Man schreibt das Jahr 1984 und über Méjean, einem Fischerdorf an der Côte Bleue, wölbt sich der blaue Sommerhimmel. Touristen wie Einheimische genießen die ersten heißen Tage. Im Ferienhaus von Michaels Eltern feiern sechs junge Deutsche, Michael, Rüdiger, Oliver, Claudia, Dorothea und Barbara ausgiebig das eben bestandene Abitur und schmieden Pläne für die Zukunft.
Als Michael eines Nachts schwimmen geht und nicht wieder auftaucht, ist nichts mehr wie vorher. Michaels Leiche wird am Morgen gefunden und recht schnell steht fest, dass er ermordet worden ist. Nur von wem und warum? Die Polizei findet keine Antwort, weshalb die fünf Überlebenden nach Deutschland zurückkehren.
Dreißig Jahre später erhalten sowohl die fünf ehemaligen Freunde (man hat sich nach den Ereignissen von 1984 aus den Augen verloren) als auch Commissaire Renard, der damals ermittelt hat, eine Einladung nach Méjean. Der anonyme Briefschreiber verspricht, endlich den Mörders von Michael zu entlarven. Mit im Gepäck haben die fünf ehemaligen Freunde Angst, Misstrauen und düstere Erinnerungen. War doch einer von ihnen der Täter? Und wenn ja, wer?
Auch Commissaire Renard wirkt ein wenig fehl am Platz. Allerdings hat er erst vor kurezem eine Krebserkrankung gerade noch so überstanden. Dass er den Mord an Michael nicht aufklären konnte, wurmt ihn, weshalb sein Ehrgeiz geweckt ist, um nun dreißig Jahre später den Täter dingfest zu machen.
Noch weiß er nicht, was auf ihn zukommen wird ...
Meine Meinung:
Ich kenne von Cay Rademacher schon viele Bücher. Zum einen die historischen Krimis aus der Römerzeit, jene aus der Nazi-Zeit und natürlich die Reihe um Capitaine Roger Blanc. Dieser Krimi liegt schon seit seinem Erscheinen bei mir herum. Irgendwie war bisher nie die richtige Zeit, ihn zu lesen.
Dieser Krimi ist ein wenig anders. Er wirkt auf mich düster, geprägt von Schuld und schlechtem Gewissen. Haben die sechs Freunde sich damals doch nicht so viel zu sagen gehabt, als schulischen Smalltalk und das Ausmalen von grandioser Zukunft für alle? Nun ja, eigentlich sind alle etwas geworden, außer Michael natürlich. Doch so richtig zufrieden oder glücklich wirkt niemand.
Der Erzählstil ist eher ruhig, die Ereignisse in der Gegenwart finden im Präsens statt, so dass wie Leser hautnah dabei sein können, als die Stimmung kippt und sich in einem überraschenden entlädt. Nun wird nichts mehr so sein, wie zuvor.
Fazit:
Ein interessanter Krimi rund um verdrängte Geheimnisse, dem ich gerne 4 Sterne gebe.



































