Cecille Ravencraft

 4.5 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Im Zentrum der Spirale, The Center of the Spiral und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Cecille Ravencraft

Im Zentrum der Spirale

Im Zentrum der Spirale

 (10)
Erschienen am 20.09.2010
Der Zirkel der dunklen Hexen

Der Zirkel der dunklen Hexen

 (0)
Erschienen am 08.01.2014
Die Hungrige Hexe

Die Hungrige Hexe

 (0)
Erschienen am 19.01.2012
The Center of the Spiral

The Center of the Spiral

 (1)
Erschienen am 30.07.2007

Neue Rezensionen zu Cecille Ravencraft

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DaRoSos avatar

Rezension zu "Im Zentrum der Spirale" von Cecille Ravencraft

Fleisch taugt nicht ohne Thymian
DaRoSovor einem Jahr

Mit der Annahme im Hinterkopf es würde sich hier um eine Art Horror-Adaption von Hänsel und Gretel handeln, hab‘ ich mich an „Im Zentrum der Spirale“ gemacht. Die ersten Seiten spiegelten erstmal den Klappentext wieder:
Thomas, ein junger Mann, der versucht seiner wenig rühmlichen Vergangenheit zu entkommen, trifft auf ein Rentnerpärchen, das ihn auf der Straße als Anhalter einsammelt. Auf dass sich Thomas ein wenig erholen soll, haben die Moerfields ihn mit nachhause genommen – insbesondere Ms. Moerfield ummuttert Thomas regelrecht.
Schon bald merkt Thomas aber, dass hier etwas nicht zu stimmen scheint: die Moerfields verhalten sich merkwürdig, scheinen ihn nicht wirklich gehen lassen zu wollen und auch etwas vor ihm zu verbergen.

Soweit so gut – was mich nun allerdings gewundert hat war, dass ich noch mehr als zweidrittel des Buchs vor mir hatte! Wie will Cecille Ravencraft es schaffen, die Geschichte (ich gab mich noch immer der irrigen Annahme hin, es handele sich um eine Adaption des grimmschen Märchens) noch so lange zu ziehen?
Es sei soviel verraten: das Buch ist in drei Teile aufgegliedert; der erste Teil dient hier lediglich der Einleitung für den eigentlichen Roman! Was dann folgt ist… heftig!

Zu guter Letzt nur noch soviel: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt – ach, und drittens wird’s dann ohnehin wieder ganz anders!
Ein wenig fühlte ich mich an Laugier’s genialen Film „Martyrs“ erinnert: in dem Moment, in man denkt das Ende erreicht zu haben, beginnt es erst wirklich!

 

„Im Zentrum der Spirale“ ist ein klassischer Horror-Roman, ein zermarternder (Psycho-)Thriller, ein unbarmherziges Drama.
Ravencraft hat es geschafft den Leser binnen kurzer Zeit in eben dieses Zentrum der Spirale zu ziehen und hält ihn dort bis zur letzten Seite!
Interessant sind vor allem die Beziehungen, die Ravencraft zu ihren Protagonisten aufzubauen weiß – sie schafft hier einen Antihelden, dem es immer wieder gelingt, dass man die eigenen Grundsätze in Frage stellt.

So ist „Im Zentrum der Spirale“ eines der Bücher, die ich förmlich verschlungen habe! Ein Page-Turner, der nicht auf das gewohnte Hollywood-Niveau absinkt, sondern stetig vorantreibt, überrascht, fesselt und schlichtweg überzeugt.
Der Sinn, dass sich die Autorin in ihrem Buch selbst (bzw. ihrem Akronym) eine Rolle geschenkt hat, sei einfach einmal dahin gestellt…

 

Ich muss mich jetzt auch erstmal dran machen rauszukriegen, ob denn nun Thymian oder doch Majoran das Geheimnis ist…

 

Torsten Low hat hier wieder sein Händchen für außergewöhnliche Autoren bewiesen! Es sind eben genau diese Geschichten, die so typisch Low sind! Ja, manchmal dachte ich ernsthaft ich hätte hier eine Novelle aus dem extremeren Bereich in den Händen, da Ravencraft nicht gerade zimperlich mit Gewaltexzessen umgeht, doch verliert sie sich hier nicht im Blutdurst.
„Im Zentrum der Spirale“ ist ein genialer Horror-Thriller, der sich nicht hinter „den Großen“ zu verstecken braucht – unbarmherzig, unvorhersehbar, unbedingt lesen!


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Die Büchergnomen

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lord-byrons avatar

Rezension zu "Im Zentrum der Spirale" von Cecille Ravencraft

Rezension zu "Im Zentrum der Spirale" von Cecille Ravencraft
lord-byronvor 7 Jahren

Thomas, der sein ganzes Leben von einer Pflegefamilie zur nächsten geschickt wird, hat etwas schreckliches getan und ist auf der Flucht. Bei strömenden Regen läuft er morgens um 2 Uhr die Straße entlang und hat es schon längst aufgegeben auf eine Mitfahrgelegenheit zu hoffen, als ein alter Mustang neben ihm hält. Darin sitzt ein nettes älteres Ehepaar, das ihn sehr gerne mitnehmen möchte. Sie bieten ihm sogar an, eine Weile bei ihnen zu wohnen und da Thomas nicht weiß wo er sonst hin soll, nimmt er ihr Angebot an. Doch etwas stimmt nicht mit dem Ehepaar Moerfield, das er zuerst Mr. und Mrs. M nennen soll und später Ma und Pa. Als er herausfindet, was die Beiden so treiben, ist es auch schon zu spät.
Schwer enttäuscht, macht sich das Ehepaar wieder auf die Suche nach einem neuen Sohn, der ihre Leidenschaft und ihren Glauben teilt.

Dieses Buch ist echt nichts für zart besaitete, denn es geht ganz schön zur Sache. Andererseits ist es sehr spannend und hat mich ständig animiert mit dem Lesen fortzufahren. Eigentlich mag ich so blutige Bücher nicht, aber dieses hat mir sehr gut gefallen. Ich weiß nicht, ob es an dem distanzierten Schreibstil lag oder an dem verrückten Thema. Jedenfalls hatte ich es innerhalb ein paar Stunden verschlungen. Ich würde es in dem Genre "Realistischer Horror" ansiedeln.
Allen die es etwas blutiger mögen, kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Es wird für schlaflose Nächte sorgen, denn man legt es erst wieder aus der Hand, wenn die letzte Seite gelesen ist.

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Elmar Hubers avatar

Rezension zu "Im Zentrum der Spirale" von Cecille Ravencraft

Rezension zu "Im Zentrum der Spirale" von Cecille Ravencraft
Elmar Hubervor 8 Jahren

- Thomas war mit gespreizten Armen und Beinen eng an den Boden gekettet worden. Ledergürtel waren lose um seine Oberschenkel und Oberarme gezurrt. Er sah zur Seite und bemerkte, dass einige weite Kreise um ihn herum in den Beton gemeißelt worden waren. -

INHALT:
An der nächtlichen Landstraße wird der Anhalter Thomas von einem netten, älteren Pärchen, den Moerfields, mitgenommen. Die beiden laden ihn ein, Gast in ihrem abgelegene Haus zu sein, was dem Anhalter gar nicht unrecht ist, denn Thomas wird wegen Mordes von der Polizei gesucht. Zwar haben die Moerfields in einigen Dingen ganz eigene Ansichten und Regeln, doch Thomas ist bereits, diesen Preis für seine Freiheit zu zahlen. Schließlich geht es ihm nicht schlecht hier. Mrs. Moerfield ist eine ausgezeichnete Köchin und seit seiner Ankunft hat Thomas bereits ordentlich zugelegt.

- Die auserwähle Familie wurde im Zentrum der Spirale ausgelegt, drei Ehepaare mit ihren insgesamt acht Kindern, im Alter von neunzehn, bis hinunter zu einem vier Monate alten Säugling (...). -

MEINUNG:
Ein altes Pärchen in der Rolle der bösen Hexe und ein Junge, den niemand vermissen wird, als einsamer Hänsel. Es dürfte keine Überraschung sein, dass Thomas bei den Moerfields ein unschönes Schicksal widerfährt. Soviel kann sich der Leser bereits aus Klappentext und Covermotiv zusammenreimen. Doch als Thomas in Einzelteilen in die Gefriertruhe der Moerfilds wandert hat man gerade mal ein Viertel von Cecille Ravencrafts Roman hinter sich gebracht. Thomas Schicksal war also nur ein ausführlicher Prolog zur eigentlichen Handlung.
Die Autorin überrascht mit dem Tod der Identifikationsfigur, doch nur, um den Leser in der Folge auf eine emotionale Achterbahnfahrt zu schicken. Der zweite Teil des Romans spielt einige Jahre später. Ein neuer „Sohn“ – Chris - ist ins Leben der Moerfields getreten und dieser wird sich als würdig erweisen, die Ehre der Familie innerhalb der Gemeinde wieder herzustellen. Doch die strengen Regeln, nach denen Chris leben muss, machen ihn zum gefürchteten Außenseiter und die Entwicklung vom Jungen zum Mann weckt ein Verlangen in ihm, dass er im Verborgenen stillen muss. Cecille Ravencraft bietet ihre Lesern hier eine Bezugsperson, mit der man einerseits leidet und von der man andererseits, ob ihrer Taten, abgestoßen ist.

Nach einer solchen Story inkl. aller unvorhersehbaren Wendungen und Überraschungen würde sich so manch namhafter Autor die Finger lecken. In geschliffener Form hätte IM ZENTRUM DER SPIRALE durchaus Chancen gehabt, in einem großen Publikumsverlag (z.B. bei Heyne Hardcore) zu erscheinen. Doch gerade die einfache Sprache, in der der Roman verfasst ist, verleiht ihm eine gewisse Rohheit, die hervorragend zum kompromisslosen Inhalt passt und den Leser förmlich in die kranke Welt der Moerfields und ihres perversen Kults hinein zieht. Trotz der sprachlichen Einfachheit ist IM ZENTRUM DER SPIRALE offensichtlich gewissenhaft durchgeplant und steckt voller Details und Zwischentöne. Im Zusammenspiel mit dem gleichbleibend ruhigen Erzähltempo und der durchgehend gehaltenen Spannung, entfaltet IM ZENTRUM DER SPIRALE einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Außergewöhnlich für einen Debütroman.

Möglicherweise wurden in der deutschsprachigen Version auch einige Patzer korrigiert, denn THE CENTER OF THE SPIRAL erschien 2007 zunächst in englischer Sprache bei über den Print-on-Demand-Anbieter Lulu-Books. Ein ungewöhnlicher Umstand, über den sich die Autorin selbst in ihrem Roman lustig macht.

Das umlaufende Umschlagmotiv von Chris(tine) Schlicht wirkt zwar auf dem ersten Blick grob, offenbart beim zweiten Hinsehen jedoch jede Menge Details und Feinarbeit und passt so hervorragend zum Inhalt.

Ihr deutschsprachiges Debüt brachte Cecille Ravencraft gleich auf die Nominierungsliste für den Vincent Preis 2010 in der Kategorie „Bester Roman national“.

FAZIT:
Ein clever konstruiertes, kompromissloses Menschenfresser-Drama, das mit einer ambivalenten Hauptfigur überrascht und den Leser mit ungewöhnlichen Wendungen in seinen Bann zieht.

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