Caterina Bonvicini Das Gleichgewicht der Haie

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Inhaltsangabe zu „Das Gleichgewicht der Haie“ von Caterina Bonvicini

Sofias Ehe mit Nicola war ein Kraftakt. Seine Depressionen stellten ihre Welt auf den Kopf. Doch selbst nach ihrer Scheidung hat sie ihre prekäre Leidenschaft für Männer, die egozentrisch, labil und schwermütig sind, nicht überwunden. Leider ist auch ihr wunderbarer Vater, ein Abenteurer auf allen Meeren und vom Leben der Haie fasziniert, nur eine Hilfe aus der Ferne. Er hat sein Gleichgewicht gefunden, Sofia aber droht in ihren Beziehungen sich selbst zu verlieren und unterzugehen. Caterina Bonvicini bringt ein heikles Thema atemberaubend direkt zur Sprache. Mit abgründigem Humor und kompromissloser Aufrichtigkeit erzählt sie von der Entwicklung einer jungen Frau, ihrem Kampf gegen Einsamkeit und Verletzlichkeit, gegen Depression und Selbstaufgabe. Der Roman entwirft zugleich das Porträt einer Generation, der heute Dreißig- bis Vierzigjährigen, die in einer beständig sich verändernden Welt auf der Suche nach sich selbst sind und in ihren Beziehungen zu anderen enttäuscht werden oder scheitern. 'Das Gleichgewicht der Haie' ist ein absolut unwiderstehliches Buch von großer Tiefe, dessen suggestive Metaphorik aus der Welt der Haie von der ersten bis zur letzten Seite funktioniert.

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  • Rezension zu "Das Gleichgewicht der Haie" von Caterina Bonvicini

    Das Gleichgewicht der Haie

    Claudia-Marina

    „Sie sah mich an, als ich weinend auf ihrem Bett lag: „Was hast du, Mama?“ Und ich: „Nichts, es geht gleich vorbei. Ich habe nur mein Gleichgewicht verloren.“ Da hat sie sich mir auf Zehenspitzen genähert: „Mama? Sag, wie sieht ein Gleichgewicht aus? Ich male dir eins, dann hast du ein neues.“ Ich bin ich Lachen ausgebrochen, habe sie unter Tränen umarmt und ihr Gesicht abgeküsst. „Es ist ein Fisch“, habe ich zu ihr gesagt, „ein Fisch, der immer geradeaus durchs Wasser schwimmt.“ Aus dem Gleichgewicht geraten. Sofia, begabte Turiner Fotografin, kippt von einer schwierigen Beziehung in die nächste. Nach der Ehe mit dem depressiven Nicola verfällt sie gleich zwei Männer, die ebenso egozentrisch und labil sind, wie ihr Ex-Mann. Sie gerät in einen Balanceakt zwischen Marcello und Arturo – und fällt selber immer tiefer in diese Beziehungen hinein. Sie geht unter – und ihr Vater, der einzige, der sie wieder an die Oberfläche holen könnte, ist auf den Weltmeeren unterwegs und schwimmt mit Haien. Als sie dann einen Packen Briefe ihrer Mutter entdeckt und anfängt, diese zu lesen, wird ihr jeglicher Boden unter den Füßen weggerissen. Im freien Fall. Sofias Schmerz ist auf jeder Seite spürbar, und er wird immer heftiger, je tiefer sie fällt. Caterina Bonvicini unterstreicht – verstärkt dieses Gefühl mit ihrer Sprache – in jedem Satz steckt Melancholie – jedoch nicht so viel, dass es mich erdrückt. Ein sensibler Umgang mit dem Thema Depression, mit der Protagonistin, mit der Liebe zum Leben an sich. Perfektes Gleichgewicht. Stilistisch völlig anders sind die Berichte des Vaters. Voller Liebe erzählt er von seinen Begegnungen mit Haien – mir stockt der Atem beim Lesen, so wunderschön sind diese Passagen – ich möchte fast selber ins Wasser zu den Haien steigen. Nando macht diese angeblichen Monster menschlich – während bei Sofia die Menschen zu Monstern werden. Marcello und Arturo sind wie zwei Haie, die an Sofia wie an einem Stück totem Fisch reißen, jeder will sie für sich und dabei bemerken sie nicht, dass sie sie kaputt machen. Und ihr Vater ist der einzige, der nicht merkt, dass dieser Kampf nur dazu dient, um seine Aufmerksamkeit, seine Liebe voll und ganz für sich zu gewinnen. Zweigeteilt – zerrissen – die Form des Romans – hin und herspringend zwischen Sofias Wanken und dem Gleichgewicht des Vaters – spiegelt für mich Sofias eigene Zerrissenheit wieder – ihr Pendeln zwischen zwei Männern – zwischen stark sein für Arturo und Marcello und der eigenen, tief verwurzelten Schwäche. Aber es drückt auch das Leben an sich aus – es ist so schön und kann doch so grausam sein. „Da findet man sein Gleichgewicht, und dann ist es doch wieder nur ein Labyrinth.“

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