handlungsräumen wie den sozialen Netzwerken, YouTube, Online-Spielen, Beratungsplatformen und digitalen Freundschaften.
Welchen Einfluss hat das auf unsere Seele und unsere Beziehungen? Welche Gefahren und Chancen birgt diese schöne neue virtuelle Welt?
Auf Eure Beiträge zu dieser Leserunde freue ich mich sehr!

Autor: Catarina Katzer
Buch: Cyberpsychologie - Leben im Netz: Wie das Internet uns verändert

Cithiel

vor 2 Jahren

Kapitel 1: Das Internet als neues Koordinatensystem für unser Bewusstsein
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Ich fang einfach mal an, auch wenn ich noch nicht komplett durch das erste Kapitel durch bin. Da ich aber nun einige Abschnitte schon gelesen habe (Bin auf Seite 39 aktuell) , dachte ich ich sprech mal an was mir dazu aktuell durch den Kopf geht :)

Und zwar spricht sie denke ich einige wichtige Themen an und mir gefällt auch die Darstellung, wie sie die Bewusstseinsebenen erklärt. Auch die Erkenntnisse zum Multi-Tasking sind interessant, wenn auch teilweise ein bisschen gewagt, findet ihr nicht? Ein Punkt wo ich massiv den Kopf schütteln musste war folgendes Zitat: "Und je mehr soziales Handeln ich online ausübe, also je mehr soziale Tasks ich bearbeite (z.B. Whatsapp, Instagram und Facebook gleichzeitig) umso stärker wird die Verwirrung und umso schwieriger wird es, zwischen den verschiedenen Räumen zu unterscheiden." (S. 35)

Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich unterscheide sehr wohl ob ich bei Whatsapp etwas schreibe oder auf Facebook oder hier auf Lovelybooks. Schon allein deshalb, weil nicht jeder einfach so meine Handynummer kriegt und ich auf Whatsapp nur mit wirklich engen Freunden schreibe. Von Facebook war ich nie ein Freund und ich poste dort auch nichts öffentlich, für mich ist das mehr eine Kommunikationsplattform zu Unizwecken. Und auf Lovelybooks schreibe ich von der Art des Schreibens schon ganz anders. Mir käme jetzt nicht in den Sinn hier irgendwelche Chat-Abkürzungen zu verwenden. Aber vielleicht bin ich da auch ziemlich allein mit dieser Einstellung? Oder es macht eben doch einen Unterschied ob man damit aufgewachsen ist oder eben nicht?

Das ist übrigens etwas, das mich zu Beginn des Buches ziemlich gestört hat: Ich hab mich nicht adressiert gefühlt. So langsam legt sich das ein bisschen, aber gerade beim Einstieg war das krass. Ich hatte das Gefühl sie spricht über mich hinweg und nicht mit mir. Als Zielgruppe hat sie sich scheinbar die Generation meiner Eltern rausgesucht und das wird besonders am Einstieg finde ich sehr deutlich. Was eigentlich schade ist, denn eigentlich ist es doch gerade auch wichtig wenn sich meine Generation mit diesen Themen auseinander setzt? Ich hätte mir da eine breitere Definition der Zielgruppe gewünscht - gerade auch weil meine Generation ja nun langsam aber sicher erwachsen wird und sich daher vielleicht auch mehr mit diesen Themen auseinander setzen will? Und wenn man sich dann zu Beginn des Buches nicht adressiert fühlt, dann schreckt das finde ich vor dem weiterlesen auch ein wenig ab. Glücklicherweise wird dieses Gefühl des "über mich redens" langsam etwas schwächer und die Beispiele sind eher auf heute und nicht auf "vor 20 Jahren" gerichtet.

Ginevra

vor 1 Jahr

Kapitel 1: Das Internet als neues Koordinatensystem für unser Bewusstsein
@Cithiel

Wie schön, dass Du schon etwas geschrieben hast!
Ich bin bis Seite 100 gekommen und habe leider versäumt, mir Notizen zu machen - so etwa auf Seite 95 steht nämlich, dass man dann fast alles wieder vergisst, was man sich dazu gedacht hatte...

Ginevra

vor 1 Jahr

Kapitel 1: Das Internet als neues Koordinatensystem für unser Bewusstsein
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Cithiel schreibt:
... Ein Punkt wo ich massiv den Kopf schütteln musste war folgendes Zitat: "Und je mehr soziales Handeln ich online ausübe, also je mehr soziale Tasks ich bearbeite (z.B. Whatsapp, Instagram und Facebook gleichzeitig) umso stärker wird die Verwirrung und umso schwieriger wird es, zwischen den verschiedenen Räumen zu unterscheiden." (S. 35) Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich unterscheide sehr wohl ob ich bei Whatsapp etwas schreibe oder auf Facebook oder hier auf Lovelybooks. ... Das ist übrigens etwas, das mich zu Beginn des Buches ziemlich gestört hat: Ich hab mich nicht adressiert gefühlt. ...

Zu Deinem ersten und zweiten Punkt: darüber bin ich auch gestolpert. Tagsüber nutze ich nur Outlook und habe mir selber verboten, mich durch WhatsApp ablenken zu lassen, denn ich habe einige Freundinnen, die ständig online sind und News verbreiten... dafür habe ich abends ein Zeitfenster, das dann allerdings vom Lesen und Treffen mit realen Personen Zeit abzwackt.

Ich habe selber schon gemerkt, dass ich zwar bei Facebook sehr vorsichtig bin und entsprechend wenig poste (was viele meiner Facebook-Freunde langweilig finden), aber im Facebook-Chat passe ich viel weniger auf, weil ich den als privater erlebe. Noch offenherziger bin ich bei WhatsApp, und bei LB durch den Nickname erst recht. Dabei sind alles Daten, die irgendwo gespeichert werden. Aber ich achte schon genau darauf, welche Spuren ich (als reale Person) im Netz hinterlasse. Das geht so weit, dass man bei mir nur ganz wenige Einträge bei Google findet, was heutzutage irgendwie auch ein bißchen mau ist... :-))

Mich hat am Schreibstil auch gestört, dass sehr oft von "wir" gesprochen wird, ohne dass ich mich angesprochen fühlte. Das ist so eine diffuse, etwas tumbe Masse, die sich von der schönen neuen virtuellen Welt zu allem möglichen Schnickschnack verleiten lässt - wie die Lemminge... damit fühle ich mich als kritisch denkender Mensch nicht gemeint. Oft werden auch Daten überinterpretiert - 2,5 Milliarden Menschen sind zwar viele, aber nicht alle, genauso wie 80% der US-amerikanischen Kleinkinder nicht auf die Menschheit schließen lassen, oder Affengehirne im Experiment auf Menschengehirne im realen Leben... aber immer dieses "wir", das stört mich auch etwas.

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