Die folgende Geschichte

von Cees Nooteboom 
3,7 Sterne bei51 Bewertungen
Die folgende Geschichte
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Inhaltsangabe zu "Die folgende Geschichte"

Wieso wacht Herrmann Mussert in einem ihm vertrauten Zimmer in Lissabon auf, obwohl er doch in Amsterdam wohnt und sich dort auch am Abend zuvor zum Schlafen niedergelegt hat? Ein spontaner Entschluß zum Aufbrechen in eine andere Gegend kann es nicht gewesen sein, denn dieser Altphilologe, der nicht mehr unterrichtet, ist ein eher Lebensuntüchtiger, ganz seinen griechischen und lateinischen Autoren zugewandter Mensch; seine Schüler nannten ihn Sokrates. Träumt er nur, in Lissabon aufzuwachen? Oder ist sein Gang durch Lissabon eine Reise in der Erinnerung, also eine Reise in der Zeit? Denn immerhin ist dies der Ort einer richtigen Affäre mit einer Kollegin.Cees Nooteboom verhindert durch seine meisterhaften erzählerischen Fähigkeiten, daß wir diese Fragen eindeutig beantworten können, und steigert so die Spannung. In einem zweiten Teil der Geschichte bricht Mussert – im Traum? in der Wirklichkeit? – mit sechs anderen Personen zu einer Schiffsreise nach Brasilien auf. Alle Reisenden erzählen von ihrem Leben. Die Geschichte, die Herrmann Mussert als letzter erzählt, scheint alle Rätsel zu lösen: er gibt ihr den Titel Die folgende Geschichte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518390009
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:148 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:19.12.1995
Das aktuelle Hörbuch ist am 04.01.1999 bei L & M erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    thiefladyXmysteriousKathas avatar
    thiefladyXmysteriousKathavor 9 Monaten
    Gute Nacht in Amsterdam -guten Morgen in Lissabon!

    Die folgende Geschichte

    „Meine Wohnung ist voll von Büchern, die mir erlauben zwischen Ihnen zu leben.“ Ein Buch mit solch einem tollen Satz muss man doch einfach lieben oder? Cees Nooteboom hat mich mit seiner Novelle rund um Herman Mussert wirklich begeistert und ich werde sicherlich mehr von diesem grandiosen Autor lesen!


    Inhalt:

    Der Anfang dieser Geschichte ist rätselhaft: Wieso wacht Herman Mussert in Lissabon in einem ihm vertrauten Zimmer auf, obwohl er in Amsterdam wohnt und sich dort auch am Abend zuvor zum Schlafen niedergelegt hat? Und ist der folgende Gang durch Lissabon nur eine Reise in der Erinnerung, also eine Reise in der Zeit - in der gleichen Weise, wie die der Voyager-Sonde, deren Bilder Mussert in Amsterdam vor dem Einschlafen betrachtete, eine Reise in den Raum ist? Im zweiten Teil der Erzählung bricht Mussert zusammen mit sechs anderen Personen von Lissabon zu einer Schiffsreise nach Brasilien auf. Sie erzählen sich die Geschichten ihres Lebens. Die Geschichte, die Herman Mussert als letzter erzählt, scheint alle Rätsel zu lösen und alle Fragen des Lesers zu beantworten. Er gibt ihr den Titel Die folgende Geschichte.


    Meinung

    Was für eine Geschichte! Und wie meisterhaft erzählt sie ist! Ich weiß gar nicht, wie ich das genau in Worte fassen soll. Diese Geschichte muss man einfach lesen – am besten ohne sich vorab viel damit zu beschäftigen – einfach in den tollen Stil fallen lassen. Die Geschichte ist von der ersten Seite an spannend, denn man fragt sich ununterbrochen: Wieso wacht Herman Mussert In Lissabon auf, wenn er sich doch in Amsterdam schlafen gelegt hat? Es beginnt eine Reise durch Lissabon und wir begleiten ihn dabei, wie er sich an vergangene Ereignisse in Lissabon erinnert. Er berichtet viel von seiner Zeit als Lehrer, Lateinübersetzter und Liebhaber einer ganz besonderen Frau. Mich hat absolut fasziniert, wie sehr er die lateinische Sprache und die antike Mythologie liebte und wie Cees Nooteboom überall auch kleine Anspielungen auf jene Mythologie miteinwebt. Der zweite Teil der Geschichte ist fast noch rätselhafter, doch das Ende klärt fast alles auf (auch wenn man einiges selbst interpretieren muss) und ist, wenn möglich, auf den letzten Seiten noch grandioser. Von mir bekommt das Buch volle 5 Sterne und ich werde mir sicherlich noch ganz viel Lesestoff aus Nootebooms Feder besorgen und lesen!

    Kommentare: 1
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    Flauschis avatar
    Flauschivor 7 Jahren
    Rezension zu "Die folgende Geschichte" von Cees Nooteboom

    1991 als Buchwochengeschenk erschienen ist Cees Nootebooms "het volgende verhaal"( auf Deutsch "Die folgende Geschichte") eine Geschichte über das Sterben, die Liebe zur Philosophie sowie ein Sinnbild des Leides.
    Der Protagonist ein ehemaliger Lehrer nun Reiseführerschreiber bemitleidet sich im ganzen Buch selbst, das er Tod ist, nur einmal geliebt hat, so hässlich ist usw usw usw.
    Ihm macht nichts mehr Spaß als das Lesen und Lehrern von Altlateinischen Sprachen, Platon, Ovid und co
    Dann gibt es da seine einzige Liebe die Biologielehrerein Maria Zeinstra, ihr Mann Arend Herfst, Niederländisch und Sportlehrer sowie selbstverliebter Poet.
    Dann natürlich noch Lisa d'India.
    Musterschülerin, Hochbegabte und junge Frau in die alle Lehrer (mit Ausnahme Musserts) verliebt sind.
    Was folgt sind eine Lehrer-Schüler-Affäre, die Rache der Zeinstra mit einem Seitensprung Mosserts, eine Prügelei, 2 Verweise, ein jammernder Philosoph sowie die ewige Frage "Lebe ich noch? Bin ich schon tot?

    Ich weiß nicht ich gehörte noch nie zu den Menschen, die sich um jeden Preis mit niedergeschriebenen Problemen anderer herumschlagen.
    Wäre es nicht für ein Seminar an der Uni gewesen, dieses Buch hätte niemals den Weg in meine Hand gefunden.
    Auch wenn das "literarische Quartett" es damals lobte und dieses Buch von einigen Buchkritikern in höchsten Tönen gelobt wird... Ich mag halt lieber "Schrottliteratur" sowie gut geschriebene Fantasy

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    Ulf_Borkowskis avatar
    Ulf_Borkowskivor 8 Jahren
    Rezension zu "Die folgende Geschichte" von Cees Nooteboom

    „Meine eigene Person hat mich nie sonderlich interessiert, doch das hieß nicht, dass ich auf Wunsch einfach hätte aufhören können, über mich nachzudenken — leider nicht. Und an jenem Morgen hatte ich etwas zum Nachdenken, soviel ist sicher.“

    Mit diesen Sätzen beginnt Cees Nootebooms poetische Erzählung „Die folgende Geschichte“. Der Altphilologe Herman Mussert, der seit seiner Suspension als Studienrat als Dr. Strabo Reiseführer schreibt, wacht in einem Hotelzimmer in Lissabon auf, obwohl er sich am vorherigen Abend in seiner Amsterdamer Wohnung schlafen gelegt hat. An diesen kafkaesken Einstieg schließen sich scheinbar unzusammenhängende Sequenzen aus Realität und Traum, Vergangenheit und Gegenwart des Protagonisten. Das Zimmer kennt er aus seiner Vergangenheit, als er vor 20 Jahren eine Affäre mit seiner Lehrerkollegin Maria Zeinstra hatte. Im ersten Teil der Erzählung reflektiert der Ich-Erzähler, der ob seines Aussehens und seiner Profession von seinen Schülern auch Sokrates genannt wird, diese Episode seines Lebens um die Vierecks-Beziehung zwischen ihm selbst, seiner Geliebten, deren Ehemann, den Sportlehrer Arend Herfst, der wiederum eine Affäre mit der von Herman Mussert verehrten, hochbegabten Schülerin Lisa d’India hat.
    In den Reflexionen des Protagonisten geht es immer wieder um die Themenkomplexe Tod, Reisen und natürlich um antike Mythologie und Philosophie. Der erste Teil der Erzählung zeichnet die verpasste Chance des Altphilologen aus seiner Welt antiker Sprachen, Philosophie und Mythologie zu entkommen und das Scheitern dieser Gelegenheit. Geschickt werden Passagen aus Ovids „Metamorphosen“mit der Lebensgeschichte des Protagonisten verwoben .

    Ohne alle Zusammenhänge aufzudecken beginnt unvermittelt der zweite Teil der Erzählung. Auf einer Schifffahrt vom portugiesischenBelém nach Belém in Brasilien trifft Herman Mussert auf sechs unterschiedliche Charaktere. Während der – einer Todesfahrt gleichen – Reise erzählen sie Bruchstücke ihres Lebens einer gesichtslosen Frau. Alle Geschichten befassen sich mit dem Tod. Jeder Erzähler scheint auf eigene Art seine Erfüllung zu finden, wenn er der Frau ins Gesicht blickt, was den anderen verborgen bleibt. Die Erzähler verschwinden unmittelbar nach ihrer Geschichte. Herman Mussert ist als letzter dran. Wiederum erinnert er sich an die Ereignisse vor 20 Jahren, als er in einer Unterrichtsstunde die Todesszene des Sokrates rezitiert, wobei er sich in die Rolle des Sokrates und seine Lieblingsschülerin Lisa d’India in die Rolle von Sokrates’ SchülerKriton versetzt. Im Anschluss daran löst sich die tragische Geschichte in einem Kampf mit dem eifersüchtigen Ehemann von Herman Musserts Geliebter Maria Zeinstra und den sich daran anschließenden Unfalltod seiner Lieblingsschülerin auf.
    Als Mussert der gesichtslosen Frau ins Gesicht blickt hat sie das Gesicht von Lisa d’India
    und erzählt ihr „Die folgende Geschichte“, die damit kreisförmig endet.

    „Die folgende Geschichte“ ist eine kunstvolle, poetische Erzählung, die mit vielen antiken Zitaten und Versatzstücken aufwartet und reichlich Raum zur Interpretation lässt. Die einzelnen Sequenzen sind so ineinander verschachtelt, dass es dem Leser – vermutlich gewollt – schwer fällt zwischen Traum und Wirklichkeit, Gegenwart und Retrospektive zu unterscheiden. Ein Hauptthema des Buches ist zweifelsohne der Widerstreit zwischen Antike und Moderne, der sich einerseits in dem Altphilologen Mussert und andererseits in seinem natürlichen Widersacher, dem moderne Gedichte schreibenden Niederländisch- und Sportlehrer Arend Herfst, der zudem der Ehemann von Musserts Affäre Maria Zeinstra ist, widerspiegelt. Aber auch den Naturwissenschaften seiner Geliebten ist der völlig in der Antike verhaftete, stetig Ovid zitierende und die Präzision des Latein verklärende Altphilologe nicht gerade zugetan.
    Ein weiteres zentrales Motiv der Erzählung ist die Liebe, die sich in den beiden Antipoden Lisa d’India und Maria Zeinstra wiederspiegelt. Auf der einen Seite die platonische Liebe zu der begabten, an Musserts Leidenschaft zur Antike anteilnehmende, Schülerin, auf der anderen Seite die rationale Naturwissenschaftlerin, zu der er sich körperlich hingezogen fühlt.
    Ferner zieht sich das Thema Reise wie ein roter Faden durch die gesamte Novelle. Nicht nur, dass der Protagonist sich selber als Reiseschriftsteller unter dem Pseudonym Dr. Strabo verdingt, auch die Erzählung an sich und vor allem deren zweiter Teil fassen das ganze Leben unter steter Bezugnahme auf die griechische Mythologieals Reise auf.
    Der geneigte Leser wird in dieser poetischen Erzählung sicher noch diverse andere Themata finden, wie die immer wieder auftauchenden Motive des Zeitverlaufs, der Metamorphose oder des Todes, auf den letztlich alles und auch „Die folgende Geschichte“ hinausläuft. Das Buch ist ein kleines sprachliches und poetisches Meisterwerk, das sicher erst nach mehrmaliger Lektüre gänzlich erschlossen werden kann, wenn dies überhaupt möglich ist oder vielleicht auch gar nicht gewollt ist. So meinte Nooteboom in einem Interview selbst:

    „Jedem sei seine eigene Interpretation gestattet, für mich aber ist es eine Geschichte über den Tod, ganz einfach. Ein Mann stirbt in Amsterdam und sieht sein ganzes Leben in wenigen Sekunden an sich vorüberziehen. Das ist der Grundgedanke.“

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    Zobelvor 11 Jahren
    Rezension zu "Die folgende Geschichte" von Cees Nooteboom

    Habs wohl nicht verstanden. Fing gut an und hat niergendwo hin geführt. Hab das Buch nach der letzten Seite zugemacht und ein Fragezeichen im GEsicht gehabt!

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