Cathi Unsworth

 3.8 Sterne bei 48 Bewertungen
Autor von Opfer, Opfer: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch) und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Cathi Unsworth

Opfer

Opfer

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Erschienen am 11.03.2013
Opfer: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)

Opfer: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)

 (5)
Erschienen am 11.03.2013
Die Ahnungslose

Die Ahnungslose

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Erschienen am 01.09.2007
Weirdo

Weirdo

 (0)
Erschienen am 13.06.2013

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MissNorges avatar

Rezension zu "Opfer" von Cathi Unsworth

Langweiliger Krimi
MissNorgevor 7 Monaten

Kurz zur Geschichte
(lt. Verlagsseite)
Die verschlafene Idylle eines Küstenstädtchens im Norden Englands wird von einem grausamen Ritualmord erschüttert. Am Tatort wird die blutüberströmte Corrine Woodrow aufgegriffen und bald darauf zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch war die junge Außenseiterin tatsächlich die Hohepriesterin eines Satanskults, wie es in der Boulevardpresse hieß? Zwanzig Jahre später rollt ein junger Privatdetektiv die Ermittlung wieder auf, denn neue Beweise belegen, dass sich alles auch ganz anders abgespielt haben könnte.

Meine Meinung
Der Krimi ist auf zwei Zeitebenen angesiedelt. Einmal erhält man aus den Jahren 1983/84 Rückblicke in die Entstehung der eigentlichen Tat und im Jahre 2003 ist man mit Sean Ward unterwegs, der in diesem Fall erneut recherchiert.
Sean Ward war Polizist und wurde während des Dienstes von einem jugendlichen Täter schwer verletzt. Ward muss aus dem Polizeidienst ausscheiden und in den Vorruhestand gehen. Doch was macht ein Ex-Polizist, sobald ihm langweilg wird? Genau, er wird wie so viele vor ihm Privatdetektiv. Sean bekommt den Hinweis einem alten Fall nachzugehen, wo inzwischen neue Beweise aufgetaucht sind, die mit den aktuellen Verfahren der DNA und Co. ein ganz anderes Licht auf den Cold Case werfen könnte. Für die damalige Tat wurde Corrine Woodrow zu lebenslanger Haft verurteilt, doch heute, über 20 Jahre später, könnte ihre eigentliche Unschuld bewiesen werden.
Die Protagonisten hat die Autorin alle sehr oberflächlich und lieblos gezeichnet. Ich könnte keine einzige Personen benennen, die mir richtig gut gefallen hat. Als größtes Problem empfand ich aber, das extrem viele Namen und Leute in diesem Plot eine Rolle spielen, mal mehr, mal weniger, aber irgendwann hatte ich total den Faden verloren. Leider fehlte es mir auch nach gut 200 Seiten immer noch an Spannung. Die Story konnte für mich keinen Sog enstehen lassen, wo ich unbedingt dran bleiben muss, um zu wissen, wie alles enstand und endete. Die Zweifel an der Unschuld von Corrine hätte man noch tiefergehender herausarbeiten könnten. Die vielen Zeit- und Situationssprünge kamen mir unstrukturiert vor und dadurch entstanden einige Längen, die mich das Buch haben öfter zur Seite legen lassen.
Fazit: Trotz des eigentlich interessanten Grundthemas des Plots konnte mich das Buch nicht begeistern. Kann man lesen, muss man aber nicht, man hat nichts versäumt.

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Greedyreaders avatar

Rezension zu "Opfer" von Cathi Unsworth

Opfer und Weirdos
Greedyreadervor 3 Jahren

In Cathi Unsworths Roman “Opfer” versucht Privatdetektiv Sean Ward Licht in einen 20 Jahre alten abgeschlossenen Fall zu bringen. Damals wurde ein Jugendlicher bestialisch ermordet. Die Anwältin der Verurteilten will mit Hilfe neuer Beweise ein Wiederaufnahmeverfahren beantragen. Die inzwischen möglichen DNA-Analysen beweisen, dass Corrine Woodrow nicht allein am Tatort war. Seit 20 Jahren ist Corrine in der Psychiatrie eingesperrt. Vielleicht war alles ganz anders, als die Polizei damals die Öffentlichkeit glauben machen wollte.

Sean Ward, der nach schweren Schussverletzungen schon in jungen Jahren aus dem aktiven Polizeidienst ausscheiden musste, stößt bei seinen Ermittlungen im fiktiven Badeort Ernemouth in Norfolk auf einen Sumpf von Korruption und Verbrechen. Die Polizisten haben seinerzeit auf Befehlt des damaligen Polizeichefs Len Rivett nicht ermittelt, sondern vertuscht. Auch nach seiner Pensionierung ist Ernemouth noch immer seine Stadt, und Rivett zieht alle Fäden. Seine scheinbare Kooperation erweist sich als umfassende Manipulation, und die Zeugen, die damals zur Entlastung von Corrine Woodrow nicht aussagen durften, geraten genauso in Lebensgefahr wie die Journalistin Francesca, die Sean Ward bei den Ermittlungen unterstützt. Niemand in der Stadt will, dass die alte Geschichte wieder aufgerollt wird. Rivett hat in all den Jahren seine Macht und seinen Reichtum vermehrt, indem er die Schwachstellen seiner Mitbürger für sich ausgenutzt hat. Er hat alle in der Hand und sich selbst nach allen Seiten abgesichert.

Die Autorin erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen: 1983/84 und 2003. Sehr eingehend und authentisch schildert sie die Ereignisse, die in dem trostlosen Nest zu der furchtbaren Tat führten. Sie schreibt spannend und überzeugt durch sorgfältige Zeichnung der Charaktere. Für die Jugendlichen gab es damals kaum Alternativen zum Rummelplatz. Sie waren Mitglieder der Postpunk-Grufti-Szene, kleideten sich düster und beschäftigten sich mit Schwarzer Magie. Ihr Musikgeschmack wurde zum Ausdruck einer rebellischen Haltung. Das ist sehr gelungen in einen raffinierten Plot eingebaut.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, wobei der deutsche Titel “Opfer” es nicht so ganz trifft. Der Originaltitel “Weirdo” (“verrückter Typ” ) lenkt das Augenmerk eher auf die Täterin als auf das oder die Opfer.

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TochterAlices avatar

Rezension zu "Opfer" von Cathi Unsworth

Ein lange zurückliegendes Ereignis
TochterAlicevor 3 Jahren

nämlich eines, das sich 1984 in einem kleinen englischen Küstenstädtchen ereignete, steht im Mittelpunkt dieses Krimis - was eigentlich? Nun, das werde ich Ihnen bestimmt nicht verraten, erfährt es der gespannte Leser schließlich auch erst (fast) am Ende des Buches. Aber es lohnt sich, bis dahin im Ungewissen zu sein, hat man es hier doch mit einer ausgesprochen atmosphärischen Darstellung der Jugend in einer englischen Kleinstadt der Thatcher-Zeit zu tun. Es hat jedenfalls was mit Ritualmorden und der anschließenden Verurteilung einer jungen Frau, Corrine Woodrow, zu tun.
Fast kann man es selbst spüren, was die Protagonistinnen Debbie, Samantha und Corrine damals in den 1980ern fühlten, was sie bewegte und antrieb - für mich jedenfalls ist diese Zeit noch ausgesprochen gegenwärtig, auch wenn ich damals zwar noch jung, aber immerhin bereits erwachsen war. Hier gab es Freundschaften, Lieben, Animositäten und noch vieles mehr, was nicht auf den ersten Blick wahrzunehmen war - langsam hangelt sich der Leser hier vor, zusammen dem jungen Privatdetektiv Sean Ward, der 2003, also fast 20 Jahre später, die Sache wieder aufnimmt. Er agiert im Auftrag von Corrines Anwältin, die an ihre Unschuld glaubt und den Fall neu aufrollen will und trifft auf die seltsamsten Zusammenhänge und Verbindungen - schnell wird deutlich, dass dies eine weitreichende Angelegenheit ist, die in der - übrigens fiktiven - Kleinstadt Ernemouth und darüber hinaus weite Kreise zieht bis hin zur Polizei und zur Kommunalverwaltung. Offenbar gibt es eine Menge Leute, denen Seans Ermittlungen gegen den Strich gehen - warum eigentlich?
Die Auflösung zeichnet sich zwar teilweise ab, beinhaltet aber auch noch genügend Überraschendes, um dieses so mitreißenden Spannungsroman lesenswert zu machen - von mir gibt es hier eine unbedingte Leseempfehlung!

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