Die Seefahrerin

von Catherine Poulain 
3,1 Sterne bei11 Bewertungen
Die Seefahrerin
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Positiv (4):
Lina_Marie_Arnolds avatar

Dramatische Erfahrungen unter Männern beim Fischfang auf hoher See.

Kritisch (4):
Printys avatar

Anfangs toll.

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Inhaltsangabe zu "Die Seefahrerin"

Lili ist frei. Sie hat ihr Leben hinter sich gelassen. Vor der Westküste Alaskas fährt sie als einzige Frau mit einer Fischfangbesatzung über den Ozean. Sie ist dem eiskaltem Wind des Meers ausgesetzt, spürt das Salz auf der Haut, schuftet, schläft an Deck des Schiffes, geht an ihre Grenzen – und wird Teil der rauen Welt der hartgesottenen Matrosen. Doch einer unter ihnen ist anders als alle anderen: Lili und Jude ziehen sich magisch an, ihre Beziehung ist fast zerstörerisch. Als er sie bittet, mit ihm fortzugehen, muss Lili sich entscheiden zwischen der grenzenlosen Freiheit der Meere und der vielleicht größten Liebe ihres Lebens.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442757398
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:25.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Printys avatar
    Printyvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Anfangs toll.
    Leider langweilig.

    Das Cover ist schon ein Blickfang. Das es sich um eine wahre Geschichte handelt, macht den Roman interressant. Es fängt auch super an. Man fiebert mit und es liest sich gut. Spannend und dramatisch. Toll ist, das die Frau noch Frau ist und nicht anfängt sich wie ein Mann zu verhalten. Leider ist der anfängliche Schwung ziemlich schnell raus. Schade. Natürlich habe ich es noch zu Ende gelesen, aber es hat mir nicht mehr gefallen.


    PRINTY, LESTER, LEGASTIGER, BUCHLER

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    Buchlandung_in_Muenchens avatar
    Buchlandung_in_Muenchenvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine zähe Frau in einer Männerdomäne
    Zähe Frau, aber zähes Buch

    Da hatte ich gehofft einen Roman gefunden zu haben, in dem sich eine Frau in einer Männerdomäne durchsetzt. Zum Teil habe ich das auch bekommen: Sie ist hart im Nehmen, für nichts zu schade, kann arbeiten wie ein Derwisch und Schmerzen sind für Sie nebensächlich. Zum anderen Teil habe ich aber auch folgendes bekommen: Eine sich immer wiederholende Handlung und eine etwas unglaubwürdig anmutende Männerwelt. Wenn das Buch auf die Hälfte der Seiten gekürzt wäre, hätte es gelingen können mich zu packen. So musste ich die starke Frau raushängen lassen und mich bis zum Ende durchbeißen.

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    sommerleses avatar
    sommerlesevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Drastisch erzählte Lebenserfahrungen einer Frau in der Männerdomäne Fischfang. Hat mich nicht erreicht.
    Drastisch erzählte Lebenserfahrungen einer Frau in einer Männerdomäne

    "Die Seefahrerin" ist das preisgekrönte Romandebüt von Catherine Poulain. Der Abenteuerroman erscheint 2017 im btb Verlag.

    Klappentext: Lili ist frei. Sie hat ihr Leben hinter sich gelassen. Vor der Westküste Alaskas fährt sie als einzige Frau mit einer Fischfangbesatzung über den Ozean. Sie ist dem eiskaltem Wind des Meers ausgesetzt, spürt das Salz auf der Haut, schuftet, schläft an Deck des Schiffes, geht an ihre Grenzen – und wird Teil der rauen Welt der hartgesottenen Matrosen. Doch einer unter ihnen ist anders als alle anderen: Lili und Jude ziehen sich magisch an, ihre Beziehung ist fast zerstörerisch. Als er sie bittet, mit ihm fortzugehen, muss Lili sich entscheiden zwischen der grenzenlosen Freiheit der Meere und der vielleicht größten Liebe ihres Lebens.

    Catherine Poulain heuerte selbst als Anfängerin auf einem Fischfangschiff in Alaska an. Jetzt erzählt sie von ihrer Faszination für diesen harten Job unter Männern.

    Lili heuert auf dem Fischtrawler Rebel vor der Küste Alaskas an, als einzige Frau unter Männern. Sie liebt die Freiheit und sucht das Abenteuer. Es kostet sie viel Kraft und Durchsetzungsvermögen, sie kämpft mit den harten Witterungsbedingungen und mit der extremen Arbeitsbelastung, mit Schlafmangel und mit der Schwierigkeit, hier als Frau ihren Mann zu stehen.
    Dort lernt sie auch Jude kennen, ein trinkender, rauhbeiniger Seeman, in den sie sich verliebt. Doch ihre Liebe ist unberechenbar, fast animalisch und nicht auf ein gemeinsames Leben ausgerichtet.


    Eine Frau behauptet sich als Fischerin und lebt das harte Leben auf See neben harten Männern. Selbstbeweis, Freiheitsdrang und wohl auch ein paar zu viele männliche Hormone. Was treibt sie an, warum tut sie sich diese Drangsalen an? Wie hält sie das aus, täglich mit dem Fischschleim, Fischblut und dem beißenden Geruch beim Ausnehmen der glitschigen Fische, den vor Kälte und Salzwasser starren Händen? Zum Schlafen lediglich einen Schlafsack und einen Platz am Boden? Irgendwie ist sie in ihrem Freiheitsdrang voller Mut und Arbeitskraft, das habe ich bewundert. Aber ich kann es trotzdem nicht verstehen, denn ihre Kollegen sind wortkarg, rau und einfach harte Kerle.

    Von diesem Roman habe ich mit anfangs noch faszinieren lassen, denn Lily ist eine extreme Figur mit großem Freiheitsdrang, couragiert und verwegen bei ihrem Arbeitseinsatz auf See. Ihr Charakter imponiert mir zunächst, doch ihr Leben erscheint mir nicht so frei wie sie es gern leben würde. Wo ist da die Freiheit, wenn man ständig den Zwängen an Bord des Trawlers unterworfen ist und ständig auf der Hut vor den männlichen Kollegen sein muss.

    Geht es ihr um die Anerkennung der Männer? So wie sie beschrieben wird, kann ich es nur erahnen.

    Neben Lily werden die anderen Charaktere nur äußerlich abgewickelt. Mir fehlt die Tiefe durch Gedanken und der nähere Zugang zu anderen Figuren. Die Männer werden als hartgesottene Fischer dargestellt, grob, ständig trinkend und mit Träumen von einem Leben, dass sie wohl nie erreichen werden.

    Was aber mein größter Kritikpunkt ist, der Schreibstil liegt mir einfach nicht. Er ist fast eine stetige Folge und Aufzählung von Vorkommnissen und Handlungsabläufen. Die Sätze sind sehr einfach, es wird viel bildhaft beschrieben, aber die Texte wirken teilweise wie abgehackt. Dabei wurde dieser Roman 2016 für den Prix Goncourt du Premier nominiert und ist mehrfach ausgezeichnet. Von der Sprache her bin ich richtig enttäuscht.


    Interessant finde ich einige Abläufe an Bord, Deck schrubben, wie geht es in der Kombüse zu, die verschiedenen Fischarten und das Verarbeiten der Fische. Es gibt viele ekelhafte Szenen beim Töten und Ausnehmen der Fische. Auch der raue Ton an Bord ist gewöhnungsbedürftig, der depressive Beigeschmack zieht mich runter. Wieso hält man es als Frau an der Seite dieser Männer aus? Freiheit bedeutet doch auch andere Alternativen als zur See zu gehen.

    Außerdem geht mir die ständige Sauferei der Männer auf die Nerven. Wie kann Lily es mit ihnen aushalten? Wo sind die Gespräche mit gleichgesinnten Partnern? Auch Jude ist irgendwie wie ein Tier beschrieben, Jack ein Volltrottel im Dauersuff.

    Dieses Buch zieht mich neugierig an, stösst mich aber auch mit den Charakteren und Fischverarbeitungsszenen auch ab. Der zweite Teil zieht sich ziemlich, die Liebe zu Jude ist irgendwie sehr leer.


    Von diesem Abenteuer einer Seefahrerin konnte ich mich nicht anstecken lassen. Freiheit kann man als Frau auch anders erleben.

    Kommentare: 2
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    Shaaniels avatar
    Shaanielvor 10 Monaten
    2 von 5 Sternen

    💦💦Rezensionsexemplar💦💦
    -Bloggerportal Randomhouse -

    ❄️❄️❄️Die Seefahrerin❄️❄️❄️

    Autorin: Catherine Poulain
    Verlag: Btb Verlagsgruppe Random House GmbH
    Preis: 21 €
    ISBN: 978-3-442-75739-8

    2 von 5 Sternen ⭐⭐

    Hey ihr süßen 💕
    Ich habe gerade mit enttäuschen "Die Seefahrerin" zu Ende gelesen, ich hatte mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut, aber es konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen.

    Ich finde das Thema rund um die Fischerei in Alaska sehr gut und ich verstehe auch das es eine Frau auf einem Fischkutter nicht einfach hat. Ich meine das Leben auf rauer See ist ja selbst für einen gestanden Seemann hard genug.

    Aber dieses Buch ist teilweise so wiederlich Bildlich geschrieben, was das Töten und ausnehmen der Fische und anderen Lebewesen angeht, das ich sehr das Bedürfnis hatte dieses Buch zur Seite zu legen.

    Lili die Protagonistin dieses Buches ist so negativ Beschrieben und sehr düster und depressiv, dass ich eher immer das Bedürfnis hatte die zu schütteln, um die einfach mal wach zu rütteln.

    Ich meine Selbstfindung gut und schön, aber die negative Einstellung verdirbt das ganze Buch, dazu kommt noch das ich für meinen Teil sagen muß, dass einige Begriffe mehr erklärt werden sollten und anderes eher etwas weniger.

    Dieses Buch bekommt von mir 2 Sterne, aber auch nur weil ich die Thematik wirklich sehr gut und interessant finde und der Schreibstil der Autorin mir gefällt.

    Danke für das Buch und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018 🎆🎆🎆

    Lieben Gruß

    Sonja /Shaaniel 

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    Literaturwerkstatt-kreativs avatar
    Literaturwerkstatt-kreativvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Abenteuerroman der besonderen Art !!!
    Vor der Westküste Alaskas

    Literaturwerkstatt- kreativ“ stellt vor:

    Die Seefahrerin“ von Catherine Poulain


    Lili hat Frankreich hinter sich gelassen, um vor der Westküste Alaskas mit auf Fischfang zu gehen.


    Sie will frei sein.


    „Ich bin nicht so eine, die den Männern hinterherrennt, will ich damit sagen, Männer sind mir scheißegal, aber meine Freiheit brauche ich, sonst haue ich ab.Ich haue sowieso ab. Ich kann es nicht ändern. Es macht mich ganz wahnsinnig, wenn man mich zwingt,irgendwo zu bleiben, in einem Bett, einem Haus, dann werde ich zu einem schlechten Menschen. Unerträglich. Ein Heimchen am Herd zu sein ist nichts für mich. Ich will, dass man mich ziehen lässt.“


    Als Greenhorn heuert sie, als einzige Frau auf der Rebel, an. Und nun muss sie sich in dieser Männerwelt behaupten. Voller Kraft- und Ausdauer trotz sie der See, der permanenten Kälte, dem Schlafmangel. Sie nimmt Fische aus und kriecht danach völlig erschöpft, blutverschmiert und nach Fisch stinkend in ihren Schlafsack. Sie muss in einer Ecke auf dem Boden schlafen, denn die Männer habe die Schafkojen unter sich aufgeteilt. Immer wieder geht sie an ihre Grenzen, schafft es aber Teil der harten Männerwelt zu werden. Auf der Rebel lernt sie auch Jude kennen. Einen erfahrenen, hartgesottenen und sehr trinkfesten Fischer. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen. Aber ihre Liebe ist so wild und unberechenbar wie das Meer.


    Und dann stellt Jude Lili vor eine schwere Entscheidung.



    Fazit:

    Die Autorin hat selbst zehn Jahre auf Fischkuttern in Alaska verbracht und diese Selbsterfahrungen bringt sie sehr deutlich und plastisch in ihren ersten Roman mit ein. Mit ihren Schilderungen zieht sie einen magisch in ihren Bann und stößt einen gleichzeitig jedoch von sich weg, – etwa wenn sie das ausnehmen der Fische bis ins kleinste Details beschreibt. Mit Sicherheit nicht Jedermanns Geschmack.


    Ihren Beschreibungen, ihrer Geschichte kann man gut folgen und ich fand die Geschichte die sie erzählt sehr authentisch und spannend. Ihr gelingt es, das man sich mit der Protagonistin Lili eins fühlt, mit leidet bei den höllischen Strapazen auf den Schiffskuttern. Freut sich aber auch mit ihr, wenn sie durch ihre harte Arbeit ihre Anerkennung erhält.


    Für mich ist der erste Teil des Buches: „Das Herz des Heilbutts“ der stärkere und faszinierendere Teil und ich habe ihn in einen Rutsch durch gelesen. Der zweite Teil: “Der große Seemann“ – Quasi die Liebesgeschichte zwischen Lili und Jude – hat sich ein wenig hingezogen und war für mich nicht wirklich von Belang. Vielleicht lag es aber auch daran, dass Jude für mich eher unsympathisch daher kam und der Autorin es auch nicht gelang, Ihn mir in irgend einer Weise näher zu bringen.


    Catherine Poulain hat mich mit ihrem Debütroman dennoch überzeugt, auch wenn es – wie gesagt – im zweiten Teil des Buches für mich noch Luft nach oben gibt.



    https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2017/12/22/vor-der-westkueste-alaskas/



    Besten Dank an den Btb Verlag für das Rezensionsexemplar.

     



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    Gudrun67s avatar
    Gudrun67vor einem Jahr
    Kurzmeinung: dieses Buch hat mich aufgrund der drastischen Schilderungen und des nicht eingängigen Schreibstils runtergezogen
    dieses Buch hat mich aufgrund der drastischen Schilderungen und des nicht eingängigen Schreibstils r

    Sowohl das Cover wie auch der Titel weisen auf eine gewisse Sehnsucht hin. Kann das garnicht genau beschreiben weshalb. Ich bin aufgrund der Farbgebung zuerst auf dieses Buch aufmerksam geworden und dachte mir nach der Leseprobe, dass hier viel Herzblut und Tiefgang enthaltensein wird. Dies ist auch so vorhanden. Ich nehme mal an, dass hier vor allem das Herzblut der Autorin dahingehend darin liegt, dass Geschehnisse aufgearbeitet werden wollen, denn wenn ich mir den kurzen "Lebenslauf" im Klappentext ansehe und dies mit den Geschehnissen im Buch vergleiche, lassen sich für mich doch einige Hinweise darauf finden. Aber, das ist nur meine eigene Meinung und kann auch ganz anders sein.



    Die Vorkommnisse und Reaktionen der Charaktere haben durch die Heftigkeit der Darstellung durchaus tiefgründige Bewandtnis, jedoch ist das nicht nach meinem Geschmack, denn ich hatte doch eher das Gefühl, dass die Ereignisse aneinandergereiht erzählt werden. Dabei hat mir zusätzlich durch den Schreibstil der Zugang zu den Mitwirkenden gefehlt.



    Es wirkt fast so, als würde sich die Protagonistin mit ihrem harten Lebensstil und -vorstellungen selbst runterziehen wollen und genauso zieht sich das durch alle Bereiche des Buches. Sei es in der Darstellung der Charaktere, in den örtlichen Begebenheiten oder aber in den Vorkommnissen an sich.



    Die Informationen zu den Vorgängen - gerade im harten Leben des Fischfangs - sind sehr detailreich und massiv, ich möchte fast sagen: explosiv, gegeben. Das hatte für mich dann eher den Effekt, dass ich das Buch abstoßend empfinde.

    Durch die Einbindung von vielen unbekannten Fachbegriffen, die zwar in einem Glossar erläutert werden, war für mich ein flüssiges Lesen nicht möglich. Das liegt mitunter am nicht eingängigen Schreibstil und am viel zu kurzen Glossar.



    Spannung konnte sich bei mir aufgrund der Aneinanderreihung von Geschehnissen nicht aufbauen.



    Mein Fazit: dieses Buch hat mich aufgrund der drastischen Schilderungen und des nicht eingängigen Schreibstils runtergezogen

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    Angie*s avatar
    Angie*vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Dramatische Selbstfindung vor der Küste Alaskas,,,,
    Dramatische Selbstfindung vor der Küste Alaskas,,,,

    Catherine Poulain (Autorin)

    Catherine Poulain, in Frankreich geboren, hat zehn Jahre auf den Meeren Alaskas verbracht. Zuvor hat sie unter anderem in einer Fischkonservenfabrik in Island, in einer Werft in den USA und als Barkeeperin in Hongkong gearbeitet. Die Seefahrerin ist ihr erster Roman, für den sie 2016 für den Prix Concourt du Premier Roman nominiert und vielfach ausgezeichnet wurde. Heute lebt sie gemeinsam mit ihrem Hund und ihren Schafen als Hirtin in den Weinbergen Südfrankreichs.


    INHALT/Klappentext : Lili ist frei. Sie hat ihr Leben hinter sich gelassen. Vor der Westküste Alaskas fährt sie als einzige Frau mit einer Fischfangbesatzung über den Ozean. Sie ist dem eiskaltem Wind des Meers ausgesetzt, spürt das Salz auf der Haut, schuftet, schläft an Deck des Schiffes, geht an ihre Grenzen – und wird Teil der rauen Welt der hartgesottenen Matrosen. Doch einer unter ihnen ist anders als alle anderen: Lili und Jude ziehen sich magisch an, ihre Beziehung ist fast zerstörerisch. Als er sie bittet, mit ihm fortzugehen, muss Lili sich entscheiden zwischen der grenzenlosen Freiheit der Meere und der vielleicht größten Liebe ihres Lebens.


    MEINE MEINUNG:

    Das ist die Geschichte eines jungen Mädchens mit französischen Wurzeln, welches sich nicht nach üblichen, weiblichen Massstäben und den  Erwartungen der Gesellschaft an sie verhält. Als Leser erfährt man sehr wenig über Lili’s Vergangenheit, nur dass sie alles und jeden verlassen hat, was sie mit ihrem Heimatland Frankreich verbunden hat. Wir begleiten im Buch den Selbstfindungs-Proßess der jungen Lili, die einen unbändigen Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit auslebt und sich mutig und ohne Zögern in der Gefahr des Todes und im Kampf mit den Elementen auf hoher See beim Fischfang aufhält. Ja, sie legt es sogar darauf an, Schmerz und Angst zu empfinden. Nur dadurch fühlt sie sich lebendig und glücklich und es erinnert mich ein wenig an junge Mädchen, die selbstverletzendes Verhalten an sich ausführen. 

    Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich und die Sätze sind sehr aussagekräftig. Nur die fachliche Terminologie der Seeleute und ihres Handwerks auf dem Schiff hat mir manchmal Schwierigkeiten beim Verständnis bereitet. Das Glossar hätte für mich ruhig ausführlicher sein können. 

     Das Buch liest sich atemlos, flüssig, aufregend. Man lebt in Gedanken inmitten dieser Männerwelt, leidet mit der Protagonistin Lilli.  Der Leser freut sich für Lilli über jede kleine Anerkennung, die sie von den Fischern erhält. Ich habe mich oft gefragt, woher dieser obsessive Drang der jungen Lilli nach Kämpfen mit den Elementen Wasser, Wind und rauhen Männer-Charakteren kommt. Dieses Verlangen nach Freiheit, haben wir, damit meine ich Frauen und Männer, dieses alles auch in uns? Ist er verschüttet worden durch unsere Bequemlichkeit im sogenannten *zivilisiertem Leben*? Viele Lesepassagen sind ekelhaft, abstossend, erniedrigend. Das Töten der Kreatur Fisch auf einem Kutter, Boot, wird genauestens beschrieben. Diese Szenen haben sich leider eindrucksvoll in meinem Kopf festgesetzt. Das ist allerdings der einzige Punkt, auf den ich gern beim Lesen verzichtet hätte.Das lässt sich aber nun nicht mehr ändern oder verdrängen. Das Buch ist keine Lektüre für zartbesaitete Menschen, sondern eher handfeste Realität zwischen Meer, Reedern, Profit und dem Überlebenskampf von Fischern mit ihren massiven Alkoholproblemen. Ich glaube, dass dieses Buch  einige autobiografische Züge der Autorin ganz offen zeigt und sie mit dem Schreiben einen wichtigen Teil ihres Lebens verarbeitet hat. Das ist allerdings eine ganz persönliche Vermutung von mir und stützt sich nur auf einige Sätze in der Vita der Autorin und mein Bauchgefühl. 

    Die leise Liebesgeschichte zwischen Jude und Lilli schiebt sich nur zögerlich in den Kopf, nimmt dann aber im zweiten Teil des Buches mit dem Titel * Der Grosse Seemann* Fahrt auf. Der erste Abschnitt des Buches nennt sich * Das Herz Des Heilbutts* und  diese Fischherzen spielen eine winzige Neben-Rolle im Buch, die bei mir kleine, unkontrollierbare Gefühle des Erschreckens ausgelöst haben. 


    Zitat Seite 269: „Ich bin nicht so eine, die den Männern hinterherrennt,will ich damit sagen, Männer sind mir scheissegal, aber meine Freiheit brauche ich, sonst haue ich ab. Ich haue sowieso ab. Ich kann es nicht ändern. Es macht mich ganz wahnsinnig , wenn man mich zwingt, irgendwo zu bleiben, in einem Bett, einem Haus, dann werde ich zu einem schlechten Menschen. Unerträglich. Ein Heimchen am Herd zu sein ist nichts für mich. Ich will, dass man mich ziehen lässt.“


    Meine Bewertung: Ein interessantes, grossartiges Buch, dem ich unbedingt FÜNF ***** STERNE geben möchte. 





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    Christian_Woehls avatar
    Christian_Woehlvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr mitreißender Beginn und eine umso zähere zweite Hälfte. Viel verschenktes Potential in einem dennoch erstaunlichen Debüt.
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    Lina_Marie_Arnolds avatar
    Lina_Marie_Arnoldvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Dramatische Erfahrungen unter Männern beim Fischfang auf hoher See.
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    bonds avatar
    bondvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Kodiak. Das raue Meer. Und eine Frau, die durchhält. Weil sie es will. Ich hatte durchweg Lust auf Popcorn.
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