Catherine Belanger Musee du Louvre Chaussures Peintes. Painted Shoes. Calzados pintados. Gemalte Schuhe

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Inhaltsangabe zu „Musee du Louvre Chaussures Peintes. Painted Shoes. Calzados pintados. Gemalte Schuhe“ von Catherine Belanger

AUF AUGENHöHE MIT DEM SCHUH Für den französischen Schriftsteller Georges Bataille ist der Fuß - oder vielmehr der große Zeh - "der menschlichste Teil des menschlichen Körpers". Beschuht verrät der Fuß in den Fotografien des Bildbands "Musée du Louvre I Gemalte Schuhe" der EDITION LAMMERHUBER Ungeahntes über die Menschen auf den Gemälden des Louvre. Die Ausschnitte stehen nicht nur als Kunstwerke für sich, sondern sind auch als Studie der Schuhmoden über Jahrhunderte hinweg und als Exkurs in die Sozialgeschichte zu lesen. Die Fotografien des preisgekrönten Fotografen und Gründer des Verlags, Lois Lammerhuber, gewähren einen fast intimen Einblick, da sich der Betrachter auf geheimnisvolle Weise unbemerkt fühlen mag. Die Kunstwissenschaftlerin und Schriftstellerin Margo Glantz, eine Ikone der mexikanischen Literaturwissenschaft, hält den geistvollen Diskurs mit dem Betrachter, der ihm unvermutete Gedanken öffnet. Der Redaktion des Bands widmet sich Catherine Belanger. Als jahrzehntelange PR-und Marketing-Leiterin des Louvre erlangte sie Bekanntheit durch die Betreuung zahlreicher Projekte, unter anderem des Films "Der Da Vinci Code".

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  • Rezension zu "Musee du Louvre Chaussures Peintes. Painted Shoes. Calzados pintados. Gemalte Schuhe" von Catherine Belanger

    Musee du Louvre Chaussures Peintes. Painted Shoes. Calzados pintados. Gemalte Schuhe

    michael_lehmann-pape

    27. December 2011 um 13:10

    Aus dem Detail zur neuen Sicht des Ganzen Aus einer Vielzahl teils weltbekannter Gemälde hat der Fotograf Lois Lammerhuber federführend einen höchst interessanten Blick „herausgeschält“ und damit, in Zusammenarbeit mit dem Louvre, ein intensives Erleben einer „Kunst der Fragmentierung“, oder eben der „Fragmentierung als Kunst“ erschaffen. Hierbei dient das gestellte Thema der „Ästhetik der Schuhe“, der „gemalten Schuhe“ als ein spannendes und so in dieser Form noch nie genutztes Vehikel für einen ganz anderen, ganz neuen Blick nicht nur auf das eigentliche Thema der Schuhe, sondern letztendlich auf das jeweilige gesamte Gemälde. So bietet z.B. die Szene der „Eigenkrönung“ Napoleons I. von Lois David sich in einer solch überbordenden Fülle dar, dass der verengte Blick auf das Schuhwerk des französischen Kaisers kaum naheliegt. Folgt man allerdings nun im Buch der herausstellenden fotografischen Arbeit Lammerhubers und rückt diesen einen Schuh in den Mittelpunkt des Blicks, wirft der Betrachter im Nachgang einen nun ganz anderen, geschärften Blick auf das Gesamtgemälde und findet seine Augen ganz automatisch wieder bei der Beschäftigung, noch ganz andere, kleine, fast versteckte Details des Bildes sich zu erschließen. Allein schon aus dieser sich verändernden Betrachtungsqualität heraus lohnt sich die Beschäftigung mit diesem umfassenden Werk. Und gut, dass die Autoren, wenn auch eher als Miniaturen, sämtliche Bilder als Gesamtschau im Anhang des Buches zeigen und aufführen. Im besonderen gelingt es zudem natürlich, das eigentliche Ziel, das eigentliche Betrachtungsobjekt ganz hervorragend in Szene zu setzen. „Der Fuß ist der menschlichste Teil des menschlichen Körpers“, behauptet zumindest George Bataille und eine Huldigung an den Fuß an sich (auch eine ganze Reihe unbedeckter Füße werden im Buch hochformatig in Szene gesetzt), aber auch an die „Hüllen“ des Fußes geht dieser Band beileibe nicht vorbei. Und bildet damit auch einen intensiven Teil der menschlichen Eitelkeiten ab. Ein Instrument, um die „Stellung in der Welt“ zu zeigen, gar zu festigen. Von filigranen Schuhen der Könige bis zu eher lumpenumwickelten „Fußbekleidungen“ armer Leute reicht hier der Streifzug durch die Geschichte der Malerei und die Entdeckung dieses einen, oft übersehenen Details. Ein künstlerischer Weg, der tatsächlich den Betrachter dazu zwingt, „das Unübliche zu sehen“, was doch mit eine der alltäglichsten Bekleidungen des Menschen seit Jahrtausenden ist. Oder eben auch nicht. Sklaven in der Antike war es verwehrt, Schuhe zu tragen, nur der „freie Mann“ beschuhte den Fuß. Das Ansinnen der Autoren und Einblicke in die Geschichte des Schuhs und der vorgestellten Maltechniken wird in einem ausreichenden Textteil (der in drei Sprachen vorliegt), näher erläutert, der weitaus größte Teil dieses Bildbandes aber dient dem reinen Genuss der Betrachtung aus ganz anderer, ungewohnter und doch reicher und vielsagender Perspektive. Der Bildband enthält eine intensive, höchst interessante Entdeckungsreise in die Malerei, der durch die gewählten Perspektiven einerseits ganz andere, ungewohnte Blickrichtungen innewohnen, die durchaus den Blick auf das je gesamte Gemälde verändern können und zum anderen eine „Fuß- und Schuhgeschichte“ sondergleichen, die den „Stand“ des Menschen wunderbar illustrieren. Sehr empfehlenswert.

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