Cees Nooteboom 533 Tage - Berichte von der Insel

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Inhaltsangabe zu „533 Tage - Berichte von der Insel“ von Cees Nooteboom

Ein Mann, eine Insel, das All: Wenn der Kosmopolit Cees Nooteboom auf Menorca ist – längst nicht mehr nur seine »Sommerinsel« –, dann steht er mit beiden Beinen fest auf dem fruchtbaren Boden, umgeben von Palmen, störrischen Schildkröten und den geliebten Büchern im Gartenstudio. Sein Blick reicht jedoch weit über die Horizontlinie hinaus, wach und neugierig. Mit Skepsis blickt Nooteboom auf ein Europa, das auseinanderzubrechen droht; mit Staunen betrachtet er das Gesamtkunstwerk David Bowie. Seine Begeisterung aber gilt dem Weltall, von seinem Schutzheiligen, dem Sternbild Orion, bis zu den beiden Voyager-Raumsonden mit ihren Grußbotschaften an fremde Zivilisationen im Gepäck, seit fast 40 Jahren im All unterwegs und von allen vergessen (»außer von der NASA und mir«). Nur eine Handvoll betagter Techniker weiß die veraltete Software noch zu bedienen – die Rentner der Raumfahrt. 533 Tage im Leben eines großen Autors, der die Sorge um seinen Garten und den leidenden Hibiskus darin elegant und meisterlich zu vereinen weiß mit dem Griff nach den Sternen: ein berückender Band, garantiert nicht nur für Inselliebhaber. »Cees Nooteboom ist ein Menschenfänger.« Der Spiegel

Ein Buch wie ein Urlaub! Der Schriftsteller Cees Nooteboom stellt fest, dass er keine Ahnung von Kakteen, Schildkröten und Spinnen hat.

— eummager
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    533 Tage - Berichte von der Insel
    eummager

    eummager

    06. February 2017 um 12:12

    Ein Buch wie ein Urlaub! Der Schriftsteller Cees Nooteboom steht mit 80 Jahren in seinem Garten auf Menorca und stellt fest, dass er keine Ahnung von Kakteen, Spinnen und Schildkröten hat.  Von August 2014 bis Januar 2016 – ich nehme an, es sind 533 Tage – hat er 80 kleine und größere Reflexionen in dieses recht schmale Bändchen gegossen, das es aber in sich hat. Er kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, bleibt dort aber nicht, sondern assoziert bis ins Weltall, wo unsere Vorstellungsgabe endet. „Ich hatte nie vor, aus diesen Aufzeichnungen ein Tagebuch zu machen, ich wollte nach innen, nicht länger nach außen. Dort war ich schon so lange und so oft.“ Es ist ein unaufdringliches Buch, geeignet, einen hektischen Tag zu entschleunigen. Obwohl Nooteboom schon 50 Jahre jeweils ein halbes Jahr auf Menorca verbringt, stellt er fest, dass ihm das Wesen seiner Mitbewohner, und da bezieht er auch die Pflanzen mit ein, fremd geblieben ist. Ihm fehlen die exakten Worte, um sie zu beschreiben, er rätselt, welche Beweggründe diese urtümlichen Geschöpfe haben. „In seinem Zibaldone sagt Leopardi, der Dichter müsse nicht nur die Natur imitieren und perfekt beschreiben, sondern er müsse das auch auf natürliche Weise tun. Leicht gesagt!“ Aber seine Worte und Sätze sind wunderbar poetisch und überraschend. Oft muss man auch lachen, wenn er sich etwa ärgert, dass eine Schildkröte die perfekte Symmetrie einer Sukkulente durch einen herhaften Bissen zerstört. „Doch wie bestraft man eine Schildkröte, die hier viel ältere Rechte hat als ich? Schildkröten besitzen meines Wissens keine Jahresringe, ich habe also keine Ahnung, wie alt diese ist, und auf Ermahnungen hört sie nicht.“ Wer jetzt vermutet, ein alter Mann hätte sich von der Welt zurückgezogen und lebte das stille Glück im Winkel, irrt. Nooteboom weiß sehr genau, was in der Welt passiert und bringt es immer wieder zur Sprache. „Versuche, dich von der Welt fernzuhalten, und die Welt kommt zu dir.“ Er weiß, dass im Mittelmeer Tausende von Flüchtlingen ertrinken, während er sinnierend am Ufer seiner Insel steht. Er weiß, dass Griechenland in der Krise steckt und das restliche Europa eine, in seinen Augen, „traurige Scharade“ aufführt, „um im Geschichtsbuch besser dazustehen“. Er hat im Leben schon so viel von Krieg und Politik erlebt, dass er vieles aus einer höheren, objektiveren Warte beurteilen kann. (Glaube ich.) Faszinierend, wie er von der Beobachtung einer Motte zu Anekdoten und Erinnerungen an seine Schriftstellerkollegen kommt; wie er ohne Mühe von seine Reisen erzählt. Oft war ich noch bei seinen Pflanzen, als er schon von Elias Canetti spricht oder über David Bowie nachdenkt. Er spannt den Bogen von der Nachrichtensendung des SWR bis zu den Rentnern der Voyagermission. (Muss man selber lesen, klasse!) Es hat mir sehr gefallen. Es wird eines der wenigen Bücher für mich sein, die ich im Schrank behalte, um öfter darin zu lesen. Ich habe es übrigens gelesen, obwohl Cees Nooteboom auf einer Lesung im Literaturhaus Frankfurt anlässlich der Buchmesse schon fast den ganzen Text vorgelesen hat. Ich konnte es nochmal lesen, immer mit der ausdrucksvollen Stimme des Autors im Ohr. Die Übersetzerin Helga von Beuningen hat es wieder geschafft, den Duktus des Niederländischen so ins Deutsche zu übertragen, dass nichts verloren gegangen ist. Ich empfehle sehr, außer seine Bücher zu lesen, die mich schon lange Jahre begleiten, die Interviews mit ihm auf Youtube anzuschauen. Er kann sich übrigens auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch genauso gut ausdrücken, wie in seiner Muttersprache. Manchmal hat er deshalb aber auch Momente wie diesen: „…, das tägliche Spanisch hat meine Muttersprache geheimnisvoller gemacht. … ich wollte die Dolche dieser schottischen Familie beschreiben, und plötzlich fehlte mir das Wort. Ich blieb ganz ruhig sitzen, überlegte, ob das nun das Alter sei. … Voller Zweifel ging ich zu meinem Van Dale, und da stand es.“

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