Catherine Merridale Steinerne Nächte

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Inhaltsangabe zu „Steinerne Nächte“ von Catherine Merridale

Das 20. Jahrhundert war für Russland und die anderen Teilrepubliken der untergegangenen Sowjetunion gekennzeichnet von einer noch nie da gewesenen Häufung von Tod und Vernichtung. Zwei Weltkriege, die Oktoberrevolution mit den anschließenden Säuberungen und Hungersnöte, teils naturbedingt, teils vom Staat zu verantworten, bescherten dem Riesenreich im Osten Europas den traurigen Rekord, das Land mit den meisten gewaltsam zu Tode gekommenen Menschen zu sein. Die russische Erde ist voll von Toten Soldaten und Partisanen, Gefangene und Verfolgte, vermeintliche wie echte Staatsfeinde, Opfer der großen Säuberungen unter Stalin. Und die meisten wurden am Ort ihres Sterbens verscharrt oder in Massengräbern beigesetzt. Selten war der Tod so anonym wie in diesen Jahrzehnten. Jahrhundertelang lebten die Russen ohne rechtlichen Schutz, waren der Willkür der zaristischen Obrigkeit ausgeliefert und fügten sich in die Unvermeidlichkeit von Leiden und Sterben. Und sie entwickelten eine fatalistische Beziehung zum Tod. Sie wuchsen auf im Bewusstsein, ein wertloses Leben zu führen, sodass sie den Tod, auch einen frühen und gewaltsamen, als unausweichlich akzeptierten. Sie waren gewohnt, ihr Leben für den Zaren hinzugeben, und als die Herrscher wechselten, konnten auch diese mit einem ans Dulden und Erdulden gewohnten Volk rechnen. Es blieb selbstverständlich, für die neuen Herren und die neue politische Idee zu sterben, und die Hinterbliebenen schienen dies zu akzeptieren. Getrauert wurde nur im familiären Kreis, das Trauern in der Öffentlichkeit war verboten. Die einzelnen Akte dieses Dramas der Vernichtung im modernen Russland hat Catherine Merridale in Steinerne Nächte einer kritischen Bestandsaufnahme unterworfen. Neben der akkuraten Auflistung der Gräuel beleuchtet sie immer wieder die Fragen: Wie konnten die Russen diese gigantischen Verluste bewältigen? Wie konnte eine ganze Nation trauern, ohne dieser Trauer Ausdruck verleihen zu können? Sind Todesbereitschaft und Todessehnsucht wirklich lebensbestimmend? Die Autorin verweist auf die prächtigen orthodoxen Gottesdienste, die der Bevölkerung vertraut waren, in denen sie sich geborgen fühlte, und beschreibt die Versuche der Bolschewisten, für die Trauerarbeit wie für alle anderen privaten Rituale eine atheistische, staatsgelenkte Alternative zu schaffen. Das aber wurde von der Bevölkerung nie angenommen. Erst in den letzten Jahren, seit der Begriff Glasnos mit Leben erfüllt wird, hat sich der Umgang mit der schmerzlichen Vergangenheit geändert. Nun können Familien nach ihren toten Angehörigen, den Opfern stalinistischen Terrors, fahnden, können die Gräber oder die Gebeine ihrer ermordeten Anverwandten ausfindig machen, um sie würdig zu bestatten.

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