Bitterer Calvados

von Catherine Simon 
4,2 Sterne bei27 Bewertungen
Bitterer Calvados
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Neue Kurzmeinungen

angi_stumpfs avatar

Ein eher ruhiger, unblutiger Krimi, den ich gerne weiterempfehle!

sollhabens avatar

Zählt für mich zum Genre Regionalkrimi, obwohl ich die Gegend sehr gerne mag, war die Geschichte ein wenig zu lau, um mich zu begeistern.

Alle 27 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Bitterer Calvados"

Deauville im Frühling. Bereits zum fünften Mal lockt der Ort mit seinem Krimi-Festival "Mord am Meer" die Besucher an. Und diesmal ist es den Organisatoren sogar gelungen, den berühmten Bestsellerautor Jean-Paul Picard für eine Lesung zu engagieren. Der Autorenabend ist ein voller Erfolg. Doch am nächsten Morgen liegt Picard tot in seiner Hotelsuite. Das Letzte, was er zu sich genommen hatte, war ein Calvados – und der hatte es in sich: Picard wurde vergiftet. Bei seinen Ermittlungen trifft Kommissar Leblanc auf missgünstige Autoren, gierige Verleger und weibliche Fans, die es faustdick hinter den Ohren haben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442485406
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:16.01.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    UlrikeG-Ks avatar
    UlrikeG-Kvor einem Jahr
    Mörderisches Krimifestival

    In "Bitterer Calvados" gibt es ein spannendes Wiedersehen mit Kommissar Jacques Leblanc aus Deauville in der Normandie.
    Hier findet alljährlich das Krimifestival "Mord am Meer" statt, das in diesem Frühling mit einer besonderen Attraktivität aufwartet: Jean-Paul Picard, kurz JPP genannt, seines Zeichens Bestsellerautor einer Reihe von brisanten Kriminalromanen und Frauenschwarm, hat sein Erscheinen angekündigt!
    Doch unglücklicherweise wird er bereits kurz nach seiner aufsehenerregenden Lesung tot im Hotelzimmer gefunden, ermordet, wie es schnell offensichtlich wird, durch Zyankali, das ihm mit einem Glas Calvados, seinem bevorzugten Getränk, verabreicht wird...
    Auf Kommissar Leblanc und seine Assistentin Nadine kommen sich mühsam gestaltende Ermittlungen zu, in deren Verlauf sich eine Szenerie aus Habgier, Neid, Skrupellosigkeit und Rache entfaltet, die den Leser bis zur Auflösung zum Mitdenken und Miträtseln auffordert.

    "Wer Erholung von blutig-düsteren Schweden-Krimis braucht, findet sie in der Normandie" liest man auf dem Klappentext!
    Eine treffende Charakterisierung des Romans, wie ich zu meiner Freude bald feststellen konnte!
    Der Fall, mit dem es der lebensfrohe Jacques Leblanc zu tun hat, entbehrt dabei keineswegs der Spannung, was wieder einmal beweist, dass ein guter Kriminalroman auch durch andere Elemente fesseln kann als durch blutige, möglichst grausame Details und irre Mörder, deren kranke Phantasie auf mich persönlich eher abstoßend wirkt.

    Catherine Simon erzeugt Spannung auf eben jene subtile Art, die ich an einem guten Krimi besonders schätze - auf psychologischer Ebene nämlich!
    Leblanc möchte vor allem verstehen, was für eine Art Mensch der Ermordete war und was seinen Mörder veranlasste, ihn zu töten.
    Dabei durchleuchtet er JPPs Umfeld, schaut in seine Vergangenheit, geht jeder nur möglichen Spur nach, von denen nicht wenige im Sande verlaufen, beginnt wieder von Neuem...
    Als wenig spektakuläre akribische Kleinarbeit möchte ich seine Vorgehensweise bezeichnen.

    Und genau so kommt er schließlich zur Lösung des Falles, nicht durch einen wenig glaubwürdigen Zufall, wie man das normalerweise von Kriminalromanen gewohnt ist.
    Leblanc ist ein Arbeiter, kein Super-Ermittler, kein Detektiv mit fortwährenden Geistesblitzen - und gerade deshalb realistisch!
    Jemanden wie ihn kann man bei der Polizei des öfteren antreffen!

    Kein Zweifel - der Kommissar Leblanc ist die eigentliche Hauptfigur des Krimis! Die Handlung dreht sich um ihn, seine Persönlichkeit, seine Befindlichkeiten, seine Beziehungen zu den Menschen in seinem Umfeld.
    Auch als Person ist Leblanc angenehm durchschnittlich, doch gleichzeitig sympathisch mitsamt dem Wirrwarr in seinem Gefühlsleben, dem schwierigen Verhältnis zu seiner exzentrischen Mutter, seiner Unentschlossenheit in Bezug auf Frauen und Bindung.
    Wie wohltuend, es mit einem so alltäglichen Charakter zu tun zu haben!

    Das Stück Erde, in der der Roman spielt, die Normandie, unspektakulär im Vergleich zur Provence, aber mit einem ganz eigenen Zauber, trägt schließlich in nicht geringem Maße dazu bei, dass man gerne in Deauville, bei Leblanc und seinen Freunden verweilen möchte!
    Angenehm zurückhaltend, beinahe beiläufig und ohne Zuhilfenahme der Superlative, die oft gebraucht werden, wenn Schriftsteller das besondere Flair Frankreichs zu beschreiben versuchen, gelingt es Catherine Simon dennoch mühelos, genau dieses Flair dem Leser zu vermitteln und Bilder zu erzeugen, die mich mitnehmen an die raue Atlantikküste und zum Bleiben einladen.
    Ein schöner, empfehlenswerter Kriminalroman, - fürwahr!

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    Shunyas avatar
    Shunyavor 2 Jahren
    Mord am Meer

    Der dritte Band hat mir diesmal weitaus besser gefallen als die beiden vorigen. Ich schätze es lag diesmal auch daran, dass mir das Thema gefiel. Diesmal ging es um Schriftsteller und Romane. Leblanc wird immer wieder von seinen Vermutungen und den vielen Verdächtigen in die Irre geführt und irgendwie gibt es keinen Hinweis auf den Mörder, was die Ermittlungen ebenfalls spannend gestaltet. Unterhaltsam wird der Fall durch Leblancs Familie, denn seine Mutter taucht auf der Bildfläche auf und seine Gefühle für seine alte Flamme Marie nehmen vermehrt zu.
    Leblanc hat sich nicht allzu sehr verändert. Immer noch der alte Weiberheld der er ist, sträubt er sich gegen ein Leben mit seiner ehemaligen Partnerin Marie, die ihm mal wieder die kalte Schulter zeigt und dann hat er auch noch mit familiären Problemen zu kämpfen. Mit seinen Ermittlungen ist er manchmal ein wenig voreilig, schlägt sich aber nicht schlecht und überlässt auch mal seiner Kollegin Nadine den Vortritt.
    Die Auflösung des Falls fand ich sehr interessant, teilweise ein wenig vorhersehbar, aber doch gut umgesetzt. Für zwischendurch war es mal wieder ein solider, interessanter Krimi der Autorin.
    Der Schreibstil von Catherine Simon ist mir diesmal besonders ins Auge gefallen und ich bin mir nicht sicher, ob es vorher schon so gewesen ist, aber einige Satzstrukturen sind anders als sonst gewesen. Nicht unbedingt schlecht, aber es hat mich doch aufmerksam gemacht. Vielleicht irre ich mich auch.

    Mal wieder ein kurzer Krimi der Autorin, der für schnellen Genuss und ein wenig Normandie-Flair zu bezaubern weiß. Gerade für Leser, die das Thema Schriftsteller interessiert, könnte dieser Band interessant sein. Mich hat er jedenfalls gut unterhalten und ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Fall von Jaques Leblanc.

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    ChrischiDs avatar
    ChrischiDvor 2 Jahren
    "Mord am Meer"

    Im Frühling beginnt die Festival-Saison, so macht auch ganz Deauville sich bereit. Zum fünften Mal wird hier nach Lust und Laune gemordet, entführt und gefoltert, denn „Mord am Meer“ lockt die Besucher mit namhaften Krimiautoren ins Dorf. Die Auftaktveranstaltung mit dem berühmten Jean-Paul Picard ist ein voller Erfolg. Alle sind begeistert, es wird gefeiert, gelacht, getrunken, doch plötzlich ist alles anders: JPP, wie der Bestsellerautor gemeinhin genannt wird, liegt tot in seiner Suite, vergiftet mit Zyankali. Für Kommissar Leblanc beginnt ein Spießrutenlauf der etwas anderen Art. Jeder, der in irgendeiner Weise mit dem Schreiberling in Verbindung stand, hat ein Motiv, die Liste der Verdächtigen wird immer länger. Doch scheinbar hat wiederum auch jeder einzelne ein Alibi. Es ist zum verrückt werden. Hat JPP sich am Ende womöglich selbst umgebracht?

    In seinem dritten Fall bekommt Kommissar Leblanc es mit einigen Vertretern der Autorenzunft zu tun, die gerne und zahlreich einige Auswüchse ihrer Fantasie zum Besten geben, und das nicht nur auf dem Papier. Kaum, dass der Tod des Bestsellerautors publik gemacht wird, treten die wildesten Spekulationen zutage, nahezu jeder kann ein Puzzleteil beisteuern, um das Opfer zumindest allumfassend zu beleuchten. Doch was dabei heraus kommt, stiftet noch einiges mehr an Verwirrung als dass es zur Lösung des Falls beitragen kann. Leblanc muss unbedingt und kontinuierlich zwischen den Zeilen lesen, sonst verstrickt er sich schnell in einem Wust aus Annahmen und nicht verifizierten Aussagen, die jedoch alle eins gemeinsam haben: JPP war alles andere als beliebt.

    Bereits von Anfang an wird ordentlich Spannung aufgebaut, die sich im weiteren Verlauf noch steigern kann und den Leser mitreißt in diesen Strom aus Neid, Missgunst und Intrigen. Wer sagt die Wahrheit und wer verschanzt sich hinter einem feinen Netz aus Lügen? Nahezu jeder landet einmal auf der Verdächtigenliste, zumeist währt dieser Zustand jedoch nicht lange, denn kaum, dass ein Alibi bestätigt wurde, kann man den mutmaßlichen Täter wieder streichen. Je weiter man also das Geschehen verfolgt, desto nervöser wird man, ob es überhaupt noch zu einer erklärenden Auflösung kommt, denn schon bald gibt es kaum noch jemanden, der für die Tat infrage käme. Natürlich versucht man selbst eigene Gedankengänge zu verfolgen, vielleicht hat Leblanc ja auch etwas übersehen, wundern würde es den Leser jedenfalls nicht. Hat er schließlich nicht nur mit dem Fall, sondern erneut mit privaten Problemchen zu kämpfen, die ihn so manches Mal aus der Bahn werfen.

    Kaum, dass man auf die Zielgerade einbiegt, sinkt die Spannungskurve rapide, wodurch sich leider Ernüchterung einstellt. Es scheint als sei das gesamte Pulver bereits im Vorfeld verschossen worden, das Tempo geht merklich zurück und der Leser wird irgendwie in der Schwebe gehalten. Ein deutlich spürbarer stilistischer Bruch, den man nicht recht einzuordnen vermag, der aber im Gedächtnis bleibt. Ein weiterer, kleiner Kritikpunkt liegt darin begründet, dass der Leser schon leicht verwundert ist, wenn aus „JPP“ plötzlich „JJP“ wird, und das womöglich noch auf ein- und derselben Seite. Dies ist zwar für die inhaltliche Darstellung nicht relevant, aber dennoch ärgerlich, da es nicht nur einmal vorkommt.

    Nichtsdestotrotz hat „Bitterer Calvados“ einiges zu bieten und holt den Leser über gut ¾ der Wegstrecke ab, so dass die negativen Eindrücke nicht allzu sehr ins Gewicht fallen.

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    angi_stumpfs avatar
    angi_stumpfvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein eher ruhiger, unblutiger Krimi, den ich gerne weiterempfehle!
    Eher ruhig, aber fesselnd ...

    Die Geschichte:
    Im dritten Teil der Reihe muss Kommissar Leblanc den Tod des bekannten Krimiautors Jean-Paul Picard aufklären.
    Ein großes Krimi-Festival lockt allerhand Fans und Schriftsteller nach Deauville, der Star der Veranstaltung wird allerdings vergiftet in seinem Hotelzimmer aufgefunden. War es Selbstmord oder gibt es einen Täter? An Verdächtigen mangelt es leider gar nicht, denn JPP war nicht gerade beliebt, mal abgesehen von den zahlreichen Fans, die ihn aber nicht persönlich kannten.

    Meine Meinung:
    Die ersten beiden Teile der Reihe kenne ich zwar nicht, aber ich habe mich trotzdem sofort in der Story zurechtgefunden. Die Autorin schafft es prima, genügend Informationen aus der Vergangenheit einzuflechten, ohne dass es überladen wirkt.
    Auch die Charaktere, die ich ja bisher als Erstleser nicht kannte, bringt sie dem Leser so nahe, dass man schnell eine Beziehung aufbauen kann. Leblanc ist mir ganz sympathisch, wenngleich er ein irgendwie chaotisches Verhältnis zur Frauenwelt pflegt. Er kommt trotzdem nicht wie ein Aufreißer oder so etwas rüber, sondern eher zuweilen ein bisschen tragisch bei manchen Annäherungsversuchen. Auch seine Kollegen fand ich ganz angenehm, ein insgesamt tolles Ermittlerteam, das hier am Werk ist.

    Die Story entwickelt sich langsam und wir dürfen ausführlich an der Ermittlungsarbeit teilnehmen. Es erscheint alles ganz glaubwürdig und nachvollziehbar mit vielen Befragungen und etlichen Spuren, denen nachgegangen wird. Das Buch liest sich durchaus fesselnd, an wirklicher Spannung hat es mir persönlich allerdings gemangelt.
    Den Krimi können auch zartbesaitete Leser absolut genießen, zumal auch noch ein wenig Lokalkolorit, schöne Landschaftsbeschreibungen und einige Ausflüge in die kulinarischen Genüsse Frankreichs für echte Urlaubsstimmung sorgen können.

    Fazit:
    Ein sehr ruhiger, unblutiger Ermittlerkrimi in schöner Kulisse, empfehlenswert!

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    FlotterAntons avatar
    FlotterAntonvor 2 Jahren
    Mir fehlte es was an Spannung

    Bei dem Buch handelt es sich um den dritten Fall für Kommissar Leblanc. Da ich die Vorgängerbände nicht kenne, kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass man diese zum Verständnis auch nicht unbedingt gelesen haben muss.

    Es ist Frühling in der Normandie und in dem hübschen Küstenstädtchen Deauville findet zum fünften Mal das Krimi-Festival statt. Das Motto „Mord am Meer“ wird in diesem Jahr zum Programm, denn der berühmte Autor Jean-Paul Picard (JJP) wird tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Selbstmord oder doch Mord, das ist hier die Frage.

    Die Ermittlungen übernimmt Kommissar Leblanc. Er ist für mich ein typischer Franzose; liebt gutes Essen und ist dem weiblichen Geschlecht gegenüber nicht abgeneigt. Das macht ihn menschlich und sehr sympathisch.

    Die Landschaft und die Jahreszeit mit ihren typischen Merkmalen sind sehr gut beschrieben. Man fühlt sich förmlich am Strand mit dem Sand zwischen den Zehen und der Sonne im Gesicht und wünscht sich sehnsüchtig den nächsten Urlaub herbei.

    Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und mir gefällt es, wenn das Buch wie hier in kurze Kapitel eingeteilt ist. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet.

    Für die Gestaltung der Cover-Innenseiten gibt es von mir ein extra Lob. Sie sind aufklappbar und die vordere Seite zeigt eine Landkarte der Normandie, was mir einen Blick ins Internet erspart hat. Die rückwärtige Seite enthält ein Foto eines kleinen Hafenstädtchens mit dem Meer im Vordergrund.

    Insgesamt war es ein Buch, bei dem ich mich während des Lesens wohl gefühlt habe, aber für einen Krimi fehlte mir mehr Spannung. Man kann zwar sehr lange eigene Theorien anstellen, aber so schnell wie neue Verdächtige auftauchen, so schnell sind sie auch aus dem Schneider. Aus diesem Grund kann ich leider nur drei Sterne vergeben.

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    EvelynMs avatar
    EvelynMvor 2 Jahren
    Ein Krimiautor wird selbst zum Opfer

    Kommissar Leblanc und seine Assistentin haben alle Hände voll zu tun: zuerst sollen sie für eine Lesung während des Krimifestivals “Mord am Meer” ihr Büro räumen, Leblancs Mutter droht der Rausschmiss bei ihrer Schwester und es ist zu befürchten, dass sie bei Leblanc einziehen will und dann kommt ihnen auch noch ein Mord dazwischen. Der berühmte, erfolgreichen und gutaussehende Krimischriftsteller Jean-Paul Picard (JPP) wird selbst zum Opfer: er wurde mit Calvados vergiftet. Im Laufe der Zeit wird immer klarer, dass JPP ein sehr unsympathischer Zeitgenosse war und vor allem die Frauen, die seinen Weg kreuzten, schlecht behandelte. Somit haben eine Menge Personen in seinem Umfeld ein mögliches Motiv, ihn aus dem Weg zu schaffen.
    Die Nachforschungen zu JPPs Leben fördern unglaubliche Betrügereien zutage und zudem ist auffällig, dass seine erste Frau starb und seine zweite bereits seit vielen Jahren von ihm entmündigt in einer psychiatrischen Einrichtung lebt.
    Während Leblanc ermittelt, will seine 70jährige Mutter die vierte Frau eines wesentlich jüngeren Afrikaners werden. Was für Leblanc zuerst undenkbar ist, wird für ihn zum Glücksfall. Er muss sich nicht um seine Mutter kümmern und kann weiter seinen Schwärmereien für die junge Liliane nachgehen. Kommissar Leblanc ist mir sympathisch, wenn mir auch seine „Beziehungen“ zu Frauen im Allgemeinen und zu Liliane und Marie Rätsel aufgeben. Er kommt dennoch ganz liebenswert, aber auch etwas brav rüber. JPP ist das genaue Gegenteil und er hat keine wirklich schönen Wesenszüge an sich. Er ist also ein sehr klar abgegrenzter „Gegenspieler“ von Leblanc.
    Das Cover gaukelt eine Idylle vor, die während des Lesens aber zu bröckeln beginnt. Im Laufe der Ermittlungen tauchen immer neue Fährten und Verdächtige auf. Meist verlaufen sie jedoch im Sande und Leblanc steht wieder am Anfang. Vom Spannungsbogen her, ist der Autorin ein wirklich guter Krimi gelungen. Die Auflösung des Falles macht ihn noch einmal richtig spannend und es bleiben keine Fragen offen. Der Schreibstil der Autorin ist ganz unterhaltsam und liest sich wunderbar leicht. Die Geschichte kommt etwas leise daher und die Beziehungen der Charaktere untereinander spielen dabei eine genauso große Rolle, wie die Landschaft, doch es ist stimmig und das Lesen macht Spaß. Ein schöner französischer Krimi!

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    sollhabens avatar
    sollhabenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zählt für mich zum Genre Regionalkrimi, obwohl ich die Gegend sehr gerne mag, war die Geschichte ein wenig zu lau, um mich zu begeistern.
    Deauville mit einem Krimifestival und einem richtigen Mord

    Deauville versucht sich neben dem Festival des amerikanischen Films und Pferderennen einen weiteren Namen als Krimihauptstadt zu erkämpfen. 
    Als sogar der äußerst erfolgreiche Autor  Jean-Paul Picard nur bekannt als  JPP kommt, scheint die 5. Auflage des Fest ein Erfolg zu werden. Doch sein Erscheinen endet tragisch. Am Tag nach seiner Lesung wird er tot in seiner Hotel Suite aufgefunden. Ein Glas Calvados mit verdächtigem Geruch weißt auf Mord hin. 
    Kommissar Leblanc wird mit den Ermittlungen betraut. Seine sonst so genaue Spürnase kommt dieses Mal nicht so zur Geltung, denn er ist verliebt und verwirrt. Dass seine Mutter auf einmal in Deauville auftaucht, fördert auch nicht gerade seine Konzentrationsfähigkeit.
    Aber es muss seine Aufmerksamkeit auf den Fall zwingen, um heraus zu finden, wer JPP tatsächlich war und vor allem wie er war. Sein öffentliches Gesicht unterschied sich deutlich von seinem wahren.


    Wie hat es mir gefallen?
    Erstmals vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Ausgesucht habe ich mir das Buch, weil ich bereits am Schauplatz des Romans war. Meine Mama ist aus Frankreich, deshalb lese ich sehr gerne Geschichten, die im Norden von Frankreich spielen.
    Es war mein erstes Buch der Autorin und da ich französische Ermittler sehr gut leiden kann, wollte ich auch Herrn Leblanc eine Chance geben. 
    Im ersten Drittel war ich recht begeistert. Der Kommissar wird ein wenig vorgestellt, JPP erscheint auf der Bildfläche und wird auch sogleich ermordet. Zwischen den Ermittlungen beobachten wir den Kommissar, wie er in seltsamen Liebesträumen steckt und wie seine Mutter das Durcheinander vervollständigt. 
    Damit wird die Geschichte jedoch sehr zerrissen und mir fiel es schwer, der Story zu folgen und sie noch interessant zu finden. 
    Ich werde das Buch noch an meine Mama weitergeben, mal sehen, wie sie es findet und ob sie es ähnlich empfindet wie ich. 

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    sommerleses avatar
    sommerlesevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderschön geschriebener Normandiekrimi! Bitte mehr davon!
    Krimi-Festival mit echtem Mord

    Der Normandie-Krimi "*Bitterer Calvados*" ist der dritte Fall für Kommissar Leblanc aus der Feder der Autorin "*Catherine Simon*" alias Sabine Grimkowski. Die Krimireihe erscheint im "*Goldmann Verlag*".

    In Deauville zieht das Krimi-Festival "Mord am Meer" viele Besucher an. Sogar der gut aussehende Bestsellerautor Jean-Paul Picard hält eine Lesung und lockt damit etliche weibliche Fans an. Doch am nächsten Morgen findet man JPP tot in seiner Hotelsuite, sein letzter Calvados enthielt Zyankali. Mord oder Selbstmord? Kommissar Leblanc ermittelt in einem Umfeld von neidischen Autoren, geldgierigen Verlegern und den zahlreichen Geliebten des Autors. 


    "Wissen sie, vorstellen kann ich mir viel, ich bin Schriftsteller, die Fantasie ist mein Beruf. Aber in Wirklichkeit einen Mord begehen? Der Hass müsste so groß sein, dass er jede Moral außer Kraft setzt." Zitat Seite 125

    In diesem Krimi verschmelzen Literaturszene, Landschaft der Normandie, Esskultur und ein ruhig und besonnen ermittelnder Kommissar zu einem tollen Ganzen!

    Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich kann der Handlung auch ohne Vorkenntnisse wunderbar folgen.

    Leblanc findet schnell heraus, dass JPP nicht der perfekte Mensch war, für den ihn seine Fans hielten. Er war absolut narzisstisch, rücksichtslos und zudem unfähig, persönliche Bindungen aufzubauen. Geliebte kamen und gingen und wurden nur ausgenutzt.
    Bei der ausführlichen polizeilichen Ermittlung geht Leblanc jeder noch so kleinen Spur nach und findet lange Zeit nichts. Das führt auch beim Leser zu einem spannenden Mitraten und allerlei Mutmassungen.

    Inhaltlich wird die Literaturszene näher beleuchtet. Man erfährt, wie Bestsellerautoren aufgebaut werden und welche Konkurrenz die Bücherbranche umtreibt. Aber auch gesellschaftskritische Themen wie Polygamie oder die Problematik durch ausbeutendes Verhalten von Großkonzernen in Afrika werden inhaltlich gut mit eingebunden.
     
     
    Bei diesem Krimi gibt es eine ausgewogene Mischung zwischen den Ermittlungen im Mordfall und dem Pivatleben des Kommissars. Auch wenn mir Jacques Leblanc nicht unbedingt sympathisch ist, so hat er doch eine ruhige Art, die mir gefällt. Meine Heldin ist auf jeden Fall Nadine, seine Assistentin. Sie findet bei Befragungen stets den richtigen Ton, kann sich auf die Personen einstellen und durchschaut ihren Chef wie keine andere Frau. Denn der lässt sich nur zu schnell von Frauen ablenken und einwickeln. Leblanc befindet sich in einer Midlife-Crisis und verliebt sich in eine blutjunge Frau. Nur seine Liebe zum Essen stellt fast die Liebe zu den Frauen in den Schatten. In diesem Krimi wird mit vielen köstlichen Gerichten und Produkten der der Patisserie die Esskultur der Normandie vorgestellt und das passt gut zu den landschaftlichen Beschreibungen der Gegend und der einzigartigen Stimmung dort am Meer. Catherine Simon kennt sich vor Ort gut aus und vermag dieses Flair bildhaft deutlich werden zu lassen. Ihr Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen.

    Hier wird ganz ohne großes Blutvergiessen und Brutalität eine Krimihandlung beschrieben, die mit liebevoll ausgeschmückten Details nicht nur die Szenerie der Normandie ins rechte Licht rückt, sondern auch eine fesselnde Ermittlung in den Mittelpunkt stellt.
     
    Ein wunderbar entschleunigter Krimi mit dem Flair der Normandie und einer fesselnden verzwickten Ermittlung um einen Krimiautor. Absolut mein Geschmack!
     

     

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    A
    aljufavor 2 Jahren
    Bitterer Calvados, bittere Wahrheit

    Jean-Paul Picard, von allen JPP genannt, ist der Star in der französischen Krimiautorenszene. Besonders die weibliche Fangemeinde ist groß. Seine bisher erschienen Romane sind alle Bestseller. 
    Doch nach einem Autorenabend auf dem Krimifestival "Mord am Meer" wird er am nächsten Morgen tot aufgefunden. Bei seinen Ermittlungen stößt Kommissar Leblanc auf viele Verdächtige: Autorenkollegen und enttäuschte Geliebte. 
    Im Laufe der Zeit muss er sein Bild von dem scheinbar perfekten Mann revidieren. Nichts ist mehr so wie es am Anfang schien.


    Der Autorin Catherine Simon gelingt es hervorragend auch ohne großes Blutvergießen oder weiteren Actioneinlagen einen genialen Spannungsbogen aufzubauen. Immer wieder werden neue Personen mit möglichen Motiven eingeflochten. Der Leser kann neue Vermutungen anstellen.


    Besonders hervorheben möchte ich den detailreichen Schreibstil der Autorin. Immer wieder lässt sie den Leser an vielen Dingen teilhaben, die diesen Krimi so besonders machen.


    Wer also ruhige Krimis mit einem tollen Ermittlerteam mag, gerne selbst Vermutungen über das Motiv und den Täter anstellt und nicht auf viel Blutvergießen steht, liegt hier genau richtig.


    Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für "Bitterer Calvados" von mir.

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    Edelstellas avatar
    Edelstellavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein gut recherchierter Regionalkrimi mit Tiefgang und einem verliebten Kommissar!
    Unangenehmer Shootingstar der Krimiliteratur!

    Zum 5. Mal findet das Krimifestival „Mord am Meer“ in Deauville statt und der Bürgermeister platzt mit der Organisatorin Madame Colbert in das Büro von Kommissar Jaques Leblanc und seiner Kollegin Nadine Liard. Natürlich hat der Präfekt es mal wieder versäumt, seine „Untergebenen“ in Kenntnis zu setzen, das genau in diesem Büro eine Lesung stattfinden soll. Gut, das Leblanc da seine forsche Kollegin hat, die Leblanc vor sich selbst bewahrt, denn er ist bei solchen Aktionen nicht immer freundlich gesinnt. Aber natürlich ist hier ein großes Event und er erhält als Entschädigung 2 Eintrittskarten für die Lesung am nächsten Abend im Casine des großen JPP, einem Superstar unter den Autoren der Kriminalromane.

    ...und wie es der Zufall so will, findet er eine passende Begleitung in Liliane, der verlassenen Freundin seines Nachbarn. Er ist völlig verzaubert und dankbar an ihrer Seite ins Casino zu gehen, wären da nur nicht seine „bunte“ und äußerst auffällige Mutter mit einem neuen Begleiter und seiner ehemaligen Freundin mit Begleitung im Rücken. Solche Situationen sind ihm unangenehm und dann tritt der berühmte „Shootingstar“ auf....

    Ich mag Regionalkrimis und wenn sie in einer so frischen Aufmachung daherkommen mit einer herrlichen Meeressicht auf Deauville, greife ich gern zu.

    Dieses ist mein erstes Buch der Reihe um Kommissar Leblanc und seinen Frauen, seinem Freund, der ihn erdet, seiner Mutter, die er eigentlich gar nicht kennt und einer nörgelnden Tante. Die Autorin zeichnet ihre Figuren mit einer Liebe zu ihren besonderen Eigenheiten und sehr bildhaft. Auch über die Örtlichkeiten an diesem interessanten Ort besitzt sie gute Kenntnis und führt uns sicher und mit Fokus auf besonders schöne Bilder an den Strand und durch die Natur.

    Der Spannungsbogen ist in Wellenform angelegt und hällt den Leser bis zum Schluss immer ein wenig auf Trap.Wobei die psychologischen Sichtweisen sehr interessant sind und mich ständig Überlegungen und Schlüsse ziehen lassen. Leblanc geht unermüdlich trotz eigener innerer Konflikte seinen Weg und seine Assistentin tut ihr Übriges. Auch lässt uns Leblanc ein wenig in seine Vergangenheit blicken. Ich bin begeistert von der Schreibweise und der Verbindungen in diesem Kriminalroman und werde die ersten zwei auf jeden Fall lesen, um zu erfahren was Leblanc noch zu dem gemacht hat, der er jetzt ist: Ein sympathischer Ermittler mit einem großen Sinn für Gerechtigkeit mit kleinen Schrullen und ein Faible für Frauen! Danke Catherine Simon!

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    Goldmann_Verlags avatar
    Liebe Lovelybooker,

    bei diesem buchstäblichen Gänsehaut-Wetter wollen wir euch dazu einladen, es euch mit einem richtig guten Normandie-Krimi auf der Couch gemütlich zu machen! 


    Catherine Simon entführt uns mit ihrem dritten Fall um ihren commissaire und Lebemann Leblanc in die Welt der Literatur: „Bitterer Calvados“ ist heute erschienen, und wir freuen uns auf viele Spürnasen und Detektive, die Lust haben, einen Mord im schönen Deauville aufzuklären.

    Bereits zum fünften Mal lockt Deauville mit seinem Krimi-Festival Mord am Meer die Besucher an. Diesmal ist es den Organisatoren sogar gelungen, den berühmten Bestsellerautor Jean-Paul Picard für eine Lesung zu engagieren. Der Autorenabend ist ein voller Erfolg. Doch am nächsten Morgen liegt Picard tot in seiner Hotelsuite. Das Letzte, was er zu sich genommen hatte, war ein Calvados – und der hatte es in sich: Picard wurde vergiftet. Bei seinen Ermittlungen trifft Kommissar Leblanc auf missgünstige Autoren, gierige Verleger und weibliche Fans, die es faustdick hinter den Ohren haben...

    Was reizt euch ganz besonders an Krimis mit Lokalkolorit und warum wollt ihr an der Leserunde teilnehmen?

    Unter allen Teilnehmern verlosen wir bis Sonntag, 22. Januar 2017, 20 Exemplare des Romans.

    Autorin Sabine Grimkowski alias Catherine Simone freut sich mit euch zu diskutieren und beantwortet gerne alle Fragen rund um ihre Frankreich-Krimis.

    Mehr über das Buch und die Autorin erfahrt ihr auf unserer Homepage unter www.goldmann-verlag.de.  


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