Catherine Meurisse

 4.3 Sterne bei 11 Bewertungen

Neue Bücher

Olympia in Love

Neu erschienen am 10.10.2018 als Hardcover bei Reprodukt.

Weites Land

Erscheint am 26.02.2019 als Hardcover bei Carlsen.

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Die Leichtigkeit

Die Leichtigkeit

 (10)
Erschienen am 20.12.2016
Olympia in Love

Olympia in Love

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Erschienen am 10.10.2018
Weites Land

Weites Land

 (0)
Erschienen am 26.02.2019

Neue Rezensionen zu Catherine Meurisse

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Antigone8s avatar

Rezension zu "Die Leichtigkeit" von Catherine Meurisse

Eine Suche nach dem Weg zurück ins Leben
Antigone8vor 3 Monaten

Catherine Meurisse arbeitete von 2005 bis 2015 für Charlie Hebdo. Sie überlebte das Attentat auf die Satirezeitung, weil sie an diesem Tag zu spät zur Redaktionssitzung kam. Nach dem Überfall auf die Zeitung verlässt sie Charlie Hebdo und widmet sich seither dem Comicgestalten.


In "Die Leichtigkeit" beschreibt sie die Zeit nach dem brutalen Angriff auf die Zeitung und wie schwer es für sie als Überlebende ist, mit dem Verlust der Freunde und Kollegen, dem Verlust der Normalität umzugehen. Sie verarbeitet ihre eigenen Tiefen und zeichnet sich wieder in einen Alltag. Besonders die Beschäftigung mit dem Schönen, dem Bleibenden, der Kunst und Kultur stehen dabei im Mittelpunkt. Ein sehr persönliches und eindringliches Buch.

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klaudia96s avatar

Rezension zu "Die Leichtigkeit" von Catherine Meurisse

Wenn alle Leichtigkeit verflogen ist ...
klaudia96vor 5 Monaten

Inhalt

Nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo hat die Cartoonistin Catherine Meurisse alle Freude am Leben verloren. Immerhin hätte es auch sie treffen können wie ihre Kollegen – wäre sie an dem Tag früher aus dem Bett gekommen. Nun ist ein Großteil ihrer Freunde, ihrer zweiten Familie, einfach tot. Und sie muss lernen, die Leichtigkeit und Schönheit in ihrem Leben wiederzufinden. Zwischen Identitätskrisen, der Trauer und psychischen Schäden, jagt sie den großen Künstlern und Philosophen nach, auf der Suche nach einem Weg, um wieder frei leben zu können.

Meine Bewertung

„Lightness“ ist ein Titel, den ich auf Deutsch schon länger auf meiner Wunschliste stehen hatte. Ich erinnere mich heute noch an die Fassungslosigkeit, die nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo herrschte, auf die Momente, die ich vor dem Fernseher verbrachte und die Solidaritätsaktionen betrachtete. In denen ich mir dachte: „Bringt das etwas? Hilft es den Betroffenen, den Hinterbliebenen, sie noch stärker ins Rampenlicht zu drängen, wenn ihre Liebsten so grausam ums Leben kamen?“ Catherine Meurisse hat die Anschläge nur aus dem Nachbarhaus mitbekommen – und hat ihre Erfahrungen in „Lightness“ mit der Welt geteilt.

Dementsprechend neugierig war ich natürlich, den Comic nun zu lesen. Was würde mich in „Lightness“ erwarten? Wie geht jemand mit der Situation um, nachdem das Einzige, was ihr das Leben rettete, eine durchwachte Nacht wegen Liebeskummer war? Bald fand ich eine Antwort darauf: Gar nicht. Wie soll man schon mit solch einem Trauma umgehen? Die Zeichnungen waren ein guter Ausdruck für ihre Hilflosigkeit, für das Gefühl der Schockstarre, allerdings hatte ich an vielen Stellen das Gefühl, nicht genug zu verstehen, nicht tief genug eintauchen zu können in ihre Gedankenwelt.

Während ich irgendwo oberflächlich blieb, machte sich die Autorin auf die Suche nach der Leichtigkeit, die ihr seit dem Anschlag gefehlt hat. Ihr Trauma konnte ich noch einigermaßen nachvollziehen und auch irgendwo mitfühlen, aber spätestens dort verlor sie mich ein wenig. Die philosophischen Überlegungen kamen nicht recht bei mir an, und auch ihr Weg aus dem Trauma heraus war für mich wenig nachvollziehbar. Dass man es wohl nie komplett loswird, kann ich hingegen verstehen, und auch die Gefühle bzw. die Abwesenheit davon, die ihre Illustrationen rüberbrachten. Es muss eine unheimlich schwierige psychische Situation sein, in der sie sich da befand. Vor allem, wenn es darum ging, das nächste Heft rauszubringen, nachdem ihre Freunde und Kollegen gerade erst gestorben waren.

Alles in allem war „Lightness“ definitiv keine leichte Kost. Aber damit habe ich ja auch nicht gerechnet. Ich finde, man muss diesen Comic mehrfach lesen, um es wirklich nachvollziehen zu können, um richtig in die Situation einzutauchen und auch die philosophischen Anteile zu durchdringen. Für Interessierte ist es definitiv lesenswert, ich schwanke noch ein wenig hin und her, ob es mich nun überzeugt hat oder nicht.

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liesdochmaleinbuchs avatar

Rezension zu "Die Leichtigkeit" von Catherine Meurisse

Die eigene Leichtigkeit wiederfinden...
liesdochmaleinbuchvor einem Jahr

Meurisse ist eine Redakteurin bei Charlie Hebdo. Als am 10. Januar 2015 das Attentat auf die Redaktion und ihre Kollegen verübt wird, ärgert sie sich gerade darüber, dass sie den Bus verpasst hat und zu spät kommt – was ihr später das Leben retten wird. Sie überlebt zwar den Anschlag, verliert aber nicht nur geschätzte Kollegen und Freunde, sondern auch ihre persönliche Freiheit, denn sie wird zum Mittelpunkt medialen Interesses und kann sich nur noch mit Polizeischutz außer Haus begeben. Außerdem wird ihr kreatives Schaffen massiv beeinflusst. Davor hatte sie in der Redaktion einen Arbeitsplatz, einen Rahmen und Kollegen, die sie unterstützten, kritisierten, inspirierten.

Einige Zeit nach dem Anschlag schafft Meurisse es, ihre Erlebnisse, ihren Schmerz, ihre Wut und Angst so zu verarbeiten, wie sie es am besten kann: gezeichnet. Der Comic ist überraschend witzig, sehr ehrlich, manchmal unendlich traurig und ziemlich klug. Sie spart sich moralische Plattitüden, gewährt sehr viel Innensicht und gibt ihre Konflikte zu. Sie versucht nicht obsessiv eine Antwort auf die Frage nach dem "Warum?" zu finden und schafft es, ihre Erkenntnisse subjektiv und kreativ zu verarbeiten. Vor allem die intertextuellen Bezüge vor allem zur bildenden Kunst, aber auch zu Literatur, Musik und Popkultur, sind beeindruckend und geben dem Buch eine weitere spannende Dimension. 


Große Leseempfehlung!

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