Cees Nooteboom Schiffstagebuch

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Inhaltsangabe zu „Schiffstagebuch“ von Cees Nooteboom

In seinem neuen Buch begibt sich Cees Nooteboom – wieder – auf Reisen. Es sind Schiffsreisen, die er unternimmt, und schnell wird der Leser merken: Wer mit dem Schiff reist, reist anders. Die Langsamkeit des Schiffs überträgt sich auf die Wahrnehmung des Reisenden und führt zu einer ganz eigenen Art der Aufzeichnung. Nooteboom, der in den späten fünfziger Jahren als Leichtmatrose auf einer Fahrt in die Karibik anheuerte und seitdem Reiseberichte zu einer angesehenen literarischen Gattung entfaltet hat, nimmt den Leser in seinem neuen Buch mit auf Fahrt in zahlreiche reale, aber natürlich auch literarische und philosophische Gegenden unserer Welt.
Es geht von Mauritius und Réunion nach Südafrika, über Kap Horn nach Montevideo und über Argentinien bis nach Bolivien. Andere Reisen führen ihn in die nördlichste und in die südlichste Stadt auf der Erde, nach Indien und nach Australien.
Dieses mit zahlreichen Fotos von Simone Sassen ausgestattete »Schiffstagebuch« läßt den Leser die Welt mit den Augen von Cees Nooteboom sehen – seine Reiseberichte zeugen von Erfahrung und Neugier, und sie führen uns an Orte, die wir so nie sehen würden.

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  • Rezension zu "Schiffstagebuch" von Cees Nooteboom

    Schiffstagebuch

    WinfriedStanzick

    12. May 2011 um 08:07

    Cees Nooteboom ist ein Mensch, der sein Leben lang gerne gereist ist und die dabei gemachten Erfahrungen immer wieder in seine zahlreichen Bücher hat einfließen lassen. Schon als junger Mann unternahm er eine, damals noch ungewöhnliche, Tramptour durch Europa, die er in seinem ersten Buch "Philipp und die anderen" einfließen ließ. Auch die Tatsache, dass er seine sesshaften Zeiten auf zwei Wohnsitze verteilt, sein Haus in Amsterdam und seinen Sommersitz auf Menorca und daran auch im Alter von 77 Jahren noch festhält, zeigt, dass er ein Mensch ist, der das Leben und die Erfahrungen unterschiedlicher Orte sucht und sie für seine Arbeit und Existenz als Schriftsteller regelrecht braucht. Auch in seinem neuen, unter dem Titel „Schiffstagebuch“ veröffentlichten Buch hat sich der Schriftsteller wieder auf Reisen begeben, auf „ferne Reisen“, wobei es ihm dabei weniger darauf ankommt, möglichst weit weg zu kommen, sondern sein Fokus ist der ferne Mensch in fremden Gegenden, dem er sich erfahrend und beschreibend annähert. Dabei lässt er sich inspirieren von jener Erfahrung und Grundhaltung die Bela Hamvas in seinem Buch über „Kierkegaard in Sizilien“ so beschrieben hat: „Das erste Erlebnis einer Reise ist die rätselhafte Ausdehnung der Möglichkeiten nicht nur in die Richtung, in die man reist, sondern in alle Richtungen, und es bedarf besonderer Geistesgegenwart, um in der plötzlich um ein Vielfaches angewachsenen Welt nicht seine Sicherheit zu verlieren.“ Dieses Mal war Cees Nooteboom hauptsächlich mit dem Schiff unterwegs, unter anderem auf einer langen Reise über das Kap Hoorn nach Montevideo. Bei anderen Gelegenheiten besucht er die nördlichste und dann die südlichste Stadt der Erde. Das Reisen mit einem Schiff vollzieht sich langsamer, und diese Langsamkeit des Schiffs überträgt sich dann auch auf die Wahrnehmung des Reisenden. Entsprechend bringen sie eine völlig andere Art von Aufzeichnungen hervor. Seine Leser an dieser verlangsamten Beobachtung der Welt, wie er sie wahrnimmt, teilhaben zu lassen, das ist neben der eigenen Lust des Schreibens das Ziel des „Schifftagebuchs“. Die Lektüre dieser Reisebeschreibungen ist ein literarischer Genuss, der einen von einer auf die andere Seite immer wieder überraschenden, manchmal naiven, manchmal gelehrten Erkenntnissen und Überlegungen belohnt.

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