Cay Rademacher Der Trümmermörder (mp3-Ausgabe)

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Inhaltsangabe zu „Der Trümmermörder (mp3-Ausgabe)“ von Cay Rademacher

Der Zweite Weltkrieg ist vorüber, Hamburg liegt in Schutt und Asche. Die Bevölkerung leidet unter Hunger und einem harten Winter. Als in den Trümmerfeldern Leichen gefunden werden, übernimmt Polizeiinspektor Stove den Fall. Alle Opfer sind nackt, ihre Namen und ihre Herkunft bleiben ungewiss. Sämtliche Aufrufe an die Bevölkerung, bei der Aufklärung der Verbrechen behilflich zu sein, verhallen ungehört, da die Menschen nur noch verzweifelt um das eigene Überleben kämpfen. Ein außergewöhnlicher Krimi, der die Atmosphäre Deutschlands in der Stunde Null brillant einfängt – gelesen von Star-Sprecher Burghart Klaußner. Lesung mit Burghart Klaußner 1 mp3-CD Laufzeit 398 min

Authentisch, plastisch, fesselnd.

— NiWa
NiWa
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  • Authentisch, plastisch, fesselnd.

    Der Trümmermörder (mp3-Ausgabe)
    NiWa

    NiWa

    17. January 2017 um 07:24

    1947 in Hamburg. Ganz Europa liegt in Trümmern. Die Städte hat es ganz schlimm erwischt. Außerdem werden die Überlebenden von einem der härtesten Winter des Jahrhunderts gequält, der als Hungerwitter in die Geschichtsschreibung eingehen wird. Inmitten der Zerstörung, Kälte, Hungersnot wird im Trümmerfeld eine nackte Frauenleiche entdeckt, die offensichtlich nicht den Schrecken dieser Umstände entstammt. Es handelt sich bei „Trümmermörder“ um Oberinspektors Staves 1. Fall. Der Inspektor wird beauftragt, diesen Mord aufzuklären und ihm werden Lieutnant MacDonald von den Alliierten und Lotha Maschke von der Sitte zur Seite gestellt. Obwohl es sich um einen Krimi mit den üblichen Ermittlungstätigkeiten handelt, hat Cay Rademacher auf sehr geschickte Weise eine fesselnde Auseinandersetzung mit der Nachkriegszeit zwischen die Handlung gepackt. Der 2. Weltkrieg ist beendet, aber es ist noch lange nicht vorbei. Städte liegen in Trümmer, es fehlt an Infrastruktur, Wohnraum, Zahlungs- und Nahrungsmittel, und noch dazu legt sich ein Winter über Deutschland, der die Überlebenden erneut an die Schwelle des Untergangs führt. Der Alltag ist beschwerlich und umständlich. Es ist kalt. Richtig kalt. Eisblumen an Fenstern - sofern man überhaupt welche hat - gehören zum Morgenritual. Neben der schauerlichen Kälte wird man noch von Hunger, Angst und Hoffnungslosigkeit gequält. Die Heimat ist zerstört, die Menschen sind über die ganze Welt zerstreut, seien es die Männer in Kriegsgefangenschaft, die geretteten Juden und andere Befreite aus den KZs, die am Ende eines erbarmungslosen Albtraums stehen, oder die bekennenden Nationalsozialisten, die untertauchen und sich ihrer Verantwortung entziehen. Der Autor vermittelt ein Gefühl als ob er selbst dabei gewesen wäre. Jeder Situation, jeder menschliche Regung - ganz zu Schweigen von den widrigen Umständen - merkt man die fundierte Recherche an. Frank Stave erzählt aus erster Hand vom Hungerwinter, während er den Spuren des Trümmermörders in Hamburg nachgeht. Stave empfand ich als sehr bedacht mit einem scharfen Verstand. Er hat ein Auge für die Details und weiß genau, wie er im Nachkriegsdeutschland an Informationen kommt. Für mich ist Stave ein typischer Ermittler, denn er ist in seiner Arbeit sehr genau und sich seiner Verantwortung bewusst. Privat hat er - wie alle anderen auch - ebenso mit den Folgen des Kriegs zu kämpfen, weil er seinen Sohn vermisst. Die Ermittlung an sich ist ebenfalls aufgrund der Umstände interessant, weil es während des Hungerwinters 1946/47 noch ganz andere Mordmotive gibt, als man von gegenwärtigen Handlungen gewohnt ist. Kriminalistisch wohl durchdacht, zeigt Rademacher, wie furchtbar die Nachkriegszeit inmitten der Trümmer war. Er hat mich während des Lesens vor Kälte zum Zittern gebracht und mir dabei die Beklommenheit dieser Jahre vor Augen geführt. Authentisch, plastisch und fesselnd zugleich, schildert Cay Rademacher einen Abschnitt unserer Geschichte, an den man sich immer wieder erinnern soll, damit er nicht in Vergessenheit gerät. Sehr empfehlenswert! Bisher erschienen: 1) Der Trümmermörder 2) Der Schieber 3) Der Fälscher

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    • 9
  • Lebendiger Geschichtsunterricht mit Toten

    Der Trümmermörder (mp3-Ausgabe)
    Pongokater

    Pongokater

    29. October 2016 um 16:53

    Cay Rademacher schafft es, die unmittelbare Nachkriegszeit im kriegszerstörten Hamburg von 1947, lebendig zu machen: mit einigen Toten. Doch die Zeitgeschichte ist auch in der Krimigeschichte nicht nur Hintergrund, sondern tief in sie verwoben. Rademacher schreibt mit enormer Sach- und Ortskenntnis und in einer soliden Sprache ohne peinliche Schnitzer oder leere Sprachhülsen. Der Sprecher, Burghart Klaußner, passt mit seinem bedächtigen, undramatischen Stil sehr gut zur Vorlage.

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  • Hamburg nach dem Krieg - ein Mörder geht um...

    Der Trümmermörder (mp3-Ausgabe)
    Alabriss

    Alabriss

    19. March 2013 um 22:40

    Ei­gent­lich hö­re ich nicht gern – ich le­se lie­ber selbst. Aber ei­ne Le­sung von Herrn Klauß­ner macht ein großar­ti­ges Buch noch bes­ser! Ob­wohl in Ber­lin ge­bo­ren, spricht er al­le Dia­lek­te so her­vor­ra­gend, dass es scheint, man hö­re meh­re­ren Sp­re­chern zu. Ham­burg 1947, die Stadt ist ein Trüm­mer­feld, die Men­schen lei­den an Hun­ger und Käl­te. Po­li­zei­in­spek­tor Sto­ve hat es vor al­lem mit Ver­b­re­chen aus Ar­mut zu tun, als plötz­lich ei­ne nack­te, jun­ge Lei­che auf­taucht. Gut ge­nährt und gepf­legt, scheint sie we­der Flücht­ling noch Trüm­mer­frau zu sein. Zu Sto­ves Miss­fal­len wer­den ihm in die­sem Fall zwei Ge­hil­fen zu­ge­wie­sen, ein jun­ger Po­li­zist aus der Sit­te und ein eng­li­scher Lieu­ten­ant, was die Un­ter­su­chung nicht wir­k­lich vor­an­t­reibt, son­dern eher be­hin­dert. Ein großar­ti­ger, at­mo­sphäri­scher Kri­mi vol­ler Ge­schich­te, oh­ne je­mals lang­wei­lig zu wer­den!

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  • Rezension zu "Der Trümmermörder" von Cay Rademacher

    Der Trümmermörder (mp3-Ausgabe)
    Mika2003

    Mika2003

    26. January 2012 um 17:36

    Cay Rademacher hat mit seinem Buch „Der Trümmermörder“ das geschafft, was bisher kein anderer Autor geschafft hat: Ich hatte eine schlaflose Nacht! Nicht weil ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe - das geht überhaupt nicht. Sondern weil ich in der Nacht das Buch „verarbeitet“, durchlebt habe. Mit seinem eindrucksvollen Schreibstil, seiner sehr bildhaften Sprache und einem sehr gut durchdachten Plot baut er vielleicht nicht die atemlose Spannung manch anderer Krimis auf, aber er schafft eine Atmosphäre, die einen nicht mehr los lässt. Sie hält einen fest, zieht den Leser in seinen Bann und - zumindest ging es mir so - lässt einen nach der Lektüre, nach dem zuklappen des Buches, nicht so einfach los. Cay Rademacher versetzt uns nach Hamburg in die Nachkriegszeit, führt uns durch eine zerstörte, mit Trümmerfeldern durchsetzte Stadt, in der klirrende Kälte und Hoffnungslosigkeit herrscht. Er zeigt uns stellvertretend die Wohnung von Stave, einem Hamburger Polizisten. Die Wände mit Eis besetzt, der Reif auf der Zudecke … er nimmt uns mit zur Wertmarkenausgabe und zum Essen besorgen. Er zeigt uns den Hamburger Bunker und die endlosen Ströme von Heimkehrern auf dem Hamburger Hauptbahnhof, von Stave jedes Wochenende nach seinem Sohn fragt und sucht. Er nimmt uns aber auch mit zu den Schauplätzen einer Mordserie, die damals in Hamburg tatsächlich passiert ist und lässt uns teilhaben wie der Fall aufgeklärt wird. Aber nicht nur Stave ist da - da sind auch noch Erna die Sekretärin von Stave sowie ein britischer Offizier und einer von der Hamburger Sitte, die mit ihm den Täter suchen. Nichts ist wie es scheint, Stave und der Leser decken Geheimnisse auf und erfahren teilweise schreckliches. Ich finde es sehr beeindruckend wie der Autor all das rüberbringt, wie er Informationen über das damalige Leben, die damalige Zeit so sehr Realität werden lässt das man meint, wirklich dabei gewesen zu sein. Für mich war dieses Buch ein richtiges Ereignis und eines, das ich wirklich mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann. Ich bin schon sehr auf die weiteren Bände gespannt, die es noch geben soll.

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