Catherine Lacey Niemand verschwindet einfach so

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Inhaltsangabe zu „Niemand verschwindet einfach so“ von Catherine Lacey

»Da ist ein wildes Biest im Herzen dieses Romans, und Sie werden es treffen.« The New Yorker

Sie hat geheiratet und versucht, ein normales Leben zu führen, eine normale Beziehung zu haben, sich wie ein normaler Mensch zu fühlen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, Ambitionen zu entwickeln. Doch es ist ihr nicht gelungen.
Als sie verschwindet, hinterlässt sie keinen Abschiedsbrief und keine Erklärung. In Neuseeland angekommen, lässt sie sich blind treiben. Und gerät dabei immer weiter hinein ins Herz aus Finsternis.

„Ich wusste genau, an welchem Tag ich wegzugehen beschlossen hatte, es war ein Dienstagnachmittag, und ich ging gerade den Broadway entlang - ich sah eine alte Frau auf einem Zebrastreifen, und da wusste ich es."

Ein Buch, was mich zwiegespalten zurück lässt. Einerseits wohl genial geschrieben, aber ich habe mich auch selten so gequält beim Lesen.

— eulenmatz

Depressive Autorin beschreibt depressive Protagonistin, großartige Literatur, leider ohne Humor und Struktur

— ninchenpinchen

Eine endlose Selbstbemitleidung ohne dass man erfährt, wieso, weshalb und warum. Wer's mag ...

— Xirxe

Wie die Frau auf dem Cover versank ich immer tiefer in den Gedanken dieser Frau - das ist furchtbar bedrückend & wahnsinnig beeindruckend!

— elane_eodain

Schwierige Geschichte - konnte mich insgesamt leider nicht packen.

— Maren_Zurek

Die Geschichte braucht Aufmerksamkeit, es ist nicht einfach zu lesen, da es weniger um Handlung als mehr um Empfindungen, Gefühle geht

— vielleser18

Wunderschönes Cover, poetische Sprache, aber wenig Handlung: Der Protagonistin in ihre Depression zu folgen, war nicht mein Fall.

— Walli_Gabs

Versetzt einen ein wenig in eine depressive Stimmung, sprachlich durchaus eindrucksvoll, aber ich habe ein wenig das wilde Biest vermisst!

— Jennifer081991

Verloren, Ziellos, zu viele Gedanken, Erinnerungen dennen man nicht trauen kann, Emotional verkrüppelt Ab wann hört man auf zu fühlen?

— karinasophie

Kann man sein altes Leben einfach hinter sich lassen und weggehen? Einfach verschwinden?

— miss_mesmerized

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  • Niemand verschwindet einfach so

    Niemand verschwindet einfach so

    abetterway

    26. November 2017 um 18:44

    Inhalt:"Sie hat geheiratet und versucht, ein normales Leben zu führen, eine normale Beziehung zu haben, sich wie ein normaler Mensch zu fühlen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, Ambitionen zu entwickeln. Doch es ist ihr nicht gelungen. Als sie verschwindet, hinterlässt sie keinen Abschiedsbrief und keine Erklärung. In Neuseeland angekommen, lässt sie sich blind treiben. Und gerät dabei immer weiter hinein ins Herz aus Finsternis."Meinung:Das Buch ist sehr schwierig zu lesen, da es sehr schwerfällig ist und sehr melancholisch. Das Cover ist auch schon recht düster und so geht es im Buch weiter. Allerdings ist es Textlich sehr aussergewöhnlich gut geschrieben. Es ist einfach schwer zu lesen...wie ich finde zu schwer. Konzentration ist hier gefragt. Keine Lektüre für zwischendurch. Fazit:Knappe 4 Sterne...ein sehr lesenwertes Buch mit ein paar Schönheitsfehlern.

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  • Schwieriges Buch

    Niemand verschwindet einfach so

    eulenmatz

    12. November 2017 um 16:22

    INHALT:Sie hat geheiratet und versucht, ein normales Leben zu führen, eine normale Beziehung zu haben, sich wie ein normaler Mensch zu fühlen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, Ambitionen zu entwickeln. Doch es ist ihr nicht gelungen.Als sie verschwindet, hinterlässt sie keinen Abschiedsbrief und keine Erklärung. In Neuseeland angekommen, lässt sie sich blind treiben. Und gerät dabei immer weiter hinein ins Herz aus Finsternis. MEINUNG:Ich glaube, dass ich mich selten so schwergetan habe, wie mit diesem Buch. Das Lesen war wirklich ein Kampf. Es ist definitiv kein Buch, welches man mal eben so weg liest, obwohl es verhältnismäßig dünn ist. Mehr als 50 Seiten konnte ich nicht am Stück lesen. Zum einen lag es an den sehr langen, komplexen Sätzen. Die Autorin verliert sich immer wieder ganz tief in den Gedankenstrudel von Protagonistin Elyria. Einerseits macht es das Lesen schwer. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab. Andererseits ist es schriftstellerisch eine hohe Kunst.Elyria ist eine schwierige Protagonistin, zu der es mir schwer fiel einen Zugang zu finden. Elyria verlässt ohne ein Wort zu sagen die USA und fährt nach Neuseeland. Sie möchte verschwinden. Dass das nicht so einfach ist, zeigt dieser Roman und auch wie schwer es für das Umfeld ist mit diesem Zustand zurecht zu kommen. Man fragt sich natürlich, warum Elyria einfach ihr Leben verlässt. Ein zentraler Punkt ist sicherlich der Selbstmord ihrer Schwester, Ruby. Er ist immer wieder Thema und etwas, was Elyria nicht überwunden hat. Elyria hat Rubys ehemaligen Professor geheiratet. Es mag eine seltsame Konstellation sein, aber ich habe mir darüber weniger Gedanken gemacht. Dennoch ist auch diese Ehe nicht glücklich und Elyria möchte ihr entfliehen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das nicht so richtig durchdrungen habe, was zwischen den beiden vorgefallen sein könnte. Eines ist nur klar: Die Ehe ist am Ende.In dem Roman passiert nicht viel und genau das soll es ja auch nicht. Elyria hat kein Ziel und so hat der Roman auch kein Ziel. Einerseits macht es das Lesen zäh, andererseits mag es auch genial sein. Ich empfand das Lesen als sehr anstrengend. Kann aber auch nachvollziehen, dass sowohl Autorin als auch Übersetzerin dafür ausgezeichnet worden sind.FAZIT:Niemand verschwindet einfach so ist ein sehr spezieller Roman, der auf jeden Fall nichts für eine breite Lesermasse ist. Auch wenn es nicht mein Buch ist, kann ich ihm aber dennoch eine gewisse Genialität erkennen. Ein Buch, was einem stimmungsmässig einiges abverlangt und genau den Zustand seine Protagonistin einfängt.Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

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  • Niemand verschwindet einfach so

    Niemand verschwindet einfach so

    Blaustern

    10. November 2017 um 13:33

    Elyria ist gezeichnet durch ihr Elternhaus. Sie haben sich getrennt, und noch dazu ist die Mutter alkoholabhängig. Dann gab es noch eine Schwester Ruby, die adoptiert wurde, die zwar hochintelligent war, sich aber irgendwann das Leben nahm. Obwohl die beiden sich nie verstanden, hat es Elyria doch tief getroffen und sie völlig aus der Bahn geworfen. Sie heiratet einen Mann, einen Professor, der Ruby gut kannte, um mehr darüber zu erfahren. Doch nach gewisser Zeit läuft diese Ehe auch nicht mehr, auch ihr Mann ist mit Problemen behaftet. Elyria packt ihre Sachen und verschwindet nach Neuseeland ohne irgendjemandem davon etwas zu erzählen. Sie sucht sich selbst, doch auch am Ende der Welt kann man nicht vor seiner Vergangenheit weglaufen. Dieses Buch ist schwere Kost und nichts zum entspannten Nebenbeilesen. Die Atmosphäre ist durchweg düster, und es gibt auch bis zum Ende hin keinen Lichtblick. Obwohl ein solches Ende auch nicht gepasst hätte, denn es wäre unrealistisch gewesen, sich aus einem depressiven Sumpf wieder herauszuziehen, wenn man so tief drinnen sitzt. Hier gibt es weniger spannenden Inhalt, vielmehr führt es uns hier in die tiefsten Abgründe einer kaputten Seele, die Elyria hier selbst erzählt. So sind auch ihre Sätze, unendlich lang und verschachtelt. Zwischendurch hat sie und so auch wir einen Einblick, um letztendlich wieder völlig nichtssagend zu enden. Es ist beschwerlich, dem zu folgen. Man muss sich wirklich voll und ganz darauf einlassen können. So kann man dann wohl noch ein wenig von dem Sinn des Lebens entnehmen. Aber trotz all der Tiefe blieb mir der Zugang zu Elyria versperrt. Und leider auch das schöne Neuseeland farblos.

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  • Leserunde zu "Niemand verschwindet einfach so" von Catherine Lacey

    Niemand verschwindet einfach so

    aufbauverlag

    »Da ist ein wildes Biest im Herzen dieses Romans, und Sie werden es treffen.« The New Yorker International gefeiert als eines der eindrücklichsten Debüts der letzten Jahre: Niemand verschwindet einfach so beschreibt den gewagten Versuch einer Frau, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Elyria begibt sich in die Ferne, nur um festzustellen, dass man vor sich selbst niemals flüchten kann. Ein intimes Abenteuer – und die Geschichte einer Selbstfindung. »Als wir an jenem Abend nach Hause gingen, beide nach dem Bourbon riechend, der uns auf die Knie getröpfelt war, wusste ich, dass mein Mann ein Song war, dessen Text ich vergessen hatte, und ich ein verwackeltes Foto von jemandem, den er mal geliebt hatte.« Elyria löst ein One-Way-Ticket nach Neuseeland und verlässt ihren Mann, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. In Neuseeland angekommen, setzt sie sich immer riskanteren und surrealer werdenden Begegnungen mit den Einwohnern und der Tierwelt aus. Doch ihre eigentliche Reise ist die Reise in ihr eigenes Herz der Finsternis. Verfolgt vom Tod der Schwester, ausgestoßen von der Mutter, zermürbt von der Eintönigkeit ihrer Ehe, droht Elyria an ihren eigenen Gedanken verlorenzugehen. Auf fast hypnotische Weise beschreibt Catherine Lacey eine Frau, die verrückt wird, allein durch sich selbst. Doch niemand verschwindet einfach so, egal wie sehr er es versucht. Zur LeseprobeÜber Catherine LaceyCatherine Lacey wurde in Mississippi geboren und lebt in Chicago. Für ihren ersten Roman »Niemand verschwindet einfach so« wurde sie mit dem Whiting Award 2016 ausgezeichnet. Demnächst erscheint in den USA ihr zweiter Roman »The Answers«.Jetzt bewerben!Um eines der 25 Freiexemplare zu ergattern, bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Wir freuen uns auf euch und einen regen Austausch!Euer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlich haben.

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    • 370
  • Depressive Autorin beschreibt depressive Protagonistin

    Niemand verschwindet einfach so

    ninchenpinchen

    08. November 2017 um 09:50

    Niemand verschwindet einfach so von Catherine Lacey – Erstellungsdatum 08.11.17 Elyria kauft sich ein One-Way-Ticket nach Neuseeland. Niemandem erzählt sie davon, auch ihrem Mann und ihrer Mutter nicht. Sie hat nur einen Zettel mit der Adresse eines flüchtigen Bekannten in der Tasche. In Neuseeland angekommen trampt sie zu Werner, dem Mann auf dem Zettel. Ich las das Buch mit sehr gemischten Gefühlen dennoch zu Ende. Es ist zwar großartig geschrieben, also hat auch die Übersetzerin literarisch perfekte Arbeit geleistet, aber es gibt wenig Handlung und Struktur. Die Protagonistin Elyria ist schwer depressiv, setzt sich beim Trampen großer Gefahren aus, obwohl gerade die Frauen, also die Autofahrerinnen, ihr immer sehr davon abraten. Elyria kann sich nicht in Gemeinschaft integrieren, weder bei Männern, noch bei Frauen oder Paaren. Und jedes Mal, wenn seitens der Gastgeber versucht wird, ihre freiwillige Ausgrenzung aufzuheben, flüchtet sie ins nächste Abenteuer. Der Freitod ihrer Adoptivschwester beschäftigt sie gedanklich und es gibt einige Telefonate mit ihrem Ehemann. Die letztendlich vom System erzwungene Heimkehr nach Unfall und Visaüberschreitung gestaltet sich genauso hoffnungslos wie die Flucht zuvor. Eine erlösende Hoffnung bleibt aus. Fazit: Wer Wert auf großartige Literatur legt, auf neue und bisher möglicherweise ungedachte Gedanken, der ist hier richtig. Und dafür vergebe ich drei Sterne. Wer aber den klassischen roten Faden sucht, einen Pageturner erwartet, am Ende Erleichterung erhofft und / oder Humor und Fröhlichkeit, der ist hier ganz falsch.

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  • Niemand verschwindet einfach so

    Niemand verschwindet einfach so

    ForeverAngel

    01. November 2017 um 15:59

     Elyria hat nicht weiter darüber nachgedacht, sie hat es einfach getan. Ein One-Way-Ticket nach Neuseeland gekauft, einer Einladung folgend, die vor langer Zeit ausgesprochen wurde. Dieser Jemand weiß gar nicht, dass sie kommt, dass sie auf sein Angebot eingehen wird. Ihr Mann weiß nicht, dass sie gehen wird. Ihre Mutter weiß nicht, dass sie gehen wird. Ein kurzer Whisky noch in der Bar nebenan und einige Stunden später steigt sie in Neuseeland aus dem Flugzeug. In der Fremde angekommen muss sie jedoch erkennen, dass sie ihrer eigenen Vergangenheit, ihrem Leben, ihrem Selbst nicht davonlaufen kann. In Rückblenden erzählt Elyria von ihrer alkoholsüchtigen Mutter, ihrer verstorbenen Schwester Ruby, von dem Professor, der zu ihrem Mann wurde, von ihrem Vater, der ihr kein Vater war. Und von der Dunkelheit in ihrem Inneren und den Biestern, die darin leben. Niemand verschwindet einfach so ist kein hoffnungsfroher Roman, keine leichte Lektüre. Es ist eine düstere Geschichte in die dunklen Abgründe einer verkorksten menschlichen Seele. Es ist nicht so, dass Elyria in Neuseeland wieder Hoffnung und Lebensmut findet, dass sie sich ändert und ihr Biest bekämpft. Es ist kein Hollywoodklischee mit rosarotem Happy Ending, sondern eine traurige, deprimierende Geschichte voller Tiefe. Warum man Niemand verschwindet einfach so lesen sollte, wenn es doch so düster und deprimierend ist? Weil Catherine Lacey unfassbar gut schreiben kann und es sind gerade Elyrias Monologe und düstere Gedanken, die mich so gefesselt haben. Dazu kommt die Sprache, die mich mitgerissen hat, und obwohl manche Gedanken etwas wage geblieben sind, begreift man genau, was Elyria meint. Niemand verschwindet einfach so ist kein Buch für den Strand oder die Bahn, es ist ein Buch, bei dem man sich an einem verregneten Tag in eine Decke kuscheln und stundenlang lesen und hinterher seinen eigenen Gedanken nachhängen sollte. (c) Books and Biscuit

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  • Depressive Selbstreflexion ohne Ende

    Niemand verschwindet einfach so

    Xirxe

    31. October 2017 um 20:25

    "Sie haben ihren Bachelor am Barnard College gemacht. Sie waren fünf Jahre als Autorin bei CBS angestellt. Sie haben vor sechs Jahren Charles Riley geheiratet ... Sie haben keine Schulden. Sie haben Ihre Steuererklärung immer rechtzeitig eingereicht. Sie haben keine verschreibungspfllichtigen Medikamente genommen, bevor Sie die Staaten verließen. Sie wohnten an der Upper West Side von Manhattan, in einem Haus, das der Columbia Universität gehört, wo Ihr Mann vor einem Jahr eine Festanstellung als Assistenzprofessor an der mathematischen Fakultät bekommen hat." Das ist das Leben von Elyria, die eines Tages ohne Ankündigung nach Neuseeland fliegt ohne jemanden zu informieren. Es ist ihr selbst nicht richtig klar, was der Grund für diesen Entschluss war, doch es muss etwas mit diesem Biest in ihr zu tun haben: " Natürlich würdest du (der Ehemann) sagen: 'Das stimmt nicht, du bist kein wildes Biest' und würdest mich zu trösten versuchen: 'Wir haben alle etwas Dunkles in uns', würdest du sagen; aber ich weiß, dass meine Dunkelheit dunkler ist und dass sich eine Horde tollwütiger wilder Biester darin verbirgt, ich bin nicht wie du, Ehemann, in meiner Dunkelheit gibt es keinen Lichtschalter, meine Dunkelheit ist eine Savanne in mondloser, sternloser Nacht, und alle meine wilden Biester rennen in vollem Tempo blind drauflos, aber das könnte ich beim besten Willen nicht zu dir sagen, denn wir haben im Grunde jahrelang nicht miteinander gesprochen, und deshalb habe ich eine Distanz aus Raum und Zeit zwischen uns geschaffen, damit unser Schweigen einen Sinn ergibt." Was dieses bzw. diese wilden Biester genau ausmacht, ist nur andeutungsweise zu erahnen, ebenso wie die Ursache für deren Existenz. Unverkennbar hängt es mit ihrer Familie zusammen, dem Tod ihrer Schwester und dem Alkoholismus ihrer Mutter, doch nichts wird so erzählt, dass man eindeutig Ursache und Wirkung erkennen könnte. Alles, ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart befinden sich in einer Art schwebender Zustand und sobald jemand versucht, Elyria in die Gegenwart zu bringen, ergreift sie die Flucht und zieht weiter.Ja, Catherine Lacey kann schreiben, sie bringt beeindruckende Bilder und Vergleiche in endlos langen Sätzen (teilweise über eine Seite) zu Papier, die allerdings immer nur um ein Thema kreisen: Elyria und die Suche nach ihrem Ich, ihren Gefühlen. Bei jedem äußeren Eindruck von außen entstehen Gedanken, die vom Hölzchen auf's Stöckchen kommen: "Ich lief ... hinter einem großen, kompaktem Mann her, der ausschritt, als wäre er der Präsident eines Landes namens Leben, und mir war, als wäre ich in Sicherheit, wenn ich irgendwie mit ihm zusammenhinge, also folgte ich ihm, ..., folgte ihm wie Entenjungen allem folgen, was sie anführt, egal, ob es ein Alligator, eine kleine Ziege oder eine elektrische Spielzeugkatze ist." Leider gibt es bei Elyria keine Entwicklung, weder zum Guten noch zum Schlechten, und so entspricht das Lesen größtenteils dem Folgen der recht wirren und depressiven Gedanken der Protagonistin. Was ich sehr bedauerlich finde, denn irgendwann las ich nur noch quer, was aber dazu führt, dass man wirklich gute Sätze nicht immer wahrnimmt (was ich beim nochmaligen Durchblättern feststellte - das ist auch das Gute am Rezensionen schreiben ;-)).Eine Autorin mit Potential, aber dieses Buch muss man nicht gelesen haben.

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  • Wer verschwindet da eigentlich?

    Niemand verschwindet einfach so

    Jennifer081991

    28. October 2017 um 18:40

    Sprachlich zog mich der Roman sofort in den Bann, wenn ich auch jedesmal niedergeschlagener durch das Lesen wurde. Glücklicherweise waren die Kapitel recht kurz, sodass ich sie in kleinen Häppchen lesen konnte. Dennoch ist der Roman sprachlich wirklich eindrucksvoll und berührte mich sehr. Man erfährt als Leser Elyrias Leben durch ihre Augen und bekommt nach und nach auch Eindrücke ihrer Probleme, die sie im Laufe des Romans immer deutlicher ausspricht. Sind es anfangs nur Andeutung so verstärkt sich nach und nach das beklemmende Gefühl, das geschildert wird. Der Roman selbst ist handlungsarm, da vor allem Elyrias Gedanken im Fokus stehen. Zwar bewegt sich Elyria auf der Suche nach einem Zufluchtsort, zwar begegnet sie immer wieder Personen oder nimmt Kontakt zu ihrem alten Leben auf, doch innerlich scheint sie abgeschnitten von Ort, Zeit und Emotionen.Einerseits bewundere ich die Autorin dafür, wie sie dieses beklemmende Gefühl erzeugt, andererseits ließ mich das Buch nach jedem Lesen in einer solch negativen Stimmung zurück, dass ich kaum weiterlesen wollte. Insgesamt konnte ich mit dem Buch wenig anfangen. Durch die starke Innensicht Elyrias, die möglicherweise an Depressionen leidet, was aber im Roman nicht ausdrücklich thematisiert wird, fehlte mir ein Bezugspunkt. Zudem fand ich die sprachlichen Bilder teils wirklich grausig. Der Verlag warb damit, dass man im Herzen dieses Romans und seiner Protagonistin ein wildes Biest treffen würde, doch Elyria war so abgekoppelt von jeglichen Gefühlen, sie schien quasi neben sich zu stehen. Wenn sie gedanklich über sich reflektierte, dann auf eine so abstrakte und desinteressierte Weise, dass man glauben könnte, es ginge um eine ganz andere Person. Auch bin ich mir nun schlussendlich immer noch nicht sicher, ob es nun um Depression ging oder nicht, was mich zusätzlich frustriert.Fazit: Versetzte mich in eine sehr negative Stimmung, sprachlich durchaus eindrucksvoll, aber ich habe ein wenig das wilde Biest vermisst! Ich empfehle die Leseprobe (zum Beispiel direkt beim Aufbau Verlag) vorab zu lesen, da das Buch teils sehr unterschiedlich aufgenommen wurde 

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  • Teilweise ermüdende Wanderschaft durch die eigene Seelenlandschaft

    Niemand verschwindet einfach so

    anushka

    18. October 2017 um 23:34

    Elyria beschließt auszubrechen. Völlig überraschend läßt sie alles und alle, inklusive ihren Ehemann, ohne Bescheid zu sagen hinter sich und fliegt nach Neuseeland. Der Tod ihrer Adoptivschwester beschäftigt sie noch immer. Die Mutter war dem Alkohol immer mehr zugetan als der Tochter und die Ehe ist auch nicht mehr das, was sie am Anfang einmal war. Elyria ist vor allem auf der Suche nach sich selbst ..."Auf fast hypnotische Weise beschreibt Catherine Lacey eine Frau, die verrückt wird, allein durch sich selbst.", sagt der Klappentext. Für mich war das Buch leider weniger hypnotisch als über große Strecken eher ermüdend. Ja, die Protagonistin wird durch sich selbst fast verrückt, und ich beim Lesen fast mit. Vieles spielt sich fast ausschließlich im Inneren der Protagonistin ab und manchmal wirkt es so, als befände sie sich in einer psychologischen Krise bis hin zur Depression. Allerdings konnte ich das "wilde Biest", von dem immer wieder die Rede ist, nicht entdecken.Ich hätte mir auch viel mehr Eindrücke aus Neuseeland gewünscht. So ist es einfach nur eine Leinwand, vor der die Protagonistin vor allem in ihrem Inneren wühlt. Der Ort ist scheinbar austauschbar; Hauptsache weit weg von New York. Vielleicht waren aber auch meine Erwartungen einfach falsch. Jemand, der nach einer Balance mit sich selbst sucht und versucht, sein selbst deklariertes Biest im Inneren zu bändigen, wird vielleicht nicht den Kopf frei haben für überwältigende Szenerie. Wobei der Kontrast zwischen New York City und Neuseeland schon maximal sein dürfte. Potenzial in diese Richtung blitze zwar immer einmal durch (beispielsweise beobachtet Elyria von der Fähre aus einen verletzten Rochen im Wasser), aber ansonsten bleibt Neuseeland als Kulisse im Hintergrund sehr blass. Auch die Begegnungen mit den verschiedenen Menschen wirken austauschbar, wenn auch tatsächlich zunehmend surreal und extremer. Leider muss ich auch am Schreibstil Kritik üben. Auf mich wirkte er manchmal zu gewollt und konstruiert literarisch. Einige Sätze waren fast um sich selbst gewickelt und ergaben am Ende für mich kaum noch Sinn.Ich hatte mir von diesem Buch etwas mehr versprochen, wurde aber etwas enttäuscht. Zwischenzeitlich war das Buch für mich auch recht anstrengend und ich musste mich aufraffen, weiterzulesen. Die Autorin wird hoch gehandelt als junge und innovative neue Stimme in Amerika. Ich kann das schon etwas nachvollziehen und würde der Autorin auch nochmal eine Chance geben. Aber bei diesem Buch fehlte mir etwas der Plot.

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  • Aber ich weiß, dass meine Dunkelheit dunkler ist

    Niemand verschwindet einfach so

    MikkaG

    16. October 2017 um 23:01

    "Niemand verschwindet einfach so" ist eines dieser unbequemen Bücher, die es dem Leser nicht leicht machen, sondern ihn herausfordern und dadurch sicher auch polarisieren.Dabei ist die Geschichte weder brutal, noch schockierend oder auch nur polemisch. Tatsächlich passiert auf den ersten Blick viel, auf den zweiten erstaunlich wenig und auf den dritten dann wieder ganz viel – wenn man es denn zulässt.Eine junge Frau bringt sich um. Ihre Schwester heiratet den Mann, der es ihr möglich macht, darüber zu weinen, und verlässt ihn letztendlich wieder, als das nicht ausreicht. Sie reist durch die halbe Welt, trampt, schläft in fremder Leute Schuppen, quartiert sich bei Menschen ein, die sie nicht kennt und die ihr auch nichts bedeuten. Und dabei wird sie nicht überfallen, es entspinnt sich keine hollywoodreife Liebesgeschichte, niemand kämpft heldenhaft gegen den Krebs, und überhaupt erstreckt sich die Handlung zwar über mehrere Länder, spielt sich aber streng genommen doch hauptsächlich im Kopf der Protagonistin ab.Denn Elyria denkt. Und denkt. Und denkt. Und dort, in ihren Gedanken, verbirgt sich das wilde Biest, das kratzt, beißt und sticht. Im Verborgenen. Im Geheimen. In verqueren Bildern, in merkwürdigen Formulierungen, in ihrer Wahrnehmung der Welt als ein Grab aus Schatten. In endlosen Schachtelsätzen, die sich wieder und wieder im Kreise drehen.Die Sprache ist brillant, wird aber nicht jeden Leser überzeugen: eine literarische Stimme, die aufhorchen lässt, weil sie in ihrer Wucht so unverfroren anders ist und zugleich eine ungeheure Zerbrechlichkeit ausstrahlt, eine Art bodenlosen Weltschmerz. Anstrengend, ja, manchmal ein wenig zu bemüht, aber lohnend.Zitat:Wir haben alle etwas Dunkles in uns, würdest du sagen; aber ich weiß, dass meine Dunkelheit dunkler ist und dass sich eine Horde tollwütiger Biester darin verbirgt, ich bin nicht wie du, Ehemann, in meiner Dunkelheit gibt es keinen Lichtschalter, meine Dunkelheit ist eine Savanne in mondloser, sternloser Nacht, und alle meine wilden Biester rennen in vollem Tempo blind drauflos, aber das könnte ich beim besten Willen nicht zu dir sagen, denn wir haben im Grunde jahrelang nicht miteinander gesprochen, und deshalb habe ich eine Distanz aus Raum und Zeit zwischen uns geschaffen, damit unser Schweigen einen Sinn ergibt.Aber was bedeutet das alles? Wen oder was verkörpert das Biest? Elyrias Depressionen, ihren Zorn auf die Eltern, ihre Unfähigkeit, mit anderen Menschen gesunde Beziehungen einzugehen? Die Trauer um ihre Schwester? Jedenfalls keine nach außen gerichtete Aggression, auch wenn sich Elyria selber misstraut, was das betrifft. Verliert sie den Verstand?  Einfache Lösungen gibt es hier nicht. Elyria wird ohne Betriebsanleitung geliefert – oder vielleicht ist die auch nur in einer Sprache geschrieben, die Elyria selber nicht versteht. Und das ist in meinen Augen auch vollkommen in Ordnung. Die Geschichte hat einen unglaublichen Tiefgang, und ein erzwungenes Ende, das alles zu Tode erklärt, würde ihren Sog vielleicht sogar zerstören.  Ob man das Buch liebt oder hasst, hängt meines Erachtens zumindest zu einem großen Teil davon ab, inwieweit man sich einlassen kann auf Elyrias inneren Monolog, ohne Erklärungen zu erwarten. Und sie macht es dem Leser nicht einfach: sie trifft falsche Entscheidungen, sie erwartet zu viel von Fremden und zu wenig von sich selbst, aber sie ist auf ihre kompromisslose Art echt und authentisch und durchaus liebenswert. Die anderen Charaktere bleiben schwer greifbar, weil Elyria unfähig ist, wirklich auf sie zuzugehen. Fazit: Eine Frau will verschwinden. Vielleicht. Möglicherweise will sie sich auch selber finden oder ist auf der Flucht vor ihrem inneren Biest. So genau wissen das weder sie noch der Leser, jedenfalls reist sie durch die halbe Welt und kommt doch nirgendwo so richtig an.Kann ein Buch originell sein, das sich auf die klaustrophobisch beengte Gefühlswelt seiner Protagonistin beschränkt und dabei keine Lösungen bietet?Für mich zeigt Catherine Lacey ihr Talent gerade dadurch, dass sie innerhalb dieser engen Grenzen eine Geschichte erzählt, die ohne Rührseligkeit berührt und bewegt – dass sie Spannung aufbaut, obwohl diese Geschichte kein bestimmtes Ziel anstrebt. Ich konnte mich Elyria und ihrer düsteren Gedankenwelt nicht entziehen. 

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  • Schwierige Geschichte

    Niemand verschwindet einfach so

    Maren_Zurek

    08. October 2017 um 18:38

    Titel: Niemand verschwindet einfach so. Autoren: Catherine Lacey Verlag: Aufbau Verlag Seitenzahl: 265 Klappentext:  Eines Tages löst Elyria ein One-Way-Ticket nach Neuseeland und verschwindet spurlos. Während ihr Ehemann sie verzweifelt zu finden versucht, lässt sie sich auf Ihrer abenteuerlichen Reise immer mehr gehen. Dabei stellt sie fest, dass die eigentliche Reise eine Expedition in ihr eigenes Herz der Finsternis ist. Zum Cover: Das Cover hat mir sehr gut gefallen. Ich mag die verwendeten Farbtöne und die Darstellung wie die Frau Stück für Stück verschwindet. Das hat meine Neugierde geweckt. Schreibstil: Mit dem Schreibstil bin ich nicht so richtig klar gekommen. Es viel mir schwer dran zu bleiben und den Gedanken der Protagonistin zu folgen. Immer wieder gab es Zeit- und Gedankensprünge, denen zu folgen mir sehr schwer viel. Wörtliche Rede wurde nur durch kursive Schreibweise gekennzeichnet und auch das hat mir das Lesen nicht unbedingt erleichtert. Der Schreibstil spiegelt den labilen Zustand der Protagonistin sehr gut wieder, allerdings fand ich es insgesamt sehr zäh und schwierig zu Lesen für mich. Lieblingszitate: … aber ich konnte niemandem die Schuld für etwas geben, das in mir war, weil ich wie jeder Mensch vollständig von mir selbst bewohnt bin, … Niemand möchte, dass man ihn nicht wiedererkannt. Niemand möchte ein Fremder für jemanden sein, der kein Fremder für ihn ist. Er atmete ein, und seine Stimme schien auf der letzten stabilen Außenkante seines Ichs zu balancieren. Meine Meinung zum Buch: Obwohl mich der Klappentext gleich gepackt hatte, konnte ich dem Buch nicht so viel abgewinnen. Ich hatte Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen, was mir eher selten passiert. Ich gebe Büchern immer eine Chance bis zur letzten Seite, aber überzeugen konnte mich diese Geschichte dennoch nicht. Ich war insgesamt sehr verwirrt über weite Teile der Geschichte. Ich konnte teilweise nicht feststellen, was in der Protagonisten vorgeht und was tatsächlich passiert. Manches scheint mir im Nachhinein nur Einbildung gewesen zu sein, aber das verwirrt mich einfach nur noch mehr.  Bewertung: Ich gebe dem Buch daher 2 von 5 Sterne.

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  • Suche nach Leben

    Niemand verschwindet einfach so

    vielleser18

    02. October 2017 um 07:34

    Elyria kommt aus einem schwierigen Elternhaus, Eltern getrennt, Mutter alkoholabhängig. Als die Stiefschwester, mit der sie sich zeitlebens nie richtig verstand, Selbstmord begeht, gerät ihre Welt aus den Fugen. Schon die Heirat mit demProfessor ihrer Stiefschwester ist wie eine Flucht nach vorne,  denn auch dieser hat s eine schwierige Vergangenheit und Elyria hofft auf eine Begründung für Rubys Tod. Doch Iigendwann erreicht Elyria den Punkt, an dem  sie für sich nur noch den Ausstieg als Ausweg sieht - sie will einfach verschwinden.  Sie kauft sich ein One-Way-Ticket nach Neuseeland . Doch kann man einfach so verschwinden ?Es ist ein Roman, der aus Sicht von Elyria geschrieben wurde. Es geht weniger um Handlung oder Spannung, sondern um Elyrias Gefühle und Empfindungen, ihre Gegenwart und ihre Vergangenheit. Sie ist an einem Punkt angelangt, an dem sie selber nicht mehr weiter weiß, die Welt, das Leben, sich selbst nicht mehr mag und versteht. Sie hat tausend Fragen, keine Antworten. Ihr innerer Monolog findet manchmal selber keinen Punkt, ellenlange, verschachtetelte Sätze, in denen die Protagonistin ihre Empfindungen bis ins kleinest auftröselt, immer weiter ausholt, immer engere Kreise zieht - spiegelt das wider.Darauf muss man sich als Leser einlassen können. Diese Sätze unterstreichen aber auch sehr gut den Zustand der Protagonistin, die sich viele Sinnfragen stellt, vieles in Frage stellt und versucht Antworten zu finden. Es ist eine Suche nach dem was Leben bedeutet und ausmacht, was von dem Einzelnen bleibt, ob man einfach so verschwinden kann, ohne Spuren zu hinterlassen. Fragen, die sich die Protagonistin stellt, die sie umtreibt - nicht nur innerlich, sondern auch auf ihrer ziellosen Wanderschaft. Immer mehr fängt sie an sich aufzulösen - ja, bis.... am Ende bleibt ein kleiner Hoffnungsschimmer.Ein Buch, das vielleicht beim Leser nicht lange nachhallt, den Leser etwas enttäuscht,  weil es keine Lösung am Ende gibt, vielleicht nur ein kleiner Hoffungsschimmer . Das lies mich etwas ratlos zurück, wenn ich auch zugeben muss, das es eine realistischeres Ende ist, als wenn sich die Protagonistin am Ende eine rapide Kehrtwendung gemacht hätte, was auch nicht gepasst hätte. Ich empfand beim Lesen sehr gut was Elyria empfunden hat. Ihre Gedanken, ihre Fragen. Das war nicht immer leicht, denn die Depression, in der sich die Protagonistin befindet, verlangt auch vom Leser viel ab. Dennoch sind es Fragen, mit denen sich Protagonistin auseinandersetzt, die die meisten Menschen im Laufe des Lebens auch sich selbst stellen. Nach dem Sinn des Lebens, den Spuren eines selbst, die bleiben oder auch nicht. Fazit:Keine leichte oder gar seichte Lektüre, eine auf die man sich einlassen muss, bei dem man das Gelesene auch nachspüren muss, bei der es weniger um Handlung als um Gefühle und Sinn-Fragen geht. Von mir eine Empfehlung für alle, die sich damit auseinandersetzen möchten, die dennoch aber bereit sind auf eine vorgesetzte Lösung zu verzichten.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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  • Catherine Lacey | NIEMAND VERSCHWINDET EINFACH SO

    Niemand verschwindet einfach so

    Bookster_HRO

    27. September 2017 um 08:11

    INHALT: Aus einem Impuls heraus verlässt Elyria (28) ihren Ehemann und fliegt ohne jede Erklärung oder auch nur ein Wort des Abschieds nach Neuseeland, um dort ein neues Leben zu beginnen. Wie denn genau dieser Restart vonstatten gehen soll, soweit kam sie mit ihren Plänen noch nicht, sie wusste nur: Sie musste weg. Dabei sah es um ihr Leben gar nicht so schlecht bestellt aus – Wohnung in der noblen Upper West Side, guter Job als Drehbuch-Autorin, ihr Mann: Professor für Mathematik – dennoch nagte etwas jahrelang an ihr, ein wildes Biest in den Tiefen ihres Herzens, das sich mit seinen Krallen einen Weg hinausgrub. In Neuseeland angekommen, hat Elyria viel Zeit, sich über ihr Leben und ihre Rolle darin klarzuwerden. Sie trampt, schläft in verlassenen Scheunen, arbeitet für wenig Geld, schließt Bekanntschaften und löst sie wieder. In all den Wochen und Monaten bohren sich die Gedanken immer tiefer und tiefer durch ihre Brust zu dem Biest in ihrem Innern. Woher kommt es? Hat jeder eines? Was machen die anderen, um es im Zaum zu halten? Die Erkenntnisse sind komplex und überwältigend. Alles ist eng mit ihrer Familie verwoben, mit ihrer alkoholabhängigen Mutter, die ihr stets nur Missachtung entgegenbrachte, und mit ihrer Adoptivschwester, die in jungen Jahren Selbstmord beging. Und vor allen Dingen: Ihr Neubeginn bedeutet nicht Freiheit, sondern Flucht, denn niemand verschwindet einfach so. Ein Unfall bringt die neuseeländischen Behörden auf den Plan, die schnell erkennen, dass Elyrias Visum längst abgelaufen und sie in New York längst als vermisst gemeldet ist. Elyria wird psychologisch behandelt, eine Sitzung, in der sie nochmals mit ihrem Biest konfrontiert wird. Dann wird sie nach Hause geschickt, wo sie sich ihrem Mann und ihrer Familie stellen muss – eine Aufgabe, der sie nicht gewachsen scheint. FORM: Catherine Lacey (*1985) ist mit ihrem Debütroman ein aufrichtiges Psychogramm gelungen, dass sehr tief in ihre Protagonistin blicken lässt. Und mit aufrichtig meine ich, dass es sich hier nicht um ein Herzschmerzbuch handelt, in der eine Spätpubertäre in romantischer Melancholie badet, sondern um eine genaue Analyse einer jungen Frau mit massiven Belastungs- und Empfindungsstörungen. Es ist ein Text, der sich mit den großen Fragen unserer Zeit beschäftigt: Mache ich alles richtig? Werde ich gebraucht? Wird man sich an mich erinnern? Das Besondere an Laceys Stil ist, dass sie die wirklich harten Gedanken, die echten Abgründe, die sich in jedem von uns auftun, gar nicht groß benennt. Was da alles zwischen den Zeilen brodelt und unter der Oberfläche köchelt, ist schwer zu ertragen. Manche Stellen reißen einen so dermaßen runter, sind so deprimierend, dass man das Buch erstmal zuklappen muss, um nicht völlig die Hoffnung aufzugeben. Die Sätze sind oft labyrinthisch und schlängeln sich assoziativ durch ein Gemisch aus Erlebtem und Gedachtem, ohne auf eine einfache Sprache zu verzichten, was mir sehr gut gefiel. Der einzige Kritikpunkt, der sich besonders zum Ende des Romans deutlich zeigt, ist die Eindimensionalität sowohl der Hauptfigur als auch der ganzen Geschichte. Sicher: Elyria hat Tiefe und erlangt auch Erkenntnisse, sie entwickelt sich aber trotzdem kaum und steht am Ende wieder dort, wo sie anfangs stand. Und die Geschichte drumherum ist trotz der vielen Nebencharaktere doch weitestgehend monothematisch – eine One-Woman-Show von Anfang bis zum Ende. Nach über 260 Seiten war mir das ein bisschen zu viel Elyria. FAZIT: Trotz der Einwände – Catherine Lacey kann schreiben, kein Zweifel. Und wenn ihr neuer Roman (OT: »The Answers«) erscheint, wäre ich der Lektüre nicht abgeneigt. Für NIEMAND VERSCHWINDET EINFACH SO vergebe ich vier Sterne plus Leseempfehlung … allerdings – und das meine ich keineswegs despektierlich – nur für Menschen, die nicht ohnehin schon mit Depressionen zu kämpfen haben. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Komplexes Seelenpanorama

    Niemand verschwindet einfach so

    Walli_Gabs

    22. September 2017 um 09:46

    Das Cover dieses Buches hat mich auf Anhieb angesprochen. Ich finde es außergewöhnlich schön und auch die Haptik des Schutzumschlags ist ganz besonders. Aber: Never judge a book by its cover … wobei das Cover gar keine falschen Erwartungen weckt. Es zeigt eine Frau, die erst noch entspannt im Wasser zu liegen scheint und dann langsam, sang- und klanglos untergeht.Und eine Art Untergang hat auch die 28-jährige Hauptfigur Elyria bereits hinter sich. Sie hat sich irgendwie verloren, findet keinen Anschluss mehr an ihr Leben und verlässt still und heimlich ihren Ehemann, in dem sie sich ohne irgendeine Art von Abschied davonstiehlt. Mit kleinem Gepäck und nur wenig Geld reist sie von New York nach Neuseeland, wo ihr eine Zufallsbekanntschaft ein Gästezimmer angeboten hat, falls sie mal in der Nähe sein sollte. Elyria will weg von ihrem alten Leben, in dem sie viele unschöne Erfahrungen gemacht hat, als Tochter einer alkoholkranken, egomanen Mutter und Schwester der adoptierten und hochbegabten Ruby, die sich im Alter von 22 Jahren umgebracht hat.Elyria ist auf ihrer Reise sehr in ihre eigene Seele versunken. Sie lässt sich treiben und nimmt die Wünsche und Bedürfnisse anderer kaum noch wahr. Die Kommunikation mit ihren Mitmenschen fällt ihr schwer, ihre Gedanken kreisen weniger um Konkretes, als um Alltagsbeobachtungen, die sie abdriften lassen. Man muss die Protagonistin wohl als depressiv bezeichnen und die sporadischen Enthüllungen aus ihrer Vergangenheit tragen dazu bei, dass sich dieses Bild verfestigt. Dennoch muss Elyria im Laufe ihres Roadtrips erkennen, dass sich die Vergangenheit nicht abschütteln lässt. Diese Erkenntnis hilft ihr jedoch nicht, sich ihrem alten Leben zu stellen.Elyrias Gedankengänge sind unkonkret, aber poetisch. Sprachlich ist „Niemand verschwindet einfach so“ sehr gelungen – wenn einem der karge Inhalt nichts ausmacht. Mir ist allerdings zu wenig passiert. Die Erlebnisse der Protagonistin rauschen nicht nur an ihr, sondern auch am Leser größtenteils spurenlos vorbei; sie haben keine Bedeutung. Das Buch besteht in erster Linie aus inneren Monologen, doch dieses Stilmittel wird nicht dazu genutzt, um eine Entwicklung der Figur aufzuzeigen. Und so las sich das Ganze für mich zunehmend zäh. Ich blieb unzufrieden zurück. Unzufrieden macht es mich nun auch, diesem Buch nur drei Sterne geben zu können, denn Sprache und Gedankengänge der Autorin Catherine Lacey sind durchaus kunstvoll. Ich hatte das Gefühl, mich einfach nicht genug auf den Roman einlassen zu können; mir blieben Elyria und ihr Handeln zu fremd. Dadurch haben mich ihre Gedankengänge wohl einfach kalt gelassen und meine Lust, ihren tristen Beobachtungen weiter zu folgen, hielt sich immer mehr in Grenzen. Ich kann verstehen, was man an diesem Buch mögen kann, aber in meinem Fall passten Buch und Leserin einfach nicht zusammen.

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