Cecilia Rabess

 3,8 Sterne bei 87 Bewertungen

Lebenslauf

Cecilia Rabess hat als Data Scientist bei Google gearbeitet und war Associate bei Goldman Sachs. Ihre Artikel sind u. a. in McSWEENEYS, FIVETHIRTYEIGHT, FAST COMPANY und FLOWING DATA erschienen. »EVERYTHING'S FINE« ist ihr erster Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Cecilia Rabess

Neue Rezensionen zu Cecilia Rabess

Cover des Buches Alles gut (ISBN: 9783847901600)
A

Rezension zu "Alles gut" von Cecilia Rabess

annithrill
Einfach genial

Als ich das Buch aufschlug, wusste ich noch nicht, was mich alles erwartet.

Die Autorin schafft es, eine wunderbare Liebesgeschichte zu schreiben, die aber nicht nur eine Liebesgeschichte ist. Denn wie kann man sich zu jemanden hingezogen fühlen, ja gar lieben, der komplett andere Ansichten teilt, der einen anderen Lebensweg in seiner Gedankenwelt eingeschlagen hat.

Jess und Josh erleben ein Wirrwarr der Gefühle; man kann es wirklich als Hassliebe bezeichnen und am Ende erfährt der Leser, ob der Hass oder die Liebe sieht.

Die Autorin greift so wichtige Themen unserer Gesellschaft auf. Die junge Jess ist schwarz und sozial unterwegs, auch in ihrem Job ist das „Frausein“ ein Thema. Dies wird in die Geschichte sehr gut verpackt, sodass ich mich als Leser doch des Öfteren zurückgelehnt habe, um über verschiedene Denkweisen selbst mal ordentlich nachzudenken. Gerade in den USA, in dem dieser Roman spielt, ist es zu Zeiten „Obama und Trump“ ein Thema, über das nicht einfach hinweggesehen werden darf. 

Für mich hat die Autorin dies alles sehr gut in die Story verpackt, mit einer besonderen Sprache, die mich wirklich gefesselt hat.

Cover des Buches Alles gut (ISBN: 9783847901600)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Alles gut" von Cecilia Rabess

Gwhynwhyfar
Man kann jedes Wort auf die Goldwaage legen ...

Ein Roman, hoch angepriesen – mich konnte er nicht überzeugen. Leider empfand ich die Protagonistin absolut nervend. Jess, bekommt nach ihrem Studium einen begehrten Job bei Goldman Sachs in New York. Zu blöd, dass ihr dort ausgerechnet Josh über den Weg läuft, der ihr mit seinen reaktionären Ansichten schon in der Uni auf die Nerven gegangen ist. Doch er entwickelt sich bald zu ihrem engsten Verbündeten im Büro - und den kann sie als einzige Frau und einzige Schwarze dort gut gebrauchen. Eine Freundschaft, die anfängt zu knistern.


Es ist die alte Geschichte von Gegensätzen, die sich anziehen - und zugleich ein Plädoyer für Toleranz, Neugierde und dafür, miteinander im Gespräch zu bleiben. Nur, die Toleranz bleibt hier einseitig. Jess legt jedes Wort und jede Herkunft auf die Goldwaage. Weiße sind per se rassistisch – komisch nur, alle ihre Freundinnen sind weiß. Alle weißen Männer sind reaktionär und inakzeptabel – nur, hat sie keine schwarzen Freunde. Wer mit dem goldenen Löffel geboren ist, der kann nicht gut sein … Und Jess schließt aus dem, wo einer aufgewachsen ist, auf welche Schule er ging usw. welchen sozialen Status er hat. Armer Josh, dem sie so andichtet, hochwohlgeboren zu sein, ohne nachfragen, ob es in dieser Stadt und Schule ev. auch ganz normale Kinder geben könnte. Sie hasst Vorurteile und steckt selbst voll davon. Jess kann niemals Fünfe gerade sein lassen, schon gar nicht kann sie andere Meinungen ertragen, ihre Vorurteile lassen sie durch das Leben stolpern – ach ja, und immer sind die andern schuld. Und Jess muss sich dann stets selbst bemitleiden … 


Goldman Sachs steht für alles, was Jess hasst: Reiche Männer, Kapitalisten, weiße Männer, Rassismus, Sexismus und toxischer Männlichkeit. Und trotzdem nimmt sie den Job an, der ihr als Analystin angeboten wird, sie, eine dieser mathematisch begabten Menschen; denn sie muss ihren Studienkredit abbezahlen. Und sie lernt das Geld schätzen, das sie verdient, haut es raus; teure Schuhe, dekadentes Essen. War es nicht das, was sie ablehnt? Eine Frau voller Widersprüche. Natürlich hat es Jess nicht einfach unter den Finanzhaien: Frau, schwarz – unter Männern, weiß. Sie arbeitet hart und gut, aber ihr Bonus ist niedriger, ihr Gehalt ist niedriger, als das der Männer; sie muss sich behaupten. Mir ihrer großen Klappe kommt sie auch nicht überall gut an. Jess sagt, was sie denkt, was nicht immer intelligent gesetzt ist, besonders unter Alkohol. Josh liebt sie, und auch Jess liebt irgendwann Josh. Doch es fällt ihr schwer, mit ihm zusammenzusein, weil sie ihm ständig seine Herkunft und seine Sicht zum Leben vorwirft. Als er sich für arbeitslose ehemalige Stahlarbeiter einsetzt, ist es für die Demokratin auch wieder nicht richtig. Gut, es sind Arbeiter, aber Trumpwähler, weiße Männer, die damals die Schwarzen versklavt hatten, Schwarze verachten. 


Egal, was Josh auch tut, er kann es ihr nicht recht machen. Die Beziehung ist ein dauerndes on – off, und bei diesem ganzen Gezicke ist mir die Protagonistin irgendwann auf den Wecker gegangen. Selbst wenn ich ihr in vielen Dingen recht gebe – man kann sich die Welt nicht backen und letztendlich handelt sie selbst ständig gegen ihr Prinzipien. Eine Liebesgeschichte? Ja, auf die Weise von Jess: Josh rennt ihr hinterher, versucht alles, um es ihr recht zu machen. Aber das reicht Jess eben nicht. Doch auch sie liebt diesen Mann – on-off… Irgendwie war ich froh, als das über Prinzessin auf der Erbse zu Ende war. Interessant wird der Roman, wenn es um Mathe, Analysen und die Finanzwelt geht. Der Einblick, den die Autorin in die Finanzwelt gibt, ist nicht neu, klingt oft nach Klischee. Für mich waren beide Charaktere psychologisch nicht gut erarbeitet. Er tut alles, um mit Jess zusammenzusein, völlig charakterlos. Sie zickt sich durch das Buch, stellt Ansprüche an andere, die sie selbst nicht erreichen kann. Insofern passt das für mich hinten und vorn nicht. Eben nicht alles gut.



Cecilia Rabess hat als Data Scientist bei Google gearbeitet und war Associate bei Goldman Sachs. Ihre Artikel sind u.a. in MCSWEENEYS, FIVETHIRTYEIGHT, FAST COMPANY und FLOWING DATA erschienen. „ALLES GUT“ ist ihr erster Roman.


Cover des Buches Alles gut (ISBN: 9783847901600)
Tanja_Wues avatar

Rezension zu "Alles gut" von Cecilia Rabess

Tanja_Wue
Alles gut

Ist wirklich alles gut? Nein ist es nicht und wie schnell belügen wir uns. Und hier kommt Jess, unsere Protagonistin, die laut ist und auf wichtige Themen anspricht. Sie hat eine ganz besondere Art und das ist wirklich gut gemacht. 

Schade fand ich nur, dass ich irgendwie keine Beziehung zu unsere Charaktere aufbauen und es mich nicht einnehmen konnte. 

Solide Geschichte die mal was ganz anderes ist.

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