Catherine O'Flynn Der vierte Versuch

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Inhaltsangabe zu „Der vierte Versuch“ von Catherine O'Flynn

Über Frank Allcroft, Moderator bei einem kleinen Fernsehsender in Birmingham, kann niemand lachen. Die Zuschauer diskutieren im Internet über sein Talent, selbst die sicherste Pointe zu vermasseln, und machen sich über seine Krawatten lustig. Frank steht im Schatten seines glamourösen Vorgängers Phil, den eine Aura des Glücks umgab, bis er bei einem Unfall, der nie aufgeklärt wurde, ums Leben kam. Als eines Tages die Leiche eines gewissen Michael entdeckt wird, unter dessen Habseligkeiten sich ein Foto befindet, das Michael und Phil in Kindertagen zeigt, lodert in Frank die Neugier auf. Er macht sich daran, mehr über den Verstorbenen und Phil herauszufinden – und stößt auf einen höchst sonderbaren Akt von Barmherzigkeit …

Monotoner Roman mit scheinbar endlosen, nichtssagenden Ereignissen, die einen langweiligen Alltag beschreiben. Sehr öde.

— MrsLinton
MrsLinton

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  • Rezension zu "Der vierte Versuch" von Catherine O'Flynn

    Der vierte Versuch
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    01. June 2011 um 11:00

    Ihr Debütroman „Was mit Kate geschah“ faszinierte vor zwei Jahren die Literaturwelt und eroberte die Kritiker im Sturm. Auch in dem nun hier vorliegenden zweiten Roman spielt die britische Autorin Catherine O`Flynn mit den Themen von Einsamkeit und Entfremdung. Und sie bringt Menschen ans Tageslicht, um die sich keiner kümmert, Menschen, die einsam leben und einsam sterben. Ihr Protagonist ist das, was Schüler in ihren Schulen sofort gerne als „loser“ bezeichnen und verachten würden. Tatsächlich wird auch der Fernsehmoderator Frank Allcroft, der seit langer Zeit schon bei einem kleinen Fernsehsender in Birmingham arbeitet, von Zuschauern auf diversen Plattformen im Internet wegen seines Auftretens verlacht. Er kann an die Aura seines berühmten und beliebten Vorgängers nicht heranreichen. Doch eines zeichnet diesen Menschen, der einem mit jeder Seite sympathischer wird, vor allem aus: die jahrelangen, sich immer perpetuierenden Nachrichten haben ihn nicht abstumpfen lassen. Frank Allcroft hat sich eine Sensibilität bewahrt, besonders für die Menschen, die keiner sieht und wahrnimmt, die einsam Lebenden und Sterbenden. Bekommt er vom Tod eines solchen Menschen Kenntnis, sucht er nach Angehörigen und besucht, manchmal als einziger, die Trauerfeiern. Eines Tages sieht er die Todesmeldung von Frank Church, kürzlich verstorben, ohne Angehörige. Frank glaubt, sich an diesen Menschen erinnern zu können, ihn zu kennen. Er verschafft sich Zugang zum Haus des Toten und wird fündig: „Auf dem Tisch lag ein Stapel Papiere. Die Frau vom Amt hatte gesagt, sie hätten nichts gefunden, was auf irgendwelche Angehörigen hindeutete. Frank setzte sich vorsichtig auf die Kante eines der Esstischstühle und fragte sich, was er im Haus dieses toten Mannes machte. Er zog den Stapel zu sich heran und fing an, die Papiere und Umschläge behutsam durchzusehen. Er suchte nach früheren Adressen von Michael Church, stattdessen fand er in einem braunen Umschlag ein paar Fotos.“ Auf einem dieser Fotos entdeckt er den kürzlich verstorbenen Phil, seinen Vorgänger bei den Nachrichten. Und einen Hinweis auf dessen Freund Michael. Und er begibt sich auf eine lange Spurensuche. Dabei verknüpft die Autorin die Lebensgeschichten ganz unterschiedlicher Menschen zu einem traurig-hoffnungsvollen Porträt einer sensationsgierigen Gesellschaft, in der menschliche Beziehungen und Erfahrungen unterzugehen drohen. Mit zarter Feder, stellenweise regelrecht lustig in einem Roman mit melancholischem Unterton, erzählt sie vom Wert des Vergangenen und des Lebens an sich. Schön spielt sie mit einem der schönsten biblischen Texte, dem Psalm 23, den Frank liebt und dem er, quasi selbst zum Hirten werdend, nachfolgt und von dem er sich trösten lässt in seinem Leben. Ein schöner, ein nachdenklicher Roman.,

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  • Rezension zu "Der vierte Versuch" von Catherine O'Flynn

    Der vierte Versuch
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    07. February 2011 um 12:57

    Sensibel für das Vergehende Den 23. Psalm hat Frank Allcroft in ganz eigener Weise für sich erschlossen. Seiner Meinung nach gelten die Worte dem Hirten als Trost, dass die Herde gut versorgt ist, nicht der Herde als Sicherheit. Und irgendwie passt das, denn Frank ist so etwas wie ein Hirte. Er selbst würde das natürlich nicht für sich in Anspruch nehmen, aber in vielen Fällen kann er einfach gar nichts dagegen unternehmen. Wenn sein Inneres angesprochen wird, dann lässt es ihn nicht mehr los. So, wie er bei Dorothy Ailings Tod es nicht vermochte, die Gedanken an diese im Nichts vergehende Existenz aus dem Kopf zu verbannen. Als Fernsehmoderator eines lokalen Senders hatte er kurz über diesen anonymen Tod berichtet, war auf der Beerdigung und ist seitdem immer wieder auf der Suche nach solchen Menschen, die ohne Freundes- oder Verwandtenkreis sterben. So manche Beerdigungen hat er bereits besucht, manche Blumen abgelegt und damit einen Rest an Erinnerung in den Raum gesetzt. Aber nicht nur auf dieser etwas skurrilen Ebene hat er ein weiches Herz. Als Moderator ist er bei den Zuschauern fast schon Kult, weil er, der Witze einfach nicht erzählen kann, in fast jeder Sendung nicht nur einen Witz schlecht erzählt, sondern der Witz selber unglaublich schrecklich ist. Was keiner der Zuschauer ahnt ist, dass Frank dem Erzeuger der Witze gegenüber einfach nicht nein sagen konnte, als dieser in Tränen aufgelöst vor ihm stand und sich als Gaglieferant andiente. So enttäuscht Frank den Mann lieber nicht und erzählt stoisch unlustige Witze. Ein Hirte eben, einer der bewahrt, der nicht enttäuscht, der im Bewusstsein halten will, was droht, einfach im Mahlstrom des Vergessens abhanden zu kommen. Frank Allcroft ist ein sensibler Melancholiker, der nicht zur Depression neigt, durchaus aber ist er ein feinfühliger Mensch. Sei es seiner Mutter gegenüber, die nach dem frühen Tod des Vaters bereits in recht jungen Jahren die Lebensfreude schlichtweg aufgegeben hat und nun eine der jüngsten Bewohnerinnen einer Seniorenresidenz ist, die jeden der Besuche von Frank, seiner Frau und seiner Tochter zu einer Tortur gestaltet. Sei es seine Melancholie im Anblick von Abrissarbeiten an Häusern, die sein Vater, der Architekt, einst baute. Sei es eben, wenn ein Mensch stirbt und niemand ihn zu kennen schien. Sich selbst gegenüber aber ist und bleibt Frank unprätentiös, den schönen Dingen des Lebens gegenüber fast unempfindlich, soweit es sich nicht um seine geliebte Frau oder seine Tochter handelt. Einer dieser anonymen Toten nun trägt ein ganz besonderes Geheimnis. Jener Michael schien ein enger Freund seines Vorgängers als Moderator beim Sender gewesen zu sein, dass allseits beliebten und allgegenwärtigen Phil. Aber wie hingen jene beiden grundverschieden lebenden Männer zusammen? Was war das für eine Freundschaft und was machte diese Freundschaft aus? Fragen, die im Dunkeln liegen, Fragen, denen Frank Allcroft mit immer mehr Zeit und Energie beginnt, nach zugehen. Mit ganz erstaunlichen Ergebnissen. Catherine O´Flynn schreibt leise und einfach nicht aufdringlich. Aber mit einer ungeheuren Präsenz, was ihre Figuren angeht. Genauso sensibel, wie sie ihre Figuren anlegt, bringt sie diese in feinen Verästelungen dem Leser nahe und führt im Lauf der Geschichte mit dieser Haltung und den Handlungssträngen den Wert des Vergangenen vor Augen und die Melancholie das Dahinwelkens. Das Gewesene zu bewahren, zumindest aber seinen Verlust angemessen zu bedauern, dafür steht nicht nur Frank Allcorft in diesem wunderbar und empathisch erzählten Roman, dafür stehen auch die anderen Figuren, die Gebäude, selbst die schalen Witze noch, die Frank erzählt.

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