Catherine Merridale Der Kreml

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der Kreml“ von Catherine Merridale

Eine packende neue Geschichte Russlands – über 500 Jahre Herrschaft und Macht im Kreml, von Iwan dem Schrecklichen bis Wladimir PutinDer Kreml ist das imposante Symbol der russischen Nation. Hier wurden die mächtigen Zaren gekrönt, hier paradierte die glorreiche Rote Armee nach dem Sieg über Deutschland. Im Kreml schlägt das Herz der russischen Macht, hier entscheidet sich Russlands Schicksal. Die bedeutende Historikerin Catherine Merridale erzählt die faszinierende Geschichte des Kreml mit all ihren Intrigen und blutigen Kämpfen um die Macht. Indem sie das verborgene Innere des russischen Staates freilegt, ermöglicht Catherine Merridale uns ein neues Verständnis der bewegten Geschichte Russlands bis in die Gegenwart.

Stöbern in Sachbuch

Heimatlos ist nicht gleich hoffnungslos: Sehnsucht einer jungen Frau 1944/2014

Einmaliges Buch voller autobiographischen Aufzeichnungen aus einer anderen Zeit.

lindenelmar

Homo Deus

Der Autor spannt einen Rahmen von der Vergangenheit bis in die Zukunft. Sein Menschenbild ist gewöhnungsbedürftig.

mabuerele

Hygge! Das neue Wohnglück

Ein inspirierendes Buch, mit vielen Tipps, Interviews, und noch mehr Bildern, die das skandinavische Wohlfühlflair wiederspiegeln

Kinderbuchkiste

Spring in eine Pfütze

Ich muss sagen, ich war positiv überrascht und freue mich nun jeden Tag auf eine neue & kreative Aufgabe.

NeySceatcher

Alles, was mein kleiner Sohn über die Welt wissen muss

Kurzweilige, aber amüsante Lektüre über das Leben mit einem Kleinkind - auf jeden Fall lesenswert.

miah

Das große k. u. k. Mehlspeisenbuch

Das Zauner ist eine Institution in Bad Ischl, hier gibt es die Rezepte der Leckereien, die man dort findet.

Sikal

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Im Zentrum der Macht und der Geschichte Russlands

    Der Kreml
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    11. June 2014 um 13:44

    Im Zentrum der Macht und der Geschichte Russlands Vordergründig vollzieht Catherine Merridale in ihrem sehr flüssig und eingängig geschriebenen Buch die bauliche Geschichte und die baulichen Eigenheiten des Kreml als „roter Faden“ durch das Buch minutiös nach. Das Gebäude kennt der Leser am Ende der Lektüre bis in den letzten Winkel hinein, was sowohl der bildkräftigen Beschreibung Merridales als auch den übersichtlichen Karten und Plänen im Buch geschuldet ist. Hintergründig, vor allem, legt Merridale in ihrer „Gebäudebiographie“ aber ebenso eine übersichtliche, fundierte und hervorragend zu lesende Geschichte Russlands vom 12. Jahrhundert an bis in die Gegenwart hinein. „Der Kreml ist ein Ort, an dem sich Geschichte konzentriert und an dem jeder Stein mehrere Vergangenheiten zu repräsentieren scheint. Die Wirkung ist hypnotisch“. Und das ist keinesfalls zufällig im Lauf der Jahre so „bebaut“ worden, weder das „Chaos der Dachverkleidung“ bis hin zu der „überwältigenden Menge von Palästen und uralten Mauern“, es gilt (und das führt Merridale überzeugend dargestellt vor Augen): „Außerdem ist der Kreml absichtlich so arrangiert worden“. Eines aber ist der Kreml nicht, und das hat System. Das Gebäude ist nicht “heimelig“ , genauswenig, wie es übersichtlich daherkommt. Es war (und ist) von Beginn an Ausdruck (und dementsprechend in späteren Bauphasen darauf beruhend ausgebaut worden) „Ausdruck des besonderen Charakters der russischen Kultur“ und verweist in seinem Stil „auf die historisch verwurzelte Macht“. So spiegelt sich vom Bau des Kreml (aus Holz und mehrfach niedergebrannt in den Folgejahren) über die ersten Mauerwerke bin hin zu den goldenen Dächern und darüber hinaus die wechselhafte Geschichte Russlands im Bauwerk wieder, wie der Kreml selbst als „corporate identity“ Signalwirkung in vielfacher Form in das russische Volk immer wieder hinein entfaltet hat. So wie Anfang des 17. Jahrhunderts das „Goldene“ Ausdruck des Volksgefühls war, das „frische Ideen (nicht) nützlicher sein könnten als überlieferte Frömmigkeit“ und der starken Sehnsucht nach einem „goldenen Zeitalter“, in der Zar in Glanz und Prunk regiert. So wird auch aus dieser Betrachtungsweise her erklärlich, warum Peter der Große, dem Fortschritt anhängend, Moskau und den Kreml mied und in St. Petersburg seinen Ort der „Weltoffenheit“ anders und neu erbaute. Eine Offenheit dem neuen, den Ideen, der Welt gegenüber, die, wie die neuere Geschichte des Kremls von der Oktoberrevolution an zeigt, sich nicht erhalten hat, sondern wieder in die „Trutzburg“ eingezogen ist. Aber auch die Phase der „Normalität“, die mit Boris Jelzin im neuen „Zeitabschnitt“ begann und auch unter Putin durchaus über lange Strecken hinweg im Kreml anzutreffen war (und in Teilen noch ist) findet im Buch seinen Niederschlag. Immer wieder aber ist der Kreml Schauplatz, Symbol und Mittelpunkt der russischen Drehung „um die eigene Achse“, eines starken, verwurzelten, in Teilen nicht nur in der Sowjetzeit irrationalen Patriotismus, eines Ausbaus und Glanzes des Kreml innen wie außen, der sich bei Weitem nicht immer in der tatsächlichen Lage Russlands und seines Volkes widerspiegelt. Ein interessantes und informatives, gut zu lesendes Buch, dass der „russischen Seele“ und der russischen Geschichte von ganz anders als gewohnter Seite her sich nähert. 

    Mehr